Propaganda aus China verbreiten, australische Medien zensieren: Die letzten Tage von Suckerbergs Facebook?

Schon vor einger Zeit haben wir das Geschäftsmodell von Facebook dargestellt. Es ist schnell umschrieben: Schutzgelderpressung und Content-Schmarotzen. Ersteres besteht im Wesentlichen darin, die Reichweite von erfolgreichen Seiten zu beschränken und nur gegen Bezahlung wieder auf den Normalzustand zurückzuführen. Letzteres besteht darin, von dem, was Facebook-Nutzer unentgeltlich bereitstellen, zu leben und zum Dank für die Serviceleistung der Nutzer noch deren Daten zu verscheuern.

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Am Content-Schmarotzen hat die Australische Regierung schon seit längeren Anstoß genommen, wobei, wie so oft, die Aufmerksamkeit vor allem den Medien, den MS-Medien gilt, deren Content über Facebook verbreitet wird, per Link oder in den entsprechenden Auftritten der MS-Medien. Der australischen Regierung schwebt eine Art Code vor, der in Verhandlungen zwischen Facebook und Medien ausgehandelt werden soll. Im weitesten Sinne handelt es sich um eine Art “GEMA-Gebühr”, für die Nutzung von Inhalten durch Facebook, die von Dritten erarbeitet wurden. Facebook weigert sich kategorisch, für Inhalte zu bezahlen, die “man nicht bestellt habe”, deren Verbreitung auf Facebook aber natürlich Nachfrage schafft, Facebook für Nutzer attraktiv macht und den Traffic generiert, von dem Facebook letztlich über Werbung und Schutzgelderpressung lebt. Dessen ungeachtet fürchtet man bei Suckerbergs wohl Nachahmer. Die BBC will in Erfahrung gebracht haben, dass Kanada und die EU bereits in den Startlöchern sitzen, um dem Vorbild Australiens zu folgen und Facebook für die Inhalte, von denen Facebook lebt, bezahlen zu lassen. Milliardär Suckerberg könnten erhebliche Verluste ins Haus stehen, wenn sein auf Schmarotzen begründetes Geschäftsmodell ausgehebelt und durch ein Bezahl-Modell ersetzt wird.



Darauf hat man bei Suckerbergs offensichtlich keine Lust. Weshalb gestern Abend in Australien die Facebook-Lichter für alle Seiten ausgegangen sind, die Nachrichten bereitstellen oder die im Verdacht stehen, Nachrichten zu verbreiten. Facebook Nutzer in Australien können keine australischen oder internationalen Nachrichten mehr sehen. Sie wurden durch Facebook gebannt. Der Auftritt von BBC auf Facebook Australien sieht z.B. so aus:

Facebook führt also Krieg gegen die australische Regierung, genau wie China, das einen Zollkrieg gegen Australien führt, seit die Regierung von Scott Morrison darauf beharrt, dass die Ursprünge des CCP-Virus geklärt werden. Wo gehobelt wird, fallen gemeinhin Späne, so auch bei der Aktion von Facebook.

Zunächst wurden nicht nur News-Outlets mit einem Bann belegt, sondern auch Sozialdienstleister, Krankenhäuser und die eigene Facebook Seite in Australien:

Wie so oft, haben derartige Machtdemonstrationen auch nicht beabsichtigte Folgen, eine davon – für Facebook wohl die bedenklichste, besteht darin, dass David Cicilline, der Vorsitzende des Sub-Kommitees im US-Repräsentantenhaus dem die Verhinderung von Wirtschaftsmonopolen obliegt, von den australischen Entwicklungen alarmiert wurde. In einer ersten Stellungnahme hat er festgestellt, dass Facebook mit Demokratie nicht vereinbar sei, und im Verhalten von Facebook in Australien einen Missbrauch einer offenkundig vorhandenen Monopolpositionerkannt. Schon vor dieser neuen Eskapade hat Cicilline zu denen gehört, die eine Zerschlagung von Facebook fordern, Facebook dürfte damit dem Ende zugehen:


Der Australische Ministerpräsident Scott Morrison hat deutliche Worte für die Aktion von Facebook gefunden:

“‘Facebook’s actions to unfriend Australia today, cutting off essential information services on health and emergency services, were as arrogant as they were disappointing,’ Mr Morrison wrote. ‘We will not be intimidated by BigTech seeking to pressure our Parliament as it votes on our important News Media Bargaining Code.’ “

Mit der Entscheidung, Nachrichten in Australien komplett von Facebook zu verbannen, hat es sich Suckerberg nicht nur in Australien mit Politikern verscherzt, die Machtdemonstration von Big Tech, denen wohl die Eskapaden im Zusammenhang mit Donald Trump zu Kopfe gestiegen sind, hat auch andere Regierungen alarmiert, die in Big Tech eine zunehmende Gefahr für sich sehen. Das Ende von Facebook ist eingeleitet, aber nicht nur auf der politischen Ebene, auch die australischen Nutzer von Facebook sind verärgert und löschen ihren Profile auf Facebook in Legionen. Auf Twitter trendet #Deletefacebook und #BoycottZuckerberg.


Die Facebook-Aktion in Australien muss man zudem vor dem Hintergrund einer sehr guten Recherche von PressGazette sehen. Gegenstand: Chinesische Desinformation. Obwohl Facebook in China verboten ist, scheint es eine für beide Seiten fruchtbare Beziehung zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und Facebook zu geben. CGTN, China Daily, XinhuaNews, People’s Daily China und CCTV, sie alle sind chinesischen Medien in der Hand der Kommunistischen Partei Chinas, direkt von der KPCh kontrolliert. Die Genannten haben auf Facebook zwischen 114 Millionen und 49 Millionen Likes, firmieren als Nachrichtenagentur und geben ihre Anbindung an die Kommunistische Partei Chinas in keiner Weise zu erkennen.

Damit nicht genug.

Wie die PressGazette recherchiert hat, war und ist es der Kommunistischen Partei Chinas möglich, über diese Medien-Chimären Werbe-Videos zu lancieren, in denen der Genozid an den Uiguren in Xinjiang in Abrede gestellt wird. Auf der Seite von PressGazette finden sich eine Vielzahl von Beispielen, z.B. ein Video, in dem erklärt wird, die vermeintlichen Konzentrationslager, von denen in westlichen Medien die Rede sei, seien normale Gefängnisse für Kriminelle bzw. in einem Fall eine Schule, die durch eine Mauer und Stacheldraht geschützt sei. In anderen Videos wird versucht, die Sklavenarbeit, zu der Uiguren nachweislich gezwungen werden, als westliche Erfindung darzustellen, bzw. die Maßnahmen, die gegen Uiguren getroffen werden als anti-Terror-Maßnahmen zu rechtfertigen. Alle Videos wurden von Facebook, dessen Faktenchecker sonst an jedem Beitrag, in dem z.B. der Laborursprung von SARS-CoV-2 belegt wird, Beanstandenswertes finden und ihn zensieren, gegen Cash verbreitet, wie die PressGazette berichtet. Bei Facebook nimmt man also gerne Geld der Kommunistischen Partei Chinas, um deren Relativierungen der massenhaften Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang zu verbreiten, bei Facebook will man aber nicht dafür bezahlen, dass Inhalte von australischen Medien einfach übernommen und durch das Facebook-Geschäftsmodell in Einnahmen transformiert werden. Jeder hat so seine Prioritäten, die von Facebook tragen extrem autoritäre und großmannsüchtig-Chinesische Züge.

Insgesamt haben chinesische Partei-Medien in mehr als 1000 Videos für deren Verbreitung sie Facebook bezahlt haben, Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas an Millionen von Facebook-Nutzer verbreitet.

Quelle

Das Australische Strategic Policy Institute hat die vielen Belege, die es dafür gibt, dass in Xinjiang Menschen versklavt, in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert,  psychisch wie physisch terrorisiert werden und getötet werden auf mehreren Seiten und in einer Datenbank zusammengestellt. Die Informationen können hier abgerufen werden.

Der Beitrag der PressGazette, der das von China käufliche Facebook zeigt, jenes Facebook, das den Wichteln der dpa Geld dafür bezahlt, dass sie Hans Peter F aus X dabei überführen, wie er auf Facebook fälschlicherweise behauptet hat, dass SARS-CoV-2 nicht ansteckender sei als eine Influenza, was die Wichtel der dpa natürlich ganz genau als Fake News identifizieren können, weil sie im Gegensatz zu allen anderen genau wissen, wie ansteckend SARS-CoV-2 tatsächlich ist, sie lassen die kommunistische Partei Chinas nach Lust und Laune Fake News verbreiten und kassieren dafür noch Geld.

Im Englischen gibt es ein Wort für solche Verhaltensweisen / Geschäftspraktiken: disgusting, eine Mischung aus ekelhaft, widerwärtig und entsprechend moralischer Bestürzung. Für das Verhalten von Facebook reicht “disgusting” aber nicht aus, das Verhalten ist “beyond disgusting”, jenseits von allem, was man mit dem Begriff “disgusting” umschreiben kann.



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