ScienceFiles-Themen im Mainstream, und Trump wird die Wahl gewinnen

Vor zwei Wochen haben wir das Primary-Modell von Helmut Norpoth auf ScienceFiles besprochen.

Sie erinnern sich?

Helmut Norpoth ist 1985 in die USA nach Stony Brooks (University of New York State) gegangen und hat dort seither eine Professur für Politikwissenschaft inne. Im Jahre 1996 hat Norpoth sein Primary-Modell entwickelt, mit dem er den Ausgang der US-Wahlen erstaunlich akkurat vorhersagen kann. Von 28 US-Präsidentschaftswahlen seit 1912 hat er 26 korrekt vorhergesagt. Dieses Mal sagt das Modell von Norpoth voraus, dass Donald Trump die Wahl mit einem Landslide gewinnt 362 Wahlmänner für Trump, 176 für Biden, 91% Wahrscheinlichkeit für einen Sieg von Donald Trump.



Trotz seiner Akkuratheit ist das Modell von Norpoth bislang ein Insidertip gewesen, der nur Eingeweihten und Konsumenten von Fox News aus dem Jahre 2016 bekannt war. Wir haben am 7 Juli 2020 über das Modell und die Vorhersage von Helmut Norpoth berichtet, die gegen alle Umfrageergebnisse, die derzeit wieder geballt auf uns einprasseln, steht. Während Biden in Umfragen vorne liegt, sagt Norpoth Trump als Wahlsieger vorher. 

Wollen wir darauf wetten, dass er mit seiner Vorhersage Recht behält, schon weil Umfragen gerade in einem Land wie den USA ungefähr so verlässlich für die Vorhersage des Ergebnisses sind, wie ein Münzenwurf? Das liegt daran, dass in den USA systematisch bestimmte, sehr wichtige Wählergruppen, z.B. weiße Wähler aus der Arbeiterschicht, die zu großen Teilen Donald Trump gewählt haben, mit Umfragen nicht erreicht werden, so dass sich die Institute, sofern sie an realen Ergebnissen interessiert sind, mit allerlei Humbug, den sie Gewichtung nennen, behelfen, während diejenigen, denen es um Stimmungsmache und nicht um ein Abbild der Realität geht, diese Probleme ihrer eigenen Umfragen schlichtweg verschweigen (bis zur Wahl…). Und es liegt am eigentlichen Wahlsystem, das über Wahlmänner funktioniert, so dass jeder Bundesstaat seine eigene kleine Umfragewelt darstellt, die genau abzubilden kein noch so elaboriertes Wählermodell in der Lage ist.

Das macht Norpoths Modell so schön. Es ist schlank, basiert im Gegensatz zu den Umfragen auf tatsächlichem Wahlverhalten und nicht auf dem, was Leute sagen, dass sie tun werden, um den nervigen Befrager loszuwerden. Das mag erklären, warum Norpoths Modell Umfragen so überlegen ist. Wie es funktioniert, das haben wir hier beschrieben.

Wie gesagt, bis zum 7. Juli war Norporths Modell nur Insidern bekannt.

Und heute finden wir ein Interview mit Helmut Norporth auf n.tv. Das ist natürlich alles Zufall. Wie jeder weiß, sind deutsche Journalisten hervorragend darin, zu recherchieren, Dinge aufzuspüren, Modelle der Politikwissenschaft auszugraben, die  CNN, PBS, MSNBC, also die neben Fox News größten Nachrichtensender bislang beharrlich ignorieren, weil sie ihnen nicht in den ideologischen Kram passen. Somit ist es kein Wunder, dass ein Journalist von n.tv mit dem Namen Sebastian Huld rund zwei Wochen nach unserem Beitrag ein Interview mit Helmut Norpoth veröffentlicht. Wie gesagt, deutsche Journalisten können noch, wie man jeden Tag sehen kann, richtig gut recherchieren. Deshalb ist das deutsche Fernsehen ja ein solches Qualitätsfernsehen, in dem nur korrekte Meldungen und keinerlei ideologische Bewertung gesendet wird.


Das Interview ist etwas enttäuschend, weil man irgendwie den Eindruck gewinnt, Norpoth hat dazu keine Lust. Ergo erzählt er dem deutschen Journalisten ein paar Platituden, die unter empirische forschenden Politikwissenschaftlern eine bekannte Hausnummer darstellen: Menschen verhalten sich nicht immer, eigentlich verhalten sie sich ganz selten so, wie die Einstellungen, die sie in Umfragen angegeben haben, das erwarten lassen würden. Wenn man einen Eindruck davon erhalten will, welche Wahl z.B. US-Wähler treffen, dann muss man ihr Verhalten in Vorwahlen betrachten, nicht zusammenklauben, was man an Antworten von Hinz und Kunz, von denen Hinz am Ende einen anderen Kandidaten als den, den er angegeben hat, wählt und Kunz gar nicht wählen geht, zusammenklauben kann. Die Vorhersage des Ausgangs von Präsidentschaftswahlen auf Grundlage von Umfrageforschung hat eine Trefferwahrscheinlichkeit von 50%. Bei zwei Kandidaten kann man auch eine Münze werfen, anstatt die Umfrageergebnisse zu verschlingen. Kurz: Der ganze Zirkus vor Wahlen wird nur veranstaltet, weil zum einen die linken Pseudo-Intellektuellen immer noch nicht bemerkt haben, dass sie die einzigen sind, die daran glauben, dass man mit Umfragen Wahlergebnisse beeinflussen kann und zum anderen, weil an dem Zirkus viele Personen, die halt nichts Richtiges können, so viel Geld verdienen, dass sie sich die nächsten Monate über Wasser halten können, bis zur nächsten (regionalen) Wahl jedenfalls.

Die letzten beiden Schlussfolgerungen stammen von uns. Die davor, sind Lesern von ScienceFiles bestens bekannt. 



Es ist schön zu sehen, dass die MS-Medien von uns alternativen Medien lernen, wenn sie nun noch lernen, ihre Quellen anzugeben, dann ist es so schön, dass es kaum auszuhalten ist. Aber halt, wir haben vergessen: Natürlich sind deutsche Journalisten in der Lage, das nur Insidern bekannte Modell von Helmut Norpoth selbst zu recherchieren und das mit unserem Beitrag, von vor zwei Wochen, das ist eben Zufall. 



Informationen zu dem, was nicht im Mainstream schwimmt, finden Sie vorzugsweise bei ScienceFiles.

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