Unbewusste Vorurteile: der neueste Diversity-Unsinn

Er ist uns in letzter Zeit häufiger begegnet: Der Begriff der „unbewussten Vorurteile“. Diese neueste Verballhornung wissenschaftlicher Konzepte zu einem Brei aus Psychoanalyse und Brachial-Psychologie findet sich zunehmend bei denen, die der Diversität das Wort reden oder gegen „Rassismus“ oder andere Dinge, die sie meist nur halb, wenn überhaupt verstanden haben (um nicht zu sagen, von denen sie ein sehr vorurteilsbehaftetes Bild haben), vorgehen wollen.

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass diejenigen, die am lautesten von Diversität tönen, diejenigen sind, die am wenigsten divers denken können? Sie reduzieren die große Vielfalt, die eine Menschenmenge auszeichnet, weil sie eben aus einzelnen Individuen besteht, zunächst auf Gruppen, um diesen Gruppen dann genau ein Merkmal, Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder was gerade in Mode ist, zuzuschreiben. Das hat mit Diversität überhaupt nichts zu tun. Es beschreibt eher eine Denkbehinderung, die man wohl als Vorurteil bezeichnen muss.

Wer für mehr Diversität ist, der hebe die Hand.

Damit sind wir zurück beim Thema. Sozialpsychologen haben seit der Grundlegung durch Gordon Allport (und vermutlich schon zuvor, aber nicht mit dem Impact), zwischen Stereotypen und Vorurteilen unterschieden. Erstere sind nützliche Abkürzungen, die es Menschen erlauben, schnell und zumeist auch erfolgreich Handlungsentscheidungen zu treffen. Stereoytpe sind das Ergebnis von Handlungserfahrungen, und deshalb haben Stereotype auch Handlungserwartungen zur Folge. Manche von uns sind immer noch der Ansicht, dass Kinder in Schulen rechnen und schreiben lernen und nicht, was politisch gerade als korrekt angesehen wird. Das ist ein Stereotyp. So wie es ein Stereotyp ist anzunehmen, dass ein Mann eher in der Lage ist, einen Kasten Bier fünf Etagen zu schleppen als eine Frau.

Das Besondere an Stereotypen ist, dass sie an konkreten Situationen scheitern können, weil Stereotype „typische Aussagen“ sind, können sie im konkreten Fall falsch sein, dann, wenn Lehrer mehr damit beschäftigt sind, Kinder ideologisch zu indoktrinieren oder man auf eine Gewichtheberin getroffen ist, die einen Kasten Bier in den sechsten Stock schleppt und dort alleine trinkt.

Was Stereotype auszeichnet, ist: Sie sind veränderlich. Erfahrungen, die man macht, schlagen sich auf die Stereotype nieder, führen zu einer Anpassung.

Das unterscheidet sie von Vorurteilen. Vorurteile sind nicht veränderlich. Sie basieren auf Werten oder Normen, auf Erwartungen, was richtig und was gut ist und sie werden gegen die Realität verteidigt. Widerstreitende Informationen können ihnen nichts anhaben. Sie bestehen unverändert, auch im Angesicht widersprechender Erfahrungen weiter. Assmann hat dies gut auf den Punkt gebracht:

„Prejudice cannot be explained – as stereotype can – on a cognitive basis alone; it is charged with collective emotions together with norms that are hidden behind values and taboos. It is not a tool for understanding the world, but a weapon in power and identity politics. This explains one characteristic of the prejudice: It is incorrigible. It can, on the contrary, be defined as a mental strategy to block the process of learning, which involves constant readjustment and reconstruction of preconceived ideas in the light of new experience and information. Instead of reconstructing the stereotype to accommodate the new evidence, the prejudice is constructed to block and destroy evidence. While the stereotype is adapted to the world, prejudice adapts the world to itself” (Assmann, 2009, S.9).

Szenenwechsel

Daniel Kahneman, der es noch erlebt, und Amos Tversky, der schon verstorben ist, gehören zu den derzeit am meisten missbrauchten Forschern. Jeder Halbgebildete meint, er könne sich die Arbeiten der beiden zu nutze machen und seine Verballhornung der Ergebnisse nutzen, um sich selbst und auf deren Kosten zu profilieren.

Unbewusste Vorurteile sind ein Beispiel dafür.

Unbewusste Vorurteile, so lesen wir auf einer Seite, die dem Bemühen gewidmet ist, Profit aus kognitiven Schwächen anderer zu schlagen, seien tief in unseren Gehirnen gespeichert und würden von dort aus unser Handeln „unbewusst“ steuern, ohne dass wir uns dagegen wehren könnten. Wir sind, so die Idee, die hinter den unbewussten Vorurteilen steckt, Automatons, die von ihrem Gehirn, das ein unbewusstes Eigenleben führt, gesteuert werden, ohne dass wir das merken. Wenn Unsinn wie „unbewusste Vorurteile“ verbreitet wird, dann sind in der Regel alle Schleusen geöffnet, dann findet keinerlei rationale Kontrolle dessen, was geäußert wird, mehr statt. So finden wir auf der bereits oben zitierten Seite, die Diversität durch die Bekämpfung „unbewusster Vorurteile“ herstellen will, die folgende Aussage:

„In der Regel ist der automatische Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozess richtig, doch manchmal kann er auch fehlerhaft oder entgegen unserer bewussten Überzeugungen und Werte ablaufen. So wird unser Unbewusstes eher für Menschen aus unserem Kulturkreis präferieren als für andere, weil es mit diesen bereits Erfahrungen gemacht hat – ob wir das wollen oder nicht. In diesen Fällen sprechen wir von kognitiven Wahrnehmungsverzerrungen oder Unconscious Biases.“

Derartiger Blödsinn, der aus einer geistigen Verwirrung, in der Sigmund Freud mit Daniel Kahneman und Amos Tversky in Verbindung gebracht wird, resultiert und in dem die Arbeit von Sozialpsychologen, die sich jahrzehntelang bemüht haben, Stereotype und Vorurteile von einander zu trennen, mit wenigen Worten vom Tisch gewischt wird, wird in den Kreisen derer, die Diversität im Munde führen, ohne zu wissen, was Diversität ist oder sein soll, eifrig aufgenommen.

Unbewusste Vorurteile …

Machen wir einmal die Probe aufs Exempel.

A geht in die Bäckerei um Brötchen zu kaufen. Der Verkäufer ist ein Asiate. A mag keine Asiaten und kauft keine Brötchen. Was meinen Sie, sind A seine Vorurteile bewusst oder unbewusst?

B geht in die Bäckerei um Brötchen zu kaufen. Er telefoniert, gibt das bereits abgezählte Geld dem asiatischen Verkäufer und verlässt die Bäckerei. Hat B unbewusste Vorurteile, und wenn ja: who cares?

Der Witz an Vorurteilen ist, dass man sich ihrer sehr bewusst ist. Denn Vorurteile müssen aktiviert werden. In Handlungssituationen. Durch Unerwartetes. Um relevant zu sein. X hasst Genderisten. Deshalb hat sich X einer Männergruppe angeschlossen, die ihre Entsorgung als Väter bejammert. Eines Tages taucht Y, eine Genderistin auf, um mit zu jammern. Wie reagiert X? Geht er nicht mehr in seine Männergruppe, dann hat er auf Grundlage seines Vorurteils, dass er Genderisten hasst, eine Entscheidung getroffen, und zwar unabhängig von der konkreten Person Y. Aber niemand wird behaupten, dass X seine Entscheidung aufgrund eines unbewussten Vorurteils getroffen hat. X ist sich sehr bewusst darüber, dass er Genderisten hasst.

Es zeichnet übrigens Menschen aus, die Vorurteile zur Grundlage ihrer Handlungsentscheidungen machen, dass sie zum einen Individuen (oder konkrete Situationen) ignorieren und zum anderen ihre Entscheidungen auf Basis von Affekten treffen.

Unbewusste Vorurteile ist also Unsinn, der nur im Gehirn von Verwirrten entstehen kann.

Was den Unsinn zur (unbewusst) kalkulierten Verleumdung macht, ist, dass er Daniel Kahneman untergeschoben wird, um das „unbewusste Vorurteil“ in der Aura des Nobelpreisträgers zu suhlen.

So bezieht sich ein Manfred Wondrak, der auf der Seite „anti-bias“ allgegenwärtig ist, explizit auf Daniel Kahneman und erklärt, dieser habe zwischen zwei Denksystemen unterschieden, System 1 sei das Unbewusste und System 2 sei das Bewusste. Ersteres sei automatisch, schnell, intuitiv, Letzeres langsam und rational. Unbewusste Vorurteile würden in System 1 geformt. Sie seien ein „unbewusster Bias“, der aufgrund von Erfahrungen (sic!) entwickelt worden sei, Erfahrungen, die nicht anders als kulturell zentriert und entsprechend „rassistisch“ sein können, wie man anfügen kann.

Das setzt dem Unsinn die Krone auf.
Machen wir doch einmal einen Schnellkurs in Kahneman und Tversky. Beide haben sich jahrzehntelang mit der Frage beschäftigt, warum Handlungsentscheidungen, die Menschen treffen, von dem abweichen, was man als die in einer konkreten Situation rational richtige Entscheidung ansehen muss. In einer Vielzahl von sozialpsychologischen Experimenten haben die beiden gezeigt, dass die Annahmen, die in der neoklassischen Ökonomie über den homo oeconomicus gemacht werden, ein Idealtypus, den es in der realen Welt nicht gibt, so weit von der empirischen Realität abweichen, dass man sich fragen muss, ob es noch sinnvoll ist, diese Annahmen zu machen. Sodann haben Kahneman und Tversky untersucht, warum Entscheidungen von Akteuren nicht entsprechend den Annahmen einer objektiv-rationalen Handlungstheorie getroffen werden. Die Antwort auf diese Frage sind die berühmten Heuristics and Biases, die Kahneman und Tversky zusammengetragen haben, Shortcuts im Denken, die in konkreten Situationen zu falschen Entscheidungen führen können. Mit Vorurteilen oder Unbewusstem hat dies alles überhaupt nichts zu tun.

Zum Beispiel die Ankerheuristik:

Versuchspersonen, denen die folgende Reihe gezeigt wurde

1*2*3*4*5*6*7*8

und die das Ergebnis der Multiplikation schätzen sollten (40320) blieben deutlich unter diesem Ergebnis und schätzten es viel geringer ein als Versuchspersonen, denen die folgende Reihe gezeigt wurde:

8*7*6*5*4*3*2*1

Die Anker „1“ bzw. „8“ determinieren offensichtlich den Raum möglicher Schätzergebnisse.

Eine andere Heuristik ist die fehlerhafte Mustererkennung. Versuchspersonen, denen die folgenden Reihen als Ergebnis wiederholter Münzwürfe gezeigt wurden:

1. K(opf) K K K Z(ahl) Z Z Z
2. K Z Z Z Z Z Z Z
3. Z K Z K Z K Z K
4. K Z Z K K K Z K
5. Z Z K Z K Z K K
6. K Z K Z Z K K Z

hielten die Reihen 5 und 6 für wahrscheinlicher gehalten, obwohl alle sechs Reihen dieselbe Wahrscheinlichkeit haben.

Das soll als Beispiel dafür genügen, dass Kahneman und Tversky keine verkappten Psychoanalytiker sind, sondern Sozialpsychologen, die Fehler im Denken aufdecken wollen, die Akteure daran hindern, objektiv-richtige Entscheidungen zu treffen.

Mit unbewussten Vorurteilen hat dies überhaupt nichts zu tun und tatsächlich kommt der Begriff „unconscious bias“ in den Arbeiten von Kahneman und Tversky an keiner Stelle vor. Das kann er auch nicht. Denn im Gegensatz zu all denen, die mit unbewussten Vorurteilen hantieren, sind Kahneman und Tversky der Ansicht, dass Menschen rationale Akteure sind, deren Rationalität zuweilen durch geronnene Erfahrung und fehlerhafte Wahrnehmung ein Streich gespielt wird.

Das führt zurück zu den beiden kognitiven Systemen, von denen Wondrak und andere Diversitäts- und anti-Bias-Profiteure behaupten, Kahneman habe sie in ein Unbewusstes (System 1) und ein Bewusstes (System 2) unterschieden. Kahneman hat nichts dergleichen getan. Er und Tversky haben das folgende Modell der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung durch Akteure aufgestellt, in dem sich System 1 und 2 nicht dadurch entscheiden, dass die Prozesse bewusst bzw. unbewusst ablaufen, sondern in erster Linie durch die Geschwindigkeit und die Menge an Hirnschmalz, die investiert wird, um eine Handlungsentscheidung zu treffen. Denn Kahneman und Tversky geht es in ihrer Forschung darum, Handlungsentscheidungen zu erklären, nicht darum, anderen mit Anti-bias-Kursen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Fehler im Denken sind für Kahneman und Tversky darauf zurückzuführen, dass System 2 seine Überwachungsfunktion über System 1 nicht korrekt ausführen kann.

„The judgements that people express, the actions they take, and the mistakes they commit depend on the monitoring and corrective functions of System 2, as well as on the impressions and tendencies generated in System 1“ (Kahneman 2003: 1467)

Die Wahrscheinlichkeit, eine falsche Handlungsentscheidung zu treffen, steigt entsprechend, wenn Handlungen unter Zeitdruck erfolgen, wenn ein Akteur mehrere Entscheidungen zur selben Zeit treffen soll oder abgelenkt wird usw. Mit Unterbewusstem hat dies abermals überhaupt nichts zu tun. Die Fähigkeit eines Akteurs, System 2 zum Einsatz zu bringen, ist wiederum eine Funktion seiner Intelligenz, seiner statistischen Kenntnisse, seines Bedürfnisses, Dinge auch wahrzunehmen usw.

Gefallene Kulturgüter stellen einst wertvolle und wichtige kulturelle Errungenschaften dar, die in den Hände von Dilettanten zur Travestie ihrer selbst geworden sind. Wissenschaftliche Konzepte und Ergebnisse sind kulturelle Errungenschaften. Sie teilen dieses Schicksal und in keinem Bereich sind Dilettanten und Scharlatane häufiger zu finden als im Bereich der sogenannten Diversität, einer Spielwiese der Genderista.

Literatur

Assmann, Aleida (2009). Introduction. In: Pelinka, Anton, Bischof, Karin & Stögner, Karin (eds.). Handbook of Prejudice. Amherst: Cambria Press, pp.1-34.

Kahneman, Daniel (2003). Maps of Bounded Rationality: Psychology for Behavioral Economics. American Economic Review 93(5): 1449-1475.

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Microtargeting = Makro-Unsinn – Post, Cambridge Analytica und andere Anbieter von Wunderelixieren

Das Aufregungspotential, das mit Horrormeldungen über den Datenmissbrauch, den gläsernen Bürger, den manipulierbaren Bürger verbunden ist, steht in einem umgekehrt linearen Verhältnis der Kenntnisse dessen, was Grundlage der Horrormeldungen ist. Besonders Linke waren immer für Geschichten über Wunderelixiere der ewigen Regentschaft, des ewigen Gewähltwerdens oder der einfachen Wählermanipulation empfänglich. Vor allem Linke haben eine Heidenangst davor, dass ihre „privaten Daten“ öffentlich werden und finden doch nichts dabei, sich gegenüber ihrem zuständigen Finanzamt und im metaphorischen Sinne bis auf die Unterhosen zu entkleiden (geschweige denn, dass sie ein Problem damit hätten, anderen das Recht einzuräumen, am Flughafen Menschen bis auf die Unterhosen zu durchleuchten). Datenschutz erstreckt sich immer nur auf die Daten, die als persönlich bezeichnet werden, aber abwesend sind, wenn ein Mensch persönlich anwesend ist.

Soviel vorab.

Nun zum Post-Skandal, einer Neuauflage des Cambridge Analytica Skandals. In beiden Skandalen spielt vor allem das Wunderelixier des Microtargeting eine herausragende Rolle. Ihm gilt die gesammelte Aufregung von “linken Netzexpertinnen“, von denen niemand weiß, was genau sie zur Expertin macht, die aber dennoch in der Welt gegen die vermeintliche Weitergabe privater Daten wettern dürfen. Auch Datenschutzbeauftrage aus dem Norden der Republik fordern eine Neubewertung des Microtargeting, weil es die Möglichkeit biete, den Wählerwillen zu manipulieren.

Der Unsinn der Wählermanipulation durch Microtargeting, er wurde zuerst von Hannes Gassegger und Mikael Krogerus in einem Beitrag für „Das Magazin“ aufgebracht. Cambridge Analytica, so die Behauptung, könne auf Grundlage von Daten, die das Unternehmen in sozialen Netzwerken und überall, wo man Daten sammeln kann, zusammentrage, so große Datensätze zusammenstellen, dass es möglich sei, individuelle Menschen in ihrem Wahlverhalten zu beeinflussen, sie zu manipulieren. Derartige Beiträge sind immer sehr detailliert, wenn es darum geht, die vermeintlichen Gefahren auszumalen, die mit Daten, mit vielen Daten verbunden sind, aber unglaublich lückenhaft, wenn es darum geht zu erklären, wie es möglich sein soll, mit aggregierten Daten (dazu gleich) individuelles Verhalten zu beeinflussen. Es ist sicher kein Zufall, dass die Macht des Microtargeting von Linken beschworen wird und immer dann beschworen wird, wenn sie mit Wahl-Ergebnissen konfrontiert sind, die ihnen nicht passen. Microtargeting ist für den Brexit verantwortlich, so mutmaßen sie, und Trump wäre ohne Microtargeting nicht gewählt worden, so die nächste Konfabulation und konfabulieren müssen sie, weil sie nicht wissen, wovon sie reden. Sie spinnen das „cracking yarn“ weiter und sind nunmehr der Meinung, Microtargeting habe auch die Bundestagswahl beeinflusst.

Wir wollen hier nicht diskutieren, ob das Sammeln von allerhand Daten durch die Post und deren Verkauf an Parteien, ein ethisches Verfahren darstellt, ob es moralisch vertretbar ist, wenn Parteien Steuerzahlern Wahlkampfkostenerstattungen abpressen, um das Geld dazu zu nutzen, Daten über Steuerzahler zu kaufen. Das sollen andere tun. Die Aufgabe, die wir uns gegeben haben und die man in unserem Grundsatzprogramm nachlesen kann, besteht darin, Wissenschaft gegen Humbug zu verteidigen, gegen Anbieter von Wunderelixieren und Versuche, Menschen einen öffentlich(-rechtlich)en Bären aufzubinden.

Was ist Mikrotargeting?

Wer von unseren Lesern hat schon einen IQ-Test im Internet gemacht?
Wer hat schon an einem der vielen kleine Rätsel oder ein Quiz auf Facebook teilgenommen?

Jeder, der das getan hat, hat demjenigen, der den IQ-Text, das Rätsel oder das Quiz bereitstellt, Zugang zu seinem Facebook oder Twitter-Account gewährt und dafür gesorgt, dass alle dort verfügbaren Daten ausgelesen wurden. Als Tausch für das Quiz hat er seine Daten bereitgestellt (Facebook muss die Daten an Cambridge Analytica nicht weitergeben, die kommen auch auf anderen Wegen heran).

Wem Briefe geschickt werden, dessen Adresse ist der Post bekannt. Auf Grundlage seiner Adresse kann die Post nun ganz legal Daten zukaufen oder selbst kodieren. Das Geschlecht ist nach wie vor dem Vornamen zu entnehmen, das Alter kann man von der Krankenkasse oder vom Kraftfahrbundesamt, vom Katasteramt, von der Schufa (?) und anderen Datensammlern bezogen werden und den vorhandenen individuellen Daten zugespielt werden.

Dieser Datensatz ist der Gegenstand linker Hysterie. Ein Datensatz, in dem ihr Name, ihr Einkommen, ihr Geschlecht, ihr Alter, ihr Bildungsabschluss, ihr Pkw-Besitz, die Größe ihrer Familien enthalten ist, ist ihnen selbst dann ein Gräuel, wenn es denselben Datensatz bei ihrem Finanzamt gibt. Das Finanzamt ist jedoch Teil des für Linke guten Staates. Entsprechend echauffieren sie sich über die böse private Post AG.

Die Post bietet nun auf Grundlage ihres Datensatzes ein Microtargeting an, das es ermöglichen soll, Wahlwerbematerialien auf die „CDU-Wahlwahrscheinlichkeit“ zuzuschneiden. Wie geht das, wenn die Post gar nicht weiß, welche Partei die Bewohner der Hauptstraße 37 wählen?

Microtargeting, trägt unter Statistikern den spröden Namen Clusteranalyse.

Die Daten, die zu Individuen gesammelt wurden, werden im ersten Schritt aggregiert. Dabei wird z.B. das konkrete Einkommen zur Einkommensklasse derer, die sagen wir ein geringes, ein mittleres und ein hohes Einkommen oder gar kein Einkommen haben. Aus dem Mann Michael K. wird ein Mitglied der Ausprägung männlich. Er wird einer Altersklasse zugeordnet, die eher am rechten, denn am linken Ende der Altersverteilung liegt. Sein Wohnumfeld wird als wohlhabend eingestuft. Seine Religionszugehörigkeit als katholisch und so weiter.

Im nächsten Schritt kommen Institute wie Infratest Dimap ins Spiel, die sich für die Post Direkt AG verdingen und dabei mitwirken, das Wunderelixier „Microtargeting“ an Politiker, die ja bekanntlich jeden Unsinn glauben, wenn man ihn nur ideologisch richtig verpackt, zu bringen.

Die Wahlforschung hat seit Jahrzehnten einen gewissen Korpus von Wahltheorien zusammengetragen, denen man Wahlwahrscheinlichkeiten entnehmen kann. Demnach sind Wähler der CDU eher im katholischen Milieu, in ländlichem Umfeld, in Wohngegenden Gutverdienender, unter Unternehmern, unter älteren Menschen, in Schützenvereinen und dergleichen mehr zu finden. Diese Kenntnisse, die Meinungsforschungsinstitute schon nutzen, um ihre schiefen Datensätze zu begradigen, das nennen sie gewichten, werden nun benutzt, um die Wahrscheinlichkeit, CDU zu wählen, zu bestimmen. Bei der Post geschieht das auf einer Skala von 0 bis 100. 100 stellt den idealen CDU-Wähler dar, wie er auf Basis vergangener Wahlen konstruiert werden kann. Alles, was zwischen 0 und 100 liegt, wird nun als Kombination der gesammelten Daten dargestellt. Eine wahre Berechnungsfiesta, die in hohem Maße fehleranfällig ist, aber danach kräht kein Hahn, denn die Post Direkt GmbH muss CDU und FDP gegenüber die Richtigkeit ihres Microtargetings nicht belegen. Die Leichtgläubigen in beiden Parteien geben das Geld der Steuerzahler gerne in fünfstelliger Höhe aus, um sich einbilden zu können, sie hätten sich einen politischen Vorteil verschafft.

Die statistische Methode, die zur Anwendung kommt, ist in der Regel eine Clusteranalyse, mit der man für bestimmte Stadtbezirke Merkmalscluster bestimmen kann, die wiederum mit Wahlwahrscheinlichkeiten in Verbindung gebracht werden können. Die Post behauptet, die Wahlwahrscheinlichkeit sei bis auf ein Haus mit sechs Mietsparteien genau bestimmbar. Diese Behauptung halten wir bis zum Beweis des Gegenteils und auf Grundlage unserer Erfahrung mit entsprechenden Analysen für Humbug, jedenfalls solange aggregierte Datensätze zum Einsatz kommen. Wenn die Post Direkt AG jedoch gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen würde, nur einmal angenommen, und der CDU nicht aggregierte Daten, sondern Ähnlichkeitsauszählungen aus ihrem Individual-Datensatz verkauft hätte, müsste man die Sache neu bewerten.

Daran, dass die CDU-Wahlwahrscheinlichkeit nach wie vor eine Schätzung ist, die über sozialstrukturelle Determinanten erfolgt, die jeder Wahlforscher im Schlaf aufzählen und man in jeder Wahlstatistik des Bundeswahlleiters nachlesen kann, ändert dies alles nichts. Es geht lediglich um die Frage, ob ein datenschutzrechtlich betrachtet, elaborierter Humbug oder ein unbedenklicher kruder Humbug an Parteien verkauft wird.

Kurz: Microtargeting ist der neueste Hype unter den statistisch Unkundigen, unter denen, die die Erzählung, nach der Wahlen dann, wenn der Ausgang nicht den eigenen Interessen entspricht, manipuliert wurden, aufrechterhalten wollen  und unter denen, die ständig nach etwas Ausschau halten, auf dessen Grundlage sie sich, in aller Unkenntnis profilieren zu können glauben.

Aber Microtargeting ist Makro-Unsinn, der viel verspricht und wenig hält und letztlich nur Altbekanntes als Innovation an diejenigen verkaufen will, die es nicht besser wissen.

Aber selbst wenn es mit Microtargeting möglich wäre, die Wahrscheinlichkeit der Wahl der CDU exakt zu bestimmen: Was wäre dann? Wo ist die Verbindung zur Wählermanipulation, die Datenschutzbeauftragte sehen? Wie wird aus der Postwurfsendung, die auf einen CDU-Wähler zugeschnitten ist, das unbeabsichtigte Kreuz im Kreis der CDU?

Wie so oft, wenn man hinter die Hysterie und die professionelle Aufgeregtheit derer blickt, die dafür bezahlt werden, dass sie sich aufregen, schon weil sie nicht vielmehr können als sich aufzuregen, bleibt wenig übrig. Haben Sie sich jemals von Wahlwerbematerialien beeinflussen lassen? Wir auch nicht. Warum sollte man annehmen wollen, bei anderen Menschen sei dies anders? Und überhaupt, folgt Microtargeting nicht dem falschen Ansatz: Worin besteht der Gewinn, wenn man einen sicheren CDU-Wähler mit einer auf ihn zugeschnittenen Werbesendung zur CDU-Wahl bewegt, die er sowieso getätigt hätte? Sicher, Parteien müssen ihre Wähler mobilisieren, aber es gibt keinerlei Beleg für die Annahme, dass Mobilisierung über Postwurfsendungen erfolgt, dass Werbematerialien überhaupt einen Einfluss auf Wahlverhalten ausüben. Und wie manipuliert man einen nicht-CDU-Wähler mit einer Postwurfsendung zur Wahl der CDU?

Hier soll wieder eine Scheindiskussion, deren Substanz aus Erregung besteht, aufgebaut werden, um die eigene politische Erzählung, nach der Wähler dumm und manipulierbar sind und dann, wenn sie eine andere Partei als die eigene wählen, manipuliert worden sein müssen, zu verbreiten. Und daran kann man sie erkennen, die Dummen und die Opportunisten: Sie sind die einzigen, die an die Wirksamkeit der beschriebenen Methode des Microtargetings glauben (wollen).

Die Fragen, ob es ethisch vertretbar ist, dass die Post AG eigene Daten über Wähler mit fremden Daten anfüttert und an Parteien verkauft und ob es moralisch ist, wenn Parteien Geld von Wählern benutzen, um diejenigen zu bezahlen, die Daten über Wähler sammeln, sind damit nicht beantwortet. Es ist nur festgestellt, dass Parteien keine Skrupel haben, Datensammler über Wähler finanziell zu unterstützen, auch dann nicht, wenn man ihnen ein Wunderelixier angedreht hat, das im besten Fall keine negative Wirkung oder gar keine Wirkung hat.


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Inszenierte Kinderarmut: Zuwanderung in die Statistik überfordert redaktionelle Gehirne

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, nicht mehr über Kinderarmut zu schreiben. Die Hysterie, die dieses Luxusproblem in einem Land umgibt, in dem selbst Hartz-IV-Empfänger meilenweit davon entfernt sind, in Armut zu leben, wie man leicht erfahren kann, wenn man beim nächsten Club Med Urlaub die Schutzzone verlässt und einmal eine Wohngegend der einheimischen Bevölkerung in Tunesien, Algerien oder Marokko oder in Ägypten besucht, widert uns an. Wer sich tatsächlich an das Thema „Armut“ herantraut, der möge sich in den Slums von Rio, von Brazzaville, Libreville oder Kinshasa umsehen. Das hilft weiter.

Obwohl es in Deutschland faktisch keine Kinderarmut gibt, ist das Thema ein Dauerbrenner. Kinder, die in Hartz-IV leben, denen im Rahmen von Hartz IV monatlich 240 Euro (0 bis 5 Jahre), 296 Euro (6 bis 13 Jahre) bzw. 316 Euro (14-18 Jahre) zugestanden werden, sollen in Deutschland in Armut leben, weil sie, wie wir vor einiger Zeit berichtet haben, nicht wöchentlich ins Restaurant gehen oder ein Kino besuchen können. Der Irrsinn, der sich mit der angeblichen Kinderarmut in Deutschland verbindet, bricht sich heute in einem Beitrag der Tagesschau Bahn, der mit „Zahlen zu Kinderarmut“ und „Immer mehr Kinder leben von Hartz-IV“ überschrieben ist.

Tatsächliche Armut

Kinder, deren Eltern Hartz-IV beziehen und für die zusätzlich Hartz-IV bezahlt wird, leben nicht in Armut. Wer es nicht glaubt, die Slums der Erde stehen demjenigen, der sich für soziale Probleme wirklich interessiert und nicht einfach soziale Probleme zur eigenen Bereicherung inszenieren will, offen.

Hartz-IV-Bezug ist auch kein Schicksal, wie bei der Tagesschau zu lesen, sondern ein Zustand, den man aus eigener Kraft verändern kann. Kinder sind deshalb nicht „jung, aber schon arm“, wie es weiter heißt, sondern sie werden oft genug als Kinder von Hartz-IV-Beziehern geboren, um die Hartz-IV-Bezüge der eigenen „Bedarfsgemeinschaft“ zu erhöhen. Gut 40% der Hartz-IV-Bezieher beziehen seit mehr als vier Jahren Hartz-IV. Die durchschnittliche Bezugsdauer von Hartz-IV hat sich von 555 Tagen (2011) kontinuierlich auf 629 Tage (2016) erhöht. Gut 40% der Kinder von Hartz-IV-Beziehern sind im Alter zwischen 0 und 5 Jahren und haben eine gute Chance in eine bestehende Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft hinein geboren worden zu sein. Wenn man dieses Thema unter „Kinderarmut“ diskutieren will, dann muss man nach der Verantwortung von Eltern fragen, die obwohl sie Hartz-IV-Bezieher sind, ihrer Fertilität freien Lauf lassen, oder man muss die Möglichkeit zulassen, dass Kinder in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften geboren werden, um deren Einkommen zu erhöhen, dass sie ein Wirtschaftsfaktor in diesen Gemeinschaften sind, der Einkommen generiert und einen zusätzlich Bedarf schafft.

Der Gipfel des Irrsinns ist jedoch erreicht, wenn man eine statistische Kategorie schafft „Hartz-IV-Bezieher“, die den empirischen Tatbestand beschreibt, dass der Erfasste aufgrund von Arbeitslosigkeit Grundsicherung bezieht bzw. in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und dort einen Regelbedarf an Grundsicherung anmelden kann (wie dies für Kinder der Fall ist), dann eine große Zahl von Menschen importiert, die, weil sie keiner Arbeit nachgehen bzw. keine Ausbildung mitgebracht haben, die ihnen die Aufnahme einer Arbeit ermöglicht, diese Menschen zu Berechtigten von Grundsicherung macht, sie entsprechend statistisch erfasst und dann ein Lamento darüber anstimmt, dass die Kinderarmut so sehr gestiegen sei.

Tatsächlich ist eine Zuwanderung von Kindern und Erwachsenen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern in die Grundsicherung von Hartz-IV und die damit verbundene statistische Erfassung erfolgt. Davon, dass damit keine Armut verbunden ist, kann sich jeder überzeugen, der die Wohnmöglichkeiten, die für Zuwanderer geschaffen wurden, in Augenschein nimmt.

Warum angebliche Journalisten wie die der Tagesschau in Beiträgen behaupten, sie würden „die jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit“ verarbeiten, wenn sie Daten bis Juni 2017 berücksichtigen, die jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit aber bis zum Dezember 2017 reichen, ist eine Frage, die man nur mit einer der Optionen Unkenntnis oder Dilettantismus beantworten kann.

Wir haben ein paar der neuesten Daten der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt, aus denen deutlich hervorgeht, dass die Anzahl der deutschen Bezieher von Hartz-IV seit Mitte 2010 kontinuierlich zurückgeht, während die Anzahl der ausländischen Bezieher von Hartz-IV seit Mitte 2014 und ab 2015 deutlich ansteigt. Das spiegelt die Zuwanderung von Hartz-IV-Beziehern aus Krisenregionen der Erde wider.

Die nächste Abbildung zeigt die Verteilung der Kinder in Hartz-IV-Haushalten. Hier finden sich Anstiege seit Mitte 2014, die bei Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren und von 0 bis 3 Jahren am deutlichsten ausfallen. Die jeweilige Steigerung kann man einmal mit einer erhöhten Fertilität unter Hartz-IV-Beziehern erklären und einmal mit einer Zuwanderung von Kindern in Hartz-IV, die die Zuwanderung von Erwachsenen, die wir schon gezeigt haben, begleitet.

Es gibt also keine Zunahme von Kinderarmut in Deutschland, zum einen, weil es eine Armut von Kindern, die diesen Namen verdient, in Deutschland nicht gibt. Smartphonebesitzer, die regelmäßige Mahlzeiten erhalten könnten, wenn ihre oft alleinerziehenden Hartz-IV-Mütter kochen würden, sind nicht arm. Es gibt eine Zuwanderung in die Hartz-IV-Statistik, von Flüchtlingen, die man ebenfalls nur dann als arm bezeichnen kann, wenn man den Begriff der Armut so entleert, dass er auch diejenigen umfasst, die sich keinerlei Sorgen um ihr Dasein (mehr) machen müssen.


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Azubi-Hysteria: Wie die Normalität zur Katastrophe inszeniert wird

Die Erzeugung einer öffentlichen Medien-Hysterie durch Schreckensszenarien wie sie im Zusammenhang mit dem Klima, Herbiziden und Pestiziden, Gen- und Kerntechnik, Rechtsextremismus und Rassismus, Adipositas und anderen Mode-Themen der professionell Erregten erfolgt, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die Grundlage für eine eigene Bereicherung (bzw. eine Bereicherung der eigenen Klientel) zu legen und gesetzliche Regulationen durchzusetzen, mit denen der gerade erst inszenierte Missstand gelöst werden soll. Wie könnte man den Ausstieg aus der Kernkraft legitimieren, wenn nicht manche glauben würden, dass die Menschen, die im Jahr 2536 leben, sofern es noch welche gibt, von den Resten des Endlagers in Gorleben erlegt werden?

Die heutige Hysterie, die in der Tagesschau verbreitet wird, geht auf einen Artikel in der Alpenprawda zurück. Die Zahl der Lehrlinge, die ihre Ausbildung abbrechen, sie sei besonders hoch, so berichtet das Blatt mit Verweis auf einen „Entwurf für den Berufsbildungsbericht“ 2018, in dessen Besitz es gelangt sein will. Wer auch immer diesen Bericht zum Zwecke der Erzeugung von Hysterie an die Münchner Menschen, die sich für Journalisten halten, geschickt hat, er hat einen gewissen Sinn für Humor.

So schreiben die Süddeutschen Journalismusazubis, dass dem Bericht zufolge, also dem Bericht, der erst noch veröffentlicht werden wird, aus dem die Alpenprawda vorab etwas berichtet, von dem behauptet wird, es sei ganz neu, gut 146.000 Auszubildende im Jahre 2016 ihre Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst hätten. Die Abbruchquote sei mit 25,8% sehr hoch, viel höher als in den Jahren zuvor, in denen sie stets zwischen 20 und 25 Prozent gelegen habe.

Katastrophe: „Immer mehr Azubis schmeißen hin!“

Und wenn es um die Schaffung Hysterie geht, dann dürfen Gewerkschaftler nicht fehlen. Sie laben sich an Hysterie, gibt sie ihnen doch die Gelegenheit, ihre wiederkehrende Forderung nach „Gesetzen“ und ihre eindimensionale Gedankenwelt, in der immer genau zwei Variablen Platz haben, unter das, was sie für das dumme Volk halten, zu bringen (Gewerkschaftler leben eben in ihrer Funktionärsluftblase). So sagt die DGB-Vizechefin Elke Hannack: „Viele steigen vorher aus, da sie mit der kargen Vergütung nicht über die Runden kommen“.

Die eindimensionale Welt, die Hannack bewohnt, sie kennt nur böse Arbeitgeber, die geringe Löhne bezahlen und nur geringe Löhne können der Grund für einen Abbruch der Ausbildung sein.

Doch beginnen wir vorne.

Die Daten, die die Süddeutsche Ausgabe der Prawda als neu verkaufen will, sind seit dem 30. August 2017 beim Statistischen Bundesamt in der Fachserie 11 Reihe 3 Bildung und Kultur „Berufliche Bildung“ veröffentlicht. Es sind somit keine neuen Daten, sondern die neusten, die man seit gut einem dreiviertel Jahr haben kann. Es sind auch die Zahlen, die man auf der Seite des Statistischen Bundesamts in einer eigens erstellten Tabelle abrufen kann. 2016: 146.376 vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge. Ein richtiger Journalist, also einer, der recherchieren kann, der weiß natürlich, dass die neuen Daten, die man ihm vorab untergejubelt hat, gar keine neuen Daten sind, sondern bestenfalls neu aufbereitete alte Daten.

Die Abbrecherquote sei in bestimmten Berufen besonders hoch. Bei Sicherheitsfachkräften liege sie bei 50,6% weiß man bei der Tagesschau unter Berufung auf die Süddeutsche, auch bei Köchen, Restaurantfachkräften und Friseuren sei die Quote sehr hoch. Etwa jeder Zweite breche dort seine Ausbildung ab.

Damit ist der Boden für die Behauptung von Hannack bereitet, nach der der Abbruch von Ausbildungen durch arme und gute Azubis bösen Ausnutzer-Arbeitgebern geschuldet sei. Nur: Der Boden ist aus Sand.

Wie berechnet man eigentlich eine Abbrecherquote? Wir kommen jetzt in die Abteilung: Statistiken lesen ist nicht jedermanns Sache und fällt schon gar nicht in den Kompetenzbereich von Journalisten der Süddeutschen und von Gewerkschaftlern, wo auch immer sonst ihre Kompetenzen liegen mögen.

Beginnen wir ganz von vorne und fragen wir: Was ist die Basis der Berechnung der Abbrecherquote?

Wer sich mit den Daten des Statistischen Bundesamts auskennt, der weiß, dass die 146.376 Azubis, die 2016 vorzeitig ihren Ausbildungsvertrag gelöst haben, dies nicht alle im ersten Ausbildungsjahr getan haben. 48.228 haben ihren Ausbildungsvertrag in der Probezeit gelöst (dafür ist sie da), 83.727 im ersten Ausbildungsjahr, 42.171 im zweiten Ausbildungsjahr, 19.242 im dritten Ausbildungsjahr und 1.236 im vierten Ausbildungsjahr. Wie wird man der Tatsache gerecht, dass die gelösten Ausbildungsverträge sich auf alle Ausbildungsjahre verteilen?

Nun, man könnte die Abbrecherquote auf Basis aller Auszubildenden berechnen. Das haben wir getan. Ergebnis: 11,1% für 2016 und nicht die 25,8%, die die Süddeutschen in ihrem Vorabbericht gefunden haben wollen. Welche statistische Eselei die Süddeutschen begangen haben, welche Eselei man ihnen untergeschoben hat bzw. welcher Eselei sie aufgesessen sind, das zeigt sich, wenn man rekonstruiert, woher die 25,8% Abbrecherquote kommen.

Tatsächlich handelt es sich dabei um 28,7% und diesen Anteil erhält man, wenn man die aufgelösten Ausbildungsverträge für das Jahr 2016 auf die Basis der 2016 neu geschlossenen Ausbildungsverträge prozentuiert. Wie die folgende Abbildung zeigt, variieren die entsprechenden Anteile von 1991 bis 2015 zwischen 25% und 20%, was die Aussage, dass „seit Anfang der 1990er Jahre … Quoten von 20 bis 25 Prozent“ üblich gewesen sein sollen, die die Tagesschau mit Bezug auf die Süddeutschen macht, insofern nachvollziehbar macht, als nunmehr klar ist, was die statistisch Unkundigen da berechnet haben. Nur die Zahl für 2016, die haben sie falsch abgeschrieben, nicht 25,8% lautet der Anteil, sondern 28,7%.

Wie wir oben gezeigt haben, sind in der Anzahl der in einem Jahr gelösten Ausbildungsverträge gut 43% Ausbildungsverträge enthalten, die keine im laufenden Jahr neu geschlossenen Ausbildungsverträge sind, sondern Ausbildungsverträge, die in den Jahren zuvor geschlossen wurden. Die Statistik-Unkundigen berechnen hier also die Abbrecherquote auf falscher Basis und weil sich 25% oder 28% immer besser machen als mickrige 11%, wenn man Hysterie verbreiten will.

Wenn wir schon bei Abbruchquoten von Ausbildungsverträgen sind: Wer sich Seite 100 in der oben zitierten Fachserie 11 Reihe 3 des Statistischen Bundesamts zur Hand nimmt und Abbruchquoten berechnet, der sieht schnell, dass die höchsten Abbruchquoten (Zahlen für 2016) im Handwerk zu finden sind (14.5%; Basis: Alle Ausbildungsverträge), dass die Abbrecherquote unter Frauen (11,8%) höher ist als unter Männern (10,6% – schon weil Männer nicht die Option „Schwangerschaft“ haben, die heutzutage einen anerkannten Grund für einen Ausbildungsabbruch darstellt) und dass der Anstieg der Abbrecherquote, der in den letzten Jahren zu verzeichnen ist (siehe Abbildung), fast ausschließlich auf ausländische Auszubildende zurückzuführen ist. Während die Quote für alle Auszubildenden in den letzten Jahren von 10,7% (2013) auf 11,1% (2016) gestiegen ist, ist sie bei ausländischen Auszubildenden von 15,0% (2013) auf 16,1% (2016) gestiegen.

Kurz: Alles, was die Tagesschau mit Bezug auf die Süddeutschen JournalismusAzubis schreibt, ist unvollständig, falsch oder irreführend. Aber es ist als Boden geeignet, um eine Gewerkschaftstante in Stellung zu bringen, die dann den Satz sagt, den sie wohl wochenlang eintrainiert hat: „Viele steigen vorher aus, da sie mit der kargen Vergütung nicht über die Runden kommen“.

Wir haben uns die Mühe gemacht, die Ausbildungsberufe aus einer unglaublich detaillierten Statistik des Bundesamts herauszusuchen, die die höchste Anzahl von Ausbildungsabbrüchen vorzuweisen haben. Das Ergebnis ist in der folgenden Tabelle abgelegt. Nach Ansicht von Hannack ist diese Tabelle eine Rangliste der schlecht bezahlten Ausbildungsberufe, denn geringe Ausbildungsvergütungen sind ja für die Gewerkschaften der Grund dafür, dass Auszubildende ihre Ausbildung vorzeitig beenden.

Man muss diesen gewerkschaftlichen Unsinn nach dieser Tabelle nicht weiter kommentieren.

Funktionäre sind eine eigenartige Spezies, Gewerkschaftsfunktionäre im Besonderen. Während normale Menschen Wissen und Kenntnisse akkumulieren wollen, damit sie sich in der Welt zurechtfinden, ist es bei Funktionären in der Regel so, dass sie Wissen und Kenntnisse meiden wie der Teufel das Weihwasser. Beides, Wissen und Kenntnisse, könnten ihre Ideologie gefährden, als falsch erweisen und überhaupt, in einem eindimensionalen Gehirn ist kein Platz für mehr als zwei Variablen. Wäre darin mehr Platz, dann würden insbesondere Gewerkschaftsfunktionäre mit Sicherheit Kenntnisse und Wissen über die Gründe von Auszubildenden für einen Abbruch der Ausbildung vortragen, die man finden kann, wenn man Auszubildende fragt.

Das Bundesinstitut für Berufliche Bildung, liebevoll von seinen Mitarbeitern „BiBB“ genannt, hat eine solche Studie ausgeführt. 2.325 Auszubildende, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, wurden nach den Gründen gefragt. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • In 57% der Fälle geht die Initiative, die Ausbildung abzubrechen, von den Auszubildenden aus.
  • 70% nennen betriebliche Gründe für den Abbruch der Ausbildung, darunter:
    • Unzufriedenheit mit der Ausbildung bzw. dem gewählten Beruf
    • Unzufriedenheit wegen mangelnder Qualität der Ausbildung;
    • Konflikte mit Ausbilder oder Kollegen
    • Vermittlung durch Jobcenter erfolgte in einen unerwünschten Beruf
  • 45% nennen persönliche Gründe für den Abbruch der Ausbildung, darunter:
    • Gesundheitliche Beeinträchtigungen
    • Konflikte mit anderen Auszubildenden oder dem Ausbilder
    • Schwangerschaft
    • Prüfungsangst
    • Finanzielle Schwierigkeiten
    • Familiäre Schwierigkeiten

Erfolgt die Kündigung auf Initiative des Ausbildungsunternehmens, so finden sich die Gründe regelmäßig in einer unzureichenden Schul- oder Allgemeinbildung, unzureichenden sozialen Kompetenzen oder fehlendem Engagement der Azubis, wie man einer Studie leider angejahrten Studie von Emnid entnehmen kann (darin wurden 400 Auszubildende und 300 Ausbilder befragt).

Der Abbruch einer Ausbildung, so kann man als Fazit feststellen, ist kein eindimensionales Unterfangen, sondern das Ergebnis eines Prozesses, in dessen Verlauf eine Reihe von Gründen eine Rolle spielen.

Haben Sie bemerkt, was bei all den Gründen überhaupt nicht vorgekommen ist?

  • Ausbildungsvergütung.
  • Geld.
  • Bezahlung.
  • Lohn.

Geld, Dollarzeichen in den Augen wie bei Dagobert Duck, das ist ein Motiv, das nur bei Gewerkschaftsfunktionären in der Prominenz zu finden ist, wie sie sie anderen unterstellen. Sie sind die einzigen, die von morgens bis abends in Freund und Feind und in Geld denken. Fast, dass man Funktionäre bei Gewerkschaften als Ergebnis eines Neidprozesses ansehen könnte, der psychische Schäden herbeigeführt und vor allem die Fähigkeit, mehr als zwei Variablen zu berücksichtigen, beeinträchtigt hat.


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Diesel, Stickoxid: 6000 [t]Tote (Gehirnzellen) – Methoden, sich vor Manipulation zu schützen

Das Schema, das für den Versuch benutzt wird, Menschen zu manipulieren ist in der Regel dasselbe.

  • Ein Thema taucht plötzlich in den Medien auf – vermutlich wird es von Lobbyisten oder Politikern über ihre medialen Handlanger lanciert.
  • Das Thema wird bewertet.
  • Ist das Thema bewertet, dann dauert es nicht lange, bis eine angebliche „Studie“ veröffentlicht wird, in der angeblich gezeigt wird, dass die Bewertung des Themas richtig ist.

Die Themen, die auf diese Weise zur Hysterie aufgebaut werden sollen, auf deren Grundlage dann Gesetze erlassen oder verschärft werden können, sind zahlreich:

Glyphosat: Auf Grundlage von keinerlei Nachweis angeblicher Gefahren und auf Grundlage einer unterirdisch schlechten Studie, soll Glyphosat verboten werden.

Atomkraft / Erneuerbare Energie: Auf Grundlage von einseitigen Betrachtungsweisen und falschen Risikoszenarien, wird Angst erzeugt, um den Ausstieg aus der effizienten und billigen Kernenergie zu Gunsten der teuren und ineffizienten Erneuerbaren Energieformen zu forcieren.

Rechtsextremismus: Auf Basis von wenigen Fallstudien wird ganz Ostdeutschland zur rechtsextrem verseuchten Zone erklärt und nach Gesetzesverschärfungen gerufen.

Diesel: Auf Grundlage einer angeblichen Studie des Umweltbundesamts wird hochgerechnet, dass durch Stickoxid 6000 Menschen pro Jahr in Deutschland sterben. Ein hanebüchener Unfug, den man nur geistig Behinderten andrehen kann. Nichtsdestotrotz gibt es Gerichte, die Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zulassen.

Es gibt wenige, die sich diesem Tsunami der politischen Idiotie (Ideologie war gestern, heute ist Idiotie) entgegenstellen. ScienceFiles gehört zu den wenigen, der Psychologe Gerd Gigerenzer, der Statistiker Walter Müller und der Ökonom Thomas Bauer gehören auch dazu. Die drei zuletzt Genannten veröffentlichen seit 2012 die Unstatistik des Monats und versuchen damit, einen Pflock der Rationalität in den politischen Sumpf der Dummheit einzuschlagen.

Diesen Monat haben sie sich die 6000 Toten vorgenommen, die angeblich von Dieselfahrern ermordet werden. Grundlage dieser Behauptung ist eine Junk Studie, die im „Auftrag des Umweltbundesamts“ erstellt wurde. Auch dies ist ein Trend, den wir mit Sorge und seit einiger Zeit beobachten. Verantwortliche in Ministerien und Ämtern bestellen Studien, um damit ihre politischen Ziele zu legitimieren und institutionalisierte Wissenschaftler machen sich zu Steigbügelhaltern ihrer Auftraggeber.

Gigerenzer, Krämer und Bauer haben diese Studie, die man nicht lesen muss, um zu wissen, dass sie Junk ist (schon weil man von Abgaswerten nicht auf Tote hochrechnen kann, methodisch nicht und nur dann, wenn man eine ganze Reihe von Annahmen macht, die in der Regel wie Dominosteine fallen, wenn man sie näher betrachtet…), zur Unstatistik des Monats März erklärt.

„Die Zahl 6000 ist das Produkt einer reinen Modellrechnung; es gibt zwar die Vermutung, aber KEINEN NACHWEIS, dass NOx (Stickoxid) zum Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen führt“. Aber mehr eben nicht. Es gibt auch die Vermutung, dass psychischer Stress das Leben verkürzt. Junk Studien verursachen psychischen Stress. Ergo verkürzt das Bundesumweltamt das Leben von Deutschen.

Die Versuche der Manipulation, wie man sie bei Politikern findet, sie lassen uns regelmäßig die Frage stellen, ob Politiker so dumm sind oder ihre Bevölkerung für so dumm halten, dass sie denken, sie kämen mit Unsinn wie dem oben behaupteten Zusammenhang durch.

Manipulationsmethoden, wie die, die das Umweltbundesamt gerade erfolglos durchzusetzen versucht hat, leben davon, dass die Adressaten das, was behauptet wird, nicht hinterfragen, sondern für bare Münze nehmen.

Wer hinterfragt, kommt schnell bei Dingen an, wie sie Gigerenzer, Krämer und Bauer beschreiben:

„Die Stickstoff-Debatte läuft einseitig und mit Gedächtnisverlust: Früher haben wir uns um CO2 und das Ozonloch gesorgt und deswegen den Diesel gepriesen; heute sorgen wir uns um NOx und preisen das Elektroauto. Dabei übersehen wir, dass jede Technik Vor- und Nachteile hat, wie eine frühere Veröffentlichung des Umweltbundesamtes veranschaulicht. Ein Elektroauto mit 250 km Reichweite verursacht in Deutschland derzeit weit mehr Treibhausgasemissionen als ein Diesel, vor allem wegen der Strombereitstellung und des Energieaufwands für die Produktion (in Frankreich ist das wegen des Atomstroms anders, aber dieser ist in Deutschland mehrheitlich unerwünscht). Auch ohne Elektroautos schätzt das Umweltbundesamt, dass die NOx Emission der herkömmlichen Kraftfahrzeuge bis 2030 um 56 Prozent niedriger sein wird als im Jahr 2014 und die Feinstaub-Emission sogar um 82 Prozent niedriger – alleine durch die Verbreitung der Euro-6 Norm und Partikelfilter. Sollte es 2030 sechs Millionen Elektrofahrzeuge geben, wie im Nationalen Entwicklungsplan angestrebt, dann fällt dies vergleichsweise wenig ins Gewicht, mit einer zusätzlichen Abnahme von 12 und 4 Prozentpunkten bei NOx und Feinstaub.“

Wenn ein Amt oder ein Ministerium eine Maßnahme treffen, dann ist es immer gut, zu betrachten, wer die Begünstigten dieser Maßnahme sind und sie im Hinblick auf die Schäden, die durch die Maßnahme abgewehrt werden sollen, zu analysieren, also im vorliegenden Fall mit Diesel zu vergleichen. Und siehe da: das gepriesene Elektroauto ist eine größere Dreckschleuder als es ein Diesel je sein könnte. Lobbyisten leben davon, dass sie Menschen den Blick auf Alternativen verstellen und ihre Affekte benutzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Bei Aussagen, wie XY führt zum Tod von 6000 Menschen, kann man getrost davon ausgehen, dass sie Unsinn darstellen, denn mit den Ausnahmen von Mord und Totschlag ist die Todesursache nicht eindeutig bestimmbar. Wer will entscheiden, ob der Fleischkonsum, der Bewegungsmangel, das Rauchen oder NOx für den Herzinfarkt von Andreas K. verantwortlich ist, der zu dessen Tod geführt hat. Was schon im täglichen Leben nicht funktioniert, funktioniert in einer hochtrabend als „Simulation“ bezeichneten Modellrechnung voller Annahmen schon gar nicht, weder für den Klimawandel noch für die Berechnung von Todesursachen.

Ernsthafte Wissenschaftler werden deshalb in Wahrscheinlichkeiten sprechen, also davon, dass etwas die Wahrscheinlichkeit des Todes um, sagen wir 5% erhöht. Aber von Wahrscheinlichkeiten zu sprechen macht natürlich deutlich, dass etwas sein kann, aber nicht muss. Das ist nicht, was die Manipulateure im Umweltbundesamt gebrauchen können. Sie wollen Tote sehen, am besten in den Tausendern, keine Wahrscheinlichkeiten.

Ein weiteres Mittel, sich gegen Manipulationsversuche zu schützen, besteht darin, Behauptungen in einen Zusammenhang zu stellen, so wie die drei von der Unstatistik des Monats dies hier tun:

„Die großen Killer heutzutage sind Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und ungesundes Essen. Die von Umweltschützern immer wieder betonten Gefahren durch Feinstaub oder Pflanzengifte sind dagegen in Deutschland relativ klein. In dieser Debatte gibt es nur zwei Fakten, die von niemandem zu bestreiten sind: Die Belastung durch Umweltschadstoffe einschließlich Stickstoff nimmt in Deutschland seit Jahrzehnten ab, und die Deutschen leben im Durchschnitt immer länger. Diese Erfolge sollten wir würdigen, statt uns durch Schreckensnachrichten und Panikmache verunsichern zu lassen.“

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