Dummheit erster Ordnung: Gender Pay Gap

Derzeit scheinen Argumentationshilfen Konjunktur zu haben. Nun ja, eigentlich sind die meisten der vermeintlichen Argumentationshilfen, keine Argumentationshilfen, sondern bestenfalls Jammer- oder Beleidigungshilfen. Deshalb und weil wir den Begriff „Gender Pay Gap“ nun wirklich nicht mehr hören können, haben wir uns entschlossen, eine kurze und prägnante Argumentationshilfe für all diejenigen zu schreiben, die es ebenfalls nicht mehr ertragen können, mit dem Unsinn des Gender Pay Gaps belästigt zu werden. Abgesehen davon, wollen wir hier einmal darstellen, wie eine richtige Argumentationshilfe aussieht.

Ausgangspunkt für den Mythos vom Gender Pay Gap ist ein Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. Vergleicht man den Durchschnitt der Stundenlöhne aller Männer und aller Frauen, dann zeigt sich, dass die Stundenlöhne, die Männer verdienen, irgendwo zwischen 21% und 23% höher sind.

Hier treffen wir die Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, dass besonders schlichte Gemüter, diese ungleiche Verteilung nicht nur als Problem, sondern als Beleg für die Diskriminierung von Frauen ansehen.

Wissenschaftlich gesprochen erklären sie damit das, was zu erklären ist, die ungleiche Verteilung zwischen Männern und Frauen, mit dem, was zu zeigen wäre, denn ob eine ungleiche Verteilung überhaupt ein Problem ist, das man beheben oder beklagen muss, geschweigen denn ein Ergebnis von Diskriminierung, ist eine empirische Frage, die man erst untersuchen muss.

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Will man untersuchen, ob eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt, dann muss man untersuchen, ob man die ungleiche Verteilung nicht mit anderen Variablen erklären kann. Es liegt nahe, Verdienstunterschiede mit Unterschieden in der Anstrengung, der Kompetenz, der Arbeitszeit, der Arbeitserfahrung und vielem anderen zu erklären und tatsächlich kann der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen vollständig damit erklärt werden, dass Männer öfter in Branchen arbeiten, in denen höhere Stundenlöhne gezahlt werden, öfter Überstunden machen, in der Regel mehr Kompetenz aufweisen, über mehr Arbeitserfahrung verfügen usw. als Frauen. Wir haben dies schon vor nunmehr fünf Jahren in einem der ersten Beiträge für ScienceFiles gezeigt.

Es gibt also kein Diskriminierung von Frauen beim Verdienst. Was diejenigen nicht interessiert, die durch Dummheit zweiter Ordnung ausgezeichnet sind. Sie setzen nicht nur eine Äquivalenz zwischen einer ungleichen Verteilung und Diskriminierung, sie fabulieren zudem, wie sie dies bereits bei der Diskriminierung, die sie nie empirisch belegt haben, sondern lediglich erfunden haben, weil sie unbedingt wollen, dass Frauen diskriminiert werden, getan haben, eine Erklärung für die Diskriminierung, die sich wiederum dadurch auszeichnet, dass man sie empirisch nicht messen kann und dass sie voraussetzt, was sie erst zeigen soll.

Entsprechend wird behauptet, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, weniger gesellschaftliche Achtung (was für die Dummen zweiter Ordnung in weniger Stundenlohn niederschlägt) entgegen gebracht wird als Berufen, die überwiegend von Männern ausgeübt werden. Es wird behauptet, dass Geschlechtsrollen die Ursache allen Übels seien, weil Frauen in Kinderjahren zur Wahl eines schlechter bezahlten Jobs erzogen würden. Schließlich wird behauptet, dass Arbeitgeber Vorlieben für eine bestimmte Art von Mitarbeitern hätten, die nun einmal nicht Frauen sind. All diese Pseudoerklärungen auf Basis von Dummheit zweiter Ordnung, setzen voraus, was sie erklären sollten: Die Existenz der Lohndiskriminierung von Frauen.

Nun gibt es aber keine – wie oben gezeigt wurde.

Auf Basis dieser Analyse ist es nun möglich, diejenigen, die behaupten, es gäbe ein Gender Pay Gap argumentativ zu zerlegen. Dazu ist es zunächst einmal notwendig festzustellen, ob es sich bei dem Gegenüber um eines mit Dummheit erster oder zweiter Ordnung handelt.

Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung zu behaupten, begegnet man am besten dadurch, dass man die Belege für die angebliche Diskriminierung einfordert:

Woran erkennt man, dass eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt?

Was unterscheidet den durchschnittlich höheren Stundenlohn den Männer gegenüber Frauen beziehen, von dem durchschnittlich höheren Stundenlohn, den IT-Spezialisten gegenüber Maurern beziehen?

Wenn nun auf die höhere Kompetenz der IT-Spezialisten hingewiesen wird, kann man genüsslich darauf verweisen, dass es keinen Grund gibt anzunehmen, dies sei bei dem durchschnittlich höheren Stundenlohn von Männern nicht auch die Erklärung. Tatsächlich, so mag man anfügen, zeigen eine Reihe von Analysen, dass die höhere Kompetenz von vollzeiterwerbstätigen Männern sich gegenüber der geringeren Kompetenz von teilzeiterwerbstätigen Frauen in der Höhe des Lohnes niederschlägt.

Dummheit zweiter Ordnung

Wenn das Gegenüber nicht nur eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung ausgibt, sondern die entsprechende Diskriminierung auch gleich mit allerlei Phantasiegebilden erklären will, dann hat man es mit Dummheit zweiter Ordnung zu tun. Hier hilft nur, die Befallenen mit Gewalt auf den Boden der Realität zu stellen:

facepalm-GodzillaWenn alle Frauen durch Geschlechtsrollen dazu erzogen werden, Frauenberufe zu wählen, wie erklärt man dann die Frauen, die dennoch IT-Berufe wählen? Wie beseitigt man den Widersprich, dass Geschlechtsrollen, die flächendeckend anerzogen worden sein sollen, nur punktuell wirken? Wenn Frauen, die IT-Berufe ergreifen, als Beispiel für Frauen gewertet werden, die nicht mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden, wie kann man dann die Frauen, die mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden und dennoch einen IT-Beruf gewählt haben, erklären?

Wie misst man, dass die Gesellschaft Berufen, die Frauen ausüben, eine geringere Achtung entgegen bringen? Hier kommt mit Sicherheit die Antwort: Am Stundenlohn, der für Frauen geringer ist. Prima. Darauf reagiert man mit der Feststellung, dass der geringere Stundenlohn bereits der Indikator für das Gender Pay Gap war. Entsprechend kann er nicht auch der Indikator für die geringere gesellschaftliche Achtung sein.

Die Behauptung, dass Arbeitgeber Frauen bei Einstellungsgesprächen diskriminieren und lieber Männer einstellen, ist die einzige Behauptung, die einen direkten Bezug zu Verhalten in der Realität herstellt. Sicher wird man eine solche Behauptung nur aufstellen, wenn man entsprechende Belege vorliegen hat, also genau angeben kann, welche(r) Arbeitgeber welche Frau(en) bei Einstellungsgesprächen diskriminiert hat/haben.

Und weil aus einem Einzelfall kein durchschnittlicher Verdienstunterschied wird, müssen diejenigen, die hier auf der Stufe von Dummheit zweiter Ordnung fabulieren, noch erklären, wie es aus wenigen Einzelfällen zu systematischen Unterschieden zwischen Millionen von Männern und Frauen kommen kann. Sicher soll nicht behauptet werden, dass alle Arbeitgeber Frauen diskriminieren.

Wer das Glück hat, auf ein Gegenüber zu stoßen, das behaupten will, dass Arbeitgeber Frauen generell diskriminieren, also auf ein Gegenüber, das sich auf der Stufe von Dummheit dritter Ordnung befindet, der kann darauf hinweisen, dass es schwierig sein dürfte, eine flächendeckende Diskriminierung unter der Herrschaft von Tarifverträgen durchzuführen, es sei denn, Tarifverträge sind per se Instrumente zur Diskriminierung von Frauen, dadurch z.B. das gleiche Stundenlöhne für eine bestimmte Arbeit festgesetzt werden. Es bietet sich auch der Hinweis darauf an, dass rund 5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig sind und notwendig, wenn Diskriminierung flächendeckend ist, von ihrem Arbeitgeber, also dem Staat und seinen Institutionen, diskriminiert werden. Wenn dem aber so ist, wie kann man von einem Staat, der selbst diskriminiert, erwarten, dass er seine eigene Praxis durch entsprechende Gesetze beendet?

Und so weiter.

Leider findet sich nie jemand, der mit uns über Hirngespinste wie das Gender Pay Gap diskutieren will.

Mit uns wollen Genderisten einfach nicht reden. Nicht einmal die Fragen, die wir seit Jahren stellen, um Genderisten die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit, die wir ihnen aufgrund unseres Wissenschaftsverständnisses absprechen (siehe unser Grundsatzprogramm), uns zum Trotz, unter Beweis zu stellen, können sie beantworten.


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