Alles schon mal da gewesen

Erinnern Sie sich noch an: “Deutsche, kauft nicht bei Juden”. Haben Sie schon von den vielfältigen Versuchen gehört, den Philosophen “Peter Singer” daran zu hindern, einen Vortrag an der Universität Duisburg zu halten? [Singer selbst berichtet unter dem Titel “Wie man in Deutschland mundtot” gemacht wird, im Anhang zu seiner Praktischen Ethik von den Vorgängen.] Erinnern Sie sich noch an den Militärhistoriker Martin van Creveld, der zunächst an die Universität Trier eingeladen und dann wieder ausgeladen wurde, weil sich “Widerstand” gegen ihn formierte?

Alle diese Glanzleistungen deutscher Diskussionskultur haben eines gemeinsam: Sie werden von Personen getragen, die in der Regel das, wogegen sie sind, nur unter Schlagworten kennen, von Personen, die offensichtlich zu feige sind, eine inhaltliche und argumentative Auseinandersetzung zu suchen und die sich selbst für die Krone der moralischen Entwicklung halten. Zweifel an der eigenen Position, so überhaupt vorhanden, kennen diese Personen nicht, und noch weniger kennen sie Hemmungen, wenn es darum geht, andere zu diffamieren. (Wer sich die Mühe macht, Peter Singers Bericht zu lesen, wird feststellen, dass die meisten derjenigen, die Peter Singer niedergeschrieen haben, keinen seiner Texte/keines seiner Bücher gelesen haben. Sie haben sich vielmehr zur bereitwilligen Verfügungsmasse von Leuten gemacht, die aus welchen Gründen auch immer, ein Interesse daran hatten, Peter Singer mundtot zu machen.)

Jüngstes Beispiel aus der deutschen Diffamierungskultur, in der die fehlenden Argumente durch aufgeregte Aufrufe und Agitation ersetzt werden sollen, ist ein Aufruf mit dem Titel “Männerkongress unmöglich machen! Maskulisten demaskieren.” Der Aufruf, der sich liest, als wäre er aus der Feder allseits bekannter Wikipedia-Autoren, ruft, wie die meisten seiner Vorbilder, dazu auf, sich gegen etwas zu wenden, vergisst aber anzugeben, warum er sich gegen das “etwas” wendet.

So beginnt der Aufruf, der sich gegen einen Männerkongress unter dem Titel “Scheiden tut weh – Elterliche Trennung aus Sicht der Väter und Kinder” richtet und somit gegen ein Thema, das mir zugegebener Maßen gar nicht am Herzen liegt, mit dem folgenden Satz:

“Da dieser Kongress reaktionären, homophoben, und antifeministischen Positionen und Personen, wie z.B. Gerhard Amendt und Eckhard Kuhla, ein Forum bietet, rufen wir hiermit dazu auf, sich am 21.9 den Protesten anzuschließen.”

Regelmäßige Leser dieses blogs werden sich schon denken können, was jetzt kommt: Liebe Aufrufer, einmal davon abgesehen, dass die Anhäufung von Adjektiven “reaktionär”, “homophob” und “antifeministisch” keinen Informationsgehalt hat und wenig über den Aufschrei kleiner Kinder, die den Boden beschimpfen, auf den sie gerade gefallen sind, hinausreicht, wolltet ihr ernstgenommen werden, dann müsstet ihr ein Argument angeben. Dazu wiederum wäre es im ersten Schritt notwendig zu definieren, was unter reaktionär, homophob und antifeministisch verstanden werden soll. Sodann müsste im zweiten Schritt geprüft werden, wie die Definition messbar gemacht, also operationalisiert werden kann, um im dritten Schritt zu prüfen, ob Gerhard Amendt und Eckhard Kuhla die nunmehr per Operationalisierung zusammengestellten Kriterien erfüllen, um somit berechtigt als “reaktionär”, “homophob” oder “antifeministisch” bezeichnet zu werden.

Ich will es einmal bei “homophob” belassen, da ich nichts Schlimmes daran finde, “antifeministisch” zu sein und “reaktionär” seit den Tagen der Weimarer Republik (1919-1933!) seinen Reiz verloren hat (ich empfehle hier ein update, z.B. Globalisierungsbejaher oder Bankerfreund). Homophob definiert der Duden als die Homophobie betreffend. Homophobie wiederum wird als krankhafte Angst vor und Abneigung gegen Homosexualität definiert. Liebe Aufrufer, ich denke, es wäre angebracht, die Wortbedeutungen nachzuschlagen, dann festzustellen, dass eine krankhafte Angst etwas ist, was bestenfalls in klinischen Tests oder psychologischen Experimenten festgestellt werden kann, wenn es der Betroffene nicht für sich in Anspruch nimmt, sodann den Gedanken zu fassen, dass die Bezeichnung “homophob” dann, wenn sie nicht zutrifft, mindestens eine Beleidigung, wahrscheinlich auch eine Verleumdung und somit einen Straftatbestand darstellt und endlich, die Bezeichnung zu entfernen und zu hoffen, dass sich noch kein Anwalt auf den Weg gemacht hat, um mit einer Abmahung leichtes Geld zu verdienen.

Das nächste, was mich an diesem Aufruf besonders negativ berührt hat, ist der erste Satz des zweiten Abschnittes:

“Wir können nicht tolerieren, dass unter dem Deckmantel des Mitgefühls gegenüber Kindern Protagonisten der antifeministischen “Männerrechtsbewegung” eine Plattform geboten wird.”

Da ist er wieder: “Deutsche, kauft nicht bei Juden”. Nur sind die Juden derzeit “Protagonisten der antifeministischen Männerrechtsbewegung”. Und diese Protagonisten können nicht toleriert werden, sie sind erst einmal nur mundtot zu machen. Einerseits sind solche Aussagen einfach nur kindisch, andererseits, und deshalb habe ich den Vergleich mit dem Dritten Reich gewählt, muss man sie ernst nehmen, sind sie doch Ausdruck dessen, was  in der Psychologie und seit Milton Rokeach als Dogmatismus bekannt ist. Dogmatismus beschreibt im Anschluss an die von Adorno und seinen Mitarbeitern benutzte F-Skala eine autoritäre Einstellung, die sich durch “closed mindedness” (Borniertheit) auszeichnet. Closed mindedness wiederum basiert auf einer breiten Basis von Unkenntnis und darauf, dass die entsprechenden closed minds nicht einmal im Traum darauf kämen, an einer ihrer schlecht bis gar nicht fundierten, von anderen übernommenen und rein affektiv getragenen Positionen zu zweifeln. Der zitierte Satz drückt diese closed mindedness in geradezu phänotypischer Weise aus.

Hinzu kommt die Verweigerung des Dialogs, die dazu führt, dass aus der closed mindedness eine geschlossene kultische Angelegenheit wird, die nur noch darauf aus ist, Menschen, die als zur Gegenseite gehörig wahrgenommen werden, zu schaden. Sie zu diskreditieren. Sie mit Adjektiven zu brandmarken. Ihnen die Menschlichkeit abzusprechen. Sie zu Aussätzigen zu erklären, mit denen man nicht spricht und bei denen Deustche nicht einkaufen. Die Übereinstimmungen zwischen dem Nazi Slogan und dem besprochenen Aufruf sind überdeutlich. Überdeutlich ist auch der Urheber des Aufrufs, der entweder die Wikipedia intim kennt und nutzt, um dort die Diffamierungen, die sich im Beitrag zu Gerhard Amendt finden, wortgenau zu übernehmen oder derjenige ist, der die entsprechenden Beiträge zu verantworten hat. Für letztere Annahme spricht die Wiederkehr unseres alten Bekannten Hinrich Rosenbrock im Aufruf, der genau das Schichsal nimmt, das ich ihm vor Monaten schon prophezeit habe: Er wird immer dann aus dem Hut gezaubert, wenn jemand Verleumdungen über andere ausgießen will, aber zu feige ist, seinen eigenen Kopf dafür hinzuhalten.

Apropos Kopf hinhalten. Der Aufruf ist von einigen feministischen Organisationen, daruter das Frauenreferat an der Universität Düsseldorf und das Genderreferat AStA FH Düsseldorf unterzeichnet. Beide sind zwar an Universitäten angesiedelt, haben durch die Unterstützung dieses Aufrufs aber deutlich gemacht, dass sie nicht einmal im Ansatz eine Idee davon haben, was universitärer Geist eigentlich ist oder dass sie keinen Wert darauf legen und ihn ganz bewusst mit Füssen treten. Sie wollen Diskussion, Auseinandersetzung und alles, was ihnen ideologisch nicht passt, unterbinden und haben entsprechend nichts an Universitäten verloren. Ich fordere daher die Universität Düsseldorf und die Fachhochschule Düsseldorf auf, die Finanzierung dieser wissenschaftsfeindlichen und die Meinungsfreiheit unterdrücken wollenden Organisationen einzustellen. Wer sich dieser Forderung anschließen will, kann mir eine Email schreiben.

Michael Klein
Dr. habil. Heike Diefenbach
Dr. Frank Münster
Holger Sulz
Stefan Trost
Klaus Ketterer

Klaus Ketterer hat zu seiner Unterstützung Folgendes geschrieben:

“Mit vehementer Zustimmung schließe ich mich Ihrem Aufruf an, die offenkundig von antidemokratischem und sexistischem Geist beherrschten Institutionen der FH Düsseldorf (hier: das AStA Genderreferat) und der Universität Düsseldorf (dort: das Frauenreferat) nicht mehr mit öffentlichen Geldern zu unterstützen, da deren Forderungen ganz offenkundig den Grundwerten unserer Verfassung und dem demokratischen Geist überhaupt zuwider laufen. Als vernunftbegabter und mit eigenständigem Denkvermögen ausgestatteter Mensch kann man nur „antifeministisch“ und „antimaskulinistisch“ sein, also „anti-sexistisch“ denken. Ich kenne Eckhard Kuhla und Prof. Amendt persönlich, und weiß daher, dass ihnen jede Form der oben angesprochenen ideologischen „-ismen“ fern liegt, weil sie im Gegensatz zu ihren Kritikern durch ihre Intelligenz an solchen Denkschemata gehindert werden. Wie stellt sich übrigens das Männerreferat der Universität Düsseldorf (dessen Existenz ich im Geiste der Geschlechter-Gleichberechtigung einmal unterstelle) und die Leitung der Universität Düsseldorf zu der antidemokratischen Hetze des dortigen Frauenreferats?”

Bildnachweis
Tapfer im Nirgendwo
RLV

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... concerned with and about science

28 Responses to Alles schon mal da gewesen

  1. Für solche Lichtgestalten wie Kemper wird man bald eine staatliche Abwrackprämie einführen.

  2. Sehr geehrter Herr Klein,
    das ganze kann man auch wesentlich kürzer sagen:
    “Was trifft, trifft auch zu!”
    Wenn der Kongress also als reaktionär, homophob und rechtsextrem bezeichnet wird,
    dann bedeutet das nur eins, der Konkress ist auf der richtigen Fährte.
    Ich würde der Gegenseite gerne Raum geben sich selbst zu offenbaren und zu demontieren.

    Den Konkressplanern und -teilnehmern
    sage ich Kopf hoch, Eure Arbeit tut Wirkung
    mit besten Grüßen
    Manfred Worm Schäfer

  3. jck5000 says:

    Nachdem Sie das Dritte-Reich-Fass schon aufgemacht haben;

    Man kann sich mit dem [Feminismus] geistig nicht auseinandersetzen, weil er ungeistig ist. Es ist falsch, wenn man von einer [feministischen] Weltanschauung spricht, denn wenn es diese gäbe, müßte man versuchen, sie mit geistigen Mitteln zu beweisen oder zu bekämpfen – die Wirklichkeit aber bietet uns ein völlig anderes Bild: schon in ihrem ersten Keim war diese Bewegung auf den Betrug des Mitmenschen angewiesen, schon damals war sie im Innersten verfault und konnte sich nur durch die stete Lüge retten.*

    Das geht dann übrigens weiter mit “flüchtete die deutsche Intelligenz in ein Kellerloch, um dort als Nachtschattengewächs, dem Licht und der Sonne verborgen, allmählich zu ersticken”, und dann werden die wirklichen Grausamkeiten angesprchen. Aber ich habe noch ein klein bischen Hoffnung, dass die heutigen feministische Strukturen nicht so schlimm werden wie die faschistischen damals; auch dank Menschen wie Ihnen, Herr Klein – in diesem Sinne hoffe ich auch, dass mir die Geschwister Scholl und der Rest der “Weißen Rose” nicht böse wären für die Anleihe. Und da der Feminsmus als totalitäre und autoritäre Bewegung meines Erachtens faschistisch ist, hoffe ich noch mehr, für meine antifaschistische “Ketzerei” nicht so zu enden wie die eben genannten für ihre.

    ___________________
    *: [ ] zeigt eine Wortersetzung. Quelle des Originaltexts: http://bit.ly/RMRLFm

    • “Und da der Feminsmus als totalitäre und autoritäre Bewegung meines Erachtens faschistisch ist, hoffe ich noch mehr, für meine antifaschistische “Ketzerei” nicht so zu enden wie die eben genannten für ihre.”

      Wenn man erst einmal anfängt, die faschistoiden Züge am Feminismus herauszuarbeiten, dann wird man vermutlich nicht mehr so schnell fertig. Ihre Übertragung in den Flugblatttext der Weißen Rose finde ich sehr gelungen! Ich hoffe für Sie, dass die oben zitierte Hoffnung sich nicht als “fromme Hoffnung” herausstellen wird. Angesichts der Armee von Kostgängern, die derzeit bereits vom Staatsfeminismus leben, bin ich eher skeptisch… Noch eine Analogie zum Dritten Reich, in dem sich die herrschende Ideologie zum Arbeitgeber für ansonsten arbeitslose Agitatoren aus der Mittelschicht aufgeschwungen hat. Uns zeigt man heute natürlich die Bilder von der SA, die auf den Strassen für Randale gesorgt hat, aber die SA-Männer waren nicht diejenigen, die das System aufrechterhalten haben, wie jeder, der z.B. Richard J. Evans “The Third Reich in Power” gelesen hat, weiß. Es waren die selben kleinen Beamten, die heute ihre Kreuze in den vorgesehenen Kästchen machen, die selben stummen Professoren, die heute dem Niedergang ihrer Universitäten zusehen, dieselben Politiker, die eben mal eine kleine Regelung mit großen Folgen erlassen haben…

  4. Leser says:

    Mich würde es nicht wundern, hätte neben dem Frauenreferat Düsseldorf, auch dieses universitäre Unding seine Finger mit im Spiel:

    http://frauenreferatkoeln.blogsport.de/material/

    Köln und D’dorf liegen nicht weit auseinander und frau lebt sich’s gut in NRW (mit der höchsten Neuverschuldung in Deutschland und einem einzigartigen Emanzipationsministerium …)

    Dieses, pardon, widerliche Gekreische von den sich in die Ecke gedrängten Hühnern wäre lächerlich, peinlich ist es unisono, wäre da nicht die Ernsthaftigkeit und steckte ein pseudoreligiöser Eifer dahinter, der nicht mal mit dem Begriff einer fanatischen Ideologie bezeichnet untertrieben wäre.

    Getroffene und in die Ecke getriebene Tiere beißen wild um sich! Und so mag man es auch bei diesen Paarhufern (w) erkennen können, wenn sie mal die Sau raus lassen …

    Denn wenn man nur noch quieken kann, dann stimmt mit diesen Feministen etwas nicht mehr.

    Alles Gute dem Kongress und meine Gedanken sind bei “400” Trennungskindern pro Tag, die per Gerichtsbeschluss zu Halbwaisen gemacht wurden. 13 Schulklassen, jeden Werktag und die Razors rufen zu Gewalt dagegen auf?

    Na denn: durchhalten.

  5. ReinerH says:

    “Unter dem Feldzeichen des Feminismus marschiert eine Armee, die noch nie auf einen Gegner getroffen ist”, schrieb Michael Klonovsky.

    Kann sich noch jemand an Prof. Michael Bock erinnern? Er schrieb zwei Artikel. Einen zur Häuslichen Gewalt 2003 und dann noch einen für die Kellermann-Stiftung zu „Gender Mainstreaming als totalitäre Steigerung von Frauenpolitik“ 2004, den er auch auf seiner Homepage veröffentlichte.

    Die Uni Mainz setzte ihn unter gehörigen Druck und er entfernte diesen Artikel aus Angst in seiner Arbeit behindert zu werden. Auch sonst hat man seither von ihm nichts mehr zu diesem Themenbereich gehört. Er hat sich anderen Themenbereichen zugewandt.

    Prof. Bock hat noch klein beigegeben, andere tun das nicht mehr. Ich glaube, Klonovsky wird sich revidieren müssen. Ich glaube, der Kampf hat gerade begonnen. Die Braunen sind heute die Roten.

    Gruß, Reiner

  6. Hans gross says:

    Liebe Mitmenschen,
    die Aufforderung, den “Meinungsunterdrückern” den Geldhahn zuzudrehen, halte ich nicht für richtig, denn dann geschieht das, was diese mit ihren Aufrufen versuchen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur weiter, sondern wird in Nischen abgedrängt (würdet Ihr darauf dann noch Bezug nehmen?), nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen und nicht in die geistige Auseinandersetziung einbezogen. So ärgerlich derartige Aufrufe auch sein mögen, sie sind immer Ausdruck von sich formierenden Bewegungen. Frühzeitige Kritik – und Ihr habt das sehr gut hier gemacht – ist angesagt.
    MfG
    Hans Gross

    • Hans Gross,

      wenn man Ihre Argumentation ernst nimmt, dann muss man jeden Fundamentalisten, jeden Extremisten, jeden Terroristen finanzieren, damit er nicht in den Untergrund geht. Daovn abgesehen geht Ihr Argument am Punkt vorbei: An Universitäten geht es darum, Erkenntnisfortschritt in Lehre und Forschung zu erzielen. Dieses Ziel wird mit öffentlichen Mitteln finanziert. Wer sich gegen dieses Ziel stellt, die die beiden feministischen Gruppen, der hat weder an einer Universität noch an einer FH etwas zu suchen und ist auch nicht von FH oder Uni zu finanzieren. Die beiden Gruppen können sich ja an den ESF wenden, der bezahlt jeden Krempel, wenn er feministisch daherkommt oder an sonstige Eingliederungsprogramme für z.B: schwer Erziehbare. An einer Universität und einer FH, ich wiederhole mich gerne, haben beide NICHTS zu suchen und eine Finanzierung beider Gruppen aus universitären Mitteln ist ein Unding!

  7. Ich finde den Nazi-Vergleich falsch und unnötig.

    Man braucht eine Bewegung nicht mit den Nazis zu vergleichen, um ihre teilweise totalitären Ausprägungen zu charakterisieren. Schließlich gibt es dafür Begriffe. Im Beitrag ist entsprechend Adorno zum autoritären Charakter zitiert worden. Es genügt, solche totalitären Momente nachzuweisen. Das ist nicht schwer. Der Protestaufruf impliziert, dass die Initiatoren auf der Seite des Guten stehen, während sie gegen das absolut Böse antreten (“homophob, reaktionär, antifeministisch”). Gut gegen Böse in dieser strengen Dichotomie entpersönlicht die Gegner. Diese sind nur noch Schemen, keine Individuen mehr, eben nur noch eindimensionale Vertreter völlig verwerflicher Interessen und Haltungen. Deshalb müsse man auch nicht mit denen reden, sondern ihnen das Wort qua Protest verbieten. Die Entpersönlichung von Gegnern ist ein Schritt hin, Gewalt und Militanz ihm gegenüber zu legitimieren. Schließlich wird er nicht mehr als leidensfähiger Mensch wahrgenommen. Usw.

    Aber ein Nazivergleich klingt eben doch sehr nach Diffamierung, ganz gleich, was damit nun genau beabsichtigt worden ist. Ein Nazivergleich zieht eine Skandalisierung nach sich: Ein Vergleich mit dem gemeinhin anerkannt absolut Schlechten lässt sich kaum einer gefallen. Davon abgesehen provoziert der Nazivergleich vorrangig Emotionen.

    Die Frage ist, ob er auch sachlich zutrifft. Ich habe da meinen Zweifel. Schließlich ist das Totalitäre kaum nur im Gewande der Nazis in Deutschland aufgetreten. Es gäbe vermutlich triftigere historische Vergleiche. Aber was gewinnt man überdies durch einen solchen Vergleich eigentlich? Neue Erkenntnisse eigentlich nicht, die bekommt man durch eine Analyse der Rhetorik solcher Aufrufe.

    • Herr Lohmann,

      Ihre Argumentation geht am Punkt vorbei, aber lassen Sie mich zunächst fragen: Warum kein Vergleich mit dem Dritten Reich? Was ist daran so schlimm? Wir wollen doch ständig aus der Geschichte lernen und wie sollte man das anders als durch den Vergleich? Übrigens kommt Adornos autoritäre Persönlichkeit ja auch nicht von irgendwo her sondern ist eine Auseinandersetzung mit eben jenem Dritten Reich, mit dem Sie keinen Vergleich wünschen. It begs the question…
      Davon abgesehen habe ich eine Analogie aufgezeigt. Wenn Sie denken, der Vergleich mit dem Dritten Reich ist falsch, dann müssen Sie zeigen, dass meine Analogie nicht zutrifft. Und dann noch ein Punkt zur Diffamierung. Eigentlich ist das ganz einfach: Wenn ich behaupte, dass X ein Meuchelmörder ist, dann ist das eine wahre Aussagen, wenn X ein Meuchelmörder ist und eine Diffamierung, wenn er kein Meuchelmörder ist.

      • Wie ich schon sagte, glaube ich, dass ein Nazi-Vergleich zunächst Emotionen provoziert: Empörung. Zunächst steht nicht die Analogie im Vordergrund, sondern die moralische Bewertung des Nazismus. Damit meine ich nicht Sie, sondern ich meine die allgemeine Wahrnehmung eines Nazivergleiches. Die Frage ist auch nicht, ob der Vergleich eine Diffamierung ist oder nicht, de facto, sondern ob er so verstanden wird. Ich meine: die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch. Man könnte es auch mit Goodwins Law kürzerfassen. Die Diskussion emotionalisiert sich oft genug, sobald das Wort “Nazi” fällt. Und darauf bezieht sich auch mein Einwand. Diese Emotionalisierung ließe sich vermeiden.

        Als Analogie ist der Vergleich natürlich in Ordnung. An sich, als Methode. Damit sie funktioniert, muss sie als Methode und nichts mehr auch wahrgenommen werden können. Das liegt natürlich auch in der Verantwortung der Rezipienten und nicht nur des Vergleichenden.

        Von der Sache her würde ich bei dem Protestaufruf eher in Richtung Stalinismus denken. Warum? Für die Nazis genügte das Ressentiment, um Stimmung gegen die Juden zu machen. Der Stalinismus hingegen behauptete, eine wissenschaftliche Lehre zu besitzen, die ihn legitimierte. Das glaubt ein gewisser Teil des radikalen Feminismus auch. Da bestehen Traditionslinien.

        Aber wichtiger ist mir einfach eine Versachlichung der Kritik, eben eine Analyse. Und dazu sagte ich schon: Diese braucht die Analogie zu historischen Totalitarismen nicht, um zu beschreiben, wie solche Denkmuster funktionieren. Die Analogie zeigt bloß auf, dass es böse enden kann. Aber letztlich muss der historische Vergleichsfall auch in seinen Strukturen erst beschrieben werden, um ihn zu erklären. Die Erklärung der Funktionsweise ist daher wichtiger und erkenntnisreicher als der Vergleich.

        • Einerseits argumentieren Sie mit Emotionen, die die Wirkung von Vergleichen beeinträchtigen sollen, und betonen, dass Vergleiche wichtig sind, aber im Hinblick auf Ihre Wirkung “temperiert” werden müssen, andererseits wollen Sie Vergleiche gleich ganz lassen und eine sachlich-rationale Analyse anhand der Items der F-Skala vornehmen. Das ist ein Widerspruch, aber mehr noch:

          Die Denkmuster sind im Text anhand von Rokeach beschrieben. Es sind eigentlich keine Denkmuster, es sind Denkstrukturen, verhärtete Strukturen, die den Inhaber davor “schützen”, die Welt, wie sie ist, wahrzunehmen. Angesichts dieser Denkstrukturen scheint mir Ihr Versuch, mit rationaler Argumentation zu punkten, gescheitert noch ehe er unternommen wurde. Dies beschreibt die erste Gruppe von Lesern dieses posts, die Aufrufer. Die nächste Gruppe, sind Leser, die emotional reagieren und alles fallen lassen, wenn Sie “Drittes Reich” hören. Ich weiß nicht wie viele das sind, aber wer emotional reagiert, reagiert emotional, egal, was man ihm sagt. Und wenn es nicht der Vergleich mit dem Dritten Reich ist, der erregt, dann ist es etwas anderes, wieder sind diese Leute nicht mit Argumenten zu erreichen. Und dann ist da die aus meiner Sicht größte Gruppe von Lesern, die rationalen Argumenten, begründeten Analogien, zugänglich sind und in der Lage sind, sich ein eigenes Bild zu machen. Lange Rede, kurzer Sinn, ich halte nichts davon, im Vorfeld zu kalkulieren, wer, wie, wo, warum und wann auf was auch immer reagieren könnte. The truth will come out .. crawl its way through the sands of deception … wie ein weißer Navajo einmal gesagt hat. Und die Wahrheit ist, dass sich die vermeintlich “linken” Agitatoren, die sich auf moralischer Höhe sehen und doch mit einer geistigen Borniertheit geschlagen sind, die Adorno kaum für möglich gehalten hätte, sich in nichts von denen unterscheiden, die sie eigentlich als ihre politischen Feinde ansehen. Das werde ich, wenn es sein muss, bis zum St. Nimmerleinstag schreiben: In Methode, geistiger Fähigkeit und vor allem in ihrem Menschenhass gibt es zwischen diesen “Linken” und den “Rechten” aus der Weimarer Republik keinen Unterschied. Dass sie denken, sie hätten andere Inhalte, ändert daran nichts.

        • “Angesichts dieser Denkstrukturen scheint mir Ihr Versuch, mit rationaler Argumentation zu punkten, gescheitert noch ehe er unternommen wurde.”

          Da haben Sie mich aber missverstanden. Ich glaube auch nicht daran, dass ich die Aufrufer durch eine rationale Analyse ihrer Denkstruktur zur Einsicht bewegen könnte. Mein Interesse an der rationalen Analyse gilt eher im Hinblick auf diejenigen, die solche Vorgängen durchschauen wollen und auch müssen, wo diese Dinge ihre eigenen Interessen berühren.

        • Herr Lohmann

          Ich finde den Nazi-Vergleich falsch und unnötig.

          Man braucht eine Bewegung nicht mit den Nazis zu vergleichen, um ihre teilweise totalitären Ausprägungen zu charakterisieren. Schließlich gibt es dafür Begriffe. Im Beitrag ist entsprechend Adorno zum autoritären Charakter zitiert worden.

          Wieso ist ein Nazivergleich falsch? Ich finde ihn vollkommen richtig.

          Er eignet sich vor allem deshalb, weil das totalitäre Wesen hier besonders plastisch zum Ausdruck kommt und weil der Faschismus nicht über fünf Ecken noch irgendwie als auch positiv aufgefaßt wird, wie es in bezug auf den Kommunismus zutrifft.

          Entscheidend ist, ob der Vergleich auf symbolisch-struktureller Ebene zutrifft.

          Wenn der Vergleich sachlich und argumentativ ausgeführt wird, ist er in Ordnung.

          Es ist eine andere Frage, ob man aus pragmatischen Gründen, mit solchen Vergleichen sparsam umgeht, weil die Öffentlichkeit noch in einem quasi debilen Zustand in bezug auf den Feminismus ist.

          Ich bin selbst immer schockierter, was für Ausmaße der feministische Fremdenhaß mittlerweile annimmt. Meinetwegen dürfen die uns ja ruhig hassen. Aber das Niveau und die völlige Irrationalität, die nun zum Vorschein kommen, finde ich fast schon irreal.

          Es ist schon ein bißchen wie eine Zeitreise ins zwölfjährige Reich.

        • @ Captain Kirk

          Ich sehe darin keine Zeitreise ins Nazi-Reich, schon deswegen, weil die Damen und Herren Aufrufer bislang keine KZs gebaut haben und keine Prügeltruppen losschicken gegen Leute, die ihnen nicht passen. Sie haben auch noch nicht Leute zu Tode gehetzt oder in Serie ermordet, wie es einige gegenwärtige Nazis getan haben. Deshalb scheint mir der Nazi-Vergleich sachlich einfach falsch zu sein. Er ist mir zu undifferenziert.

          Wer vergleicht, sollte neben den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede aufzeigen.

          Bevor jetzt das Missverständnis aufkommt, ich wolle hier meine ungefähren Gesinnungsgenossen verteidigen: Ich mag die einseitige Einordnung von “rechts” wirkenden Menschen in die Nazi-Ecke genauso wenig. Es ist sachfremd, es ist diffamierend, es schafft zusätzliche Fronten. Ich mag generell Schablonen nicht, die zu schnell ganze Gruppen von Menschen mit einem vereinheitlichendem Etikett versehen, vor allem, wenn das dann auch noch moralisch aufgeladen ist wie im Falle des Etiketts “Nazi”.

          Mit dem Wort “Nazi” verbunden ist auch ein vermeintlicher Handlungsbedarf: Das Böse an sich schickt sich an, nach der Macht zu greifen, die Katastrophe stünde also unmittelbar bevor. Derartige Dramatisierungen lassen die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung solcher Phänomene verschwinden: Wie gefährlich sind solche Truppenteile wirklich, wieviel Resonanz und Wirkung haben sie überhaupt? Nimmt man mal die mit “Nazi” verbundene Empörung raus, könnte es sich herausstellen, dass man hier ein Randphänomen zu einer Riesengefahr aufgeblasen hat. Das betrifft jetzt sozusagen “Nazis” sowohl rechts als auch links 😉

          Nun bin ich mir nicht sicher, wie ich solche Aufrufe wie oben besprochen einstufen muss. Vom Tonfall sind sie totalitär. Studentenvertretungen freilich sind eigentlich eher Randerscheinungen. Nach meinem Eindruck interessiert sich die überwiegende Mehrheit der Studierenden nicht für die Mission dieser Aktivisten. Die oben zitierten Aufrufer sind womöglich schlicht Sektierer ohne größeren Einfluss.

          Auf der anderen Seite gab es natürlich schon Gewalt gegen Feminismuskritiker. Das ist unakzeptabel. Und es gibt in der Breite eben auch kaum Kritik. In der Öffentlichkeit ist der Feminismus schon dominant und bestimmt darüber, was gesagt wird und was als verwerflich skandalisiert wird. Dahinter steckt ebenfalls die schlichte Gut/Böse-Einteilung, die es den Vertretern des vermeintlich Guten erlaubt, unnachsichtig gegen über den “Bösen” zu sein. Ich mag mich täuschen, aber es schwingt immer Furcht mit, wenn über den Feminismus gesprochen wird (nicht hier, aber dort, wo er Politik geworden ist): Männer schütteln privat den Kopf, aber öffentlich schweigen sie. Und darin sehe ich keine Randerscheinung.

        • Hallo Herr Lohmann,

          ich habe die Wörter strukturell-symbolisch gebraucht. Damit ist alles zu Ihrer Kritik gesagt.

          Und ich habe ebenfalls gesagt, daß man auf pragmatischer Ebene sorgsam mit Nazivergleichen umgehen muß – nicht weil sie nicht zuträfen, sondern weil man sich damit möglicherweise selbst in die Parade fährt.

          Ich bin mit Herrn Kleins Nazivergleich sehr einverstanden. Die NS-Diktatur eignet sich sehr gut, um die Perversität heutiger Ideologien aufzuzeigen, gerade weil diese Diktatur solch ein Extremfall und so plastisch ist.

          Ich habe auch schon häufig bei mir Nazivergleiche angestellt. Siehe z.B. hier:

          Trolle machten schon Nazis das Leben schwer!

          Es behauptet im übrigen auch niemand, daß Feminismus auch nur ansatzweise vergleichbar mit der NS-Diktatur wäre, was deren Konsequenzen anbelangt. Es geht wie gesagt um allgemeine Muster, anhand derer auf einfache Weise die Perversität des Feminismus aufgezeigt werden kann. Die NS-Diktatur ist hier einfach ein sehr willkommenes Extrembeispiel.

  8. Michel Houellebecq says:

    Gut, Meinungsvielfalt ist aber auch etwas unangenehmes: Dagegen gilt es mit aller Entschiedenheit vorzugehen! Wobei die zum Widerstand aufrufenden Kreise ihren Weckruf wahrscheinlich bereits auf indymedia.org publiziert haben, was im Allgemeinen einen multiplizierenden Effekt hat: Da dürften sich plötzlich auch Personen, die mit der Haltung der Aufrufenden im Grunde genommen direkt gar nichts zu tun haben, angesprochen fühlen: Hauptsache Äktschn’, Ton, Steine, Scherben und so Zeugs, gegen den bösen Kapitalismus, das Patriarchat, die heteronormative Gesellschaft, den Klimawandel, Autos, Ölheizungen, Konzerne, Banken, Hedge Funds und so, what ever: Mach kaputt, was dich kaputt macht! Und danach noch n’ bisschen Pott rauchen und vom Weltfrieden schwärmen, was denn sonst?

  9. Bernhard Lassahn says:

    Lieber Michael!

    Hatten wir in der Tat schon, nicht nur 1936, auch 1980. Wer den
    Millionenerfolg ‘Der Tod des Märchenprinzen’ von Svende Merian nicht
    gelesen hat, hat vielleicht dennoch das Cover vor Augen: an die Wand
    gesprayt: “Auch hier wohnt ein Frauenfeind” – ein Zitat der Methoden
    der SA, die “Lump” oder “Volksverräter” bei Fackelschein an die Wand
    malten – die Schrift an der Wand eben. Der Feminismus hat schon früh
    mit Nazi-Methoden kokettiert. Man kann sie kaum entschuldigen und so
    tun, als wären sich die Aktivistinnen ihrer Anleihen nicht bewusst –
    weil sie womöglich zu blöd sind. Nicht wahrscheinlich – oder?

    Keine Auseinandersetzung mehr – sondern nur noch Vorverurteilung,
    Stigmatisierung, Demütigung – letztlich: Verurteilung und Vernichtung.
    Oh, Freunde, diese Töne: Es reicht! Die Geduld ist am Ende! Man darf
    ihnen kein Forum geben. Keine Plattform! Sie dürfen gar nicht erst die
    Stimme erheben. Da ist er wieder: der Ruf nach Zensur. Im Netz wird
    einfach gelöscht.

    Damit sind wir bei Wikipedia. Es fällt auf, dass hier jemand die
    berüchtigte “Expertise” der Böll-Stiftung derart gründlich gelesen
    hat, dass fast alles noch mal vorkommt, auch die Klage, dass keine
    Frauen als Redner vorkommen (da Vätern doch eigentlich Frauen sein
    sollen), erinnert an die Figur der “Argumente”: Es werden keine
    Frauenprobleme thematisiert und keine Pro-feministische Positionen
    vertreten: Das ist der Beweis. Dann ist es böse – wer könnte das wohl
    gewesen sein? Es gilt nur eine Meinung – die feministische – jede
    Abweichung davon ist der Feind. Der darf gar nicht erst zu Wort kommen.

    Wikipedia zeigt die Grenzen der Schwarm-Intelligenz, die vor allem
    destruktiv wirken kann: viele, viele Freiwillige können sich über eine
    Doktorarbeit hermachen; jeder findet einen Splitter. Das geht. Doch
    was kann ein Schwarm konstruktiv leisten? Wikipedia ist die Illusion,
    dass es viele, viele gibt, die etwas Gutes wollen und dafür freiwillig
    und ohne Bezahlung arbeiten – nämlich: eine objektive Darstellung
    einer Sache festhalten mit allem Pro und Contra. Wer will das schon?
    Und wie kann der Gute sich durchsetzen gegen Kräfte, die das nicht
    wollen und in der komfortablen Position sind, Beiträge kurzerhand
    löschen zu können. Die sitzen am längeren Hebel. Löschen geht
    schneller, als etwas einzustellen. Und das Engagement für eine
    einseitige Sicht der Dinge ist stärker als ein redlicher,
    wissenschaftlicher Ansatz. Wikipedia ist ein Einladung für Leute, die
    im Fackelschein unter der Oberfläche von Wikipedia Gift spritzen und
    einen privaten Kleinkrieg führen unter dem Deckmantel der vermuteten
    Objektivität und mit dem Segen der Massen.

    So verschwinden immer wieder Artikel bei Wikipedia: über die so
    genannten Männerrechtler, oder aber kritische Stimmen zum
    Sprachfeminismus und zum Binnen-I, über häusliche Gewalt, über die
    Quote, über Passivrauchen und den Klimawandel. Kein Forum zulassen,
    verbieten, löschen … so machen die das.

    Phhh!
    Bernhard

  10. Mo says:

    Werter Herr Klein,
    wissen Sie, warum ich Ihre Artikel so gerne lese?
    Nein, natürlich nicht. Das wird Sie wahrscheinlich auch nicht unbedingt interessieren. Ich schreibe es Ihnen trotzdem:
    Anhand Ihrer Artikel stelle ich immer wieder fest, wie niedrig meine Messlatte der Akzeptanz doch liegt – und wie hoch die Ihre doch ist.
    Während Sie im geschildertem Fall sogleich zu einer Gegenoffensive aufrufen, plädiere ich eher dafür, Ruhe zu bewahren und das Geschehen seinen Lauf nehmen zu lassen, sprich, also tatenlos zuzusehen, gegebenenfalls sogar zuzusehen, wie Unrecht propagiert wird.
    Darum lese ich Ihre Artikel so gerne, weil die Anlässe für Empörung so allgegenwärtig sind, dass ich sie mitunter ohne Ihre Artikel vergessen würde. 😉

  11. qed says:

    ‘ReinerH’, Prof. Bock ist damals sogar vom FDP- Justizminister des Landes Rheinland- Pfalz, Herbert Mertin, zum sofortigen Stop seiner Aktivitäten unter Androhung dienstrechtlicher Konsequenzen aufgefordert worden. Prof. Bock ist dem gefolgt wegen seiner erheblich angegriffenen Gesundheit. Wie zu erwarten ist in einer sozialistisch- feministischen Despotie, sind dem sauberen Herrn hohe Ehren zuteil geworden: er ist jetzt Mitglied im deutschen Ethikrat und befindet sich da in bester Gesellschaft, z.B. Herrn Hubers, der ehemals obersten Protestunte, die diese Sekte so richtig femizentristisch umpolte und nun der Göttin dient.

    Wunderbar auf den Punkt gebracht, Herr
    Houellebecq! Eins haben Sie noch vergessen, wonach unserem halbakademischen Lumpenproletariat aka Kulturmarxisten als Lohn für seine politische Korrektheit voll der Sinn steht:
    “Bedingungsloses Grundeinkommen”

  12. Robin Urban says:

    Sie schreiben über mundtot-machen und Diskussionskultur? Absolut lächerlich, wenn man bedenkt, wie Sie die Freischaltung der Kommentare hier handhaben. Glashaus, Stein und so?

    Das nur als Appell an Sie, sich mal an die eigene Nase zu fassen, denn ich rechne gar nicht damit, freigeschaltet zu werden. Und eigentlich auch nicht damit, dass der Appell fruchtet.

    Suchen Sie sich bitte einen anderen Namen für Ihren Blog. Das Wort “Wissenschaft” suggeriert eine Seriösität und Sachlichkeit, die Ihre Beiträge missen lassen.

    • Nur zur Erläuterung: Da es sich hier um ein Wissenschaftsblog handelt, nehme ich mir die Freiheit, nicht jeden Unsinn freizuschalten. Wie Sie sehen, habe ich bei Ihnen gerade eine Ausnahme gemacht.

      • Robin Urban says:

        Und die Uni Trier hat Herrn van Crefeld ausgeladen, weil der nur Unsinn erzählt hat. Wo ist jetzt genau der Unterschied?

        • Welche Antwort erwarten Sie auf eine solche, soll ich sagen Aussage? Offensichtlich ist die Frage, ob etwas Unsinn ist oder nicht eine Frage der Kriterien. Ihre Aussage, nach der Creveld (übrigens mit “v”) Unsinn erzählt, wäre noch zu belegen, während die Kriterien, nach denen ich Kommentare nicht freischalte, jedem, der das Grundsatzprogramm gelesen hat, bekannt sein sollten. Daher, nachdem Sie hier zwei Freischüsse hatten, bitte ab jetzt nur noch Kommentare mit Substanz, d.h. Aussagen, die belegt sind oder doch zumindest einen nachvollziehbaren Inhalt haben, der – kleiner Tipp – mehr sein muss als die Verbalisierung eines Gefühls oder eines Eindrucks.

  13. Pingback: Gleichschaltung beginnt in den Schulen « Kritische Wissenschaft – critical science

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