Sinnstiftung für Ideologen: verbale Aufstände fragiler Persönlichkeiten

Die Frage, warum sich Menschen wie verhalten, hat Philosophen und Sozialpsychologen seit Jahrhunderten fasziniert. Unter den Antworten stechen nach meiner Ansicht insbesondere die von Leon Festinger und Stanley Milgram hervor. Milgram hat mit seinen Experimenten gezeigt, dass sich manche Menschen lieber einer Autorität unterordnen, für die sie dann alles zu tun bereit sind (die Betonung liegt auf alles, denn die Testpersonen von Milgram waren sogar bereit, im Dienste einer höheren Macht zu töten). Man könnte zugespitzt sagen, dass Milgram die Disposition mancher Menschen, ihrem Leben durch Gehorsam und Unterordnung unter eine Autorität erst einen Sinn zu geben, offengelegt hat. Leon Festinger hat gezeigt, dass es bei manchen Personen eine Prädisposition dahingehend gibt, die Realität dann, wenn sie nicht zur eigenen Vorstellung passt, zu verbiegen, um die notwendig mit einer richtigen Realitätswahrnehmung verbundenen kognitiven Dissonanzen wirkungsvoll auszuschließen beziehungsweise zu bekämpfen. Nimmt man beider Ergebnisse zusammen, dann hat man, wie ich finde, eine perfekte Beschreibung von Ideologen. Ideologen lieben die Autorität ihrer eigenen Ideologie, unter die sie sich bereitwillig ordnen, und die sie als Legitimation für das eigene “Tun” anführen. Nun ist es heutzutage nicht mehr “In”, sich bedingungslos einem Herrn und Meister, einer Ideologie zu verschreiben. Von “modernen” Menschen verlangt die offizielle Verlautbarung, dass sie eigenständig und verantwortungsbewusst sind. Diese Forderungen sind mit einer Ideologie gar nicht in Einklang zu bringen. Ideologen sind deshalb Ideologen, weil sie keine Verantwortung übernehmen wollen. Sie sind Ideologen, weil sie Angst davor haben, für sich selbst zu stehen. Sie sind ideologische aktiv, weil es für sie die einzige Form von sinnstiftender Handlung ist. Die ideologische Agitation gegen andere, erlaubt es, ihre inhaltliche Leere und die Tatsache, dass sie keinerlei Verantwortung übernehmen wollen, hinter dem Banner der Ideologie, der sie sich verschrieben haben, zu verstecken, und die Not, die ihr Handeln antreibt, erlaubt es ihnen, sich als Handelnder zu begreifen, obwohl sie bestenfalls ein von den eigenen Gefühlen Vertriebener sind. Mit anderen Worten: Ideologie ist eine Form der Sinnstiftung für fragile Persönlichkeiten, eine Form geliehener oder Surrogat-Existenz für Lebewesen, die sich aus eigener Kraft nicht als Person verstehen können. Ideologie ist ein großes Problem für Wikipedia, denn Wikipedia ist ein Tummelplatz für Ideologen geworden. Das haben Arne Hoffmann und ich bereits in einem offenen Brief an Jimmy Wales, der bislang ohne Reaktion von “Jimbo” Wales geblieben ist, beklagt. Mehr noch: Wir haben die Mechanismen beschrieben, die Wikipedia zum El-Dorado für Ideologen machen, der wichtigste darunter: Anonymität. Anonymität ist das, was Ideologen suchen, denn sie wollen bestenfalls in Massenaufläufen gesehen werden, ansonsten scheuen sie sich, persönlich für ihre Ideologie einzustehen, denn sie haben sich die Ideologie ja zu eigen gemacht, um der Verantwortung zu entgehen. Das Wirken und Brüten im Verborgenen ist gerade die Voraussetzung, die sie benötigen, um ihre Illusion aufrecht zu erhalten, nach der sie wichtige Persönlichkeiten im Kampf gegen den einen politischen Gegner sind, den sie sich selbst herbeiphantasieren. Demgemäß sammeln sich bei Wikipedia Ideologen hinter den Pseudonymen ihrer virtuellen Existenz, die es ihnen erlaubt, Personen und Organisationen, die ihnen nicht passen, zu diskreditieren. Ich habe die Strktur der ideologischen Agitation bei Wikipedia bereits an anderer Stelle analysiert und damals gehofft, dass Jimmy Wales die strukturellen Probleme, die das deutschsprachige Unterfangen von Wikipedia langsam aber sicher scheitern lassen werden, ernst nimmt und etwas dagegen tut. Aber entweder habe ich ihn oder seinen Einfluss überschätzt. Jedenfalls hat er sich nicht gerührt, und die deutsche Wikimedia sieht offensichtlich keinen Anlass, etwas gegen den ideologischen Befall der deutschsprachigen Wikipedia zu unternehmen. Das neueste Tummelfeld der Pseudonym-Ideologen von Wikipedia scheinen die Artikel über eigentümlich frei und André Lichtschlag zu sein. Allein der Beitrag zu eigentümlich frei wurde am 23. Oktober mehr als 100 Mal verändert. Ich will dieses neueste Zeugnis ideologischen Wirkens bei Wikipedia zum Anlass nehmen, um den offensichtlich überforderten Wikipedia-Kämpen drei Regeln zur Vermeidung von Ideologie und zur Vermeidung der Diskreditierung von Personen zu geben.

  • Regel 1: Gleiche Behandlung aller Personen und Organisationen, die auf Wikipedia besprochen werden. Diese Regel dient dem Schutz von Persönlichkeitsrechten und ist insbesondere wirksam, weil Ideologen natürlich die eigenen Helden nicht beleidigen wollen, was sie müssten, würden auf Wikipedia alle gleichbehandelt
  • Regel 2: Keine wertenden Adjektive und Begriffe in den Beiträgen auf Wikipedia und vor allem: keine Formulierungen, die es dem Schreiber erlauben, sich von etwas zu distanzieren, ohne dabei die Verwantwortung für die getroffene Distanzierung übernehmen zu müssen.
  • Regel 3: Keine willkürliche Auswahl von Autoren als Beleg für die eigene Meinung. Vielmehr ist nach Autoren zu suchen, die der eigenen Meinung widersprechen. Diese Regel schützt davor, dass Ideologen andere Ideologen oder willkürlich zusammengeklaubtes Material nutzen, um Dritte zu diskreditieren.

Eigentlich sind die drei Regeln ganz einfach und leicht umsetzbar. Aber die Erfahrung lehrt, dass Ideologen und solche, die sich bei Wikipedia tummeln im Besonderen, begriffsstutzig sind oder doch zumindest gerne so erscheinen. Daher hier die Anwendung der entsprechenden Regeln.

Regel 1

Gleiche Behandlung von Personen und Organisationen auf Wikipedia kann man am besten dadurch sichern, dass man den Aufbau der Artikel standardisiert. Z.B. bestehen die Artikel über Karin Priester und Albrecht von Lucke neben “Weblinks”, “Einzelnachweisen” oder “Schriften” aus den Punkten “Werke (Auswahl)” bei Priester und “Leben” (diesmal keine Auswahl) bei von Lucke. Dagegen umfasst der Beitrag über André F. Lichtschlag, die Punkte, “Leben”, “Wirken” und “politische Einordnung”, neben “Auszeichnungen”, “Veröffentlichungen” und “Einzelnachweisen”. Warum ist es notwendig, André F. Lichtschlag politisch einzuordnen? Warum werden Karin Priester, emeritierte Professorin für Soziologie, und Albrecht von Lucke, Redakteur der Gewerkschaftszeitschrift “Blätter für deutsche und internationale Politik” nicht politische eingeordnet? Auf welcher Wissensgrundlage maßen sich anonyme Autoren von Wikipedia überhaupt an, eine politische Einordnung vorzunehmen, eine Aufgabe, die viele Biographen scheuen, die bei weitem besser informiert über die Personen sind, über die sie schreiben, als die Hobbytexter von Wikipedia? Wieso denken Wikipedia-Autoren, eine politische Einordnung sie für irgendjemand anderes als für sie selsbt interessant und relevant? Die einzige Antwort, die mir auf diese Fragen einfällt, lautet: es handelt sich bei den entsprechenden Wikipedia-Autoren um Ideologen, die die Wikipedia zur Agitation missbrauchen, in diesem Fall zur Diskreditierung Andersdenkener. Es ist ganz einfach, diesen Missbrauch abzustellen, in dem man die “politische Einordnung”, die sowieso nichts in einer Enzyklopädie zu suchen hat, ersatzlos streicht.

Regel 2

Wenn die “politische Einordnung” gestrichen wird, muss man natürlich dafür Sorge tragen, dass die Ideologie nicht an anderer Stelle ins Spiel kommt. Dies kann in einem ersten Schritt dadurch gewährleistet werden, dass wertende Adjektive durch beschreibende Adjektive ersetzt werden und dass zudem die Praxis, die Wertung, die man gerne treffen würde, anderen Autoren zu überlassen, die man zitieren kann, unterbunden wird. Also, Wikipedia-Autoren und im Klartext: Nemmt Euch den Text über “eigentümlich frei” zur Hand: “Eigendarstellung”, gleich der erste Satz und hier die Formulierung “nach eigenen Angaben”. Zum einen müssen Tatsachenbehauptungen in Wikipedia belegt werden, insofern kann jeder, der wissen will, woher Angaben sind, dies nachprüfen. Zum anderen legt die Formulierung gleich nahe, dass die Angaben mit Vorsicht zu genießen sind, und diese Wertung wollen wir doch nicht. Kurz: Streichen! Gleiches gilt für die Nominalisierung “Eigenangaben”. Wer wissen will, woher die Angaben stammen, kann dies nachprüfen und sich ein eigenes Bild von der Zuverlässigkeit der Angaben machen. Hilfestellung von anonymen Aktivisten ist nicht notwendig. Nun zum mit “Rezeption” überschriebenen Absatz: Wenn Karen Horn (Wer ist das überhaupt, und wieso hat Karen Horn hier etwas zu sagen?) von “radikalliberal” schreibt, dann ist das eine Wertung, die dadurch, dass Karen Horn sie von sich gegeben hat, nichts anderes wird und bestenfalls Aufschluss auf die politische Gesinnung von Karen Horn zu geben vermag, die wiederum nicht Gegenstand des Artikels ist. Und ob Karen Horn denkt, dass “seriöse Leserkreise” eigentümlich frei lesen oder nicht, interessiert wirklich niemanden außer vielleicht Karen Horn. Also: ebenfalls streichen. Wenn Wertungen weder durch Wikipedia-Autoren noch durch von ihnen zitierte Autoren vorgenommen werden dürfen, dann ergänzt sich Regel 2 in diesem Punkt hervorragend mit der folgenden Regel 3.

Regel 3

Im Artikel über eigentümlich frei werden unter “Rezeption” sechs Personen zitiert: Karen Horn, Heribert Seifert, Karin Priester, Angelika Strubbe, Thomas Gesterkamp und Albrecht von Lucke. Warum gerade diese sechs? Und wie erklärt es sich, dass die meisten dieser sechs Autoren (bei der einen Ausnahme kann man sich darüber streiten, ob sie eine Ausnahme ist) ausschließlich Negatives über eigentümlich frei zu sagen haben? Ist hier gezielt nach Negativem gesucht worden? Ganz offensichtlich, denn anders ist dieses Patchwork weitgehend unbekannter Autoren und Redakteure kaum zu erklären. Also: In Zukunft wird es in Wikipedia unterlassen, Dritte heranzuziehen, um die Arbeit der Organisationen oder der Personen, die gerade Gegenstand des Artikels sind, zu bewerten. Und schon ist die Wikipedia um einiges sauberer, und außerdem gelingt es auf diese Weise, die peinlichsten Fehler, die andere machen, nicht auf Wikipedia zu verbreiten. Wenn jemand, der in einer Zeitschrift schreibt, die von einem Autoren als z.B. “rechts” angesehen wird, in einer anderen Zeitschrift schreibt, die nicht als “rechts” angesehen wird, dann ist dem nichts anderes zu entnehmen, als dass beide Zeitschriften das, was dieser jemand zu schreiben weiß, abgedruckt haben. Daraus den Schluss zu ziehen, die nicht rechte Zeitung sei eigentlich auch rechts, denn sonst hätte sie den jemand nicht abgedruckt, wie es im Artikel über eigentümlich frei geschieht, ist nicht nur ein logischer Fehler (argumentum ad hominem), es ist absoluter Unsinn und trägt alle Indizien des Faschismus in sich, eines Faschismus, der Gedankenkontrolle betreiben will und der kontrollieren will, wer wo was druckt. Aber das ist nicht verwunderlich, denn bislang sind noch alle Ideologien in Faschismus geendet.

Diese drei Regeln sind einfach anzuwenden und mit ihnen ist es in relativ kurzer Zeit möglich, Wikipedia vom Spielball für Ideologen zu einer anähernd als Informationsquelle tauglichen Plattform zu gestalten. Wer also etwas ändern will, der kann das tun, wer aber nichts ändert, der stellt sich damit auf die Seite von Ideologen und zeigt, dass es ihm nicht um Information, sondern um Desinformation, nicht um das Projekt Wikipedia, sondern bestenfalls um die damit zu erzielenden Spendeneinnahmen geht. Ganz davon abgesehen, ist es ein Bestandteil kritischen Denkens, wie wir in unserem Grundsatzprogramm zeigen, denjenigen, den man kritisieren will, fair zu behandeln. Wer andere nicht in der Weise behandeln will, wie er bereit ist, sich selbst behandeln zu lassen, sollte seine Finger von Kritik lassen. Entsprechend sollte es in Wikipedia Personen, die anonym bleiben wollen, um andere öffentlich zu kritisieren, generell und aus Gründen der Fairness untersagt sein, Kritik zu üben.

Post Scriptum

Ich habe keine Lust mich unnötig zu wiederholen, daher noch einmal der Hinweis mit Link zum Nachlesen: Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock (als Beleg im Artikel über eigentümlich frei angeführt) haben keine Arbeiten verfasst, die man als tauglich zum Beleg von was auch immer ansehen kann. Wenn man schon jemanden negativ kritisieren will oder eine Kritik seiner Arbeit vornehmen will, dann muss man sich auf Personen beziehen, die in ihrem Gebiet eine Kapazität darstellen, die auf Wissen und Kenntnissen zurückgreifen können, die sie dokumentiert haben und für die sie von anderen Mitgliedern ihres Gebietes anerkannt und geschätzt werden. Personen, die sich von politischen Organisationen als Auftragsschreiber instrumentalisieren lassen, scheiden hier automatisch aus: weder die Friedrich-Ebert Stiftung noch die Heinrich-Böll Stiftung verfügen über irgend eine andere Reputation als die politischer Agitation und das ist nun einmal das Gegenteil einer Reputation, die man für Fähigkeiten, Kenntnisse, Wissen oder Leistungen in einem Feld erzielen kann.

PPS

Meine Darstellung basiert auf einer Wikipedia-Version, die zwischenzeitlich im Zuge des stattfindenden Edit-Wars verändert, wiederhergestellt, wieder verändert und so weiter wurde. Daher verweise ich die Leser auf die Diskussion des Beitrags, um sich ein Bild von der Version zu machen.

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14 Responses to Sinnstiftung für Ideologen: verbale Aufstände fragiler Persönlichkeiten

  1. heureka47 says:

    Milgram rekrutierte seine Testpersonen aus dem reichlichen Angebot an Kollektivneurotikern, also nicht wahrhaft erwachsenen Menschen. Was Milgram herausfand ist also keine Eigenschaft “des Menschen” schlechthin, sondern eine der vielen möglichen schlechten Eigenschaften des typischen zivilisierten, kollektivneurotischen, Menschen.

    Diesem Irrtum sind wahrscheinlich auch einige andere Wissenschaftler bei ihren Forschungen / Veröffentlichungen erlegen.

    • Heureka47 ich war im Hinblick auf Ihre Kommentare in der Vergangenheit sehr lenient, aber hier muss ich jetzt eine Grenze ziehen: Wenn Sie in Zukunft Behauptungen aufstellen, wie: “Milgram rekrutierte seine Testpersonen aus dem reichlichen Angebot von Kollektivneurotikern”, dann erwarte ich einen Beleg für diese Behauptung, ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. UNd ich warte auf den Beleg für diese Behauptung, der ziemlich schwierig sein dürfte, denn Milgram hat sein Experiment nicht wie sonst bei Sozialpsychologen üblich, ausschließlich mit Studenten, sondern mit Leuten aus allen Schichten der Bevölkerung durchgeführt. Also: Ich warte auf den Beleg für das Sampling von Kollektivneurotikern!

  2. Hinweis says:

    Karen Horn ist eine Erzliberale und meint es gut mit ef. Sie ist auch im Vorstand der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

    Was für Sie interessant sein könnte: Die IP 188.192.23.17, die am aggressivsten im ef-Artikel vorgeht, soll Fiona Baine sein:

    Verdacht:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Eigent%C3%BCmlich_frei&diff=prev&oldid=109641029

    Bestätigung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Stephan.rehfeld#Information

    • Danke für den Hinweis, dass Horn nicht ins linke Lager gehört, konnte man dem Text entnehmen, dass sie es gut mit ef meint, nicht unmittelbar, deshalb der Einschub in Klammer, dass man über die positive Bewertung eines der zitierten streiten könnte. Manchmal sind Leute, die es gut mit einem wohlgesonnen sind, schlimmmer als Leute, die es nicht gut mit einem meinen.

      Nachtrag, ich habe zwischenzeitlich die IP aus Landshut auch gecheckt und Sie und Stephan Rehfeld haben Recht, es ist offensichtlich Fiona Baine, die so melodramatisch aus der Arbeit bei Wikipedia ausgestiegen ist, um nun unter einem anderen Pseudonym doch weiterzumachen. Mir scheint, wenn man erst einmal bei einer politischen Stiftung oder wem auch immer, auf der Gehaltsliste steht, um politische Propaganda zu vertreiben, dann geht es nicht so einfach, den Job hinzuschmeisen, scheint wie beim Geheimdienst zu sein oder wie im Knast: Wer einmal aus dem Blechnapf frass…

      • A. Behrens says:

        Zitat: “Mir scheint, wenn man erst einmal bei einer politischen Stiftung oder wem auch immer, auf der Gehaltsliste steht, um politische Propaganda zu vertreiben, dann geht es nicht so einfach, den Job hinzuschmeisen”

        Das ist IMO eine unnötige Verschwörungstheorie. Ein Kernelement von Ideologen ist nach meinen Beobachtungen, dass Ideologen/Extremisten nicht für Geld arbeiten. Zumindest nicht für Geld als Primärziel. Es geht um die Sache als solches. Deshalb sind Ideologen notfalls auch bereit für eine Sache zu sterben.

  3. A. Behrens says:

    @Herr Klein: Woher wissen Sie, dass Sie selbst keiner Ideologie angehören?

    • Aus der selben Quelle, aus der Sie wissen, dass Sie keiner Ideologie angehören…

      • A. Behrens says:

        Meine Frage war ernst gemeint. 🙂

        Ich habe keine Quelle. Meinem Verstand kann ich nicht trauen, denn ich kann ja bereits ideologisch verseucht sein. Und nach dem Fremdfeedback welches ich gelegentlich bekomme, muss ich mich als ‘neoliberal’ bezeichnen. Wobei das für mich nichts schlimmes ist, denn Freiheit ist mir etwas sehr wichtiges …

        Das “böser Neolib”-Feedback bekomme ich üblicherweise aus Kreisen des marxistischen Zitierkartells, Eine Gruppe die ich als ideologische Gruppe ansehe, die sich selbst jedoch als auf wissenschaftlicher Grundlage, völlig rational handelnde Menschen betrachten.

        Woraus folgt, dass hier zwei Gruppen gegenüberstehen, die jeweils die andere Gruppe als ideologisch, sich selbst jedoch als rational und (in gewisser Weise) freiheitlich bezeichnen.

        Und nun?

        • Die Linie ist doch einfach zu bestimmen: Wären Sie bereit, Ihre Position bei Konfrontation mit falsifizierenden Informationen zu räumen oder nicht, was voraussetzt, dass man neoliberale Inhalte prüfen kann und was eine Grenze zwischen Wissenschaft und Ideologie zieht: Erstere ist prüf- und kritisierbar, letztere ist hermetisch. Insofern stehen sich keine zwei gleichgelagerten Gruppen gegenüber.

  4. David says:

    Meine Darstellung basiert auf einer Wikipedia-Version, die zwischenzeitlich im Zuge des stattfindenden Edit-Wars verändert, wiederhergestellt, wieder verändert und so weiter wurde. Daher verweise ich die Leser auf die Diskussion des Beitrags, um sich ein Bild von der Version zu machen.

    Daß die Wikipedia ältere Artikelversionen sämtlich archiviert, ist nicht bekannt? Eine ältere Version einzig auf der Grundlage einer hitzigen Diskussion darüber zu rekonstruieren erscheint nämlich doch sehr mühsam – oder gibt es dafür ein paar einfach Regeln?

    • Doch das ist mir bekannt, aber ich hatte keine Lust durch die mehr als 100 Veränderungen zu klicken. Wenn Sie Lust haben, können Sie es ja nachholen. Und selbstverständlich lässt der Diskussionsstil Schlüsse über die einzelnen Autoren zu oder denken Sie, jemand der grundsätzlich über andere Diskutanten herfällt, wird im Artikel plötzlich sachlich?

      • David says:

        Warum sollte ich Lust haben, Ihre Arbeit zu machen? Was springt dabei für mich raus?

        Was der Diskussionsstil zuläßt, ist im Übrigen nicht weiter interessant, weil die Diskussion nicht der konkrete Gegenstand Ihrer Kritik war. Man beurteilt ja auch verpaßte Konferenzvorträge nicht alternativ auf der Grundlage des Gebarens der Vorträger beim Mittagessen.

        • Ach so meine Arbeit. Aber denken können Sie schon selbst oder soll ich das auch noch für Sie übernehmen? Aber ich nehme Ihre Anregung ernst und erwarte nunmehr von Ihnen, dass Sie im eigenen Blog kommentieren.

          Übrigens kann man aus dem verbalen Verhalten von Menschen ziemlich viel schließen. Aus ihrem Verhalten kann ich z.B. schließen, dass Sie es in ihrem Leben noch nie nötig hatten, für etwas, was sie sich vielleicht als Ziel gesetzt haben, zu arbeiten.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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