Geschlechter-Gleichheit auch bei Massenmördern

Die Erzählung, die der Genderismus über Frauen verbreitet, sieht Frauen in erster Linie als Opfer: In eine männliche Welt geworfen, sind die von Natur aus sanftmütigen, weiblichen Opfer Gegenstand männlicher Übergriffe, von häuslicher Gewalt über Diskriminierung im Alltag, von Ausschluss aus Spitzenpositionen der Wirtschaft bis zu Benachteiligungen beim Gehalt.

massenerschiessungenIn manchen, noch vulgäreren Varianten des Genderismus wird behauptet, die Welt wäre eine andere, würden Frauen regieren. Würden Frauen regieren, so die Phantasie, es gäbe weder Kriege noch Auseinandersetzungen, weder Umweltzerstörung noch wirtschaftliche Probleme, die Welt, die weiblich regierte Welt, sie wäre ein einziges Paradies aus Harmonie und glücklichen Menschen (oder auch nur Frauen?).

So absurd diese Erzählung auch sein mag, sie eignet sich prima, um damit Stimmung zu machen, Mitleid bei denjenigen zu erregen, die Mitleid als Form der Überlegenheit missverstehen, und sie eignet sich für rent seeking, also dafür, am Wohlstand, den andere erarbeiten, Teil zu haben, ohne dazu durch eigene Arbeit beizutragen.

Man kann das gar nicht oft genug sagen. Vor allem in Deutschland kann man es gar nicht oft genug sagen, weil irrationale und absurde Erzählungen wie die genderistische Erzählung im Land der Dichter und eben nicht Denker, sondern affektiv Steuerbaren, immer auf offene Ohren treffen, auf offenen Ohren von Trägern, die nichts dabei finden, die eine Hälfte der Deutschen zu hoffnungslosen Dummchen zu erklären, die der Gewalt der anderen Hälfte der intelligent rationalen Brutalos schutz- und hilflos ausgeliefert ist.

UN-WomenEs rechnet sich, wie die Vielzahl der Programme zur Förderung von Frauen, die Gesetze zum Ausgleich gemutmaßter Benachteiligung und die Schutzmaßnamen, deren Zweck darin besteht, die Opferrolle von Frauen symbolisch festzuschreiben, zeigen.

In anderen Ländern, z.B. im Nachbarland Holland ist es nicht so einfach wie in Deutschland, absurde Erzählungen zur offiziellen Überzeugung von Parteien zu erklären und zur Grundlage zu machen, um u.a. in der Wissenschaft staatliche Eingriffe zu legitimieren; ausgerechnet in der Wissenschaft, denn es ist eigentlich die Aufgabe von Wissenschaft, Erzählungen wie die genderistische Erzählung als Lug und Trug zu entlarven und die Wirklichkeit dagegen zu setzen.

Nicht so in Deutschland. In Deutschland ist die Zahl derer, die auf der Fahrkarte des benachteiligten Dummchens in die Wissenschaft einreisen wollen, offensichtlich größer als die Zahl lauterer Wissenschaftler, denen an Erkenntnis gelegen ist.

Ganz anders in Holland.

Und so kommt es, dass aus Holland die Kunde eines wissenschaftlichen Beitrags zu uns gekommen ist, der mit dem Mythos der friedliebenden Frauen, dem Mythos der weiblichen heilen Welt ohne Krieg, Gewalt und Tote aufräumt, und zwar gründlich.

Alette Smeulers hat mit dem Mythos aufgeräumt und ist entsprechend dafür verantwortlich, dass der genderistischen Erzählung ihre zentrale Lüge abhanden gekommen ist.

Doch der Reihe nach.

women + nazis
“Being a history buff I’ve read a great deal about the Nazis. But I hadn’t really read or heard much about the women who worked in the labor and death camps. This was surprising to me. I didn’t realize there were so many women involved in the camps and I had no idea that they were so involved with managing the day-to-day operations in some camps.”

Female Perpetrators: Ordinary or Extra-ordinary Women?, so heißt der Beitrag von Smeulers, der in Heft 2 der International Criminal Law Review diesen Jahres veröffentlicht wurde (Seiten 207-253).

In diesem Beitrag analysiert Smeulers eine Reihe von Massenmorden, die sich im 20. Jahrhundert ereignet haben und interessiet sich dabei vor allem für die Rolle, die Frauen bei diesen Massenmorden gespielt haben, wobei das folgende Kategoriensystem aus der Analyse des vorhanden Materials über Genozide und Massenmorde resultiert:

  • Frauen als Verwaltungsangestellte und Helfer;
  • Frauen als Profiteure, Diebe, Verräter und Spione;
  • Frauen als Wächter in Gefängnissen und Gefangenenlagern;
  • Frauen als Vernehmer und Folterer;
  • Frauen als Mörder;
  • Frauen als Sexualstraftäter;
  • Frauen als politische Führer und Anstifter;

Aus der Analyse des vorhandenen Materials zu Massenmorden und Genoziden resultieren eine Vielzahl von Ergebnissen, die die Rolle, die Frauen dabei gespielt haben, sehr deutlich machen. Die zentralen Ergebnisse der Analyse von Alette Smeulers, im Originalton und in unserer Übersetzung haben wir im Folgenden zusammengestellt.

“The above overview has however, shown that although it is clear that many more men than women have been involved in mass atrocities the role of women is much larger than has been assumed so far, not only in Nazi Germany but also in other more contemporary conflicts in Sierra Leone, Sudan, drc, Uganda and Columbia to name just a few cases. (252)”

Der Überblick in dieser Arbeit hat gezeigt, dass obwohl viel mehr Männer als Frauen in Massenmorde verwickelt sind, der Beitrag von Frauen zu diesen Massenmorden viel bedeutender ist als bislang angenommen. Dies gilt nicht nur für Nazi Deutschland, sondern auch für die neueren Konflikte in Sierra Leone, dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und Kolumbien, um nur einige der Konflikte zu nennen.

“Most women act in a supporting capacity but others have a more active role as leaders and instigators or as the physical perpetrators and have been directly involved in torture, rape and murder. The literature review conducted clearly shows that women just like men are capable of terrible atrocities”. (252)

Die meisten Frauen sind unterstützend tätig, andere Frauen spielen jedoch aktivere Rollen als Führer, Anstifter oder als Gewalttäter, die direkt an Folter, Vergewaligung und Mord beteiligt sind. Der Literaturüberblick, der hier vorgenommen wurde, zeigt eindeutig, dass Frauen zu den selben schrecklichen Gräueltaten fähig sind wie Männer.

“The general perception is that real women do not commit mass atrocities while in fact they do. Some might have been forced and others might indeed have been disturbed sadists but the above overview shows that so many women have been involved in mass atrocities that it is simply impossible to qualify all of them as such. It is time to accept that many female perpetrators are ordinary women and that ordinary women just like ordinary men can become involved in mass atrocities for a number of reasons (personal or political) and under a number of different circumstances (involving extreme pressure or out of free will) and can be just as ruthless and cruel as ordinary men”. (252)

international crimesDie überwiegende Meinung lautet, dass “richtige” Frauen sich nicht an Massenmorden beteiligen, was falsch ist, denn Frauen beteiligen sich am Morden. Manche mögen dazu gezwungen worden sein, andere mögen geistig gestörte Sadisten sein, aber wie der Überblick in dieser Arbeit zeigt sind so viele Frauen an Massenmorden beteiligt, dass es schlicht unmöglich ist von allen anzunehmen sie seien gezwungen worden oder geistig gestört. Es ist an der Zeit zu akzeptieren, dass viele weibliche Täter normale Frauen sind, die sich, ebenso wie ganz normale Männer am Massenmord beteiligen. Ihre Gründe dafür sind vielfältig (persönlich oder politisch), die Beteiligung findet unter verschiedenen Umständen statt (gezwungen oder aus freiem Willen) und Frauen sind genauso erbarmungslos und grausam wie Männer

“But for now we can conclude that women are not inherently more peaceful than men, nor that those women who are involved in mass atrocities are by definition mentally disturbed monsters or completely lacking agency. Some are but most are just like the men, very ordinary women who within an often constrained environment (just like many men) somehow got involved in mass atrocities. The reason why so many more men are involved is not because they are more evil but simply because militarised units which are the main organizations responsible for the physical perpetration of international crimes are still male dominated”. (253)

Wir können daraus schließen, dass Frauen weder von Natur aus friedliebender sind als Männer noch dass die Frauen, die sich an Massenmorden beteiligen in ihrer Mehrheit geistig gestörte Monster sind oder gezwungen werden, sich an dem Massenmorden zu beteiligen. Auf manche trifft dies zu. Die meisten sind jedoch – wie dies für Männer auch gilt – ganz normale Frauen, die sich in einer oftmals angespannten Situation (genau wie Männer) an den Massenmorden beteiligen. Der Grund dafür, dass mehr Männer als Frauen an Massenmorden beteiligt sind, ist demnach nicht, dass Männer grausamer sind als Frauen, sondern schlicht der, dass Militäreinheiten, die im wesentlichen für Massenmorde verantwortlich sind, noch männlich dominiert sind.

Wir sind gespannt, wie lange es wohl dauern wird, bis wir von deutschen Universitäten Forschung, die der von Alette Smeulers vergleichbar ist, berichten können.

Die Zeit läuft!

Nicht gespannt sind wir dagegen auf die Reaktion derjenigen, die ihr Einkommen daraus gewinnen, dass sie anderen vorlügen, die genderistische Erzählung der guten, reinen Magd, die keiner Fliege etwas zu leide tut, und grausam von der Stiefmutter, nein, falsch, vom Stiefvater unterdrückt wird, sei wahr. Sie werden, wie sie das in der Vergangenheit getan haben, versuchen, die Realität weiterhin zu leugnen, denn nur wenn sie die Realität leugnen, können sie ihre Ideologie für sich gewinnbringend an den Mann bringen.

Insofern ist das einzige, was uns noch interessiert die Frage, wie lange man gegen die Realität anbehaupten und sich auf Kosten der Mehrheit der Gesellschaft durchlavieren kann.

Smeuler, Alette (2015). Female Perpetrators: Ordinary or Extra-ordinary Women? International Criminal Law Review 15(2): 207-253.

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