92,1% wollen Antifa zur terroristischen Vereinigung erklärt sehen

Gestern haben wir eine Befragung gestartet, in der es um die Frage geht, ob die Antifa in Deutschland zur terroristischen Vereinigung erklärt werden soll oder nicht. Der Hintergrund für unsere Befragung ist eine entsprechende Klassifikation aus den USA. Dort gilt die Antifa nunmehr als terroristische Vereinigung.

Zwischenzeitlich haben sich 1.011 Leser von ScienceFiles an unserer Befragung beteiligt.

Das Ergebnis ist eindeutig.

92,1% der Leser (N = 931) wollen, dass die Antifa zur terroristischen Vereinigung erklärt wird, 3,3% (N = 33) wollen das nicht.

Eindeutiger kann ein Ergebnis kaum ausfallen.
Ob die politisch Verantwortlichen ihre Fixierung auf die rechtsextreme Szene aufgeben und den Linksextremen die Aufmerksamkeit widmet, um die sie seit Jahren mit Molotowcocktails und Gewalt, der bislang u.a. mehrere Hundert Polizeibeamte zum Opfer gefallen sind, bitten?

Wir werden sehen, wie weit es mit der Gleichstellung von Kriminellen und der strafrechtlichen Verfolgung ohne Ansehen der ideologischen Coverstory gediehen ist.

Anregungen? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Terrordilettanten: Von Ausweisen und Duldungsbescheinigungen

Wer hat schon einmal von einem Einbrecher gehört, der seinen Personalausweis am offenen Tresor zurücklässt? Oder von einem Berufsmörder, der, um neue Kunden zu gewinnen, seine Visitenkarte an dem Ort zurücklässt, an dem der Beleg des letzten von ihm erfolgreich abgewickelten Auftrags zu finden ist?

Und doch erzählt man uns regelmäßig, dass ausgerechnet die Terroristen, die es trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen, trotz erhöhter Datensammlung der Verfolgungsbehörden, trotz Gesetzesverschärfungen, trotz besserer und moderner, nein modernster Ausrüstung für die Polizei, trotz neuer Kompetenzen für die Geheimdienste, trotz Unterwanderung der Terrorszene mit V-Männern und trotz aller gesetzlichen Vorkehrungen, die die bürgerliche Freiheit zu einem Nukleus im Meer der Sicherheitsüberwachung gemacht haben, die es trotz alledem geschafft haben, durch das dichte Netz der staatlichen Sicherheit zu schlüpfen und einen Terroranschlag zu verüben, so dilettantisch sind, dass sie ihren Ausweis oder wie Anis A. oder welchen seiner acht Namen er auch immer benutzen mag, seine Duldungsbescheinigung am Ort seines Verbrechens zurückzulassen.

Wenn es Dilettanten schaffen, durch das Netz der Sicherheit zu schlüpfen, das Geheimdienste, Staatsschutz, Polizei und wer sonst noch mit dem Verkauf der Sicherheit der Bürger sein Geld verdient, geknüpft haben, dann muss man daraus wohl schließen, dass die Dilettanten nicht nur auf der Seite der Terroristen, sondern auch auf der Seite staatlicher Schützer wider den Terrorismus zu finden sind.

Wenn es allerdings keine Dilettanten sind, die durch das Netz der Sicherheit schlüpfen, sondern gefährliche Terrorismusexperten, die auf ein entsprechendes hochspezialisiertes Terrornetzwerk zurückgreifen können, eines, das erst die Preisgabe von bürgerlichen Freiheiten, die im Gegenzug für die versprochene Sicherheit erfolgt ist und den finanziellen und personellen Aufwand, der mit dem Verkauf von Sicherheit verbunden ist, zu rechtfertigen im Stande ist, dann stellt sich die Frage, wer lässt aus welchem Grund Ausweise am Tatort zurück?

Sind es die Terroristen, die damit die Mitarbeiter der Verfolgungsbehörden ärgern wollen?

Sind es die Verfolgungsbehörden, die damit verhindern wollen, dass ein Terroranschlag wie der in Berlin zu einem großen Fahndungsmisserfolg wird?

Oder sind es unbekannte Dritte, deren Ziel darin besteht, Terroranschläge zu inszenieren, um auf diese Weise Unfrieden bis hin zum Bürgerkrieg in einer Gesellschaft zu stiften?

Das fragen wir nicht uns, das fragen wir unsere Leser:

Terrordilettanten?

Umfrage: Wofür steht die CDU?

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU, hat gerade 10 Punkte veröffentlicht, die zeigen sollen, wo die CDU steht, nicht etwa wofür die CDU steht, sondern wo. Die 10 CDU-Gebote, die Tauber formuliert hat, stellen im Wesentlichen das dar, was Max Weber einen Idealtypus genannt hat: Den Idealtypus der CDU, wie ihn Peter Tauber gerne in den Köpfen der Deutschen fixiert haben möchte.

Nun triften Vorstellung und Wirklichkeit ja oftmals auseinander, ziemlich weit auseinander in vielen Fällen. Und so haben wir uns gefragt, wie weit stimmt das Bild, das Tauber von der CDU, bei der er sein Geld verdient, zeichnet, mit dem Bild überein, das Bürger, Wähler, ScienceFiles-Leser von der CDU haben.

Und um uns das nicht nur zu fragen, sondern auch eine Antwort auf diese Frage geben zu können, die fundiert ist, haben wir eine Befragung konzipiert, deren Ziel darin besteht, die Wahrnehmung der CDU, so wie sie sich den Bürgern, den Wählern, den ScienceFiles-Lesern darstellt, zu erfragen.

Wir bitten unsere Leser, an unserer Befragung zahlreich teilzunehmen, damit wir sagen können, wofür die CDU steht und mit unserer Antwort, die auf der Wahrnehmung hoffentlich sehr vieler ScienceFiles-Leser beruht, eventuelle Fehleinschätzungen bei Peter Tauber, die er auf seiner Suche nach dem Standort der CDU, dem Wo der CDU begangen hat, mit der Antwort nach dem Wofür zurechtrücken zu können.

Zur Teilnahme an unserer Befragung auf unserem Befragungshub: SurveyNET, bitte diesen Link zu „Wofür steht die CDU“ klicken.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen will EU loswerden

Nicht nur die Holländer sagen “Nein” wenn es darum geht, die Europäische Union und ihre Abkommen, Verträge und Tätigkeiten zu legitimieren, auch in Deutschland wächst die Anzahl derer, die Nein sagen, und hat schon ein beträchtliches Ausmaß erreicht. An unserer neuesten, derzeit noch laufenden Befragung haben bislang mehr als 1.500 Personen teilgenommen, die im Folgenden präsentierten Zwischenergebnisse basieren auf den Angaben von 1.453 Befragten.

Geht es um die EU, dann muss man feststellen, dass die Euphorie, mit der die Europäische Einigung einst betrachtet wurde, einer tiefen Skepsis und Ablehnung gewichen ist. Offensichtlich hat der bürokratische Moloch, der sich von Brüssel aus über die Mitgliedsstaaten ergießt, Zustimmung und Euphorie weigehend erstickt.

Ursprünglich war die EU ein Wirtschaftsbündnis und alle, die daran teilhatten, sie waren der Ansicht, dass der gemeinsame Markt den teilnehmenden Ländern einen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Seit der gemeinsame Markt vor allem darin besteht, dass die EZB die Sparkonten der Europäer plündert und einen monumentalen Schuldenmarkt betreibt, auf dem Staatsobligationen, die private Investoren nicht kaufen wollen, verschoben werden, hat sich der Optimismus in einen Pessimismus verwandelt.

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Gut 57% der 1.453 Befragten stimmen der Aussage “Den Bürgern Deutschlands ginge es wirtschaftlich besser, wenn Deutschland aus der EU austreten würde” voll und ganz zu, weiter 25,3% stimmen der Aussage eher zu. Die Zweifel daran, dass sich eine Mitgliedschaft in der EU vorteilhaft auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, sie haben somit 2/3 der Gesellschaft erreicht.

Gleiches gilt für die Frage der Souveränität, wenngleich in etwas abgeschwächter Form. Unter Politikwissenschaftlern, die sich mit der EU und Deutschlands Zugehörigkeit zur EU befassen, steht fest, dass Deutschland auch deshalb ein Motor der Europäischen Einigung war, weil es einerseits nach dem Zweiten Weltkrieg darum ging, die Zulassung zur Staatengemeinschaft wieder zu erlangen und andererseits darum, die Souveränität des zunächst besetzten Landes wiederzugewinnen. Die EWU, EG und dann EU haben sich angeboten, eventuell bestehende Zweifel daran, ob es eine gute Idee ist, Deutschland wieder als souveränen Staat auf dem Kontinent zuzulassen, zu zerstreuen. Ursprünglich war die EU also der Souveränität Deutschlands förderlich.

Das ist heute nicht mehr so, jedenfalls sind 47,4% der 1.453 Befragten dieser Ansicht. Sie stimmen der Aussage zu, dass Deutschland kein souveräner Staat ist, solange es in der EU bleibt. Weitere 26,4 % stimmen dieser Aussage eher zu.

Bis hier kann man bereits feststellen, dass die EU ein erhebliches Legitimationsproblem hat. Das ist nicht neu, denn die 1980er und 1990er Jahre haben eine Fülle wissenschaftlicher Literatur zum Thema “demokratisches Defizit” produziert, Literatur, in der meist Politikwissenschaftler darauf hingewiesen haben, dass der Umfang der Rechte und Eingriffsmöglichkeiten in das tägliche Leben der Europäer, den sich die EU-Kommission und die anderen EU-Institutionen zwischenzeitlich verschafft haben, in keinerlei Verhältnis zur Legitimation der entsprechenden Institutionen steht, denn eine solche Legitimation liegt schlicht nicht vor. Weder die Entscheideungen der Europäische Kommission noch die des Ministerrats sind demokratisch dafür legitimiert. Und dass viele Bürger nicht mit dem einverstanden sind, was in ihrem Namen in Brüssel entschieden wird, das zeigt das Nein der Holländern zum EU-Abkommen mit der Ukraine bzw. das zeigt sich häufig dann, wenn die Europäer tatsächlich zu Politiken der EU befragt werden.

Auch die Befragten, die bislang an unserer Befragung teilgenommen haben, sind der Ansicht, dass das, was aus Brüssel an Richtlinien und Regelungen kommt und in das tägliche Leben der Bürger eingreift, Entscheidungen sind, die von einer Polit-Oligarchie ohne Legitimation getroffen werden.

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76,6% der 1.453 Befragten sind der Ansicht, die Aussage, “Die EU ist demokratisch legitimiert” treffe überhaupt nicht zu, weitere 18,9% sind der Ansicht, die Aussage treffe eher nicht zu. Kaum einer der Befragten ist der Ansicht, dass die EU über eine demokratische Legitimation verfügt. Deutlicher kann man die Entfremdung zwischen einem angeblich demokratischen System und seinen Bürgern nicht mehr zum Ausdruck bringen.

Als Konsequenz, die aus der fehlenden Legitimation und der Ansicht, weder Souveränität noch wirtschaftlicher Nutzen sei aus einer EU-Mitgliedschaft zu gewinnen, folgt, sind die meisten Befragten der Ansicht, Deutschland solle nicht nur die Eurozone, sondern auch die EU verlassen.

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Rund 70% der 1.453 Befragten stimmen der Aussage “Deutschland soll aus der Eurozone austreten und die D-Mark wieder einführen” voll und ganz zu, 66,7% der Aussage, “Deutschland soll aus der EU austreten”. Das sind eindeutige Voten, die noch dadurch ergänzt werden, dass 18,3% bzw. 17,8% den beiden Aussagen “eher zustimmen”. Gut 4/5 der Deutschen stehen demnach einem Verlassen der EU bzw. der Eurozone positiv gegenüber und erwarten von einem solchen nicht nur einen Zugewinn an Souveränität, sondern vor allem eine Zugewinn an Wohlstand.

Somit muss man feststellen, dass die Deutschen EU-müde sind. Das Projekt “Europäische Union”, es ist rund 59 Jahre nach den Römischen Verträgen an einem Punkt angekommen, an dem sich die Frage stellt, wie die Regierenden weiter verfahren wollen: Wollen Sie in Opposition zu ihrer eigenen Bevölkerung verbleiben und die EU als Projekt der politischen Klasse gegen die Mehrheit der Bevölkerung weiter betreiben oder wollen sie die EU reformieren, die Bürokratie der EU und den Haushalt der EU zusammenstreichen und das Projekt in kleinerer Variante neu starten?

Wie auch immer die Antwort auf diese Frage ausfallen wird, über eines sind sich unsere Befragten sicher: die Bürger in Deutschland werden nicht gefragt werden: 76,2% der 1.453 Befragten halten es für sehr unwahrscheinlich, 17,8% für unwahrscheinlich, dass es in “Deutschland jemals eine Abstimmung über den Verbleib in der EU geben wird”.

Wer sich noch an der laufenden Befragung beteiligen will, die dem Thema Legitimation und Legitimität gewidmet ist, der kann dies über diesen Link tun.

 

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Flüchtlinge?!

Die Welt ist voller Überraschungen. Eine dieser Überraschungen für uns ist, dass Deutsche, die der deutschen Sprache mächtig sind, plötzlich von sich behaupten Worte, die der deutschen Sprache entstammen und seit vielen Jahren im Sprachgebrauch sind, nicht mehr zu verstehen. Ob hier die Früchte des Genderismus mit seiner großangelegten Sinnentleerung von Sprache aufgehen?

Wie dem auch sei. einige Kommentatoren sind mit dem Begriff “Flüchtlinge” offensichtlich an die Grenze ihrer Verständnisfähigkeit geraten. Deshalb hier die Klärung:

“Als Flüchtling bezeichnet man eine Person, die ihre Heimat fluchtartig verlässt.”

So schreibt man bei der Wikipedia und zeigt damit, dass Begriffsdefinitionen zuweilen tautologisch sind, was in diesem Fall nur dann ein Problem ist, wenn man nicht weiß, was “fluchtartig verlassen” meint. Zur Erläuterung: fluchtartiges Verlassen liegt dann vor, wenn man unter Zurücklassen von Hab und Gut das Weite sucht, und zwar in einem höheren als dem normalen Marschtempo und versucht, so viel Raum wie nur möglich, zwischen den Anfang und den Endpunkt der Flucht zu bringen.

Wer es gerne legalistisch hat und wem die umgangssprachliche Definition von Flüchtling nicht ausreicht, für den haben wir die Definition der Genfer Flüchtlingskonvention, die auch von Deutschland unterschrieben wurde.

Demnach ist ein Flüchtling jemand, der

“aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen [seiner] Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen [seiner] politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit [er] besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder [der] sich als Staatenlose[r] infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem [er seinen] gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.”

Der Bezug auf die Genfer Flüchtlingskonvention ist zwar unnötig, denn es reicht, die umgangssprachliche Bedeutung von Flüchtling zu kennen, um an unserer Befragung teilnehmen zu können, aber offensichtlich haben manche mit dieser umgangssprachlichen Bedeutung des Wortes ein Problem:

Anonymity“Ich nehme zwar war an, dass die “” um die “Flüchtlinge” in die Richtung geht, aber wäre eine Begriffsklärung zu Beginn nicht sinnvoll für die Befragung?

Welche Gruppe derer, die da unregistriert und aus sicheren EU-Ländern über die Grenzen gelassen werden, ist mit “Flüchtlinge gemeint? Alle, oder nur die Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention? Angesichts verschiedener Quellen (z.B. youtube Billy Six) bin ich im Moment der Ansicht, dass nur ein winziger Bruchteil der einströmenden Menschen echte Flüchtlinge sind, die in Menge und Integrationsfähigkeit (sofern sie dauerhaft bleiben wollten) vermutlich nichtmal ein ernsthaftes Problem darstellen würden.”

Es gibt also für Kommentator “e-moog” eine feine Unterscheidung zwischen “echten Flüchtlingen” und “unechten Flüchtlingen”. Seine Unterscheidung begründet er zwar nicht, aber dem Kontext des Kommentars kann man entnehmen, dass er der Ansicht ist, die Motivation eines Flüchtlings sei für die Frage, ob er ein Flüchtling ist, relevant.

Um als Flüchtling zu zählen, ist es für e-moog also nicht ausreichend, aus einem zerbombten Land in ein nicht-zerbombtes Land zu flüchten, um dort Sicherheit zu finden, nein, derjenige, der vor Gewalt, Armut, Hunger oder aus Angst um sein Leben flieht, er muss es aus den richtigen Motiven tun. Dächten Ärzte wie unser Kommentator, es stünde zu befürchten, dass unser Kommentator von all denen, die seine Motive mittels ärztlicher Hilfe zum Zwecke des weiteren Broterwerbs gesunden zu wollen, nicht legitim finden, nicht mehr behandelt wird.

Ein weiterer Kommentator sieht das ähnlich, wie er sagt:

Anonymity“Das sehe ich ähnlich. Habe die Umfrage begonnen, aber wieder abgebrochen, weil die Antworten für echte Flüchtlinge einerseits und die Großzahl der Wirtschaftsmigranten andererseits sehr unterschiedlich ausfallen würden. Vielleicht ist das Teil des Untersuchungsdesigns? Andernfalls würde ich auch eine Differenzierung vorschlagen – denn die (mittlerweile völlig kritiklos von pratisch allen Beteiligten akzeptierte) pauschale Bezeichnung der wandernden (invadierenden?) Völkermassen als “Flüchtlinge”, vulgo schutzbedürftige, nahezu sakrosankte Wesen, ja einen wesentlichen Pfeiler der politischen Desinformationsstrategie darstellt. Von der noch feineren Differnzierung hinsichtlich “Asylsuchender” im eigentlichen Sinne ganz zu schweigen…

Abermals wird in einen Begriff etwas hineingeheimist, das der Begriff nicht umfasst. Was ein Flüchtling ist, ist eindeutig bestimmt. Wenn ein Flüchtling als sakrosankt erklärt wird, dann braucht es nicht nur einen, der das tut, sondern mindestens einen weiteren, der das widerspruchslos hinnimmt. In jedem Fall ist aber entscheidbar, ob ein konkreter Flüchtling aus Angst um sein Leben aus einem Kriegsgebiet geflohen ist. Es ist also eine empirische Frage, ob ein Flüchtling ein “echter Flüchtling” ist, die sich jedoch nicht im Hinblick auf die Motivation eines Flüchtlings, sondern im Hinblick auf die Umstände und Anlässe seiner Flucht und die Flucht als solche stellt.

Insofern ist es irrelevant, ob jemand vor Krieg flieht, weil er sich neben der Rettung seines Lebens ein ökonomisches besseres Leben verspricht oder ob er einfach nur flieht, weil er etwas Besseres als den Tod fast überall finden kann. Und deshalb ist es erstaunlich, dass ein Kommentator, der den Versuch, den Begriff des Flüchtlings mit einer Unmenge positiver affektiver Konnotationen bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln, bemängelt seinerseits dafür plädiert, den Begriff “Flüchtling”, durch die Bildung von Teilmengen nunmehr mit negativen Konnotationen aber ebenfalls zu verstümmeln. Ein Flüchtling ist jemand, der um sein Leben zu retten oder aus Angst, dasselbe zu verlieren, von einem Ort geflohen ist.

Für unsere Befragung ist diese ganze Diskussion übrigens vollkommen belanglos. Nehmen wir zum Beispiel die Aussage:

“Es kommen zu viele Flüchtlinge nach Deutschland.”

Dieser Aussage kann man voll und ganz, eher, eher nicht oder überhaupt nicht zustimmen. Und man kann mit “weiss nicht” antworten.

Wer also aus welchen Gründen auch immer glaubt, es müsse zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterschieden werden, der hat hier die Möglichkeit, “weiss nicht” anzugeben, wenn er nicht weiß, wie die für ihn so wichtigen Verhältnisse zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen sind, die nach Deutschland kommen und letztere sind für ihn ja anscheinend keine Flüchtlinge.

Nun gibt es zwar niemanden, der tatsächlich sagen kann, wie viele aus der Menge der Flüchtlinge in die Menge der Wirtschaftsflüchtlinge entfallen, wenn man sie denn bilden wollte. Aber es gibt welche, wie unseren Kommentatoren, die denken, sie wüssten es, sich einbilden, sie wüssten es. Einbildung ist hier nicht abwertend gemeint. Einbilden bezeichnet die Tatsache, dass niemand, nicht einmal unser Kommentator Aufstellung darüber hat, aus welchen Motiven, ob aus wirtschaftlichen oder aus politischen oder aus Angst davor, das eigene Leben zu verlieren, jemand derzeit nach Deutschland flieht. Wer dennoch denkt, er kennte die Größenverhältnisse muss sich entsprechend etwas einbilden.

Wer sich also einbilden will, dass mehr Flüchtlinge wirtschaftliche Motive haben, nach Deutschland zu kommen, als das Motiv haben, ihr Leben zu retten, der kann angeben: “Stimme vollständig zu”, denn aus seiner Sicht kommen zu viele Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland und Wirtschaftsflüchtlinge sind schon begrifflich als Teilmenge der Flüchtlinge bezeichnet. Gleiches gilt für “echte” und “unechte” Flüchtlinge. Abermals handelt es sich um Untermengen von Flüchtlingen.

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Syrisches Flüchtlingslager in Jordanien

Und deshalb muss hinter der Forderung, wir sollten Flüchtlinge von Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden, etwas anderes stecken als das Unverständnis der Bedeutung von Flüchtling, etwas affektives, ein Bedürfnis, vermutlich das Bedürfnis, als Gutmensch erscheinen zu wollen, als jemand, der eigentlich für die Aufnahme von Flüchtlingen plädiert, nur im konkreten Fall muss man eine Ausnahme von diesem “eigentlich” machen. Um nun in seinem Bemühen, als guter Mensch zu erscheinen, nicht Schaden zu nehmen, was man unwillkürlich in der Vorstellung der entsprechenden Gutmenschen tut, wenn man alle Flüchtlinge in Bausch und Bogen ablehnt, wird eine feine Linie gezogen, eine zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und Flüchtlingen, eine zwischen echten und unechten Flüchtlingen und in jedem Fall ist es die Motivation der Flüchtlinge, die die Demarkationslinie bestimmt. Und da man Motivation nicht messen kann und es zudem reine Motive im richtigen Leben nicht gibt, hat man sich ein hervorragendes Mittel geschaffen, um einerseits von sich sagen zu können, ich habe eigentlich nichts gegen Flüchtlinge und andererseits alle, die kommen aus der Menge der Flüchtlinge auszugrenzen, denn – so die Einbildung – die meisten, die kommen, kommen nicht, weil sie im Land aus dem sie kommen, der Tod erwartet, sondern weil sie in Deutschland Hartz-IV-Zahlungen erwarten.

Nun, jeder muss selbst mit sich und dem, was er denkt und wie er handelt, zurecht kommen. Wir geben an dieser Stelle nur zu bedenken, was schon ein Monster of the week in den Xfiles erkannt hat: “I can’t be someone I’m not!” So stop pretending: Lebt im Einklang mit Euren Überzeugungen!

Für unsere Befragung, an der schon mehr als 300 Leser teilgenommen haben, haben diese seltsamen Vorstellungen nur insofern eine Bewandtnis, als sie jemanden davon abhalten könnten, daran teilzunehmen. Wir hoffen, die entsprechende Klarstellung in deutscher Sprache war ausreichend, entsprechende Bedenken zu beseitigen.

Wir versuchen Menschen, die in herkömmlichen Befragungen und im öffentlichen Leben in Deutschland nur selten zu Wort kommen, eine Stimme zu geben und mit unseren Befragungen Informationen über Einstellungen und Überzeugungen zu bündeln. Dazu benötigen wir die deutsche Sprache und dazu benötigen wir allgemeinverständliche Begriffe, auf die wir uns zur Verständigung geeinigt haben. Wenn nun manche denken, sie müssten ihr Privatverständnis durchsetzen und dafür sorgen, dass unter “Flüchtling” nicht mehr “Flüchtling” verstanden wird, wie es die Mehrheit der Deutschen versteht, sondern ihre höchst persönliche Begriffsdeutung, dann machen sie damit jede Möglichkeit zur Verständigung zunichte und stellen sich im Übrigen auf eine Stufe mit Genderisten, die ja auch versuchen, allgemeinverständliche Begriffe aus dem Sprachgebrauch zu entfernen und mit ihren seltsamen Vorstellungen darüber, wie man einen Neger oder einen Mann zu bezeichnen hat, zu ersetzen und damit Kommunikation zu verunmöglichen. Auch Genderisten bedienen sich dazu ihrer besten Rolle, nämlich der des Unverständigen, der plötzlich Begriffe wie Schüler nicht mehr verstehen will und statt dessen mit “männlicher Schüler” ersetzt sehen will.

Wer zum Erkenntnisgewinn beitragen und seine Stimme hörbar machen will, der kann dies weiterhin tun: Hier geht es zu unserer neuesten Befragung.

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