Unsinn der Woche: Ein Student names Kilian Krumm

Ja, der Name ist echt, und der Herr Krumm ist ein bekennender Juso (war ich auch mal, bevor bei mir der Verstand eingesetzt hat),  nicht nur das, er ist aktives Mitglied der Juso-HSG an der Trierer Universität und ein aktiver Diskutant auf Facebook, wo derzeit auf  unterschiedlichen Seiten über Thesen und Themen von ScienceFiles diskutiert wird.

FB_discIm konkreten Fall geht es um den Beitrag von Dr. habil. Heike Diefenbach: Warum man als Frau gegen eine Frauenquote sein muss. Und der Kilian findet sich unter denen, die diskutieren, nein, nicht diskutieren, sondern kommentieren und weil dem so ist, will ich dem Herrn Kilian ein wenig Breitenwirkung geben. Als Juso, der seine Zukunft wohl in der Politik sieht und der sein Wissen aus Wahlkämpfen bezieht (wie er sagt), hat er sicher ein großes Interesse an Publizität.

Ich gebe zu, dass mich sein selbstherrlicher Diskussionsstil, der von keinerlei Argument oder empirischem Beleg getrübt wird, erst erheitert und dann geärgert und dazu bewogen hat, mich mit ihm zu befassen: Immerhin will der Herr einen Abschluss an einer Universität erlangen, einen akademischen Grad erreichen. Entsprechend sollte man ein gewisses intellektuelles Niveau voraussetzen können. Da Letzteres nicht vorhanden ist und ich heute sowieso nicht sonderlich gut gelaunt bin, will ich dem Herrn Krumm ein wenig Nachhilfe in Sachen Argumentation und Logik geben – interaktive Nachhilfe, wenn man so will, anhand seiner eigenen Kommentare.

Man kann das Folgende als psychologische Obduktion geistiger Wirrniss ansehen, wobei es mir vor allem um die Struktur der Äußerungen und die psychologische Befindlichkeit dahinter geht. Morgen gibt es dann eine neue sozialpsychologische Studie, die eine Antwort auf die Frage gibt, wer, warum politischer Aktivist oder Extremist wird.

Los geht’s

Kilian KrummKilian Krumm: “Das Institut der Wirtschaft hat halt auch seine eigene Agenda. Ich kennen da auch andere Zahlen…”

Sie wissen nicht, worauf sich dieser Einwurf bezieht? Ich auch nicht. Aber es geht Herrn Kilian auch nicht darum, eine Antwort zu geben, sondern zu diskreditieren, in diesem Fall das “Institut der Wirtschaft”, das eine “Agenda” hat, was meint, dass es Zahlen fälscht. Das würde sich Kilian Krumm natürlich nie zu sagen trauen, deshalb belässt er es bei der “Agenda”, gefolgt von dem Einwurf, dass er “auch andere Zahlen” kennt. Und wenn er andere Zahlen kennt, und er natürlich keine Agenda bestenfalls eine Agenda 21 hat, müssen seine Zahlen richtig sein, die vom “Institut der Wirtschaft” falsch.

Erste Lektion Herr Krumm: Wissenschaft ist empirisch. Deshalb ist es notwendig, die eigenen Behauptungen zu belegen. Wenn das “Institut der Wirtschaft”, gemeint ist vermutlich das Institut der deutschen Wirtschaft, angeblich eine Agenda hat, dann muss man diese Agenda darlegen und belegen. Und wenn die eigenen Zahlen dann von anderen Zahlen abweichen, dann muss man zum einen die eigenen Zahlen angeben (und nicht nur vortäuschen, man hätte andere Zahlen) und man muss die eigenen gegen die anderen Zahlen und wieder an der Empirie prüfen. Methodenkurs: erstes und zweites Semester.

Kilian Krumm. “Größtes Problem ist die soziale Kluft zwischen einer kleinen Gruppe, die viel hat und vielen die wenig haben. Daran formieren sich viele weitere Benachteiligungen und Verteilungskämpfe. Das Kernproblem ist auch unumstritten, die Frage ist nur wie Mensch es lösen möchte”.

Eine soziale Kluft kann nicht mit materiellen Dingen begründet werden, denn damit wird die soziale Kluft zur materiellen Kluft: Soziales und materielles sind nicht identisch. Entsprechend kann sich an einer sozialen Kluft, keine Benachteiligung und auch kein Verteilungskampf “formieren”, überhaupt kann sich nichts an etwas formieren, bestenfalls kann etwas ein Auslöser für etwas anderes sein. Hier hapert es noch etwas mit der Beherrschung der deutschen Sprache. Versuchen Sie es mit “Daraus ergeben sich …”, Herr Krumm.

Disney_robin HoodAnsonsten haben wir es hier, wie es sich für einen Juso gehört, mit einer unbegründeten Verschwörungstheorie zu tun, die die bösen Bonzen, die man heute als “kleine Gruppe, die viel hat” umschreibt und die vielen, die wenig haben, miteinander kontrastiert. Astreines Ideologendeutsch, das dazu dient, sich selbst zum Robin Hood der Vielen zu stilisieren, der sich heutzutage unter Ausschluss persönlicher Gefahr hinter seinem Ikon auf Facebook verschanzt und daherkommenden Kommentaren, die der eigenen ideologischen Überzeugung nicht entsprechen, auflauert, ein verbaler Hinterhalt, quasi.

Besonders putzig ist der Versuch, die eigene Behauptung mit dem Verweis, dass das Kernproblem unbestritten ist, gegen Kritik oder Hinterfragen abzusichern. Das mag unter Jusos klappen, in der wissenschaftlichen Welt ist das ein Rohrkrepierer, denn hier kann man nur mit empirischen Belegen überzeugen. Aber nebenbei haben wir hier ein Beispiel dafür, warum Facebook und Twitter unter Politikern und solchen die es werden wollen, immer beliebter wird: Man kann ein paar Sätze unters Volk werfen und hoffen, dass niemand nach einer Begründung fragt, eine Hoffnung, die leider allzu häufig aufgeht.

Kilian Krumm: “Die 23% kenn ich nur aus dem Wahlkampf und war meines Wissens ein partikularer Wert aus einer Branche gewesen und keine absolute Zahl. Da sind wir glaub d’accord. Wahlkampf Kommunikation ist halt (leider) keine Wissenschaft. Nehmen wir mal deine 8% unbereinigt, wären bei einem fiktiven brutto Lohn einer Akademikerin von 3500€ 280€ monatlich weniger, im Jahr 3360€. Rechne dir das mal auf ne Lebensarbeitsleistung hoch… Und der Wert ist ja jetzt nur rausgegriffen. Du müsstest das übers ganze Lohngefüge berechnen…”

23% lassen aufhorchen, es geht um das vermeintliche Gender Pay Gap, das unter Ideologen hoch im Kurs steht und in der Realität nicht vorkommt. 23% entsprechen dem, was das Statistische Bundesamt lange als unbereinigtes Gender Pay Gap bezeichnet hat, bereinigt wurden daraus die 8%, die Herr Krumm nun und nicht aus dem Wahlkampf kennt und die er als unbereinigt ansieht. Nun, das Statistische Bundesamt ist fälschlicher Weise wie wir gezeigt haben, der Ansicht, die 8% seien das bereinigte Gender Pay Gap, nach Abzug von Unterschieden zwischen Frauen und Männern in Arbeitszeit, Berufserfahrung usw. allerdings unter Auslassung von Überstunden, bei deren Berücksichtigung, wie wir gezeigt haben, das Gender Pay Gap schlicht verschwindet und sich als das Hirngespinst erweist, das es nun einmal ist.

Hirngespinst hin oder her, Kilian Krumm mag die 8% und ist für Gerechtigkeit unterwegs. 8% ersponnene Ungerechtigkeit, die es zwar nicht gibt, die man aber trefflich instrumentalisieren kann, abermals um die eigene moralische Überlegenheit zu zeigen und zu mahnen, andere natürlich und davor, was für Folgen das Gender Pay Gap für das Leben nicht bekannter Dritter hat. Rührend, nur leider keinerlei Wissenschaft und eines Studenten unwürdig.

Kilian Krumm: “Das viele “Frauen” sich bewusst für oder gegen was “entscheiden” könnte nicht rein zufällig auch mit den vorherrschenden Strukturen und die dadurch greifende Sozialisation einhergehen, oder? Im sollten glaub ich bei der Deutung wer unterdückt wird, nicht männlich sozialisierte Personen die Deutungshoheit haben – eigentlich logisch, oder?”

Und hier finden wir dann den sozialistischen Patriarchen, wenn ich dieses nette Wort einmal benutzen darf, in Reinkultur: “entscheiden” können für ihn Frauen nämlich nur in Hochkommata und natürlich nicht wirklich, denn Frauen sind Deppen, die von den vorherrschendnen Strukturen und ihrer Sozialisation vollständig determiniert sind und so gegängelt werden, dass daraus Unterdrückung wird. Und natürlich haben männliche Personen wie Krumm Deutungshoheit, beanspruchen sie jedenfalls, und zwar für sich, in diesem Fall. Das ist abermals rührend, aber, Herr Krumm, logisch ist es nicht.

Logik fuer DummiesLogik ist eine formale Methode des Schließens, die es als Aussagen- und als Prädikatenlogik gibt. Bleiben wir bei ersterer, dann können wir prüfen, ob ihre Aussage logisch ist. Explanandum (oder mehr traditionell: Konklusion) ist: Frauen können sich nicht bewusst für oder gegen etwas entscheiden. Nun benötigen wir noch ein Explanans, das der Einfachheit halber aus einem allgemeinen und einem speziellen Satz oder anders formuliert aus einem Gesetz und einer Randbedingung bestehen soll. Vorherrschende Strukturen und Sozialisation führen dazu, dass Frauen sich nicht bewusst für oder gegen etwas entscheiden können, behauptet Herr Krumm. und das wollen wir als Randbedingung (oder Antezedenz) durchgehen lassen. Die vorherrschenden Strukturen und die Sozialisation sind durch die Deutungshoheit, die natürlich männliche Personen haben, determiniert. Das wollen wir auch als Randbedingung (oder Antezedenz) durchgehen lassen, und da wir nunmehr im Mittelterm zweimal vorherrschende Strukturen und Sozialisation haben, können wir beides kürzen und durch “männliche Deutungshoheit” ersetzen.

Was dazu führt, dass wir den Inhalt der Aussage von Herrn Krumm auf: Deutungshoheit männlicher Personen führt dazu, dass Frauen nicht bewusst entscheiden können, reduzieren können. Dies ist eine gewagte These, und eben nur eine These. Es ist kein logischer Schluss und insofern Ausgangspunkt einer logischen Analyse, nicht Endpunkt. Nunmehr wäre zu zeigen, warum und wie es männlichen Personen gelingt, Frauen ihre Selbstbestimmung zu nehmen, was ziemlich schwierig sein dürfte, und ich wage einmal die Prognose, dass ein direktes Zusammentreffen zwischen Dr. habil. Heike Diefenbach und Kilian Krumm eine Ohrfeige für Letzteren zur Folge hätte, und somit in der wirklichen Welt, einen Beleg dafür, dass weibliche Menschen zu willentlichen Entscheidungen fähig sind, ganz ohne männliche Deutungshoheit.

Ich empfehle Herrn Krumm, bevor er sich das nächste Mal öffentlich äußert, dass er sich nicht nur darüber kundig macht, wie man argumentiert, wie man Belege für Behauptungen bringt und präsentiert, sondern auch darüber, was Logik ist und darüber, wie man vermeidet, logische Fehler zu begehen.

Und die Essenz der Fallstudie:

scully facepalmEs ist immer wieder erstaunlich, wie nachweislich ahnungslose Personen sich in einer Dreistigkeit in Diskussionen einmischen und dort versuchen, durch Be- oder Abwertungen von in der Regel Personen oder Institutionen (Gebildete nennen das einen Fehlschluss ad hominem, Eingebildete denken, sie seien “strategisch”) eine Meinung zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Sobald Widerstand gegen derart plumpe Versuche der Meinungsmanipulation aufkeimt, werden die Widerständler mit dem beliebten Mittel der Ausgrenzung traktiert, was derzeit vor allem bedeutet, unliebsame Diskutanten oder “solche Personen” in die rechte Ecke abzuschieben, denn für Linke ist rechts ein Synonym für böse und böse ist schlecht und, ja, mehr wissen sie auch nicht. Dass derartig primitive Strategien zuweilen erfolgreich sind, bei Unbedarften auf keinen Widerstand stoßen, ist schließlich das, was mich am meisten ärgert und an dem, was man formale Bildung nennt, massiv zweifeln lässt.

Und was das Ganze Pallaver des Herr Krumm mit dem Beitrag von Dr. habil. Heike Diefenbach zu tun hat, das weiß nur er allein.

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29 Responses to Unsinn der Woche: Ein Student names Kilian Krumm

  1. Orwell says:

    Der “Krumme Krieger”. Nomen est omen.

  2. Parzival von der Dräuen says:

    Es ist jetzt sicher nicht sonderlich sachlich, wenn ich anmerke, dass die Aussagen des Probanden Kilian Krumm deswegen so unlogisch und exemplarisch weltenfern daherkommen, weil er nicht über das intellektuelle Rüstzeug verfügt, die Unsinnigkeit seiner Behauptungen zu überblicken, sich empirisch und halbwegs gesichert einer Denksportaufgabe zu nähern – nein, das Problem liegt tiefer: Das klassische (verschriftliche) Argumentieren wurde seit je nicht an den Schulen gelehrt, weil der Volksschüler nicht Denken, sondern Handeln lernte, um ein nützliches Werkzeug der Gesellschaft zu werden. Dass bloße Repitieren einer Top-Down-Vorgabe ist nicht zwingend an das Systemische gebunden – insofern ähneln sich die Vereinnahmungen der demokratischen oder sozialistischen Institutionen und ergänzen sich in den Denklücken auf das Trefflichste. Angeblich sollen unter den 68ern Minderheiten existiert haben, die die Kadaverdenke aus dem selbstverschuldeten wie auch oktroyierten Gefängnis in ein goldenes Zeitalter der Aufklärung überantworten wollten. Der Versuch war aber nach den Regeln der Frankfurter Schule Klassenverrat, weil die Partei gar nicht Recht genug haben konnte. Insofern kann man es dem kleinen Studenten nicht vorwerfen, dass er im Sinne des Vorgekauten und -gegaukelten den Weg des geringsten Widerstandes seiner Alt-Vorderen, seiner Peergroup wählt und an menscheigener, wissenschaftlicher Neugier vermissen lässt oder was sich die Vertreter der Aufklärung so erträumen. Die anthropologische Konstante von Ignoranz, Idiotie, Anmaßung – und der Progressivität geschuldet – Nutzlosigkeit für die vorurteilslose Beschreibung des Unbestreitbaren, bedingt eine risikoreiche Hirnarbeit, die dem durchschnittlich Begabten schlicht unmöglich ist. Bevor ich mich im Formulieren weiter verzettele: Dunning-Kruger-Effekt und die “Elite frisst ihre Kinder”. Oder: Wenn erst jeder (Hurra!) Abitur macht, darf jeder studierend sein und der Schein bestimmt das Bewusstsein. Man kann demnach gar nicht so blöd antworten, als wie wenn man gefragt wird.

  3. Michel Houellebecq says:

    Die moralische Entrüstung alleine scheint auch schon so eine Art Argument geworden zu sein. Um was für eines es sich dabei handelt, erschliesst sich mir leider nicht. Ich frage mich manchmal, ob für einen solchen Diskussionstil ein Universitätsstudium eine zwingende Voraussetzung ist.

  4. Hosea says:

    Ja der Herr Krumm war auch bei Illner als Stellvertreter der SPD-Basis (Jusos Bruchsal) und hat dort auch gleich die mangelnde Gleichstellungswirkung des aktuellen Koalitionsvertrages beklagt.

    Wirklich ein Jammer, wie einige Netzwerke exklusiv die veröffentlichte Meinung dominieren, Genderist_innen gehören immer dazu. Da sieht man, was wahre Macht ist, wenn über Jahre die Behauptung vom ‘Gender Pay Gap’ mindestens zum Weltfrauentag in den Nachrichten verlesen und über dpa verbreitet wird. Es hat was von einer Liturgie. Niemals werden die ominösen 23 % (bzw. ein leicht abweichender Wasserstand) in den ‘seriösen’ bildungsbürgerlichen Medien in Frage gestellt. Niemals.

    Das ist wirkliche Macht. Orwell ist vollzogene Tatsache, damit muss man sich abfinden.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Hosea

      Ich sehe das auch so, dass Orwells Dystopie in mancher Hinsicht längst etabliert ist, aber man sollte nicht vergessen, dass bereits bei Orwell die von ihm beschriebene Welt die interne Welt der Partei ist, während die große Masse der Bevölkerung die “proles” sind, die “da draußen” in relativer Freiheit vom totalitären Terror der Partei leben und Handel treiben, wovon Orwells Held ja auch einigermaßen fasziniert ist, als er in dem Laden den Briefbeschwerer kauft. Bei dieser Gelegenheit beginnt er ja auch darüber nachzudenken, inwieweit die Darstellungen der “Realität” durch die Partei – vom Leben der “proles” und vom angeblich drohenden Krieg …. – der Wahrheit entsprechen.

      Und genauso sehe ich unsere gesellschaftliche Realität, und dementsprechend habe ich große Probleme, die “wirkliche Macht” von Genderisten irgendwo im richtigen Leben zu orten. Ja, sie kosten uns eine Menge Geld, das keinerlei Mehrwert produziert, sie nerven mit ihrer Neusprech und dem allgemein äußerst engen Horizont und mit Vielem mehr, aber ihre “Macht” beschränkt sich mehr oder weniger auf ihre eigene “Partei”, also die Mitglieder ihrer eigenen Netzwerke, denen sie drohen können oder die sie “auf Linie” bringen können, und ihre “Maßnahmen” sind einzig und allein Maßnahmen zur Beförderung der eigenen Klientel, vor allem von Mittelschichtsfrauen. Wie gesagt, das ist ärgerlich, weil ungerecht und sehr kostenintensiv für uns alle, und außerdem vergiftet es das zwischenmenschliche Klima u.a.m.

      Das will ich alles n icht in Abrede stellen. Aber mal ehrlich: Wen interessiert das denn, und für wen außer den Mitgliedern der Netzwerke der Genderisten hat das denn schon nennenswerte Relevanz in der eigenen Lebenspraxis? Bestenfalls sind doch alle davon genervt.

      Ich weiß – mangels täglicher Lebenserfahrung in Deutschland – nicht genau, wie das in Bayern oder irgendwo sonst in Deutschland, auf dem Land oder unter Arbeitern, ist, aber wenn man hier auf der Insel lebt und besonders in Wales, dann ist man in der typischen Ethnologen-Position, die sich dadurch auszeichnet, dass man einen Instinkt entwickelt, womit man den Leuten vor Ort überhaupt nicht zu kommen braucht, wenn man der ansässigen Bevölkerung nicht als skurriler Depp erscheinen möchte. Und das führt in Wales dazu, dass man die Themen “gender” oder Frauenpolitik oder Staatsfeminismus o.ä. erst gar nicht anschneidet. Das verbietet sich einfach von selbst, ganz so, wie Orwells Held im besten Fall Lacherfolge ernten würde, wenn er im Laden bei den “proles” anfangen würde zu erzählen, was er von der Partei eingetrichtert bekommt. Die Leute hier in Wales haben tatsächlich ganz andere Sorgen, und viele sind einfach nicht gewillt, sich über alles mögliche Sorgen zu machen und leben ihr Leben in großer Entspannung. Selbst den Engländern erscheinen die Waliser sehr “laid back”, und ich kann dem nur zustimmen – ich persönlich fühle mich hier sauwohl wie man so schön sagt.

  5. mannomann says:

    … und in zehn Jahren sehen wir ihn als rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister, zumindest als Staatssekretär.

  6. qed says:

    “Also dieser Michael Klein sieht sich als akademischer Arm der “Männerbewegung” (LOL!), Diefenbach fordert die Abschaffung von Gender Professuren und beide publizieren in rechtsgerichteten Zeitungen, die teilweise vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Für mich sind die somit delegitimiert. Habt ihr noch andere Namen? Wissenschaftliche Thesen die korrekt sind erfahren normalerweise eine Multiplikation, dass bei jenen diese ausbleibt, erklärt vieles.”

    Tatää!! Tatää! Und da ist es wieder, das einzigste und wichtigste ‘Argument’ der Linken, wofür er sofort von ‘Jo Hannes’ einen eingeschenkt bekommt. Noch nicht mal mit dem Geraune von der ‘Sozialisation’ kommt er durch- erfrischend!

    Nun, wir dürfen natürlich nicht vergessen, wo dieser Knabe ‘sozialisiert’ wurde: An der Uni Trier nämlich und dort hat man ja eine gewisse Tradition, was Feigheit, Denkschwäche, Agitprop und Gesinnungstäterschaft anbelangt:
    http://www.wikimannia.org/Martin_van_Creveld

    Dankenswerterweise hat die Initiatorin des Threads, Sarah Parker, korrekt verlinkt auf
    http://sciencefiles.org/2013/04/12/warum-man-als-frau-gegen-eine-frauenquote-sein-muss-journalisten-fragen-dr-diefenbach-antwortet/
    wo schlicht und ergreifend alles gesagt ist.

    “Zwei Dinge sind unendlich: Das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.”
    Albert Einstein

    • KlausT says:

      @qed Als Linker möchte ich aber anmerken, dass man links sein kann und trotzdem Feminismus- und genderkritisch. Und die Jusos sind auch niht mehr das, was sie mal waren…

      • Möglicherweise ist es notwendig, eine Differenzierung zwischen Linken einzuführen, die über das ehemalige Mantra von Althusser, Altlinke von Neulinken zu trennen, hinausgeht. Vielleicht: “Fundamental-Linke”, “Gesinnungs-Linke” und “Real-Linke” oder “faschistoid Linke”, “liberal Linke” und “link Linke” oder “alt-Linke” “ewig-Linke”, “neo-Linke” und “post(hum)-Linke” oder “traditionell Linke Erinnerer”, “real Linke Vergesser” und “fundamental Linke Spinner” oder eine Aufspaltung in neue Stoßrichtungen “Linke Arbeiterpartei “Wider das Vergessen”, “Sozialistische Arbeiter- und Bauernpartei: Wider das Erinnern” und “Neo-modern feministisch-linke Guttuer: Wider den gesunden Menschenverstand”.

        Nur so ein Vorschlag.

      • qed says:

        Ich gebe zu, den Begriff zu reflexhaft zu verwenden, denn ich stamme noch aus einer Zeit, in der es eine schöne einfache Trennung zwischen “rechts” und “links” gab und die “Linken” ausnahmslos die Offenbarungen der Frankfurter Schule (die eigentlichen Erfinder des Genderismus) priesen- auch Simone de Sowieso war Mitglied der KPF.
        In diesem Falle ist es aber einfach: link(s) sind die, die so gerne ad hominem mit der Nazikeule als Argumentationsersatz fuchteln. Wobei dies heute sicherlich weniger Ausdruck der politischen Gesinnung denn der geistigen Niedertracht ist.

        • KlausT says:

          Ich bin durchaus auch dafür, bei Linken zu differenzieren.Es gibt unter Linken mindestens genau so viele Idioten wie in der Gesamtbevölkerung 😉 Im Übrigen habe ich – jenseits politischer Aspekte – die Erfahrung gemacht, dass Menschlichkeit, Toleranz und sonstige Sozialkompetenzen nichts mit der politischen Gesinnung zu tun haben.Da kann mir kann ein authentischer, sozialkompetenter CDU’ler näher stehen als ein asozialer linker Laberkopf…

      • Marcel says:

        @KlausT
        Dazu muss man wiederum einwenden, dass die feminismus- und genderkritischen Strömungen bei den Linken politisch weitgehend irrelevant sind. Das lässt sich empirisch an den geäusserten und vertretenen linken Positionen ziemlich leicht überprüfen. Insofern ist qeds Argumentation bezüglich der Linken zwar nicht hundertprozentig wasserdicht, aber grossmehrheitlich trifft sie eben trotzdem zu.

        Dessenungeachtet ist es durchaus möglich, dass das feminismus-/genderkritische Potential unter den Linken grösser ist, als es sich in den offiziellen Verlautbarungen und Diskursen manifestiert; dass es also tatsächlich eine relevante Gruppe von Feminismus- und Genderkritikern unter den Linken geben könnte, die sich nicht gemäss ihrem tatsächlichen Machtpotential entfalten kann. Aber das ist letzten Endes ein Problem der Linken selbst, und inwieweit sie bei sich die von der linken Mehrheitsorthodoxie abweichenden Meinungen zulassen bzw. unterdrücken.

        Für mich als (nichtlinken) Aussenstehenden ist das nur schwer abzuschätzen. Und solange die überwältigende Mehrheit der Linken sich der Mehrheitsmeinung unterwirft (ob aufgrund ideologischer Zustimmung oder unter ideologischem Druck), habe ich keinen Grund hier eine nennenswerte Unterscheidung zu treffen.

        Freilich, wenn ein linker Dissident eine abweichende, feminismus-/genderkritische Meinung vertritt, dann werde ich ihn deswegen nicht in die Pfanne hauen sondern ihn dazu ermutigen. Die sonstigen ideologischen Differenzen zu den Linken bleiben für mich aber trotzdem davon unberührt.

      • a.behrens says:

        “Linker” als Begriff ist lediglich ein Kampfbegriff und hat keinen Bedeutungsinhalt.

        Wenn man die Wahlprogramme von NSDAP und den Grünen/Linken vergleicht, dann gibt es eigentlich nur einen wesentlichen Unterschied: Umgang mit Juden (NSDAP) bzw. Umgang mit Männern. Die gesamte Innen-, Außen-, Wirtschafts- und Familienpolitik ist dagegen weitestgehend deckungsgleich.

        ‘Rechte’ vs. ‘Linke’ kann man daher auf Antisemitismus reduzieren.

        Da Antisemitismus heute von keiner Partei mehr vertreten wird, gibt es auch keinen Antagonismus zwischen Rechts und Links. Und somit auch keine Linke. NPD und Die Linke/SPD/Grüne könnten sich IMO zu einer gemeinsamen Partei zusammenschließen. Die Unterschiede zwischen die einzelnen Gruppen sind geringer als bei der “Volksfront Judäa” und der “Judäischen Volksfront”. Allerdings sind die Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen “linken” Parteien ebenso groß wie bei den Volksfronten.

        Eine angemesse Unterscheidung zwischen Parteien ist IMO die Frage ob es sich um eine individualistische (AfD, FDP, PdV) oder kollektivistische Partei (Grünen, Die Linke, NSDAP) handelt. Und einen eigenen Standpunkt (und bei Sciencefiles zu posten) zu haben und gleichzeitig einer dieser Parteien nahe zu stehen ist ähm… Zeichen einer gespaltenen Persönlichkeit. 😉

        • Marcel says:

          @a.behrens

          ‘“Linker” als Begriff ist lediglich ein Kampfbegriff und hat keinen Bedeutungsinhalt.’

          Ihrem Kommentar kann ich im wesentlichen zustimmen. Tatsächlich ist das, was man heute als ‘links’ bezeichnet nicht so scharf von ‘nichtlinkem’ Gedankengut abgrenzbar.

          Der Ursprung von diesem links-rechts-Schema ist in der Assemblée Nationale nach der Französischen Revolution zu finden. Dort bezeichnete ‘rechts’ die Royalisten (die Anhänger des Königtums von Gottes Gnaden) und ‘links’ die Republikaner (die Anhänger einer Parlamentsherrschaft mit gewählter Regierung). So gesehen ist der Begriff heute eigentlich weitgehend obsolet, weil es fast keine echten Royalisten mehr gibt. Nahezu alle sind heute faktisch Republikaner – selbst in den formell noch als Monarchien bezeichneten Staaten.

          In der Restaurationszeit und danach erfuhren die Begriffe ‘links’ und ‘rechts’ einen umfassenden Bedeutungswandel. Im 19. Jhd. konnte man damit noch die konservativen (nicht notwendigerweise royalistischen) und die progressiven Kräfte voneinander unterscheiden, wobei die Übergänge zwischen diesen Lagern fliessend waren. Üblicherweise wurden in der ersten Hälfte des 19. Jhds. Liberale und Nationalisten als links eingestuft. Mit dem Aufkommen des marxistisch beeinflussten Sozialismus reklamierten mehr und mehr die Sozialisten den Begriff ‘links’ für sich allein. Aber noch die Nationalsozialisten betrachteten sich selbst als ‘links’ und trotzdem auch als strikt antimarxistisch. Tatsächlich war die NS-Ideologie eine Symbiose aus Nationalismus und (antimarxistischem) Sozialismus; insofern basierte diese Selbsteinschätzung der NS-Anhänger auf einer realen Grundlage. Auch die NS-Ideologie hing dem technischen und sozialen Fortschritt an und der Überwindung überkommener Strukturen. Deswegen gab es unter ihnen auch keine Rückkehr zum Kaiserreich.

          In der Nachkriegszeit gewann sukzessive eine neue marxistische Denkrichtung an Boden: die sogenannte Frankfurter Schule. Der klassische Marxismus war erkennbar gescheitert, die realsozialistischen Regimes hatten sich nie (wie von Marx prophezeit) zu Diktaturen des Proletariats entwickelt sondern zu reinen Funktionärsdiktaturen, zu marxistisch verbrämten Oligarchien. Das marxsche Proletariat bildete ausserdem schon bald keine absolute Mehrheit mehr in der Bevölkerung und der Verlust auch der relativen Mehrheit war durch die weiter fortschreitende Rationalisierung und Mechanisierung der Güterproduktion und das Anwachsen der Dienstleistungsindustrie absehbar. Dadurch wurden Modifikationen notwendig, damit gewisse marxistische Kernanliegen gerettet und auf neue ideologische Grundlagen gestellt werden konnten. Antiautoritäre Erziehung, Social Engineering, soziale Wohlfahrt, Sexualwissenschaften und auch diverse Arten des Feminismus wurden im neuen marxistischen Sinne begründet und eroberten Bildungs- und Erziehungsbereiche sowie die meisten Medien. Gender Mainstreaming ist eines der späten Kinder dieser neomarxistischen Philosophie.

          Der klassisch liberale Freiheitsbegriff, der freies Handeln und die damit verbundene Verantwortung untrennbar miteinander verknüpfte, wurde dabei pervertiert in eine Pseudofreiheit, die keine Verantwortung mehr kennt. Die Verantwortung und immer mehr Risiken werden vielmehr sozialisiert, d.h. auf eine amorphe (Zwangs-)Solidargemeinschaft umgelegt. Der Bürger empfindet eine solche ‘Entlastung’ von den unangenehmen Aspekten der Freiheit durchaus als angenehm und gibt unter diesen Bedingungen freiwillig immer mehr Kompetenzen (und damit auch Freiheiten) an den Staat ab. ‘Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit’, wie Marie von Ebner-Eschenbach schon wusste. Der logische nächste Schritt ist die rigorose Sozialisierung sämtlicher Gewinne und Vorteile. Am Beginn dieses Schrittes befinden wir uns nun.

          Das absehbare Ziel ist ebenso wie im klassischen Marxismus die Diktatur in Form eines totalitären Staates, der aber nicht mehr auf einem Proletariat als politischer Hegemon innerhalb des Staates aufbaut sondern auf einer Klasse von ideologisch geschulten Wohlfahrtsingenieuren in Politik und ausufernder Bürokratie. Diese neue Herrscherklasse und deren zahllose Günstlinge könnte man heute als ‘links’ bezeichnen, das hat aber mit der ursprünglichen Begriffsdefinition von ‘links’ nur noch sehr lose zu tun. Der starke Etatismus ist ein notwendiges Element in der Ideologie all jener, die der neuen ‘linken’ Herrscherklasse angehören oder ihr zuarbeiten und von ihr als (abhängiger) Günstling profitieren wollen. Der Staatsfeminismus ist ein kleiner Teil davon.

          Auch Konservative fallen heute reihenweise auf die Schalmeienklänge und Verlockungen des ausufernden Wohlfahrtsstaates herein, der allen ein materiell abgesichertes Leben verspricht; die Liberalen sind als nennenswerte Minderheit ohnehin kaum mehr existent. Die Diktatur der neuen Herrscherklasse wird sich wohl auf demokratischem Wege etablieren. Ich bezweifle allerdings stark, dass das marxistische Endziel einer klassenlosen Gesellschaft oder auch nur das vorausgehende Zwischenziel einer vollständig gleichgeschalteten Masse von zufriedenen Sklaven erreicht werden wird – ganz einfach, weil der menschliche Hang zum Individualismus dem entgegensteht.

          • Wir von ScienceFiles können uns der Auffassung, dass es wenig Sinn macht, zwischen so genannten Rechten und so genannten Linken, zu unterscheiden, nur anschließen.

            Wir beobachten ja schon seit einiger Zeit – und haben auch schon häufiger auf dem blog darauf hingewiesen -, dass faschistoides oder totalitäres Gedankengut, das in der Republik gewöhnlich als “Rechts-Außen” charakterisiert wird, bei vielen so genannten Linken zu finden ist und tief verwurzelt zu sein scheint. Und natürlich haben hierauf schon viele Leute vor uns hingewiesen, die sich einmal als (eher) “Linke” gesehen haben und von den faschistoiden oder totalitären Elementen im Gedankengut anderer “Linker” sehr unangenehm berührt waren und sich entsprechend davon differenziert haben (z.B. Götz Aly, Pierrre-Andre Taguieff …).

            Wir befürchten, dass es in Deutschland so weit gekommen ist, dass es derzeit schlicht darum geht, Individualismus und demokratische Grundprinzipien und den Respekt vor Individualrechten (nicht nur vor den eigenen, sondern auch vor denen anderer Menschen) gegen Kollektivismus und mit ihm verbundenen Totalitarismus und Faschismus zu verteidigen. Und zu diesem Zweck ist die Unterscheidung zwischen Rechten und Linken nicht nur irrrelevant, sondern wahrscheinlich nachteilig, weil sie (zumindest derzeit) unnötige Gräben zwischen Menschen zieht, die angesichts der Lage in Deutschland miteinander solidarisch sein sollten, wenn nicht müssen.

            • Markus says:

              Das sehe ich noch kritischer: Linke waren nie grosse Freunde von individuellen Abwehrrechten gegenüber einem paternatlistischen Staat, der Meinungsfreiheit haben sie – da bei der richtig-linken Überzeugung ohnehin gegenstandslos – nicht viel Wert beigemessen, Disziplin im Denken war ihnen als “unproletarisch” oft fremd, Schauprozesse und Abkanzlungen hingegen an der Tagesordnung. “Schöne Gefühle halten sie für Argumente und ihr geschwellter Busen dünkt sie der Blasebalg der Gottheit” hat Nietzsche dazu sehr trefflich über die Sozialisten gesagt. Ich sehe dafür zwei Gründe: Einmal den verheerenden Einfluss von Jürgen Habermas, der ja bekanntlich immer über alles reden will, so lange hinterher das rauskommt, was er vorher schon wusste (insbesondere im skandalösen Historikerstreit mit Nolte !) und die Wiedervereinigung, bei der viele “Linke” aus der DDR (die das einfach durch Schulzeit und Leben dort faktisch waren, viel weniger bewusst) eingemeindet wurden, so dass das heutige Deutschland eher einer “DDR-light” als einem demokratischen Rechtstaat gleicht, der die Freiheits- und Abwehrrechte seiner Bürger (die nach 1945 nicht umsonst in der Verfassung so betont wurden) für konstitutiv hält. (Das “gefährlich-unproblematische” der jetztigen Grossen Koalition und das Verschwinden der – zugegeben schwachen – FDP wären meine Belege). Aber das ist eben immer auch das Problem des Liberalismus als Geisteshaltung gewesen: Er wendet sich an informierte Eliten, hat einen schweren Stand bei den Massen, und kann nicht verhindern, dass die, die die von ihm vorgehaltenenen Rechte (Meinungsfreiheit, Redlichkeit und Ehrichkeit in der Argumentation, schielen auf logische Wahrheit statt emotionaler Massenwirksamkeit) in Anspruch nehmen sie “nach Gebrauch” kassieren. So gebáhren sich die ´68er heute als Vorreiter der Demokratie in einer immer-noch-faschistischen westdeutschen Umgebung “vor ´68”, dabei haben sie nun gerade ´68 die Demokratie als “Formalismus” und “System” gegen die egalitäre Diktatur des Proletariats tauschen wollen. Davon will natürlich heute keiner mehr was hören … die Ausrichtung auf eine widerspruchsfreie Gemeinschaft (das eigentlich verlockend-gefährlich “Linke”), das nimmt demgegenüber immer konkretere Formen an.

          • Markus says:

            Marcel, eine tolle Analyse !!! Vielen Dank !

    • Markus says:

      Leute, hángt die Causa nicht zu hoch: Der Mann ist Juso und studiert in Trier Soziologie. Das heisst, der will irgendwo mal ein Pöstchen und zu mehr als Soziologie hat es einfach nicht gereicht – bei der SPD ist das im übrigen durchaus ausreichend, solange man sich auf der Femi-Schiene gleich als Mitschwimmer geoutet hat. Ein “Märzgefallener” hätte man 1933 gesagt, als auf einmal alle feststellten, dass sie Antisemiten waren und massenhaft in die NSDAP eintraten. Um mich juristisch abzusichern: Heute kann man das natürlich nicht mehr sagen, sind ja alles Demokraten !

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  8. anonym says:

    Danke Frau Dr. habil. Heike Diefenbach,

    ich lese sie immer wieder gerne.

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  10. rugay says:

    Ich muss gerade an eine Geschichte von Stanislaw Lem über den Piloten Pirx denken, der den theoretischen Teil der Raumfahrtakademie nur deshalb erfolgreich absolviert, weil er die Terminologie seiner Professors perfekt assimiliert hat und dadurch erfolgreich den Eindruck erweckt “er wüsste” (irgendwas). Und sein Prof fühlt sich natürlich sowohl geschmeichelt als auch bestätigt. Die Geschichte ist schon gut sechzig Jahre alt. Man sieht also das Problem der Fachidiotie besteht schon sehr lange, der Wildwuchs(in der sog. “Diskussion” ohne die geringste Substanz) hat in den letzten Jahren allerdings auf wirklich besogrniserregende Art und Weise zugenommen. Überall.

    Ich glaube die Pisa-Hysterie dient einmal mehr dazu über einen Stresstest + Rating reflexionsbefreite Dummschwätzer und Plappermäuler heranzuzüchten die die jeweils angesagten, dem Zeitgeist dienlichen (Pseudo-)Terminologien perfekt assimiliert haben…

  11. Markus says:

    Dieser ganze Unsinn von den angeblich weniger verdienenden Frauen ist so unerträglich, weniger Lohn für gleiche Arbeit ist eine ökonomische Unmöglichkeit:

    1. Zum einen ist die eigentliche Ungerechtigkeit die totale und absurde Entrechtung der Männer in unserem Familienrecht (der traditionellen Frauendomäne), nicht das Gelabere über Benachteiligung am Arbeitsplatz (der inzwischen nicht mehr Männerdomäne) – die Erosion dieser Rechte hat einigen studierten Frauen erst die Narrenfreiheit eingeräumt, die sie hinter ihrem Benachteiligungsgeheule nur notdürftig verstecken. Frauen konkurrieren mit Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt, hart – aber so ist das wohl. In der Familienwelt haben sie hingegen ein juristisches Monopol: das ist der eigentliche Gender Gap. Fazit: Männer verweigern Ehe und Vaterschaft, Schwule führen irgenwelche abstruse Scheindebatten, und die deutsche Bevölkerung, v.a. die akademische, stirbt aus.

    2. um zum Thema im engeren Sinn zu kommen, regelt sich der Preis für Arbeit über die Nachfrage: Würde der Staat tatsächlich weiblichen Soziologieprofessorinnen und anderen Hohepriesterinnen für die g l e i c h e Arbeit (die eben wirklich die gleiche Arbeit sein müsste) w e n i g e r Geld zahlen können, dann würde er nur noch weibliche Soziologieprofessorinnen einstellen bis entweder diese ihre Preise anheben, oder die Männer die Preise senken. In der freien Wirtschaft (für die hiermit ausdrücklich geworben werden soll unter diesem Aspekt) kann es also dauerhaft gar keinen gender pay gap (klingt nach Harvard und schon deshalb weihevoll, ich gebe es zu …!) geben, auf Deutsch: Keinen unterschiedlichen Lohn für unterschiedliche Arbeit, geben.

    3. Ist nun gerade im Fall der Soziologieprofessorinnen der Staat ein Marktmanipulator und Frauen werden selbst bei schlechterer Arbeit gleich bezahlt (das nämlich ist der Kern der Quote), auf den der seltsame Begriff der “gleichen formalen Qualifikation” verweist (der im akademischen Milieu vollständig sinnlos ist, will man nicht einfach nur “beschäftigen” – ein Habilitierter ist eben nicht vergleichbar mit einem “formal gleich qualifizierten” anderen Habilitierten)

    4. Ist zu klären was denn “gleiche Arbeit” bedeuten soll. Eine Fussballspielerin der deutschen Nationalmannschaft bekommt für ein Endspiel von 2 x 45 Minuten erheblich w e n i g e r Geld, als ein Fussballspieler (obwohl die Frauen sogar mehrfach Weltmeisterinnen geworden sind, die Männer nicht). Ungleicher Lohn für doch offensichtlich gleiche Arbeit ? Mitnichten: Gerade die ungleiche Bezahlung macht klar, dass es eben NICHT die gleiche Arbeit ist, Frauenfussball interessiert eben trotz enormer Werbemassnahmen und Politikerbekenntnissen etc. keinen Schwanz (sorry für das Wortspiel … ist missglückt, sehe ich selbst ein), der Wert einer Arbeit ist genau der, den der Markt bezahlt, es gibt keinen metaphysischen “Wert der Arbeit” (ausser für strenge Marxisten – und Soziologieprofessorinnen, claro …) – anders ausgedrückt: Erst wenn Frauen im Fussball das gleiche verdienen wie Männer leisten sie definitionsgemäss “gleiche Arbeit”. Zur Verdeutlichung: Ich oder meine Tochter könnten sich ansonsten ja auch nach dem Spiel einfach 2 x 45 min. ins Tor stellen und gucken, ob ein Ball kommt und hinterher beschweren, dass wir unterbezahlt werden – offensichtlich unsinnig, aber der Kern der gender pay gap-Debatte.

    Dieser metaphysische Marx´sche Arbeitsbegriff, dass die Tatsache dass “irgendwas” gearbeitet wird schon an und für sich eine Wertschöpfung darstellt – das ist Quatsch. Arbeit erhält erst dadurch ihren Wert, dass ein anderer sich für sie interessiert und etwas für sie eintauscht, oder eben nicht – unabhängig von Mann/Frau, schwul/hete, Muslim/Christ, Rechtsträger/Linksträger, Hänsel/Gretel etc.

    So einfach ist das.

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