Indikatoren einer Krankheit: Psychotische Argumentation (Reihe: Politische Korrektheit)

In den nächsten Tagen und Wochen wollen wir in unregelmäßigen Abständen eine kleine Serie zusammenstellen, in der wir die Hauptfehler, Unfähigkeiten und Missverständnisse der politisch Korrekten, die in ihrer Gänze ein psychologisches Syndrom ergeben, das aus unserer Sicht eine Krankheit darstellt, zusammenstellen. Sehr hilfreich dabei ist das kleine Büchlein „The Retreat of Reason. Political Correctness and the Corruption of Public Debate in Modern Britain“ von Anthony Browne, das man nahtlos auf Deutschland übertragen kann.

Bevor wir in den nächsten Tagen die Angriffe auf die Person (ad hominem) und die Sippenhaft (Schuld durch Assoziation) als herausragende logische Fehler politischer Denkversuche darstellen, müssen wir an dieser Stelle den Rahmen, innerhalb dessen diese logischen Fehler begangen werden, abstecken: Den Rahmen der psychotisch Argumentation, wobei Argumentation eigentlich zu viel des Guten ist, denn politisch Korrekte wollen nicht argumentieren, sondern zuweisen, einordnen und rationale Argumentation verweigern. In Ermangelung eines besseren Begriffs bleiben wir aber bei der psychotischen Argumentation.

Die psychotische Argumentation zielt nicht auf den Inhalt, auf das was gesagt wurde, auf das eigentliche Argument ab, wie dies eine rationale Argumentation tut. Die psychotische Argumentation attackiert das, was diejenigen, die psychotisch argumentieren, hinter einer Meinung vermuten, die sie als falsch empfinden (empfinden ist hier wörtlich zu nehmen, denn politisch Korrekte haben in der Regel keinerlei rationale Begründung für ihre Meinung). Psychotisch Argumentierende sind nicht in der Lage, zwischen ihrer Bewertung des Gesagten und dem, der es gesagt hat, zu unterscheidet. Wer etwas sagt, was sie negativ bewerten, muss deshalb ein böser Mensch sein.

Wenn politisch Korrekte eine Meinung als falsch empfinden, dann attackieren sie demnach nicht den Inhalt, das was gesagt wird, sondern denjenigen, der etwas sagt. Er hat etwas Falsches gesagt und gilt ihnen daher als böse. Sie begehen einen genetischen Fehlschluss, der darin besteht, dass derjenige, der etwas sagt, was sie als falsch empfinden, das nur sagen kann, weil er böse ist. Wäre er nicht böse, wäre er wie sie, dann würde er das, was sie als falsch empfinden, nicht sagen. Vielmehr würde er die Meinung vertreten, die die politisch Korrekten als richtig empfinden.

Mit derartigen Fehlschlüssen vermeiden politisch Korrekte, sich mit dem, was Gesagt wurde, dem Argument, auseinandersetzen zu müssen. Statt dessen verlagern sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf den, der es gesagt hat, wovon sie sich den Vorteil versprechen, ihre Unfähigkeit zu rationaler Argumentation überspielen zu können.

Die Armseligkeit psychotischer Argumentation wird an Beispielen deutlich, wie man sie in Deutschland zuhauf findet, aber nicht nur in Deutschland. Wer sich als Weißer gegen die Bevorteilung von Schwarzen in Programmen der affirmative action wendet, kann aus politisch korrekter Sicht nur ein Rassist sein, denn politisch Korrekte sind nicht in der Lage, Kritik rational zu verarbeiten. Wer gegen die Bevorzugung von Frauen ist, kann aus Sicht der politisch Korrekten nur ein Sexist sein. Wer sich gegen Almosen an Bettler wendet, kann nur ein Menschenfeind sein, der Bettler leiden lassen will.

Die Argumente, die z.B. gegen affirmativ action vorgebracht werden, gegen die Programme, in denen Frauen bevorzugt werden usw., sie werden von denen, die nur psychotisch auf Informationen reagieren können, die ihrem eigenen Weltbild nicht entsprechen, zu keinem Zeitpunkt zur Kenntnis genommen.

Deshalb sind wir der Ansicht, dass derartig politisch Korrekte geistig krank sind, da sie die Leistung, die Menschen von Tieren unterscheiden soll, nämlich die Verstandesleistung, die man gewöhnlich als Lernen bezeichnet, nicht zu leisten willig oder imstande sind. Um zu lernen ist es notwendig, entweder Neues oder Widersprechendes zur Kenntnis zu nehmen, das es notwendig macht, bislang für richtig gehaltene Positionen zu hinterfragen. Politisch Korrekte verweigern das eine wie das andere und sind somit als Lebewesen anzusehen, die es bislang nicht auf die Stufe geschafft haben, die Philosophen wie Kant oder Hobbes oder Hume als die Stufe betrachtet haben, die den Mensch zum Menschen macht.

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