Geschlechtergerechtes Bodenwischen: Bundesministerium fördert MINT-Gender-Unsinn

Hinter den Förderkennzeichen 01FP1419 und 01FP1421 versteckt sich wieder einmal die Verschwendung von Steuergeldern durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wie viel Steuergelder verschwendet wurden, haben wir nicht erfragt, es reicht an dieser Stelle festzustellen, dass die Transparenz in Deutschland nicht einmal soweit reicht, die Ver(sch)wendung von Steuergeldern lückenlos nachzuweisen. Der Umgang mit fremder Menschen Geld ist offensichtlich mit keinerlei zusätzlicher Verpflichtung oder gar Sorgfalt verbunden. Ministeriale gerieren sich, wie es ihnen gefällt, und geben das Geld der Steuerzahler aus, wie es ihnen beliebt. Das wird in Deutschland als Demokratie bezeichnet.

Die Früchte von 01FP1419 und 01FP1421, sie sind nunmehr als Sammelband zu bestaunen, als Sammelband mit dem Titel „Vielfalt geschlechtergerechten Unterrichts – Ideen und konkrete Umsetzungsbeispiele für Sekundarstufen“. Herausgegeben haben das Buch, dessen Titel bereits schlimme Befürchtungen weckt, Marita Kampshoff und Claudia Wiepcke. Ziel das Sammelbandes ist es: „das Interesse von Mädchen und Jungen für einen MINT-Beruf zu wecken“ bzw. die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“.

Die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“ sie soll mit eigens und auf Kosten der Steuerzahlern entwickelten Unterrichtsmaterialien erfolgen (dazu unten mehr) und mit dem „von den Herausgeberinnen entwickelten Dreischritt … von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion“.

Gender Studies T ShirtEs ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass Gender Studies, und das Sammelband-Machwerk ist den Gender Studies zuzuordnen, keine Wissenschaft, sondern Geschwätz sind. Wir warten nun seit mehr als zwei Jahren darauf, dass die angeblichen Gender-WissenschaftlerInnen die einfachsten Fragen nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrer Methode und ihren wissenschaftlichen Standards beantworten. Bislang umsonst, was seinen Grund darin hat, dass Gender Studies im Wesentlichen einen aufgeblasenenWortpopanz darstellen, bei dem hochtrabende Begriffe genutzt werden, um die letzte Trivialität zu verschleiern und Wissenschaftlichkeit zu gaukeln.

Deutlich wird dies am so immens wichtigen Konzept der „Intersektionalität“. Es füllt Bände, hat eine Vielzahl von Bäumen auf dem Gewissen. Legionen von Genderisten können sich seitenweise zu Intersektionalität auslassen und darüber schreiben, dass Menschen mehr als eine Eigenschaft haben, also nicht nur dumm sind, sondern auch hässlich, zum Beispiel. Das ist Intersektionalität!

Der für den Sammelband eigens entwickelte „Dreischritt“ von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion ist ein weiteres Beispiel für die aufgeblasenen Begriffe und Konzepte, mit denen Genderisten die Ärmlichkeit der eigenen Gedanken zu verschleiern suchen.

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen eine Kaffetasse und werfen diese Kaffeetasse mit Schmackes auf den Boden. Die Kaffeetasse zerspringt in tausend Teile. Die Kaffeetasse, die zuvor erstellt wurde und auf diese Weise eine „Materialität“, wie das bei Genderisten heißt, erhalten hat, die zudem mit einem Symbolgehalt durch die Bezeichnung „Kaffeetasse“ und immanenten Diskriminierungsstrukturen, denn Tee wird eindeutig diskriminiert, versehen wurde, mit drei Worten: die konstruiert wurde, sie wurde also mit Schmackes dekonstruiert. Nun nehmen Sie ein Tube Uhu und rekonstruieren aus den vielen Scherben die einstige Kaffeetasse. Dabei kommt natürlich nicht mehr die ursprüngliche Kaffeetasse heraus, sondern etwas ganz anderes. Deshalb müssen Sie überlegen, was man nun mit der Kaffeetasse, die zwar rekonstruiert ist, so gut es möglich war, aber immer noch an der Dekonstruktion leidet, die sie mit Schmackes vorgenommen haben, machen kann. Vielleicht finden Sie jemanden, der dumm genug ist, die rekonstruierte Kaffeetasse, die von Uhu zusammengehalten wird, zu kaufen, als Kunstgegenstand zum Beispiel. In Ministerien soll man unter den dort sitzenden Politikern entsprechend Freigiebige finden, die sich selbst sprachlichen Popanz als Wissenschaft unterschieden lassen und ihn finanzieren: 01FP1419 und 01FP1421, Sie wissen schon.

Die De-, Re- und Konstruktion, sie dient der „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“, und zwar in der Schule. Wie das geht, beschreiben Anina Mischau, Kati Bohnet und Sascha Martinovic für Schüler der Jahrgangsstufen 7/8 anhand des Bodenwischens. 3 Unterrichtsstunden, insgesamt 135 Minuten sollen dafür geopfert werden, Geschlechterrollen und geschlechterbezogene Arbeitsteilung zu erlernen. Mit den Unterrichtsmaterialien soll bei den Schülern ein Verständnis dafür initiiert werden, dass „historisch gewachsene und noch heute wirksame Ursachen ungleicher Geschlechterverhältnisse in der Mathematik u.a. auch mit geschlechtsstereotypen Zuschreibungen von Tätigkeitsberufen und Fähigkeiten in Verbindung gebracht werden können“ (37).

Um diese Zuschreibungen aufzudecken, wird die Placemat-Methode benutzt. Die komplexe Methode hat eine der Autorinnen in einer eigens von ihr erstellten Grafik dargestellt, die wir hier wiedergeben.

Placemat

Wir hoffen, unsere Leser sind nicht von der Neuheit, der Placemat-Darstellung und deren Komplexität erschlagen und schon so dekonstruiert, dass sie unserer Rekonstruktion dessen, was Schüler heute in der 7/8 Jahrgangsstufe an Unsinn zugemutet wird, nicht mehr verfolgen können. Die Placemat-Methode besteht übrigens darin, vier Schüler vor die in der Abbildung konstruierte „Placemat“ zu setzen und sie ihre Gedanken dazu, wie man die folgende Aufgabe lösen kann, mit der die Stereotype in der Mathematik aufgedeckt werden sollen, aufschreiben zu lassen.

Die Aufgabe lautet:

BodenwischenWelche Fläche wischt ein Mann in seinem Leben? (Kati Bohnet hat eine bildliche Darstellung fabriziert, um diese Frage zu visualisieren). Überlege zunächst still für Dich, wie Du an diese Frage herangehen möchtest. Welche Informationen brauchst Du, um die Frage beantworten zu können. Schreibe Deine Gedanken und Ideen still in das Feld vor Dir“ (die Placemat).

Das also ist die Methode, mit der „dem Fachkräftemangel“ im MINT-Bereich entgegengewirkt werden soll. Es ist die Methode „zur Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung von Mädchen und Jungen“. Und es ist die Methode, die die Steuerzahler sehr viel Geld gekostet hat: 01FP1419 und 01FP1421. Wie viel war bislang nicht zu rekonstruieren. Wir dekonstruieren die Kosten daher als zu hoch und schätzen sie auf eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Wie viele Schüler studieren wohl mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein MINT-Fach, wenn ihnen ein derartiger Stuss in der Schule zugemutet wird? Wie viele Schüler werden wohl für eine „geschlechtergerechte Berufsorientierung“ sensibilisiert, wenn sie bemerken, wie krude und, mit Verlaub: dämlich, sie manipuliert werden sollen. Und wie armselig ist das, was Genderisten in ihrem Kopf zu denken im Stande sind: Warum soll die Fläche des gewischten Bodens geschätzt werden? Warum nicht die tägliche Wegstrecke zum Arbeitsplatz, die BEIDE Eltern zurücklegen? Warum nicht der Anteil des Einkommens, den BEIDE Elternteile erwirtschaften? Warum nicht das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Rentenzeit, für beide Elternteile.

Man weiß gar nicht, worüber man mehr betroffen sein soll: Über die Primitivität der Gedanken von Genderisten, über die Dummheit, die sie auf Grundlage ihrer eigenen Primitivität Schülern des Jahrgangs 7/8 unterstellen oder darüber, dass es tatsächlich Beamte gibt, die von Steuerzahlern bezahlt werden, um einen effizienten Einsatz von Steuergeldern zu gewährleisten, die einen solchen Unsinn mit Steuergeldern finanzieren.

Wir können uns das Ganze nur so rekonstruieren, dass die Konstruktion „formale Bildung“ bei manchen zu der unbegründeten Gewissheit geführt hat, dass mit einem formalen Bildungstitel auch Intelligenz und Bildung einhergehen. Entsprechend kann man die Vergabe von Steuermitteln für solche Sammelbände nur als entweder Beleg dafür dekonstruieren, dass die Beamten dem schönen Schein, der von Bildungstiteln ausgeht und der sich in einer Konstruktion aus Titel und Bildung niederschlägt, auf den Leim gehen oder darüber, dass sich sinnloses Geplapper, das sich über viele Seiten erstreckt, bestens als Arbeitsnachweis für Beamte geeignet ist, die – wann immer sie gefragt werden, was sie mit dem Geld der Steuerzahler getan haben – auf Regale voller Bücher sinnlosen Inhalts verweisen können. Dies führt zu der Rekonstruktion der Geschehnisse derart, dass die Konstruktion darüber, wie Steuergelder zu verwenden sind, bei Beamten keinerlei Kriterien von Effizienz, Effektivität, Qualität und Kompetenz umfasst. Vielmehr lässt sich die Verwendung von Steuergeldern insbesondere im „geschlechtersensiblen Bereich“ als Verschwendung de- und rekonstruieren.


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20 Responses to Geschlechtergerechtes Bodenwischen: Bundesministerium fördert MINT-Gender-Unsinn

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  2. vogelflug says:

    Ich habe keine Kinder.
    Solle ich irgendwann Kinder haben, gilt folgender Plan:

    1. Prüfen, ob Kind(er) in der Schule mit solchen Verdummungs-maßnahmen drangsaliert werden.
    Sollte eine solche Drangsalierung vorliegen, bitte bei 2. weitermachen!

    2. Schulleiter mit Nachdruck fragen, ob er noch voll geschäftsfähig ist.

    Ich glaube ich würde nicht zum “Elternabend” gehen, sondern bei mir zuhause einen “Lehrerabend” veranstalten, und mit den Eltern der Lehrer über deren geistige Entwicklung sprechen.

  3. Manfred Sachs says:

    Unglaublich. Ich habe mir das Pamphlet als “Komplettband” herunter geladen und – nunja – gelesen. Um es kurz zu machen: Dieses Machwerk überschreitet die Grenze zur Beleidigung um Meilen. Es ist eine einzige Aneinanderreihung unbelegter Behauptungen, Vorurteilen und Phrasendrescherei.

    Ich bin ja so einiges an Dummheit gewohnt, aber das hat schon eine ganz eigene Qualität. Und so verbleibe ich kopfschüttelnd: Meinen die das ernst? An was für einer Form von Wahrnehmungsstörung müßte man leiden, um derartiges tatsächlich für bare Münze zu nehmen?

    Grüße

  4. Kurt says:

    Die Fördernummern zeigen auf das Projekt GELEFA: http://www.gelefa.de

    Durchstöbert man die Webseite, findet man “das Team”, das aus zwei Profs und zwei “wissenschaftlichen Mitarbeitenden” besteht. Die WMA sind üblicherweise voll gefördert. E-13 TVL Stufe 1 100% (40h-Woche) kostet knapp 65TEUR im Jahr. Mit zwei WMA sind wir dann schon im 6stelligen Bereich — per annum.

    Der Projekt-Träger (die zwischengeschaltete Instanz, die die Erfüllung der Projektziele lt. genehmigtem Projektantrag überwacht und die Gelder für den Förderträger verwaltet — und dafür natürlich auch die Hand aufhält) sollte das DLR PT (“Projektträger im DLR”) sein; der PT ist aber nicht auskunftsfreudig weil nicht zur Auskunft verpflichtet.

    Das BMBF als Förderträger gibt sicherlich gern Auskunft, wenn man lange genug drängelt.
    Es wäre interessant, auf welchen “call” (Ausschreibung) diese Projekte genehmigt wurden: findet man den “call”, findet man den Namen des Ministerialbeamten, der dafür verantwortlich zeichnet. Damit hätte man eine Person, die und deren Umfeld man vielleicht mit dem IFG piesacken könnte.

    Es ist bei Förderprojekten binnen 6 Monaten nach Projekt-Ende ein Abschlussbericht lt. BNBest-BMBF98 einzureichen, der dann samt Auszügen des zahlenmäßigen Nachweises (“wer bekam wie viel Geld wofür”) bei der TIB Hannover einzureichen ist und dann dort auch digital veröffentlicht wird. Ich bin sehr gespannt.

  5. Roland says:

    Kann mir jemand die Placemat Methode nochmals erläutern? Geht es darum aufzuzeigen, dass die Figur aus 2 Blickwinkeln betrachtet werden kann? So wie ein Neckarwürfel? Oder ist diese merkwürdige Dada-Frage Teil der Placemat Methode? Welche Rolle spielt dann die komische Figur?

    • Volker says:

      Ja, gerne, siehe S. 37 aus dem zitierten Sammelband “Vielfalt geschlechtergerechten Unterrichts – Ideen und konkrete Umsetzungsbeispiele für Sekundarstufen”. Dort heißt es:

      “Das Placemat ist eine Form des kooperativen Lernens, bei der die Gedanken der Schüler_innen zu einer Problemstellung in mehreren Arbeitsphasen in strukturierter Form auf einem in verschiedene Felder unterteilten Blatt Papier festgehalten und reflektiert werden.”

      Das Placemat ist also eine Form des kooperativen Lernens. Ach, nee, halt. Etwas weiter unten auf S. 37 schreiben die Autoren:

      “Es folgt die Einteilung der Schüler_innen in Arbeitsgruppen zu je 4 Personen, die […] an vorbereiteten Tischen Platz nehmen, auf denen bereits das Plakat mit dem Placemat und Stifte ausgelegt wurden.”

      Das Placemat ist doch keine Form des kooperativen Lernens, wie es weiter oben noch hieß. Es ist: Ein Papier! Und was für ein tolles: nämlich eines mit eingezeichneten Feldern, so wie in der Abbildung dargestellt. Das Papier kann in den Trapezfeldern von je einer Person beschriftet werden! Es kann sogar (auch mehrmals) um 90 Grad gedreht werden! Und: Man kann sogar (nach Diskussion) gemeinsam ins Zentralfeld schreiben! Wahnsinn, was dieses Placemat für ein Geniestreich ist.

      * Sarkasmus aus *

      Erinnert mich an eine geniale Idee unserer Kindergartenleiterin: Die malte einen Kreis auf, teilte diesen in Sektionen auf, und hatte damit das Prinzip der Arbeitsteilung nach Kuchenstückmethode entwickelt: Wenn man mehr Sektionen einzeichnet, werden diese kleiner (oh Wunder), also sei es doch nach Kuchenstückmethode toll, wenn man die (ehrenamtlich anfallende) Arbeit auf mehr Leute (=Sektionen) verteilte, dann würde die Arbeit des Einzelnen (=Sektionsgröße/Kuchenstückgröße) kleiner!

      Diesem Niveau nähern wir uns auch in höheren Schulen rapide an…

      • Heike Diefenbach says:

        Das “Placemat” ist doch wohl ein Blatt Papier, auf dem ein Viereck abgebildet ist, das in verschiedene Abteilungen untergliedert ist.

        Ich weiß nicht, warum man nicht ganz “frei” seine Gedanken auf ein Blatt Papier schreiben kann, das dieses Viereck NICHT enthält und innerhalb des Vierecks nicht segmentiert ist.

        Was am “Placemat” eine “Methode” sein soll, ist mir unnachvollziehbar geblieben.

        Vermutlich können viele vom “Guten” bewegte Leute derzeit in Deutschland einfach nicht mehr funktionieren, wenn sie nicht alles und jeden in Segmente zerlegen und gegeneinander abgrenzen können, vom einfachen Viereck im Viereck auf dem Viereck, das man ein Blatt Papier nennt, bis hin zu ganzen Bevölkerungsgruppen.

        Wo kämen wir denn hin, wenn wir Dinge tatsächlich schlicht nebeneinander stehen lassen würden!?

        Dann wäre ja nicht klar, was “rechts” und “links” und in der Hierarchie oben und unten ist. Dabei beschreibt man ein Blatt Papier doch schon von oben nach unten und von links nach rechts. Das sollte dem vom derzeitigen Zeitgeist bewegten guten Deutschen doch genügen. Aber nein, es bedarf weiterer Unterteilungen, Kategorien, Gegensatzpaaren, damit der “gute” Mensch nicht die Orientierung im Morast der komplexen Realität verliert.

      • Heike Diefenbach says:

        Festhalten kann man jedenfalls:

        “Das Placemat” ist keine Form des Lernens, sondern ein Viereck, das auf ein Blatt Papier gezeichnet ist.

        Und ob es zu irgendeiner Form von Lernen führt, wäre noch empirisch zu testen.

        Ich hoffe, es führt zu keinerlei Lerneffekten, denn ich fürchte, das Schreiben von Worten in Vierecke, die ihrerseits auf dem Viereck “Blatt” angebracht wurden, wird meist gelernt, dass Etwas-Machen schon Lernen sei, also das Lernen ersetzt und nichts inhaltlich Relevantes gelernt würde – und falls wider Erwarten doch, dann wird vermutlich faktisch Falsches im Zusammenhang mit dem Viereck auf dem Viereck vermittelt.

        Aber die Frage ist ja, wieso das Malen von Vierecken auf das Viereck “Blatt Papier” irgendjemanden dazu motivieren – oder qualifizieren – sollte, Physik oder Mathematik zu studieren.

        Oder nicht?

        Oder was?

        Oh, Gott – werde ich dement? Tagträume ich? Bin ich wahnsinnig? Oder hat der Wahnsinn Methode, und ich bin noch normal?!?

    • Friedel Zenke says:

      Hallo Roland,
      die gehört zur Placemat Methode. Wird hier ausführlich erklärt:
      http://gelefa.de/wordpress/wp-content/uploads/sammelband/3_GELEFA_Sammelband2016_Mathematik.pdf

      Einen Kommentar erspar ich mir
      Grüße

      • Roland says:

        Danke an Volker und Friedel Zenke.

        Es scheint mit der Placement-Methode wird den Kindern das Schubladendenken beigebracht, ja perfektioniert.

        Kann man eine durch und durch strukturierte Arbeitsteilung nicht im Grunde als eine knappe Beschreibung für “Bürokratie” ansehen?

  6. pingpong says:

    Eine mathematische (Textaufgabe) ist: Eine Wohnung hat 4 Räume, welche folgende Abmessungen haben: … In einem Raum steht ein Kleiderschrank mit folgender Grundfläche: … In einem anderen Raum befindet sich ein Herd und ein Kühlschrank mit folgenden Abmessungen: …
    Wie groß ist die Fläche, die gewischt werden muss?

    Keine mathematische Textaufgabe ist: “Welche Fläche wischt ein Mann in seinem Leben?” oder auch “Wie heiß ist es im Sommer?”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Textaufgabe
    Es fehlen die nötigen Angaben. Auf welcher Grundlage soll denn hier etwas berechnet werden?

    Es handelt sich wenn ich das recht verstehe um ein Kapitänsproblem
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kapit%C3%A4nssyndrom
    Ich hätte nicht gedacht dass das Stellen von unlösbaren Aufgaben bzw. von Scherzaufgaben (beide haben mit Mathematik nichts zu tun) als “gute Praxis” in der Schulpädagogik gelten könnte. Irgendwie bedenklich…

    • Volker says:

      Aber es handelt sich um eine Fermi-Aufgabe. Klingt wichtig, gell? Daher muss sowas eigentlich banales mit wichtigem Namen auch von Produzenten heißer Luft unbedingt eingesetzt werden…

      Siehe Wikipedia zum Stichwort “Fermi-Problem”. Aber, dort heisst es auch:

      “Die Voraussetzung für die Lösung eines Fermi-Problems ist also ein gewisses Allgemeinwissen und >>gesunder Menschenverstand<<."

      Das ist leider ein Ausschlußkriterium, damit Fermi-Aufgaben von gendernden Autor_/*innen/X und Ideolog*/_innen/X sinnvoll benutzt werden können, wie hier schon auch die klischeebeladene Fragestellung alleine belegt.

      Aber die Fragestellung zielt nicht nur auf Klischees ab, sondern ist auch fürchterlich unpräzise: "Welche Fläche wischt ein Mann in seinem Leben?"

      Welcher Mann? Der "durchschnittliche" Mann? Global, national, regional oder urban betrachtet? Was ist ein Mann? Ein biologischer oder sozialer Mann? Ab welchem Grad ist er ganz Mann? Muss ich queere entsprechend ihrem Queerindex gewichtet einrechnen? Was ist wischen? Bodenwischen, Tischabwischen, Fensterwischen, Palme wischen, etc.?

      Das klassische Beispiel einer Fermi-Aufgabe ist dagegen in der Fragestellung eindeutig: "Wieviele Klavierstimmer gibt es in Chicago?" (naja, heutzutage: "Klavierstimmer*/_innen/X").

      Aber zu meiner Erleichterung lesen wir auf S. 42 in der "Musterlösung" dann:

      "Für Fermi-Aufgaben kann es keine Musterlösung geben, ebenso wenig wie einen Musterlösungsweg, denn ein zentrales Merkmal von Fermi-Aufgaben ist, dass es „nicht den einen richtigen Weg und die eine richtige Antwort“ (Herget 2001: 14) gibt, sondern dass ein Raum für unterschiedliche Lösungsansätze in einer fehlerfreundlichen Umgebung entsteht."

      Aha. Ich übersetze: "Die Fragestellung war von vorneherein schwachsinnig, weil es dazu keine korrekte Antwort geben kann, aber es ist uns eh egal, wie valide die Aussage ist (hauptsache das Klischee wird erfüllt)."

      Ach so. Gegenaufgabe: "Welchen Nutzen hat Gender Science und welche Methodik liegt dieser zu Grunde?" – aber nachdem die Sciencefiles-Autoren und wir Leser schon mehr als 2 Jahre auf Antwort warten, scheint es sich um eine unlösbare Fermi-Aufgabe zu handeln – unlösbar zumindest für Gender Sceintists (Grund dafür siehe Ausschlusskriterium oben), normale Menschen mit Allgemeinwissen und gesundem Menschenverstand finden die Lösung sofort: "Null" und "keine".

  7. Für diese Zeichnung hätte ich seinerzeit im Technischen Zeichnen eine Fünf bekommen. Da stimmt ja kein Linienansatz und auch die wechselnde Strichstärke zeugt von Unlust oder Unvermögen. Und Kathi Bohnet will uns dann was über MINT-Fächer erzählen, wo sie nicht einmal eine simple Zeichnung passabel hinbringt.

    Also stelle ich mir die Frage: Wieviel mehr greifen Genderistas an Steuergeldern ab als Hamster oder Pleitegeier? Und wie lange muss der gesunde Menschverstand darauf hinweisen, bis die Törichten vom Steuertrog vertrieben werden? Letztere Frage kann mit ∞ beantwortet werden. Eher gibt es keine Steuermittel mehr, als dass sie den Törichten je entzogen werden.

  8. Uranus says:

    Es kommt noch soweit, daß Schüler ihren Lehrern kostenlose Unterstützung auf dem Rückweg in die Realität anbieten werden.

  9. Heiner says:

    Bisher kannte ich nur die Kartoffelaufgabe ( http://www.mathematische-basteleien.de/kartoffeln.htm und andere).

    Placement scheint die Weiterentwicklung zu sein.

  10. Heiner says:

    Ach nee: Placemat!

    (Man wird ja völlig wirre bei dem wirren Zeugs, was da für unser Steuergeld produziert, oder sollte man besser “abgesondert” sagen, wird.)

    Eigentlich ist das ja alles nur Placebowissenschaft.

  11. Andreas K. says:

    Jetzt weis ich endlich, woher die 45% GAP kommen, die gerade in der ZEIT vorgelogen werden 🙂
    http://www.zeit.de/karriere/2016-06/gleichberechtigung-lohnunterschied-maenner-frauen-jahrestag

    Achtung Spoiler!
    .
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    ..
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    .
    Man nehme das Gesamteinkommen aller Frauen und das aller Männer – teile und kommt auf 45%.
    Die Zahlen sind natürlich hochwissenschaftlich belegt, und zwar durch den Soziologen Carsten Wippermann, der im Auftrag des Ministeriums für alles außer Männer folgende Studie zusammengeschrieben hat:
    http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Mitten-im-Leben-W_C3_BCnsche-und-Lebenswirklichkeiten-von-Frauen-zwischen-30-und-50-Jahren-Kurzfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

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