Mit Volldampf gegen die Wand: Professorinnenprogramm wird fortgesetzt

Das Professorinnenprogramm wird fortgesetzt. 300 Millionen Euro, die seit 2008 eingesetzt wurden, um 524 Professorinnen an Hochschulen zu berufen, haben nicht ausgereicht, um der Wissenschaft den Garaus zu machen. Entsprechend wird das Professorinnenprogramm fortgesetzt. Darauf hat sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz geeinigt.

GWG 2Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Gremium, in dem die Kultusminister der Länder gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung den neuesten Schlachtplan aushecken, um die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Deutschland ein fähiger Wissenschaftler in die institutionelle Wissenschaft verirrt zu verringern oder zu beseitigen. Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Treffpunkt von geschlechterbewegten Politikern, die von Wissenschaft ungefähr so viel verstehen, wie eine Steckrübe vom 100 Meter Lauf. Der Zusatz „Wissenschaft“ hat kosmetische, er hat keine inhaltlichen Gründe.

Auch das Professorinnenprogramm hat kosmetische Gründe, denn die Politiker, die sich in der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zusammenfinden, sie finden es gut, wenn der Anteil weiblicher Professoren erhöht wird. Warum? Wissenschaftliche oder gar Gründe, die auf Fähigkeit und Wissen basieren, können es nicht sein, denn Meritokratie spielt im Professorinnenprogramm gerade keine Rolle, kann sie auch nicht, denn die Berufungsverfahren orientieren sich weitgehend an meritokratischen Gesichtspunkten: weibliche Bewerber, die besser geeignet sind, um eine Professur zu besetzen als männliche Bewerber kommen somit ohne Professorinnenprogramm zum Zuge.

Daher dient das Professorinnenprogramm dazu, die weiblichen Bewerber, die nicht besser geeignet sich als männliche Bewerber, auf eine Position zu hieven, auf die sie ohne das Professorinnenprogramm nie gekommen wären. Und bei der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz macht man auch gar keinen Hehl mehr daraus, dass das Professorinnenprogramm dazu dient, die Auswahl nach Fähigkeit und Leistung durch die Bevorzugung weiblicher Bewerber aufzuheben.

So heißt es: „

Professorrinnenprogramm“Das Bund-Länder-Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht die Anzahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt die Strukturen für die hochschulinterne Gleichstellung. Die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem wird dadurch nachhaltig verbessert.“

Die Ziele des Professorinnenprogramms sind also: Mehr weibliche Professoren und „stärkere Strukturen für hochschulinterne Gleichstellung“. Letzteres bedeutet, dass ein weiblicher Professor, der seine Berufung dem Professorinnenprogramm verdankt, verpflichtet ist oder wird, die Interessen seiner Klientel der weiblichen Bewerber, deren Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich im freien und fairen Wettbewerb gegen männliche Konkurrenz durchzusetzen, zu vertreten. Die „Struktur für die hochschulinterne Gleichstellung“ wirkt sich dann vermutlich so aus, dass diejenigen, die sich bereits auf Lehrstühlen breit gemacht haben, keine Probleme damit haben, wenn männliche Bewerber auf ausgeschriebene Stellen getäuscht und dafür benutzt werden, den rechtlichen Schein aufrecht zu erhalten, schließlich sind Ausschreibungen, die sich nur an ein Geschlecht richten, im Antidiskriminierungsgesetz verboten. Dennoch werden sie getätigt und dennoch wurden 524 weibliche Bewerber über das Professorinnenprogramm berufen, in dessen Genuss ausschließlich weibliche Bewerber kommen, die „Struktur für hochschulinterne Gleichstellung“ hat wohl diesen moralischen Verfall und die Verbreitung von Betrug und Täuschung als normalem inneruniversitärem Umgang zur Folge.

Chancengerechtigkeit ist natürlich ein absoluter Blödsinn. Chancen kann man bestenfalls gleich verteilen. Wer versucht, Chancen, also Anrechte auf eine mögliche Entwicklung „gerecht“ zu verteilen, der müsste schon wissen, wer seine Chancen am besten zu nutzen im Stande ist, müsste entsprechend in die Zukunft schauen. Vielleicht bilden sich die Helden der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz ein, sie könnten in die Zukunft schauen, sie können es aber nicht. Vielleicht sind sie auch einfach nur eine Ansammlung von Schwätzern, die irgendetwas mit Gerechtigkeit und Chancen und so verbreiten will, irgendwas, das dem Publikum, das sie für dumm halten, zeigt, wie gut sie doch sind.

junk_scienceFür Letzteres spricht, dass mit dem Professorinnenprogramm Ergebnisgleichheit hergestellt wird, d.h. weibliche Bewerber werden unabhängig von ihrer Leistung männlichen Bewerbern vorgezogen, um letztlich eine gleiche Verteilung von Professuren nach Geschlecht herbeizuführen. Ergebnisgleichheit ist in diesem Fall das Gegenteil von Gerechtigkeit und hat auch mit Chancengleichheit nichts zu tun. Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil von Gerechtigkeit, weil eine gerechte Stellenbesetzung nach Leistung und eben nicht nach Geschlecht erfolgen würde. Ergebnisgleichheit hat mit Chancengleichheit nichts zu tun, weil Chancengleichheit lediglich gewährleistet, dass alle Bewerber in einem Auswahlverfahren an denselben Kriterien (von Leistung usw.) gemessen werden.

Das kann man nicht oft genug feststellen.

Also werden die nächsten vier Jahre weitere 150 Millionen Euro aus dem Fenster geworfen, um einige 100 weibliche Bewerber auf Professorenstellen zu hieven, auf die sie in einem freien und fairen Wettbewerb nie gekommen wären, denn hätten sie sich auch über Kenntnisse und Fähigkeiten, über ihre Leistung durchgesetzt, sie hätten das Professorinnenprogramm nicht nur nicht gebraucht, sie hätten es sich verbeten, über das Professorinnenprogramm berufen zu werden.

Haben sie aber nicht. Entsprechend sitzen bereits 524 weibliche zumindest Minderwissenschaftler als Professoren an Hochschulen und tun ihr Möglichstes, um die deutsche Wissenschaft von innen zu zersetzen und die Produktion von Wissen gegen die Wand zu fahren. Es werden weitere 200+ in den nächsten vier Jahren folgen.

Männlichen Graduierten, die im Wissensbetrieb bleiben wollen, kann man vor diesem Hintergrund nur raten, sich entweder einen Job in der Privatwirtschaft zu suchen oder ins Ausland zu gehen. Die deutsche Wirtschaft wird feminisiert und wie alle Berufe, die in der Vergangenheit feminisiert wurden (Lehrer, Ärzte, Juristen) so wird es auch mit dem Beruf des Hochschullehrers weiter bergab gehen. Den Schülern, die keine deutsche Rechtschreibung mehr beherrschen, folgen die Studenten, die weder grundlegende fachliche noch methodische Kenntnisse aus ihrem Studium mitbringen. Schaun wir mal, wie lange es dauert, bis die deutsche Wissenschaft insgesamt gegen die Wand gefahren wurde. Die Sozialwissenschaften, jener Zweig der Wissenschaft, der den höchsten Anteil weiblicher Professoren aufzuweisen hat, dank dem Professorinnenprogramm, ist bereits in der Vorwissenschaft angekommen.

Die Nachricht, dass das Professorinnenprogramm fortgesetzt wird, wurde in der Redaktion von ScienceFiles mit einer Mischung aus Unverständnis, Belustigung und „No more Hope-Attitude“ aufgenommen. Dr. habil. Heike Diefenbach ist dazu übergegangen, den Song of Awakening zu hören. Die Hoffnung stirbt dann doch zuletzt.

Traumtänzer! 200.000 Euro vertanzen? Das BMBF macht es möglich

Aus der Reihe irgend etwas mit Bildung und Kultur und Flüchtlingen beantragen – das wird immer gefördert, präsentieren wir heute: BMBF-Förderung für die Erforschung von Tanz als Mittel kultureller Bildung,

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The Snout in the Trough

Mainz. Traumtänzer an den Universitäten Mainz, Marburg und Münster gehen davon aus, „dass sich künstlerische Bildung auf Kinder und ihre Lehr- und Lernumgebung positiv auswirkt“. Sie gehen davon aus „obwohl es international kaum Forschung dazu“ gibt, „ob dies auch auf künstlerische Bildung durch Tanz zutrifft“, wie sie sagen. Als Vortänzer muss man eben neue Schritte gehen, manchmal auch den dritten vor dem zweiten.

Einschub – Für alle, die auch ohne Wissen tanzen:

Um herauszufinden, welche – wenn überhaupt – „Potentiale Tanz im Hinblick auf die Förderung kultureller Bildung“ hat, werden „tanzspezifische Erhebungsinstrumente zur Erfassung tänzerischer Vermittlungskonzepte“ entwickelt. Einen „tanzspezifischen Selbstkonzepttest für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren“ gibt es bereits.

Tanzkundige Sachbearbeiter im ansonsten tanzunkundigen Bundesministerium für Bildung und Forschung haben das tanzspezifische Anliegen der forschenden Tänzer aus Mainz, Marburg und Münster mit tanzfreundlichem Wohlwollen betrachtet und links, rechts, Wiegeschritt, eben einmal 200.000 Euro nur für die Mainzer Tänzer bereitgestellt. Da wir in tanzender Gleichberechtigung leben, muss man annehmen, dass die Tänzer aus Marburg und Münster ebenfalls mit 200.000 Euro die nächsten Schritte finanziert erhalten.

Warum auch nicht. Es ist doch tanz-unglaublich wichtig herauszufinden, ob Polka oder Dabke, Baladi, Halay, Limbo, Slow Waltz, Reel, Round Dance, Schuhplattler, Tamouré oder Zevensprong „Potentiale im Hinblick auf die Förderung kultureller Bildung“ haben. Immerhin lernt man beim Slow Walz viel über die englische Mentalität und der Dabka, sagt alles, über Syrien, so wie der Zevensprong einen ganz neuen Blick auf die Holländer eröffnet, fast so, wie der Schuhplattler dies für die Oberbayern tut.

200.000 Euro um herauszufinden, ob Kinder, die man Schuhplatteln lässt, sich anschließend der bayerischen Lebensweise verbunden fühlen, oder Jungen, die Dabke tanzen anschließend zum Islam konvertieren, sind sicher ein angemessener Preis, zumal tanzspezifische Überlegungen, die in tanzakribischer Recherche von speziellen Tanzkraten im Minsterium für tänzerische Bildung und tanzkulturelle Forschung in die Tanz-Erkenntnis gemündet sind, dass tanzspezifische Erhebungsinstrumente wichtig sind, Erhebungsinstrumente, die genutzt werden können, um tanzgerichtete Einstellungen, die wiederum in tanz-ideologischen Überzeugungssystemen gespeichert werden, aus denen tanzdetaillierte mikroanalytische Tanz-Erkenntnisse gewonnen werden können, wie die folgenden:

Herrenschritte:

1. Schritt mit rechts nach rechts.
2. Schritt mit links nach vorne und dann den Fuß voll belasten.
3. Den rechten Fuß voll belasten, den anderen dafür entlasten.
4. Einen Schritt mit links seitwärts nach links machen. Nun 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich aber.
5. Rechten Fuß rückwärts setzen und voll belasten.
6. Vorderen linken Fuß voll belasten.
7. Rechten Fuß seitwärts nach rechts setzen. 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich.

Nun geht es mit 2. weiter.
Damenschritte:

1. Schritt mit links nach links.
2. Schritt mit rechts nach hinten und dann den Fuß voll belasten.
3. Den linken Fuß voll belasten, den anderen dafür entlasten.
4. Einen Schritt mit rechts seitwärts nach rechts machen. Nun 2 Schläge warten, dabei die Hüfte laufen lassen.
5. Linken Fuß vorwärts setzen und voll belasten.
6. Hinteren rechten Fuß voll belasten.
7. Linken Fuß seitwärts nach links setzen. 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich.

Dann geht es mit 2. weiter.

Andererseits zementiert die tanzspezifische Betrachtung des tänzerischen Ausdrucks in tanz-tiefenanalytischer Intention die tanzgeforderte Trennung nach Tänzer-Geschlecht, wie sie oben dargelegt wurde, so dass in einem nächsten tanzorientierten Projekt untersucht werden soll, ob tanzspezifische Schritte, die nach Tänzer-Geschlecht getrennt sind, dazu führen, dass die tanzkulturelle Bildung von Kindern an durch Tanz verursachten überkommenen Rollentanzmodellen orientiert ist, was wiederum dazu führen müsste, dass die „tanzspezifischen Erhebungsinstrumente“ und die „tanzspezifischen Selbstkonzepttests“ entweder tänzerisch überarbeitet oder eliminiert werden müssten.

Das Folgeprojekt gibt es dann für 300.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Moderne Tanzforschung (über eine spezifische Form tänzerisch vermittelter kultureller Bildung):

Land der Zugangslosen: Deutsche Wissenschaft von ausländischem Mitleid abhängig

Wissenschaft lebt von der Konkurrenz der Ideen, weil es ohne Konkurrenz der Ideen keinen Erkenntnisfortschritt gibt.

Damit Wissenschaftler ihre jeweiligen Ideen in Konkurrenz zu anderen Ideen stellen können, müssen sie (1) diese anderen Ideen kennen, (2) einen Ort zur Verfügung haben, an dem eigene Ideen und Berichte über Anderer Ideen publiziert werden können.

Internationale Fachzeitschriften haben sich als Orte der Publikation und der Diskussion neuer Ideen, als Orte des wissenschaftlichen Wettbewerbs etabliert. 

Ohne den Zugang zu internationalen Fachzeitschriften brät eine Wissenschaft im eigenen Saft und brennt über kurz oder lang ein, wird zu einem muffigen schwarzen Klumpen.

Damit dies nicht passiert, haben sich internationale Verlage wie Elsevier entschieden, der notleidenden deutschen Wissenschaft, die wieder einmal zum Spielball der politischen Interessen geworden ist, unter die Arme zu greifen und internationale Fachzeitschriten, quasi als Care-Paket für das Gender-Deutschland frei zur Verfügung zu stellen:

„Continued Elsevier Access in Support of German Science

At Elsevier serving research is our paramount goal. We have therefore chosen to continue providing access to Elsevier journals for dozens of German institutions, including your own, which cancelled their individual subscriptions at the end of 2016. They did so anticipating that a new Germany-wide license agreement would be in place by January this year, which we regret so far has not been achievable.

We strongly believe that access to high-quality research is important for German science. The continuing access will be in place while good faith discussions about a nation-wide contract carry-on. This reflects our support for German research and our expectation that an agreement can be reached.“

Wie so oft, wird in Deutschlands Wissenschaft wieder ums Geld gestritten. Nachdem die sogenannten DFG-Lizenzen, die Zugang zu Fachzeitschriten gewährt haben, 2011 in die Allianz-Lizenzen überführt wurden, die im Gegensatz zu den DFG-Lizenzen für die Universitätsbibliotheken nicht frei sind, sondern eine Kostenbeteiligung von 75% erfordern, hat sich ein Streit ums Geld entfacht, denn dasselbe reicht hinten und vorne nicht, schließlich müssen schon Genderlehrstühle finanziert werden.

 

Fratze der Boshaftigkeit: Das wahre Gesicht der Gutmenschen (besser: Defizitmenschen)

von Michael Klein

Leute, lehnt Euch zurück!
Das wir ein etwas längerer Post. Und ich gedenke, meiner hegemonial männlichen Wissenschaftlichkeit freien Lauf zu lassen.

ideology of madnessEs ist an der Zeit, eine Grenze zu ziehen. Eine Grenze der Zumutbarkeit, der wissenschaftlichen Lauterkeit, eine Grenze des Anstands. Denn es reicht. Mir reicht es, uns reicht es, und all denen, die Wissenschaft noch ernst nehmen, sollte es langsam auch reichen, denn seit die Genderista und andere Spinner an Universitäten zur Normalität in persona geworden sind, ist es nicht mehr möglich, zu unterscheiden, wo Wissenschaft aufhört und das Irrenhaus anfängt.

Betrand Russell hat einst gefürchtet, dass man den Irren, der sich für ein Rührei hält, nur deshalb verurteilen könne, weil er in der Minderheit sei, und damit u.a. die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen dem, was als Wissenschaft bezeichnet wird und dem, was keine Wissenschaft ist, angemahnt.

Russell ist tot. Ihm bleibt erspart, womit wir heute konfrontiert sind.

Fünf Tussen und ein Schweiger.
Was waren das noch Zeiten, als Tussen nur zusammen zur Toilette gegangen sind, im Rudel. Heute schreiben sie im Rudel Texte, die sie als Wissenschaft ausgeben wollen.

Texte wie „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassissmuskritischer Arbeitsweisen“.

„Nichts als Ideologie“ ist ein Text, den man als boshaft klassifizieren muss, ein Text, in dem sich ein Rudel aus sechs Autoren jedem, der auch nur ansatzweise etwas von Wissenschaft versteht, in einer Weise ausliefert, die erbärmlich ist, ein Text, dessen einziger Zweck darin besteht, Kritiker der Rassismuskritik zu beleidigen, um auf diese Weise den Anschein, Rassimuskritiker seien eine besonders gute Art Mensch, weiter bestehen lassen zu können. Und ganz so, wie diejenigen, die Rassismus kritisieren, dies letztlich auf rassistischer Basis tun, und somit in der Realität zum Gegenteil des guten Menschen werden, der sie doch vorgeben wollen, zu sein, so zeigen sie auch durch ihre Beschimpfung im Text, dass sie keine guten, keine lauteren und keine anständigen Menschen sind. Es ist, wie schon Erving Goffman geschrieben hat, schwierig eine Fassade in einer sozialen Darstellung aufrecht zu erhalten, die nicht authentisch ist. Und wer andere beleidigt, der ist schlicht kein guter Mensch, der ist … [denkt Euch was].

Das war die Vorrede, nun zur Begründung en detail.

Ist Euch das auch schon aufgefallen, dass Ideologen immer dann, wenn sie kritisiert werden, Zeter und Mordio schreien und behaupten, sie würden abgewertet, diskreditiert oder denunziert? Damit belegen sie eindrücklich, dass sie Ideologen und keine Wissenschaftler sind. Um das zu sehen, muss man sich nur vergegenwärtigen, was ein Wissenschaftler machen würde, der mit Kritik konfrontiert ist.

Nehmen wir einen beliebigen Wissenschaftler, der sich seit Jahren mit einem bestimmten Thema befasst und nun kritisiert wird. Was würde ein solcher Wissenschaftler tun? Würde er Zeter und Mordio schreien, die Kritik als Häresie betrachten, die Kritiker beschimpfen?

Sicher nicht, denn ein Wissenschaftler, der sein Thema kennt, hat sicher bereits über mögliche Kritikpunkte nachgedacht und seine Antworten auf eine entsprechende Kritik im Kopf vorformuliert. Die müsste er nur abrufen, in dem Stil, dass die Kritik von X nicht zutrifft, weil empirisch gezeigt wurde, dass Y der Fall ist: Wäre die Kritik von X richtig, dann müsste aber Z der Fall sein und nicht Y. Oder unser Wissenschaftler würde einen logischen Widerspruch in der Kritik aufzeigen, der die Kritik implodieren oder zumindest in ihrer Tragweite einschränken würde. Oder, letzte Möglichkeit, die Kritik ist fundiert und weist auf einen Aspekt hin, den unser Wissenschaftler nicht bedacht hat. Hochinteressant. Unser Wissenschaftler würde sich auf die Kritik und ihre Implikationen stürzen, er würde die Kritik zu seiner Kritik machen, da sie seine Forschung voranbringt und sein Wissen erweitert. Darum geht es in der Wissenschaft, Wissen zu erweitern. Man nennt das auch Erkenntnisgewinn.

In der Wissenschaft schätzt man also Kritik. Man würdigt sie, freut sich über konstruktive Kritik, Kritik die neue Erkenntnis verspricht, denn Wissenschaft ist ein kumulativer Prozess, in dessen Verlauf immer wieder geprüft werden muss, ob stimmt, was man für richtig hält.

Dagegen fürchten Ideologen Kritik. Sie fürchten Kritik, weil sie kein Wissen, sondern einen Glauben haben. Ideologen arbeiten nicht an Erkenntnis, suchen keine neuen Zusammenhänge, denn sie wissen schon alles. Ihr Projekt heißt Missionierung oder Erziehung oder Zwangserziehung, nicht Erkenntnisgewinn.

Ideologen sind in der Regel keine Intelligenten, sondern kognitiv Zurückgebliebene, die ihren Kernglauben gegen Kritik schützen und immunisieren müssen. Wenn sie das nicht tun, dann ist er nämlich weg, an der Realität gescheitert, als falsch erwiesen oder als unbrauchbar oder als beides. Er ist eben Glaube und nicht Erkenntnis.

Und damit bin ich zurück bei dem oben zitierten Titel „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen“.

evil-gnomeWenn bereits im Titel Kritik als Abwertung abgewertet wird, dann weiß man schon nach dem Titel: Hier kommt Ideologie. Hier verteidigen sich welche gegen Kritik, die ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Nun schweben sich im kognitiven Vakuum und tun das, was sie am besten können: Beleidigen und Diffamieren. Nur eines fällt ihnen zu keinem Zeitpunkt ein: Argumentieren. Denn das können sie nicht.

Nichts als Ideologie?, so fragen Inci Dirim, Maria do Mar Castro Varela, Alisha M. B. Heinemann, Natascha Khakpour, Doris Pokitsch und Hannes Schweiger, die fünf Tussen und der Schweiger. Auch das ist eine Mode, die in den letzten Jahren immer häufiger wird: Rudelschreiben. Sechs Hanseln werkeln 12 Seiten Text zusammen, jeder zwei Seiten?

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Inci Dirim, die in Wien eine Professur am Institut für Germanistik, genau: Deutsch als Fremdsprache besetzt, die von ihr Abhängigen zusammengetrommelt hat, um den Glaubenskatechismus gemeinsam aufzusagen. Heinemann: Assistent am Lehrstuhl von Dirim. Khakpour, Assistent am Lehrstuhl von Dirim, Pokitsch, auch am Lehrstuhl von Dirim, Schweiger, Lehrbeauftragter (der Mann für die Lehrarbeit) am Lehrstuhl von Dirim, eine schöne Machstruktur und in Wien am Institut für Germanistik, am Lehrstuhl Dirim, da hält man es mit Foucault, der Macht als Aushandlungsprozess definiert,. Wie das geht? Einfach: Dirim sagt, was gemacht wird, und die finanziell Abhängigen marschieren mit (um im Bild zu bleiben: Dirim geht zur Toilette, und der Rest geht mit). Bleibt noch Maria do Mar Castro Vareta, Stipendiat der Heinrich Böll Stiftung und Quotenprof unter Missbrauch des Namens von Maria Goeppert also auf Kosten der Niedersächsischen Steuerzahler. Sie haben sich alle zusammengerottet um den zitierten Beitrag zu schreiben, den man im 21. Jahrhundert nicht mehr für möglich gehalten hätte, einen Beitrag, mit dem sie die Rassismuskritik und damit einen Bereich, der weder über empirische Forschung verfügt noch über einen Aussagenkern, aus dem man falsifizierbare Aussagen ableiten könnte, gegen die „Vorwürfe“, Rassismuskritik sei eine Ideologie, zu verteidigen.

Wohlgemerkt Vorwürfe, nicht Kritik. Ein weiterer Beleg dafür, dass wir es mit Ideologen zu tun haben, Ideologen, die sich zu Sätzen versteigen, wie dem folgenden: „Voraussetzung für diese Kritik ist die Annahme einer vermeintlich klaren Unterscheidung und Trennung von Ideologie und Wissenschaft. … Die Polemik gegen Rassismuskritik beruht auf einem Wissenschaftsverständnis, das davon ausgeht, dass Wissenschaft wertungs- und haltungsfrei, also ‚objektiv‘ sein könne“ (Polemik, nicht Kritik!).

Ok. Wir leben im Jahr 55 nach dem Ende des Werturteilstreits. Wir leben im Jahr 82 nach Veröffentlichung der Logik der Forschung und im Jahr 109 nach der Gründung des Wiener Kreises. Die Erkenntnis, dass es eine klare und definierbare Grenze zwischen Wissenschaft und Ideologie gibt, sie sitzt immer noch nicht, nicht in Wien, bei den Germanisten, die Deutsch als Zweitsprache betreiben.

Popper GrundproblemeAber es ist so. Es gibt klare Abgrenzungskriterien, die Wissenschaft von Ideologie trennen. Popper hat sie in seinem Buch „Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie“ beschrieben, im Wiener Kreis wurden sie hinlänglich, nämlich über drei Jahrzehnte diskutiert, im Werturteilsstreit wurden sie auch dem letzten Blockhead eingehämmert und dennoch gibt es Personen, die von sich behaupten, sie seien Wissenschaftler und behaupten, man könne Wissenschaft nicht von Ideologie trennen.

Doch, das kann man, jedenfalls dann, wenn man Russell seinen Frieden gönnt und nicht als Rührei gelten will. Dann nämlich weiß man, dass wissenschaftliche Aussagen nachvollziehbar, prüfbar und falsifizierbar sein müssen. Alles, was das nicht ist, ist eben keine wissenschaftliche Aussage. Nun kann man Aussagen, die nicht prüfbar sind, natürlich entwickeln, so dass sie prüfbar werden oder indirekt prüfen, was man jedoch nicht kann, ist zu behaupten, dass es nicht möglich sei, Wissenschaft und Ideologie zu trennen. Und das genau behaupten die fünf Tussen und der Schweiger.

Und im Jahr 109 nach Gründung des Wiener Kreises muss man sich mit Fragen der Objektivität auseinandersetzen, weil es immer noch Idioten gibt, die denken, es gäbe andere, die seien so dumm wie sie selbst und würden behaupten, Wissenschaft sei objektiv. Wozu hat sich Hans Albert abgemüht, Wahrheit als regulative Idee zu bestimmen. Wozu hat sich Karl Raimund Popper die Finger wund geschrieben, um dazulegen, dass Wissenschaft nicht Wahrheit oder Objektivität erreichen könne, aber beides anstreben müsse. Wozu haben Ernst Topitsch oder Karl Acham Argument um Argument aufgereiht, um die Trennung zwischen Erkenntnis- und Begründungszusammenhang auch noch dem letzten Nixraff verständlich zu machen. Damit auch der langsamste unter den Denkern versteht, dass man seine Interessen und Haltungen und Einstellungen als Wissenschaftler gerne haben kann, so lange man sicherstellt, dass die Ergebnisse, die man produziert, prüfbar und nachvollziehbar sind, damit auf diese Weise und über den Weg der Kritik, andere prüfen und nachvollziehen und eventuell kritisieren können, dass die entsprechenden Ergebnisse die Einstellungen des Forschers, nicht aber die Realität widerspiegeln?

Nein, im Jahre 2016 gibt es fünf Tussen und einen Schweiger, die von alledem nichts wissen und ansonsten die Rassismuskritik gegen Kritik, nein, gegen „Vorwürfe“ verteidigen wollen, also dagegen, dass festgestellt wird, Rassismuskritik basiere auf nicht prüfbaren Annahmen, mache keine Aussagen über die Wirklichkeit, die falsifizierbar seien, und sei in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, weil selbstwidersprüchlich, sei eine Ideologie. Und diese Kritik wollen sie dadurch entkräften, dass sie einen Ladenhüter auspacken, der selbst Thomas von Aquin ob seiner Antiquiertheit die Schamesröte ins Gesicht treiben würde: Es gebe keine positionsunabhängige Wissenschaft.

Warum sollte man ein Interesse daran haben, Aussagen zu verteidigen, die nicht prüfbar und nicht nachvollziehbar sind, Aussagen, die nichts Prüfbares über die Realität aussagen und auch nichts über die Realität aussagen wollen? Warum sollte man darauf beharren, dass der Erkenntnisprozess und alle Erkenntnisse von Ideologie durchtränkt sind und diesen Wahnsinn noch dadurch steigern, dass man die Verwendung der Methoden verweigert, die Ideologie identifizieren und beseitigen können?

Einfach: Weil man ein Ideologie ist. Und das sind die sechs Rudelautoren dann auch, Ideologen, Ideologen der besonderen Art: Gutmenschen.

Sie haben sich kein Fach ausgesucht und keine Position an der Universität angestrebt, weil sie Erkenntnis suchen, weil sie ein Projekt verfolgen und einfach wissen wollen, nein, sie haben sich, um eine Position an der Universität bemüht, um sich als Wissenschaftler ausgeben und den entsprechenden Status erheischen zu können, einen Status, den es, wegen Ideologen wie Dirim und den von ihr Abhängigen nicht mehr gibt. Sie haben sich einen Gegenstand gesucht, der nicht harte Arbeit und Kenntnis von Methoden und Verfahren, am Ende noch statistischer Verfahren bedarf, sondern einen Gegenstand mit warm glow, von dem sie erwarten, dass er auf sie übergeht: Rassismuskritik. Eine Selbst-Inszenierung als Rassismuskritiker, so die Idee, mache sie zum guten Menschen, zeige ihre moralische Überlegenheit und täusche über das vollkommene Fehlen jeglicher Kompetenz und Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten hinweg.

Und dann ernten sie Kritik. Dann kommt jemand und kratzt an der Fassade, hinterfragt die wissenschaftlichen Grundlagen von Rassismuskritik, wie das z.B. Dr. habil. Heike Diefenbach getan hat, in einem konstruktiven Text, der nicht nur Rassismuskritik fundiert kritisiert, sondern Vorschläge enthält, wie man Rassismuskritik zu einer Wissenschaft machen könnte, ein vielgelesener Text, der allein von ScienceFiles und noch vor seiner Veröffentlichung im von Karim Fereidooni und Meral El herausgegebenen Sammelband „Rassismuskritik und Widerstandsformen“ von mehr als 4.000 Lesern (ohne die Downloads über Academia.edu oder Researchgate) heruntergeladen wurde.

Wären die sechs Verschwörer gegen die Wissenschaft Wissenschaftler, der Text von Dr. habil. Heike Diefenbach hätte sie erfreut, die Kritik herausgefordert, die Vorschläge, wie man Rassismuskritik weiterentwickeln kann, sie hätten sie zu ihren gemacht und an ihrem Erkenntnisinteresse gearbeitet. Aber die fünf Tussen und der Schweiger, sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen, für die jeder Widerspruch bedrohlich und jede Kritik existenzbedrohend ist. Entsprechend fällt die normale Reaktion eines Wissenschaftlers, wie sie oben beschrieben wurde, aus. Es bleibt die Reaktion des Ideologen, des kognitiven Defizitwesens, das nicht in der Lage ist, konstruktiv mit Kritik umzugehen und nur einen Modus kennt, um auf Kritik zu reagieren: aufgeregtes Hyperventilieren (akademisierte Hatespeech).

Hier eine kurze Beschreibung der grassierenden Paranoia unter diesen Defizitwesen:

SF_Rassismus_coverKritik wird zur Abwertung, zur Diskreditierung, kritische Hinweise werden zu Vorwürfen, zum Rundumschlag, die Anliegen der Rassismuskritik sie werden „bagatellisiert“, die „Dilemmata und Widersprüche“, die zeigen, „wie wichtig die Auseiandersetzung im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Positionen für eine selbstreflexive Praxis“ sind, so wird gejammert, würden als Immunisierungsstrategie bezeichnet und so lamentieren sie weiter und weiter. Nur eines machen sie nicht: Ein Argument. Wie auch? Argumente machen Wissenschaftler. Ideologen beleidigen, diffamieren und werten Andersdenkende ab, so wie die fünf Tussen und der Schweiger dies tun. Und dabei fällt dann die Inszenierung des Gutmenschen in sich zusammen und die Fratze der Boshaftigkeit tritt hervor, das wahre Gesicht der Ideologen, die durch alles, was anders ist, gefährdet sind, weil alles, was anders ist, droht, ihre kognitiven Defizite zu Tage zu befördern. Defizitär wie sie nun einmal sind, fällt ihnen nur die Beleidigung des Häretikers ein.

Es ist schon seltsam. Sie können seitenweise darüber jammern, dass ihnen, den Rassismuskritikern, etwas unterstellt würde, dass sie am Maßstab der Wissenschaft gemessen würden, dass ihre „reflexive Praxis“, also das: „Ich stell‘ mir etwas vor und behaupte etwas und wenn es nicht passt, dann behaupte ich, dass die reflexive Praxis noch nicht abgeschlossen ist“, nicht ausreichend gewürdigt werde, sie jammern und zetern, Seite um Seite und kommen nicht im Traum auf die Idee, sie könnten die Kritik, die an ihre Adresse gerichtet wird, zu entkräften versuchen. Nein, auf die Idee kommen sie nicht, so wie Islamisten nicht auf die Idee kommen, ihre abstruse Version des Koran kritisieren zu lassen. Wer sie kritisiert, ist eben ein infidel, ein Ungläubiger, der mit bösen Strategien und vom Teufel geschickt, unterwegs ist. Bei den fünf Abhängigen von und Inci Dirim ist das genau so: Wer sie kritisiert, wer die heilige Lehre der Rassismuskritik kritisiert, der ist des Teufels, ein Ungläubiger, einer, der eine Strategie verfolgt, um die Rassismuskritik abzuwerten.

Und weil das noch nicht reicht, kommt die Krönung der Idiotie in den folgenden Worten:

„Heike Diefenbach beispielsweise arbeitet in ihrem Rundumschlag mit Unterstellungen und nicht belegten Behauptungen über die Konzepte, Positionen und Forschungen von Wissenschaftler_innen, die rassismuskritisch arbeiten. Ihre Lektüre rassismuskritischer Texte ist äußerst selektiv, vereinfachend und tendenziell abwertend“ (89)

Ob derartiger Text den Tatbestand der Verunglimpfung erfüllt, das dürfen gerne die vielen Anwälte unter unseren Lesern prüfen. Dass die fünf Tussen und der Schweiger hier projizieren, sind sie doch diejenigen, die keinerlei Beleg für ihre Behauptungen, wie z.B. die hier zitierten, bringen, ist offenkundig und wohl Ergebnis eines geistigen Defekts. Ich habe selten einen konstruktiveren und besser belegten Text als den von Dr. habil. Heike Diefenbach zum Thema „Rassismuskritik“ gelesen. Dass alle Aussagen im Text von Heike Diefenbach auch ausführlich mit entsprechenden Textstellen belegt sind, davon kann sich jeder, der des Lesens kundig ist, selbst versichern. Bleibt noch der Vorwurf der Selektivität, ein Vorwurf, wie er aus Reihen der Genderista häufig zu hören ist, die dann, wenn sie keine Antwort auf Kritik wissen, zuweilen behaupten, der Kritiker habe die Tiefe der Gedanken der Genderista nicht verstanden, habe sich nicht weit genug in den Gendersumpf begeben, sei eben selektiv. [Der Fehlschluss dahinter lautet entsprechend: Wenn man lange genug in Scheisse gewühlt hat, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, keine Scheisse zu finden.]

Natürlich ist Kritik selektiv. Jeder Beitrag, der jemals in der Wissenschaft geschrieben wurde, ist selektiv. Menschen sind keinen allwissenden Geister, wie sie William Poundstone für eines seiner Gedankenexperimente extra erfinden musste, sondern in ihren Ressourcen begrenzt. Entsprechend ist jeder Text eine Auswahl, eine Momentaufnahme der Wirklichkeit und somit notwendigerweise selektiv. Wer dies wie Genderista und die fünf Tussen plus der Schweiger anderen zum Vorwurf machen will, zeigt nur und einmal mehr, dass er ein Gläubiger ist, ein Ideologe, der an einer Hochschule wirklich überhaupt nichts verloren hat. Und wenn er seinen Vorwurf, andere seien selektiv mit der Bemerkung abschließt: „Auf die unterschiedlichen Strategien zur Diskreditierung der Rassismuskritik soll hier nicht im Detail eingegangen werden“, dann macht er sich damit nur noch lächerlich. Wobei ich nicht weiß, ob Lächerlichkeit noch ein Attribut ist, das den Status der fünf Tussen und des Schweigers wesentlich beeinträchtigen kann. Ganz unten geht es in der Regel nicht mehr tiefer.

Warum Gläubige wie die Sekte um Dirim unbedingt an Universitäten sitzen wollen, warum sie unbedingt als Wissenschaftler erscheinen wollen – ich habe keine Ahnung. Vermutlich ist es leichter, an Steuergelder zu kommen, wenn man sich als Wissenschaftler an einer Hochschule ausgibt, als es wäre, wenn man sich als Religionsvertreter an einer Hochschule zu erkennen gäbe.

Bedrückend ist jedoch die Boshaftigkeit, mit der die fünf Tussen und der Schweiger auf die Kritik reagieren, wohlgemerkt es ist Kritik, keine Abwertung, keine Vorwürfe und keine Bagatellisierung (schon weil man Rassismuskritik nicht bagatellisieren kann). Das sie nicht auf die Idee kommen, Kritik konstruktiv zu bearbeiten, in der oben beschriebenen Weise, identifiziert sie als Ideologen, die schlicht und ergreifend keinerlei Ahnung davon haben, was Wissenschaft ausmacht. Dass sie ihre Ideologie auf eine Art und Weise verteidigen wollen, die jeden Anstand, jede wissenschaftliche Lauterkeit und jedes Maß an moralischer Restriktion vermissen lässt, ist eine andere Sache, eine Sache, die beklommen machen muss, lässt sie doch Schlüsse auf den geistigen Zustand und den menschlichen Wert derer zu, die in Wien auf Studenten losgelassen werden. Es ist, als blickte man in einen Abgrund, einen Abgrund der Boshaftigkeit, mit der entsprechenden Fratze, dem wahren Gesicht der Defizitmenschen am Boden.

Dirim, Inci & fünf abhängige Autoren (2016). Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen. In: do Mar Castro Varela, Maria & Mecheril, Paul (Hrsg.). Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. Bielefeld: transcript, S.85-97.


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Neues aus der Anstalt: der ganz alltägliche Unsinn

Wir wollen unsere Leser mit drei Schlagzeilen, die wir über den Tag gesammelt haben, mit etwas Spaß in den Feierabend entlassen, mit einem Schlaglicht auf den Unsinn der täglich auf uns niederprasselt.

Hier unsere Hitliste des heutigen Tages:

Oh No!1. Hochqualifiziert – aber nicht ausgebildet, so betitelt die ARD in einem Anflug logischer Umnachtung einen Beitrag, in dem es um eine erste Studie der Bundesagentur für Arbeit zum Bildungsniveau der Flüchtlinge geht. Angeblich sind die Flüchtlinge schulgebildet und deshalb hochqualifiziert, wie die ARD formuliert, aber nicht ausgebildet, weil sie in der Mehrzahl über keine Berufsausbildung verfügen. Wir folgern: Wer eine Schulbildung und eine Berufsausbildung hat, der ist hyperqualifiziert, weil er ja schon nach der Schule hochqualifiziert war. Wenn die Sucht, Dinge gutzureden, mit Redakteuren durchgeht, kommt selten etwas Positives dabei heraus. Einigen wir uns also darauf, dass 46% der Asylbewerber mit Bleibeabsicht, die 2015 nach Deutschland gekommen und an der Befragung der Bundesanstalt für Arbeit teilgenommen haben, ein Abitur haben. Ob Sie deshalb hochgebildet sind, ist eine Frage, die man aufgrund der Annahme, dass auch ARD-Redakteure in der Mehrheit ein Abitur haben, nicht unumwunden bejahen kann.

scully facepalm2. „Gewerkschaften sind laut IW-Studie im Westen stärker organisiert, aber weniger weiblich“, so lässt die Rheinische Post mit einem Titel ihre Leser raten, was wohl die Vergleichsbasis ist, die der zweistellige Funktor stärker als eigentlich erwarten lässt. Aber als gut sozialisierte Deutsche wissen wir natürlich, dass der Westen immer mit dem Osten und nie dem Norden oder dem Süden verglichen wird und deshalb ist klar: Die Gewerkschaften im Osten, also in Ostdeutschland, nicht etwa in Russland, sind weiblicher als die im Westen, also in Westdeutschland nicht in Frankreich. Wie eine Gewerkschaft mehr oder weniger weiblich sein kann, ist ein Rätsel, dem wir uns mangels Interesse nicht widmen wollen. Wichtiger ist, dass Gewerkschaften es gerade noch auf eine Organisationsquote von 16% in Ost- wie Westdeutschland bringen. Wenn also demnächst ein Streik ins Haus steht, denken Sie daran, hier drangsalieren 16% der Beschäftigten einer Branche, die restlichen 84% der Branche und alle anderen.

Prof Facepalm3. Soziale Medien, so heißt es in der Überschrift des heutigen Highlights von der LMU in München, „soziale Medien sie steigern den Leistungsdruck“. Wer nun denkt, die Steigerung des Leistungsdrucks, natürlich am Arbeitsplatz, wo sonst?, sie sei der Tatsache geschuldet, dass man nicht gleichzeitig SMSen und arbeiten kann, der sieht sich getäuscht, denn der Leistungsdruck, so hat „Tanja Carstensen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies der LMU“ herausgefunden, wie sie glaubt, er ist das Ergebnis von Freiheit. Denn: „Damit gehen neue Freiräume einher, zugleich gibt es aber eine Tendenz zur Selbstausbeutung“. Ja, so ist das: Wer nicht gezwungen ist, zu tun, was er tun muss, der muss überlegen, was er eigentlich tun will und das ist schlecht, jedenfalls dann, wenn man am Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies der LMU als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt ist. Der Zusatz Gender Studies ist wohl Erklärung genug für diesen Unsinn.

Das ist unsere Hitliste des Tagesunsinns. Wer noch etwas beitragen möchte, die Kommentarfunktion steht offen.

Datenfuzzis: Über den Zusammenhang zwischen Quatsch und Unsinn

Nach einem langen Arbeitstag, der schon mit der Mondfinsternis begonnen hat, hat man etwas Ruhe und Erholung verdient – so meint man. Jedenfalls hat man nicht die Studie von Chan, Ghose und Seamans mit dem Titel „The Internet and Racial Hate Crime“ verdient.

junk_scienceChan, Ghose und Seamans wissen, wie man Wissenschaftler zur Verzweiflung treibt, wie man Blogbetreiber dazu bringt, ein Post zu schreiben, ein Post über den Zusammenhang zwischen Quatsch und Unsinn.

Der wichtigste Satz der Studie von Chan, Ghose und Seamans findet sich auf Seite 29 und lautet: „This paper has several limitations“.

Ihre Studie sie hat in der Tat viele Beschränkungen. Die ganze Studie ist eine einzige Beschränkung.

Chan, Ghose und Seamans betreiben eine Form von Forschung, die man als Suche von Regressionsanwendern nach passenden Daten beschreiben kann. Auf ihrer Suche nach Daten, mit denen sie ihre Regressiongleichung füllen können, sind sie über die Anzahl der Anbieter von DSL-Verbindungen ins Internet (broadband im Englischen) und die Zahl so genannter Hate Crimes, also Hasskriminalität gestolpert.

Warum auch nicht. Warum, das ist so ein Schlüsselwort, zu dem wir noch kommen.

Also haben sich Chan, Ghose und Seamans gedacht, bringen wir die Regressionsgleichung zur Anwendung, y(Hasskriminalität) = b0 + b1(DSL-Anschluss)+ b2(Sonstiges – was so anfällt) [Wer es mag, kann die Werte auch logarithmieren.]. Und natürlich ist etwas dabei herausgekommen: Mit einem zusätzlichen DSL-Anbieter steigt die Häufigkeit von Hasskriminalität um 1200 bis 4800 Fälle (in den USA). Und wenn der DSL-Anbieter in einem Gebiet anbietet, in dem es schon viel Rassismus gibt, dann wird alles noch schlimmer, was für die Autoren zeigt, dass Individuen online gehen, „um sich dort eine Rassenidentität zu konstruieren“ (das ist unsere Übersetzung dessen, was im Text mit den Limitations tatsächlich steht, auf Seite 27 im zweiten Absatz, für alle, die es nachlesen wollen).

Was meinen Sie zu dieser Studie?

Nun, was uns angeht, wir haben sofort gedacht, warum nicht Mikrowelle? Wir sind der Überzeugung, dass mit der Verbreitung von Mikrowellen mit mindestens 800 Watt die Häufigkeit von Hasskriminalität steigt, weil die Anwender von Mikrowellen offensichtlich durch die Mikrowellen in ihrem Rassismus bestärkt werden.

Natürlich wirken sich Tiefkühlgeräte reduzierend auf die Anzahl der Fälle von Hasskriminalität aus, da man sich in einer Tiefkühltruhe sein Mütchen kühlen kann.

Wenn jedoch Mikrowellen und Tiefkühlgeräte in Gebieten aufeinander treffen, die sowieso schon durch Rassismus geprägt sind, dann steht zu befürchten, dass die Konstruktion einer rassistischen Identität gestört ist – vielleicht auch nicht.

Ganz davon abgesehen hängt die Häufigkeit von Hasskriminalität natürlich mit der Anzahl der roten Ampeln zusammen, schon weil durch rote Ampeln die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, rot zu sehen.

Das war der kathartische und destruktive Teil.

Why god has no phdNun zurück zum Wörtchen „warum“.
Was ist so besonders am Wörtchen, „warum“?
Nun, „warum“ ist so etwas wie der Nukleus der Wissenschaft.

Es kann in destruktiver Absicht genutzt werden, um Junk Science wie die von Chan, Ghose und Seamans produzierte mit genau einem Wort, nämlich: „Warum?“ zu zerstören. In der langen Version: Warum sollte es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Anbieter von DSL-Verbindungen und der Häufigkeit von Hasskriminalität geben?

Und warum kann konstruktiv verwendet werden: Warum sollte es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Anbieter von DSL-Verbindungen und der Häufigkeit von Hasskriminalität geben?

Hmm, mal überlegen.

Und wenn dieses Überlegen zu einem Ergebnis kommt, z.B: weil die Anbieter von DSL-Verbindungen ihren Kunden ohne deren Wissen Hasskriminalität fördernde Sequenzen auf den Monitor bringen, die deren Hasskriminalität steigern, dann hat man nicht nur ein Antwort, sondern eine Hypothese, die man PRÜFEN muss.

Denn Wissenschaft besteht nicht darin, Regressionsgleichungen mit wild zusammengeklaubten Daten zu füllen, sondern darin, Zusammenhänge zu erklären und diese Erklärung zu prüfen. Damit aus dem „paper“ von Chan, Ghose und Seamans Wissenschaft wird, müssen sie also nicht nur Hypothesen darüber aufstellen, warum die Anzahl der DSL-Anbieter einen Einfluss auf die Häufigkeit von Hasskriminalität haben soll, nein, sie müssen diese Hypothesen auch prüfen.

Nur so wird Wissenschaft daraus.

Und nur dieses Vorgehen unterscheidet Wissenschaft von Hirngespinsten und, nun ja, Chan, Ghose und Seamans sind bislang bei Hirngespinnsten stehen geblieben – bei Hirngespinnsten in Form einer Regressionsgleichung.

Universität Göttingen: Studenten und Beschäftigte sollen zur Besinnung kommen

Wer hätte es gedacht? Die Universität Göttingen, seit den Göttinger Sieben nicht mehr unbedingt als Trendsetter bekannt, ist wieder einer: In Göttingen sollen Studenten und Beschäftigte zu „individueller und gemeinschaftlicher Besinnung“ kommen, was im derzeitigen gesellschaftlichen Klima, sicher eine gute Idee ist.

Dazu hat es sich die Universität Göttingen nicht nehmen lassen, einen „Raum der Stille“ einzurichten, denn in Stille kommt man am besten zur Besinnung. Entsprechend erklärt Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne: „Mit diesem Projekt wollen wir unseren Studierenden und Beschäftigten ermöglichen, im zunehmend verdichteten Wissenschafts- und Studienalltag Ruhe und Besinnung zu finden…“. Gleichzeigt hofft Dr. Hiltraud Casper-Hehne, dass der Raum der Stille genutzt wird, um einen „intensiven … Dialog“ zwischen denen, die ihn nutzen, zu fördern.

Das ist auf den ersten (und den zweiten) Blick ein Widerspruch: Wie soll ein Raum der Stille den intensiven Dialog fördern? Nun, der Raum der Stille ist ein „transzendentaler Raum“, d.h. es herrscht die Telepatie, und zwar eine interreligiöse Telepatie, denn der Raum der Stille soll von „Mitgliedern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften“ dazu genutzt werden, zur Besinnung zu kommen.

Der Dialog erfolgt dann wohl über das jeweilige individuelle Gespräch mit dem jeweiligen Gott, der vom weltlichen Gesprächspartner angehalten wird, mit seinem Kumpel aus Islam, Buddismus oder mit dem jüdischen Gott Kontakt aufzunehmen und einen transzendentalen und interreligiösen Dialog mit einem anderen indidividuellen, weltlichen Gottesanbeter anzubahnen, der im Raum der Stille zugegen ist.

Raum-StilleOb der neue Raum der Stille dem Institut für para-psychologische Phänomene direkt zugeordnet ist, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen, ebenso wenig wie wir in Erfahrung bringen konnten, was ein „spezieller Wandschrank …, in dem die nötigen religiösen Gegenstände und heilige Schriften gelagert werden können, wie beispielsweise ein Gesangbuch, Bibel, Koran oder Gebetteppich“, sowie ein Kompass zur Bestimmung der richtigen Gebetshimmelsrichtung, an einer Universität zu suchen haben.

Wissenschaft und Religion haben nichts miteinander zu tun. Die Ausübung der eigenen Religion hat entsprechend an Universitäten keinen Platz, denn Universitäten sind ein Ort, an dem Erkenntnis gewonnen werden soll. Religion ist dagegen eine Ideologie, die von sich behauptet, bereits im Besitz allen relevanten Wissens, aller relevanten Erkenntnis zu sein. Entsprechend haben Religion oder die Ausübung einer Religion an einer Universität nichts zu suchen.

Genderisten sind keine Wissenschaftler – Rettet die Soziologie!

Hadmut Danisch hat heute einen Bericht zu einer Veranstaltung veröffentlicht, die er in Berlin besucht hat, eine Veranstaltung unter dem Titel „Was tun gegen Antifeminismus?“. Interessierten sei der Bericht von Hadmut empfohlen, allerdings mit einer Einschränkung voraus: Das Soziologen-Bashing von Hadmut ist nicht berechtigt. Das Problem besteht darin, dass Hadmut Leuten, die behaupten, sie seien Soziologen, das Primat der Definition einräumt. Entsprechend hält er den Unsinn, den diese Leute dann erzählen für Soziologie. Es ist aber mitnichten Soziologie.

Turner SociologyDie Soziologie ist die einzige Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn kurz vor die Phase der Normalwissenschaft gekommen ist. Die Soziologie hat Theorien darüber, wie soziale Phänomene zu erklären sind. Die Soziologie hat Handlungstheorien, die erklären, wie Menschen zu Handlungen kommen und wie aus Einzelhandlungen kollektive Phänomene entstehen, wie man z.B. erklären kann, dass trotz einer Bildungsexpansion die Sozialstruktur in Deutschland mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Die Soziologie hat eine Vielzahl von Methoden zur Datenerhebung, die gut bewährt sind. Und, last but not least basiert Soziologie auf einem wissenschaftstheoretischen Fundament, das in weiten Teilen von Karl Raimund Popper, Hans Albert, Karl Acham und Ernst Topitsch gelegt wurde. Kurz: Wer sich mit Soziologie beschäftigt, der merkt schnell, dass er es mit einer Wissenschaft zu tun hat.

Das Problem der Soziologie besteht nun darin, dass es das Fach ist, in dem viele alte Recken und herausragende, international bekannte Wissenschaftler zugesehen haben, wie die Soziologie und auch die politische Soziologie, der Teil der Politikwissenschaft, der es über die reine Deskription von Phänomenen hinaus geschafft hat, vor die Hunde gegangen sind, wie sie von Schwallern gekapert wurden, die sich für links halten und nun Gutes wirken wollen, für Arbeiter, die sie noch nie aus der Nähe gesehen haben, für Benachteiligte, die sie nur als Benachteiligte kennen oder eben für Frauen.

Der Frauenhilfe-Markt ist der größte Markt innerhalb der Soziologie, und zwar deshalb, weil staatliche Eingriffe die entsprechenden Stellen geschaffen haben und durch diese Stellen dazu beigetragen haben, dass Personen auf Positionen an Hochschulen gelangt sind, die nicht die Spur einer Ahnung davon haben, was Wissenschaft ist, wie man Erkenntnis gewinnt, wie man Erkenntnis prüfbar und kritisierbar macht, wie man Wissenschaft zu Wege bringt, denn Wissenschaft ist ein kumulatives Unterfangen, das über Kritik funktioniert, über die Kritik eigener und der Forschungsergebnisse anderer, eine Kritik, die nur dann möglich ist, wenn die Forschungsergebnisse nachvollziehbar und prüfbar sind.

Mit dem Einzug der Schwaller in die Soziologie sind diese methodischen Standards ebenso weitgehend verschwunden wie die Soziologie als Wissenschaft weitgehend verschwunden ist. Denn: Die Schwaller, die sich als Kapitalismuskritiker inszenieren oder sich zu Frauenfragen äußern zu können glauben oder die in sonstigen Modethemen ihre Gutheit zur Schau stellen wollen, sie haben ganz viel Überzeugung und gar kein empirisches Datum, das ihre Überzeugung zu stützen im Stande wäre. Sie sind die reinen Ideologen, die das Denken zugunsten der Selbstsuggestion ihrer Gut- und Überlegenheit aufgegeben haben. Sie verkünden und teilen mit. Sie veröffentlichen keine Forschungsergebnisse mehr, um Kollegen die Möglichkeit zur Kritik zu geben. Sie schreiben leere Texte voller nominaler Konstruktionen, die der eigenen Inszenierung als Wissenschaftler dienen sollen. Sie veröffentlichen ideologische Traktate und gaukeln Wissenschaft vor. Sie sind Überzeugungstäter, die im Namen des von ihnen erkannten Guten unterwegs sind oder Opportunisten, die das vorgeben. Sie sind keine Wissenschaftler, die auf der Suche nach Erkenntnis sind.

Und Hadmut beschreibt die Folgen, die ein solches Sendungsbewusstsein für die davon Gesalbten hat, in seinem Bericht recht anschaulich:

„Dabei ist den Leuten jede Fähigkeit, sich selbst und die eigene Situation einzuschätzen, völlig abhanden gekommen. Ich habe heute Leute mit schwerem Realitätsverlust gesehen. Sie stellen fest, dass sie immer stärker, immer schärfer, immer mehr kritisiert werden, dass man sich immer mehr über sie lustig macht, dass man sie für immer unwissenschaftlicher hält – und nehmen das als den Beleg dafür, dass sie kurz vor dem Endsieg stehen, dass der Antifeminismus mit dem Rücken zur Wand steht und in den letzten Zügen liegt. Das hatte so ein Aroma von Honecker vor dem Mauerfall.“

Opp MethodologieWer seine Überzeugungen vor der Realität schützt und gegen Kritik abschirmt, der verliert über kurz oder lang den Bezug zur Realität und fängt an, im Ozean der eigenen Einbildungen zu treiben, und zwar hilflos, weil er vergessen hat, in welcher Richtung das Land liegt. Besonders deutlich wird dies daran, dass die Treibenden offensichtlich überhaupt nicht auf die Idee kommen, sie könnten die Kritik, die an sie gerichtet ist, entkräften.

Um auf diese Idee zu kommen, muss man (1) der Ansicht sein, Kritik sei möglich, was (2) notwendig mit der Möglichkeit einhergeht, dass die eigene Überzeugung falsch sein kann und es (3) voraussetzt, dass man wissenschaftlich sozialisiert ist und den Wert von Kritik im Rahmen von Erkenntnisgewinn kennt, was notwendig voraussetzt, dass (4) Erkenntnisgewinn das Ziel ist. Davon abgesehen setzt es die Fähigkeit zur Reflexion oder zur viel beschworenen Selbstreflexion voraus.

Da Genderisten noch nie auf die Idee gekommen sind, Kritik zu beantworten oder zu versuchen, Kritik zu entkräften, sie nur einen Reaktionsmodus kennen, nämlich den, pikiert, verärgert, ja entrüstet zu sein, ob der Häresie, die ihnen gerade als Kritik zuteil wird, muss man feststellen, dass in ihrem Weltbild (1) Kritik nicht vorgesehen ist, sie (2) die Möglichkeit, ihre Lehre sei falsch, nicht vorsehen, sie (3) entsprechend keine Idee davon haben, welche Bedeutung Kritik im Rahmen von Wissenschaft zukommt, sie (4) nicht Erkenntnisgewinn zum Ziel haben können, und sie folglich keine Wissenschaftler sind.

Genderisten sind Ideologen und Gläubige, das sollte jedem, der sich mit dem Genderismus beschäftigt, sehr klar sein, und sie sind eine Gefahr für die Sozialwissenschaften, denn sie sind sehr erfolgreich in ihrem Bemühen, Sozialwissenschaft als Ganzes lächerlich zu machen.

Auch das hat Hadmut Danisch schön auf den Punkt gebracht:

„Ich habe da heute Leute gesehen, die ich nicht mehr für gesellschaftslebensfähig und nicht mehr selbsternährungsfähig halte, sondern eher im Wahn einer Sekte. Dass das bislang funktioniert liegt daran, dass unser Hochschulsystem mit seiner Vollversorgung und Schnell hill esserBeamtenmentalität für genau solche Leute ein Zuhause gebaut hat. Feminismus ist in gewisser Hinsicht nichts anderes als das Unterfangen, das ganze Land zu so einem Idioten-Zuhause nach Stil der Gender-Institute umzubauen.“

Wir stimmen in so ziemlich allem, was Hadmut schreibt, mit ihm überein, nur in einem Punkt nicht: Der Wahnsinn, den Hadmut beobachtet, der hat nichts mit Soziologie zu tun. Soziologie ist eine Disziplin, die Theorie, Methode und wissenschaftilche Standards bereitstellt, an denen man diejenigen, die behaupten, Soziologe zu sein, messen kann. Auf diese Weise ist es einfach, richtige und ernsthafte Soziologen von denen zu unterscheiden, die sich als Soziologe inszenieren wollen, von den Betrügern, die scheinbar angetreten sind, ein sozialwissenschaftliches Fach zu zerstören.

Prof. Dr. Günter Buchholz hat unseren Gedankengang fortgeführt und eine zusätzliche Forderung gestellt, die wir vollauf unterstützen:

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt eine genderistische Abteilung, oder eine Sektion „Frauen und Geschlechterforschung“ die, nicht zuletzt im Interesse der vielen anderen Sektionen, die wissenschaftlich seriös arbeiten, zügig abgewickelt werden sollte, um den Ruf der deutschen Soziologie zu retten, was hoffentlich noch möglich ist. Denn es gibt keine feministische Wissenschaft, das ist vielmehr ein Widerspruch im Beiwort, eine contradictio in adiecto. In demselben Sinne kann es zum Beispiel auch keine “christliche Wissenschaft” geben, wie etwa den “Kreationismus” in den USA, der die Gültigkeit der Bibel der biologischen Forschung unbefragbar voraussetzt, so wenig wie es irgendeine andere X-Wissenschaft geben kann.

Politiker haben nun einmal ein Interesse an Manipulation

Gerade hat Gert G. Wagner, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit einer erstaunlichen Entdeckung aufwarten können: „Regierungsberichte können niemals unabhängig sein“, so sagt er und stellt als Konsequenz seiner Erkenntnis Fragen:

„Wie sinnvoll sind eigentlich derartige Regierungsberichte? Also Berichte, die einen Sachverhalt kritisch darstellen sollen. Wie etwa der Armuts- und Reichtumsbericht, aber auch der Kinder- und Jugendbericht, der Familien oder der Altenbericht. Die eigentliche Frage lautet: Sollten solche Berichte und sachlichen Bestandsaufnahmen nicht besser von unabhängigen Konmissionen oder Sachverständigenräten erstellt werden als von der Regierung selbst, die definitionsgemäß politisch nicht unabhängig ist, und bestimmten Zwängen … unterliegt“.

LeninAn dem Zitat ist einiges bemerkenswert, einiges enttäuschend. Bemerkenswert ist, dass sich jemand, der zum Dunstkreis der Bundestagsparteien zu zählen ist und entsprechend in der Enquete Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ (klingt wie ein Faschingshit) ständiges und erhoffter Maßen sachverständiges Mitglied ist, die Erkenntnis hat und äußert, dass Berichte, die als Auftragsarbeit von der Regierung vergeben und für diese erstellt werden, nicht unbedingt die Realität widerspiegeln müssen, dass sie in Interessen gefärbt sind und entsprechend, je nach Interesse ein verzerrtes Bild der Realität geben. Bemerkenswert ist auch, dass jemand wie Gert G. Wagner von Zwängen spricht, in denen sich z.B. die Regierung befindet und die, wie man dem Absatz entnehmen kann (denn das ist die implizite Prämisse), die die Regierung dazu veranlassen, die Realität zu verzerren (Wenn Sie das nächste Mal lügen, dann sagen Sie einfach, sie unterliegen bestimmten (Sach-)Zwängen, die eine vollumfängliche Darstellung der Wirklichkeit nicht zulassen würden). Das alles, wie gesagt, ist bemerkenswert.

Aber das Zitat  ist gleichzeitig enttäuschend, denn es ist erstens ein alter Hut und zweitens eine Verharmlosung. Dass wir Realität vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen wahrnehmen und dass jede Beobachtung, und sei sie noch so penibel und genau gemacht, aufgrund der Forschungsinteressen, die uns zum Beobachten bringen, notwendig gefärbt ist, ist bekannt. Es zeigt sich z.B. darin, dass wir untersuchen, wie der Ruf des Ochsenfroschs von seinem Auditorium aufgenommen wird, und nicht wie die Darbietungen der Wildecker Herzbuben vom Auditorium aufgenommen werden. Offensichtlich sind wir an Ochsenfröschen und nicht an den Wildecker Herzbuben interessiert. Konsequenter Weise kann man daher nicht behaupten, irgendein Bericht, von wem auch immer erstellt, sei frei von Interessen, sei objektiv. Auch der Bericht eines Sachverständigenrats ist nicht objektiv und von Interessen getragen, aber dazu später.

BullfrogEnttäuschend ist die Passage aus dem kurzen Text von Wagner auch, weil er antippt und vorsichtig formuliert, wo festes Zugreifen und deutliche Worte vonnöten sind. Hier ist Wagner massiv am verharmlosen. Warum sind Regierungen, politische Parteien, ihre Ableger in den Stiftungen und Organisationen, die im öffentlichen Diskurs etwas gelten wollen, so erpicht darauf, Berichte zu erstellen? Die Antwort liegt auf der Hand: Eben wegen ihrer Interessen und weil es in Deutschland immer noch wichtig ist (wie lange noch, bleibt abzuwarten), sich mit dem Schein der Objektivität zu umgeben und seine Interessen hinter scheinbar objektiven Ergebnissen zu verstecken.

Deshalb ist es, entgegen der Ansicht von Gerd Wagner, eine Manipulation, wenn man die Bewertung von Daten verändert, so dass sie den eigenen Interessen genehm ist, aber nicht unbedingt dem, was in den Daten zu finden ist, entspricht. Zu behaupten, dass eine Manipulation nur da vorliege, wo Daten gefälscht werden, wie Gerd Wagner dies zum Anfang seines Textes tut, ist naiv und fahrlässig, denn der Kampf um die öffentliche Meinung ist ein Kampf um die Bewertung von Daten, kein Kampf um die Daten. Dies zeigt sich deutlich daran, dass die Tatsache, dass Jungen im Hinblick auf ihre erreichten Bildungsabschlüsse Nachteile gegenüber Mädchen haben, von kaum mehr jemandem, der nicht als irre gelten will, bestritten wird. Der Kampf tobt nun um die Bewertung der Nachteile: Sind sie das Ergebnis einer Benachteiligung von Jungen durch Lehrerinnen oder sind Jungen selbst schuld, weil sie machohaft auftreten? Vor diesem Hintergrund zu behaupten, eine interessegeleitete Bewertung von Fakten sei keine Manipulation ist sträflich und eines Wissenschaftlers nicht würdig. Doch zurück zum allseitigen Bemühen all der politischen Akteure, die einen „Bericht“ in Auftrag geben, die Ergebnisse des Berichts mit ihren Interessen konform zu gestalten und dennoch eine Objektivität des Berichts vorzugaukeln.

freddie-mercury-the-great-pretenderAm besten funktioniert diese Mimikry, wenn die entsprechenden Berichte mit dem Mantel der Wissenschaftlichkeit umgeben werden, dann, wenn ein bestimmter Bericht der Öffentlichkeit als Ergebnis der Arbeit von Experten, eines Expertengremiums oder von Sachverständigen präsentiert werden kann. Meistens weiß zwar niemand, warum die entsprechenden Experten gerade für den Gegenstand des Berichts, an dem sie geschrieben haben, Experten sein sollen, aber das macht nichts, bei Berichten aus dem Dunstkreis von Ministerien, politischen Parteien oder politischen Organisationen ist jeder, der daran mitwirkt, ein Great Pretender.

Jeder Regierungsbericht, jeder Bericht aus den Hallen politischer Parteien oder ihrer Satelliten, der von sich behauptet, er sei objektiv, sei von wissenschaftlichen Sachverständigen erstellt oder werde in welcher Weise auch immer, wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht, ist in der beschriebenen Weise Mimikry, denn wie Wagner zu Beginn seines Textes kurz und eher unfreiwillig preis gibt, ist der wichtigste Bestandteil der enstprechenden Berichte, die darin enthaltene Bewertung der vermeintlichen Ergebnisse aus der Realität. Hier spielt die Musik, hier sind die Interessen, die zur Erstellung des Berichts geführt haben,  und hier wird versucht, zu manipulieren. Manipulationen nehmen die unterschiedlichsten Formen an: Teile der Realität werden gar nicht erst untersucht, Ergebnisse werden umgewertet,  in einen anderen oder in keinen Zusammenhang gestellt, Ergebnisse werden gestrichen oder in einem Wust unnötiger Einzelheiten vergraben, die Möglichkeiten sind schier endlos. Und diese Möglichkeiten der Manipulation werden natürlich von den Auftraggebern der entsprechenden Berichte genutzt, oder  ist hier wirklich jemand so naiv anzunehmen, die Bundesregierung würde das Ergebnis einer Untersuchung veröffentlichen, die zu dem Ergebnis kommt, dass die deutschen Universitäten nur noch Personal zweiter Wahl beschäftigen (Wer das wirklich glaubt, der möge versuchen, an die Datensätze der PISA-E Studie zu kommen, die es ihm erlauben, die gemessenen Leistungen der Schüler nach Bundesland aufzuschlüsseln)? Oder glaubt jemand, die Friedrich-Ebert-Stiftung würde eine Untersuchung veröffentlichen, die zeigt, dass sozialistische Eingriffe in den freien Markt regelmäßig und unausweichlich ins Fiasko führen? Eben!

pseudoscienceFolglich muss man Berichte immer mit Blick auf den Auftraggeber und seine Interessen lesen, um zu wissen, in welche Richtung die Berichte einen bias haben, und welche Bereiche der Realität vermutlich unterschlagen werden. Dieses  Interesse-Problem ist nicht zu lösen, auch nicht durch die von Wagner vorgeschlagene Auslagerung der entsprechenden Berichte in Sachverständigenräte, wie es sie derzeit in der Umwelt- und Wirtschaftspolitik gibt: Sachverständigenräte also, die die Bundesregierung oder das Parlament bestellt. Wie groß ist wohl das kritische Potential solcher Sachverständigenräte? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die in die entsprechenden Sachverständigenräte berufenen  „Experten“ keine Zugeständnisse an die Interessen ihrer Auftraggeber machen? Und selbst wenn sich tatsächlich unabhängige Wissenschaftler in Sachverständigenräten finden, wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass der Bericht des Sachverständigenrates nicht dennoch vor seiner Veröffentlichung editiert wird?

Was tun, wenn Sachverständigenräte auch nicht die Lösung sind? Nun, ich finde es überraschend, dass die naheliegende Idee, die einem Demokraten in diesem Zusammenhang eigentlich kommen müsste, nie kommt. Warum sollten die entsprechenden Berichte, die zumeist nichts anderes sind als ein Tätigkeitsnachweis und ein Erfolgsbericht für die entsprechenden Auftraggeber  überhaupt im Auftrag von Regierung oder politischen Parteien und in jedem Fall auf Kosten der Steuerzahler erstellt werden? Verlangt es die demokratische Kontrolle nicht geradezu, dass die entsprechenden Berichte als Kontrollberichte über die Tätigkeit von Regierung und politischen Parteien deren Einfluss ganz und gar entzogen werden? Ist es nicht geradezu demokratisch gefordert, dass die entsprechenden Berichte von Experten erstellt werden, die im Gegenstandsbereich des Berichts ausgewiesen sind, die  von Regierung und politischen Parteien vollkommen unabhängig sind und die im Wettbewerb mit anderen Experten darüber stehen, wer die Berichte über einen bestimmten Gegenstandsbereich verfassst, die dem Ziel objektiver Darstellung am nächsten kommen? Und ist es nicht erforderlich, dass die Qualität der entsprechenden Berichte an den Standards des wissenschaftlichen Arbeitens gemessen werden, damit Berichte wie der von Hinrich Rosenbrock oder der des Bundesjugendkuratoriums schnell als das ideologische Blendwerk identifiiziert und etikettiert werden können, das sie nun einmal sind?

Die Antworten auf diese Fragen weisen alle in die selbe Richtung: In die Richtung eines wissenschaftlichen Gremiums, das z.B. bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft angesiedelt ist und das Mittel zur Erstellung von Berichten über die Wirkung der Politik der Regierung und der politischen Parteien bereithält, um die sich Wissenschaftler und private Unternehmen bewerben können. Über die Vergabe der Mittel wiederum entscheiden Wissenschaftler anhand der Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens, wie wir sie z.B. in unserem Grundsatzprogramm dargelegt haben. Um die Mittel findet Wettbewerb statt und die Ergebnisse werden nach Erstellung der Berichte von einem anderen Gremium, das sich aus Wissenschaftlern zusammensetzt, die nicht über die Vergabe der Mittel entschieden haben und abermals vor dem Hintergrund der Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens geprüft und bewertet. Es ist dies eine formale, keine inhaltliche Prüfung. So wird zum einen verhindert, dass Regierung, politische Parteien und ihre Satelliten Steuergelder zum Fenster hinaus werfen, um damit Berichte zu erstellen, die ihren eigenen Interessen dienen, zum anderen wird gewährleistet, dass die Steuergelder, mit denen z.B. politische Stiftungen ihre Polit-Agitation betreiben, nicht mehr eingesetzt werden, um damit vermeintlich wissenschaftliche Berichte zu erstellen.

Meine Lösung ist eine Marktlösung, und es ist eine Lösung, die ich noch nicht in jeder Hinsicht auf ihre Folgen untersucht habe. In jedem Fall stellt die Lösung jedoch sicher, dass die Frage, ob Berichte von Regierungen, politischen Parteien oder den Satelliten von politischen Parteien die Realität angemessen beschreiben und bewerten, nicht mehr diskutiert werden muss, denn die Regierung ist von der Erstellung entsprechender Berichte ausgeschlossen und die politischen Parteien und ihre Satelliten erstellen Berichte, die eindeutig als Abbild von ihren Interessen identifziert werden und eben mit keinem wissenschaftlichen Anspruch auftreten können.

Bildnachweis:
Scientific American

Wissenschaft gibt es nur in freien Märkten

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

Im Beitrag „Ohne Liberalismus keine Wissenschaft“ haben wir dargelegt, warum ein Wissenschaftler eine liberale Grundhaltung, ein open mind, haben muss, um überhaupt dazu befähigt zu sein, Wissenschaft zu betreiben. Wir haben darüber hinaus gezeigt, dass ein Wissenschaftler sich nicht als Apostel der Objektivität in seinem Elfenbeinturm einsperren darf, um von dort zwar die Welt, die ihn umgibt, lediglich zu beobachten und aus der Welt sein Salär entgegen zu nehmen, sondern dass er aufgrund seiner Funktion und seiner zumeist aus Steuermitteln finanzierten Position geradezu verpflichtet ist, sich auf der Basis seiner wissenschaftlichen Erkenntnis und mit einer daraus abgeleiteten und für jeden nachvollziehbaren, d.h. rekonstruierbaren Bewertung  im öffentlichen Diskurs zu Wort zu melden. Dies wiederum verlangt von ihm, eine rigorose Anwendung liberaler Ideen, denn er stellt seine eigene Bewertung als Ergebnis seiner Forschung und seine Ergebnisse zur Diskussion und muss entsprechend auch bereit sein, seine Bewertung zu ändern, wenn ihm neue Informationen präsentiert werden. Entsprechend kann ein Wissenschaftler nur eine liberale Haltung einnehmen und umgekehrt lässt sich formulieren, dass wer keine liberale Grundhaltung einzunehmen bereit ist, kein Wissenschaftler sein kann.

Somit sind die individuellen Voraussetzungen von Wissenschaft beschrieben. Damit diese individuellen Voraussetzungen effizient und effektiv zum Erkenntnisgewinn eingesetzt werden können, bedarf es einer Reihe von Randbedingungen, die einen Markt für wissenschaftliche Ideen konstituieren. Diese Randbedingungen können nur solche sein, die den Erkenntnisgewinn befördern und nicht beschränken, etwa indem sie Stammzellenforschung verbieten, wissenschaftliche Forschung unterbinden, weil die Möglichkeit besteht, dass die Forschungsergebnisse nicht zivil genutzt werden könnten oder indem sie Wissenschaftlern mit moralischer Entrüstung drohen, wenn sie eine Forschung durchführen wollen, die gegen den herrschenden Zeitgeist verstößt. Entsprechend kann man vorwegnehmen, dass wissenschaftliche Forschung nur an die Grenzen, die durch die Verfügbarkeit von Ressourcen und die moralischen Grenzen des Kantschen kategorischen Imperativs gebildet werden, gebunden ist. Wir sehen wie Kant im kategorischen Imperativ eine Anwendung von Rationalität. Entsprechend ist Verhalten, das gegen den kategorischen Imperativ verstößt, irrationales und unmoralisches Verhalten zugleich.

Kants kategorischer Imperativ:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (S.51).

Für Kant ist der kategorische Imperativ eine Schlussfolgerung, zu der jeder moralische Mensch aufgrund der ihm eigenen Rationalität gelangen muss. Während das Prinzip des kategorischen Imperativs immer dasselbe ist, hat ihn Kant doch in unterschiedlichen Formulierungen, je nach seinem Verwendungszusammenhang formuliert. Eine andere Formulierung Kants aus der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten stellt den moralischen Impetus des kategorischen Imperativ deutlicher heraus, indem er fordert: „handle nach der Maxime der Zwecke, die zu haben für Jedermann ein allgemeines Gesetz sein kann“. Dadurch ist ausgeschlossen, dass Menschen von Menschen als Mittel zum Zweck missbraucht werden können, wie dies z.B. in der Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock der Fall ist, in dem Personen und deren Äußerungen, die er einer Männerbewegung zuordnet (von der noch zu zeigen wäre, dass es sie gibt) als Mittel benutzt, um eine von ihm behauptete Männerbewegung (von der immer noch zu zeigen wäre, dass es sie gibt) zu diskreditieren.

Vom kategorischen Imperativ (in welcher Formulierung auch immer) ausgehend, kann nunmehr auf Basis einer Darstellung von Sinn und Zweck von Wissenschaft argumentiert werden, warum Wissenschaft nicht anders als liberal gestaltet werden kann, und warum deshalb nur ein Markt geeignet ist, um das Potential von Wissenschaft zu entfalten.

Wissenschaft und ihr Sinn und Zweck

Das Ziel von Wissenschaft ist der Erkenntnisgewinn: Es geht darum, Zusammenhänge in der Wirklichkeit zu entdecken und zu nutzen. Am besten lernt man über Zusammenhänge, wenn man aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf immer das selben Problem blickt und nach verschiedenen Lösungen sucht. Verschiedene Lösungen haben den Vorteil, dass eine Konkurrenz um die beste Lösung entsteht, so dass gewährleistet ist, dass Probleme auch effizient gelöst werden können. Verschiedene Lösungen resultieren aus den verschiedenen Herangehensweisen oder – formaler ausgedrückt – aus der Anwendung unterschiedlicher  Theorien.

Um effiziente Lösungen zu identifizieren, hat Karl Raimund Popper vorgeschlagen, die relative Überlegenheit einer Theorie in der Bereitstellung von Lösungen für empirische Probleme, anhand des Bewährungsgrades zu bestimmen. Der Bewährungsgrad wiederum ist ein Kritierum, das von Popper als Anzahl überstandener Falsifikationsversuche, also Versuche, die Theorie zu widerlegen, operationalisiert wird. Dies verweist darauf, dass es notwendig ist, wenn man Erkenntnis gewinnen will, eine gefundene Idee/eine gefundene Theorie an der Realität zu testen, was voraussetzt, dass die entsprechende Idee/Theorie auch etwas über die Wirklichkeit aussagt, an der Wirklichkeit scheitern kann. Die Grundforderung an eine wissenschaftliche Lösung für ein Problem besteht also darin, dass sie etwas über die Realität aussagt und an der Realität scheitern kann. Die Grundforderung an eine wissenschaftliche Lösung besteht explizit nicht darin, dass sie im Einklang mit einer herrschenden Ideologie, der Mehrheitsmeinung oder einer Tradition oder mit was auch immer steht. Lediglich die Moralität von Wissenschaftlern, der kategorische Imperativ bildet eine Möglichkeitsgrenze für wissenschaftliche Lösungen.

Hinzu kommt, dass der wissenschaftliche Betrieb um so effizienter funktioniert, je mehr Theorien miteinander und darum konkurrieren, den höchsten Bewährungsgrad und die effizienteste Lösung zu bieten. Von hieraus ist es nur ein kurzer Schritt zu der Feststellung, dass – abgesehen von der Forderung, dass nur eine Aussage als wissenschaftlich gelten kann, die etwas über die Wirklichkeit aussagt und entsprechend im Rahmen einer empirischen Prüfung scheitern kann und der Ausrichtung der konkurrierenden Theorien am kategorischen Imperativ, es keiner weiteren Beschränkung der Menge der konkurrienden Theorien bedarf. Um die Möglichkeit zu maximieren, dass die effiziente Lösung gefunden wird, ist es notwendig, keine Theorie, die vorgebracht wird, im Vorhinein vom Lösungsversuch auszuschließen. Es ist notwendig, einen freien Markt wissenschaftlicher Theorien und Ideen zu etablieren und jeden Versuch, bestimmte Theorien und Ideen (weil sie nicht zur herrschenden Ideologie passen oder politisch nicht korrekt sind) auszuschließen bzw. bestimmten Ideen eine Starthilfe zu verschaffen (z.B. durch staatliche Förderung einseitiger Forschung, wie sie im Bereich des Genderismus stattfindet), zu unterbinden. Wissenschaft kann nur funktionieren, wenn es einen freien Markt der Theorien und Ideen gibt, wenn der Wissenschaftsmarkt liberal organisiert ist.

Und noch ein Argument, warum nur ein freier Markt, der dem Zugriff von Regierungen entzogen ist, Wissenschaft ermöglicht.

Friedrich A. von Hayek hat argumentiert, dass Wissen unter den vielen Marktteilnehmern verstreut ist. Die einzige Möglichkeit, dieses disperse Wissen effizient zu organisieren, besteht darin, es sich quasi selbst organisieren zu lassen, in einem Wettbewerb in dem gleichberechtigte Marktteilnehmer ihre Ideen und Produkte auf den Markt bringen und der Preis, der Nachfrage und Angebot verbindet, das Kriterium für Erfolg und Misserfolg darstellt. Ganz so, wie im Wissenschaftsmarkt der Bewährungsgrad über Erfolg und Misserfolg von Theorien/Ideen entscheidet, entscheidet also der Preis über den Erfolg einer (Produkt-, Geschäfts-)Idee im Markt. So wie jeder Eingriff in den Wissenschaftsmarkt eine Verzerrung der Lösungsmenge darstellt, weil bestimmte Theorien mit Privilegien versehen werden, so schafft im Wirtschafts-Markt jeder planerische Eingriff Privilegien und verzerrt die Marktergebnisse zu Gunsten bestimmter Anbieter/Ideen.

Gäbe es einen Markt für Wissenschaft und wissenschaftliche Ideen, auf dem Wissenschaftler in Selbstregulation die Prüfung von Ideen und Theorien betreiben, so genannte Expertisen, die von Institutionen wie der GEW oder der Heinrich-Böll-Stiftung finanziert werden, damit sie ihre Ideologie in einem Mäntelchen aus vermeintlicher Wissenschaft verpacken können, hätten nur eine kurze Haltbarkeit. Ein solcher Wissenschaftsmarkt wäre von dem Interesse der ihn betreibenden Wissenschaftler geprägt, unwissenschaftliche, den üblichen Standards nicht entsprechende oder schlicht falsche „Expertisen“ zu eliminieren. Aber: Es gibt keinen Wissenschaftsmarkt, jedenfalls nicht in den Sozialwissenschaften. Wissenschaftler sind staatliche Bedienstete. Sie erhalten ihr Gehalt, unabhängig von der Qualität ihrer Beiträge. Es gibt daher keine Konkurrenz zwischen Ideen, und es gibt keinen Anreiz für Wissenschaftler, gegen z.B. Genderlehrstühle, die eine Travestie auf Wissenschaft darstellen und von ihnen geförderte und mit wissenschaftlichen Abschlüssen versehene Arbeiten, wie z.B. die Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock vorzugehen.

Der Verwertungszusammenhang

Für Wissenschaftler steht dann, wenn eine Idee, Theorie oder ein Marktangebot sich bewährt hat, eine relativ sichere Erkenntnis bereit, die auf andere Bereiche übertragen werden kann. Damit schließt sich der Kreis zu der im ersten Teil beschriebenen Irritation mancher Kommentatoren ob der Tatsache, dass in diesem blog nicht nur die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien berichtet und kritisiert werden, sondern dass darüber hinaus eine Anwendung der entsprechenden Ergebnisse und deren Bewertung nebst einer Offenlegung der weitreichendsten Folgen oder der logischen Konsequenzen erfolgt. Dies, ist jedoch nichts, was Irritation auslösen sollte. Nicht nur, dass wir unsere Kriterien offenlegen, nach denen wir bestimmte wissenschaftliche Ergebnisse bewerten, wir machen die Konsequenzen der Anwendung dieser Kriterien auch einer kritischen Prüfung zugänglich: Aufgrund der Klarheit und Offenlegung der Kriterien, auf denen unsere Bewertung einer Studie basiert, ist es auch im Verwendungszusammenhang wissenschaftlicher Erkenntnisse möglich, in Wettbewerb mit anderen zu treten. Dies zeichnet die liberale Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse vor allen anderen Verwertungen aus, seien sie sozialistisch, kommunitaristisch oder konservativ. Liberale Bewertungen kommen nie mit dem Anspruch, sie seien letzte Wahrheiten. Sie stellen sich jederzeit – wie jeder, der diesem blog folgt weiß – der Herausforderung und dem Wettbewerb mit anderen Bewertungen.

Wenn also jemandem eine Bewertung von wissenschaftlichen Ergebnissen bzw. von in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierten Texten, die wir auf Grund von uns benannter Kriterien vornehmen,  nicht passt, dann kann er jederzeit versuchen zu zeigen, dass unsere Bewertung auf einer falschen Rezeption oder falschen Schlüssen basiert. Er kann Forschungsergebnisse beibringen, die unsere Bewertung falsifizieren oder auf deren Basis wir unsere Bewertung modifizieren müssten. Dies alles geht. Nur eines ist nicht akzeptabel: Sich hinzusetzen, einen ablehnenden Kommentar zu schreiben und keinerlei Gründe für die Ablehnung anzugeben. Derartige unbegründete Behauptungen mögen in dogmatischer Umgebung geduldet, ja erwartet werden. In einem liberalen blog, unter Wissenschaftlern und Personen, die sich dem Erkenntnisfortschritt verschrieben haben, ist dafür kein Platz, denn hier gilt der kategorische Imperativ und der verbietet es, eine Behauptung unbegründet zu lassen bzw. einen Beitrag einfach abzulehnen, denn: derjenigen, der denkt, einen Text ohne Angabe von Gründen ablehnen zu können, wird eher irritiert reagieren, wenn man es ihm gleich tut. Er geht demnach implizit davon aus, dass andere seine Ablehnung ohne Gründe nicht zur allgemeinen Regeln machen werden und ihm so begegnen, wie er ihnen begegnet. Anders formuliert: Er erwartet Fairness und Ehrlichkeit von anderen, die er selbst zu geben, nicht bereit ist.

Zusammenfassend kann festgestellt werden:

  1. Wissenschaft kann nur betreiben, wer eine liberale Grundhaltung, ein open mind hat. Eine feminstische oder marxistische Wissenschaft kann es daher nicht geben.
  2. Wissenschaft kann nur in einem freien Markt stattfinden, in dem der Wettbewerb zwischen Ideen unbeschränkt möglich ist. Eine staatliche regulierte Wissenschaft ist somit keine Wissenschaft.
  3. Der Wettbewerb von Ideen findet in Form einer Prüfung wissenschaftlicher Aussagen an der Wirklichkeit statt. Aussagen, aus denen keine Sätze abgeleitet werden können, die empirisch prüfbar sind, sind keine wissenschaftlichen Aussagen.
  4. Neben dem Kriterium der Falsifizierbarkeit aus Punkt 3 wird der Möglichkeitsraum wissenschaftlicher Aussagen nur durch den kategorischen Imperativ Kants begrenzt. Wissenschaftliche Aussagen, die dem Instrumentalisierungsverbot widersprechen, in denen Menschen als Mittel zum Zweck gebraucht werden, sind aus der Wissenschaft ausgeschlossen. Arbeiten, die nur dazu dienen, eine politische oder weltanschauliche Position zu legitimieren, Arbeiten, die dem Zweck dienen, Umerziehung und Manipulation von z.B. Jungen zu rechtfertigen und Arbeiten, die dem Zweck dienen, den (politischen) Gegner zu diskreditieren, sind somit keine Wissenschaft.

Kant, Immanuel (1997). Kritik der praktischen Vernunft. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Bd. VII der Werksausgabe hrsg. von Wilhelm Weischedel. Frankfurt: Suhrkamp.