Seelenretter: “Rassistisch-Neoliberale” “Biedermänner und Brandstifter”

Aufstehen gegen Rassismus! 

Das wollen die Mitglieder des gleichnamigen Bündnisses, das sich im Wesentlichen aus Aktivisten der politischen Linken zusammensetzt. Wie immer, wenn politische Aktivisten für sich eine moralische Überlegenheit beanspruchen, und das Übel der Welt, das sich in einer anderen Partei materialisiert hat, bekämpfen wollen, dreht sich bei den Mitgliedern der Redaktion von ScienceFiles der Magen um.

Wie lange dauert es eigentlich, bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Heilsbotschaften, egal, ob sie mit einem linken ideologischen Inhalt gefüllt werden oder mit einem rechten ideologischen Inhalt, keine angemessene Beschreibung der Realität darstellen und entsprechend mit Letzter nicht viel gemein haben?

Aufstehen gegen Rassismus verkündet das Heil in der Beichte, will “bis zu 25.000 … Stammtischkämpfer” einem “Schulungsprogramm” unterziehen und “mit fundierten Argumenten gegen die Positionen der AfD” ausstatten. Al Kaida hat auch ein Schulungsprogramm mit dem dieses Mal Gotteskämpfer ausgebildet werden sollen, mit fundierten Argumenten, die im Kampf gegen alle, die von den Positionen abweichen, die Al Kaida vertritt, eingesetzt werden können.

Nur ein Zufall?

Nur ein ungehöriger Vergleich?

Nein. Die Gemeinsamkeit ist generisch, denn Aktivisten, die andere für einen Kampf ausbilden wollen, die andere mit Argumenten versorgen und gegen Dritte in Stellung bringen wollen, sie teilen denselben Faschismus, dieselbe Verachtung für Andere, die lediglich Futter im Kampf gegen den politischen oder religiösen Feind sind, Kämpfer eben, die man auf den jeweiligen Gegner ansetzen, loslassen und dabei opfern kann.

Und wie so oft, wenn sich Retter aufschwingen, diejenigen zu retten, die sie nicht zur Hilfe gerufen haben, wie immer, wenn die Verkünder von Heilsbotschaften an die Arbeit gehen, nutzen sie die Gelegenheit, um Bomben auch auf diejenigen abzuwerfen, die man in ganz anderen politischen Zusammenhängen bekämpft.

So wie dies z.B. Anton Hofreiter, der Fraktionschef der Grünen tut: “In Deutschland”, so zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine, “entwickele sich eine ‘neue Dimension der Gewaltbereitschaft’, die ‘bis tief in die Mitte’ hineinreiche. Die AfD stehe für ein ‘rassistisch-neoliberales Weltbild’, das vielen Wählern vom vergangenen Wochenende jedoch weitgehend unbekannt sei.”

Die wenigen Sätze von Hofreiter reichen, um sein Weltbild zu entwickeln:

  • Er hat ein Sendungsbewusstsein: Denn wenn die neue Dimension der Gewalt bis tief in die Mitte reicht, also von Rechts bis in die “tiefe” Mitte, dann sind Hofreiter und die Seinen Vertreter einer gesellschaftlichen Minderheit, die sich linksaußen findet.
  • Er hält sich für intelligenter als andere, denn im Gegensatz zu “vielen Wähler vom vergangenen Wochenende”, die zu blöd sind, um zu wissen, wofür sie stimmen, weiß er genau, was die AfD ist und wofür sie steht.
  • Die AfD steht für ein “rassistisch-neoloberales Weltbild”, was wiederum den Schluss nach sich zieht, dass Hofreiter für ein rassistisch-sozialistisches Weltbild steht.

Zudem kann man aus den wenigen Sätzen, die Hofreiter von sich gibt, die Systematik ableiten, die dazu führt, dass es in Deutschland tatsächlich eine “neue Dimension der Gewaltbereitschaft gibt”. Nehmen wir z.B. Michael Klein, der bis gerade eben ein friedlicher Mensch war, ein liberaler, der sich liberalen Ideen und dem freien Markt, dem, was manche als Neoliberalismus bezeichnen, verpflichtet fühlt. Nun, nachdem ihn Hofreiter in bösartiger Absicht mit Rassisten in Verbindung gebracht hat, ist aus dem friedlichen Michael Klein ein ärgerlicher Michael Klein geworden, der Hofreiter gerne eine, nein besser zwei Ohrfeigen verpassen würde (oder drei, vielleicht auch vier). Ohrfeigen stellen heute aus nicht nachvollziehbaren Gründen keine Erziehungsmaßnahme mehr dar, sondern Gewalt, eine neue Dimension von Gewalt so zusagen.

Und schon ist deutlich, wie die neue Dimension von Gewalt, die die gesellschaftliche Mitte nach Ansicht von Personen wie Hofreiter erreicht hat, erklärt werden kann. Die neue Dimension der Gewalt ist hier eine Reaktion auf Personen wie Hofreiter, auf deren bösartige Unterstellungen, deren Vergiftung des öffentlichen Diskurses, deren Sendungsbewusstsein, das sie sich selbst als Retter der deutschen Menschheit verkünden lässt und den draus abgeleiteten Überlegenheitsanspruch, der – wäre er nicht so ärgerlich, weil auf Irrtum und Unverständnis gebaut – eigentlich Anlass zur Heiterkeit gäbe.

Frisch_BiedermannNatürlich darf auch der Hinweis auf Biedermann und die Brandstifter nicht fehlen: “Die AfD bereite ebenso wie Pegida und andere Organisationen den geistigen Nährboden, der ‘Biedermänner zu Brandstiftern’ werden lasse, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter.”

Wir empfehlen Herrn Hofreiter, bevor er das nächste Mal den  Roman von Max Frisch missbraucht, denselben zu lesen und sich vor allem der Rolle von Gottlieb Biedermann zu vergewissern, vielleicht vor dem Hintergrund, dass Frisch seinen Roman angesichts der Machtübernahme des Kommunismus in der Tschechoslowakei verfasst hat. In jedem Fall kann man Anton Hofreiter eines nicht vorwerfen: Er ist kein geistiger (bestenfalls ein emotionaler) Nährboden für irgendetwas.

Das Bündnis “Aufstehen gegen Rassismus” wird übrigens von “mehr als 200 Unterstützern aus dem öffentlichen Leben” unterstützt. Wetten, das BMFSFJ ist der Hauptfinanzierer, mit Steuergeldern versteht sich?
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13 Responses to Seelenretter: “Rassistisch-Neoliberale” “Biedermänner und Brandstifter”

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Seelenretter: “Rassistisch-Neoliberale” “Bidermänner und Brandstifter”

  2. iustus amentia says:

    Man muss diese Menschen, hier in Person eines Vertreters der Besonders-viel-Ahnung-von-überhaupt-Nichts-Haber aka den Grünen, einfach lieben.
    Sie bemerken in ihrer Hybris nicht, dass sie selbst Hass säen / Brände noch und nöcher legen.
    Ob dem Grad der exerzierten Einfalt kann man sie aber auch als knuffig betrachten, denn irgendwie verspüre ich beim Lesen oder Hören den Drang, diesen Menschen wohlwollend auf die Schulter mit den Worten “alles gut kleiner Mann / kleine Dame” zu klopfen und sie wieder spielen zu schicken bzw. sie als Kleinkinder zu betrachten, die nichts dafür können, dass sie sich wie Kleinkinder benehmen.
    Leider nehmen viele Menschen diesen ansich knuffigen und einfältigen Irrsinn nicht als solchen wahr, sondern glauben an ihn und folgen ihm, was ihn gefährlich macht.

    Irgendwo auf diesem Blog hatte ich über Infantilisierung der Gesellschaft (Malen als politische Aktivität) gelesen. War mir so klar vorher nicht geläufig.
    Darunter ordne ich auch diese Aktion und Äußerung ein. Dass es die Besonders-viel-Ahnung-von-überhaupt-Nichts-Haber und Personen wie Hofreiter in verantwortliche Positionen geschafft haben, betrachte ich als Teil dieser Infantilisierung.
    Unwissen kombiniert mit Naivität als politische Maxime. Traurig bis ärgerlich.

    Mit freundlichen Grüßen,
    ein national-liberaler Wirtschaftsliberaler, also in der Diktion und Vorstellungswelt der Besonders-viel-Ahnung-von-überhaupt-Nichts-Haber ein “rassistischer Neoliberaler”. ^^

    • Iudex says:

      Treffend formuliert.
      Um die Infantilität unserer Politiker regelrecht zu erfassen, höre man sich einfach nur die Reden von Frau Nahles oder Merkel an.

  3. rote_pille says:

    Ich würde zur Al Kaida eher hingehen als zu denen. Als Terrorist muss man sich wenigstens nicht auslachen lassen.

  4. Papalapapp says:

    Was bitte schön, hat Rassismus mit Religion zu tun? ich kann doch nicht gegen einer Religion rassistisch sein, oder doch?

  5. Pingback: Anti-AfD-Maßnahmen: Die “Gesellschaft, wie sie ist, verteidigen” | ScienceFiles

  6. Peetz says:

    “Biedermann und die Brandstifter” ist ein Schauspiel. In den frühen 80er Jahren war es an niedersächsischen Gymnasien Pflichtlektüre in der 8. Klasse; da sage noch einer, in der Schule würde man nicht fürs Leben lernen. Was uns nicht gesagt wurde war, dass es eine Parabel auf die Machtübernahme der Kommunisten in Tchechoslowakien ist.

  7. Ralf Pöhling says:

    Sehr guter Artikel!

    ‘rassistisch-neoliberales Weltbild’ 😉
    Da hat wohl jemand gemerkt, dass wir an seinem Wunschtraum vom weltweiten Kommunismus sägen.
    Uns als “neoliberale Rassisten” zu bezeichnen ist zeigt doch schon klar, wie wenig realitätsnah und ideologisch versaut das ganze links-grüne Spektrum ist.
    Wie bitte passt Liberalismus mit Rassismus zusammen? Gar nicht!
    Liberalismus ist der Schlüssel zur Toleranz.
    Einer Toleranz, die links-grün zwar immer vorgibt zu vertreten aber selbst niemals besessen hat.
    Eigentlich sind die Sozis noch schlimmer als die Braunen.
    Während die Braunen einem frontal ihr Weltbild aufdrücken, spannen die Sozis sämtliche Minderheiten vor den Karren und verstecken so ihren totalitären Auswurf feige hinter der Hilfsbedürftigkeit anderer.
    Glücklicherweise scheinen dies mehr und mehr Menschen zu begreifen
    Das Vereinnahmen von Minderheiten um die eigene sozialistische Ideologie durchzudrücken funktioniert nicht mehr. Punkt aus!

    P.S.: Mein halber Freundeskreis hat “Migrationshintergrund” und wundert sich darüber, was die Deutschen eigentlich für einen unglaublichen Dachschaden haben.

  8. Pingback: Schlechte Verlierer: Sozialistenparteien Deutschlands planen große Verhetzungskampagne gegen die liberal-konservative Partei “AfD” | LW-Freiheit

  9. macmarine says:

    “Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu, die Bürger dazu zu erziehen, daß sie ihre Gedankengänge in die Richtung projizieren, welche auch den staatlichen Richtlinien entspricht!”
    H. Maas, 16.09.2015, Berlin (merke: das Maas-Männchen ist jetzt Justiz-, Propaganda- und Erziehungsminister in Personalunion)

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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