Elend “Hochschule”: Warum Studiengebühren wichtiger denn je sind

  • Ideologisierung
  • Entprofessionalisierung
  • Anbiederung

Die drei Begriffe bringen nach unserer Ansicht das Elend “Hochschule” auf den Punkt.

Ideologisierung

Hochschulen beziehen ihre Berechtigung daraus, dass sie gesellschaftlich nützliches Wissen vermitteln und herstellen. Gesellschaftlich nützliches Wissen kann in einer Näherung als solches definiert werden, das die Erwirtschaftung eines gesellschaftlichen Mehrwerts ermöglicht. Heutige Hochschulen sind in weiten Teilen Kaderschmieden, die der Ausbildung ideologischen Nachwuchses dienen. Sie sind somit zu einem System der Bereitstellung von Schmarotzern geworden, die – entweder als Schwätzperte oder als “Aktivist” – von dem leben, was gesellschaftliche Produktivkräfte, was Arbeiter, Handwerker, Selbständige erwirtschaften. Hochschulen bilden in weiten Teilen den ideologischen Nachwuchs heran, der die Ränge der Institutionen füllt, die von Politdarstellern eingerichtet werden, um die eigenen Kader zu versorgen und gesellschaftlichen Mehrwert abzuschöpfen. Fächer wie Gender Studies, Queer Studies, die Zerstörung der Soziologie durch sozialistische Kader, sind Beispiele für die Ideologisierung von Hochschulen, die den gesellschaftlichen Wert von Hochschulen im Bereich der Sozialwissenschaften weitgehend zerstört hat und sich anschickt, nunmehr den Bereich der Naturwissenschaften zu zerstören.



Entprofessionalisierung

Mit einer Ideologisierung geht notwendiger Weise eine Entprofessionalisierung einher. Wissenschaftler verlassen die Hochschulen, weil ihre Forschungsvorhaben durch Auflagen verunmöglicht werden, weil ihre Arbeitszeit immer mehr durch ideologische Vorgaben beeinträchtigt wird, weil ihre Finanzierung unter den Vorbehalt der ideologischen Passung gestellt wird, weil ihre Arbeitsumgebung mehr einem Kinderhort, in dem Halbtagskräfte in unverständlicher Sprache brabbeln, gleicht als einem Ort, an dem Erkenntnis gewonnen werden kann. Die Gründe, warum Hochschulen zu Sammelbecken der Übriggebliebenen, zu einem Market for Lemons der am Arbeitsmarkt nicht Vermittelbaren werden, an dem sich bestenfalls Mittelmäßige einfinden, um unter dem Schutz der Masse ein unauffälliges und vollkommen unbemerkbares Dasein zu führen oder um sich dort als Vasall der politischen Korrektheit zu inszenieren, in der Hoffnung, dass fehlende Kompetenz durch das Gutfühl-Moment ausgeglichen werden kann und man selbst bei anderen, zwar nicht durch Kompetenz, aber durch affektive Passung Akzeptanz erreichen kann, sind vielfältig.

Anbiederung

Ideologisierung und Entprofessionalisierung zerstören das, was Hochschulen nötiger haben als Finanzen: das kritische Potential. Ohne Wissenschaftler, die außerhalb von Vorgaben denken können, die sich vom Mainstream abkoppeln und neue Ideen entwickeln können, werden Hochschulen zu reinen Verwahranstalten für Mittelmaß-Technokraten, die tun, was ihnen gesagt wird und mehr oder weniger in den Status von nützlichen Idioten retardieren, nützliche Idioten, die von Verwaltungsmitarbeitern in den Ministerien von Land und Bund hervorgeholt werden, wenn es notwendig ist, eine beabsichtigte Politik zu legitimieren. Diese Struktur verändert die Motivation hinter dem Status-System in Hochschulen grundlegend. In der Hochschule der Mittelmäßigen ist nicht mehr derjenige angesehen, hat nicht mehr derjenige Status, der bahnbrechende Leistungen erbracht hat, den Mittelmäßigen gilt der, der die meisten Drittmittel aus staatlichen Töpfen einwerben kann, der sich zum Meister im Schleimen, im Anbiedern bei Ministerien entwickelt, als Führer. Der Einäugige ist bekanntlich unter den Blinden der König.



Als Folge von Ideologisierung, Entprofessionalisierung und Anbiederung sind Hochschulen immer weniger für Studenten mit Potential interessant. Sie werden immer mehr zum Tummelplatz einer negativen Selektion von Studenten, deren Mittelmäßigkeit für die Mittelmäßigkeit der Lehrenden keine Gefahr darstellt.

Was unter diesen Umständen von Hoschschulen zu erwarten ist, kann man an einem Beispiel deutlich gemacht werden:

Die TU-Berlin freut sich über ein “Forschungsprojekt”, das untersuchen soll, wie “Jugendliche und junge Erwachsene zum nachhaltigen Konsumverhalten befähigt werden” können. Nachhaltiges Konsumverhalten, so erklärt “Dr. Samira Iran”, sei wichtig, weil in Bangladesh durch den Einsturz eines Gebäudes 1135 Menschen ums Leben gekommen sind und weil “schnelllebige[r] Modekonsum die Umwelt” enorm belaste. Stören Sie sich nicht daran, dass das keinerlei Sinn hat. Um herauszufinden, wie man Jugendliche zu “nachhaltigem Konsumverhalten” bringen kann, wollen Iran und Dr. Ulf Schrader, der die professorale Verantwortung trägt, Schülern aufgeben, ein halbes Jahr lang mit 30 Kleidungsstücken, – “Unterwäsche und Socken ausgenommen” – auszukommen.

Die Meilensteine der Erkenntnis, die aus diesem Projekt, für dessen Kosten natürlich Steuerzahler aufkommen müssen, gewonnen werden, können bereits am entfernten Rumpeln erahnt werden.

Ein besseres Beispiel für die Ideologisierung der Hochschulen, für Entprofessionalisierung und Anbiederung kann kaum gefunden werden. Nachhaltiges Konsumverhalten, von wem auch immer, ist kein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Es ist ein Gegenstand, der aus einer bestimmten ideologischen Perspektive heraus vielleicht Sinn macht. Die Mehrheit der Menschen ist jedoch nicht an ideologischer Einschränkung ihrer Freiheit interessiert, sondern daran, ein freies Leben zu leben und die Möglichkeiten, die ein solches Leben bietet, auch zu nutzen.

Die Idee, Schüler mit 30 Kleidungsstücken ein halbes Jahr lang leben zu lassen, wird von Iran und Schrader als “Real-Labor-Experiment” verkauft. Es ist natürlich nichts dergleichen. Es ist kein Laborexperiment, weil die Schüler nicht ein halbes Jahr in einem geschlossenen Raum unter Aufsicht von Forschern leben werden. Es ist kein Experiment, weil man dazu eine Vergleichsgruppe benötigen würde. Derartiges methodisches Name-Dropping ist ein deutlicher Indikator für das weitgehend bis vollständige Fehlen von Methodenkenntnissen, wie man es an Hochschulen, an denen Mittelmaß herrscht, erwarten würde.

Schließlich kann man sich kaum ein Thema vorstellen, das besser zum Anbiedern geeignet ist, als “Klima” orer “Nachhaltigkeit”. Wissenschaftler, die sich mit beidem befassen wollten, würden daher mit Sicherheit nicht versuchen, Schüler an staatlich Gewünschtes anzupassen, sie würden das staatlich Gewünschte hinterfragen, den Humbug “Nachhaltigkeit” aufspießen und die gesellschaftlichen Kosten und Nutzen, die sich mit “Nachhaltigkeit” verbinden, analysieren.

Das Elend Hochschule kann nur gelöst werden, wenn die Möglichkeit, sich auf Kosten von Steuerzahlern mit Unsinn zu befassen, entfällt.



Um dieses Ziel zu erreichen, bieten die folgenden Maßnahmen an.

1) Alle staatliche Förderung, die inhaltliche Forschung zum Gegenstand hat, wird gestrichen. Fördergelder staatlichen Ursprungs werden ausschließlich über die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergeben, die zu diesem Zweck reformiert wird (dazu bald mehr). Kein Ministerium darf direkt oder indirekt inhaltliche Projekte an Hochschulen finanzieren.

2) Die Finanzierung von Hochschulen wird umgestellt. Staatliche Zuschüsse werden auf den Unterhalt von Gebäuden und Infrastruktur beschränkt. Personal und Angebot wird über Studiengebühren und Alumni finanziert.

Vor allem Studiengebühren sind ein wichtiges Mittel, um Hochschulen wieder zu Orten zu machen, die dem Wissensfortschritt gewidmet sind.

Studenten, die für ihr Studium bezahlen müssen, haben ein Interesse an hochwertiger Lehre. Ist die Lehre minderwertig, wechseln sie die Hochschule. Aus diesem Grund müssen Hochschulen einerseits den Bedürfnissen von Studenten entgegenkommen, andererseits hochwertige Lehre bereitstellen, worunter Lehre verstanden wird, die es Studenten ermöglicht, Fuß auf dem ERSTEN Arbeitsmarkt zu fassen. Die Abhängigkeit der Hochschulen von der studentischen Nachfrage wird dazu führen, dass Schmarotzer- und ideologische Fächer von Hochschulen verschwinden und das Mittelmaß, das sich dort eingenistet hat, ausgekehrt wird.

Pro Studienjahrgang können sich Studenten für Stipendien bewerben. Die Vergabe erfolgt auf Grundlage von Eignungstests. Die am besten geeigneten Studenten erhalten ein Stipendium, das Steuerzahler finanzieren. Die Möglichkeit für Dritte, Stipendien anzubieten, ist grundsätzlich gegeben.

Man kann die besorgten Linken, die witzigerweise alle aus der Mittelschicht stammen, schon hören, wie sie behaupten, dass Studiengebühren dafür sorgen werden, dass Kinder aus der Arbeiterschicht keinen Zugang mehr zu Hochschulen haben, weil sie es sich nicht leisten können. Als Kinder aus der Arbeiterschicht können wir diese falsche Behauptung nicht mehr hören. Derzeit sind rund 8% der Studenten aus der Arbeiterschicht. Sie sind, mit anderen Worten, erheblich UNTERREPRÄSENTIERT, obwohl es keine Studiengebühren gibt. Die Finanzierung der Hochschulen über den Geldbeutel der Allgemeinheit ist eine Mittel, um Arbeitern, Handwerkern und anderen Produktivkräften der Gesellschaft die Kosten der Ausbildung der Kinder der Mittelschicht aufzubürden. Nichts weiter. Dies ist solange in Ordnung, so lange die Arbeiter, Handwerker und anderen Produktivkräfte einen Nutzen davon haben, die Kinder aus der Mittelschicht zu finanzieren. Wenn sich jedoch an Hochschulen, wie dies derzeit der Fall ist, eine Kultur der Intoleranz und Arroganz ausbreitet, in deren Folge eine große Zahl dauerhafter Kostgänger ausgebildet wird, deren Leben vollständig auf Kosten der genannten Produktivkräfte finanziert werden muss, erst an der Hochschule, dann in “Projekten” von Organisationen, die am Tropf von Ministerien hängen, dann über das Arbeitsamt, dann über allerlei Vergünstigungen für Fortpflanzung, dann ist der Punkt erreicht, an dem die Reißleine gezogen werden muss.

Wer sich ein Leben in staatlich finanzierten Organisationen wünscht, der soll die dazu notwendige Ausbildung bitte selbst finanzieren.



Die Reißleine muss auch dann gezogen werden, wenn Arbeiter, Handwerker, Selbständige, wenn die Produktivkräfte einer Gesellschaft gezwungen werden, die angebliche Ausbildung von Jugendlichen zu finanzieren, die sie dann zum Dank als Umweltsau, alten weißen Mann, Rassisten, Antifeministen und was noch alles, beschimpfen. Spätestens wenn derjenige, der in finanzieller Abhängigkeit von einem Mentor steht, meint, er könne den, der sein jämmerliches ideologisches Dasein finanziert, beleidigen und sich über ihn lustig machen, ist einmal mehr der Tropfen ins Fass gefallen, der es zum Überlaufen bringt. Wer Arbeiter, Handwerker, Selbständige und andere Produktivkräfte, die nicht seiner Meinung sind, als Rassisten, Antifeministen oder Rechtsextremisten beschimpfen will, der soll die Kosten der Ausbildung, die so etwas hervorbringt, selbst tragen.

Die Menge der Kostgänger, die vergessen haben, wer die Kosten ihres Daseins aufbringt, ist zu groß geworden, ihre Undankbarkeit zu massiv, als dass der derzeitige Zustand noch toleriert werden könnte. Die Einführung einer Studiengebühr, die komplette Reform der Hochschulfinanzen und der Hochschulbildung sind Mittel, die Balance zwischen denen, die zahlen, und denen, die sich aushalten lassen, wieder herzustellen und die drei Maßnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass Wissenschaft wieder Einzug in Hochschulen halten kann.



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