Studie aus München: KEINE Übertragung von SARS-CoV-2 in Kindergärten und Grundschulen

Wissenschaft und Politik verhalten sich derzeit wie Rationalität zu Hysterie, Rationalität ist dabei die Abrissbirne, die die Wolkenkuckucksheime der Politik zerstört. Seit Beginn der Pandemie sind Schulen und Kindergärten umkämpftes Gelände. Polit-Darsteller haben sich beeilt, Schulen und Kindergärten zu schließen, aus Angst, dass SARS-CoV-2 in Schulen verbreitet werden kann. Die Erzählung von der asymptomatischen Übertragung von SARS-CoV-2, in die wissenschaftliche Studien schon erhebliche Lücken geschlagen haben (siehe Kasten), sie hat dabei geholfen, die Maßnahmen durchzusetzen, und sie hat dabei geholfen, die Maßnahmen aufrecht zu erhalten.

Die Wirklichkeit, wie sie sich in den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien niederschlägt, sie ist indes eine andere: Studie um Studie, die sich mit der Frage befassen, ob Schulen Orte sind, an denen SARS-CoV-2 übertragen werden kann, zeigt, dass dies nicht der Fall ist. Die empirische Evidenz hat sich mittlerweile so aufgetürmt, dass sich das US-Amerikanische CDC dazu durchgerungen hat, die Öffnung von Schulen zu empfehlen.



Heute können wir von einer Studie aus München berichten, der “Virenwächter-Studie”, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommt, dass Schulen und Kindergärten nicht die Orte sind, an denen SARS-CoV-2 verbreitet wird. Tatsächlich zeigt die US-amerikanische Studie, die wir hier besprochen haben, dass Schulen sicherer sind als alle anderen Orte. Wenn somit Lehrer angeblich Angst um ihr Leben haben, dann sollten sie schleunigst in Schulen zurückkehren, denn dort ist ihr Risiko, sich mit SARS-Cov-2 zu infizieren, geringer als anderswo. Aber natürlich sehen Gewerkschaften das Hauptziel darin, Bezahlung gegen Freizeit einzutauschen und die Schließung von Schulen fortzusetzen. Ein auf Basis sozialpsychologischer Erkenntnisse leicht erklärbares Phänomen: Hat sich ein Mensch erst einmal daran gewöhnt, ohne Arbeit zu leben, weil er für Nichtstun bezahlt wird, dann bedarf es entweder einer moralischen Eigenleistung oder eines externen Anschubs, um ihn wieder aus dieser Gewohnheit heraus zu befördern.

Zurück zur Münchner Studie.

Martin Hoch, Sebastian Vogel, Laura Kolberg, Elisabeth Dick, Volker Fingerle, Ute Eberle, Nickolaus Ackermann, Andreas Sing, Johannes Huebner, Anita Rack-Hoch, Tilman Schober und Ulrich von Both sind dafür verantwortlich. Die Studie trägt den Titel: “Weekly SARS-CoV-2 sentinel primary schools, kindergartens and nurseries, June to November 2020, Germany” und ist auf medRxiv erschienen. Wenn deutsche Studien in englischer Sprache erscheinen, dann hat das natürlich den Grund, dass die wissenschaftliche Fachsprache Englisch ist. Wir haben bei deutschen Studien, die nicht zum politischen Zeitgeist passen, zudem den Eindruck, dass die Veröffentlichung in englischer Sprache dazu dient, sich Problemen, die man hätte, wenn Mitarbeiter von Polit-Darstellern und MS-Journalista, die Studie lesen könnten, zu entledigen oder doch zumindest die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, diesse Probleme zu haben.

Die Autoren, die an der Studie beteiligt sind, stammen nicht nur von der LMU München, sie stammen vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung. Behördenmitarbeiter scheinen in Deutschland ein Eigenleben zu entwickeln. Vielleicht können sie das, was Polit-Darsteller derzeit anrichten, einfach nicht mehr mit ansehen?

Beginnen wir die Besprechung einer bemerkenswerten Studie mit einer Abbildung:
Die Abbildung zeigt die beiden Studienphasen von einmal 5 Wochen (15. Juni bis 16. Juli) und einmal 7 Wochen (7. September bis 1. November). Die beiden Phasen fallen somit in einen ersten Zeitraum, in dem die Inzidenz von SARS-CoV-2 in der Münchner Bevölkerung gering war, und in einen zweiten Zeitraum, in dem die Inzidenz hoch war.

  • In beiden Zeiträumen wurden 2.149 Rachenabstriche bei Kindern im Alter von 1 bis 11 Jahren an 5 Münchner Grundschulen und 6 Münchner Kindergärten genommen. Hinzu kommen für beide Zeiträume 1020 Rachenabstriche bei Lehrern und Erziehern, sowie 527 Blutproben.
  • Der Median des Alters der Kinder liegt bei 7 Jahren, der der Erwachsenen bei 41 Jahren.
  • Die Proben wurden einem ausführlichen Testregime unterzogen, um sicherzustellen, dass keine falschen positiven Ergebnisse erzielt werden.
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Die Ergebnisse sind eindeutig:

  • Im ersten Zeitraum wurde kein Kind und kein Erwachsener positiv getestet. D.h. eine Übertragung von SARS-CoV-2 in Kindergärten und Grundschulen fand nicht statt. Nun fällt die erste Phase der Studie in einen Zeitraum geringer Inzidenz. Deshalb ist die zweite Phase wichtig, die in einem Zeitraum hoher Inzidenz durchgeführt wurde.
  • Als Ergebnis wurde SARS-CoV-2 bei einem Kind und einem Lehrer nachgewiesen. Eine Analyse beider Fälle hat ergeben, dass nicht das Kind den Lehrer angesteckt hat, sondern der Lehrer das Kind.

Die Autoren fassen das Ergebnis ihrer Studie wie folgt zusammen:

“But we conclude that asymptomatic children attending primary schools, kindergartens and nurseries are not significantly contributing to pandemic distribution of SARS-CoV-2 while adhering to infection control measures described above, even during high local background incidence. Thus, they are unlikely to initiate clusters or outbreaks in the community when these institutions continue to play their critical role for the physical and emotional well-being of children and their families.”

Angesichts ihrer Ergebnisse, die keinerlei Übertragung von SARS-CoV-2 von Kindern auf andere Kinder oder auf Erwachsene zeigen, ist diese Interpretation der eigenen Ergebnisse übervorsichtig. Tatsächlich reiht sich die Studie von Hoch et al. in die Reihe der Studien ein, über die wir bereits berichtet haben (siehe Kasten), und sie ergänzt die Studien von Eberhardt et al. (2020) und Hoehl et al. (2020), die beide zeigen, dass weder Kindergärten (Eberhardt et al. 2020) noch Schulen und Kindergärten für die Übertragung von SARS-CoV-2 von Bedeutung sind. Die Studie von Hoch et al. (2021) schließt eine Lücke, die die beiden genannten Studien bislang gelassen haben, z.B. weil die Studien in Phasen geringer Inzidenz durchgeführt wurden.

Die Abrißbirne an der Erzählung, dass Schulen und Kindergärten ein Ort der Übertragung von SARS-CoV-2 sind, sie ist in voller Aktion. Von der Erzählung ist wenig übrig, außer der Hysterie, die man prima dazu nutzen kann, sich zuhause einen faulen Lenz auf Kosten von Schülern und Steuerzahlern zu machen.


Ehrhardt J, Ekinci A, Krehl H, Meincke M, Finci I, Klein J, et al. (2020). Transmission of SARS-CoV-2 in children aged 0 to 19 years in childcare facilities and schools after their reopening in May 2020, Baden-Wurttemberg, Germany. Euro Surveillance 10(25).

Hoch et al. (2021). Weekly SARS-CoV-2 sentinal primary schools, kindergartens and nurseries, June to November 2020, Germany. medRxiv

Hoehl S, Kreutzer E, Schenk B, Westhaus S, Foppa I, Herrmann E, et al. (2020). Longitudinal testing for respiratory and gastrointestinal shedding of SARS-CoV-2 in day care centres in Hesse, Germany. Results of the SAFE KiDS Study. medRxiv


Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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