EU will Arbeitsmarkt für Asylbewerber öffnen

arbeitsagenturDie Arbeitslosigkeit in der EU ist auch im April 2013 im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Derzeit sind EU-weit 26.588 Millionen Menschen in der EU arbeitslos. Im Vergleich zum März 2013 ist dies ein Zuwachs von 1.673.000 Arbeitslosen. Gleichzeitig blickt die EU auf eine große Zahl unbesetzter Stellen. Die “Job Vacancy Rate”, die die Anzahl der unbesetzten Stellen auf die Anzahl der besetzten und unbesetzten Stellen prozentuiert, liegt EU-weit bei 1,5% (das entspricht ungefähr 2 Millionen offenen Stellen), in Deutschland mit 2,6% deutlich darüber. Mit anderen Worten: Es gibt nicht nur viele Arbeitslose in der EU, es gibt auch eine große Zahl unbesetzter Stellen.

Nun würde man erwarten, dass Arbeitslose mobil sind und sich nach einem Arbeitsplatz umsehen, selbst wenn derselbe mehrere hundert Kilometer von ihrem derzeitigen Wohnsitz entfernt ist, selbst wenn er in einem anderen Land der Europäischen Union liegt. Diese Mobilität des Faktors Arbeit sagt zumindest die reine ökonomische Lehre voraus und diese Hoffnung, dass Arbeiter zu den Arbeitsplätzen kommen, weil die Arbeiter im Vergleich zu den Arbeitsplätzen mobiler sind, hat die Harmonisierung des Binnenarbeitsmarkts und die Freizügigkeitsregelungen innerhalb der EU getrieben. Die Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Die Arbeitsplätze bleiben ungefüllt und die meisten Arbeitslosen bleiben stationär.

PissaridesDass Arbeitslose stationär bleiben, hat damit zu tun, dass es keine Notwendigkeit für Arbeitslose gibt, mobil zu sein. Die Transferzahlungen des Staates in Form von Arbeitslosengeld und Hartz IV machen die Immobilität möglich. Es mag sein, dass man von diesen Transferzahlungen nicht üppig leben kann, aber doch offensichtlich so gut, dass man es nicht notwendig hat, die eigene Situation durch Mobilität zu verbessern. Dies kann man mit Sicherheit und post-hoc feststellen, denn wäre dem nicht so, Arbeitslose wären mobil.

Die Immobilität von Arbeitslosen, die durch den Sozialstaat begünstigt, wenn nicht befördert wird, ist für Gewerkschaften natürlich von Nutzen, gibt sie den Gewerkschaftsfunktionären doch die Möglichkeit, die Arbeitslosen als Beleg für die Schlechtigkeit “des Kapitals” anzuführen und gleichzeitig die eigene Verantwortung dafür zu leugnen, dass Arbeitslose arbeitlos bleiben, weil gewerkschaftliche Tarifpolitik die Möglichkeit für z.B. ungelernte Arbeiter auf gering bezahlten Stellen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden, weitgehend vernichtet. Aber das nur nebenbei.

Eu KOmmissionDie Immobilität von Arbeitslosen hat zudem die Konsequenz, dass Stellen, die nicht zu den Arbeitslosen getragen werden können, unbesetzt bleiben und entsprechend ein wirtschaftlicher Schaden, zuerst für die betroffenen Unternehmen, dann für die gesamte Gesellschaft entsteht. Deshalb müht sich die EU-Kommission darum (ja, ich schreibe hier einmal etwas Positives über die EU), arbeitswillige mobile Arbeitskräfte zu den offenen Stellen zu bringen. Dies ist um so wichtiger, als der Mangel an Fachkräften vor allem im IT-Bereich und bei Ingenieuren sich einerseits massiv auf das zukünftige Wachstum und damit die Chancen, der Arbeitslosigkeit in Europa Herr zu werden, auswirkt, andererseits eine alternde Bevölkerung und ein Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter über kurz oder lang dazu führen wird, dass die Menge der unbesetzten Stellen wachsen wird – und haben Unternehmen Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen, dann wandern sie ab, sofern möglich, oder schließen, wenn ein Abwandern nicht möglich ist.

Das neustes Steinchen im Mosaik der Wettbewerbsfähigkeit, an dem die EU-Kommission bastelt, wurde gerade im Rahmen des 4th Annual Report on Immigration and Asylum (2012) vom 17. Juni 2013 gelegt. Die Ergebnisse des Reports, der wieder einmal zeigt, dass die EU für Fachkräfte aus Übersee, aus Indien oder Asien nicht sonderlich attraktiv ist (im Report hat dies die folgende euphemistische Formulierung gefunden: “The EU has increasingly to compete with, for example Canada, the US and Switzerland, to attract talent”), haben die EU-Kommission dazu veranlasst, die Mitgliedsstaaten zu einer zukunftsorientierten Migrationspolitik aufzurufen.

Dieser Aufruf umfasst zum einen die alten Hüte, die bereits in der Vergangenheit ihren Niederschlag in der Blue Card Directive gefunden haben, mit der es Unternehmen erleichtert werden soll, Fachkräfte aus Drittstaaten anzuwerben und mit der es diesen Fachkräften erleichtert werden soll, in die EU einzureisen, sich in der EU niederzulassen, in der EU zu arbeiten und zu leben. Zum anderen hat sich die EU etwas Neues einfallen lassen, das aufgrund seiner Trivialität fast schon als revolutionär zu bezeichnen ist.

Den verantwortlichen Mitgliedern der EU-Kommission ist nämlich aufgefallen, dass in der EU bereits eine große Anzahl von Fachkräften lebt, oftmals hochgebildete Fachkräfte, wie Ärzte, Computerspezialisten, Mathematiker uvm., die gewöhnlich als Asylbewerber oder Geduldete geführt werden. Allein im Jahre 2011 haben rund 330.000 Personen in der EU um Asyl nachgesucht. Tun sie dies in Deutschland, dann werden sie in einem entsprechenden Heim geparkt und harren dort oft jahrelang oder jahrzehntelang aus, bis es einem Verwaltungsrichter einfällt, dass er ein Asylverfahren ansetzen könnte.

AsylbewerberheimAsylbewerber sind eine positive Selektion ihrer Ursprungsgesellschaften, das ist weithin bekannt (Brücker, 2012). Sie haben als Migrant ihre Mobilität bewiesen. Sie sind zumeist vor ihrem Staat geflüchtet, um sich in einem anderen Land eine Existenz aufzubauen, haben entsprechend eine hohe Arbeitsmotivation, kurz: die meisten Asylbewerber haben alles, was einen Arbeitgeber glücklich macht. Nur eines haben sie nicht: eine Arbeitserlaubnis. Entsprechend verfällt ihr Humankapital, ihre Motivation wird nach drei Jahren auf 10 Quadratmetern mit einem Zimmergenossen im Asylbewerberheim auch nicht mehr die beste sein. Diesem Raubbau an Humankapital will die EU-Kommission nun ein Ende setzen und die Formulierung, die Cecilia Malmström, Kommissar für EU-Innenpolitik dazu gefunden hat, steht dem oben zitierten Euphemismus in nichts nach:

“We are about to establish a common European asylum system that ensures protection of and solidarity with the most vulnerable ones. Many of these people are highly skilled and must be given the possibility to realize their full potential in their new countries”.

Dies sind zumindest neue Töne aus Brüssel, und man darf gespannt sein, mit welcher Reaktion dieser Vorstoß in Deutschland aufgenommen wird. Ich halte schon jetzt die Wette, dass von Gewerkschaften und von all denjenigen, die sich angeblich so sehr um Arbeitslose kümmern, Widerstand zu erwarten ist. Das Argument, das kommen wird: Aber wir haben doch selbst so viele Arbeitslose. Genau! Und deshalb braucht es jemanden, der den Arbeitslosen, die sich lieber einrichten und darauf warten, dass die Arbeit zu ihnen kommt, in den Hintern tritt, damit sie sich bewegen. Es braucht niemanden, der ihnen jahrzehntelang vorlügt, sie müssten nur warten und alles werde von selbst gut.

Brücker, Herbert (2012). The Labour Market Impact of Immigration and its Policy Consequences. Migration Policy Center MIC.

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein
... concerned with and about science

74 Responses to EU will Arbeitsmarkt für Asylbewerber öffnen

  1. a.behrens says:

    Hallo,

    es gibt für den Fakt “gleichzeitig Arbeitslose und offene Arbeitsplätze” eine ganz einfache Erklärung: Die Suche nach einem Arbeitsplatz dauert Zeit (potentielle Stellen sichten, Unterlagen hinschicken, Gespräch machen). Und auch die Vergabe eines Arbeitsplatzes dauert (mit Gewerkschaft sprechen, innerbetriebliche Ausschreibung, Meldung beim Arbeitsamt + Stellenanzeige, Gespräche und Auswahl).

    Die einfache Angabe der Anzahl offenen Stellen ist daher wenig wert. Was man eigentlich bräuchte ist eine Zeitangabe “wie lange dauert es, bis eine Arbeitsplatz vergeben ist”. Das gleiche auch bei Arbeitslosen “wie lange dauert es, bis jemand einen Arbeitsplatz gefunden hat”. Idealerweise noch etwas aufgeschlüsselt auf Qualifikation und Branche.

    Die Anzahl offener Stellen auf ‘0’ zu bekommen, ist völlig unmöglich. In der IT liegt zum Beispiel die durchschnittliche Verweildauer an einem Arbeitplatz bei rund 2 Jahren. D.h. im Schnitt wechselt jeder ITler alle 24 Monate seinen Arbeitplatz. Nimmt man an, dass der Platz innerhalb von 1 Monat neu vergeben wird und der ITler ebenfalls innerhalb von 1 Monat einen neuen Job findet, entsteht durch dieses einfache Arbeitsplatzwechseln eine Arbeitslosenquote von rund 4% und eine Quote von unbesetzten Stellen von ebenfalls rund 4%.

    Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass die Suche nach einem passenden Angestellten 2-4 Monate dauert.

    Eine Anzahl von offenen Stellen von gerade mal 1,5% bedeutet für mich eigentlich das genaue Gegenteil wie von Ihnen angenommen. Wenn Stellen so schnell geschlossen werden, dann sind Arbeitnehmer offensichtlich bereit jede Bedingung zu akzeptieren. Arbeitnehmer befinden sich also in einer extrem schlechten Verhandlungssituation.

    Die Annahme der unwilligen Arbeitnehmer mag für Deutschland zutreffen (hier dauert es ja auch länger einen Arbeitsplatz zu besetzen), nicht aber für die Südländer. Dort gibt es kein Sozialnetz wie in Deutschland.

    Viele Grüße

    • Hallo A.Behrens,

      Deine Argumentation bezieht sich auf die NAIRU (Natural Rate of Unemployment). Wir bewegen uns bei der Arbeitslosigkeit aber oberhalb von dem, was man mit NAIRU argumentieren kann und angesichts der Anzahl der Langzeitarbeitslosen und angesichts der Anzahl der dauerhaft offenen Stellen kann man getrost davon ausgehen, dass die offenen Stellen und die Arbeitslosigkeit, die man über NAIRU erklären kann, um einiges geringer sind als das, was wir derzeit vorfinden. Anders formuliert, auch wenn man die Suchkosten und die Informationskosten in Rechnung stellt, bleiben noch Stellen offen, und es bleiben noch Arbeitslose übrig.

      • a.behrens says:

        Hallo,

        Es wird nur eine mittlere Anzahl von offenen Stellen angegeben. Es wird nicht gesagt, dass es die gleichen offenen Stellen sind. Wenn für jede Arbeitsstelle einmal in zehn Jahren nach einem neuen Angestellten gesucht wird und die Suche jeweils 2 Monate dauert, dann sind halt beständig im Mittel 1,5% aller Stellen offen. Das interessiert aber nicht, da eine Besetzung innerhalb von 2 Monaten einfach bedeutet “es wird ganz fix und problemlos jemand eingestellt”.

        Da nicht angegeben wurde, wie lange es dauert bis eine Stelle besetzt wird (und wie lange ein Auswahlverfahren sinnvollerweise dauert kann), kann man in meinen Augen nur sagen: 1,5% ist wenig.

        Die Anzahl offener Stellen sagt außerdem nichts über die notwendige Qualifikation aus. Bevor ich zum Beispiel einen Job in Spanien bekäme, müsste die Anzahl offener Stellen in Spanien so gewaltig werden, dass eine spanische Firma berät wäre deutschsprachge Arbeitnehmer zu beschäftigen. Theoretisch könnte ich zwar auch spanisch lernen, aber das dauert halt etwas. Und parallel müsste ich dann auch noch Lettisch, Polnisch, Tschechisch, Flämisch, Französisch, … lernen, da es da ja auch potenielle Jobs gäbe.

        Daher: Die Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylbewerber wird an der Anzahl offener Stellen nicht viel ändern. Zum einen müssen auch die Asylbewerber die notwendige Qualifikation mitbringen, können sich also nicht überall bewerben, und zum anderen müssen auch Asylbewerber das Auswahlverfahren durchlaufen.

        Viele Grüße

        PS: Mal ganz nüchtern betrachtet muss ich allerdings schon zugeben, dass es in der Umgebung meines Wohnortes eine verblüffende Menge von Jobangeboten gibt. Zwar nur Aushilfsjobs, aber Arbeit ist erstmal Arbeit. Also zumindest für das Ruhrgebiet würde ich behaupten: Wer wirklich einen Job finden will, der findet ihn.

    • Hoschek says:

      Na wunderbar, da wird dann direkt wie in einem Verkaufsgespräch die Vorteile der Zuwanderer gegenüber der Inländer aufgezählt. Sie sind Mobiler und der Inländer nicht motiviert genug um umzuziehen, der Inländer nicht. Haben die Damen und Herren mal darüber nachgedacht warum es so ist?
      Ich meine wenn ich ein Zuwanderer wäre, der Nichts hat, nicht einmal eine vernünftige Bleibe, dann gibt es für mich keinen Grund nicht weit zu reisen um eine Existenz auf zu bauen.
      Wenn ich aber ein Inländer bin, der eine Wohnung hat, eine Familie usw. Dann habe ich eine Verantwortung und Pflicht, dass heißt ich muss die Wohnung kündigen und mit der Familie umziehen und genau da geht es schon los, wer zahlt das ganze? Wohnungskündigungen haben eine 3 monatige Kündigungsfrist, wartet der neue Arbeitgeber so lange? Vor allem wenn er viel schneller jemand anderen haben kann? Zudem ist es ja auch so das wir uns in einer weg werf Gesellschaft im Bereich des Arbeitsmarktes befinden, was bedeutet das der jenige der für die Arbeit umzieht niemals sicher sein kann den Arbeitsplatz zu behalten, aber von ihm ein derartigen Aufwand verlangt wird. Wie schnell muss das Unternehmen unterm Deckmantel wirtschaftsbedingter Kündigung diese wieder entlassen?Also für mich ist das ein völlig verzerrter Webbewerb zu Ungunsten des Inländers, da er Pflichten hat, die hat der Zuwanderer nicht.

      • Aus welchem Jahrhundert stammen Sie eigentlich. Die Asylbewerber, die es sich leisten können, und zwar finanziell leisten können nach Deutschland zu flüchten (Haben Sie eigentliche eine Ahnung was die Überfahrt im maroden Kahn nach Italien kostet), sind in der Regel nicht aus der Lehmhütte geflohen, sondern aus dem eigenen Haus, und haben eine Ausbildung und Karriere hinter sich gelassen – so viel zum Thema, die haben nichts.
        Und jetzt kommen Sie und finden es so furchtbar, dass ein deutscher Mensch seine “Heimat” verlassen muss, nein schlimmer noch, er muss eine Wohnung kündigen und fragt, wer das ganze zahlt (das Arbeitsamt finanziert sogar den Umzug, wer sich informiert, ist klüger…), erst kommt der Anspruch an andere, und dann vielleicht irgendwann die selbständige Sorge um eine eigenständige Existenz, gell! Wie gut, dass es andere gibt, die eigenständig tätig sind, während Sie alle die Hinderungsgründe durchgehen, die sie davon abhalten, mobil zu sein.

        • stefan owert says:

          Der alte Marx, Karl hat die Imperialisierung der Welt durch das Kapital, die man heute verschämt “Globalisierung” nennt (man möchte den marxschen Begriff nicht wiederholen), bereits vor 140 Jahren für den Pöbel beschrieben:
          1. Bedeutungslosigkeit von Grenzen.
          2. Zerfall der Kulturen.
          3. Zerfall der Familien.
          4. Weltweit heimatlos umher vagabundierende Arbeitnehmer auf der Suche nach bezahlter Arbeit.

          Also zukünftig nix mit festem Eigenheim – Wohnmobil ist zukünftig zweckmäßiger….

          • Der alte Karl Marx, Emigrant nach England, war ein glühender Anhänger des “bürgerlichen Kapitalismus”, ohne dessen Erfolg er seine Herrschaft des Proletariats nie zu verwirklichen geglaubt hat.

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        @Hoschek

        Zu dem, was Sie geschrieben haben, gäbe es eine Menge zu sagen, und einiges Wichtiges hat Michael Klein schon geschrieben.

        Anfügen möchte ich noch, dass Sie nicht nur eine völlig falsche Vorstellung von Zuwanderern haben (das hat wie gesagt schon Michael Klein festgestellt), sondern auch davon, welche Rechte und Pflichten Zuwanderer in Europa haben bzw. wie stark unterschiedlich das ist, je nachdem, in welchem Land ein Zuwanderer lebt und welchen Rechts- oder Aufenthaltsstatus er dort hat. Es ist m.E. ziemlich zynisch, Zuwanderer, die z.B. in Deutschland für Jahre und manchmal sogar für Jahrzehnte im Status von Geduldeten leben müssen und sich dementsprechend an den meisten Orten in Deutschland (einige Ausländerbehörden sind kulanter als andere) einer Vielzahl von Barrieren gegenüber der Beteiligung am Arbeitsmarkt gegenübersehen, als Leute ohne Pflichten zu charakterisieren.

        Wenn Sie nicht wollen, dass arbeitslose Inländer pauschal als frei von jedem Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Lebensunterhalt charakterisiert werden, dann wollen Sie sicherlich auch nicht Zuwandere pauschal als im “Webbewerb” bevorteilt und als frei von “Pflichten” darstellen, oder!?

        Zur Frage, wer den arbeitsbedingten Umzug bezahlt: Neben der steuerlichen Absetzbarkeit desselben gab und gibt es Initiativen der Arbeitsämter (oder neudeutsch: “-agenturen”) zur Finanzierung arbeitsbedingter Umzüge, die aber leider keine durchschlagenden Erfolge erzielt haben. Das kann man dann schwerlich anders erklären als durch die Unwilligkeit zumindest eines Teils der Arbeitslosen.

        Aber in einem Punkt haben Sie recht: Die rechtlichen Regelungen in Deutschland wie z.B, die Kündigungsfristen sind alles andere als mobilitätsermutigend. Im Vereinigten Königreich ist ein Monat Kündigungsfrist für eine Wohnung der Standard.

        Und weil die relevanten Regelungen im einzelnen in Europa alles andere als einheitlich sind bzw. gehandhabt warden, ist es in der Tat sehr fragwürdig, wie man sich eine gesamteuropäische Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylbewerber (oder -berechtigte oder wen jetzt genau? da fängt es schon an…) vorzustellen hat.

  2. s.Braun says:

    Ich komme nur auf das erste Drittel des Artikels zu sprechen : In industriell schlecht frequentierten Gebieten ist es so und so üblich weite Strecken bis zu 100 Km und mehr einfach in Kauf zu nehmen. Sollen Leute, die jetzt arbeitslos geworden sind Haus und Hof verkaufen, bzw. ihre Wohnung aufkündigen und der Arbeit hinterherreisen ? Freundeskreis, Schulwechsel für die kinder – möglicherweise in einem anderen EU land ? Wir sind seit der Völkerwanderung vor rund 1700 Jahren ein sesshaftes Volk, das Nomadenleben liegt uns nicht. Da müßen andere Lösungen her .

    • Da müßen andere Lösungen her .

      Und welche Lösungen wären das?

      • Denkender says:

        “Und welche Lösungen wären das?”

        Zum Beispiel keine Subventionen und Anreize aus deutschen Steuergeldern (die ja eigentlich sonst nur für H4 verschwendet werden) für Firmen die ihre Arbeitsplätze aus gesetzlichen Gründen (Umweltschutz) und bessere Ausbeutung der Arbeiter (keine Arbeits- und Gesundheitsvorschriften) und niedrigere Löhne (weil die Steuern und Lebenshaltungskosten niedriger sind) ins Ausland verlagern.

        • Und wo hätte das einen Effekt auf die Arbeitsplätze vor Ort, denn darum ging es letztlich.

          Übrigens gehen derzeit (noch) vornehmlich Unternehmen mit faktorintensiven Leistungen ins Ausland und der Grund dafür dürfte zumeist darin liegen, dass es in Deutschland völlig unrentabel ist, eine ungelernte Arbeitskraft einzustellen, Mindestlohn und Tariflohn sei Dank.

    • a.behrens says:

      Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

      1. Die Individualistische Variante: Wenn Mensch leben will, dann muss er dahin gehen wo es Lebensmöglichkeiten (also Arbeit) gibt.

      oder

      2. Die Kollektivistische Variante: Wenn ich keine Lebensmöglichkeit habe, dann beraube ich über Steuern andere Menschen, bereichere mich an deren Fleiß und Schaffenskraft und lasse mich als Parasit von ihnen aushalten. Mit anderen Worten: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

      Wählen Sie!

      Viele Grüße

      PS: Ja, die 2. Variante ist jetzt über die Wortwahl negativ beschrieben. In der Praxis würde man heute wohl von “Solidargemeinschaft” sprechen. Der tatsächliche Inhalt ist aber exakt der gleiche. Pervers ist nicht meine Wortwahl, sondern die Vergewaltigung des Begriffes ‘Solidargemeinschaft’. Solidarität musste man sich verdienen, man konnte sie nicht verlangen.

      • WachtamRheinbeiRhöndorf says:

        Warum erschließt sich Ihnen nicht das bewährte Naheliegende?
        Sozialgrenzen “dicht” machen, DM wieder her, Banken an die Kette,BW-Standorte ausbauen(um das gegenüber unseren Freunden völkerrechtkich abzusichern!); danach Föderalismus- &Beamtenrechtsreform sowie weitgehende Rekommunalisierung des Gesundheitswesens.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @s.Braun

      Ihre Frage:

      “Sollen Leute, die jetzt arbeitslos geworden sind Haus und Hof verkaufen, bzw. ihre Wohnung aufkündigen und der Arbeit hinterherreisen ? Freundeskreis, Schulwechsel für die kinder – möglicherweise in einem anderen EU land ?”

      kann eigentlich nur eine einzige klare Antwort finden, und die lautet:

      ja, natürlich, was denn sonst?

      Wollen Sie ernsthaft sagen, dass “wir” seit der Völkerwanderung ein seßhaftes Volk sind (wie geht das eigentlich: ich dachte, das wäre eine VölkERwanderung gewesen?), dem Mobilität nicht mehr zuzumuten ist, während “die anderen”, wer immer das auch sein mag, keine “Völkerwanderung” erlebt haben und ihnen daher das Nomadenleben noch “liegt”? Meinen Sie, jemand begibt sich für Jahre in die totale Institution Asyl in Deutschland oder lebt als Illegaler in Europa in ständiger Angst vor Entdeckung und Deportation, weil er oder sie das Nomadenleben im Blut hat? Da fehlen mir bis auf Weiteres weitere Worte ….

  3. heureka47 says:

    Bei so viel Arbeitslosigkeit – wie wir sie seit ca. 20 Jahren in Deutschland haben – wäre es sinnvoll gewesen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die “die Arbeit” anders – sozialer, gerechter – verteilen. Ich weiß von Menschen, die Vorschläge in diese Richtung veröffentlicht haben. Aber geschehen ist in dieser Richtung NICHTS.

    Das planende und ausführende / verwaltende System hat eher zur Vergrößerung des gesamten Problems “Arbeit” beigetragen:
    – die Angst vor Arbeitslosigkeit erhöht;
    – den Leistungsdruck auf die Arbeitnehmer erhöht;
    – den Druck auf die Arbeitslosen erhöht;
    – den Druck auf tendenziell nicht mitarbeitende Mütter erhöht, doch mitzuarbeiten,
    – und evtl. weitere Aspekte.

    DAS wiederum erhöht sehr direkt und intensiv – durch “Stress” – den Faktor “Krankheit” in der Gesellschaft.

    Dass Stress Krankheit begünstigt, ist der Wissenschaft und Schulmedizin bekannt. Allerdings wird nur ein Teil der Utrsachen / des Zusammenhanges gesehen. Der größere Teil der Krankheits-Ursachen und vorhandenen Zusammenhänge jedoch bleibt im “Dunkeln” des Unbewußten; des Ignorierten, Ausgeblendeten, Verdrängten, Geleugneten.
    Im “Dunkel” der “Kollektiven Neurose”, von mir seit 20 Jahren die “Kollektive ZIVILISATIONS-Neurose” genannt.
    Diese kollektive Störung besteht im Wesentlichen in einer Entwicklungs- / Reifungsstörung, die das vollständige Absolvieren der Pubertät verhindert – speziell den geistig-seelischen Aspekt der Pubertät, bei dem es – in der “Initiation”- darum geht, ANGST generell überwinden zu lernen und Zugang im Bewußtsein zu bekommen zur Quelle einer Qualität von Energie, die die Grundlage ganzheitlicher Gesundheit ist – wenn man mit ihr verbunden ist.
    Es handelt sich um FEINSTOFFLICHE, nicht materiegebundene, Bewußtseins-Energie – die von Wissenschaft und Schulmedizin üblicherweise als “nicht existent” betrachtet wird, die aber dennoch hier und da bemerkt wird: Bei “Spontanheilungen” zum Beispiel, oder als “Placebo-Kraft”.

    • heureka47 says:

      Zur Untermauerung des Aspekts “Kollektive Neurose” / “Kollektive Zivilisations-Neurose” usw. hier eine – eher zufällig entstandene – Liste mit Literatur zum Thema:

      BEAULIEU-Gruppe: “Aufbruch von innen”, psych. Epidemie einer Kultur;
      Martin Dammholz: “Der ganze Mensch”;
      Dieter Duhm: “Angst im Kapitalismus”;
      René Egli: „Das LOLA-Prinzip“, Normopathie;
      Hans J. Eysenck: „Neurose ist heilbar!“, Normalneurose;
      Marilyn Ferguson: “Die sanfte Verschwörung”;
      Frederic Flach: “Depression als Lebenschance”;
      Viktor Frankl: noogene Neurose, “Das Leiden am sinnlosen Leben”;
      Sigmund Freud: Menschheitsneurose, “Das Unbehagen in der Kultur”;
      Erich Fromm: „Die Furcht vor der Freiheit“, “Wege aus einer kranken Gesellschaft”, “Die Pathologie der Normalität”, „Haben oder Sein“, etc.; „Kollektive Neurose“;
      Rainer Funk: „Entfremdung in der Marktwirtschaft“;
      Adrian Gaertner: “Soziale Therapie”;
      Horst Geyer: „Über die Dummheit“;
      Arno Gruen: “Der Wahnsinn der Normalität”;
      Arthur Janov: “Anatomie der Neurose”, „Der (neue) Urschrei“;
      Leopold Kohr: “Das Ende der Großen”;
      Wilhelm Kütemeyer: „Die Krankheit Europas“; „Die Krankheit der Gesellschaft“;
      „Psychopathologie des Alltags“;
      Christopher Lasch: “Das Zeitalter des Narzißmus”;
      Jean Liedloff: „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“;
      Christa Meves: Neurotische Verwahrlosung, “Manipulierte Maßlosigkeit”;
      Hermann Oberth: Kakokratie, Gesellschaftsneurose,
      “Wählerfibel für ein Weltparlament” (Uni-Verlag Roth-Oberth);
      Sigrun Preuss: “Umweltkatastrophe Mensch”;
      Wilhelm Reich: “Die Massenpsychologie des Faschismus”,
      “Christusmord”, Biopathie, emotionale Pest;
      Riesman, D.: „Die einsame Masse“;
      Florian Sartorio: “Die entgleiste Menschheit”;
      Wolfgang Schiesches: Massenneurose, Soziose (van den Berg);
      Helmut Schulze: „Aufstand aus der neurotischen Versklavung“;
      Martti Siirala: „Die Schizophrenie des Einzelnen und der Allgemeinheit“;
      Oswald Spengler: „Der Untergang des Abendlandes“
      Laura Stokes: Kollektive Manie „Im Bund mit dem Teufel“ (epoc 05/2010);
      Rainer Taéni: “Latente Angst. Das Tabu der Abwehrgesellschaft”;
      Heinz von Foerster: Dysgnosie, “Wissen und Gewissen”;
      A. von Haller: “Gefährdete Menschheit”;
      V. von Weizsäcker: „Begegnungen und Entscheidungen. Soziale Krankheit und
      soziale Gesundung“.
      Außerdem – u.a.: Ruth Dirx, Ivan Illich, C.G. Jung, Peter Lauster, R.D. Laing,
      J. Bodamer, Mitscherlich, Marcuse, Adorno, Horkheimer.
      Heilung ist möglich: jederzeit im Einzelfall – auch unabhängig vom Kollektiv!

  4. Dirk tuteleir says:

    Es ist dem Job- Center gar nicht daran gelegen Deutsche Arbeitslose in Arbeit zu vermitteln da sie Kunde beim Jobcenter bleiben sollen als Garantie für den Erhalt des Arbeitsamtes. Vermittelt werden sollen Ausländer als billigarbeiter bei den Verfassungswiedrigen Zeitarbeitsfirmen im billiglohnsector.

  5. Cohen66 says:

    selten so einen arbeiterfeindlichen Artikel gelesen. Ihnen kommt wohl überhaupt nicht in den Sinn, das viele einfach nicht aus ihrer Heimat weg wollen, sie möchten einfach nicht ihre Familie verlassen für ein paar Kröten mehr, die sie dann eh wieder dafür ausgeben müssen, um alle paar Wochen oder gar Monate ein paar Tage bei der Familie zu sein. Denn die lässt sich mitunter nicht so einfach mitnehmen. Auch sprachliche Barrieren sind nicht von der Hand zu weisen und diese Pauschalisierung, das die Menschen, die arbeitslos sind, sich gemütlich einrichten und jemanden brauchen der ihnen in den Hintern tritt, so Ihre Aussage, ist ja kaum noch zu toppen, treten Sie sich mal selbst in den Hintern für dieses Geschwurbel.

    • Da ich – im Gegensatz zu Ihnen – aus der Arbeiterschicht stamme, weiß ich wovon ich schreibe und da ich eine Migrationsgeschichte hinter mir habe, weiß ich auch, dass es niemanden tötet, wenn er sich räumlich verändert, im Gegenteil, es weitet den Horizont, aber vermutlich ist es genau das, was man Arbeitern vorenthalten will, eine Erweiterung ihres Horizonts und die Erkenntnis über die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man sich bewegt.

      • Frando says:

        Lustig. Die Wirtschaftsflüchtline aus dem Maghreb oder Rumänien (Zigeuner), denn von dort kommen die meisten nach Migrationsstatistiken in Bezug auf Europa, als positive Selektion zu bezeichnen (das ist höchstens auf die USA, Kanada oder Neuseeland anzuwenden.), zeugt von einer hohlen Birne par excellance.

        Denn die sind maximal bildungsfern wie die Praxis beweist. Von der Anerkennung ihrer Jahrmarktsabschlüsse haben diese auch nix, weil deutsche Arbeitgeber zur Genüge ihre Fähigkeiten kennen.

        Wenn noch nicht einmal nach Bologna ein ital. Abschluss mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist.
        Egal, wie drehen uns halt alles zurecht, wie wir’s brauchen, gell.

        Cheers

        • Da Sie offensichtlich so genau über die Qualifikationen der Asylbewerber Bescheid wissen, wird es für Sie ja sicher ein Leichtes sein, Belege, Quellen, Daten, die bestätigen, was Sie hier nur behaupten. Oder drehen Sie sich etwa alles so zurecht, wie Sie es brauchen?

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          Frando,

          seien Sie dankbar, dass Michael Klein, die Verbalergüsse, die aus Ihrer hohlen Birne durch die anscheinend nicht mehr ganz so trockene Kehle den Weg in die von Ihnen wohl aufgrund Ihrer Bildungsferne bestenfalls schemenhaft wahrgenommene Außenwelt gefunden haben, tatsächlich unserer Leseröffentlichkeit zugemutet hat.

          Ich denke, sie haben den Troll-Status verdient, und wenn Sie es wagen sollten, sich nochmals dermaßen dumm, pseudo-überheblich und beleidigend zu äußern, dann bekommen Sie den Troll von mir persönlich hochoffiziell verpasst, egal, was für eine toleranten Tag Michael Klein heute haben mag!

          Wenn Sie sich Ihre seltsame Welt zurechtdrehen wollen, wie Sie es gerne hätten, tun Sie das bitte auf dem dafür vorgesehenen Ort der Erleichterung, nicht hier – gell?!!!!

    • a.behrens says:

      Zitat “selten so einen arbeiterfeindlichen Artikel gelesen. Ihnen kommt wohl überhaupt nicht in den Sinn, das viele einfach nicht aus ihrer Heimat weg wollen, sie möchten einfach nicht ihre Familie verlassen für ein paar Kröten”

      Ähm. Eigentlich ist es genau umgekehrt. Das Verlangen dahin zu gehen, wo die Arbeit ist, ist rational, sinnvoll und fair. Rational deshalb, weil es rational ist, dass für eine funktionierende Gesellschaft genommen und gegeben werden muss. Sinnvoll deshalb, weil jeder Mensch ein persönliches Interesse haben sollte zu leben und fair deshalb, weil zwar alle gesunden Menschen dahin gehen können wo Arbeit ist, aber nicht alle Menschen sich gleichzeitig von anderen aushalten lassen können.

      Arbeiterfeindlich ist es dagegen zu verlangen das _andere_ etwas ändern müssen, damit jemand “in seiner Heimat” bleiben kann.

      Ich halte es für Arbeiterfeindlich, wenn ein Arbeiter seiner Familie nicht den Lebensstandard bieten kann, den er erarbeitet habe, weil er zwischen 30% (Geringverdiener) und 70% (Arbeiter bei VW am Fließband) seines Einkommens für “Solidargemeinschaften” bezahlen muss.

      Ich halte es für Arbeiterfeindlich, wenn der Wohlstand einer Gesellschaft künstlich zerstört wird, in dem unsoziale Gesellschaftsmitglieder glauben einen Anspruch auf Nehmen-von-der-Gesellschaft haben, ohne im Gegenzug etwas zu geben. Und nein, nur die Fähigkeit und der Wille etwas zu geben reicht nicht.

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        a.behrens

        “Ich halte es für Arbeiterfeindlich, wenn der Wohlstand einer Gesellschaft künstlich zerstört wird, in dem unsoziale Gesellschaftsmitglieder glauben einen Anspruch auf Nehmen-von-der-Gesellschaft haben, ohne im Gegenzug etwas zu geben. Und nein, nur die Fähigkeit und der Wille etwas zu geben reicht nicht.”

        Besser könnte ich das als Arbeiterkind und als Sozialwissenschaftlerin nicht auf den Punkt bringen. Sie sprechen mir aus der Seele – und aus der persönlichen Erfahrung und aus dem Kopf, wenn ich so sagen darf.

    • @Cohen66

      Im Rausch Ihres eigenen Geschwurbels haben Sie ganz vergessen, wie fragwürdig Ihre eigenen Prämissen sind.

      Wenn Sie schreiben:
      “das viele einfach nicht aus ihrer Heimat weg wollen, sie möchten einfach nicht ihre Familie verlassen für ein paar Kröten mehr, die sie dann eh wieder dafür ausgeben müssen, um alle paar Wochen oder gar Monate ein paar Tage bei der Familie zu sein”,

      dann beschreibt das eine sehr seltsame Blut-und-Boden–Mentalität, in deren Rahmen es irgendwie “normal” zu sein scheint, dass selbst Nicht-Arbeitenden und daher von der Erwerbsarbeit anderer Personen Abhängigen, von Ihnen als “Familie” bezeichnet, nicht zuzumuten ist, dem Ernährer hinterherzuziehen. Ich hätte gedacht, dass das doch wohl eine Selbstverständlichkeit ist, wenn unter der schrecklichen zeitweisen Trennung so gelitten wird und sie so teuer ist ….

      Das genau ist es eben: die Vorstellung, mit einer Routine zu brechen, die sich im Leben erst einmal eingeschlichen hat, erscheint Manchem in Deutschland absurd, auch wenn der Erwerb eines Lebensunterhaltes dies erfordern würde. Anscheinend gilt: Sollen doch gefälligst andere Leute für meinen Lebensunterhalt aufkommen – denen ist das zumutbar; dass ich meinen Hintern bewege und Verantwortung für mich und meinen eigenen Unterhalt übernehme, ist dagegen unzumutbar.

      Wenn eine solche Auffassung geäußert wird, dann ist das das, was ICH Geschwurbel nenne!

      • Nun, Frau Diefenbach, ich schreibe es mal ganz langsam, zum mitlesen, auch an die Adresse von Herrn Klein, der sich anscheinend hervorragend mit meiner Vitae auskennt. Ich habe meine Heimat vor über 20 Jahren verlassen, einzig und allein aus dem Grund, meine Familie zu ernähren. Jetzt bereue ich diesen Schritt sehr, alle meine Verwandten leben weit Weg und meinem Vater, der jetzt mit 82 Jahren sehr krank geworden ist, kann ich nicht helfen, weil 700km sind zu weit, um mal eben bei ihm nach dem rechten zu sehen. Dazu muss ich dann hier meine Arbeit aufgeben, die ich hier angenommen habe, weil es in meiner Heimat keine Arbeit mehr gab, dank der Wiedervereinigung, um dann an den Ort zurückzukehren, an dem es immer noch keine Arbeit gibt. Salopp ausgedrückt sag ich mal dazu, ich glaub mein Schwein pfeift, denn es geht auch anders. Glauben Sie wirklich, das Globalisierung, Mobilität, Flexibilität und und und, das Maß aller Ding sind? Denken Sie nicht, man kann mit mehr Regionalität nicht genausogut wirtschaften? Es geht, ich habe es erlebt.

        Noch ein paar geschwurbelte Worte zu Ihren Kommentaren, daraus kann ich eigentlich nur den Schluss ziehen, das Ihnen Menschen egal sind, sie sind für Sie anscheinend nur Mittel zum Zweck. Aber Menschen leben nicht um zu arbeiten, sondern sie arbeiten um zu leben. Diesem kleinen Unterschied sollten Sie mal etwas Beachtung schenken. Und ja, diese Blut- und Bodenmentalität, wie Sie es nennen, die sollte man unbedingt bewahren. Was ich zum großen Teil gelesen habe, ist nicht liberal, sondern, wie man heute so schön sagt, neoliberal. In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen eine sorgenfreie Zukunft.

        • Also, Bahnreisender, diesen sanctimonious grab kann ich nicht unkommentiert freischalten. Bei all Ihren selbstgerechten Betrachtungen sollten Sie sich wirklich mit Ihren Bewertungen etwas zurückhalten und Ihr Feindbild des “neoliberalen Unmenschen” nicht so offen vor sich hertragen. Um es einmal ganz deutlich zu sagen, ich kann mir ausschließlich von Liberalen vorstellen, dass sie sich um Menschen kümmern alle anderen, Sie zum Beispiel, kleiden sich in schöne Worte, heucheln Solidarität oder welches Modewort auch immer, und haben doch nur die eigene Situation vor Augen. In dieser Hinsicht, sind wir Liberalen die besseren Menschen, denn uns geht es darum, dass jeder Mensch die größtmögliche Freiheit zur Durchsetzung seiner Ziele hat. Entsprechend wehren wir uns gegen jegliche Form der Gängelung und Paternalisierung. Aber sie haben natürlich Recht, wir erwarten von Menschen, dass sie die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen und nach bestem Können für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen. Im Gegensatz zu all den Paternalisierern sind wir also der Ansicht, dass Menschen sich selbst helfen können und man kein Auskommen daraus machen darf, anderen ihre Unfähigkeit zur Selbstwirksamkeit zu predigen. Im Gegensatz zu allen Schmarotzern sind wir der Ansicht, dass Menschen sich selbst helfen müssen und nicht auf dem Rücken anderer durchs Leben ziehen dürfen, wenn sie in der Lage sind, aus eigener Kraft zu laufen. Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, wenn Sie aus dem Tal des Selbstmitleids, in dem Sie sich eingerichtet haben, wieder aufgetaucht sind.

          • heureka47 says:

            Auch die “Liberalen” sind befallen und beeinträchtigt von der Kollektiven (Zivilisations-)Neurose und tragen ein nicht-wirklichkeitskonformes Weltbild in sich – oder auch vor sich her.

            Sicher: Die meisten Kollektivneurotiker sind in der Lage, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Aber um welchen Preis! Eigentlich müßte ich schreiben: Um welche PreisE! Denn es geht um mehrere Punkte, die in diesem Zusammenhang falsch laufen. Und das Schlimmste ist eben, daß das alles auf Dauer nicht durchzuhalten ist!

            Die Kollektive Neurose – wenn wir sie nicht erkennen und grundlegend heilen – bringt uns um.

            “Der Wahnsinn der Normalität” (Arno Gruen) / “Die Pathologie der Normalität” (Erich Fromm) treibt immer irrsinnigere Blüten und die “Verantwortlichen” verweigern sich der Erkenntnis der Wahrheit, der tieferen Ursachen – und dem Bemühen um grundlegende Heilung.

            Da sowohl Ursachen als auch Heilungsmöglichkeit AUSSERHALB des traditionellen (cartesianisch-)wissenschaftlichen Weltbildes liegen, dieses – unnatürlich begrenzte – wissenschaftliche Weltbild aber gesellschaftlich dominiert (und alles darüberhinausschauende tendenziell abgelehnt, verdrängt oder gar aktiv schlechtgeredet wird), muß wohl erst das äußerst Schlimme geschehen und der Leidensdruck ins Unermeßliche steigen, bevor die Irrsinnsmaschinerie gestoppt wird.

            Was z.B. die “Schul-“Medizin motiviert, sich neuen Erkenntnissen zu verweigern, kann man u.a. in dem Buch von Ryke Geerd Hamer nachlesen – wo der Ordinarius sagt: “Wenn das bekannt wird: WIE STEHEN WIR DANN DA?”

            Die bröckelige Fassade der “ehrenwerten” universitär gelehrten Medizin / Wissenschaft hochzuhalten ist also wichtiger als Leben und Gesundheit und Glück von Millionen Menschen??

            Wenn DAS kein Irrsinn ist – was dann??

            Wobei ich der Meinung bin, daß R.G. Hamer noch nicht die ganze Wahrheit über Krebs entdeckt hat. Mit den “Biologischen Konflikten” mag er Recht haben. Auch damit, daß bei Lösung des Konflikts der Krebs nicht weiter wächst oder sich sogar zurückbildet. Er läßt aber den für Krankheit und Gesundheit wichtigsten Faktor aus – wie die gesamte Schulmedizin und Wissenschaft: Die LEBENS-ENERGIE. Konflikte kosten LEBENS-ENERGIE. DA liegt der Zusammenhang. Und mit dieser Energie sind zunächst mal eigentlich ALLE Menschen, die in der zivilisierten Gesellschaft aufwachsen, nicht optimal versorgt – weil sie sich nicht (und schon gar nicht zur rechten Zeit) mit der Quelle dieser Energie im eigenen – höheren – Bewußtsein verbinden. Wir “Zivilisierten” sind davon entfremdet. -> Kollektive (Zivilisations-)Neurose. Siehe oben: Wenn wir sie nicht grundlegend heilen, wird sie uns alle umbringen.

        • heureka47 says:

          “Geschwurbel” ist ein interessantes Wort. Es wird gern von Menschen benutzt, die sich “wissenschaftlich” geben – es aber oft gar nicht wirklich sind.
          Dieses Wort ist eine – zudem noch herabsetzende – Ausrede für all das, mit dem sich die Verwender nicht befassen, nicht auseinandersetzen, wollen / können.
          Weil sie nicht wollen können.
          Wegen der “Befangenheit” durch die Kollektive Neurose.

  6. Joachim says:

    Hallo,

    mal ein Beitrag aus Sicht der Arbeitslosen! Ich bin Langzeitarbeitsloser ohne Ausbildung. Bewerbungen bringen wenig Erfolg, die Firmen wollen x fach qualifizierte Leute. Selbst für Tätigkeiten die ich nach anlernen genauso könnte wie ein Facharbeiter. Ich kenne eine Reihe Facharbeiter die auch berufsfremd arbeiten und viele die für ihre Tätigkeiten überqualifiziert sind. Es ist doch so, die Firmen wollen keine Hartzer. Es ist dabei völlig egal ob ich in eine andere Region gehe oder nicht, denn da gibt es diese Leute wie mich genauso, also was soll die dumpfe Hetze?

    Umziehen ist auch ein Kostenaufwand, für eine befristete Stelle zum Hungerlohn für ein paar Monate, wie soll das gehen? Und dann nach 3 – 6 Monaten wieder umziehen zum nächsten Job? Und der Partner, Freunde, gebrechliche Verwandte um die man sich kümmert, Vereine, das ganze soziale Umfeld… Schwierige Wohnungssituationen kommen noch dazu, was nützt z.B. eine Hilfsarbeit in München, wenn der ganze Lohn von der Miete aufgefressen wird?
    Aufstocken dann mit Hartz? Vom Regen in die Traufe! Hat’s dann ja voll gebracht mit dem umziehen, oder wie.

    Noch ein Punkt, ich bin Single und entspreche vielleicht von meiner Leistungsfähigkeit nicht ganz den Anforderungen des Weltmarktes bei deutschen Löhnen. Ich würde gerne Teilzeit arbeiten und dann würde ich’s auch dauerhaft schaffen und könnte gute Arbeit leisten, dieser Aspekt ist sehr wichtig!

    Gibt es aber nicht, ganz oder gar nicht! Entweder man powert sich in Zeitarbeit aus bis zum geht nicht mehr zum Hungerlohn, aber da müsste man schon Facharbeiter sein um überhaupt genommen zu werden, oder man kann sich mit Minijob bei einer Halbzeitstelle was zum Hartz dazu verdienen.

    Also: Die Leute kriegen Hartz, arbeiten 20 Stunden Halbzeit pro Woche bei einer 450 € Stelle und nach Abzügen kriegen sie dafür 170 € aufs Hartz drauf. Da ist man dann auch auf dem Niveau vom 1 € Job, wo sie die Leute z.B. bei den Grünflächenämtern um fairen Lohn und Bedingungen wie sie die regulär beschäftigen Kollegen haben betrügen.

    Uns Hartzer wollt ihr am liebsten aushungern und wie Sklaven malochen lassen und eure Privilegien verteidigt ihr mit Zähnen und Klauen!

    Kündigungsschutz brauch ich nicht, aber Mindestlohn und mal etwas mehr Flexibilität, also die Möglichkeit nur Teilzeit zu machen und so müsste man auch als Singel ein auskommen finden.

    Und das nicht mit 170 € aufs Hartz wie beschrieben! Dann wäre ich hier nämlich nicht Gegenstand der Hetze des Artikels sondern würde von meinem Lohn leben!

    Besonders auch dann wenn die Arbeitgeber uns nicht diskriminieren würden!

    Zwangsmaßnahmen der Jobcenter sind übrigens nicht zur Eingliederung sondern nur um die Menschen zu terrorisieren.

    • a.behrens says:

      @Herr Klein: Keine Ahnung ob das Posting von Leser Joachim echt ist. Falls ja: Dann wäre das ein empirischer Beweis dafür, dass Ihre These zumindest nicht radikal falsch ist. 🙂

      @Joachim:

      Wikipedia definiert Ausbeutung so:

      “Ausbeutung (englisch Exploitation) ist eine Bezeichnung für Ausnutzung oder Aufbrauchung jeglicher Art, wobei der Begriff besonders auf die Ausbeutung von Menschen durch Menschen bezogen wird. Genauer bestimmt wurde er in marxistischen Theorien als Aneignung fremder Arbeit. ”

      Und genau das ist es was Sie tun. Sie stellen eine Vielzahl von Bedingungen, die letztlich darauf hinaus laufen, dass niemand sie einstellen will. Eine der Bedingungen ist es, dass Sie sich nicht bilden müssen. Selbst dann nicht, wenn die Ausbildung von Arbeitsamt bezahlt werden würde bzw. Sie Bafög bekämen und Sie die notwendige Zeit haben.

      Die Kosten für Ihr Leben (Wohnung, Essen, Krankenversicherung) nehmen aber ganz selbstverständlich von der Gesellschaft. Sie eignen sich also die Früchte fremder Arbeit an.

      Ihre Ausbeutung ist ja an sich schon ein starkes Stück. Aber Sie gehen noch ein Stück weiter und versuchen die Menschen die für Sie malochen müssen auch noch moralisch zu verurteilen.

      Nein, nicht Sie sind der Sklave, sondern ich werden durch die Sozialistische Staaten von Europa als Ihr Sklave zu arbeiten. Nicht ich verteidige ein Privileg, sondern Sie verteidigen mit Zähnen und Klauen ihr “Recht” auf Ausbeutung, während ich gezwungen werde rund die Hälfte meines Einkommens abzugeben.

      Nicht mein Handeln ist unmoralisch, sondern Ihr Handeln.

      • Hallo Herr Behrens,

        vielen Dank dafür, dass Sie so standhaft einen liberalen Standpunkt einnehmen und verteidigen. Offensichtlich leben wir in einem Zeitalter, in dem nicht nur Liberale Seltenheitswert haben, sondern in dem es normal geworden ist, Ansprüche an andere zu richten und sich in keiner Weise zur Reziprozität verpflichtet zu sehen. Ich bin gespannt, wie lange das noch gut geht, es ist ein Auslaufmodell, das steht fest, denn das Ausnutzen anderer, nein, das sich auf das Funktionieren von anderen Verlassen, hat ein natürliches Ende, das dann erreicht ist, wenn die Menge derjenigen, die sich auf andere verlassen wollen, so groß geworden ist, dass niemand mehr da ist, auf den man sich verlassen könnte. Dann stellt sich nur noch die Frage, wer als Letzter das Licht ausmacht . da können wir dann pass the parcel spielen…

      • Joachim says:

        Nun, ich kann Ihnen das an meinem Beispiel vielleicht ganz gut verdeutlichen. Der Mensch ist ein komplexes System und es gibt die vielfältigsten Gründe warum jemand nicht mitkommt.

        Ich bin nicht doof, auch meine Geschwister sind Akademiker und vom Umfeld her komme ich aus gutbürgerlichen Verhältnissen.

        Leider hatte ich seit frühster Kindheit eine schwere Sprachstockung. Da mir das extrem unangenehm war und man das nicht bringen kann habe ich immer alles daran gesetzt dieses zu verbergen und das ist mir auch halbwegs gelungen. Ich war dadurch aber besonders auch bei meinen Ausbildungen im Dauerstress und oft vor Anspannung total durchgeschwitzt und schließlich so überdreht das es in schwere Schlafstörungen gemündet ist. Ich hatte nicht die Energie mich auf meine Ausbildung zu konzentrieren und musste schließlich kapitulieren. Sie hätten das auch nicht geschafft und nach dem zweiten dritten Anlauf auch “die Schauze voll” gehabt.

        Ich habe mich dann davon abgewendet und mich mit anderen Dingen im Leben beschäftigt. Natürlich haben mich die Ämter nicht in Ruhe gelassen, so hatte ich geförderte sozialversicherungspflichte Stellen, einige 1 € Jobs und auch einige Integrationsmaßnahmen.

        Ich möchte Ihnen sagen, unser ganze Leben ist ein Prozess. Die Schulbildung, am besten Abi, gute Ausbildung, am besten Studium und die richtige Mentalität. Man kann nicht einfach alles anders machen wenn man da raus geschossen ist. Sie können mir aber nicht vorwerfen ich hätte das leichtfertig so gemacht um irgendwem zu schaden oder zu schmarotzen. Ich, so wie ich bin, war nicht mit dem System kompatibel und ich hatte harte Zeiten.

        Ich bin inzwischen Jahrzehnte arbeitslos gewesen und ich habe mich arrangiert, ich brauche nicht viel Geld. Was ich aber nicht könnte wäre jetzt in Schichtarbeit oder Vollzeit loszugehen.
        Es ist nicht so einfach sich auszurichten, es gibt ja viele die kommen nach vielen Jahren mit der Arbeitslosigkeit gar nicht klar, ich kann auch nicht einfach komplett umschalten. Sehen Sie dazu auch meinen vorherigen Beitrag zum Thema Teilzeit. Und mit welchem Recht wollen Sie oder irgendwer mir das verweigern?

        Da ich mich darauf eingestellt habe und ruhig lebe hab ich das mit der Sprache auch gut im Griff und aus der Ruhe heraus kann ich als normaler Mensch leben, telefonieren und alles sowas. Was nicht ging war als Azubi in der Firma in einer Reihe zu stehen den Chefs vorgestellt werden und dann über sich erzählen zu müssen und jeden Tag wieder neue Herausforderungen. Doppwelter Stress zusätzlich zu den Anforderungen des Berufs bzw. der Ausbildung, in der Firma, in der Schule der Firma und in den 2 Tagen Berufsschule. Unzählige Leute immer neue Abteilungen im Betrieb die man durchläuft…

        Meine ganz persönliche Hölle, ich hab viel mitgemacht, viele Nächte nicht geschlafen, alles nur um das bringen zu können was alle als normal erwarten, aber so einfach ist das nicht. Ich hätte übermenschliche Leistung dafür bringen müssen. Wie können Sie sowas von mir fordern?

        Merken Sie sich mal eines, wir Menschen sind keine Maschinen und viele der Hartzer haben eine Geschichte. Es gibt die Alkis, die versoffenen Penner. Aber es gibt auch alles andere, von Magersüchtigen bis zu Leuten mit Angstzuständen oder auch einfach Leute die kraftlos und depressiv sind.

        So ist das und was wollen Sie tun?

        • Joachim says:

          Wobei die Alkis auch ihr Kreuz zu tragen haben. Die Sucht vereinnahmt sie völlig, solange bis sie verwahrlost, psychisch und physisch ausgebrannt, in ihren Exkrementen vegetieren. So toll ist das sicherlich auch nicht.

          Also, Halbzeitstelle, 850 Euros, voller Urlaubsanspruch, müsste doch zu schaffen sein. Irgendwie schon komisch, die Produktivität durch die ganze Technik ist sehr hoch und steigt immer weiter aber der Lebensstandard fällt bei den kleinen Leuten und nicht mal Teilzeit ist drin.

          Da ich mich nicht für blöd halte brauche ich übrigens keine Ausbildung, für meine Tätigkeit kann man mich anlernen. Man wächst dann da rein, kein Problem.

          • heureka47 says:

            “Alkis” haben eine “psychische Störung” wie die große Mehrheit der Menschen der zivilisierten Gesellschaft, deren Symptome sehr unterschiedlich sind und von den Medizinern irrigierweise “Krankheiten” genannt werden. Es gibt genau genommen nur EINE Krankheit in der zivilisierten Gesellschaft – und das ist die “Kollektive Neurose”, von mir seit 20 Jahren die “Kollektive Zivilisations-Neurose” genannt, von anderen auch die “Krankheit der Gesellschaft”, “Massen-Neurose”, “Menschheits-Neurose” (S. Freud) oder noch anders.
            Neurose ist grundsätzlich HEILBAR!
            Nur reden die allermeisten Mediziner und weiteren helfenden Berufe nicht darüber- denn typischerweise wird die Kollektive Neurose verdrängt, verschwiegen, verharmlost oder aktiv geleugnet. Darin besteht die große Schwierigkeit, der großen Masse die wahren Ursachen ihrer Probleme zu verdeutlichen und den Weg der – mit ganz natürlichen Mitteln zu erreichenden grundlegenden – HEILUNG nahezubringen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Joachim

      Selbst, wenn sich Ihre Erfahrungen oder Ihre Sichtweise verallgemeinern ließe und Sie insofern zumindest teilweise Recht hätten, dann finde ich es unverständlich, respektlos oder einfach nur unnötig aggressiv und böse, wenn Sie unterstellen, hier würde “dumpfe Hetze” betrieben, und wir hätten “Privilegien” zu verteidigen.

      Es ware doch ein Leichtes für uns, Ihren Kommentar als “dumpfe Hetze” gegen jeden, der andere Meinung ist als Sie einzuordnen. Und was sollte das bringen, außer, allen Lesern von sciencefiles deutlich zu machen, dass wir uns anscheinend gegenseitig nicht mögen? Die interessiert das aber nicht (und mich interessiert das auch nicht, ob Sie uns mögen oder nicht).

      Also, lassen Sie den Unsinn doch einfach bleiben – das bringt doch nichts. Über Sachfragen muss man miteinander reden können, statt sich bloß gegenseitig zu beschimpfen.

      Das bringt mich auf eine Idee: Vielleicht hätten Sie ja einen Job gefunden, wenn Ihr Sozialverhalten ein wenig besser wäre ….

      Jedenfalls darf ich Ihnen versichern, dass weder Michael Klein noch ich selbst jemals mit “Privilegien” versehen waren oder wurden. Wir hatten und haben von niemandem irgendwelche Unterstützungen erhalten, die wir nicht zurückbezahlt hätten (z.B. in Form eines BaföG-Darlehens), und wir erhielten und erhalten keine Transferzahlungen. Alles, aber auch ALLES, haben wir uns selbst erarbeitet und aufgebaut. Und das geht. Und dass wir das geschafft haben, darauf sind wir stolz. Das sind UNSERE Erfahrungen, die Sie bitte respektieren, wenn wie Ihre Erfahrungen respektieren sollen!

      • Joachim says:

        So ganz kann der Autor seine Gesinnung nun nicht verbergen, dass es ihm wohl gefallen würde wenn den Arbeitslosen die Zuwendungen reduziert würden.

        Wir hier in Deutschland sind ja ziemlich reglementiert in allen Lebensbereichen. Also eingesperrt in einem Korsett aus Gesetzen und Vorschriften die nicht viel Luft zu alternativen Lebensweisen lässt. In anderen Ländern mit anderen Sozialsystemen ist das dann aber auch anders. Hier in Deutschland darf man z.B. nicht einfach in ein Gartenhäuschen ziehen, hier braucht man eine teure Wohnung. Es ist alles vom Staat teuer gemacht, Bei mir ist es so das etwa die Hälfte von dem Geld was ich aufs Konto kriege direkt für meine Wohnung umgebucht wird. Grundsteuer, Biomülltonne, Schornsteinfeger, Kabelanschluss… sie haben es so eingerichtet das man ordentlich blechen muss!

        Dafür bin ich Sklave des Staates und stehe unter seiner Verfügungsgewalt. Das ist ein hoher Preis den man zahlt. Im Gegensatz zur Freiheit in einem kleinen Holzgartenhaus, wo dann zum Leben auch ein 450 € Job reichen würde, wenn einige andere Dinge wie KV auch billiger wären.

        Ihr Privileg ist es z.B. mich über den Staat zwingen zu können jede Vollzeitstelle annehmen zu müssen. Habe ich nicht viel mehr ein Recht auf Teilzeit und nur soviel zu erarbeiten wie ich wirklich bräuchte? Und habe ich kein Recht auf Rahmenbedingungen die mir ein günstiges Leben ermöglichen?

        So wie es jetzt aber ist, von meinen Einschränkungen, Unfreiheiten und Nachteilen profitieren andere. Der Schornsteinfeger von seinen üppigen Tarifen, der Vermieter von den Baugesetzen, die Abfallwirtschaft von den entsprechenden Gesetzen, Kabelanbieter von der Klausel im Mietvertrag die der Staat ermöglicht hat und so geht das immer weiter…

        Und wenn ich ständig zur Zwangsarbeit abkommandiert werde und beim Grünflächenamt dieselben Arbeiten mache wie regulär im ÖD Beschäftigte dann ist das Diskriminierung.
        Die Unterschiede der Stellung sind riesengroß!

        Privilegien, man denke sich, es gebe keinen ÖD, sondern nur Jobs bei einer Firma welche diese Arbeiten im Auftrag des Staates ausführt. Ich kriegte dann im Sommer einen Job so wie jeder andere. Und man denke sich, das wäre nicht nur da so sondern überall, die Privilegien würden fallen, der Arbeitsmarkt wäre durchlässig.

        Und Mindestlöhne und Teilzeit wäre weit verbreitet, weil die Arbeit sich den Menschen und ihren Bedürfnissen anpasst und nicht andersrum. Dieses System so wie es jetzt ist hat seine Privilegierten. Ich profitiere durch Hartz vom System, aber dieses System ist nicht für mich so gemacht. Der Staat hat mir alle meine Rechte geraubt und ich bin ihm ausgeliefert,

        Mann müsste die Problematik um sie zu vermitteln im Detail schildern, hab ich hier aber auch keine Lust zu.

        • Joachim says:

          Und es ist sogar so das der größte Teil von meinem Hartz direkt für die Wohnung drauf geht. Strom muss ich ja noch vom Regelsatz zahlen, schön teuer, um die privilegierten Solarstomerzeuger zu fördern. Da bleiben dann bisschen mehr als 300 €

          Aber nein, natürlich, Privilegierter ist keiner, alle jammern am meisten um ihre Schäfchen ins Trockene zu kriegen, oder da zu halten.

          • Noch was zum Privilegierten. Ich weiß nicht, was Sie damit meinen, aber wenn es mehr als Selbstmitleid sein sollte, das dabei mitschwingt, dann bitte ich Sie, es in Zukunft auf andere zu richten. Sowohl Dr. Diefenbach als auch ich stammen aus Arbeiterfamilien. Wir haben alles, was wir an Eigentum besitzen selbst erarbeitet. Wir haben in D. zu keinem Zeitpunkt Transferleistungen erhalten oder sonstige soziale Wohltaten, mit denen in Deutschland bestimmte Lebensstile begünstigt werden und das Bafoeg, das unser Studium ermöglicht hat, haben wir komplett zurückgezahlt. Vor diesem Hintergrund bitte ich uns in Zukunft mit diesem Privilegienblödsinn ein für alle Mal zu verschonen – wir sind nicht bereit weiterhin als Objekt Ihrer Psychohygiene zu dienen.

        • @Joachim,

          uns sind diese Umstände nicht fremd. Sowohl Dr. Diefenbach als auch ich haben Jahrzehnte in Deutschland gelebt, auch in Ostdeutschland, bevor wir uns entschlossen haben, auszuwandern. Die Reglementierung in Deutschland ist uns also bestens bekannt und alles, was Sie erzählen, kenne ich aus eigener Anschauung. Indes führt Ihr Beitrag, nachdem ich ihn gelesen habe, bei mir immer zu derselben Frage: Warum lässt der Mensch das mit sich machen? Warum wandern Sie nicht aus? Warum nehmen Sie nicht irgendeinen Job an, um den Klauen der Arbeitsagentur zu entkommen und nehmen die Berufserfahrung, die sie auf welchem Job auch immer sammeln können, zum Ausgangspunkt, um sich weiter zu bewerben? Warum machen Sie sich nicht selbständig? Ich hatte vor rund 25 Jahren die Wahl, an der Universität einen Vasallenjob weiter auszuführen und meinem Prof. nach dessen Lust und Laune verfügbar zu sein (Ochsentour) oder mich selbständig zu machen. Ich habe mich selbständig gemacht, zunächst als Freier Publizist, dann als wissenschaftlicher Berater, und ich habe es nicht bereut – im Gegenteil, es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Bevor man sich in den Reglementierungen verfängt und sich zum Spielball von Ämtern macht, sollte man daher alle Möglichkeiten austesten, die sich bieten. Und wenn Sie so leiden, wie man das Ihrem Kommentar entnehmen kann, dann sollte die Motivation, was auch immer, nur etwas anderes zu tun, doch da sein.

        • heureka47 says:

          Relativ / weitgehend “frei” in diesem System wähnen sich nur diejenigen, die – systembedingt, durch die KRANKE “Normalität”, durch die “Kollektive Neurose” – innerlich abgetrennt sind von der Wahrnehmung / dem Empfinden des schweren Mangels und seiner Symptome; wähnen sich nur die an das “Organisierte System” (so nannte das Klaus Traube) “gut” Angepaßten.

          Diese Anpassung ist aber weit abseits von der wahren – gott- / evolutionsgewollten – Natur des Menschen; und wer über den Mauerrand der Neurose hinausschaut, erkennt die systematische Mißachtung der Menschenwürde.

          Bislang 66 Lebensjahre haben mir genügend Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen eingebracht – unter anderem auch eine “Randständigkeit”, aus der man den “Fehler des Systems” deutlich wahrnehmen / erkennen kann.

          Bei mir hat die Anpassung an die normale “Krankheit der Gesellschaft” nur begrenzt funktioniert. Als ich 40 war, brach die natürliche evolutionäre Gesundheit durch und es wurde der neurotische (Gefühls- / Charakter-)Panzer abgesprengt.

          Darunter kam ein seelisch unreifer Mensch zum Vorschein, der dann daran ging, seine unvollständige (Persönlichkeits- / Bewußtseins-)Entwicklung zu vervollständigen.

          Peter Lauster beschrieb in einem seiner Bücher (könnte sein, es war “Die Liebe”) die “Krankheit der Gesellschaft” mit den Worten: “Der moderne Mensch leidet an Überbetonung des Intellekts und Vernachlässigung der Gefühlswelt”.
          Christa Meves schrieb um 1970 von der “Neurotischen Verwahrlosung” der Kinder und Jugendlichen und schon der Klappentext ihres Buches (“Manipulierte Maßlosigkeit”) nennt den Begriff “Kollektive Neurose”.

          Die zivilisierte Gesellschaft ist schwer seelisch verkümmert / verkrüppelt / unterentwickelt / entartet / pervertiert, und befindet sich nicht etwa auf dem Wege des evolutionären Fortschritts, der Weiterentwicklung, sondern der Degeneration und des Untergangs. Menschen, die diese Entwicklung erkennen können – weil sie als Ausnahmefall sich zum wahren Erwachsenenbewußtsein, dem ERKENNENDEN Bewußtsein, entwickelt haben, sagen und schreiben schon seit langer, zum Teil SEHR langer Zeit, daß wir, die zivilisierten Menschen, uns im Untergangsprozeß befinden. Der “Welt-Untergang” wird weniger als plötzlich eintretendes Ereignis stattfinden, sondern ist im Wesentlichen der Prozeß, der in und mit der zivilisierten Gesellschaft seit mindestens 10.000 Jahren stattfindet, möglicherweise schon seit 20.000 oder auch 40.000 Jahren. Der Prozeß begann nicht erst mit den ersten Städtekulturen (vor ca. 10.000 Jahren, im Industal), sondern schon deutlich früher. Das ist aber nicht wirklich wichtig.

          Wichtig ist zu erkennen, daß so etwas wie diese “Kollektive (Zivilisations-)Neurose” in der Evolution vorkommen kann und, daß sie nun real existent ist UND, worin die einzig wahre Möglichkeit der grundlegenden Heilung besteht. Und ein Fortschritt in der Evolution wäre, wenn die Menschen lernen würden, das erneute Auftreten einer solchen zerstörerischen Kollektiven Neurose durch weise Prävention für alle Zeiten zu verhindern.

          Für diesen Prozeß der Heilung und Prävention braucht die Menschheit KEINE Wissenschaft heutiger Prägung – denn die ignoriert die wahre Schwere und Tragweite der Kollektiven Neurose und wird mit ihr untergehen.
          Denn die Kollektivneurotiker können die akute, exponentiell wachsende, Bedrohung NICHT ERKENNEN; sie sind “blind” für das Herannahen der tödlichen Gefahr – die im UNBEWUSSTEN lauert.

          Dort stauen sich die unterdrückten Gefühle und Bedürfnisse, die verdrängten traumatischen Erfahrungen und unbewältigten Probleme / Konflikte. Dort lagern die gärenden Energien der erlittenen Deprivation und der Frust aus unzähligen Mißerfolgserlebnissen aufgrund des Mangels an “Know-How” und der “Energie”, die das alles auflösen und neutralisieren kann: Höherdimensionale Liebe. Nicht das “Gefühl Liebe”, das die große Mehrheit kennt, sondern das “Bewußtsein (der KRAFT der) Liebe”, über das / die der wahrhaft Erwachsene VERFÜGEN kann. Anders als beim “Gefühl Liebe”, über das der unreife Mensch NICHT verfügen kann.

          Die allermeisten Schwierigkeiten, die es in der zivilisierten Gesellschaft gibt bzw. zu geben scheint – sind Auswirkungen der Kollektiven Neurose. Aus subjektiver Sicht verschwinden diese, wenn der Aufstieg in die höhere, feinstoffliche, Bewußtseins-Ebene vollzogen wird.

          Nicht das rein intellektuelle / wissenschaftliche Diskutieren über die Schwierigkeiten / Probleme bringt die Lösung, sondern eine grundlegende Veränderung im Bewußtseinsbereich, eine Wandlung, ein Wechsel, eine qualitative Veränderung / Verwandlung. Im Bereich der Spiritualität / “Esoterik” auch “Transformation” genannt. Die Veränderung der (Grund-)SCHWINGUNG im Bewußtsein bzw. des Bewußtseins.

          Der Rückzug auf den Bereich der “Wissenschaft” ist “Flucht” vor der Wahrheit, vor der wirklichen Wirklichkeit; ist – typisch neurotische, unbewußte – “Abwehr- / Vermeidungshaltung”.

          Das gesellschaftlich (mehrheits-)normale “Kopfdenken” ist ein Aspekt der gesellschaftlichen Krankheit. Evolutionär normal und lebenserhaltend ist eine “höhere Dimension” von Denken, welches man “HERZ-Denken” nennen könnte. Ein Denken (und Reden und Handeln), bei dem das rationale Denken nicht (mehr) unter der Herrschaft des “Niederen Selbst” / “Ego” betrieben wird, sondern unter der Herrschaft der höheren Bewußtseins-Ebene, dem “Höheren / wahren Selbst” – der SEELE, die der Mensch in der Hauptsache ist.

        • Joachim says:

          Warum man denn nicht einfach dieses und jenes täte, sind Sie Außerirdischer und muss ich Ihnen die Welt erklären?

          Warum ich nicht auswandere? Jamaika ist leider kriminell, Mauritius übervölkert und zugeschissen, Gibt wohl keine Paradiese mehr, bei der explodierenden Weltbevölkerung.

          Warum ich keinen Job annehme. Bleiben wir mal bei den 450 € Jobs, also ein Schritt raus aus Hartz 4. Ich kann Ihnen das genau erklären. Erstmal hab ich keinen Arbeitswahn und muss mich nicht zwanghaft ins Hamsterrad begeben und auf eine gewisse Weise denken.

          Es gibt hin und wieder einen akzeptablen Job im Angebot. Aufsicht im Museum oder sagen wir zum Beispiel Helfer bei den Landvermessern. Auf diese Jobs sind und das weiß ich aus Gesprächen mit den Arbeitgebern in der Regel weit über 50 Bewerbungen. Meine Daten sind einfach nicht gut genug um so einen Job zu kriegen.

          Weil da ist dann eben der Frühpensionär der sich den Job als Museumsaufsicht angelt, weil der einfach mehr her macht in den Augen des Arbeitgebers und der auch sein Gehalt behalten darf.

          Dann sind da noch die anderen Jobs, schlechte Bezahlung, Drecksarbeit und größere Entfernung. Da man die Fahrtkosten selber bezahlen muss ist das schon alleine deshalb nicht möglich. Außerdem mache ich keine Drecksarbeit für ein Apfel und ein Ei. Ich gehe nicht für 5 € in die Müllsortierung und darf davon dann 2 € die Stunde behalten. Meinen Sie ich bin bescheuert ? Während um mich herum die Völlerei grassiert.

          Ich weiß, dass es vielen Arbeitslosenhassern genau so passen würde. Die Realität ist ich würde 21,5 Stunden die Woche im Müll wühlen wäre nach wie vor Hartzbezieher mit allen Konsequenzen. Daher jegliches Einkommen wird verrechnet, kann man nicht mal was bei Ebay verkaufen, kein Recht auf freies Reisen, Ortsarrest, volle Konteneinsicht, heranziehen zu jeglichen Maßnahmen, Arbeit schützt nicht vor Schikane! Bewerbungspflicht auf alle Jobs trotz Arbeit und so weiter… In meine Rente wird auch nichts bezahlt und selbst die Zinsen vom Sparkonto werden mir weggenommen.

          Beispiel: Hausmeistertätigkeit & Winterdienst, Entfernung 20 Kilometer, Stundenlohn 7 € von den 7 € darf ich nach Abzügen 2,65 € behalten und davon muss ich die Fahrtkosten, Arbeitskleidung und alle Mehrkosten tragen. Dafür soll ich dann morgens um 6 – 7 Uhr auf der Matte stehen und Schnee schieben, natürlich auch am Wochenende, den Erfordernissen angepasst. In Konkurrenz stehe ich übrigens zu Leuten welche von dem Lohn keine Abzüge haben und den vollen Zuverdienst behalten dürfen.

          Selbstständigkeit, ja toll, Zuverdienst wird mit dem Hartz als Einkommen verrechnet. Ich müsste also kostendeckend selbständig arbeiten. Als was denn? Wieviel Stunden denn dann? 12 Stunden Tag, wo ist denn die Branche die noch nicht gesättigt ist?

          Ok, ich investiere, Startkapital für das was man braucht, maloche 12 Stunden, mache das 2 – 3 Jahre und dann?
          Pleite, Schulden, arbeitslos? Bei dieser ganzen Regulierung und bei dem Markt hier werde ich das bestimmt nicht tun! Ich kenne auch Selbständige und das was ich da mitkriege reicht mir vollkommen zur Meinungsbildung!

          Ich würde auch keinesfalls sagen das ich leide. Wie im vorherigen Beitrag ausgeführt brauch ich etwas Ruhe und vertrage nicht soviel Stress. Ich würde mich nicht wohler fühlen auch wenn ich 5000 € im Monat verdienen würde und einen tollen Job hätte.

          Und letztlich ist es für das System auch einfach billiger mich so leben zu lassen als mich zu fördern und in Arbeit zu bringen. Ich meine, die mehreren zehntausend Euros für Integrationsmaßnahmen mit denen sie mich wegekeln wollten und das mit Methoden die schon strafrechtlich relevant waren, die hätte sich der Staat sparen können. Hätte ich denen auch schon vorher sagen können.

          Wenn hier einer was will muss erstmal ein komplett neues System her und da werden viele andere wohl mehr bluten müssen als ich.

          • Well, Ihnen ist nicht zu helfen, wie es scheint, denn wie Sie so ausführlich darlegen, geht alles nicht. Da frage ich mich, warum hadern Sie mit Ihrem Los, das Sie so hartnäckig gegen jede Form der Veränderung verteidigen? Scheinbar ist der Hartz IV Status ein Status, dem man nur mehr durch Tod entrinnen kann.

        • Joachim says:

          Doch man kann mir helfen, diese Ortsanwesenheitspflicht ist wirklich eine Zumutung.

          Jetzt ist Sommer und ich würde gerne mal zum Beispiel mit Zelt auf dem Rücken den Jakobsweg wandern und in Europa rumradeln und wäre sowieso viel mehr unterwegs.

          Zudem befürworte ich die Anhebung des Regelsatzes auf 420 € und die sollten mal deutschlandweit so eine Sozialkarte einführen damit man als materiell Benachteiligter die ermäßigten Eintrittspreise bekommen kann.

          Und diese Maßnahmen vom Amt bitte auf freiwilliger Basis, ich stehe nicht so auf diese Schikane- und Erpressungsnummer.

          Irgendwelche Leute die irgendwelche Hassgefühle gegen mich haben können ja auch ihre Arbeitsleistung zumindest reduzieren. Scheinbar sind die so unzufrieden mit ihren Leben das sie es nicht ertragen im Kontext zu meiner Person.

        • Joachim says:

          Darf es glückliche Arbeitslose geben?

          Eigentlich soll ich ja vor Scham und Traurigkeit im Boden versinken. Mein Glück ist nicht erwünscht. Ich darf sein, aber bin für andere wie Freiwild zum ankotzen.

          Damit muss man auch umgehen können, zumal wenn man nicht in einer Großstadt lebt.

          Ich erlebe es natürlich auch in meinem Bekanntenkreis, den Neid und die Missgunst, guck der.. und das faule Schwein…

          Mich belastet das nun nicht besonders weil ich eh mehr Einzelgänger bin mit vielfältigen Interessen. Aber stellt es euch nicht so leicht vor, es gibt nur wenige Leute wie mich.

          Die Wahrheit ist, die meisten würden es nicht packen, sie würden dem sozialen und materiellen Druck nicht standhalten und mehr Schaden nehmen als dran gedeihen.

          Also macht euch um mich keine Gedanken, solche wie mich kann das System mit durchfüttern. Der Rest springt von der Brücke, fängt an Drogen zu nehmen oder findet sich im Knast oder bei einer Zeitarbeitsafirma ein.

          Eigentlich sollte es für Leute wie mich wie für Heroinabhängige auch so ein Programm geben, aber nicht mit Methadon sondern mit Freiheit. Ich würde dann wie angemerkt viel mehr unterwegs sein und könnte vielfältige Erfahrungen sammeln und mit der Sozialkarte auch kostengünstig.

        • Joachim says:

          Wenn man 20 Jahre arbeitslos ist, dann steht man nicht morgens auf und denkt, ich will arbeiten, jetzt muss ich was arbeiten. Andere wollen das, ich muss jetzt arbeiten wollen. Ich muss mich schlecht fühlen, ich muss mir Arbeit suchen. Arbeit ist mein Leben, ich definiere mich über meine Arbeit. Mein sozialer Status, mein Selbstwertgefühl — arbeiten!!! ich will arbeiten, gebt mir Arbeit! Ich brauche unbedingt Arbeit!

          Wenn ich überschüssige Energie habe mache ich eine ausgiebige Radtour durch unsere idyllischen Landschaften und das ist auch sehr schön.

          Ehrlich gesagt habe ich meinen ganzen Lebenswandel ästhetisch sehr verfeinert und mit Langsamkeit und Muße einiges an Stil und emotionaler Tiefe in mein Leben gebracht. Zum Beispiel bin ich Experte für Musik aus der Barockzeit und Liebhaber der Literatur. Gerne stöbere ich in Gebrauchtbücherläden um meine Bibliothek zu vergrößern.

          Ich hätte gar keine Zeit jeden Tag 8 Stunden Arbeit, eine Stunde Fahrzeit und eine Stunde Futterpause in meinem Leben unterzubringen, wie soll das gehen? Das wäre so etwa wie nicht artgerechte Tierhaltung.

          Andere Leute sind sicherlich psychisch völlig anders konditioniert, man muss der Vielfalt des Lebens Raum geben. Es lohnt sich nicht wegen einiger Leute meiner Sorte die Freiheit zu zerstören, ich gehöre dazu so wie schon die Arbeitslosen im alten Rom.

          Also tragt es mit Fassung und gebt mir die Karte mit dem Sozialtarif, dann nutzt wenigstens jemand die Kulturangebote.

  7. Denkender says:

    Ich bin einer von dem H4-Parasiten die sich auf Kosten anderer durchfressen.

    Weil ich:
    – eine IT-Ausbildung gemacht habe in der Hoffnung einen Arbeitsplatz zubekommen, da wir ja einen so schlimmen Fachkräftemangel haben, trotz unzähligen Bewerbungen nicht mal ein Vorstellungsgespräch bekommen habe, wie auch bei 42jährigen hört der Fachkräftemagel auf
    – man von 380€ im Monat sich keine Auto leisten kann um mobil in jedem Dorf nach einer Stelle zu suchen, wenn man per I-Net schon nichts bekommt
    – meine Vorfahren 1945 schon sehr mobil waren und zu fuss auf der Suche nach Leben vor den Russen geflohen sind
    – ich meine alten Eltern pflegen und unterstutzen muss, weil es in meinen Augen meine Pflicht ist, klar ich könnte sie auch sitzen lassen Hauptsache mobil und weg aus der Heimat

    Es werden Millarden an Steuergeldern für das EU-schwarze-Loch, s.g. Bankenrettungen, Kriege, Bundwehr, verschenkte U-Boote und Wirtschaftssubventionen verschwendet und Sie kommen mit H4 auf Kosten anderer leben. Gehen sie mal ins wirklich Leben, als hier solches, ich drücke es mal vorsichtig aus, weltfremde, hetzerische Zeug vom Stappel zu lassen. Sollen lieber die H4-Parasiten verrecken, die zum Großteil für den wirtschaftlichen Raubbau gar nichts können, siehe neue Kolonien ach nein, neue Bundesländer, Hauptsache die Rücklagen der Wirtschaft steigen weiter und die Bundis können in noch weiteren Winkeln der Erde Deutschland verteidigen.
    Siehe auch die Darstellung von Joachim in der auch für den letzten Unwissenden zuerkennen ist, dass die Lüge vom Fachkräftemangel oder neuerdings Arbeitskräftemangel, wahrscheinlich nicht mal von Göbbels getopt werden könnte.
    Um bei dem treffenden Beispiel zu bleiben, sind hier manche der nicht neuen Meinung das H4-Opfer endlich auch so was wie einen Stern tragen soll, damit man die Aussetzigen endlich besser erkennt, denn nicht alle verhalten sich, wie sie sollen, wie dreckige Säufer.

    Wo ist der “gefällt ganz überhaupt und absolut gar nicht” Knopf?

    • Warum wandern Sie nicht aus, ITler werden überall gesucht. Und dass Sie trotz Bewerbungen nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, mag an der Form des Bewerbungsschreibens oder ihren Qualifikationen liegen. Es muss nicht immer das böse Unternehmen sein, das schuld ist, zuweilen passt es einfach nicht und dann muss man als Bewerber halt in den sauren Apfel beißen und weitersuchen. Nebenbei bemerkt, die Phantasie mit den H4-Parasiten ist ihre eigene. Entsprechend würde ich mir an ihrer Stelle überlegen, was mit mir nicht ganz in Ordnung ist, wenn ich hier ständig in der Defensive bin und mich von allen und jedem angegriffen fühle, selbst wenn überhaupt niemand das geschrieben hat, was Sie gelesen haben wollen.

      • Claus says:

        Eine ziemlich naive Sicht der Dinge. Herr Klein. Was Denkender schreibt, ist beileibe kein Einzelfall, sondern die traurige Realität in Deutschland. Vor allem ältere Menschen – wobei “alt” in vielen Bereich wie etwa der IT-Branche schon ab über 40 anfängt – haben in Deutschland trotz guter Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung nur schlechte Chancen, einen neuen Job zu finden. An 50 sieht es ganz düster aus. So lange diese offenkundige Altersdiskriminierung existiert, soll mir niemand etwas vom Fachkräftemangel in Deutschland erzählen. In Wahrheit geht es den Arbeitgebern um Lohndumping, und das längst nicht mehr nur bei gering-, sondern zunehmend auch bei hochqualifizierten Erwerbspersonen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Denkender

      “Ich bin einer von dem H4-Parasiten die sich auf Kosten anderer durchfressen”

      – ja, das scheint mir auch so!

      Wie wäre es, wenn Sie als “Denkender” einmal darüber nachdenken würden, was – trotz allem – geht, und nicht nur darüber nachdenken würden, was Ihrer Meinung nach nicht geht und wie Sie sich selbst beschimpfen können?

      Und weil Ihr Frust Ihnen noch nicht reicht, wollen Sie zur Krönung des ganzen Ihren Opferstatus dadurch zementieren, dass Sie diese Selbstbeschimpfungen dann als das ausgeben wollen, was andere Leute angeblich gesagt hätten oder sagen würden. Das finde ich absolut unverschämt von Ihnen! Wo, bitte, hätten wir auf sciencefiles jemals solche Einordnungen Arbeitsloser vorgenommen wie Sie das tun?

      Aber wie gesagt: was Ihre eigene Person betrifft, werden Sie schon wissen, ob Ihre Selbstbeschreibung zutrifft. Ich für meinen Teil vertraue diesbezüglich Ihrem kompetenten Urteil.

  8. Frando says:

    Das Problem sind offenen Grenzen! Studiert mal die Hungeraufstand in Wien von 1911 und seine Ursachen.

    Cheers

  9. Dr. Jens Romba says:

    Die Frage nach der Mobilität der Arbeitslosen muß hier meiner Meinung nach ganz anders angegangen werden.

    Zunächst einmal ist nicht jeder Arbeitslose für jeden Job geeignet. Was also würde es zum Beispiel mir als promoviertem Diplom-Chemiker nützen, wenn im Norden Schottlands die Stelle eines Chirurgen freiwerden würde? Auf dieser Grundlage mobil zu sein, wäre reiner Schwachsinn.

    Weiter gibt es sicher auch viele Arbeitslose, die verheiratet sind, in einer festen Beziehung leben oder sogar Kinder haben. Und diesbezüglich tun sich dann ganz andere Probleme auf. So kann der Partner oder die Partnerin durchaus einen guten Job haben, und selbst für einen sonst gestandenen Mann wäre es dann günstiger, vom Geld der Ehefrau zu leben und den Haushalt zu machen, anstatt die bisher gut funktionierende Beziehung als Fernbeziehung scheitern zu lassen. Oder aber auf einer in diesem Fall überholten Rolle als Ernährer zu bestehen und nach dem Umzug der Familie mit weniger auskommen zu müssen, da dann der andere Partner nach dem Umzug dort keine Arbeit bekommt. Und wie gut ist der neue Lebensraum für die Kinder? Wann ist es am besten, diese aus deren gewohntem Umfeld herauszureißen? Weiter mag für einen Erwachsenen eine sozial problematische Umgebung kein oder nur ein minimales Problem darstellen. Kinder aber geraten leichter in schlechte Gesellschaft. Und es gibt sicher viele Eltern, die dies den bisher lieben Kleinen nicht zumuten wollen. Oder aber auch auf die Bildungs- und Zukunftsmöglichkeiten ihres Nachwuchses vor Ort achten. Dieser Personengruppe kann man nun auch nicht unbedingt ihre Immobilität vorwerfen.

    Nun gibt es aber noch genug Leute wie mich, die bereits seit langem nach einer adäquaten Beschäftigung suchen, ungebunden sind sowie dazu bereit, selbst weltweit zu leben, zu reisen und zu arbeiten. Und trotzdem, wie in meinem Fall, aus Hartz 4 nicht herauskommen. Woran genau liegt das denn?

    Die Schuld liegt hier zum einen definitiv auf Seiten der Arbeitgeberschaft. Denn diese Arbeitgeber wollen oftmals Leute, die nicht mehr eingearbeitet werden müssen, sondern bereits zu Beginn auf die ausgeschriebene Stelle wie der Deckel auf den berühmten Topf passen. Diese Vorstellung ist aber meist absolut unrealistisch. Nur daß offenbar sehr viele Arbeitgeber keineswegs Ihre derart starre Position aufzugeben gedenken und auch keine Kompromisse, wie zu Beginn des Arbeitsverhältnisses weniger Lohn, eingehen wollen. Ich habe es auch schon in Deutschland erlebt, wie ich mich auf diverse Stellen beworben und Absagen kassiert habe, diese Stellen dann aber, in einem Fall sogar nur 5 Minuten später, wieder im Internet ausgeschrieben waren. Und die Arbeitgeber hier auch zu keinen Begründungen oder gar Diskussionen bereit waren.

    Weiter geht dann immer noch die Begründung umher, man würde sich falsch bewerben, müßte sich beraten lassen oder diverse Bewerbungstrainings absolvieren. Ich habe hier schon so einiges hinter mir und es hat alles nichts genützt. Und offengestanden habe ich mittlerweile auch die Schnauze voll davon. Es ist ja fast so wie im Mittelalter, wo Gesellen auf der Walz ein bestimmtes Auftreten und Gebaren an den Tag legen mußten, um überhaupt Arbeit und Unterkunft zu bekommen. Angeblich sind wir froh, diese dunklen Zeiten endlich hinter uns gebracht zu haben. Mit den korrekten Bewerbungen ist es aber nicht nur das Gleiche wie damals. Nein, es ist noch viel schlimmer geworden. Quasi jährlich ändert sich etwas und jede Nation hat eine andere Mode oder Tradition. Was sollen ich und andere Betroffene eigentlich tun, wenn wir den Job in der Ferne endlich einmal haben? Sollen wir uns dann gleich pausenlos weiter bewerben? Hier wäre eine weitaus größere Toleranz der Arbeitgeber vonnöten, um dann schließlich eine Konzentration auf das zu erreichen, was an Arbeit wirklich anfällt anstatt einer an sich großenteils überflüssigen Personalabteilung sinnlose Arbeit zu verschaffen.

    Zum anderen liegt die Schuld aber definitiv bei Europa selbst. Ich weiß nicht, wie oft ich bereits gesagt habe, ich würde quasi weltweit leben, reisen und arbeiten. Und ich weiß nicht, wie oft mir diverse Jobvermittler schon mit mir mittlerweile verhaßten Begriffen wie Lokal und Regional gekommen sind. Oder zumindest mit Deutschlandweit. Jedenfalls habe ich kaum einen Personaldienstleister kennengelernt, der klar erkennbar über den großdeutschen Tellerrand (Deutschland, Österreich, deutschsprachige Schweiz und Teile Belgiens) hinausgeblickt hat. Oder aber das Unternehmen ist zwar international aufgestellt, die einzelnen Zweigstellen tun dann aber doch was sie wollen und haben mit anderen Zweigstellen aus dem gleichen Unternehmen weniger als gedacht zu tun. Die Kommunikation selbst in einer Nation wie der deutschen, ist zwischen den verschiedenen Ämtern und Zweigstellen diesbezüglich katastrophal. Europaweit wird es dann eher schlechter. Und niemand der Arbeit sucht, kann diesen riesigen Wirtschaftsraum mit all seinen Möglichkeiten überblicken, solange er nicht schon hochspezialisiert oder gar im Topmanagement angekommen ist.

    Es ist durchaus schon richtig, daß es keine Notwendigkeit für Arbeitslose gibt, mobil zu sein. Und daß die Transferzahlungen des Staates in Form von Arbeitslosengeld und Hartz IV die Immobilität möglich machen. Aber ist sie für die gesuchten Fachkräfte denn auch erstrebenswert? Ich für meinen Teil hätte nicht meinen erweiterten Realschulabschluß, mein Abitur, zwei Jahre Militärdienst, mein Vordiplom in Chemie, einen einjährigen Aufenthalt als Austauschstudent in Calgary in Kanada, ein Diplom in Chemie sowie meinen Dr. er. nat. und dann noch einige andere Qualifikationen wie den Führerschein, diverse Bootsführerscheine und Tauchlehrerlizenzen sowie Weiterbildungen in interkultureller Kompetenz, Wissens- und Contentmanagement, E-Learning und Blended Learning sowie Projektarbeit gemacht, würde ich ein Leben auf Stütze gewollt haben. Ein unrühmlicher und unehrenhafter Abgang von der Hauptschule als Schulabbrecher sowie eine Vorstrafe anstatt Militärdienst hätten dann vollauf genügt. Im Gegensatz zu der Behauptung in diesem Artikel bin ich sehr daran interessiert, im Ausland tätig zu werden und mich auf internationalem Parkett zu bewegen. Wenn ich denn endlich einmal eine Gelegenheit dazu bekäme. Sicher kann ich mit Hartz 4 so einigermaßen leben. Große Sprünge machen kann ich jedoch nicht. Meine Träume kann ich mir damit auch nicht erfüllen. Auch was das betrifft, würde ich lieber heute als morgen eine adäquate Beschäftigung annehmen. Selbst wenn ich dafür nach Französisch Guayana ziehen müßte. Bisher aber bekam ich trotz meiner Mobilität und Flexibilität massenweise Absagen.

    Ein weiterer Grund für die Immobilität ist sicher die Sprachbarriere. Klar, daß Englisch heute ein Muß ist. Eine zweite oder dritte Fremdsprache läßt sich ebenfalls lernen. Wieviele verschiedene Sprachen und Dialekte aber gibt es in Europa? Wollen wir wirklich einen mobilen Arbeitsmarkt, so geht dies nur über die endgültige Beseitigung der jeweiligen nationalen Sprachen und Dialekte sowie über die Einführung einer Einheitssprache wie Englisch oder Esperanto. Wie in den USA oder in Australien muß eine Sprache als Amtssprache von Geburt an gelernt und überall gesprochen werden. Denn niemand kann selbst in Europa auf jeden Sprachraum vorbereitet sein. Und es wäre doch sehr ungünstig, Deutsch, Englisch und Spanisch zu beherrschen, dann aber plötzlich Polnisch oder Tschechisch sprechen zu müssen. Allerdings bezweifele ich, daß hier diverse Asylanten sprachlich fitter oder anpassungsfähiger an fremde europäische Kulturen sind, als die Europäer selbst. Sie könnten höchstens billiger sein und die Löhne und Gehälter drücken, wie es heute ja schon über die Reklame für naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studienfächer sowie die Debatte über einen drohenden Fachkräftemangel zumindest in Deutschland bereits geschieht.

    Ich für meinen Teil würde lieber heute als morgen eine adäquate Tätigkeit ausüben und bin gerne dazu bereit, meine Unterlagen für diesen Zweck überallhin zu schicken. Und sicher bin ich damit nicht allein. Der erste Schritt von mir und sicher auch von anderen ist also bereits getan. Die nächsten Schritte müssen nun aber auch von den Arbeitgebern sowie von Europa kommen. Angesprochen wurden die Probleme nun von mir. Über eine Lösung, die mir und vielen anderen endlich wieder eine Zukunftsperspektive bringt, würde ich mich freuen. Auf Anfragen und Angebote übrigens auch.

    Dr. Jens Romba

  10. T.R.E.Lentze says:

    Ich habe es ähnlich gemacht wie die Asylanten, nur daß ich den umgekehrten Weg gegangen bin: nach Afrika und zwar auf dem Landweg. Dort, in einem der ärmsten Länder der Welt (Benin), ist mein Stern aufgegangen. Erstmals in meinem Leben wurde ich Unternehmer, beschäftigte Angestellte, kaufte drei Grundstücke, baute ein Haus.

    Davor und danach aber, hier in Deutschland, war ich Gelegenheitsarbeiter bzw. bin ich ein “Parasit”. Ehrlich gesagt: Meine Motivation zu arbeiten ist hier gleichbleibend gering, und wird immer geringer.

    Als ich jung war, konnte man selbst als Unqualifizierter allein durch Fleiß ein hohes Einkommen erzielen. Aber darauf legte ich damals nicht viel Wert. Ich arbeitete meist tageweise und lebte damit ehrlich, aber bescheiden.

    Heute würde sich eine Erwerbstätigkeit für mich überhaupt nicht mehr lohnen, weil ich von meinen Schulden (hauptsächlich Unterhaltsschulden in der Folge von staatlich betriebenem Kindesentzug) auch durch noch so große Anstrengung nie mehr herunterkommen würde.

    Schon im Jahre 2001, unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Afrika, war die Situation am Arbeitsmarkt desolat. Ich nahm einen Tätigkeit als Fahrer eines 40-to-Zuges an, malochte ca. 12 Stunden am Tag, aber es brachte kaum etwas ein. Ausländische Kollegen derselben Firma bezogen sogar unterstützende Sozialleistungen, um ihre Familien durchzubringen!

    Diese Erfahrungen überdacht, weiß ich nicht so recht, wie ich den Artikel von Herrn Klein und die Kommentare einschätzen soll. Für mich kann ich nur sagen, daß ich zu Höchstleistungen fähig und willens war, sobald ich die Gelegenheit zur Entfaltung meiner Persönlichkeit sah; daß ich anderseits jede Lust verliere, wenn ich in der Arbeit als solcher keinen Sinn sehe.

    Vielleicht würden viele der oft sog. “Parasiten” ungeahnte Talente entfalten, wenn sie sich nur in andere Situationen gestellt sähen, die ihren Begabungen, Neigungen und inneren Zielen entsprechen. Herr Klein hat offenbar sein Biotop gefunden. Viele Andere finden es derzeit nicht.

    • TREL
      Ich denke, ein erster Schritt zum Einschätzen des Artikels besteht darin, die Höhe des Verdiensts und die Höhe der staatlichen Abzüge, in denen A. Behrens die Arbeiterfeindlichkeit des Systems begründet liegen sieht, zu trennen. Das führt dann dazu, dass man einerseits Unternehmen hat, die Löhne zahlen, die zum Lebensunterhalt befähigen, andererseits einen Staat, der von diesem Lohn soviel für sich stiehlt, dass es zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist.

      Und dass ich mein “Biotop” gefunden habe, als jemand, der aus der Arbeiterschicht stammt und das hat, was man heute als “bildungsferne Eltern” diffamiert, zeigt nur, dass es möglich ist, wenn man nur will.

      • T.R.E.Lentze says:

        zeigt nur, dass es möglich ist, wenn man nur will.

        Nun ja, dafür bin ich selbst ja ein noch viel besseres Beispiel: Ich habe im ärmsten Afrika reüssiert. Als Ausländer. Und mit anfangs ganz schlechten Sprachkenntnissen. Eigentlich absurd. Gleichwohl, ich war erfolgreich.

        Aber:

        Darf man daraus ableiten, daß es möglich ist, wenn man nur will ?

        Nein! Zwar ist der Wille notwendig. Aber er ist nicht zureichend. Man braucht auch Glück. Manche würden von einer “karmischen Bestimmung” reden, was sich wissenschaftlich freilich nicht begründen ließe. Egal, das “Nur-wollen”, das reicht nicht.

        Mir ist aufgefallen, daß manch ein Erfolgreicher, der z.B. gerade einen Prozeß gewonnen oder seinen Traumjob gekriegt hat, sich selber als Verdienst anrechnet, was er in Wirklichkeit nur den günstigen Umständen schuldet, die er selbst mit bestem Willen und größter Intelligenz nicht hätte herbeiführen können. Unreflektierte Selbstgerechtigkeit ist daher genauso ärgerlich wie das Anspruchsdenken und die Schuldzuweisung der vielen Unzufriedenen und Enttäuschten. Wie sagte man früher? “Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt.” Das dürfte die gesündeste Einstellung sein.

        Im Übrigen gebe ich zu, daß ich mich mit hiermit weit von dem wissenschaftlichen Anliegen Ihres Artikels entfernt habe. Aber Sie sehen ja, daß das Thema als solches die Gemüter in Wallung bringt. Weil es die Menschen existenziell betrifft.

        • Aber Sie werden mir sicher zustimmen, dass das Glück zu den Tüchtigen kommt, oder weniger archaisch, dass man etwas tun muss, damit man etwas ernten kann. Wer nur darauf wartet, dass mit ihm etwas passiert, der kann lange warten und nur darum geht es, den Hintern hoch zu bekommen und etwas zu tun. Larmoyante Couchpotatoes sind das beste, was einem Staat passieren kann. Von Ihnen ist nicht viel zu befürchten, sie lamentieren, tun aber nichts und man kann ihnen ab und zu eine (verbale) Brotkrume hinwerfen und gut ist’s,

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          … nach meiner Erfahrung kann man seine Chancen nicht von zuhause aus sehen, analysieren, am Ende vielleicht sogar planen. Man macht einfach alles Mögliche, lernt Leute kennen, Möglichkeiten, von deren Existenz man überhaupt nichts wusste … Die Dinge ergeben sich einfach – oder auch nicht. Natürlich wird aus manchen Dinge, auf die man gehofft hat, nichts, aber dafür ergeben sich andere, völlig unvorhergesehene Dinge. Aber das kann eben nur passieren, wenn man nicht ständig allem hinterhertrauert, was NICHT geklappt hat, sondern sich bewegt, und zwar physisch wie psychisch.

          Und wenn ich einige der Kommentare hier lese, dann habe ich den Eindruck, dass die Barrieren gar nicht so sehr die physische Mobilität ist, sondern die psychische: Wer schon dagegen blockt, anderer Leute Erfahrungen oder Argumente überhaupt nur anzuhören und ernsthaft zu erwägen, also daraufhin abzuklopfen, was sie einem vielleicht für sich selbst bringen können, der will doch einfach nur im status quo verharren, in dem Loch, in das er sich eingegraben hat. Und es ist ja klar: wer nicht mit anderen Leuten sprechen kann oder will als der “Familie” und ein paar beim Staat beschäftigten Verwaltungsmenschen in Arbeitsämtern, der kann doch eigentlich nicht ernsthaft erwarten, dass er die Dinge mal aus einer anderen Perspektive sieht und neue Leute kennenlernt, die ihm wiederum neue Möglichkeiten eröffnen können.

          Niemand hier bei sciencefiles sagt, dass die Bedingungen für Erwerbsarbeit und Mobilität in Europa oder in Deutschland optimal sind, aber gerade, wenn das stimmt, gilt doch umso mehr, dass man bei sich selbst anfangen muss, wenn man eine vernünftige Arbeit haben will, was immer das für jemanden dann auch sein mag: eine Arbeit, die sich finanziell lohnt, oder eine Arbeit, die Spaß macht, obwohl sie sich nicht finanziell lohnt – wie z.B. die Arbeit bei sciencefiles 🙂

    • a.behrens says:

      Bezüglich Unterhaltsschulden: Nach Frankreich gehen (umziehen). Wie in Deutschland gibt es auch in Frankreich ein Entschuldungsverfahren. Der Vorteil von Frankreich: Es dauert nur zwei Jahre und man kann sich auch Unterhaltsschulden entledigen.

      Die deutsche Alternative: Unterhaltsklage einreichen und im Rahmen des Prozesses einen Vergleich erwirken. Inhalt des Vergleichs “Du bekommst jetzt wenig aber regelmäßig und wenn das Kind 18 ist, sind alle Schulden weg” vs “du hast ein Papier mit großen Zahlen aber bekommst nie etwas weil ich pleite bin”.

      Also es gibt schon Möglichkeiten auch mit solchen Situationen fertig zu werden.

      • T.R.E.Lentze says:

        Danke für die Tips. Sie sind aber nicht voraussetzungsfrei; so wären für einen Umzug nach Frankreich auch gewisse Ersparnisse nötig. So belasse ich es jetzt mit dem, was ist, so wie es ist. Und obwohl gewissermaßen Geldschmarotzer, fühle ich mich dennoch nicht unwürdig. Denn man kann ja “der Gesellschaft” (sagen wir besser: seinen Mitmenschen) auch in anderer Weise dienlich sein.

  11. Pingback: Nachtwächter-Blah » »[…]Die Immobilität von Arbeitslosen hat zud…

  12. a.behrens says:

    About Joachim: Ich halte die Postings von Joachim immer noch für einen Witz. Oder ein verrücktes soziologisches Experiment. 🙂

    Ich mein: Zunächst ging es noch darum, dass er ein Opfer ist, weil die anderen ihn nicht zum Zuge kommen lassen und “ihre Privilegien” verteidigen. Und am Ende ist er dann der moralisch überlegende Einzelkämpfer, der in einer Welt voll von Missgunst und Neid(*).

    In mir kommt immer mal wieder der Wunsch hoch, den Streik von Ayn Rand wahr werden zu lassen. Wenn nur 10% der deutschen Bevölkerung (ok, die oberen 10%) ein halbes oder ein Jahr streiken würden, wäre der Spuk der Sozialsysteme europaweit(!) vorbei.

    (*) Beinahe nätte ich geschrieben “der doch einfach nur die Früchte seiner Arbeit geniessen will”, aber das will er ja gerade nicht. 😉

    • Ja, genau meine Phantasie. Ein solcher Streik hätte auch zur Folge, dass das gesame Funktionärsunwesen mit einem Schlag verschwinden würde, grad’ so, als würde man einer Mistel den Baum wegnehmen.

    • Joachim says:

      Mal angenommen es ist so wie ich schrieb mit den 50 Bewerbungen auf einen Job und keine Chancen. Vielleicht war es schon vor 20 Jahen und vor 10 Jahren und vor 5 Jahren so.

      Es würde nicht für meine Intelligenz sprechen wenn ich mich diesem Denkmustern nicht entziehen würde, entzogen hätte. Stellen Sie sich vor, was wäre dann aus mir geworden?

      Hingegen spricht doch sehr viel für meine Intelligenz wenn sie meine letzten Beiträge oben sehen und erkennen das ich zufrieden bin und natürlich auch immer nach Verbesserungen strebe.

      Im Prinzip hätte ich übrigens nicht viel dagegen im Gartenhäuschen wohnen zu dürfen. Ich würde auf jeden Fall nur soviel arbeiten wollen um meine grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. !0 – 15 Stunden die Woche könnte ich noch unterbringen.

      Was nicht gehen wird ist die Sozialsysteme zu killen und die ganzen Reglementierungen und Privilegien andererseits aufrecht zu erhalten, denn dann werden es viele Menschen hier nicht schaffen zu überleben und das gibt Bürgerkrieg.

      Wie soll denn der Habenichts dann den üppig angesetzten Tarfe des Schornsteinfegers bezahlen, oder die Privilegien welche die Apotheker auf ihre Preise umlegen oder die ganzen Steuern womit die Wasserköpfe finanziert werden. Das Geld reicht ja so oder so nie, sieht man in den USA wo es kein Hartz gibt sie aber trotzdem nicht auskommen.

      Sparen Sie sich doch besser den Neid auf mich und setzen Sie sich auch dafür ein bundesweit Karten mit Sozialtarifen an Arbeitslose auszugeben, für Verkehr und kulturelle Einrichtungen usw.

      • heureka47 says:

        “Was nicht gehen wird ist die Sozialsysteme zu killen und die ganzen Reglementierungen und Privilegien andererseits aufrecht zu erhalten, denn dann werden es viele Menschen hier nicht schaffen zu überleben und das gibt Bürgerkrieg.”:

        Etwas dieser Art – “Kollektive Psychose” (siehe 1933-45) – wird so oder so kommen – WENN nicht die tiefere Ursache, die “Kollektive NEUROSE”, gundlegend geheilt wird.
        Im groben Durchschnitt passieren “Kollektive Dekompensationen” der Kollektiven (Zivilisations-)Neurose alle 50 Jahre.

        Die Fakten sind alle bekannt und offen zugänglich und liegen nicht etwa in Geheimarchiven.
        Auch jeder Politiker könnte – wenn er es nicht unter der Einwirkung der Kollektiven Neurose verdrängen würde – es wissen.

  13. jck5000 says:

    Sehr interessante “Diskussion” hier… leider weitab vom eigentlichen Thema, das ich sehr interessant fand… das mit der positiven Selektion wusste ich beispielsweise nicht. Aber es erklärt natürlich, warum mir beim Einkaufen, direkt gegenüber einem der größten [politisch korrektes Wort für Asylantenheim einsetzen] in Deutschland, nicht jedes Mal die Reifen zerstochen und mein Navi geklaut werden. Da hatte ich mich schon gewundert.

    Zu dem ganzen Anti-Neoliberalen, selbstmitleidigen Geblubber von Joachim: Sie denken falsch. Wirklich sehr, sehr falsch – Sie denken, dass Sie von einem übermächtigen “System” zu irgendwas gezwungen werden. Das ist schlicht falsch, Sie sind nur Nutznießer dieses Systems. Niemand hält sie davon ab, 10 oder 15 Stunden zu arbeiten, niemand hält sie davon ab, den Jakobsweg zu beschreiten. Sie sind nur offenbar der Meinung, dass Sie einen Anspruch darauf haben, dass Ihnen jemand Ihre ausgiebige Freizeitgestaltung finanziert.

    Würden Sie denn fairerweise auch meine Forderung unterstützen, dass mir der Staat jährlich 3.000 Euro Unterstützung für meine Segelyacht zahlt? Nein? Aber Sie wollen 420 Euro im Monat für Ihre Hobbys?

    Das mit dem Streik von Ayn Rand wird langsam Zeit.

    • a.behrens says:

      “Das mit dem Streik von Ayn Rand wird langsam Zeit.”

      Mal ganz nüchtern: Es wird den Streik niemals geben.

      Ein einfacher Steuerstreik (alle “Reichen” zahlen ein halbes Jahr lang keine Steuern) würde zwar das Sozialsystem zum Zusammenbruch bringen, aber nicht die Anspruchshaltung, etwa von Joachim.

      Das fatale ist ja, dass die Ausbeuter es als selbstverständlich ansehen, dass die Arbeiter (und Angestellten und Selbständigen) arbeiten gehen und so die notwendige Umverteilungsmasse erwirtschaften. Die Umverteilung würde unmittelbar nach Streikende wieder aufleben.

      Für einen wirksamen Streik müsste man tatsächlich wie bei Ayn Rand leben. Also freiwillig jedes Vermögen, jeden Wohlstand aufgeben und von Hilfstätigkeiten leben. Der Streik müsste solange dauern, bis wirklich jeder H4ler, jeder Grüne, jeder Linke sich als “Unternehmer” versucht hat und erkennen muss, dass er es nicht kann –> und deshalb auch als H4ler, Grüner oder Linker lebt.

      Der Streik müsste obendrein sehr großräumig ablaufen, da sonst die betroffene Region Hilfen aus anderen Regionen bekommt.

      Strenggenommen gab es den Streik ja auch schon. Nannte sich “Real-Sozialismus” und lief über 70 Jahre. Am Ende sind dann die Ausbeuter tatsächlich zusammengebrochen, wurden aber faktisch nur durch andere Ausbeuter ersetzt.

      • heureka47 says:

        “Streik” würde das Grundproblem nicht lösen – im Gegenteil.
        Jede Maßnahme, die Gewalt einsetzt – selbst gewaltloser Widerstand ist genau genommen Gewalt – erzeugt genau das, worunter die Menschen seit Beginn der “Kollektiven (Zivilisations-)Neurose” leiden und aufgrund der “automatischen” Abwehr auch mehrheitlich nicht den Weg zur durchaus möglichen Heilung finden. Das “System” IST – wenn auch “legale”, z.T. auch “nur” latente – Gewalt. Und das erzeugt Unsicherheit, Spannung, Angst -> Neurose.

      • Joachim says:

        “aber nicht die Anspruchshaltung, etwa von Joachim.”

        Was heißt Anspruchshaltung? Ich muss mich auch an alles halten was mir das System vorschreibt. Ich darf ja nicht mal im Bach ne Forelle angeln ohne drei Bescheinigungen und diverse Forderungen irgendwelcher Leute. Darf auch keinen Acker besitzen um mir Kartoffeln anzubauen, den müsste ich verwerten.

        Dankeschön für das Brötchen und die erbärmliche Wohnung, ist ja echt großzügig von euch!

        Im Gegensatz zu den Kindern von z.b. Aldi Gründer Albrecht ist meine Anspruchshaltung aber sicherlich äußerst bescheiden.

    • Joachim says:

      Zu dem ganzen Anti-Neoliberalen, selbstmitleidigen Geblubber von Joachim: Sie denken falsch. Wirklich sehr, sehr falsch – Sie denken, dass Sie von einem übermächtigen “System” zu irgendwas gezwungen werden. Das ist schlicht falsch, Sie sind nur Nutznießer dieses Systems. Niemand hält sie davon ab, 10 oder 15 Stunden zu arbeiten, niemand hält sie davon ab, den Jakobsweg zu beschreiten. Sie sind nur offenbar der Meinung, dass Sie einen Anspruch darauf haben, dass Ihnen jemand Ihre ausgiebige Freizeitgestaltung finanziert.

      Würden Sie denn fairerweise auch meine Forderung unterstützen, dass mir der Staat jährlich 3.000 Euro Unterstützung für meine Segelyacht zahlt? Nein? Aber Sie wollen 420 Euro im Monat für Ihre Hobbys?

      Das mit dem Streik von Ayn Rand wird langsam Zeit.

      —-

      Natürlich macht unser Staat die Rahmenbedingungen, ich kann nur in der Spur laufen.

      Natürlich könnte ich 10 oder 16 Stunden am Tag arbeiten, aber erstens will ich das nicht und zweitens wäre das dann wohl keine übliche Erwerbsarbeit.

      Natürlich, wenn ich mich billig genug verkaufe würde mich schon einer nehmen. So billig das alle anderen Arbeitslosen dabei den Vogel zeigen würden. Würden sich alle anderen auch so billig verkaufen wäre es schon wesentlich schwieriger, weil mehr Konkurrenz. Also im Prinzip dasselbe wie heute.

      Die für die wir dann in solcher Weise arbeiten würden könnten sich noch größere Paläste bauen.

      Also mein Angebot, Halbzeitstelle 850 € aufs Pfötchen und voller Urlaubsanspruch RV und KV. Da müssen wir dann halt ein bisschen von den anderen umverteilen. Und hört auf zu jammern ihr macht euch lächerlich!

      Ihr geht mit 3 – 4 Riesen im Monat nachhause und wollt das ich für 2 € die Stunde Müll sortiere.

      Es wird hier Zeit euch scharf zu besteuern. Schon alleine wenn ihr die dicke Kohle erbt ohne euren Arsch dafür bewegt zu haben, da muss der Steuerknüppel einschlagen! Und es ist doch so: Dieses widerliche Privilegientum von allen möglichen Berufsständen. Guckt euch doch die Apotheker an oder die Banker, die Beamten, die Politiker, die halbe Arbeitswelt ist überprivilegiert.

      Ihr seht das nur schon gar nicht mehr GEZ Zwangsgebühr – alle Beschäftigten dort privilegiert. Sport, Werbung die ICH beim kaufen der Produkte zwangsweise bezahle, da geht das Pack dann mit Millionengehältern nachhause Ist doch vollkommen überprivilegiert. Oder die Kosten beim TÜV, Phantasiepreise, alles Überprivilegierte da!

      Darum ist hier auch alles so teuer! Weil ihr Gierschlunde alle zuviel in Hintern geschoben kriegt!

      Und dann aber gegen Arbeitslose hetzen… ja, die können doch da im Graben mal den Dreck wegmachen, die können se doch rankriegen. Arbeitsbedingungen brauchen die nicht, kriegen doch dreihundert und paar Zerquetschte Hartz, die können hier doch den Sklave spielen…

      Und dann aber Kontoauszüge vorzweigen und was für 30 € eine Habseligkeit bei Ebay verkauft, sofort einkassieren das Geld, das sind ja Einnahmen!.

      Ich sag dazu nur und was anderes kann man nicht sagen: Ohne Hartz – Waffenfreigabe!

      Wir regeln das dann mit euch. 😉 Soviel Bullen könnt ihr gar nicht um euch scharen, wir kriegen euch!

      Revolution! Jawohl!

      • jck5000 says:

        Hu, jetzt bekomme ich aber Angst – der Mann, der sich für zwei Euro die Stunde nicht die Finger schmutzig machen will, würde es kostenlos tun? Haben Sie ernsthaft den Eindruck, Sie würden in einen Bürgerkrieg gegen eine bezahlte Berufsarmee treten wollen? Machen Sie ruhig, dann hat die Polizei endlich was besseres zu tun als mir vorzuschreiben, wie schnell ich fahren darf.

        Aber ernsthaft: Denken Sie, dass die “Neoliberalen” in diesem Forum nicht sofort dafür wären, unbegründete standesrechtliche Privilegien (das sind die meisten) abzuschaffen? Denken Sie, hier findet einer das EU- oder das “Bankenrettungs” – Moloch gut? Denken Sie, ich fände die arbeitsfeindliche Zuverdienst-Regelung bei Hartz4 irgendwie gut?

        Kein echter Liberaler findet regulierte Märkte gut. Da gibt es Ausnahmen, wo man regeln kann – ich beispielsweise finde es nicht unbedingt schlecht, dass sich nicht jeder Depp als Arzt ausgeben darf – aber dass ließe sich auch einfach über Verantwortung regeln: Indem man Menschen für das, was sie tun, haftbar macht. Natürlich wird das zu umgehen versucht werden, aber wenn Sie als freier Mensch einem Pseudo-Arzt unterschreiben, dass Sie ihn von der Haftung für seine Quacksalberei freistellen, dann ist das doch wirklich Ihr Problem, oder?

        Es zwingt sie auch niemand, beworbene Produkte zu kaufen. Gehen Sie doch – wie es Bonzen wie ich auch machen – zu Aldi. Oder nehmen Sie die ja! – Produkte oder sonst eine Eigenmarke. Aber bitte, bitte, hören Sie auf, allen zu unterstellen, dass man Sie zu irgendwas zwingen würde. Und hören Sie auf, so zu tun, als geben Sie “Ihr” Geld aus – das ist das Geld anderer Leute, das Ihnen nur über ein Zwangs-Umverteilungssystem zugeteilt wurde. Ein Teil davon ist meines. Kein Teil davon ist Ihres.

        Und wenn Sie den TÜV zu teuer finden, gehen Sie zu Dekra oder GTÜ. Und wenn Sie das dann immer noch zu teuer finden – hey, eröffnen Sie doch eine GTÜ-Filiale und machen es billiger, wenn Sie denken, dass Sie das schaffen. Ich könnte es nicht billiger anbieten.

        So, ich gehe jetzt die Tomaten gießen, die ich ganz ohne Notwendigkeit von Genehmigungen in meinem Garten anbaue.

        • Joachim says:

          Hab keine Lust die Welt zu verändern, bin ausgelastet.

          Plustern Sie sich bitte nicht so auf mit Ihrer scheiß Arbeit. In der EU gibt es offiziell alleine 20 Millionen Arbeitslose von denen sicherlich die absolute Mehrheit wollen würde. Fakt ist ihr nehmt den anderen Willigen die Jobs weg. So eine Frechheit mir dann auch noch vorzuhalten, dass ich mich nicht mit Ellenbogen um den Fressnapf drängle.

          Und habt ihr selber trotzdem kein Bock auf Arbeit wenn ihr deshalb an anderen rumnörgelt?

          Seht ihr es als Zwang? Weil ihr euch mit Konsum fett fressen wollt? Ich kann mir auch denken sowohl ein Leben mit als auch ohne Arbeit kann sehr schön sein..Soll doch jeder selber entscheiden und so leben wie er möchte, Sind Sie neidisch weil’s bei mir passt, also die Rahmenbedingungen zu meinen Wünschen?

          Außerdem, für 10 € die Stunde mähe ich Ihnen gerne den Rasen und Ihren ganzen Nachbarn auch. Kleiner Zuverdienst zum Hartz versteht sich.

          Will sagen, Faulheit an sich ist nicht relevant, sondern nur was man für etwas bekommt. Wobei ich 10 nun nicht größenwahnsinnig finde. Wollte damit auch nur sagen, es gibt nicht die und die Menschen, Sie sind nicht besser.

          Höchstens unzufrieden mit Ihrer scheiß Arbeit! Da müssen dann angebliche faulen Schweine als Sündenböcke herhalten um sich selber gut fühlen zu können.

          Ich geh aber trotzdem nicht für Sie für 2 € Müll sortieren!

          Und es wird hier solange ich lebe auch keiner hinkriegen das ich im Slum lebe und für Cents arbeite und andere sich alles vereinnahmen und mit dicken Luxusautos rumfahren, denn dann töten wir diese. Dieses ist logischerweise die letzte Konsequenz.

          Nicht zu gewinnen oder unterzugehen unterstellt übrigens den Armen eine geringere Intelligenz als den Reichen. Der Erbfall ist bekanntlich der Sündenfall des Kapitalismus. Diejenigen entziehen sich nicht weniger als ich dem Leistungsprinzip. .

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar