„Angelsächsische Götzendiener des Geldes“: ScienceFiles-Rätsel

Das letzte Rätsel war zu einfach. Gleich mehrere unserer Leser haben es angemerkt.

Zu einfach!

Im letzten Rätsel hatten wir nach einem Vulgär-Anthropologen gefragt, den seine Einsicht in das, was Menschen antreibt, zu dem Schluss getrieben hat, dass Menschen ohne Arbeit notwendig auf das Niveau von Affen retardieren müssen (wobei man anfügen muss, dass es für manche Menschen ein evolutionärer Schritt, keine Retardierung wäre).

624 Leser haben an unserem Rätsel teilgenommen. Ihre Antworten verteilen sich auf die potentiellen Vulgär-Anthropologen wie folgt:

  • Friedrich Schiller: 10 (2%),
  • Friedrich Schleiermacher: 31 (5%),
  • Oswald Spengler: 48 (8%),
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel: 52 (8%),
  • Adolf Hitler: 63 (10%),
  • Ferdinand Lassalle: 74 (12%),
  • Friedrich Engels: 346 (55%)

questionmark2Unser Rätsel ist einer der (seltenen) Fälle, in denen die Mehrheit Recht hat. Friedrich Engels, bei dem man Unsinn in jeglicher Form und zu (fast) jedem Thema finden kann, ist der Urheber dessen, was wir zitiert haben. Entsprechender Unsinn ist offensichtlich notwendig, um zum Helden linker Ideologen zu werden.

Um uns nicht wieder dem Vorwurf auszusetzen, unser Rätsel sei zu einfach, haben wir dieses Mal keine Kosten und Mühen gescheut und ein Zitat aus einem Buch [!sic] entnommen, das es im Internet nicht doch zu googlen gibt. Wer sich also um den Spaß bringen will, der kann das tun, sofern er weiß, wonach er suchen muss.

Das Zitat lautet wie folgt:

“Entweder soll die preußisch-deutsch-germanische Weltanschauung – Recht, Freiheit; Ehre, Sitte – in Ehre bleiben oder die angelsächsische – das bedeutet: dem Götzendienste des Geldes verfallen. In diesem Kampf muss die eine (Weltanschauung) unbedingt überwundern werden. Den Sieg der deutschen Weltanschauung gilt es“

Von wem stammt dieses Zitat?

  • Kaiser Wilhelm II (nur Kaiser)
  • Paul von Hindenburg (Feldmarschall und Reichspräsident)
  • Otto von Bismarck (Reichskanzler)
  • Friedrich Ebert (Reichspräsident)
  • Rosa Luxemburg (Spartakusbund)
  • Richard Wagner (Komponist)
  • Kurt Eisner (USPD, Bayerischer Ministerpräsident)
  • Walther Rathenau (Staatssekretär und Außenminister)

Wer ist Urheber dieser germanischen Hatspeech, mit der die Angelsachsen zum Ihr vom uns aus, dem Wir, gemacht werden sollen? Wer ist der Ausgangspunkt des in Deutschland wieder, immer noch zu findenden Hasses auf den Kapitalismus?

Sieg der richtigen Weltanschauung:

Ohne Arbeit werden Menschen wieder zu Affen: ScienceFiles Wissenschaftsrätsel

Wie wäre es einmal wieder mit einem Wissenschaftsrätsel?

Wer googled wird disqualifiziert!

Wir haben einen Text ausgegraben, der von einem Vulgär-Anthropologen geschrieben wurde, für den die Entwicklung von Menschen ein linearer Prozess ist, an dessen Anfang der Affe steht, der eines Tages den aufrechten Gang lernt. Weil er nun keine Verwendung mehr für seine beiden Vorderfüße hat, nennt er sie Hände und nutzt sie für Arbeit. Hat man Arbeit erst einmal in die Hand genommen, dann ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten der Arbeit, die kommuniziert werden müssen. Deshalb entwickelt sich die Sprache, weil Umpf Umpf auf Dauer nicht ausreicht. Weil Sprache langweilig ist, wenn man sie an sich selbst richtet, deshalb folgt die Gesellschaft, die wiederum ein direktes Ergebnis von Arbeit ist.

Wie für die meisten linearen Prozessen, so gilt auch für den soeben beschriebenen, dass er prinzipiell umkehrbar ist: Wenn in einer Gesellschaft Arbeit entwertet wird, dann leidet die Sprachfähigkeit, die Hand entwickelt sich zurück und die Menschen gehen zurück auf die noch verbliebenen Bäume und betätigen sich von da an wie richtige Affen.

Im Folgenden haben wir den soeben zusammengefassten Text im Original und im Anschluss daran fragen wir, von wem der Text stammt. Sechs Kandidaten stehen zur Auswahl:

  • Friedrich Schiller
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel
  • Friedrich Schleiermacher
  • Friedrich Engels
  • Oswald Spengler
  • Ferdinand Lassalle
  • Adolf Hitler

questionmark2[Der aufrechte Gang]

“Wohl zunächst durch ihre Lebensweise veranlaßt, die beim Klettern den Händen andre Geschäfte zuweist als den Füßen, fingen diese Affen an, auf ebner Erde sich der Beihülfe der Hände beim Gehen zu entwöhnen und einen mehr und mehr aufrechten Gang anzunehmen. Damit war der entscheidende Schritt getan für den Übergang vom Affen zum Menschen.

[…]

Wenn der aufrechte Gang bei unsern behaarten Vorfahren zuerst Regel und mit der Zeit eine Notwendigkeit werden sollte, so setzt dies voraus, dass den Händen inzwischen mehr und mehr anderweitige Tätigkeiten zufielen. Auch bei den Affen herrscht schon eine gewisse Teilung der Verwendung von Hand und Fuß. Die Hand wird, wie schon erwähnt, beim Klettern in andrer Weise gebraucht als der Fuß. Sie dient vorzugsweise zum Pflücken und Festhalten der Nahrung, wie dies schon bei niederen Säugetieren mit den Vorderpfoten geschieht. Mit ihr bauen sich manche Affen Nester in den Bäumen oder gar, wie der Schimpanse, Dächer zwischen den Zweigen zum Schutz gegen die Witterung. Mit ihr ergreifen sie Knüttel zur Verteidigung gegen Feinde oder bombardieren diese mit Früchten und Steinen. Mit ihr vollziehen sie in der Gefangenschaft eine Anzahl einfacher, den Menschen abgesehener Verrichtungen. Aber grade hier zeigt sich, wie groß der Abstand ist zwischen der unentwickelten Hand selbst der menschenähnlichsten Affen und der durch die Arbeit von Jahrhunderttausenden hoch ausgebildeten Menschenhand. Die Zahl und allgemeine Anordnung der Knochen und Muskeln stimmen bei beiden; aber die Hand des niedrigsten Wilden kann Hunderte von Verrichtungen ausführen, die keine Affenhand ihr nachmacht. Keine Affenhand hat je das rohste Steinmesser verfertigt.

[Die Hand]

Die Verrichtungen, denen unsre Vorfahren im Übergang vom Affen zum Menschen im Lauf vieler Jahrtausende allmählich ihre Hand anpassen lernten, können daher anfangs nur sehr einfache gewesen sein. Die niedrigsten Wilden, selbst diejenigen, bei denen ein Rückfall in einen mehr tierähnlichen Zustand mit gleichzeitiger körperlicher Rückbildung anzunehmen ist, stehn immer noch weit höher als jene Übergangsgeschöpfe. Bis der erste Kiesel durch Menschenhand zum Messer verarbeitet wurde, darüber mögen Zeiträume verflossen sein, gegen die die uns bekannte geschichtliche Zeit unbedeutend erscheint. Aber der entscheidende Schritt war getan: Die Hand war frei geworden und konnte sich nun immer neue Geschicklichkeiten erwerben, und die damit erworbene größere Biegsamkeit vererbte und vermehrte sich von Geschlecht zu Geschlecht.

[Die Arbeit]

So ist die Hand nicht nur das Organ der Arbeit, sie ist auch ihr Produkt.Nur durch Arbeit, durch Anpassung an immer neue Verrichtungen, durch Vererbung der dadurch erworbenen besondern Ausbildung der Muskel, Bänder, und in längeren Zeiträumen auch der Knochen, und durch immer erneuerte Anwendung dieser vererbten Verfeinerung auf neue, stets verwickeltere Verrichtungen hat die Menschenhand jenen hohen Grad von Vollkommenheit erhalten, auf dem sie Raffaelsche Gemälde, Thorvaldsensche Statuen, Paganinische Musik hervorzaubern konnte.
Aber die Hand stand nicht allein. Sie war nur ein einzelnes Glied eines ganzen, höchst zusammengesetzten Organismus. Und was der Hand zugute kam, kam auch dem ganzen Körper zugute, in dessen Dienst sie arbeitete – und zwar doppelter Weise.

[…]

[Die Sprache]

Weit wichtiger ist die direkte, nachweisbare Rückwirkung der Entwicklung der Hand auf den übrigen Organismus. Wie schon gesagt, waren unsre äffischen Vorfahren gesellig; es ist augenscheinlich unmöglich, den Menschen, das geselligste aller Tiere, von einem ungeselligen nächsten Vorfahren abzuleiten. Die mit der Ausbildung der Hand, mit der Arbeit, beginnende Herrschaft über die Natur erweiterte bei jedem neuen Fortschritt den Gesichtskreis des Menschen. An den Naturgegenständen entdeckte er fortwährend neue, bisher unbekannte Eigenschaften. Andrerseits trug die Ausbildung der Arbeit notwendig dazu bei, die Gesellschaftsglieder näher aneinanderzuschließen, indem sie die Fälle gegenseitiger Unterstützung, gemeinsamen Zusammenwirkens vermehrte und das Bewußtsein von der Nützlichkeit dieses Zusammenwirkens für jeden einzelnen klärte. Kurz, die werdenden Menschen kamen dahin, dass sie einander etwas zu sagen hatten. Das Bedürfnis schuf sich sein Organ: Der unentwickelte Kehlkopf des Affen bildete sich langsam aber sicher um, durch Modulation für stets gesteigerte Modulation, und die Organe des Mundes lernten allmählich einen artikulierten Buchstaben nach dem andern aussprechen.

[…]

Arbeit zuerst, nach und dann mit ihr die Sprache – das sind die beiden wesentlichsten Antriebe, unter deren Einfluß das Gehirn eines Affen in das bei aller Ähnlichkeit weit größere und vollkommnere eines Menschen allmählich übergegangen ist. Mit der Fortbildung des Gehirns aber ging Hand in Hand die Fortbildung seiner nächsten Werkzeuge, der Sinnesorgane. Wie schon die Sprache in ihrer allmählichen Ausbildung notwendig begleitet wird von einer entsprechenden Verfeinerung des Gehörorgans, so die Ausbildung des Gehirns überhaupt von der der sämtlichen Sinne.

[…]

[Die Gesellschaft und die Arbeit]

Die Rückwirkung der Entwicklung des Gehirns und seiner dienstbaren Sinne, des sich mehr und mehr klärenden Bewußtseins, Abstraktions- und Schlußvermögens auf Arbeit und Sprache gab beiden immer neuen Anstoß zur Weiterbildung, einer Weiterbildung, die nicht etwa einen Abschluß fand, sobald der Mensch endgültig vom Affen geschieden war, sondern die seitdem bei verschiednen Völkern und zu verschiednen Zeiten verschieden nach Grad und Richtung, stellenweise selbst unterbrochen durch örtlichen und zeitlichen Rückgang, im ganzen und großen gewaltig vorangegangen ist; einerseits mächtig vorangetrieben, andrerseits in bestimmtere Richtungen gelenkt durch ein mit dem Auftreten des fertigen Menschen neu hinzutretendes Element – die Gesellschaft.

Hunderttausende von Jahren – in der Geschichte der Erde nicht mehr als eine Sekunde im Menschenleben sind sicher vergangen, ehe aus dem Rudel baumkletternder Affen eine Gesellschaft von Menschen hervorgegangen war. Aber schließlich war sie da. Und was finden wir wieder als den bezeichnenden Unterschied zwischen Affenrudel und Menschengesellschaft?
Die Arbeit.”

Von wem stammt der zitierte Unsinn?

ScienceFiles-Rätsel: Welche Partei verkündet hier das Heil des Sozialismus?

Wir haben ein wenig im Archiv gegraben und dort politische Thesen einer Partei der Weimarer Republik gefunden, die – wenn man sie ohne historischen Kontext betrachtet – durchaus aktuell sein könnten. In dem Programm wird ein zügelloser Sozialismus propagiert, was die Partei als eine linke Partei ausweist. Nur: Welche Partei hat die folgenden Absätze in der Weimarer Republik in einen Programmentwurf und in etwas abgewandelter Form in ihr Programm geschrieben?

… Die … verwirft daher das individuelle Wirtschaftssystem des Kapitalismus, dessen Sturz die Voraussetzung zum Gelingen der … ist. Sie bekennt sich mit gleicher Entschiedenheit zum korporativen Wirtschaftssystem des Sozialismus, ausgehend davon und darin endend, dass der Sinn aller Wirtschaft einzig und allein die Deckung des Bedarfs … ist, nicht aber Reichtum und Gewinn.

Die … erklärt daher das Obereigentum an Grund und Boden und Bodenschätzen, deren Eigentümer nur Lehensträger … sind, ihr bzw. ihrem Staat Rechenschaft und Leistung schuldig, …. [sind]

Der Text ist insofern aktuell als man die beschriebene Ablehnung des Kapitalismus heute wieder in Programmen der Linken lesen kann.

Linke, Grüne und Teile der SPD knüpfen entsprechend an ihren historischen Vorbildern an. Lediglich die Enteignung der Bauern und deren Zusammenpferchen in Landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaften ist etwas außer Mode gekommen, seit sich bei Linken herumgesprochen hat, dass es besser ist, Privatbesitz an Produktionsmitteln zuzulassen und den Gewinn der privaten Unternehmungen per Steuer zu enteignen und in die eigenen und die Taschen der eigenen Klientel zu leiten.

Das Ziel, von der Kraft der wirtschaftlich Leistungsfähigen zu leben, ist somit immer noch das Ziel der Linken, nur die Mittel, sich die Früchte von anderer Menschen Arbeit zu verschaffen, haben sich verändert.

Doch zurück zum Rätsel: Von welcher Partei stammen die zitierten Programmaussagen? [Googlen gilt nicht!]

SF-Rätsel: Sozialistische Partei/WR

Repräsentanten der Dummheit

Wir sind wieder einmal auf ein Fragment gestoßen, ein Textfragment, das man – je nach ideologischer Ausrichtung und je nach eigener Kompetenz als das Textfragment eines „Haters“, wie das heute heißt, bezeichnen kann, man kann in dem Textfragment eine wahre Beschreibung erkennen, es für übertrieben oder zu direkt halten oder man kann sich wundern, dass in all den Jahren, die vergangen sind, seit dieser Text geschrieben wurde, so vieles unverändert geblieben ist.

Sciencefiles

Denn obgleich heutige Parlamente voller Studienabbrecher sitzen und sich die Parlamentarier, die meinen, ihren Lebenslauf schönen zu müssen, langsam in der Mehrzahl zu befinden scheinen, ist der folgende Text nicht aktuell. Tatsächlich ist er ziemlich alt, fast schon sehr alt. Daran, dass er politisch nicht korrekt ist und es auch nicht war, als er geschrieben wurde, hat auch die vergangene Zeit nichts geändert.

Scheinbar haben politische Systeme wie Demokratien dann, wenn sie nicht hinreichend geschützt werden, die Tendenz, in die Hände von Opportunisten, Inkompetenten oder Lederhändlern zu fallen, wie unser Autor, dessen Namen wir suchen, das formuliert.

Von wem, so fragen wir unsere Leser, stammt das folgende Textfragment?

„Je zwergenhafter ein solcher Lederhändler heute an Geist und Können ist, je klarer ihm die eigene Einsicht die Jämmerlichkeit seiner tatsächlichen Erscheinung zum Bewußtsein bringt, um so mehr wird er ein System preisen, das von ihm gar nicht die Kraft und Genialität eines Riesen verlangt, sondern vielmehr mit der Pfiffigkeit eines Dorfschulzen vorlieb nimmt, ja, eine solche Art von Weisheit lieber sieht als die eines Perikles. Dabei braucht solch ein Tropf sich nie mit der Verantwortung seines Wirkens abzuquälen. Er ist dieser Sorge schon deshalb gründlich enthoben, da er ja genau weiß, daß, ganz gleich, wie immer auch das Ergebnis seiner “staatsmännischen” Murkserei sein wird, sein Ende ja doch schon längst in den Sternen verzeichnet steht: er wird eines Tages einem anderen, ebenso großen Geist den Platz zu räumen haben. Denn dies ist mit ein Kennzeichen eines solchen Verfalls, daß die Menge großer Staatsmänner in eben dem Maße zunimmt, in dem der Maßstab des einzelnen zusammenschrumpft. Er wird aber mit zunehmender Abhängigkeit von parlamentarischen Mehrheiten immer kleiner werden müssen, da sowohl die großen Geister es ablehnen werden, die Büttel blöder Nichtskönner und Schwätzer zu sein, wie umgekehrt die Repräsentanten der Majorität, das ist also der Dummheit, nichts inständiger hassen als den überlegenen Kopf.

Es ist immer ein tröstliches Gefühl für solch eine Ratsversammlung Schildaer Stadtverordneter, einen Führer an der Spitze zu wissen, dessen Weisheit dem Niveau der Anwesenden entspricht: hat doch so jeder die Freude, von Zeit zu Zeit auch seinen Geist dazwischen blitzen lassen zu können und vor allem aber, wenn Hinze Meister sein kann, warum dann nicht auch einmal Peter?“

Von wem stammt das Textfragment?

Nachhaltiges Empowerment-Rätsel

Eine Pressemeldung, die uns gerade ereilt hat, ist voller Empowerment und Nachhaltigkeits-BlaBla. Und wie wir die Pressemeldung so gelesen haben, da hat uns der Schalk überfallen, denn: Sie sind total austauschbar, die nachhaltigen Empowerment oder empowernden Nachhaltigkeitspressemeldungen.

Also haben wir gedacht, lassen wir unsere Leser doch raten, wer hier nachhaltig empowert werden soll oder empowernde Nachhaltigkeit verlangt.

Ist es:

  • der Bundesverband WindEnergie e.V., dessen Mitglieder ein nachhaltiges Empowerment des alternativen energieproduzierenden Gewerbes verlangen?
  • der evangelische Entwicklungsdienst, der alle nachhaltig empowern will, von denen er denkt, dass sie noch nicht nachhaltig (genug) empowered wurden?
  • der Schulsozialarbeiterverband der Schweiz, der Schulsozialarbeiter ermächtigen will, Eltern die Kinder früher zu entziehen?
  • der Frauenrat, der Frauen einmal mehr empowern will, dieses Mal nachhaltig, weil nachhaltiges Empowern nachhaltiger ist als nicht nachhaltiges Empowern?
  • die katholische Kirche, die Laienpriester nachhaltig empowern will, um Pfarreischließungen vorzubeugen?
  • die Bäckerinnung, die auf der Suche nach Auszubildenden jeden Trend-Strohhalm, der sich bietet, greift?
  • die Verbraucherzentrale, die Konsumenten nachhaltig empowern will, damit sie Unternehmen nachhaltig nerven können?
  • die Drogenbeauftragte des Bundes, die Drogenabnehmer dazu empowern will, die willkürliche Preissetzung der Dealer nachhaltig zu erschüttern?

Nun, was glauben die ScienceFiles-Leser: Wer will hier Minderentwickelte, nicht Konurrenzfähige, Helfer, Verzweifelte oder Abhängige empowern, nachhaltig versteht sich?

ScienceFiles-Rätsel

Universität und Freiheit: Rätsel zum Wochenende

Zum Wochenende haben wir einmal wieder ein kleines Rätsel für unsere Leser. Die folgende Passage haben wir einer Veröffentlichung entnommen, die entweder von Ernst Toller, von Gerd Mielke, von Erich Honecker, von Martin Heidegger, von Johanna Wanka oder von Ilse Lenz stammt.

Wir wollen von unseren Lesern wissen, wer hat den folgenden Text zu Papier gebracht. Googlen gilt wie üblich nicht und einen Rechtsweg kennen wir nicht, genauso wenig wie einen Linksweg.

“Die vielbesungene »akademische Freiheit« wird aus der deutschen Universität verstoßen; denn diese Freiheit war unecht, weil nur verneinend. Sie bedeutete vorwiegend Unbekümmertheit, Beliebigkeit der Absichten und Neigungen, Ungebundenheit im Tun und Lassen. Der Begriff der Freiheit des deutschen Studenten wird jetzt zu seiner Wahrheit zurückgebracht. Aus ihr entfalten sich künftig Bindung und Dienst der deutschen Studentenschaft.”

Wer ist dieser Autor, der die Freiheit der Wissenschaft beseitigen und Wissenschaft in den Dienst des Staates stellen will?

Akademische Freiheit

Logik-Rätsel zur Auflockerung

Hier stehen wir und schauen in den Abyss.

Unsere kleine Umfrage zur GDL und speziell zur Frage, ob die GDL eine terroristische Vereiningung ist, hat – wie ein Professor der Soziologie, der zwischenzeitlich emeritiert ist, einmal gesagt hat – Abgründe aufgetan.

Die Frage, ob sich die GDL anhand von vorgegebenen Kriterien, die wir aus der entsprechenden Definition der Europäischen Union entnommen haben, als terroristische Vereinigung qualifiziert, ist eine Frage, die leicht zu beantworten ist.

Man nimmt die Kriterien und prüft, ob die Kriterien anwendbar sind und auf die GDL zutreffen oder nicht.

Aristotle logicDas ist eine formale Aufgabe, die spätestens jeder Fünftklässler beherrschen sollte, wenn er versucht, z.B. Gesetze der Geometrie anzuwenden.

Und es ist eine einfache Frage der Logik, keine Frage, die etwas mit den Inhalten zu tun hat, mithin eine Frage, die man anhand des Verstands und nicht anhand des Gefühls, das sich im Solar Plexus bildet, beantworten muss.

Um die Kenntnisse in Logik, die offensichtlich bei einigen Kommentatoren nicht einmal rudimentär vorhanden sind, zu schulen und zu schärfen, machen wir ein kleines Rätsel.

Im Folgenden gibt es sechs logische Schlüsse in Form von Syllogismen, und die Frage, die sich mit jedem Schluss verbindet lautet: Ist de Schluss richtig oder falsch.

1. Fliegende Häuser (Barbara):

Alle Vögel fliegen.
Alle Häuser sind Vögel.
Alle Häuser fliegen.

Richtig = 100000 Punkte
Falsch = 900000 Punkte

2. Lügende Gewerkschaftler

Alle Gewerkschaftler sind Lügner
Ich bin ein Gewerkschaftler

Paradox (aber richtig) = 10000 Punkte
Blödsinn = 90000 Punkte

3. Funktionäre und Gier (Darii)

Alle Funktionäre sind gierig.
Manche Deutsche sind Funktionäre.
Manche Deutsche sind gierig.

Richtig = 1000 Punkte
Falsch = 9000 Punkte

4. Gewerkschaftler und Verstand (Bocardo)

Manche Gewerkschaftler haben keinen Verstand.
Alle Gewerkschaftler sind Linke.
Manche Linke haben keinen Verstand.

Richtig = 100 Punkte
Falsch = 900 Punkte

5. Gott ist Liebe

Gott ist Liebe.
Liebe ist blind.
Steve Wonder ist blind.
Steve Wonder ist Gott.

Richtig = 10 Punkte
Falsch = 90 Punkte

6. Ich bin blind

Ich bin Niemand.
Niemand ist perfekt.
Gott ist perfekt.
Also bin ich Gott.
Aber: Steve Wonder ist Gott.
Also bin ich Steve Wonder.
Um Gottes Willen: Ich bin blind!

Richtig = 1 Punkt
Falsch = 9 Punkte.

Nun wird es kompliziert:

Addieren Sie die Punkte für die sechs Rätsel und geben Sie die Summe in die Befragung ein.

Die Auflösung kommt bald auf ScienceFiles.

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

ScienceFiles-Rätsel: Antifa, al-Kaida oder Freiwillige Feuerwehr?

Wir haben den Eindruck, dass es eine Nachfrage nach wissenschaftlichen Rätseln gibt. Also haben wir uns entschlossen, diese neue Form der Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse in den festen Bestand von ScienceFiles aufzunehmen, wie immer gemischt mit ein bißchen Ethnomethodologie.

Deep ThoughtDas heutige Rätsel basiert auf einer Untersuchung, die wiederum auf empirischen Daten basiert. Interviews mit 2032 Personen bilden die Datenbasis einer Typologie, die der Autor, dessen Namen wir hier noch nicht verraten, erstellt hat.

Die Typologie beschreibt Motivationen, sich einer bestimmten Organisation anzuschließen. Was wir von unseren Lesern wissen wollen: Welcher Organisation haben sich die 2032 Befragten angeschlossen bzw. über die Mitglieder welcher Organisation hat der Autor, dessen Namen wir derzeit nicht verraten, geforscht?

Zunächst zur Typologie.

Die Typologie besteht aus vier Gruppen: den Ärgerlichen, den Identifikations-Suchern, den Status-Suchern und den Abenteurern. Sie werden wie folgt beschrieben:

  • Die Ärgerlichen sind unglücklich und sehen sich als Opfer der Gesellschaft, als Spielball externer Kräfte, die sie daran hindern, in der Gesellschaft erfolgreich zu sein. Die Ärgerlichen können ihren Ärger nicht richtig zuordnen und wissen nicht wirklich, gegen wen genau er sich eigentlich richtet. Ihr Ärger ist diffus, und die Organisation, die wir suchen, hilft den Ärgerlichen dabei, ihren Ärger auf ein Ziel zu richten.
  • Die Identitäts-Sucher sind auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Sie sind nicht in der Lage, sich eine eigenständige Identität aufgrund eigener Leistung zu geben und halten deshalb Ausschau nach einer Gruppe, der sie sich zuordnen können. Die Identitäts-Sucher wollen Teil eines größeren Ganzen sein, das es ihnen erlaubt, sich eine Identität zu geben. Sie brauchen eine Struktur, feste Regeln und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, denn die Zugehörigkeit zu einer Gruppe definiert sie, ihre Rolle, ihre Freunde, ihre Interaktion mit der Gesellschaft. Die Organisation, die wir suchen, gibt den Identitäts-Suchern die Identität, die sie selbst sich zu schaffen nicht im Stande sind.
  • Die Status-Sucher sind frustriert. Sie leben in einer Gesellschaft, arbeiten in einer Gesellschaft, die sie nicht wertschätzt. Sie sehen sich auf bestimmte gesellschaftliche Bereiche beschränkt und in ihrem Fortkommen blockiert. Sie suchen nach Wertschätzung, nach Status, nach Differenzierung gegenüber anderen. Die Organisation, die wir suchen, verschafft ihnen Status und hilft ihnen, sich innerhalb einer Hierarchie von anderen zu differenzieren.
  • Die Abenteurer sind in erster Linie gelangweilt. Anders als die zuvor Genannten sind sie klar einer sozialen Gruppe zuzuordnen: Sie stammen aus der Oberschicht oder der oberen Mittelschicht, haben alles in ihrem Leben, was sie sich an materiellen Dingen wünschen. Ihnen fehlt der Thrill, das, was die Eintönigkeit ihres täglichen Lebens beseitigt und ihnen Abenteuer und Abwechslung verschafft. Die Organisation, die wir suchen, bietet Abwechslung, Abenteuer und Thrill.

Nun sind Sie an der Reihe. Welcher Organisation haben sich die 2032 Befragten angeschlossen, die Grundlage der oben dargestellten Typologie sind?

ScienceFiles-Rätsel:

Dies Rätsels Lösung gibt es am Donnerstag.

Die Lösung des letzten Rätsels lautet: 126. 111 oder 60% der ScienceFiles-Leser, die sich daran beteiligt haben, haben die richtige Lösung gewusst.

©ScienceFiles, 2014

Des Rätsels Lösung

Riddle_1Wir haben die Woche mit einem Rätsel begonnen, in dem wir unsere Leser gefragt haben, welche von drei Forschungen es nicht gibt. Derartige Rätsel sind immer wieder interessant, denn sie sind nicht nur dazu geeignet, die Vorstellungen, die Wissenschaft gegenüber bestehen, zu erheben, sondern auch zu untersuchen, wie weit sich Wissenschaft vom Alltagsverstand entfernt hat. Letzteres ist für die Sozialwissenschaften nicht ganz unerheblich, haben sie sich doch selbst die Aufgabe gesetzt, das soziale Leben zu untersuchen. Folglich sollte es doch zumindest eine spontan nachvollziehbare Verbindung, zwischen dem, was geforscht wird, und dem, was im sozialen Leben eine Rolle spielt, geben.

Nun, die Verbindung zwischen Forschung über und realem sozialen Leben, die wir festgestellt haben, ist, wie soll man sagen, eher fragil. In Zahlen ausgedrückt: 31% der Leser von ScienceFiles, die sich bemüht haben, an der Lösung des Rätsels mitzuwirken, haben auf das richtige Pferd gesetzt. 69% lagen daneben. Insgesamt bedanken wir uns bei 270 Lesern, die bei unserem kleinen Rätsel mitgemacht haben.

Hier nun die Auflösung.

102 Leser, 38% derjenigen, die sich am Rätsel beteiligt haben, waren der Ansicht, die Typologie der Auftragskiller, die Unterscheidung in Novizen, Dilettanten, Gesellen und Meister sei erfunden. Die 102 Leser liegen falsch. Die Typologie ist nicht erfunden, sondern real. Sie stammt aus dem Beitrag:

  • British hitmanThe British Hitman: 1974-2013 der demnächst in der gedruckten Ausgabe des Howard Journal of Criminal Justice erscheinen wird. Geschrieben haben den Beitrag Donald MacIntyre, David Wilson, Elizabeth Yardley und Liam Brolan. Die Forschung ist also ganz real, und es macht ja eigentlich auch Sinn, wenn man sich als Kriminologe dafür interessiert, was Auftragskiller auszeichnet. Die Aufgabe von Sozialwissenschaftlern besteht ja gerade darin, da zu untersuchen, wo es gesellschaftliche Tabus gibt, wo der Mainstream es lieber hätte, wenn nicht untersucht wird oder wo die Wahrscheinlichkeit besteht, dass man auf Regelmäßigkeiten stößt, die man nicht erwartet und andere gerne nicht entdeckt hätten. Z.B: wäre es interessant, die Typologie der Auftragskiller mit einer Typologie der kriminellen Funktionäre zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten aufzufinden, sofern sie vorhanden sind. Also: Die Auftragskiller-Forschung ist korrekt.

Damit verbleiben zwei Kandidaten, unter denen die falsche Forschung sich versteckt.

  • spiegelbild85 Leser (31%) waren der Ansicht, die Störung der krankhaften Körperwahrnehmung sei frei erfunden. Ist sie nicht. Sie findet sich im DSM V und im ICD-10 der WHO, ist also eine klassifizierte und damit anerkannte mentale Störung. Es gibt sie als einfache Dysmomorphophobie (F45.21) und als wahnhafte Störung (F22.8). Sie äußert sich in einer obzessiven Beschäftigung mit sich selbst und einem wahrgenommenen oder eingebildeten Makel, die dazu führt, dass die normalen Routinen des sozialen und beruflichen Lebens eingeschränkt sind. Also: Nicht zu lange vor dem Spiegel stehen und nicht die S-Bahn verpassen. Es ist der erste Schritt auf der Diagnose zur Dysmomorphophobie oder zur Body Dysmorphic Disorder, wie es im Englischen heißt. Und wie immer wenn der erste Schritt zur Diagnose gegangen ist, ist der Psychotherapeut nicht weit, der sich die Hände reibt.

Damit ist klar, was wir erfunden haben: Die Sinosierung. Es gibt keine Forschung zum Sinosierungsprozess. Wer nach Sinosierungsprozess googled, der finde ausschließlich Verweise auf ScienceFiles. Und auch wenn wir zugeben, dass die von uns beschriebenen Prozesse, die wir als Sinosierungsprozess benannt haben, nachdem wir miteinander über Verlumpungsprozess diskutiert haben und der Ansicht waren, das sei zu offensichtlich, beobachtbar sind, so gibt es doch niemanden, keinen Sozialwissenschaftler und schon gar nicht einen Kulturwissenschaftler, der sie untersuchen würde. Dazu ist die Fragestellung nicht politisch korrekt genug und die Gefahr zu hoch, dass man bei der Forschung zu einem relevanten Ergebnis kommt.

Also: Der Sinosierungsprozess ist erfunden. 83 Leser (31%), die sich an unserem kleinen Rätsel beteiligt haben, lagen richtig.

Was uns nun noch interessiert, sind die Gründe, die die Leser bewogen haben, für die eine oder andere Forschung zu votieren. Deshalb bedanken wir uns schon im Vorfeld bei allen, die die Kommentarfunktion nunmehr dazu nutzen, ihren Gedankengang, der zu der entsprechenden Wahl geführt hat, offenzulegen.

Und wo wir gerade beim Rätseln sind:

ScienceFiles-Rätsel: Die bunte Welt der Wissenschaft

Wir wollen die neue Woche mit einem Rätsel beginnen und unsere Leser vor die Aufgabe stellen, aus den drei Forschungsbeschreibungen, die wir unten zusammengestellt haben, diejenige herauszufinden, die wir frei erfunden haben.

Also: Bitte die Forschungsbeschreibungen lesen und anschließend abstimmen, welche der Beschreibungen falsch ist.

Forschung Nummer 1: Der Auftragskiller

pusherJeder kennt die Auftragskiller aus Spielfilmen. Auftragskiller wie “Pusher” aus den X-files, die ihre Opfer um die Ecke bringen, um damit Geld zu verdienen. Forscher aus Großbritannien haben nun untersucht, ob die richtigen Auftragskiller mit denen, die uns Filmproduzenten präsentieren, vergleichbar sind. Im Ergebnis ihrer Forschung sind sie zu einer Typologie der Auftragskiller gekommen. Demnach gibt es Novizen, Dilettanten, Gesellen und Meister. Die vier Typen von Auftragskillern unterscheiden sich in der Wahl ihrer Mittel (die meisten versuchen, ihre Opfer zu erschießen, bei den Meistern kommt noch Gift ins Spiel und die Dilettanten versuchen so ziemlich alles, um ihre Opfer um die Ecke zu bringen). Entsprechend unterscheiden sich die Auftragskiller im Organisationsgrad von gar nicht organisiert (Dilettanten) bis hoch organisiert (Meister). Auch hinsichlich ihrer Opfer gibt es Unterschiede: Novizen und Dilettanten versuchen, private Fehden oder Unternehmensnachfolgen durch ihren Eingriff zu entscheiden, während sich Gesellen und Meister Opfern aus dem Bereich der Wirtschaft und der organisierten Kriminalität zuwenden. Die vier Typen rekrutieren sich aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. So sind Novizen und Dilettanten keiner bestimmten gesellschaftlichen Schicht zuzuordnen und haben keine entsprechende Ausbildung, während Gesellen und Meister häufig aus dem Militär oder dem organisierten Verbrechen stammen. Auch in der Erfassungshäufigkeit unterscheiden sie sich: Novizen und Dilettanten haben ein hohes Risiko, erwischt zu werden, während Gesellen und Meister der Polizei eher selten ins Netz gehen”.

Forschung Nummer 2: Der Sinosierungsprozess

1950sKulturwissenschaftler untersuchen die Frage, wie sich die Bedeutung von Kleidung im öffentlichen Leben verändert hat und welchen Einfluss die großen Ismen dieses Jahrhunderts, der Feminismus und der Sozialismus und der Kapitalismus auf diese Veränderungen haben. Auf der Grundlage von Modezeitschriften aus den frühen 1920er Jahren bis heute, skizzieren die Forscher eine Veränderung, die sie als Sinosierungsprozess beschreiben. Der Trend geht eindeutig von einem gepflegten Äußeren zu einem eher legeren Äußeren, das sich frei gemacht hat von modischen Standards. Die Diversifizierung der Kleidungsstile macht es unmöglich, wie dies noch in den 1920er und 1930er und auch in den 1950 er Jahren der Fall war, anhand der Kleidung zu erkennen, mit wem man es zu tun hat. Damals hat es z.B. eine klare Unterscheidung zwischen Berufs, formeller und Freizeitkleidung gegeben, heute ist diese Unterscheidung weitgehend entfallen und man kann nicht mehr darüber sicher sein, dass ein Repräsentant eines großen Unternehmens nicht im Freizeithemd erscheint oder Politiker in kurzen Hosen zum Bundestag radeln. Wer sich an einem sonnigen Tag in die Innenstadt von München setzt, der hat, kaum eine Möglichkeit, die arbeitende, von der einkaufenden oder der Bevölkerung in Freizeit zu unterscheiden, wie dies noch in den 1950er Jahren der Fall gewesen ist. Der Trend zur Vermassung der Kleidung, zur Uniform des Jogging-Anzuges, ist unverkennbar und soll ein Ergebnis der moralischen Entwicklung sein, die der Feminismus und der Sozialismus mit sich gebracht haben. Isomorphe Prozesse seien auch im Bereich des Kapitalismus (also in Unternehmen) zu erkennen, auch hier gebe es die angesprochene Sinosierung.

Forschung Nummer 3: Krankhafte Körperwahrnehmung

spiegelbildStehen Sie morgens, bevor Sie das Haus verlassen, vor dem Spiegel? Wie lange? Hoffentlich nicht zu lange, denn wenn Sie zu lange vor dem Spiegel stehen und das vor dem Spiegel-Stehen häufig wiederholen, dann sind Sie in Gefahr, als mental gestört zu gelten, dann liegt der Verdacht nahe, dass Sie vor dem Spiegel stehen, um zu kontrollieren, ob ein kleiner Makel, den Sie sich einbilden oder den Sie tatsächlich haben, auch so kaschiert ist, dass ihn niemand sieht. Wenn das vor dem Spiegel-Stehen so ausartet, dass Sie zu spät in die Schule, an den Arbeitsplatz oder an den Stammtisch kommen oder sie gleich ganz vor dem Spiegel stehen bleiben, dann steht fest: Sie sind gestört, Sie haben eine krankhafte Körperwahrnehmung, und entsprechend muss man sie mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern behandeln. Wahlweise können Sie sich auch, nachdem Sie einen Fragebogen ausgefüllt haben, der Ihre Störung dokumentiert, einer Verhaltenstherapie unterziehen oder eine Psychotherapie durchleben. Egal, wie Sie sich entscheiden, die Krankenkasse zahlt.

Nun zur Abstimmung: