Der Dipl. Soz.: Unwissender regt sich über nach seiner Ansicht Unwissende auf

Eine Schreckensmeldung nach der nächsten.

Noch zwei aus der selben Pressemeldung:

  • 32,16% von 656 Schülern aus Italien, Österreich, Deutschland, Slowenien, Mauritius und Japan wissen nicht, was Zoonose ist. (Wir hätten noch Schüler aus Honduras einbezogen. Warum, das wissen wir so wenig wie die Autoren dieses von der EU finanzierten Projekts wissen, warum sie Slowenien und Japan, mit Mauritius und Deutschland und Italien und Österreich kombiniert haben. Das Geld für diese Befragung, Marke: Ey, wir wollen auch mal was fragen, stammt passender Weise vom EU-gesponserten “bioCRIME”-Konsortium. 
  • 59,91% der 656 Schüler wissen zudem nicht, was das One-Health-Konzept ist bzw. aussagt. Das ist ein BioCRIME, wenn man das einmal so ausdrücken kann, denn das One-Health-Konzept, so steht es in der Pressemeldung, es ist “ein Ansatz, der anerkennt, dass die Gesundheit der Menschen eng mit der Gesundheit der Tiere und unserer gemeinsamen Umwelt verbunden ist”. Das ist natürlich ein epochaler Ansatz, der ein Maß an Erkenntnis umfasst, das dem Schweinehirten des Mittelalters vollkommen unbekannt war, weshalb er unter Zoonose, die ihm als Begriff ebenso unbekannt gewesen sein wird, gelitten haben mag, vielleicht auch nicht, denn man weiß ja nie, was solche Leute, die im “Einklang mit Tier und Natur” lebten, so alles wussten, im Gegensatz zu denen, die ihren Hosenboden Tag ein Tag aus, auf einem Stuhl parken, um von dortaus Unsinn in die Welt zu schicken, per Mausklick und als Pressemeldung getarnt (Es soll sogar Afrikaner geben, die das Auftreten von Malaria mit der Menge von Malaria-Fliegen in Verbindung bringen, ganz ohne One-Health-Konzept).

Es mag, so haben wir uns als wie die Pressemeldung von Dipl. Soz. Steven Seet gelesen haben, in der die Unkenntnis der “Jugendlichen und Heranwachsenden” gebrandmarkt wird, daran liegen, dass “Jugendliche und Heranwachsende zu wenig über Krankheitserreger wie COVID-19 wissen”, dass COVID-19 GAR KEIN KRANKHEITSERREGER ist. Der Erreger heißt SARS-CoV-2, COVID-19 ist die Krankheit, die er auslöst. Angesichts der Unkenntnis, die man nach dieser Pressemeldung bei denen vermuten muss, die das Wissen anderer über Zoonose erfragen wollen, ist es wohl das beste, die Ergebnisse dieses Musterbeispiels in wir-machen-auch-einmal-eine-Befragung in den Papierkorb zu werfen.

Man könnte sich auch darüber aufregen, dass wieder einmal Unkundige der empirischen Sozialforschung ein Vehikel bedient haben, dessen Anleitung sie nicht kennen. Aber wenn wir uns darüber aufregen wollten, dann hätten wir nichts anderes mehr zu tun. Belassen wir es daher bei der Feststellung, dass die Behauptung “Jugendliche und Heranwachsende”, ALLE Jugendlichen und Heranwachsenden, wüssten zu wenig über “Krankheitserreger wie COVID-19”, auf Basis von 656 Schülern aus sechs nach keinerlei nachvollziehbaren Kriterien ausgewählten Ländern natürlich nicht getroffen werden kann, selbst wenn sie richtig wäre, könnte sie das nicht. Zum einen, weil ein solcher Datensatz nicht einmal in die Nähe von Repräsentativität kommt, zum anderen, weil selbst professionelle Datensätze der empirischen Sozialforschung Kundiger in der Regel am Versuch scheitern, den Idealzustand der Repräsentativität, ein Idealtypus im Sinne von Max Weber, great but elusive, zu erreichen.

Und wenn Profis scheitern, was kann man dann von Dilettanten erwarten?



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