Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus

Rechtsextremisten, so lautet generell die Bezeichnung für die Urheber von Anschlägen oder kriminellen Handlungen, wenn es möglich ist, die Anschläge oder kriminellen Handlungen als politische Straftat von Rechten zu klassifizieren.

Bei Linken ist das nicht so.

Blockupy1

Szenen des Linksaktivistmus – Vorschau auf Hamburg?

Linke Straftäter werden von Journalisten in euphemistischer Weise zu etwas anderem stilisiert als sie sind: Nicht Straftäter, nicht Linksextremisten, nein Linksaktivisten oder linke Aktivisten seien sie.

Wir haben die Spuren von Linksaktivisten oder linken Aktivisten verfolgt, die Letztere durch die Medien ziehen. Unser Ziel: eine Bestimmung der Bedeutung des Begriffs „Linksaktivisten“ bzw. „linke Aktivisten“ und eine Betrachtung seiner Veränderung über Zeit.

In den 2010er Jahren gelten in Medien als Linksaktivisten Personen, die die folgenden Handlungen ausführen:

  • Torten werfen – (eigentlich: gefährliche Körperverletzung, weil gefroren) – HNA vom 5. April 2017
  • Von 2000 bis 2009 galten als Linksaktivisten Personen, die
    Steine werfen, und damit eine neue Krawallkultur etablieren wollen – Spiegel vom 13. September 2009

In den 1980er und 1990er Jahren galten als Linksaktivisten:

Generell fällt auf, dass der Begriff der Linksaktivisten, seine Hochzeit seit dem Jahre 2010 erlebt. Zuvor kam er eher sporadisch in Pressemeldungen vor, seit 2010 häufen sich die Journalisten, die auf den Begriff „Linksaktivisten“ zurückgreifen, um, wie die Aufzählung oben zeigt, damit Straftaten zu verharmlosen, die sie mit Sicherheit nicht verharmlosen würden, würden sie von Rechtsaktivisten begangen.

Heute gibt es übrigens in der ARD (bei den neuen Faktenfindern) einen Beitrag, der die Verharmlosung von Waffen durch Kosenamen beklagt. Wie wäre es, wenn sich die Faktenfinder der ARD auch einmal mit der Verharmlosung von Straftaten, dann, wenn sie von Linken begangen werden, befassen würden und durchsetzen würden, dass Straftäter z.B. in der ARD, unabhängig davon, ob sie linke oder rechte Straftäter sind, als das bezeichnet würden, was sie nun einmal sind: Kriminelle. Nicht mehr und nicht weniger.

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5 Responses to Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus

  1. Brockenteufel says:

    Linksextremismus gibt es ja lt. Frau Schwesig (Küstenbarbie) gar nicht. Nur die Rechten sind böse. 😀

  2. David says:

    Definitiv richtig erkannt. Anderes Beispiel: Frau Schwesigs Kampagne “Demokratie leben”. Diese hat einen nicht unwichtigen Untertitel. Und der lautet “Gegen Rechtsextremismus” obwohl das Programm angeblich auch religiösen und linken Extremismus auf der Agenda hat. Klare Wertung. Wäre es zuviel verlangt gewesen, als zusammenfassendes Schlagwort aus den Teilbereichen Extremismus A, Extremismus B und Extremismus C die Phrase “politischer Extremismus” oder ganz simpel logisch nur das Wort “Extremismus” zu verwenden anstelle von Extremismus A?

    • Andre Zawehn says:

      Hui, Überraschung. ALLE “Bündnisse für mehr Demokratie”, die ich kenne, sind IMMER gegen Rechtsextremismus, NIE AUCH gegen Linksextremismus. Und ich schreibe das, obwohl meine Oma immer gesagt hat: Junge, sag niemals jedesmal immer NIE!

  3. Michael D. says:

    Da gibt es eine m.W. wissenschaftliche Seite, die militanten Linksextremismus erfasst:

    http://bibliolinx.wikispaces.com/Offenes+Posting+-+Linksmotivierte+Militanz

  4. Pingback: Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus – MoshPit's Corner

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