Schulische Indoktrination: Schüler spielen Flüchtling

Seit Staaten die Schulen übernommen haben, ist das Interesse von Politikern an den Möglichkeiten, die Schulen bieten, um Schüler zu indoktrinieren, stetig gewachsen. Dabei kommt die Indoktrination regelmäßig als Unterrichtung in angeblich für das Führen eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens wichtigen Dingen daher.

Der Einbruch der Ideologie in die Schulen, die Instrumentalisierung des Unterrichts zur Indoktrination von Schülern, sie kommt häppchenweise:

Wie funktioniert das politische System Deutschlands? Kenntnisse über die politische Ordnung, sie sind wichtig, so wichtig, dass man nicht darauf vertrauen kann, dass Schüler sie sich dann, wenn sie notwendig werden, selbst aneignen.

Warum ist Rauchen schädlich und warum sollen Jugendliche keinen Alkohol trinken? Ein gesundes und glückliches Leben ist das Ziel der meisten, wenn nicht aller Menschen. Also ist es doch nur recht und billig, wenn in Schulen die Grundlagen dafür vermittelt werden, schon weil nicht vorstellbar ist, dass ein Raucher, der säuft, glücklich sein kann – und gesund.

KaninchenwerderWarum sind Frauen in Deutschland so selten Chef eines Unternehmens? Die deskriptive Frage ist das Einfallstor in die Indoktrination, die Vorurteile und Diskriminierung behauptet und Schüler dafür sensibilisieren will, wie schwierig es doch ist, weiblich zu sein. Nebenbei hat diese Sensibilisierung den positiven Begleiteffekt, dass die meisten Schüler keinerlei Fragen stellen, wenn sie später sehen, wie massiv ein weiblicher Lebensentwurf gefördert und aus Steuergeldern finanziert wird, während ein männlicher Lebensentwurf fast schon etwas ist, für das man sich schämen muss. Stellen Sie sich vor, sie sind ein Junge und wollen sich körperlich mit anderen messen. Einfach so. Unfassbar!


Und wo wir gerade bei Frauen und ihren Nachteilen sind, die in Schulen unbedingt thematisiert werden müssen, handelt es sich doch um Wissen, ohne das ein Schüler heute nicht mehr im täglichen Leben überleben kann, thematisieren wir doch Sex gleich mit. Das liegt nahe – oder? Sexuelle Orientierung und sexuelle Praktiken. Man kann seinen Bürgern heute nichts mehr selbst überlassen, nicht einmal das, was sie hinter verschlossenen Türen tun. Also muss man Schüler lehren und sie dafür sensibilisieren, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und sexuelle Techniken sind und man muss sie Desensibilisieren, sonst denken sie am Ende noch, Sexualität hätte etwas mit Gefühl und Liebe und nicht mit Methode und Technik zu tun.

Die richtige und gute Gesellschaft, zu der Schulen ihren Beitrag leisten müssen, sie ist natürlich nur möglich, wenn es keinen Extremismus und keine Gewalt gibt. Der Einfachheit halber behandeln wir beides zusammen und mit Bezug auf das Dritte Reich. Das zeigt, nur Rechte sind zu Extremismus und Gewalt in der Lage, zu Terror und Kontrolle. Deshalb müssen wir den Anfängen wehren und unsere Schule zur rassismusfreien Schule erklären. Und wenn wir schon dabei sind, stellen wir unseren Schülern eine unauffällige Frage: Sind AfD und NPD mit dem Grundgesetz vereinbar? Und schon ist klar, AfD und NPD haben etwas gemeinsam.

Und natürlich funktioniert eine Gesellschaft nicht richtig, wenn der richtige Umgang mit Flüchtlingen nicht bekannt ist, wenn Bürger nicht wissen, welcher Umgang mit Flüchtlingen von ihnen erwartet wird. Deshalb gilt es, Schüler in den Umgang mit Flüchtlingen einzuüben und sie damit vertraut zu machen, dass es nicht schön ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein.

Zu diesem Zweck dürfen Schüler Flüchtling spielen, „Flüchtling für einen Tag“, wie das in Mecklenburg-Vorpommern heißt. Dort pfercht das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, zweifellos auf Kosten von Steuerzahlern, rund 100 Schüler regelmäßig auf einer Insel ein, der Insel Kaninchenwerder und zwingt sie dazu, die Rolle von Flüchtlingen zu spielen. Die Idee hat dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, ein weiteres von Steuerzahlern finanziertes Sammelbecken von Menschen, die genau wissen, wie die Gesellschaft zu sein hat, so gut gefallen, dass er sie unterstützt. Also wird Schüler Gord zu Java Ahmadnejad, natürlich ein Iraner, der auf der Flucht vor den Ayatollahs ist, ein anderer wird zum Kurden, der aus dem Irak geflohen ist. Und gemeinsam werden sie durch den Gang der Behörden gescheucht, von der Erstaufnahmeeinrichtung, in die Ausländerbehörde, zum Jobcenter und in die Abschiebezelle: Flüchtling hautnah, live und in Farbe; Damit die Schüler sensibilisiert werden, für Flüchtlinge, Empathie entwickeln, für Flüchtlinge, oder so.

Unbestritten ist es kein Zuckerschlecken, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen und in das Mühlrad der Institutionen zu gelangen. Unbestritten ist das Leben in einer Flüchtlingsunterkunft, ohne Privatsphäre, Tag und Nacht mit anderen zusammen, auf engstem Raum, etwas, das selbst den Langmütigsten irgendwann überschnappen lässt. Und sicherlich haben eine Vielzahl von Organisationen, die an Flüchtlingen verdienen, ein großes Interesse daran, dass Flüchtlinge so lange wie möglich in ihren Aufnahmestationen verbleiben und dort zum Faktor werden, mit dem die Höhe der staatlichen Grundzuweisen multipliziert werden kann. All das ist unbestritten, und all das, ist etwas, von dem die Schüler auf Kaninchenwerder nichts erfahren. Alles, was ihnen vermittelt wird, ist die institutionelle Rohheit die menschlicher Verfügungsmasse gegenüber gezeigt wird, wenn die Maschinerie des Verwaltungssystems Individuen negiert, sie zum Futter des Verwaltungssystems werden.

Sherif Robbers caveDas jedoch ist keine Besonderheit der Verwaltung von Flüchtlingen. Die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum, sie könnte Schülern auch an anderen Beispielen gezeigt werden: Bürger weigern sich ihre Steuern zu bezahlen. Wie reagiert die Finanzbehörde? Ein Schüler hat eine abweichende Meinung und sagt im Unterricht, dass Schulen nur dazu da sind, Schüler zu indoktrinieren. Wie reagieren die Lehrer, wie die Schulleitung? Eltern haben kein Vertrauen in schulische Erziehung und wollen ihre Kinder selbst lehren. Sie schicken sie nicht mehr zur Schule. Wie reagiert die Schulbehörde? Eine Familie wird von ihren Nachbarn beim Jugendamt denunziert. Die Behörde schickt ihre Schergen, um danach zu schauen, dass bei der Familie auch alles mit kindgerechten Dingen zugeht. Wie wirkt sich der soziale Status der Familie auf ihre Behandlung durch die Jugendamtshäscher aus? Eine Kindergärtnerin erfährt, dass die Eltern eines Kindes der „rechten Szene“ zugehörig sein sollen. Wie ändert sich die Behandlung des Kindes im Kindergarten? Ein Sachbearbeiter hat keine Lust immer die Arbeit von Sachbearbeiterin B zu übernehmen, die in Teilzeit tätig ist und häufig wegen ihrer Kinder fehlt. Wie reagiert die Behördenleitung? Ein Arbeitnehmer schreibt auf Facebook einen Kommentar zu Heiko Maas. Der fühlt sich beleidigt und erstattet Anzeige. Welche Räder des pönalen Systems werden in Gang gesetzt? Wie reagiert der Arbeitgeber des Kommentators? Wie wird der Arbeitnehmer behandelt?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Schülern die Unmenschlichkeit eines Verwaltungssystems darzustellen, das auf ideologischer und nicht auf rationaler Grundlage basiert. Warum ausgerechnet Flüchtlinge gewählt werden? „‘Die Teilnehmer sollen durch Selbsterfahrung erleben, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land zu landen und sich dort zurecht finden zu müssen‘, sagt Mitorganisatorin Angela Leymannek vom Netzwerk für Füchtlinge“. Und das scheinen die Schüler auch mitzunehmen, dass man es als Flüchtling, als Angehöriger des Kollektivs der Flüchtlinge, als Teil der Gruppe der Flüchtlinge schwer hat: „Die Lage der Flüchtlinge könne er nun noch besser nachvollziehen“, sagt ein Schüler. Er hat die Lektion gelernt und wird in Zukunft sein Urteil nach Gruppenzugehörigkeit und nicht nach individuellen Merkmalen treffen. Flüchtling? Gut. AfD-Mitglied? Schlecht. Bildungsfern? Bemitleidenswert. Bildungsnah? Überlegen.

Das schulische Training, Muzafer Sherif hätte es nicht besser erfinden können. Aber Sherif ging es nicht darum, Schüler in die Lage zu versetzen, ein gutes und glückliches Leben führen zu können, sondern darum, das Entstehen von Vorurteilen, die jederzeit instrumentalisiert werden können, um Aggression und Gewalt gegen z.B. Andersmeinende zu entfesseln, zu verstehen und zu erklären. Liest man seinen Forschungsbericht, dann hat man den Eindruck, auch dem deutschen Bildungswesen geht es nicht um das glückliche Leben, sondern darum, Vorurteile in Schüler zu implementieren, die jederzeit aktiviert werden können, Schüler zu kollektiven Schafen auf der Suche nach dem Leitwolf zu machen.

 


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17 Responses to Schulische Indoktrination: Schüler spielen Flüchtling

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  2. Lernender says:

    http://videos.huffingtonpost.de/politik/sehr-beklemmend-hier-steigt-linkenfraktionsvorsitzende-sahra-wagenknecht-aus-einem-fluechtlingsboot_id_5014922.html

    Politiker spielen auch Flüchtling.

    Abgesehen davon sind es keine Flüchtlinge mehr im Sinne des Schutzbedürfnis an Leib und Leben, sondern es sind allesamt illegale Migranten, da aus einem sicheren Drittstaat ohne der Bedrohung politischer Verfolgung, eingewandert.

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum jemand aus Angst vor Krieg oder politischer Verfolgung von Ungarn oder Österreich, nach Deutschland „flüchtet“

    • Heike Diefenbach says:

      Ja, Sie berühren hier den entscheidenden Punkt:

      Ein solches Schulprojekt ist völlig verfehlt, wenn es auf die derzeit in Deutschland bestehenden Verhältnisse gerichtet ist:

      Die gesamte Diskussion in Deutschland dreht sich ja nicht um die Frage, ob es für einen Menschen schlimm ist, ein Flüchtling zu sein oder nicht oder nicht gar so schlimm oder was auch immer, sondern darum, inwieweit es sich bei den als Flüchtlingen titulierten Zuwanderern der letzten Jahre tatsächlich um Flüchtlinge im Sinn des Wortes oder auch nur in der gesetzlichen Definition handelt.

      Das ist eine zulässige Frage, die Bürger selbstverständlich stellen dürfen und auf die sie selbstverständlich eine anständige und höflich formulierte Antwort erhalten müssten.

      Wenn das aber so ist, dann muss das Schulprojekt nicht nur als verfehlt gelten, sondern als absichtliche Indoktrination:

      Die Schüler sollen lernen, eine falsche Schlusskette der folgenden Art zu verinnerlichen:

      Flüchtlinge sind an Leib und Leben bedroht.
      An Leib und Leben bedroht zu sein, ist furchtbar und unser aller Mitgefühl wert.
      In Deutschland werden viele Flüchtlinge aufgenommen (denn man NENNT sie ja alle ausnahmslos so!).
      In Deutschland müssen wir alle Mitgefühlt mit den aufgenommenen Menschen haben.

      Gut und einer guten Behandlung würdig, ist halt einfach, wer mit einem Wort belegt wird, das per Ideologie oder Zeitgeist Gut-Sein von anderen Leuten erheischt.

      Damit geht für Schüler natürlich die Frage verloren, was warum die KRITERIEN für Mitgefühl oder Unterstützungsleistungen sein sollen. Sie lernen nur, dass Menschengruppen, die man unter bestimmte Label fasst („Flüchtlinge“, „Frauen“, „Schwule“ o.ä.) „gut“ sind und deshalb Hilfe erhalten müssen, andere, die man anders oder gar nicht labelt, aber nicht.

      Oder noch schlimmer: sie lernen, dass die anders- oder nicht-gelabelten irgendwie kollektiv „schuld“ seien an den Nachteilen derer, die „gute“ labels tragen.

      Das ist ein allgemeiner Angriff auf die Menschlichkeit, die ja in der Zuwendung eines Menschen zum Mitmenschen besteht, weil er dessen Lage erkennt, versteht und auf gewisse Weise bewertet und deshalb beschließt, auf gewisse Weise damit umzugehen.

      Menschlichkeit in diesem Sinn zu lernen, ist eine individuelle Entwicklungsaufgabe, die für das gesamte eigene Leben relevant sein wird, und die Grundlage für Urteilsvermögen bildet. Diese Entwicklungsaufgabe erfordert es, dass man sich dem Mitmenschen widmet, Aufmerksamkeit für ihn aufbringt.

      Menschen achtlos mit einem Kollektiv-label zu versehen und sie pauschal für gut oder schlecht zu erklären, ist das Gegenprojekt hierzu.

      Man könnte so etwas wie das hier in Frage stehende Schulprojekt deshalb getrost als Erziehung zur UNmenschlichkeit bezeichnen.

      Naja, vielleicht lernen die Schüler demnächst die Identifikation mit anderen Gruppen und spielen demnächst vielleicht „Schlepperbande“. Das ist ja immerhin auch ein Teil der Realität, in der wir – und die Schüler – leben …

  3. Andre Kunibert says:

    „Seit Staaten die Schulen übernommen haben, ist das Interesse von Politikern an den Möglichkeiten, die Schulen bieten, um Schüler zu indoktrinieren“

    Das klingt schon wieder so Hayek-mässig. Die bösen „Staaten“ usw. dabei waren sie es, die die Schulpflicht überhaupt erst durchgesetzt haben:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_(Deutschland)#Geschichte

    Unternehmen bilden auch aus, für ihre Fabrik, oder richten auch mal eine wohltätige Stiftung ein, aber an mehr haben die gar kein Interesse, private Inititativen bleiben immer gesellschaftlich unvollständig.

    Und mir ist auch nicht bekannt, dass ausgerechnet private Institute, etwa in den USA oder GB, vor politisch korrekten Blödsinn gefeit wären, im Gegenteil. Einer der größten Migrationsfans ist ja ausgerechnet der Milliardär Soros:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/04/28/das-netzwerk-des-george-soros-fuer-grenzenlose-migration-in-europa/

    Und wo viel Geld ist, wird entsprechend geschleimt und gehorcht, im privatwirtschaftlichen Bereich noch mehr, als beim Staat.

    Und wie sieht es gar in religiösen Privatschulen aus? Dort geht es vielleicht nicht gender-korrekt zu, flüchtlingskorrekt aber oft genug auch, die Kirchen sind (zumindest in D) oft Treiber für die unselige Entwicklung, siehe z.B. ProAsyl wo der Gründer ein evangelischer Theologe war:
    https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Micksch
    und
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/06/06/pro-asyl-migrationsnetzwerk-und-meinungsmacht/

    Bis hierher gibt es Argumente, den Paternalismus am Ende des Beitrags, den haben wir gelöscht – for obvious reasons! M.K.

    • Heike Diefenbach says:

      @Andre Kunibert

      „Das klingt schon wieder so Hayek-mässig. Die bösen „Staaten“ usw. dabei waren sie es, die die Schulpflicht überhaupt erst durchgesetzt haben …“

      Ja – und warum, glauben Sie, haben Sie das getan? Weil die Staaten gar nicht böse sind, keine Eigeninteressen haben bzw. nicht die Interessen derer, die als Funktionäre „des Staates“ auf Steuerzahlers Kosten leben, vertreten?

      Wir behaupten nicht, dass NUR beim Staat „geschleimt“ und Geld sinnlos aus dem Fenster geworfen wird, aber beim Staat sicherlich in einem gänzlichen anderen Ausmaß als in der Privatwirtschaft, und zwar schon deshalb, weil „die“ Privatwirtschaft keiner Masse von mehreren Millionen Menschen Zwangsmaßnahmen auferlegen kann wie z.B. die, hohe Steuern zu zahlen, ohne ein Mitspracherecht über deren Verwendung zu haben.

      Mir ist nicht bekannt, dass „die“ Privatwirtschaft eine kohärente Organisation wie die des Staates hätte oder ein Gewaltmonopol für sich beanspruchen würde oder die Gewohnheit entwickelt hätte, Mitarbeitertreffen durch eine Schutztruppe zwangsaufzulösen, eine ganze Generation systematischer Indoktrination wie sie in öffentlichen Schulen stattfindet, unterziehen würde, und Eltern, die das nicht möchten, mit dem Jugendamt bedrohen können, etc. etc.

      Also, entschuldigen Sie, aber mir kommt es sehr, sehr naiv vor, wenn Sie meinen, Sie könnten Privatwirtschaft gegen Staatsgewalt setzen!!

      Zum Thema „Ausbildung“:

      Wenn ein privatwirtschaftliches Unternehmen ausbildet, so tut es das – immer angenommen, dass es nicht staatlichen Auflagen unterworfen wird, wie z.B. eine Geschlechterquote einzuhalten, was ideologischer Blödsinn ist und dem wirtschaftlichen Unternehmen wirtschaftsfremde, gewöhnlich: wirtschaftsschädigende, Ziele aufzwingt -, um seinen Profit zu maximieren, der wiederum Voraussetzung dafür ist, dass wir als Konsumenten bestimmte Dinge, die wir nachfragen, auch bekommen können, und das Unternehmen Angestellte beschäftigen und ihnen damit ein Auskommen verschaffen kann.

      Wenn der Staat ausbildet, geht es – derzeit doch wohl sehr, sehr deutlich – um Ideologie, um gesellschaftliche Utopien, die gewöhnlich weder die Schüler noch deren Eltern haben, und die weder Schülern noch deren Eltern irgendeinen Nutzen im Leben bringen. Wir fragen diese Ausbildung nicht nach. Sie ist für nichts gut, außer für ein Gefühl der Befriedigung bei denen, die man ideologische Triebtäter nennen könnte.

      Wenn Ihnen diese Dinge nicht klar sind, dann vermute ich, dass Sie von der – vielleicht nochmaligen – Lektüre Hayeks stark profitieren könnten!

      Und wenn bei uns etwas „so Hayek-mässig“ klingt, dann liegt das darin, dass wir sehr weitgehend hinter dem, was Hayek argumentiert hat, stehen. Bekanntermaßen wartet die Welt noch auf auch nur akzeptable Gegenargumente aus dem „staatsfreundlichen“ Lager!

  4. leser says:

    Es gibt noch mehr Beispiele für Indoktrination an den Schulen. Unternehmen (Bertelsmann, Banken) und Bundeswehr tummeln sich da.

    Vielleicht könntet ihr mal in einem anderen Artikel aufzeigen, wie es ohne Schulpflicht laufen könnte? Gibt es Beispiele anderswo, die funktionieren? Wer legt fest, was zu bestimmten Terminen geprüft wird? Wie kann so ein System attraktiv gestaltet werden, so dass alle mitmachen wollen?

    • Freiberufler says:

      In Äquatorialguinea gibt’s nur katholische Missionsschulen. Damit erreicht das Land die höchste Alphabetisierungsquote Afrikas. (93 %)

      • leser says:

        Danke für den Hinweis. Mit dieser Alphabetisierungsquote hat dieses Land mit 14 Sprachen (!) und der Größe Brandenburgs ja Deutschland schon fast überholt…

        Allerdings schreibt Wikipedia zu den Missionsschulen u.a. folgendes:
        „Eine missionierende Religion (lat.: missio: ‚(Aus-)Sendung‘, übertragen ‚Auftrag‘) oder Verkündigungsreligion ist eine Religion, die ihre Botschaft aktiv verbreitet. Sie glaubt sich berufen, Nichtgläubige und Andersgläubige zu überzeugen und sie in die betreffende Religion aufzunehmen. Diese Berufung basiert häufig auf dem Anspruch der alleinigen Vertretung einer behaupteten universalen Wahrheit (siehe auch: Universalreligion)“

        Da stellt sich die Frage, ob man hier im Endeffekt doch nur die Inhalte der Indoktrination austauscht.

        • Heike Diefenbach says:

          Diese Frage stellt sich in der Tat,

          aber sicherlich nicht deswegen, weil jemand auf wikipedia meint, er könne Missionsschulen, nur, weil sie so heißen, umstandslos seine Definition von „missionierende[r] Religion“ unterstellen!

          Die Frage stellt sich in diesem Kontext, weil sie sich IMMER und prinzipiell stellt.

          Es gibt keine Beschulung, die frei ist von zugrunde liegenden Annahmen, Überzeugungen etc.

          Aber es ist z.B. möglich, bei der Beschulung dafür Sorge zu tragen, dass Weltanschauliches möglichst außen vor bleibt oder, wenn es im Zusammenhang mit sachbezogenem Unterricht anfällt, offen als Weltanschauliches, über das verschiedene Menschen unterschiedlich denken, zu identifizieren – und mehr nicht.

          Gerade deshalb ist es so wichtig, dass es Eltern freisteht zu entscheiden, ob sie ihre Kinder in eine öffentliche Schule schicken möchten bzw. in welche (Art von) Schule sie sie schicken möchte oder ob sie sie zuhause beschulen (lassen) möchten.

          • leser says:

            Ich bin völlig bei Ihnen (bis auf den grässlichen Ausdruck „Beschulung“). Kind und Eltern sollten die Wahl haben, wie das Bildungsziel erreicht wird. Bleiben die beiden Fragen, wer legt fest, was zu bestimmten Terminen geprüft wird? Wie kann so ein System attraktiv gestaltet werden, so dass alle mitmachen wollen? Nicht jeder heißt Goethe und kann sich einen Hauslehrer leisten. Und zur Bildung nur für die Oberschicht zurück will doch wohl auch keiner.

            • Heike Diefenbach says:

              Das Vereinigte Königreich gibt zumindest in Teilen ein Beispiel dafür, wie so etwas organisiert werden kann.

              Geprüft wird, was in den Curricula festgelegt ist. Prüfungen finden in Schulen/Klassen statt, aber die führen nicht zu formalen Qualifikationen, sondern dienen nur als Rückmeldung zum Lernstand der Kinder.

              Formale Qualifikationen werden von vom Staat unabhängigen „examination boards“ vergeben wie z.B, die AQA oder die Edexcel, um die bekanntesten (aber nicht die einzigen) zu nennen. Es gibt allerdings einen „exams regulator“ (Ofqua), mit dem sich die „examination boards“ arrangieren müssen bzw. umgekehrt.

              Wenn Eltern eine Entscheidung darüber treffen, in welche Schule sie ihre Kinder schicken wollen, können sie die Tatsache, bei welchem „examination board“ die Schule ihre Schüler prüfen lässt, in ihre Entscheidung miteinbeziehen. Es ist auch durchaus üblich, dass eine Schule das „examination board“ wechselt, wenn der Ruf desselben gelitten hat oder ein anderes sich einen besseren Ruf erworben hat. Die „examination boards“ sind eben auch Teil des privatwirtschaftlichen Systems, das Qualität aufgrund von Konkurrenz herstellt.

              Das Bildungsministerium muss allgemeine Lernziele und für die sogenannten „key stages“, also Lernzeiträume oder Klassen, wenn Sie so sagen wollen, festlegen, aber an der Vergabe von formalen Qualifikationen ist es nicht direkt beteiligt; das erledigen wie gesagt die „examination boards“. Die Lernziele wiederum werden nicht einfach verkündet, sondern sind das Ergebnis von Diskussionen und Vereinbarungen zwischen Lehrer- und Eltern- und Schülervertetungen bzw. diesen selbst.

              Anders als in Deutschland ist es im VK traditionell üblich und akzeptiert, dass sich Privatleute engagieren und Gehör verschaffen. Wenn also veränderte Lernziele erreicht werden sollen, dann kann jeder dafür werben, Unterschriften sammeln, auf lokaler Ebene Schulen, Eltern, Lehrer ansprechen etc. Wenn genug Unterstützung besteht, findet so eine Initiative den Weg ins Unterhaus, wo Sprecher der Bewegung gehört werden (ich habe so etwas selbst erlebt). Im Prinzip können Politiker die Ideen aufnehmen oder nicht, aber im VK sind Parlamentarier ja direkt gewählt, und ein MP, der sich nicht offen zeigt für die Anliegen der Bürger in seinem Wahlkreis ist sehr schnell abgesetzt, so dass das Abwiegeln von Anträgen nicht so einfach ist wie in Deutschland.

              Was die formalen Qualifikationen betrifft, so können Kinder vorher festlegen, auf welchen Schwierigkeitsgrad/welches Anspruchsniveau sie sich in bestimmten Fächern prüfen lassen wollen. (Diesbezüglich hat es 2015 ein paar Einschränkungen gegeben, aber man muss erst einmal sehen, ob sich das bewährt und von allen Beteiligten (Eltern, Schülern, Arbeitgebern …) als effizient akzeptiert wird.)

              Formale Qualifikationen werden im VK deshalb stärker als in Deutschland auf ein ungefähres zukünftiges Berufsfeld hin abgelegt. Wer Mathe studieren will, braucht nicht irgendetwas rundum abiturähnliches, sondern einen A-Level in Mathematik und in keinem Fach den unteresten Rand – oder so ähnlich, denn Universitäten sind frei, ihre Ansprüche an die Leute, die sie als Studierende aufnehmen wollen, zu formulieren. Klar, dass das auch wieder der Nachfrage und dem Angebot durch Konkurrenz-Universtitäten folgt.

              Und dann ist es im VK sehr viel statistisch normaler und akzeptierter, dass es private Schulen neben staatlichen Schulen gibt. Etwa 8-9 Prozent aller britischen Schüler besuchen Privatschulen. Und Privatschulen sind nicht an sich Oberschichtenschulen; sie können einfach auf alternativen Unterrichtsmethoden basieren oder Minderheitenschulen sein. (Auch) Oberschichtenschulen bieten Stipendien an, um die sich Kinder aus allen möglichen Familien bewerben können; dort geht es nur nach Leistung, und genau hierauf gründen Privatschulen ihren Ruf. (Überhaupt hat das Stipendienwesen eine große Bedeutung im VK.) Deshalb ist auch jede Privat- oder öffentliche Schule so gut wie das anhand des Abschneidens ihrer Schüler bei den „examination boards“ messbar ist.

              Der Staat, naja, meistens eine lokale Schulbehörde, schaltet sich nur in Fällen ein, in denen eine Schule mehrere Jahre hintereinander relatives Schlusslicht bei ihrem „examination board“ gewesen ist. Dann wird hingeschaut, was die so machen in dieser Schule, und es werden Gespräche mit Lehrern und Eltern geführt und ein Plan ausgearbeitet, wie man die Unzulänglichkeiten beheben könnte. Das klappt natürlich nicht immer auf Anhieb, aber jede Schule weiß, dass sie demnächst einfach schließen kann, wenn sie es nicht schafft, ihr Niveau zu heben, weil einfach niemand mehr sein Kind in diese Schule wird schicken wollen.

              Ich fürchte, schon bei dieser Beschreibung wird deutlich, dass das Bildungssystem im VK unauflöslich mit der Zivilgesellschaft verbunden ist, die das VK insgesamt darstellt, also mit der starken Stellung privater Unternehmen und von Bürger(initiative)n und mit der Praxis der Direktwahl von Kandidaten für das Unterhaus im jeweiligen Wahlkreis.

              Aber zumindest könnte man auch für Deutschland z.B. diskutieren, ob nicht formale Abschlussprüfungen aus den Schulen herausgenommen und privaten Organisationen übertragen werden werden sollten, was Lehrkräfte ja schließlich auch entlasten würde und ihnen mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe, das Unterrichten von Kindern, verschaffen würde, ganz davon abgesehen, dass es formale Qualifkationen vergleichbar(er) machen würde.

              P.S. „Beschulung“ ist, glaube ich, der zutreffende und am wenigsten wertende Begriff, den man für das verwenden kann, dem Kinder in einer bestimmten Alterspanne in staatlicher Zwangsmaßnahme unterzogen werden.

    • Roger says:

      @leser Die Sovietunion…

  5. Pingback: Schwerin: Indoktrination unter aller Sau – „Erlebnispädagogischer Aktionstag „Flüchtling für einen Tag““ | LW-Freiheit

  6. Heike Diefenbach says:

    Wir haben im Text geschrieben:

    „Die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum, sie könnte Schülern auch an anderen Beispielen gezeigt werden:
    Bürger weigern sich ihre Steuern zu bezahlen. Wie reagiert die Finanzbehörde?

    Ein Schüler hat eine abweichende Meinung und sagt im Unterricht, dass Schulen nur dazu da sind, Schüler zu indoktrinieren. Wie reagieren die Lehrer, wie die Schulleitung?

    Eltern haben kein Vertrauen in schulische Erziehung und wollen ihre Kinder selbst lehren. Sie schicken sie nicht mehr zur Schule. Wie reagiert die Schulbehörde?

    Eine Familie wird von ihren Nachbarn beim Jugendamt denunziert. Die Behörde schickt ihre Schergen, um danach zu schauen, dass bei der Familie auch alles mit kindgerechten Dingen zugeht. Wie wirkt sich der soziale Status der Familie auf ihre Behandlung durch die Jugendamtshäscher aus?

    Eine Kindergärtnerin erfährt, dass die Eltern eines Kindes der „rechten Szene“ zugehörig sein sollen. Wie ändert sich die Behandlung des Kindes im Kindergarten?

    Ein Sachbearbeiter hat keine Lust immer die Arbeit von Sachbearbeiterin B zu übernehmen, die in Teilzeit tätig ist und häufig wegen ihrer Kinder fehlt. Wie reagiert die Behördenleitung?

    Ein Arbeitnehmer schreibt auf Facebook einen Kommentar zu Heiko Maas. Der fühlt sich beleidigt und erstattet Anzeige. Welche Räder des pönalen Systems werden in Gang gesetzt? Wie reagiert der Arbeitgeber des Kommentators? Wie wird der Arbeitnehmer behandelt?“

    Wir sollten nachtragen, dass diese Fragen durchaus nicht allein gestellt werden können und sollten, um die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum deutlich zu machen.

    Vielmehr handelt es sich bei diesen Fragen um „KLASSISCH“ SOZIOLOGISCHE Fragestellungen, sei es theoretisch relevante oder (zunächst) nur deskriptive Fragestellungen, die die realen Lebensumstände in einer modernen Gesellschaft und bestimmte Zusammenhänge aufzeigen.

    Diese oder solche Fragen zu beantworten, ist die Basis, auf der Sozialwissenschaft überhaupt erst aufbauen kann, nämlich ETHNOGRAPHIE.

    Leider sind die Sozialwissenschaften in Deutschland derzeit weitgehend reduziert auf eine Existenz als Hilfsarbeiter staatlicher Ideologie, der Beschreibungen der Realität in weiten Teilen notwendigerweise zuwider sind (eben, WEIL eine Ideologie durchgesetzt werden soll).

    Wie gesagt: Jede dieser Fragen würde sich als Frage eigenen, die eine Qualifikationsarbeit in einer Sozialwissenschaft anleiten könnte, und jede bezieht sich auf gelebte Realität, nicht auf Wortspielereien und Kopfgeburten, ganz im Gegensatz zu sehr vielem, was derzeit meint, unter „Sozialwissenschaft“ gehandelt werden zu können.

  7. Aufgewachter says:

    Interessanter als ESC und EM zusammen !!!

    Floh-Alarm im Jobcenter

    Katastrophen-Alarm im Jobcenter ausgerufen
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/06/08/katastrophen-alarm-im-jobcenter-ausgerufen/

  8. „Instrumentalisierung … zur Indoktrination“

    …wie in so’nem Blog halt auch; und lästige Kritik wird einfach unterdrückt — so einfach ist das. Fast wie im „richtigen Leben“.

    Und schon kann man sich wieder den (theoretisch) „relevanten Fragestellungen … einer modernen Gesellschaft“ widmen.

    Der Ausdruck „Pharisäer & Schriftgelehrte“ ist sicher auch für nicht „Bibelfeste“ ein festdefinierter Begriff.

    P.S.: Schon klar, daß das wieder nicht veröffentlicht wird. Wollt’s auch nur mal gesagt haben…

    • Das was Sie lästige Kritik nennen, nennen wir ideologische Onanie und deshalb gehen die entsprechenden Post direkt in den Trash, ganz so, wie wir das oberhalb des Kommentarfeldes ankündigen.

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