Wer hat Angst vor BA.5? Politik und MS-Medien versuchen, Killer-Variante zu inszenieren…

In diesem Post haben wir alle derzeit verfügbaren Informationen zu BA.5, der Lieblingsvariante von Bundesgaukler Lauterbach zusammengestellt. Wenn Sie sich gegen die neuerlichen Versuche, Panik zu schüren, wappnen wollen, dann ist dies der Post, den Sie lesen müssen
[brougth to you by ScienceFiles].


Der Bundesgaukler im Gesundheitsministerium macht wieder mobil: BA.5, eine der vielen Varinaten, die sich mittlerweile unter dem Dach von Omikron versammelt haben, hat es Lauterbach angetan, scheint ihm den Eindruck vermittelt zu haben, sie sei die Variante, die Killer-Variante, auf die er für das Spätjahr gewartet hat. Entsprechend verbreitet Lauterbach derzeit das Folgende

Warum sich Lauterbach auf Portugal und nicht auf Südafrika stürzt, was, wenn es um BA.5 geht, näher liegen würde, das wird im Verlauf dieses Posts deutlich.

Wie immer, wenn Lauterbach zur Hysterie ruft, ist die Tagesschau Gewehr bei Fuss:

Tagesschau:

“Die Omikron-Sublinie BA.5 des Coronavirus gewinnt auch in Deutschland an Bedeutung. Ihr Anteil in Stichproben verdoppelte sich zuletzt im Wochentakt – bisher aber noch auf recht niedrigem Niveau, wie aus dem Corona-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Machte BA.5 Ende April noch 0,6 Prozent der auf Varianten untersuchten positiven Proben aus, so waren es in den Folgewochen 1,2 und 2,5 Prozent. Der aktuellste verfügbare Wert für vorvergangene Woche liegt bereits bei 5,2 Prozent. Sollte sich der Trend fortgesetzt haben, wäre aktuell von einem noch höheren Anteil auszugehen.”

Im RKI-Bericht, dem die neuerliche Hoffnung entnommen ist, liest sich das Ganze wie folgt:

“In Deutschland dominiert seit drei Monaten mit gegenwärtig über 99 % die Omikron-Variante. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 lag in KW 20/2022 bei über 93 %. Der Anteil der Sublinie BA.5 nahm weiter auf niedrigem Niveau zu. Rekombinationen verschiedener Varianten wurden bisher nur vereinzelt nachgewiesen.”

Das niedrige Niveau ist kein Grund sich in Sicherheit zu wiegen, denn wie Ihnen suggeriert werden soll, wächst der Anteil von BA.5 seit Wochen stetig, verdoppelt sich stetig, wie die ARD-tagesschau behauptet. Nun ist das mit Prozentzahlen so eine Sache. Sie sind eigentlich nur dann aussagekräftig, wenn die Basis bekannt ist. Indes wird die Basis, auf deren Grundlage die verdoppelten Prozentanteile gemessen wurden, von der ARD-Tagesschau nicht angegeben und im Wochenbericht des RKI regelrecht verschwiegen. Ergo muss man Handarbeit anlegen, und zwar auf Grundlage dieser Abbildung, die dem aktuellen RKI-Wochenbericht entnommen ist:

Interessant für unsere Rechnung sind die Balken, denn sie stellen die Basis dar, auf der die Prozentwerte in der folgenden Tabelle berechnet wurden:

Sie sehen die Verdoppelung des Anteils von BA.5, in die die ARD-tagesschau so große Hoffnung setzt. Indes, bringt man die Anteile aus der Tabele mit den Angaben in der Abbildung darüber in Zusammenhang, dann ergeben sich als Basis der Prozentwerte der letzten beiden Kalenderwochen in der Tabelle (20 und 19), einmal rund 2.000 Sequenzen und einmal zwischen 5.800 und 6.000 Sequenzen. Rechnen wir zur Sicherheit mit 2.000 und 6000. Demnach wurden in Kalenderwoche 19 150 Sequenzen mit BA.5 gefunden und in Kalenderwoche 20 deren 100. Die Verdoppelung des Anteils enspricht somit einem Rückgang der Anzahl der Sequenzen. Täuschen mit Zahlen: Teil 1.

Ein richtiger Anti-Climax für die Morbiden, die ihre ganze Hoffnung in BA.5, das, wie Karl Lauterbach behauptet, mit mehr Toten einhergeht, sie also in seiner Welt verursacht, setzen. Eine Hoffnung, die auch die britische Health and Security Agency auf Basis der von ihr gesammelten Sequenzen zerstört:

“Growth rates for BA.5 are being closely monitored. Preliminary analyses demonstrate a growth advantage less extreme than for BA.4; however, as BA.5 sample numbers remain small (<100), this estimate in unstable.”

Es scheint, als hätten Lauterbach und die ARD auf das falsche Pferd gesetzt. BA.4 wäre die Variante der Wahl gewesen, denn BA.4 ist leichter transmissibel als BA.5, ansteckender.

Bad luck.

Es kann schon einmal vorkommen, dass man sich, bei der großen Zahl, die die Verwandtschaft von BA.1, dem ursprünglichen Omikron derzeit umfasst, auf den falschen Hoffnungsträger kapriziert. Falls Sie sich für die Verwandtschaft von BA.5 interessieren: Wir haben einen kleinen Verwandtschaftsfilm gedreht:

Hinzukommt eine kleine Auslassung, denn BA.5, das in Portugal nach Ansicht von Lauterbach so heftig wütet, es ist gar nicht zuerst in Portugal aufgetaucht und aus Portugal stammen auch gar nicht die meisten Sequenzen dieser Variante von Omikron. Die meisten Sequenzen wurden bislang in Südafrika gefunden.

Bis zum 1. Juni 2022 gesammelte Sequenzen von BA.5

Die Häufigkeit, mit der BA.5 Sequenzen in einem Land gesammelt werden, sagt indes nicht viel aus, wenn die Gesamtsituation, die epidemiologische Gesamtsituation nicht in Rechnung gestellt wird. Die folgende Abbildung zeigt den Anteil der Sequenzen von BA.5 unter den Sequenzen aus den Ländern, in denen sie gefunden wurden.

Außerhalb von Südafrika spielt BA.5 derzeit in keinem Land eine besondere Rolle, wie sich auch darin zeigt, dass die Prävelenz von BA.5 nach wie vor in den meisten Ländern, in denen BA.5 gefunden wurde, unter 1% liegt. Wenn nun Südafrika das Land ist, in dem BA.5 am weitesten verbreitet ist, dann bietet es sich an, Südafrika, nicht Portugal als Messlatte für das, was mit BA.5 einhergeht, die Transmissibilität und die vermeintliche Letalität zu nutzen.

Beginnen wir mit der Transmissibilität:

Wie sie sehen, hat BA.5 in Südafrika nicht einmal in die Nähe eines sprunghaften Anstiegs der Fallzahlen geführt. Der Anstieg in Portugal muss – so muss man daher vermuten – andere Ursachen als BA.5 haben.

Dasselbe Bild ergibt sich bei den an COVID-19 Verstorbenen:

Die vollkommen unterschiedliche Entwicklung, die für Südafrika und Portugal zu sehen ist, legt den Schluss nahe, dass nicht BA.5 zu mehr Toten führt, dass die steigende Sterberate auf eine Variable zurückgeführt werden muss, die systematisch zwischen Portugal und Südafrika variiert. Der Anteil der Bevölkerung, der mindestens eine Dosis eines/r COVID-19 Impfstoffes / Gentherapie erhalten hat, ist eine solche Variable:

Bis hier kann man feststellen, dass BA.5 offenkundig nicht die Gefahr darstellt, zu der BA.5 aufgeblasen werden soll, dass vielmehr die Indizien dafür, dass Bevölkerungen mit einem hohen Anteil “Geimpfter” mit neuen Varianten bzw. Varianten, die auf dem Spike-Protein eine relevante Anzahl von Mutationen aufweisen, die sie vom Urtypus von SARS-CoV-2, der Wuhan-Variante unterscheiden, erhebliche Probleme zu haben scheinen, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Das Priming des Immunsystems von Geimpften auf genau eine Variante des Spike-Proteins, nämlich die der ausgestorbenen Wuhan-Variante scheint hier nach hinten loszugehen.

BA.4 und BA.5 unterscheiden sich von der letzten Großhoffnung all derer, die auf ein neues “tödliches Virus” hoffen, von BA.2 vor allem durch drei Mutationen auf dem Spike-Protein: 69-70del, L452R und F486V. Vor allem mit F486V verbindet sich alles Unbekannte, denn diese Mutation ist bevor BA.4 und BA.5 sie prominent gemacht haben nur in 54 von rund 10 Millionen Gensequenzen, die bislang in GISAID gesammelt sind, vorgekommen. Folglich weiss niemand so genau, was es mit der spezifischen Mutation auf sich hat, ob es überhaupt etwas mit dieser Mutation auf sich hat.

Sie erinnern sich an die Welle der Hoffnung für BA.2, die Anfang des Jahres durch die Gemeinschaft der Morbiden geschwappt ist?

Eine Gruppe südafrikanischer Forscher um Houriiyah Tegally hat die Frage nach der Transmissibilität von BA.4 und BA.5 untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass BA.4 und BA.5 um 8% bzw. 12% leichter verbreitet werden können als BA.2.

Was das bedeutet?

Nun, die Daten sind aus Südafrika. BA.2 hat es in Südafrika nie geschafft, auf die Beine zu kommen und eine Großinfektion anzuzetteln. Man kann erwarten und die Daten in den Abbildungen oben bestätigen das, dass auch BA.4 und BA.5 mehr oder weniger im Sand verlaufen werden.

Tegally, Houriiyah, Monika Moir, Josie Everatt, Marta Giovanetti, Cathrine Scheepers, Eduan Wilkinson, Kathleen Subramoney et al.  (2022). Continued Emergence and Evolution of Omicron in South Africa: New BA. 4 and BA. 5 lineages. medRxiv (2022).

BA.2, so haben Lentini et al. (2022) auf Grundlage schwedischer Daten zeigen können, war leichter zu übertragen als BA.1 und aus diesem Grund in der Lage, sich in der KO-Runde gegen BA.1 durchzusetzen. Wie mittlerweile bekannt ist, hat sich die höhere Transmissibilität von BA.2 nicht in einer Welle von Tod und Verderben niedergeschlagen.

Die wenigen Studien, die es bislang zu BA.4 und BA.5 gibt, weisen beide Varianten als noch besseren Entfesselungskünstler aus als dies bereits die Ur-Variante von Omikron, BA.1 war: BA.4 und BA.5 haben die Fähigkeit, von COVID-19 Impfstoffen / Gentherapien induzierten neutralisierenden Antikörpern zu entkommen, von diesen nicht “erkannt” zu werden, die bereits BA.1 hatte, weiter verfeinert. Wenn COVID-19 Impfstoffe / Gentherapien gegen Omikron weitgehend nutzlos waren, dann sind sie gegen BA.4 und BA.5 kurz vor vollkommen nutzlos.

Hachmann, Nicole, Jessica Miller, Ai-ris Collier, John Ventura, Jingyou Yu, Marjorie Rowe, Esther Bondzie et al. (2022). Neutralization Escape by the SARS-CoV-2 Omicron Variants BA. 2.12. 1 and BA. 4/BA. 5. medRxiv.

Khan et al. (2022) haben Ungeimpfte, die sich mit BA.1 infiziert haben und Geimpfte dahingehend mit einander verglichen, ob vorhandene Antikörper vor einer symptomatischen Erkrankung an COVID-19 verursacht durch BA.4 oder BA.5 schützen. Ergebnis: Sie tun es nicht, jedenfalls tun sie es in der kleinen Stichprobe von Khan et al. (2022) nicht, die 24 Ungeimpfte und 15 Geimpfte, die sich mit BA.4 oder BA.5 infiziert haben, umfasst.

Khan, Khadija, Farina Karim, Yashica Ganga, Mallory Bernstein, Zesuliwe Jule, Kajal Reedoy, Sandile Cele et al. (2022). Omicron sub-lineages BA. 4/BA. 5 escape BA. 1 infection elicited neutralizing immunity. medRxiv (2022).

Sabari et al. (2022) haben untersucht, um wie viel geringer die Wirkung von Pfizer/Biontechs BNT162b2 gegen BA.4 und BA.5 im Vergleich zur Wirkung gegen D614G, die Wuhan-Variante von SARS-CoV-2 ist. Sie kommen zu einer um das 7- bis 8fache reduzierten Effektivität gegen BA.4 oder BA.5. Mit anderen Worten, die geringe Effektivität, die Pfizer/Biontechs Gentherapie ohnehin aufweist, die Effektivität, die vom Winde verweht wird, sie ist gegen BA.4 und BA.5 nicht nur kurzlebig, sondern kaum bis gar nicht vorhanden.

Sabari Nath Neerukonda, Richard Wang, Russell Vassell, Haseebullah Baha, Sabrina Lusvarghi, Shufeng Liu, Tony Wang, Carol D. Weiss, & Wei Wang (2022). Characterization of entry pathways, species-specific ACE2 residues determining entry, and antibody neutralization evasion of Omicron BA.1, BA.1.1, BA.2, and BA.3 variants. bioRxiv.

Dass es BA.4 und BA.5 so gut gelingt, den Antikörpern, die von COVID-19 Impfstoffen / Gentherapien induziert wurden, zu entwischen, liegt nach Ansicht von Ho et al. (2022) vornehmlich an den beiden Mutationen L452 und F486V (siehe oben), die das Spike-Protein so verändern, dass es von Antikörpern, die als Reaktion auf COVID-19 Impfung / Gentherapie gebildet werden, nicht erkannt werden kann.

Ho, David, Qian Wang, Yicheng Guo, Sho Iketani, Zhiteng Li, Hiroshi Mohri, Maple Wang et al. (2022). SARS-CoV-2 Omicron BA. 2.12. 1, BA. 4, and BA. 5 subvariants evolved to extend antibody evasion. bioRxiv.

Kimura et al. (2022) finden in ihren Petri-Schalen eine schellere Replikationsrate für BA.4 und BA.5 als sie sie für das ursprünliche BA.2 gefunden haben. Sie schließen daraus, dass sich mit BA.4 und BA.5 eine höhere Letalität verbinden könnte und führen diese höhere Letalität auf die Mutationen an Position L452 des Spike-Proteins zurück. Diese Voraussage, einer höheren Letalität wurde indes bereits für BA.1, Ur-Omikron gemacht und sie hat sich als falsch erwiesen.

Kimura, Izumi, Daichi Yamasoba, Tomokazu Tamura, Naganori Nao, Yoshitaka Oda, Shuya Mitoma, Jumpei Ito et al. (2022). Virological characteristics of the novel SARS-CoV-2 Omicron variants including BA. 2.12. 1, BA. 4 and BA. 5. bioRxiv.

Fassen wir zusammen:

Die derzeit vorhandenen COVID-19 Impfstoffe / Gentherapien wirken nicht gegen BA.4 und BA.5 und kaum gegen BA.2 und BA.1.
Karl Lauterbach will impfen, dass es kracht.

Die geringe Verbreitung von BA.5 fällt in Portugal mit steigenden Fallzahlen und Todesraten zusammen.
Lauterbach schließt daraus, dass BA.5 gefährlicher ist.
Die etwas weitere Verbreitung von BA.5 in Südafrika geht weder mit steigenden Fallzahlen noch mit Todesraten einher.
Lauterbach ignoriert diese Informationen, denn sie passen nicht in seine Agenda.

Was zu BA.4 und BA.5 bislang bekannt ist, lässt erwarten, dass beide Varianten dem selben Verlauf folgen, dem schon BA.2, für das ebenfalls berichtet wurde, dass es leichter zu verbreiten als BA.1 [Ur-Omikron] ist und letaler als dieses sein müsse, gefolgt ist: Sie werden kommen und gehen, ohne dass viel von ihrer Anwesenheit bemerkt wird.
Lauterbach wird das in seinem Bemühen, den Lebenszweck, den ihm COVID-19 geschenkt hat, mit beiden Händen festzuhalten, nicht beeindrucken.


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