Frankfurter Rundschau: Die Freude am Tod der anderen

“Corona hilft dem Klima” – Manfred Niekisch weiß es.

Niekisch schreibt für die Frankfurter Rundschau (FR), jenes Pleiteblatt, das nicht einmal die SPD mehr haben wollte und das nun, nach mehrmaliger Wiederbelebung und mehrmaligem Besitzerwechsel der Zeitungsholding Hessen gehört. Die FR, deren Auflage seit 2013 im Paket von “Rhein Main Media” versteckt wird (letzte bekannte Auflage für Frankfurt gerade einmal 14.141) ist ein besonderes Blatt, das sich angeblich durch eine “links-liberale” Ausrichtung auszeichnet. Liberal ist an der Frankfurter Rundschau sicher nichts, links dagegen alles. Wer ein Wokes-Thema sucht, Tiraden gegen angebliche Anti-Feministen gegen die bösen Menschen in der Mitte und rechts davon, gegen “Klimaleugner” oder Homophobie oder die AfD lesen will, kurz, wer sich gerne in der Langeweile suhlt, die heutige Gutmenschen so unerträglich macht, der ist bei der Frankfurter Rundschau gut aufgehoben. Refugees sind natürlich welcome!



Die eingschränkte Palette politisch-korrekter Themen und die Einheitsmeinung, die von der Frankfurter Rundschau verbreitet wird, erfordert eine besondere Art von Person zur Mitarbeit. Die Bereitschaft, Ideologie vor Humanität zu setzen, niedrige Instinkte nicht nur zu pflegen, sondern auch auszuleben und beides in der blasierten Art linker Halbintellektueller von sich zu geben, scheint Einstellungsvoraussetzung. Wo die Grenze zwischen Halbintellektuellen und Halbdebilen verläuft, ist übrigens eine interessante Frage. Leider haben wir keine Zeit, sie zu diskutieren.

Denn wir wollen uns bereits Manfred Niekisch widmen und seinem Text überschreiben mit “Corona hilft dem Klima”.

“Blutrot gefärbter Schnee …”.

Das sind die ersten drei Worte, des Beitrags, “blutrot gefärbter Schnee”, Den gibt es in der Antarktis, rund um die “ukrainische Forschungsstation”, deren Namen Niekisch in kindischer Weise verschweigt oder selbst nicht kennt, “im vielleicht gar nicht mehr so ewigen Eis”, so schreibt dieser Kenntnislose von der besonders traurigen Gestalt, “verleihen Algen der Schneedecke eine tiefrote Färbung”.

Quelle

Recht hat er. Die Alge trägt den Namen “Chlamydomonas Chlamydomonas nivalis”. Die Alge ist kein auf die Antarktis begrenzter Einwohner. Sie findet sich in Schneefeldern und Bergen rund um den Erdball. Sie ist auch kein Einwohner der Antarktis, der kürzlich erst aufgetaucht ist. Schon im 3 Jahrhundert vor Christus hat sie Aristoteles bemerkt. Die rote Farbe der Alge stammt von Carotenoiden, so wie in Karotten. Nichts ungewöhnliches weit und breit und doch ist der “blutrot gefärbte Schnee” für Niekisch bemerkenswert, denn die Alge ist – wie er behauptet – ein Ergebnis des Klimawandels. “Der Klimawandel mit den hohen Temperaturen an den Polen ist schuld daran”, dass es so viele Algen gibt, behauptet Niekisch.

Was Unsinn angeht, so ist die Qualität der Frankfurter Rundschau unerreicht. Was das Ausleben niedriger Instinkte angeht, auch, aber dazu kommen wird noch.

Die Carotenoide, die Chlamydomonas Chlamydomonas nivalis die rote Farbe spendieren, sind ein grandioser Schachzug der Alge, denn sie absorbieren Hitze und ultraviolettes Licht im Sommer. Derzeit ist Sommer in der Antarktis, und die Alge ist in “full bloom”. Damit hat kein Klimawandel etwas zu tun. Tatsächlich sind Forscher der Station, der ukrainischen Station, deren Name Niekisch seinen Lesern verschweigt oder den er schlicht nicht kennt, der Ansicht, die Alge trage – im Gegenteil – zum Klimawandel bei, denn die Alge ist rot, nicht weiß, deshalb absorbiere sie mehr Sonnenstrahlung, reflektiere sie nicht, werde warm, heize die Umgebung auf ..

“Snow blossoms contribute to climate change,” the team wrote in the Facebook post. “Because of the red-crimson color, the snow reflects less sunlight and melts faster. As a consequence, it produces more and more bright algae.”

Wir kommentieren nicht, was Ukrainische Forscher von der Station, deren Namen Niekisch seinen Lesern verschweigt, hier geschrieben haben. Jeder kann sich selbst ein Bild dazu machen, wenn wir nun verraten, dass die Station, deren Namen Niekisch verschweigt, den Namen “Vernadzky” trägt. Sie befindet sich im äußerten Norden der Antarktis, also am Rande des Kontinents.

 

Die Antarktis ist ein Kontinent, das nur nebenbei bemerkt.  Von Vernadzky, der Station, deren Namen Niekisch verschweigt, bis Amundsen Scott, der Station, deren Koordinaten 90-00S und 00-00E zeigen, dass sie sich am Südpol befindet, sind es 3000 Kilometer, 3000 Kilometer, die die Aussage “Der Klimawandel mit den hohen Temperaturen an den Polen”, sei schuld daran, dass rund um Vernadzky Algen wachsen, zu einer der idiotischsten Aussagen, die von Klimawandlern jemals getroffen wurde, macht. Und das will etwas heißen.



Die hohen Temperaturen, die der … Mitarbeiter der FR am Südpol geortet haben will, sehen wie folgt aus:

Dass die hohen Temperaturen von heute im Durchschnitt -51,8 Grad Celsius oder die vom 17. Januar, als es mit -26,5 Grad Celsius deutlich wärmer war, dazu beitragen, dass die Algen rund um die 3000 Kilometer entfernte Vernadzky-Station der Ukrainer besonders gut gedeihen, ist in den Redaktionsräumen der Frankfurter Rundschau offenkundig festes Wissen. Außerhalb der VerlagsAnstalt wird man sie im günstigsten Fall als Ergebnis geistiger Verwirrung bezeichnen müssen.

Amundsen-Scott South Polar Station

Geistige Verwirrung, wie sie dadurch entsteht, dass Ideologen sich durch ihre beflügelte Phantasie in einen Zustand versetzen, den man nurmehr als intellektuelle Abnormalitäts-Ekstase bezeichnen kann, ein Zustand, in dem sie jede Verbindung zur Realität verlieren, ein Zustand, in dem sie ausleben, was sie besonders auszeichnet.

Normale Menschen zeichnet nicht nur die Fähigkeit aus, die eigenen Behauptungen an der Realität zu testen, es zeichnet sie auch eine Fähigkeit aus, in die Rolle anderer zu schlüpfen, sich zum einen durch die Augen von anderen zu betrachten (looking-glasss self hat dies Herbert Mead genannt), zum anderen die Welt mit den Augen anderer zu sehen. Dadurch werden Menschen zur Empathie fähig: Man muss sich nicht 2 Monate in ein Zimmer einsperren, in Armut leben oder in der ständigen Angst, von einem Virus dahingerafft zu werden, um zu wissen, dass es für Menschen, nicht schön ist, sich in einer solchen Situation zu finden. Die Fähigkeit zu Empathie ist auch die Grundlage für die Entwicklung ethischer und moralischer Grundsätze. Der berühmte Kategorische Imperativ, dass man so handeln solle, dass das eigene Handeln zum Gesetz werden könne, setzt natürlich die Berücksichtigung der Interessen anderer voraus. Er setzt ein geistig und moralisch entwickeltes Individuum voraus.

Ideologen sind weder geistig noch moralisch entwickelt, denn sie sind in der Lage, eine Utopie, eine Einbildung, ein Ziel, das sie aus meist nicht nachvollziehbaren Gründen für einen wünschenswerten Endzustand halten, zu verfolgen und dabei über Leichen zu gehen. Es zeichnet Ideologen geradezu aus, dass sie eine Verachtung für “das lumpige Individuum (Engels)” haben, ihre ideologischen Ziele über Humanismus und die Berücksichtigung der Interessen anderer stellen. Sie kommen nicht einmal auf die Idee, die Interessen anderer seien der Berücksichtigung wert, denn wenn Anderer Interessen abweichen, dann müssen diese Anderen zu den richtigen Interessen erzogen oder eliminiert werden, wenn deren Interessen nicht abweichen, dann muss man sie auch nicht berücksichtigen. Kurz: Um ein Ideologe zu sein, muss man menschliche Entwicklungsleistungen, wie Empathie, die Entwicklung eines ethischen und moralischen Gewissens und die Einsicht, dass es Andere, mit anderen Interessen gibt, die diese Interessen mit DEMSELBEN Recht verfolgen, wie man selbst, NICHT erbracht haben.

Damit stehen Ideologen außerhalb des Humanismus, der menschliche Gesellschaften auszeichnet.


Das bringt uns zurück zu Niekisch, der seinen Ausflug in die Antarktis, die Darstellung der ukrainischen Station, deren Namen er verschweigt (oder nicht kennt) dazu benutzt, seine Ideologie des Klimawandels aus der Trance seiner selbstgeschaffenen Abnormalitäts-Ekstase heraus mit Pseudo-Geschwafel und berichten von hohen Temperaturen an den Polen zu legitimieren, um dann die folgenden jeder Empathie und jeder Erwägung, es können leidende Menschen geben, baren Sätze abzusondern, die einmal mehr zeigen, dass Ideologie nur über Leichen durchgesetzt werden kann und auch soll:

“Im Unterschied zur nationalen und europäischen Klimapolitik schafft es das Coronavirus einen echten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Absagen von Großveranstaltungen, Flügen und Fernreisen wirken sich senkend auf den CO2-Ausstoß aus.”

Man muss wirklich nicht sonderlich intelligent sein, um zu wissen, dass diejenigen, die nicht zu “Großveranstaltungen” gehen, in der Zeit, in der sie nicht zu Großveranstaltungen gehen, etwas anderes machen. Vielleicht sehen sie in der Zeit Fernsehen. Vielleicht spielen sie ein Computerspiel. Vielleicht nutzen sie ihr Auto, um eine Spritztour aufs Land zu machen. Was sie auch tun werden, sie werden CO2 emittieren (schon weil sie atmen). Die Ansicht, dass dadurch, dass Großveranstaltungen abgesagt werden, weniger CO2 emittiert wird, ist so grotesk wie absurd und selbst wenn alle, die Großveranstaltungen, die Messen etc. besuchen wollten, morgen tot umfallen und damit kein CO2 mehr selbst emittieren und durch ihre täglichen Handlungen (z.B. die Nachfrage nach Energie) emittieren lassen, würde sich das so gut wie gar nicht auf die weltweite Emission von CO2 auswirken.

Was aber viel mehr verstören muss als die Fähigkeit, sich in einen Zustand vollkommener Irrationalität zu befördern und in diesem Zustand Texte zusammenzuschreiben, die auch noch abgedruckt werden, ist der vollkommene Mangel an Empathie.

Weltweit gibt es aktuell 107.490 Menschen, deren Erkrankung an COVID-19 bekannt ist.
Seit Beginn der Epidemie in China, die zwischenzeitlich zu einer Pandemie geworden ist, sind 3.652 Menschen daran gestorben.

In welchem geistigen Zustand muss man sich befinden, wenn man diese Fakten ignorieren und ein tödliches Virus feiern kann, weil es in der eigenen Einbildung einer geistig verqueren Welt angeblich ein Klima “entlastet”, von dem man sich zunehmend fragt, ob dieses Klima, wie es in den Hirnen von Klimagestörten vorkommt, noch irgend eine Verbindung zu lebenden Menschen aufweist oder ob die eingebildete Entlastung einer eingebildeten Belastung längst zum Selbstzweck geworden ist, bei dessen Befriedigung menschliches Leben nur als Störfaktor vorkommt.

Frederic Perls hat einst von der neurotischen Gesellschaft gesprochen, in der Selbstwirksamkeit nurmehr über zumeist hysterische Gestalten einer übertriebenen Einbildung gewonnen werden kann. Wir sind in Deutschland einen Schritt weiter. Nunmehr wird die hysterisch begründete Selbstwirksamkeit, zur Grundlage gemacht, um die Umwelt, das Leben Anderer entlang der eigenen Phantasie gestalten zu wollen. 

Nachtrag:

Vernadzky, die Ukrainische Station, die Niekisch nicht nennen will, misst natürlich auch Temperaturen und liefert die Ergebnisse u.a. an GISTEMP, den Datensatz der NASA. Das Ergebnis der Messungen sieht dann so aus:

Wenn man in die Daten unbedingt einen Trend lesen will, dann, dass die Temperaturen seit 2000 zurückgehen. Nix Erwärmung.




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