Toleranz und ihr verzerrtes Spiegelbild

EU-Experten für logische Widersprüche und Totalitarismus empfehlen Intoleranz zur Förderung von Toleranz!

ECTRVor allem in der Blogosphäre spricht es sich so langsam herum: Die EU hat sich einen Entwurf für ein Statut zur Förderung von Toleranz zu eigen gemacht, das – so kann man dem Statut entnehmen – von einer Reihe von Experten verfasst wurde und das zur Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU vorgesehen ist. Wofür die Verfasser des Entwurfs Experten sind oder sein sollen, bleibt ihr Geheimnis bzw. das der EU, aber sie gehören dem European Council on Tolerance and Reconciliation (ECTR), also dem Europäischen Rat für Toleranz und Versöhnung, an, der – anders als die Bezeichnung suggerieren mag  – eine Nicht-Regierungs-Organisation ist, die im Jahr 2008 in Paris durch den ehemaligen Präsidenten Polens, Aleksander Kwasniewski, und den Präsidenten des Europäischen Jüdischen Kongresses, Viatcheslave Moshe Kantor, gegründet wurde. Der Selbstbeschreibung des
ECTR
kann man Folgendes entnehmen:

“The ECTR consists of prominent political and public leaders, scientists, Nobel Prize laureates and individuals who have gained global recognition for their outstanding achievements in the humanitarian sphere and promotion of tolerance.” [Das ECTR setzt sich aus prominenten Politikern, Wissenschaftlern, Nobelpreisträgern und Personen zusammen, die weltweite Anerkennung für ihr Engagement im humanitären Bereich und für die Verbreitung von Toleranz erhalten haben.]

Statue of tolerance

Auf irgendeine Weise scheint man beim ECTR der Auffassung zu sein, dass Professionalität und die Anerkennung für Engagement im humanitären Bereich allein schon eine Expertise impliziere oder ein Experte sein müsse, wer sich lange genug für ein bestimmtes Feld interessiert und engagiert hat.

Immerhin besteht aber die Möglichkeit, dass jemand nur so lange auf einem bestimmten Feld und in einem bestimmten Netzwerk in einer bestimmten Position herumdilettiert hat, dass er zur Altlast geworden ist, die man bei der Vergabe von weiteren Pöstchen und lobenden Worten gewohnheitsmäßig beglückt, oder dass zwar tatsächlich einmal Expertise angesammelt wurde, diese aber aufgrund mangelnden Kontakts mit der (realen) Außenwelt in die berühmt-berüchtigte Betriebsblindheit oder auch nur den ebenso berühmt-berüchtigten Tunnelblick umgeschlagen ist.

Intolerance.will not be toleratedjpgUnd anders kann man sich schwerlich rationalisieren, wie es sein kann, dass Personen, die sich selbst anscheinend als Experten für humanitäre Fragen und Toleranz betrachten, zu der perversen Idee versteigen können, Toleranz könne dadurch hergestellt werden, dass man sie zuerst nach eigenem gusto inhaltlich fülle und das Füllhorn dann ungebeten und ohne empirisch begründeten Anlass über den Bürgern der EU ausschütte – ob sie wollen oder nicht, so dass die totale Toleranz erreicht sei, wenn sich keiner mehr traue, sich in irgendeiner Weise abweichend von dem zu äußern, was gerade inhaltlich als tolerant definiert ist.

Den selbsternannten Experten mag das wie eine geniale Lösung des Ordnungsproblems vorkommen; Inhabern politischer Ämter und administrativer Positiönchen mag das wie das Feigenblatt vorkommen, von dem sie geträumt haben, um Manipulation und Kontrolle über ihre Mitmenschen schamhaft zu bedecken – zumindest an EINEM Punkt –; den nicht mit Betriebsblindheit oder Tunnelblick Geschlagenen und den Nicht-Nutznießern aus Manipulation und Kontrolle muss es aber vorkommen, als seien sie im falschen Film:

Gegeben werden soll doch angeblich ein Stück mit dem Titel „Toleranz“, der Entwurf der ECTR formuliert aber das genaue Gegenteil.

So soll auf der Basis der Zuschreibung von Gruppenzugehörigkeiten und Gruppenidentitäten eine Rechtslage geschaffen werden, die individuelle Menschen in diese Gruppen wie in Schubladen einordnet. Das ist eine janusköpfige Angelegenheit für die Eingeordneten, denn sie – im Prinzip; in der Realität vermutlich eher: die vermeintlichen Repräsentanten der vermeintlichen Interessen der so konstruierten Gruppen –  werden einerseits mit dem Recht ausgestattet, mit Verweis auf eine Gruppenzugehörigkeit andere Menschen mundtot zu machen oder sich individuelle Vorteile zu verschaffen, andererseits verlieren sie als individuelle Menschen ihre Individual- und Grundrechte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber auch den Anspruch auf Chancengleichheit, denn Toleranz wird von der ECTRlern als Anspruch und Recht bestimmter Gruppen gegen andere definiert, und der einzelne Mensch kann Toleranz einfordern nur aufgrund seiner Zugehörigkeit zu diesen Gruppen:

„Guarantee of tolerance must be understood not only [aber auch!] as a vertical relationship (Government-to-individuals) [man beachte die Großschreibung von ‚Government‘ und die Kleinschreibung von ‚individuals‘!] but also as a horizontal relationship (group-to-group and person-to-person)“. [Die Ganratie für Toleranz muss nicht nur als vertikale Beziehung vestanden werden (Regierung zu Individuen), sondern auch als horizontale Beziehrung (Gruppe zu Gruppe und Person zu Person)]

So wird z.B. im Entwurf in section 3 (a) vom ECTR u.a. netterweise das Recht auf „Freedom of expression“ [Meinungsfreiheit] eingeräumt, aber in section 4 werden die Einschränkungen der zugestandenen Rechte formuliert, so z.B.

„… it must be understood that demonstrations (in exercise of freedom of assembly) need not be tolerated when they are likely to degenerate into riots or infringe on the rights of others“. [Es muss deutlich werden, dass Demonstration (als ausgeübtes Recht auf Versammlungsfreiheit) nicht toleriert werden müssen, wenn wahrscheinlich ist, dass sie in Krawalle ausarten oder die Rechte anderer verletzen.]

Und da völlig unklar ist, wer aufgrund welcher Kriterien die Wahrscheinlichkeit für diese “Degeneration” im Vorfeld bestimmt, ist damit die Möglichkeit geschaffen, Demonstrationen grundsätzlich und in jedem Fall, in dem es der Verwaltung opportun erscheint, zu verbieten. Das ist das Aus für das Demonstrationsrecht. Leider führen die selbsterklärten Experten für humanitäre Fragen nicht aus, inwiefern diese grobe Form der Intoleranz Toleranz befördern soll oder wie sie gedenken, den Missbrauch der Einschränkungsmöglichkeiten von Individualrechten unter Berufung auf die Förderung von Toleranz zu verhindern.

Vermutlich sind sie eben einfach tolerant für den Missbrauch von Maßnahmen zur Förderung von Toleranz. Wir anscheinend Intoleranten sind dies aber nicht und konstatieren hier schlicht groben Unfug.

Nuts in BedlamAber mit dieser Beschreibung bleiben wir weit hinter dem zurück, was der ECTR als Entwurf für das tolerante Zusammenleben in der EU ausgeheckt hat, nämlich nicht einfach groben Unfug, sondern Wahnsinn mit Methode.

So gesteht er – wieder großzügigerweise – auf S. 4 „freedom of religion and belief, expressed either individually or in community with others,  …” zu, stellt aber auf S. 6 klar: „… tolerance does not denote acceptance of such practices as female circumcision, forced marriage, polygamy or any form of exploitation or domination of women” [Toleranz erstreckt sich nicht auf die Akzeptanz von Pratiken wie Frauenbeschneidung, arrangierte Ehen, Polygamie oder jede Form der Ausbeutung oder Dominanz0 von Frauen]

Die Mehrehe als im Islam akzeptierte Praxis ist damit aus der Freiheit des Ausdrucks der Religion ausgeschlossen, und zwar wegen der „höheren“ Moral, die sich die ECTRler selbst bescheinigen – wie tolerant von ihnen!

Offensichtlich sind die ECTRler in Wahrheit davon überzeugt, dass wir EU-Bürger nicht nur weniger intolerant sind als sie uns gerne darstellen, sondern sogar überaus tolerant, denn wie sonst könnten sie davon ausgehen, dass wir ihnen das durchgehen lassen und ihre „höhere“ Moral als solche akzeptieren?

Die ECTRler trauen uns, besonders den männlichen EU-Bürgern, aber noch viel größere Toleranz zu, wenn sie meinen, es sei tolerabel, wenn sich Toleranz auf die Ausbeutung und Dominanz von Frauen erstreckt, aber zumindest offen bleibt, ob die Ausbeutung und Dominanz von Männern – im Zuge der Toleranz, versteht sich – geduldet oder gar gutgeheißen werden kann.

alchemist catSchließlich können die Alchemisten vom ECTR Intoleranz in Toleranz verwandeln, indem sie von ihnen behauptete historische Intoleranz mit heutiger Intoleranz begegnen, also korrigierende Intoleranz walten lassen, was sich im Zylinder der Zauberlehrlinge – schwupp – zu Toleranz transformiert:

„special protection afforded to members of vulnerable and disadvantaged groups may imply a preferential treatment. … Still, the present provision is justified by the linkage between historical intolerance and vulnerability” (S. 8). [Der besondere Schutz den Mitgliedern verletzbarer und benachteiligter Gruppen genießen, kann deren Bevorzugung erfordern. … Die entsprechende Maßnahme wird durch die Beziehung zwischen historischer Intoleranz und Verletzbarkeit gerechtfertigt.]

Zumindest können wir EU-Bürger nicht behaupten, wir wären hiervon überrascht, denn derlei Doppelmoral zum Zweck der Vorteilsnahme sind wir ja schon gewöhnt, und so verwundert es auch nicht, dass die ECTRler meinen, dass es mit unserem Toleranzniveau vereinbar sei, wenn sie offen schreiben, dass der Zweck des Entwurfs u.a. darin bestehe,

„[to] [t]ake concrete action to combat intolerance, in particular with a view to eliminating racism, colour bias, ethnic discrimination, religious intolerance, totalitarian ideologies [!!!], xenophobia, anti-Semitism, anti-feminism and homophobia“ (S. 3).[konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Intoleranz zu bekämpfen insbesondere um Rassismus, Diskriminierung nach Hautfarbe, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitärer Ideologie [!!!], Fremdenfeindlichkeit, Anti-Semitismus, Anti-Feminismus und Homophobie zu eliminieren.]

Es müssen also wieder die alten armen, geschundenen Packesel herhalten, um die Kontrollsucht der Experten in Sachen Humanitäres zu tragen; dabei sind sie aus Altersschwäche kurz vor dem Zusammenbruch, und dann? Hat sich dann die Notwendigkeit der Förderung von Toleranz erledigt? Anscheinend ist das so.

Aber bis dahin wollen die ECTRler unser Toleranzniveau einer echten Belastungsprobe unterziehen, denn sie meinen anscheinend, dass es EU-Bürger tolerieren werden, wenn als Mittel zur Förderung von Toleranz Umerziehung, Propaganda und Zwangsmittel als rechtsstaatlich abgesegnete Praktiken etabliert werden sollen. So sollen verbale Beleidigungen oder Verleumdungen von Gruppen (!) zukünftig verschärfte Straftaten („aggravated crimes“; S. 9) sein, ebenso wie öffentliche Gutheißung des Holocaust oder die öffentliche Gutheißung von Genoziden, die als solche von einem internationalen Gerichtshof oder Tribunal (ja, das steht so auf S. 9) identifiziert wurden.

D.h. die Experten für Humanitäres möchten einerseits bestimmte Auffassungen aus dem öffentlichen Raum verbannen, egal, ob jemand sie begründet oder nicht, und andererseits die Deutungshoheit für Verbrechen an der Menschheit allein einigen Juristen zugestehen, die vermutlich in ihrer eigenen Betriebsblindheit, aber mit Sicherheit in Netzwerken von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen befangen sind, auf dass sie ungehemmt und den Bürgern der EU in keiner Weise verantwortlich die Äußerungen derselben in der Öffentlichkeit kontrollieren können.

Die ECTRler sind nicht tolerant genug, um „der Öffentlichkeit“ und Juristen an internationalen Gerichtshöfen Meinungsvielfalt zuzumuten. Nur gut, dass wir EU-Bürger so tolerant sind, sie für ihren Entwurf nicht wegen eines Verbrechens gegen die (vorläufig: EU-)Menschheit anzuzeigen!

re-educationImmerhin könnten wir aber fordern, dass die ECTRler  einem Rehabilitationsprogramm unterzogen werden, um in ihnen das zarte Pflänzchen einer „Kultur der Toleranz“ heranzuziehen, denn schließlich sehen sie selbst solche Programme „designed to instill in them a culture of tolerance“ [konzipiert um eine Kultur der Toleranz hervorzurufen] für Jugendliche vor, die eines der „Verbrechen“ („crimes“; S. 9) begehen, die die ECTRler gerade erfunden haben. Und auch mit ihrer Forderung nach „[t]raining and tolerance awareness courses“ für „different strata of society, with an emphasis on professional groups“ (S. 10) [Trainings und Toleranz-Bewusstwerdungs-Kurse für unterschiedliche Schichten der Gesellschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf Berufsgruppen] stünde es im Einklang, wenn man sie in einen Unterricht-in-Liberalität und Humanität-Zwangskurs einweisen würde.

Und falls das nicht abschreckend genug ist, dann könnten wir drohen, die ECTRler in Regress zu nehmen. Nach ihren Vorstellungen soll es nämlich möglich sein, „[to] have a legal standing to bring a case against the perpetrators, as well as a right to redress“ (S. 10) [Strafanzeige gegen diejenigen, die gegen die Toleranz-Pflicht verstoßen, zu stellen und sie auf Entschädigung und Wiedergutmachung zu verklagen.]

Und ihre Kinder schicken wir in Umerziehungsschulen: “Schools, from the primary level upwards, will introduce courses encouraging students to accept diversity and promoting a climate of tolerance as regards to the qualities and cultures of others” (S. 10) [Schulen, von der ersten Klasse an aufwärts, werden Kurse einführen, in denen die Schüler dazu angehalten werden, Diversität zu akzeptieren und in denen ein Klima der Toleranz mit Blick auf Eigenschaften und Kulturen anderer befördert wird]. Schließlich gilt: “The principle has been accepted for many years…” (S. 10) [Das Prinzip ist seit vielen Jahren akzeptiert]. Und das stimmt ja auch: von so bedeutenden Staatsmännern und Pädagogen wie Stalin und Hitler ist das hinreichend bekannt.

Und überhaupt: Gemäß den ECTRlern gilt: „There is no need to be tolerant to the intolerant” (S. 6; Hervorhebung d.d.A.) [Es gibt keine Pflicht zur Toleranz gegenüber Intolerentanten].  Das ist gut zu wissen; so müssen wir den ECTRlern und der EU, die sich ihren Entwurf zu Eigen macht, also mit keinerlei Toleranz begegnen!

intolerant toleranceAber – nein, wir EU-Bürger sind tolerant. Und deshalb sollten wir vielleicht überlegen, ob es nicht genügt, die ECTRler für einen bestimmten prozentualen Anteil ihrer Lebenszeit einer TV- oder Radiosendung auszusetzen, die in ihnen ein Mindestmaß an Toleranz und Respekt vor anderen Menschen kultiviert – auch das würden sie zweifellos akzeptieren, denn sie selbst fordern das für die EU-Medien (auf S. 11). Nur mit dem Internet gibt es noch Probleme: „There is a related issue of Internet abuse through the spreading of intolerance. However, initiatives to bring about legal regulation of cyberspace are currently debated in a wider context. … “ (S. 12) [Auch im Internet wird missbräuchlich Intoleranz verbreitet. Initiativen, um Regelungen für den Cyberspace zu erwirken, werden derzeit in einem breiteren Zusammenhang diskutiert…].

Na, dann ist es doch in Ordnung, wenn wir EU-Bürger zur Förderung der Toleranz in der EU und zur Vermeidung von Missbrauch des „cyberspace“  fordern, dass der Entwurf der ECTRler von den Internetseiten der EU genommen wird, oder!?

Wie gut für die ECTRler und all diejenigen, die sich an den EU-Bürgern durch Zustimmung zu diesem vorläufigen Höhepunkt an Totalitarismus schuldig machen, dass die EU-Bürger (noch) deutlich toleranter sind als sie selbst: noch sind sie gesprächsbereit und verzichten auf drastische Maßnahmen nach dem Vorbild der ECTRler, noch spielt bei ihrem Urteil auch die Moral und nicht nur die Ideologie und die  auf Grundlage geschaffenen oder zu schaffenden Rechtslage eine Rolle. Noch belassen sie es dabei, die Freunde des Totalitarismus daran zu mahnen, was sie selbst im Munde führen, nämlich dass
Logik f dummies

tolerance postulates an open mind to unfamiliar ideas and ways of life“ (S. 1; Hervorhebung d.d.A.) [Toleranz bedeutet ungewöhnlichen und fremden Ideen und Lebensweisen offen gegenüber zu treten.]

Wie wäre es, sie würden versuchen, einmal ganz kurz ihren Geist der fremden Idee der Toleranz und des Respektes vor den Bürgern zu öffnen? Oder sogar der gänzlich fremden Idee der Logik, gemäß derer es nun einmal ausgeschlossen ist, Toleranz durch Intoleranz zu erzwingen, ganz so,  wie es bekanntermaßen nicht möglich ist, jemanden mit vorgehaltener Waffe dazu aufzufordern, jetzt einmal ganz spontan oder ganz entspannt zu sein. Wir sind dafür, dass an allen Bildungsinstitutionen und für bestimmte Berufsgruppen, vor allem für Juristen, Logik-Kurse angeboten werden – auf freiwilliger Basis, versteht sich; wir sind ja tolerant!

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21 Responses to Toleranz und ihr verzerrtes Spiegelbild

  1. karstenmende says:

    Die Auswirkungen dieser Verzerrungen sind doch überall schon sichtbar. Erkennbar in vorauseilendem Gehorsam der Medien, der Werbebranche und anderer Meinungsbildenden Instanzen. Ein eher komisches Beispiel intoleranter Maßnahmen im Sinne der scheinbaren Toleranz ist unter:

    http://www.focus.de/auto/news/wegen-ns-ideologie-spediteur-darf-kein-hh-im-kennzeichen-haben_id_3529294.html

    zu finden. Ein Mann names “Anton Hackenberg” wird künftig strafrechtlich belangt werden, wenn er es wagt, seine Initialien zu benutzen. Letztlich ist man heute schon verdächtig, wenn man braune Schuhe trägt. Das mag sehr übertrieben klingen. Wenn man aber einem Justizapparat ausgeliefert ist, der die ideologische Gesinnung einer Susanne Baer aufweist, ist grundsätzlich nichts absurd genug, um nicht dafür belangt zu werden. Diese Rechtsunsicherheit, die auch noch mit der Umkehr der Beweislast auf die Spitze getrieben wurde, eröffnet Institutionen wie dem ECTR kaum vorstellbare Repressionsmöglichkeiten. Das diese auch genutzt werden, steht außer Frage.
    Ich jedenfalls bin jedesmal auf’s Neue erleichtert, wenn ich “sciencefiles.org” aufrufe und dieser Click nicht mit einer “…not found…” Meldung beantwortet wird, wohlwissend, das das mehr als möglich ist. Viele kritische und unbequeme Webseiten sind auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen worden.

    • waldbaer says:

      Lieber Mann, karstenmende, – Du (ich darf doch Du sagen? Ich bin BJ66) bist ja noch paranoider als ich. War mir nicht bewusst, daß das überhaupt möglich ist.
      Ich hänge mit meinen Kommentaren offenbar immer hinterher.
      Bezüglich dieser Petition gegen staatlich verordnete sexuelle Indoktrination – das hab ich irgendwann früher gelesen *wirrguck* und bin dann über http://rebellmarkt.blogger.de/stories/2363534/ gestolpert *nochwirrerguck*
      Es ist spät, ich sollte ins Bett gehen..
      Und jetzt tippe ich was zum Thema Toleranz. Wobei es mir immer noch schwer fällt, den Unterschied zwischen Gleichgültigkeit und Toleranz zu erkennen.
      Nuja, ich hab halt so meine Selbstzweifel.
      Aber wenn da einer “Toleranz” per Dekret verordnen will, dann krieg ich nen Kurzschluss in meiner Logik. Das ist so oxymoronisch, das es mich schmerzt.
      Soll ich das jetzt wirklich hier schreiben? Ach, was solls. Ich sitze hier vor meinem Computerbildschirm, und da gibt es eine Stelle in den vielen Pixeln, wo steht “Kommentar absenden”.
      Und da klicke ich nun einfach drauf. So. Mal gucken, was passiert.

      • karstenmende says:

        Hallo waldbaer,

        Kein Problem, ich bin Bj. 75 und durchaus tolerant 😉 . Diese Toleranz hat aber dann ein Ende, wenn Fakten verdreht oder verheimlicht werden. Und diesem Umstand gilt mein Engagement. Ich habe Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die sich nicht akribisch mit gewissen mit Themen auseinandersetzen wollen und, fröhlich trällernd, in den Tag hinein leben, ohne zu merken, was um sie herum geschieht. Es hat (oder sollte es haben) in einer freien Gesellschaft jeder das Recht dazu. Wenn man allerdings doch Stellung beziehen möchte, sollte zu mindest klar sein, auf welcher Grundlage das geschieht. Ich (und ich vermute, du auch) kenne einige, sehr delikate Hintergründe, welche der breiten Masse nicht, oder nur sehr oberflächlich bekannt sind. Und diese Hintergründe sind es, die es uns ermöglichen Dinge, wie die institutionell verordnete Toleranz, in einem größeren Rahmen zu betrachten. Dadurch wird man sicherlich nicht paranoid, sondern eher aufmerksam. Paranoia ist ein UNBEGRÜNDETER Angstzustand. Nun, ich habe nicht das Gefühl Angst zu haben, da ich hier unter meinem Klarnamen Stellung beziehe, und das mitunter drastisch. Und begründen kann ich meine Stellungnahmen auch.

  2. John Doe says:

    Wer es noch nicht kennt, sollte sich nach diesem Text folgende South Park Episode zu Gemüte führen. Entweder die Episode war prophetisch oder Satire wurde eins-zu-eins in Gesetze(-svorlagen) umgesetzt. Entscheidet selbst!

    Legal und auf deutsch hier (Dauer ~20min):
    http://www.southpark.de/alle-episoden/s06e14-todescamp-der-toleranz

    Todescamp der Toleranz
    Erstausstrahlung: 20.11.2002

    “Nachdem er sich als Schwuler geoutet hat, wird Mr Garrison wieder als Lehrer eingestellt. Er kommt allerdings dahinter, dass das nur geschehen ist, weil die Schule sonst, nach den neuesten Gesetzen, eine Millionenabfindung an ihn zahlen müsste. Darum versucht er jetzt alles, um noch mal gefeuert zu werden. Er holt sich seinen Freund Mr Sklave und praktiziert im Klassenzimmer Rituale aus der Schwulenszene. Als sich die Jungs zu Hause darüber beschweren, werden sie für intolerant gehalten und von ihren Eltern in ein “Toleranz-Camp” gesteckt.”

  3. Bergische Löwin says:

    Gibt es evtl. schon eine (EU-weite) online Petition gegen diesen Irrsinn?
    Die Zeit ist mehr als reif für eine Partei der Vernunft in der ganzen EU, denn wenn dieses Elend so weiter geht, werden die rechtschaffenen Bürger der einzelnen Staaten in Ihrer (wirtschaftlichen oder ideologischen) Not immer weiter gegeneinander aufgehetzt und die wahren Verursacher dieses Desasters sind über alle Berge. WER steckt wirklich hinter dem Gender-Schwachsinn, WER treibt die Sexualisierung und Verblödung der Gesellschaften voran? Noch vor wenigen Jahren herrschten Respekt und Freundschaft unter den Völkern, WER arbeitet dagegen? Wie ist es möglich, dass sich unsere Hauptnachrichtensendungen zum Propaganda-Apparat haben instrumentalisieren lassen? Ein Herr Ingo Zamparoni betätigte sich gestern in den Tagesthemen mit einem Lächeln im Gesicht als Sprachrohr….ja, WESSEN?

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Bergische Löwin,

      soweit ich weiß, gibt es keine EU-weite Petition gegen diesen Entwurf für einen EU-weiten Totalitarismus. Es scheint, wie im Text schon gesagt, dass er, obwohl er nicht mehr ganz neu ist, in der Öffentlichkeit noch ziemlich unbekannt ist, jedenfalls soweit wir das hier bei ScienceFiles aufgrund unserer Recherchen beurteilen können – vermutlich wird er nicht zufällig “low profile” gehalten.

      Aber es stimmt: wenn es einen Anlass für eine Petition gibt, der die EU-Bürger ausnahmsweise einmal einigen sollte, dann ist es sicherlich dieser Entwurf. Wir finden, dass er und seine Implikationen, die er für die Lebensrealität in Europa über kurz oder lang haben wird, grandios unterschätzt wird.

      Und dass Leute solche Dinge in ihren Wirkungen auf ihre eigenen Lebensumstände massiv unterschätzen, ist, glauben wir, EIN Teil der Antwort auf Ihre Frage danach, wer “Sexualisierung und Verblödung der [europäischen, vielleicht auch: westlichen] Gesellschaften vorantreibt, die wir spontan auch nicht befriedigend beantworten können.

  4. Leonard says:

    Am Schluß des Dokuments steht:

    This text was prepared under the aegis of the European Council on Tolerance and
    Reconciliation by a Group of Experts composed of Yoram Dinstein (Chair), Ugo
    Genesio, Rein Mȕllerson, Daniel Thȕrer and Rȕdiger Wolfrum

    Und nun schauen wir uns doch einmal an, wer diese Leute eigentlich sind.

  5. Michel Houellebecq says:

    Dass man Gesinnungen, Meinungen, Einstellungen, das Denken insgesamt also, staatlich reglementieren und letztendlich auch kontrollieren und verbieten kann, ist mir neu. Die Geschichte ist ja voller Beispiele, wo es wirklich gut funktioniert hat: Der staatlich verordnete Atheismus in der UDSSR zum Beispiel. Als der eiserne Vorhang fiel, fanden ja fast keine Menschen zum Glauben zurück, wie man heute weiss. Leider wurden liberale Werte von der FDP in den letzten 20 Jahren an den Meistbietenden verhökert, was auch den Niedergang dieser Partei alleine in Deutschland und der Schweiz erklärt. Wer tritt jetzt für die freiheitlichen Rechte ein, wer sorgt dafür, dass sich der Staat oder supranationale / überstaatliche Organisationen nicht zu einem Kraken entwickeln? Wer füllt das freiheitliche Vakuum aus, dass die FDP hinterlassen hat?

    • Bergische Löwin says:

      Exakt das denke ich seit Wochen, es gibt eine Steilvorlage nach der anderen für Herrn Lindner und Frau Beer, und was kommt? Nichts! Die Zeiten sind absolut golden für eine liberale Partei, die Themen liegen in Massen auf der Straße, man muss nichts weiter tun, als sie zu benennen. Die meisten Lemminge wissen ja nicht einmal mehr, was ihnen derzeit schleichend an Freiheitsrechten abhanden kommt!

  6. Leander says:

    Ein Blog mit wissenschaftlichem Anspruch sollte nicht tendenziös übersetzen:

    “forced marriage” heißt “Zwangsheirat” und nicht “arrangierte Ehe” – letztere existiert nämlich durchaus gelegentlich mit Einverständnis der künftigen Eheleute.

    • Sie sprechen da einen eher schwierigen Punkt an. Sicher gibt es einen Unterschied zwischen “forced” und “arranged marriage”, der darin bestehen kann, dass bei arrangierten Ehen beide künftigen Eheleute einverstanden sein können. Aber letztlich sind die Grenzen fliesend und unsere Übersetzung ist deshalb etwas weiter gefasst, weil wir der Ansicht sind, dass sprachliche Unklarheiten bewusst eingesetzt werden, um regulative Eingriffe so weit wie nur möglich fassen zu können.

      Ein Beispiel für eine relativ weite Definition von forced marriage:

      A forced marriage is where one or both people do not (or in cases of people with learning or physical disabilities, cannot) consent to the marriage and pressure or abuse is used.

      The pressure put on people to marry against their will can be physical (including threats, actual physical violence and sexual violence) or emotional and psychological (for example, when someone is made to feel like they’re bringing shame on their family). Financial abuse (taking your wages or not giving you any money) can also be a factor.

      https://www.gov.uk/forced-marriage

  7. edgar says:

    Toleranz bedeutet etwas zu akzeptieren, das falsch ist. Etwas das richtig ist braucht man ja nicht zu tolerieren, sondern kann es gleich akzeptieren.

    • heureka47 says:

      Das ist falsch – und nicht zu tolerieren.

      ;.-)

      Wikipedia z.B. sagt:

      “Toleranz… ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.”

      Freundliche Grüße!

      • edgar says:

        Wikipedia akzeptiere ich nicht als Quelle, wenn schon dieses Beispiel, dann muss es speziell heißen, nicht allgemein, denn allgemein ist Toleranz mehr als das. Aber was heißt fremd? Gibt es keine Toleranz gegenüber Bekanntem? ZB Faschismus? Wikipedia ist schrottreif, ich nutz das nicht.

  8. Pingback: Wider die Expertenschwemme | Kritische Wissenschaft - critical science

  9. Anton says:

    Petition:
    Es wurde im Verlauf dieser Kommentare nach einer “(EU-weite) online Petition gegen diesen Irrsinn” (Bergische Löwin, 11. Januar 2014) gefragt. Es gibt eine Petition, auf die ich hier hinweisen möchte.
    https://www.openpetition.de/petition/online/schuetzen-sie-die-meinungsfreiheit-in-der-eu-freespeecheu

  10. Pingback: Das Problem des Feminismus mit der Aufklärung | Meinungen und Deinungen

  11. Pingback: Gegen die Europäischen Toleranzwächter | Kritische Wissenschaft - critical science

  12. Pingback: The ugly face of Germans | Kritische Wissenschaft - critical science

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