Ode an die Gender-Ideologie: ARD-Faktendreher-Minnesang

Andrej Reisin, der den Gebührenzahlern beim NDR zur Last fällt, hat sich heute mit einer Ode an die Gender Studies hervorgetan, die ihm im Mittelalter aus der Gilde der Bänkelsänger, also der verbalen Vorläufer der Tradition, die später von Groschenromanen bis zu Gertrude Stein reicht, eingebracht hätte. Denn selbst für dieses Gewerbe, in dem es mit der Wahrheit nicht so ernst genommen wird und in dem es vor allem auf die Dramaturgie und den Herz-Schmerz ankommt, ist Reisin nicht geeignet.

Gender Studies: Umkämpfte Wissenschaft“, so hat Reisin einen Beitrag überschrieben, der im ARD-Faktenfinder nunmehr auch dem Letzten deutlich macht, dass es nicht um Fakten, sondern darum geht, die politisch-korrekte Ideologie gegen Kritik zu verteidigen.

Gender Studies sind Teil der politischen Korrektheit, vielleicht – weil sie eine Spielart des Kollektivismus und Sozialismus darstellen -, ein zentraler Teil. Wer in öffentlich-rechtlichen Sendern nicht den Kniefall vor dem Feminismus macht, sich nicht bei Gender Studies anschleimt oder eine Ode an deren Wichtigkeit singt, der hat keine Zukunft.

Machen wir es kurz, mit der traurigen Ode, die Reisin anstimmt, um sich als treuer Vasall der politischen Korrektheit zu gerieren und deren Anlass darin besteht, dass der Wind des Wandels, den Ewiggestrige wie die Gendersita so hassen, auch an Universitäten angekommen ist, macht er sich lächerlich. Die Zahl derer, die Ideologien an Hochschulen nicht mehr dulden wollen, wächst kontinuierlich und mit der Ungarischen Regierung gibt es nun den ersten staatlichen Akteur, der keine Steuergelder, die ja erst erwirtschaftet werden müssen, verschwenden will, um Ideologen ein Auskommen an Hochschulen zu verschaffen.

Reisins Versuch, seine Leser zu veralbern, beginnt in der Überschrift: „Umkämpfte Wissenschaft“. Dass die Gender Studies eine Wissenschaft sind, das ist immer noch zu zeigen. Die Tatsache, dass ein Fach an Universitäten aufgrund POLITISCHER ENTSCHEIDUNGEN installiert wurde, macht es nicht zur Wissenschaft. Wir versuchen seit mehreren Jahren von Genderista, darunter auch Paula oder Irene Villa, die Reisin als Autorität in Wissenschaftlichkeit ausgeben will, Antworten auf 30 einfache Frage, die jeder Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, zu bekommen. Bislang waren die Genderista nicht in der Lage, die Fragen nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrer Methode, ihrem Beitrag zur Wissenschaft zu beantworten. Wer seine Wissenschaftlichkeit aus nichts als der Tatsache ableiten kann, dass er an einer Hochschule installiert wurde, ist kein Wissenschaftler, es sei denn, wir wollen jede Putzfrau, die an Hochschulen den Müll der Akademiker beseitigt, zum Wissenschaftler machen.

Der Beitrag von Reisin folgt dem alten, lahmen und ermüdenden Strickmuster aller Herz-Schmerz-Epen. Der Protagonist, hier Gender Studies, wird zunächst als gut und wichtig dargestellt. Dann kommt der Bösewicht. Bei Gender Studies muss Reisin bis zum Anfang des 20. Jahrhundert zurückgehen um „renommierte Professoren“ zu finden, die so „renommiert“ sind, dass er ihren Namen nicht kennt (vermutlich weil er sie gerade frei erfunden hat), die „erbittert“ dagegen gekämpft hätten, dass „Frauen das Studium“ ermöglicht wird. Wäre Reisin in der Lage, selbst die deutsche Wikipedia zu bedienen, dann wüsste er, dass es Frauen nie verboten war, zu studieren. Schon im 16. Jahrhundert gibt es eine Reihe von Frauen, die studiert haben….

Aber beim Bänkelsang kommt es nicht auf die Wahrheit, die Fakten an, sondern auf die Geschichte, die den Zuhörern oder Lesern aufgebunden werden soll. Gender Studies, so erklärt Reisin „erforschen also eine der zentralen Unterscheidungskategorien von Menschen“. Es mag ja für Reisin gelten, dass er sich hauptsächlich durch seine primären Geschlechtsteile von anderen Menschen unterscheidet, für die Mehrheit der normalen Menschen ist dies jedoch nicht der Fall. Für sie ist Geschlecht ein Merkmal unter vielen, und für viele ist es nicht einmal ein relevantes Merkmal, weil sie mehr Wert auf ihr Gehirn oder ihren Verstand legen. Wie dem auch sei, die Funktion von Geschlecht, als einem von unzähligen Merkmalen, die man sozial inszenieren kann, ist in der Soziologie erschöpfend untersucht worden. Die Gender Studies haben keinerlei neuen Beitrag, den sie als ihre Leistung ausgeben könnten, erbracht. Dr. habil. Heike Diefenbach hat gerade in einem Beitrag, der demnächst veröffentlicht werden wird, gezeigt, dass Gender Studies nicht nur keinerlei originäre Forschung zu bieten haben, sondern dass es sich bei Gender Studies um eine Ideologie handelt, deren Ziel darin besteht, politischen Aktionismus mit dem Mantel der Wissenschaft zu tarnen und von Hochschulen in die Gesellschaft zu tragen. Bis dieser Beitrag veröffentlich ist, kann hier nachgelesen werden, warum wir keine Professuren für Gender Studies an Hochschulen brauchen.

Gender Studies zielen darauf ab, gesellschaftliche Veränderungen in ihrem Sinne zu erwirken. Allein das zeigt schon, dass Genderista keine Wissenschaftler sein können oder wollen, sondern politische Aktivisten sind, die alle Ungläubigen zum Genderheil erziehen wollen. Sie tun dies in einer intoleranten und gehässigen Art und Weise, die ihresgleichen sucht und nicht nur das Klima in so mancher Fakultät der Geistes- und Sozialwissenschaften vergiftet hat, sondern das gesellschaftliche Klima vergiftet. Lügen wie die Behauptung, Frauen würden in der deutschen Gesellschaft benachteiligt, es gäbe ein Gender Pay Gap, Frauen würden von geheimnisvollen patriarchalischen Strukturen am Vorankommen gehindert, Lügen, die das gesellschaftliche Klima vergiften und einzig dem Zweck dienen, Mittelschichtsfrauen mit geringer Fähigkeit und noch geringerer Kompetenz in gesellschaftliche Positionen zu bringen, in denen sie auf Kosten der Steuerzahler dahinvegetieren können, Lügen die aus den Gender Studies stammen, belegen diese destruktive Leistung der Gender Studies eindrucksvoll.

Und dass sich „Paula-Irene Villa“ nicht entblödet, die Kritik an Gender Studies als Ergebnis „anti-intellektueller und anti-liberaler Haltungen“ zu verunglimpfen, das setzt der Parodie auf gute Berichterstattung die Reisin sich erlaubt, die Krone auf. Wer Gender Studies wie wir seit Jahren kritisiert, der weiß, mit welcher Wut, welchem Zorn, welcher Intoleranz, welcher Gehässigkeit, die Furien, die Genderista sind, auf Kritik reagieren. Derart unnormale Reaktionen sind nur erklärbar, wenn man annimmt, dass die Genderista eine Sekte darstellt, die vollkommen intolerant und anti-intellektuell jede Kritik als Häresie ansieht. Dass im ARD-Faktenfinder diese Wahrheit einmal mehr verdreht werden soll, zeigt deutlich, dass es Reisin nicht darum geht, einen Beitrag zu schreiben, der es Lesern ermöglicht, sich ein eigenständiges Urteil auf Grundlage von dargebotenen Fakten zu bilden, sondern darum, Leser zu manipulieren.

Es gibt wohl kaum ein Fach an Hochschulen, das so wenig Erkenntnis vorzuweisen hat, wie die Gender Studies, wenn man nicht Blödsinn wie den, dass Frauen anders kratzen oder dass ein nachhaltiger Genderwald es erfordert, den Wald der Dominanz der Männer zu entreißen, als Erkenntnis ansehen will. Es gibt kaum ein Fach, das sich so sehr als Mistelfach betätigt und Ergebnisse anderer Fachbereiche stiehlt, um sie als eigene auszugeben. Das ist der Grund, warum Gender Studies behaupten, interdisziplinär zu sein. Und es gibt mit Sicherheit kein Fach an Hochschulen, das Trivialitäten, wie die Tatsache, dass es bei Erklärungen mehr als eine Variable zu berücksichtigen gilt, mit hochtrabendem Schein wie „Intersektionalität“ umgibt, um sich dann am Wort zu berauschen, dessen Bedeutung schon nach der ersten Nennung im Genderhirn eintrübt.

Doch zurück zur Gender Ode, die natürlich bei der Frage der Wissenschaftsfreiheit ankommt. Wenn Ungarn die Gender Studies an Hochschulen des Landes verbiete, dann sei dies ein Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit, so schreibt der hochmoralische Reisin, ohne zu wissen, was er da schreibt. „Denn über die Einrichtung eines Studiengangs“, so fährt er im Hochgefühlt der eingebildeten Moral fort, „entscheiden in demokratischen Rechtsstaaten wissenschaftliche Kriterien“.

Er weiß halt nicht, wovon er schreibt. Der unermüdliche Hadmut Danisch hat sehr schön aufgearbeitet, welche politischen Entscheidungen dazu geführt haben, dass Gender Studies zunächst an der HU-Berlin und von dort aus, durch die vom BMFSFJ bezahlte Werbetour von Susanne Baer, die als Belohnung nun einen Verfassungsrichter geben darf, in der Republik verbreitet wurde. Danisch hat gezeigt, wie politische Einflussnahme nicht nur die HU in Berlin dazu bewegt hat, Gender Studies einzurichten, sondern deutschlandweit notwendig war, um Hochschulen mit einer Mischung von Mittelkürzung und dem Angebot eines aus öffentlichen Kassen vollfinanzierten Faches gefügig zu machen. Eine demokratische Entscheidung darüber, ob es Gender Studies an Hochschulen geben solle, hat es nie gegeben und der Akkreditierungsprozess, mit dem die Gender Studies schließlich an Hochschulen installiert wurden, ist ein solcher Witz, dass die Grenze zum Betrug nicht mehr zu finden ist.

Nach Reisins Kriterien dürfte es an deutschen Hochschulen keine Gender Studies geben. Aber diese Aussage beruht auf Fakten und Fakten spielen beim ARD-Faktenfinder keine Rolle. Dort geht es um Manipulation, billige und oftmals so krude Manipulation, dass man das Gehirn, in dem dieser Versuch seinen Ursprung nahm, nur bedauern kann.

Jede Ode und jeder Groschenroman kennt die Prüfung des Helden. Erst wenn er die Prüfungen überstanden hat, darf er den Preis entgegen nehmen. Diesem Strickmuster entsprechend saugt sich Reisin einen Unsinn aus den Fingern, der sich gewaschen hat, um den Gender Studies Absolution zu erteilen, und die Kritik an Gender Studies zu dämonisieren.

Aktivismus und Forschung (so als gäbe es Gender-Forschung) ließen sich nicht klar genug unterscheiden, so pseudo-kritisiert er Gender Studies, um dann nachzuschieben: „Doch dieses Anliegen“, den „Gender Studies jedwede Wissenschaftlichkeit“ abzusprechen, sei „seinerseits politisch und nicht wissenschaftlich motiviert“.

Das ist so dumm, dass man es eigentlich stehen lassen sollte. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade unter Genderista jede Dummheit Verbreitung findet, wenn man der Verbreitung nicht schnell einen Riegel vorschiebt.

Die logische Struktur von Reisins Behauptung ist die folgende:

Reisin behauptet: Gender Studies sind Wissenschaft.

Reisin räumt ein, dass es in Gender Studies Aktivisten gibt, so dass es schwer ist, von einer Wissenschaft zu sprechen.

Reisin verfügt, dass jeder, der Gender Studies dafür kritisiert, dass sie politischen Aktivismus und eben keine Wissenschaft verbreiten, seinerseits politisch motiviert sei und nicht wissenschaftlich.

Zunächst: Man kann Gender Studies nichts absprechen, was nie nachgewiesen wurde. Es ist Aufgabe der Genderista zu zeigen, dass Gender Studies eine Wissenschaft sind, die dem normalen Anspruch an eine Wissenschaft genügt. An dieser Aufgabe sind die Genderista bislang gescheitert.

Dann: Die Verfügung folgt natürlich nicht aus dem, was Reisin selbst zusammengetragen hat. Entweder ein Fach ist eine Wissenschaft oder es ist politischer Aktivismus. Zwischen beidem vermittelt nichts. Und da auch Villa einräumt, dass es in den Gender Studies politischen Aktivismus gibt, was kein Wunder ist, denn Ziel der Gender Studies ist es, die Gesellschaft zu verändern, nicht etwa, sie zu erklären, gibt es keinen anderen Schluss als Gender Studies als die Ideologie anzusehen, die sie nun einmal sind.

Aber das ist politisch nicht korrekt und gefährdet das politische Unterfangen, die Gender Studies an Hochschulen zu installieren, als Brückenkopf des Sozialismus und mit dem Ziel, Wissenschaft, die sich an Kriterien von Nachprüfbarkeit und Falsifizierbarkeit ausrichtet, zu verunmöglichen. Denn das ist das Projekt der Gender Studies, deren Vertreterinnen sich gegen die „Wissenschaft des weißen Mannes“ wenden und für das, was sie als ihre Forschung verkaufen wollen, Subjektivität beanspruchen, die keiner Prüfung zugänglich ist, so wie dies Scharlatane zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte getan haben.

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