Wissenschafts-Prostitution lohnt sich nicht

– das weiß nun auch die Hochschulrektorenkonferenz

HRKNRW

sollte besser heißen: Die Stummen der Hochschulen

Wir könnten jetzt schreiben (und tatsächlich schreiben wir das auch): wir haben es Euch gesagt – oder: Was habt Ihr denn gedacht, was dabei herauskommt, wenn man sich und seine Wissenschaft an die Politik verkauft, sich prostituiert?

Wir haben in einer Vielzahl von Beiträgen darauf hingewiesen, dass eine Entprofessionalisierung und Infantilisierung von Wissenschaft in vollem Gange ist, dass Hochschulen von Ideologen unterwandert und zu Gender-Kaderschmieden umfunktioniert werden, dass Hochschulen für politische Zwecke instrumentalisiert werden und zu Legitimationsanstalten der Staats-Ideologie, des Staatsfeminismus degradiert werden sollen und vieles mehr.

Es kann demnach niemand behaupten, er hätte nicht gewusst, was passiert, wenn man sich an Ideologen verkauft. Es kann niemand behaupten, er hätte nicht den perfiden Geist hinter einer Mittelkürzung für Universitäten auf der einen Seite und dem Lockstoff “Professorinnenprogramm“, das Hochschulen mit finanziellen Mittel dazu bringen will, ihre Integrität zu verkaufen, gesehen. Und es kann niemand behaupten, er hätte nicht gewusst, dass vermeintliche Auszeichnungen wie die “familienfreundliche Hochschule“, die eine aberwitzige Verbindung zwischen Fortpflanzung, Familienstand und Wissenschaft herstellen, die analog zu der Verbindung zwischen Binge-Trinken, Depression und Parteizugehörigkeit ist, nur dazu da sind, Hochschulen auf Linie zu bringen, sie gleichzuschalten und für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Aber die Hochschulrektorenkonferenz tut es dennoch.

Honest politicianDie Hochschulrektorenkonferenz, jenes bundesländerübergreifende Kaffeekränzchen aus Wissenschaftler-Rektoren, das bislang immer brav den ideologischen Vorgaben des jeweiligen Kultusherren gefolgt ist und brav und artig, sowohl die Entprofessionalisierung von Hochschulen und deren Umwidmung in Kinderbetreuungsanstalten als auch aktive Eingriffe in die vermeintliche Freiheit von Lehre und Forschung, die Etablierung von weiblichen Kadern als von außen der Wissenschaft aufoktroyierte Gleichstellungstante und den Ausverkauf des Prinzips der Meritokratie, wie er mit dem Professorinnenprogramm betrieben wird, abgenickt hat – vermutlich mit Begeisterung, sofern Gemütsregungen zum Repertoire der Positionsinhaber gehören.

Die Hochschulrektorenkoferenz tut es dennoch.

Ausgerechnet die Hochschulrektorenkonferenz regt sich darüber auf, dass man von Politikern getäuscht worden sei.

Hochschulen quer durch Deutschland leiden unter Mittelknappheit, müssen Fachrichtungen und Institute schließen oder zusammenlegen, weil sie sich die entsprechenden Ausgaben nicht mehr leisten können. Die deutsche Hochschullandschaft ist eine reine Mangelverwaltung. Die ganze Hochschullandschaft? Nein. Der Bereich der Frauenförderung floriert ungeachtet der Mittelknappheit. Es werden vorhandene Professuren durch aus dem Professorinnenprogramm finanzierte Professuren gedoppelt und Professuren für “Gender” verbreiten sich wie Wasserpest. Ob jemand dahinter einen perfiden Plan erkennt: Nützliche Wissenschaft streichen und entsprechende Lehrstühle schließen, dafür Genderlehrstühle, von deren Inhaberinnen bis heute noch kein nützlicher, das gesellschaftliche Wohlergehen befördernder Beitrag gekommen ist, an ihre Stelle setzen, auf dass von Hochschulen und auf absehbare Zeit keine abweichende oder gar innovative Idee mehr komme?

Und das alles hat man bei der Hochschulrektorenkonferenz nicht gesehen? Die Damen und Herren, die sich dort zum Kaffeeklatsch treffen, scheien nicht zu sehen, was an ihren eigenen Hochschulen vorgeht, oder sie sehen  es sehr wohl, was bedeuten würde, ihre Aufregung ist blanke Heuchelei, ein bloßes Entsetzen über entgangene Finanzmittel, die man vermutlich für universitäte Mentorenprogramme zur Vorbereitung weiblicher Absolventen auf die Dissertation verbraten hätte.

Gegenstand der hochschul-rektoralen Aufregung ist eine politische Lüge, eine Täuschung wie sie Politiker ständig vornehmen, so dass jeder, der sich mit Politikern einlässt, eigentlich wissen muss, woran er ist. Nicht so die Hochschulrektoren. Sie haben in treuem Glauben die Übernahme der Finanzierung des Bafoeg durch den Bund begrüsst und den damit verbundenen Ankündigungen, die Bundesländer würden die freiwerdenden Mittel in voller Höhe den Hochschulen und der dortigen Lehre zufließen lassen, geglaubt. In ihrer ganzen Naivität haben sie tatsächlich gedacht, der politische Feind der wissenschaftlichen Erkenntnis, der seine Truppen u.a. in Kultusministerien der Länder versammelt hat, würde die gekürzten Mittel für Forschung und Lehre nun, da die Bafög-Verpflichtungen entfallen sind, den Hochschulen übergeben.

Besondere Verdienste im Kampf gegen Erkenntnis und im Versuch, Wissenschaft durch Ideologie zu ersetzen, haben sich SPD und Grüne erworben. Beide regieren in Hannover. Die Übernahme der Bafög-Finanzierung durch den Bund hat ihnen unverhofft rund 110 Millionen Euro in die Kasse gespült, 110 Millionen Euro, die die Hochschulrektoren in Niedersachsen schon auf ihren Konten verbucht haben.

NS_WissKultAber daraus wird nichts: Die Landesregierung will lieber Kita-Personal anstelle von Wissenschaftlern finanzieren. Kinder statt Wissenschaftler, so lautet das Motto in Niedersachsen. Man fühlt sich unwillkürlich an den Slogan “Kinder statt Inder” erinnert, mit dem Jürgen Rütgers im Jahre 2000 die Charts der Geschmacklosigkeit angeführt hat. Rot-grüne und christdemokratische Politiker scheinen eine Geringschätzung für die Wissenschaft zu teilen, vermutlich, weil sie nie einen Fuss in dieselbe bekommen haben – sofern sie überhaupt studiert haben. Wie dem auch sei: Die niedersächsische Landesregierung will also Kindertagesstätten finanzieren und Ringelreihen tanzen, während die landeseigenen Hochschulen finanziell aus dem letzten Loch pfeifen – Politiker haben eben ihre Prioritäten.

Offensichtlich ist man bei der Landesregierung der Ansicht, Erzieher in Kindertagesstätten seien produktiver und würden mehr zum Bruttoinlandsprodukt beitragen als Wissenschaftler. Seit Universitäten von Feministen und Sozialisten infiltriert werden, ist man fast gewillt, ihnen zuzustimmen, wenngleich es eine offene Frage ist, wer mehr Schaden an der Gesellschaft anrichtet, Erzieher in Kindertagesstätten, die von kleinauf indoktrinieren oder Feministen und Sozialisten an Universitäten, die sozusagen den Feinschliff im fortgeschrittenen Alter übernehmen und dafür sorgen, dass Wissenschaft und vor allem: Sozialwissenschaften in Deutschland zur Staatslegitimation dient.

Entsprechend kann man nur den Kopf schüttelnd zur Kenntnis nehmen, worüber sich Prof. Dr. Jürgen Hesselbach, Vorsitzender der Niedersächsischen Hochschulrektorenkonferenz, beklagt:

„Eine der wichtigsten Ankündigungen vor der Landtagswahl 2013 war die Abschaffung der Studienbeiträge und deren vollständige Kompensation. Den Studierenden und uns wurde damals versprochen, die Hochschulen nicht im Gegenzug an anderer Stelle zu belasten. Wir sehen jetzt, was von den Wahlkampfparolen übrig bleibt: Die für die Kompensation erforderlichen Mittel in Höhe von 130 Millionen Euro holt sich das Land nun de facto fast vollständig von den Hochschulen zurück.“

Herr Hesselbach: Was haben Sie gedacht, was dabei herauskommt, wenn man sich mit Ideologen einlässt, Prinzipien der Wissenschaft verrät und ansonsten zusieht, wie die eigene Hochschule zur Kaderschmiede und zur Abraumhalde für Akademiker-Ausschuss umfunktioniert wird?

Um diesen Post mit dem zu beenden, was Hans Albert nicht müde werdend als Forderung nach dem konstruktiven Teil, gerne auch als Frage: “Und wo ist der konstruktive Teil?” verpackt hat, schlagen wir den Hochschulrektoren vor, ScienceFiles zu abonnieren (rechts oben im Widget-Bereich): Damit sie in Zukunft informiert sind, was an ihren Hochschulen vorgeht und welcher politische Anschlag auf die Integrität von Hochschulen gerade en vogue oder in Vorbereitung ist.

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3 Responses to Wissenschafts-Prostitution lohnt sich nicht

  1. karstenmende says:

    Der letzte Link “Abraumhalde für Akademiker-Ausschuss” führt den Leser etwa ein Jahr in die Vergangenheit. Damals herrschte in den Kommentaren die verbreitete Ansicht, es sei ja alles nicht so schlimm. Anno 2014 aber, im Jahr der “Studierixe”, den schnauzbärtigen Professorinnen und dem StuRA der Universität zu Leipzig würde wohl kaum einer mehr (mit klarem Verstand) in dieser Form die Zustände bagatellisieren. Ja, der ideologische Wahnsinn hat von den Hochschulen (besser: dem gesamten Bildungswesen) dieses Landes flächendeckend und fächerübergreifend Besitz ergriffen. In diesem einen Jahr haben die gemeinsamen Recherchen von sciencefiles und seinen Lesern Umstände aufgedeckt, die alle damaligen Befürchtungen von sciencefiles in den Schatten stellen. Die Frage lautet heute nur noch, ob es noch eine reelle Chance gibt, das Ruder herumzureißen.

  2. qed says:

    Verehrte Stimm*_Innen der Hochschul*_Innen, verehrteste Professorix*_Innen,

    schon vor Jahr und Tag, vor bald 40 Jahren nämlich beschlich mich der ungute Eindruck, irgendwas müsse im Kopfe mancher LehrkörperInnen nicht stimmen, denn selbst Dämlichstes unter sich zu lassen entblödeten sich eine ganze Reihe an Lügnern, Laffen, Wichtigtuern und Mösenkriechern oder schlicht ‘Andersbegabten’ im Professorenrang schon damals nicht- anscheinend ist das Berufsvoraussetzung, was mir jüngst bestätigt wurde vom weltberühmten Institut für Flugsicherung der noch bedeutsameren TU Braunschweig, wo jetzt Wohl und Wehe der Luftfahrt anhand der unterdrückten Befindlichkeit weiblicher Geschlechtsteile im patriarchal dominierten Luftverkehr von einer frisch gekürten Quotzen- Prof. Dr.-Ing (Gender) Bath akribisch beurteilt wird.
    Derlei reiht sich nahtlos ein in die Serie vollendeten Irrsinns und blühenden Wahngebäuden, die die ProfessorleinInnen wie wichsende Schimpansen im Zoo nicht nur an der Humboldt- ‘Universität’, sondern auch an unzähligen anderen Einrichtungen in aller Öffentlichkeit ejakulieren; als besonders prachtvolles, aber beileibe nicht alleiniges Exemplar darf ich Ihnen Ihre Kollega Werlhof ans Herz legen, die mit besonders progressiver Brillanz den menschlichen Geist ad absurdum führt:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/08/15/die-planetare-bewegung-fur-mutter-erde/

    Sie werden vielleicht erahnen, warum gepeinigte Steuerzahler wie ich sich Ihrem kollektiven Ableben und der ultimativen Schließung der sog. ‘Universitäten’ inbrünstig entgegensehnen.
    Als letzte Ölung (sic!) empfehle ich euch charakterfreien Kretins:

    http://sciencefiles.org/2014/07/07/wissenschafts-prostitution-lohnt-sich-nicht/

  3. Andreas H. says:

    Das ist beängstigend. Es solllen private, freie Entscheidungen wie die Familiengründung politisiert und zu staatlich geprüften Diskriminierungsopfermerkmalen ernannt werden, damit in ein paar Jahren niemand mehr auf die Idee kommt, dass ein Familienleben auch ohne den allgütigen Genderstaat und die kämpferischen Feministinnen möglich wäre. Man sollte Herrn Maas zur Ergänzung seiner Hasskriminalitätenpläne die besonders harte Bestrafung von Straftaten aufgrund Alleinerziehendenhasses und Krippen- und Kindertagestättenphobie vorschlagen. Ich möchte anlässlich dieses erschreckenden Artikels von sciencefiles nochmals auf den allmachtsphantastischen Gender-Report 2013 hinweisen, indem schon der Gleichschaltungsplan gegen die Wissenschaft gezeichnet wird. Das Führerinnenprinzip soll eingführt werden oder um eine der vielen, sogenannten Empfehlungen (besser wäre Befehle) an die Berufungskommission zu zitieren: “Notwendig ist seitens der Berufungskommission… eine Schulung aller Kommissionsmitglieder, um Stereotypisierungen und Diskriminierungen zu erkennen und sich Gender-Kompetenz anzueignen. Damit sie Ungleichbehandlung entgegenwirken können, sollten insbesondere die Gleichstellungsbeauftragten, die Berufungsbeauftragten und die Kommissionsvorsitzenden geschlechtersensibel beobachten können, wer wie definiert, was Qualität ist, wie solche Definitionen in Verfahrensverläufen verändert und angepasst werden.” (S.416)

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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