Neue Ungereimtheiten um Briefkastenfirma: SPD im Landtag in Erklärungsnot

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Da haben wir vor einiger Zeit in einem Beitrag aufgezeigt, welches Firmenimperium die SPD betreibt, die doch eigentlich eine Partei sein will, und zudem herausgearbeitet, dass die SPD über die ddvg, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft eine Offshore-Firma ausgerechnet in der Steueroase Hong Kong betreibt, und nun hat sich der Landtag in Nordrhein-Westfalen damit beschäftigt.

Cavete global limited“Laut CDU-Mann Optendrenk unterhalte auch die Bundes-SPD eine Briefkastenfirma. Und zwar am beliebten Niedrigsteuer-Finanzplatz Hong Kong. Optendrenk spielt damit auf die “Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft” an, die der SPD zu 100 Prozent gehört. Diese hatte 2014 tatsächlich ein Tochterunternehmen in Hong Kong gegründet, die Cavete Global Ltd. Ein Steuersparmodell? Die SPD lässt das später dementieren. Cavete sei keineswegs eine Briefkastenfirma, sondern eine reguläre Gesellschaft, die ein Öko-Test-Magazin für China herausgebe. Die Gewinne würden nach deutschen Recht versteuert.”

Diese Erklärung ist mehr als seltsam, um nicht zu sagen: sie ist höchst unplausibel. Wenn man Steuern in Deutschland zahlen will, weil man ein Öko-Test-Magazin in China herausgeben will, dann tut man dies sicherlich dadurch, dass man in Deutschland ein Unternehmen gründet, das dem entsprechenden Zweck gewidmet ist. Und in der Tat hat die SPD ein solches Unternehmen gegründet, nämlich die DDVG China GmbH mit Sitz in Hamburg. Wozu ein weiteres Unternehmen in Hong Kong gründen, das dem Steuerrecht von Hong Kong unterliegt, wenn schon ein nach deutschem Recht gegründetes und besteuertes Unternehmen vorhanden ist, mit dem die Herausgabe von Öko-Test in China bewerkstelligt werden kann? (Ganz davon abgesehen, dass es überhaupt nicht nachvollziehbar ist, wozu eine deutsche Partei ein Unternehmensimperium benötigt, wozu ein Offshore-Unternehmen in China und wozu die SPD ein Öko-Magazin in China herausgeben muss.)

Die einfachste Antwort, die sich auf diese Frage anbietet, lautet: Die Cavete Global Limited ist eine Briefkastenfirma, die nichts mit der Herausgabe von Öko-Test in China zu tun hat.

Für diese Annahme spricht auch die Art und Weise, wie im SPD-Blatt Vorwärts keine Informationen zur Cavete Global Limited gegeben werden. Die Cavete Global Limited weise ‘keinerlei Strukturmerkmale einer Briefkastenfirma auf’, teilte die ddvg mit” und “Die Gesellschaft sei ‘nicht darauf ausgelegt, irgendwelche Sachverhalte in unzulässiger Weise zu gestalten, Vermögenssteuer zu verbergen oder steuerlichen Verpflichtungen auszuweichen”.

Wenn Sie eine Ihnen unbekannte Person mit Werkzeug, das man benutzen kann, um durch ein Fenster in ein Haus einzusteigen, auf Ihrem Grundstück vorfinden und zur Rede stellen und als Antwort erhalten, das Werkzeug “weise keinerlei Strukturmerkmale von Einbruchswerkzeug auf” und die Anwesenheit dieser Person und ihr Mitbringen des Werkzeuges sei “nicht darauf ausgelegt, irgendwelche Sachverhalten in unzulässiger Weise zu gestalten, Fenster einzubrechen oder Hab und Gut eines anderen zu entwenden”, glauben Sie der entsprechenden Person dann?

Uns geht es mit der SPD genauso, zumal es ganz einfach wäre, die finanziellen Angelegenheiten der Cavete Global Limited offenzulegen und damit jedem Verdacht, es handle sich bei der Cavete Global Limited um eine Briefkastenfirma, den Boden zu entziehen. Dass die SPD dies nach wie vor verweigert, lässt nur zwei Schlüsse zu: (1) bei der SPD denkt man, alle anderen seien so dumm, dass sie sich mit den oben zitierten Floskeln abspeisen lassen und (2) bei der SPD hat man mehr als eine Finanzleiche im Keller …

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