Angeblicher Parteienforscher: Nur Rassisten wählen AfD!

Es ist schon erstaunlich, wie leicht man in öffentlich-rechtlichen Medien zu einem Wissenschaftler, einem Parteienforscher werden kann. Nehmen wir z.B. Michael Lühmann, den die ARD gerade als „Parteienforscher Lühmann“ verkauft hat. Lühmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung bietet eine Lehrveranstaltung zur „Stadt in der Spätmoderne“ an, hat im Deutschlandarchiv, einer historisch-ausgerichteten Zeitschrift über die SED publiziert und sich ansonsten mit den Grünen beschäftigt – nicht nur in den Frankfurter Heften der Gewerkschaft, sondern auch für die Böll-Stiftung, auf deren Seiten er ebenso, wie im Cicero, im Freitag oder im Offenburger Tageblatt mit Beiträgen wie „[AfD] Demaskiert zur Kenntlichkeit“, „Zur AfD und zu rechten Positionen in der Gesellschaft“, „[AfD] Achtung!“ oder „[AfD] Vom Rand in die Mitte“ präsent ist.

Ein Parteienforscher offensichtlich, der seine wissenschaftliche Meriten im Feld weitgehend als Journalist verdient, was bei der ARD niemanden daran hindert, ihn als Parteienforscher verkaufen zu wollen. Das ist auch gefahrlos möglich. Parteienforscher ist kein geschützter Begriff. Jeder kann zu einem Parteienforscher werden, jeder Hempel …

WerturteilsstreitAlbert WerturteilsstreitAber zum Wissenschaftler kann nicht jeder werden, denn Wissenschaftler zeichnen sich u.a. durch die Einhaltung eines methodischen Kanons aus, der z.B. Werturteile als Gegenstand aus der Wissenschaft ausgliedert. Darüber, ob Wissenschaft Werturteile umfassen kann, hat es einen heftigen Streit gegeben, der als Werturteilsstreit in die Geschichte eingegangen ist und Hans Albert, Ernst Troitzsch, Karl Acham und viele andere als Sieger hat vom Platz gehen sehen: Und mit ihnen war ab Beginn der 1960er Jahre klar: Werturteile haben in der Wissenschaft nichts zu suchen, denn sie stehen der Erkenntnis im Weg. Allein, dass man eine solche Auseinandersetzung innerhalb der Sozialwissenschaften führen musste und heute wieder führen muss, zeigt, wie leicht es für Scharlatane war und immer noch ist, sich in die Sozialwissenschaften einzuschleichen und sie mit ihrem wertenden Unsinn zu diskreditieren.

Man stelle sich dasselbe in der Chemie vor: Ein Forscher der Digitalis sehr angenehm im Geschmack findet oder ein Biologe, der es liebt, die Blüte des blauen Eisenhuts auf seiner Haut zu zerreiben. Niemand käme auf die Idee, die beiden vermeintlichen Forscher, die ihre affektive Hingabe an ihr Forschungsobjekt mit dem Leben bezahlt haben, wären auch nur ansatzweise ernst zu nehmen oder gar als intelligente Menschen verkaufbar, deren Erkenntnisse man Dritten zumuten kann.

In den Sozialwissenschaften ist das leider immer noch anders und leider hat die Klärung der Verhältnisse, die nach dem Werturteilsstreit eingetreten ist, nur für kurze Zeit angehalten. Heute sind wir wieder da, wo wir nach dem Zweiten Weltkrieg waren: Jeder darf seine Meinung, seine Bewertungen als angebliche Wissenschaft verkaufen und mit der entsprechenden Adelung Dritten auf Plattformen öffentlich-rechtlicher Medien zumuten. So auch Michael Lühmann, „Parteienforscher Lühmann“.

„Parteienforscher Lühmann“ hat erstaunliche Erkenntnisse im Verlauf seines Forschungsprozesses gewonnen, die etwas daran kranken, dass er offensichtlich und ideologisch den Grünen und der Linken nahesteht und das gar nicht verbergen kann. Schuld sind seine Werturteile, die ihn das, „was links und rechts passiert .. .stark differenzieren lassen“, denn die Linkspartei ist normal, macht Sachpolitik und „Rechts findet Protest statt“, also keine Sachpolitik, sondern Emotion.

Wäre Lühmann ein Wissenschaftler oder hätte auch nur eine entfernte Vorstellung davon, was Wissenschaft bedeutet, er würde sein Werturteil zumindest begründen, deskriptive Daten angeben, belegen, wie er zu seinem Urteil kommt, Fakten berichten. Aber hier scheint sein Problem zu liegen, denn die Linkspartei, die nach seiner Ansicht mit den Gewinnen bei der letzten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wieder zur „alten Stärke zurück[findet]“, sie hat noch nie zuvor 15,6% der Stimmen erreicht. Die Partei, die in den Jahren 2001 22,6% und 1999 17,7% bei Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus erreicht hat, nannte sich PDS und war die Nachfolgepartei der SED. Da Lühmann über die SED im Deutschlandarchiv geschrieben hat, sollte er das eigentlich wissen [Die alte Stärke der SED lag übrigens bei 100%, die Blockflöten eingerechnet].

Und weiter geht es mit den Werturteilen: „15 bis 20 Prozent der Menschen in Deutschland [haben] nach Erkenntnissen von Michael Lühmann ein „rechtes, fremdenfeindliches Weltbild“ und die AfD sammelt diese 15% bis 20% komplett ein, so behauptet Lühmann mit der Konsequenz, dass aus seiner Sicht, die Wähler der AfD zu 100% als Rassisten anzusehen sind, die die „rassistischen Positionen“ der AfD von „der Couch“ geholt haben.

luehmannDie Dummheit dieser Aussage liegt in der impliziten Kausalkette, denn die 15% bis 20% deutsche Rassisten, die die AfD wählen, müssen in Berlin ebenfalls in gleicher Stärke vorhanden sein, damit man die Rechnung machen kann. Aber selbst wenn man die Annahme teilt, so ist sie doch so lange ein ökologischer Fehlschluss, ach was, eine Behauptung, die an Dummheit nicht zu überbieten ist, so lange der angebliche Parteienforscher nicht seine Daten präsentiert, aus denen hervorgeht, dass alle Wähler der AfD auf einer Skala für Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit top sind, währen die Wähler der reinen linken Parteien, die Sachpolitik machen, bar jeglicher rassistischer Anwandlungen sind. In etwa so bar, wie Michael Lühmann, der eine Gruppe von Menschen [AfD-Wähler], aufgrund eines einzigen Merkmals [Wahl der AfD] zu Rassisten erklärt, mit denen man nicht reden und für die man auch nicht Verständnis haben darf, wie er sagt. Man dürfe, so belehrt er in einem weiterem Werturteil, nicht „den falschen Leuten Dialogangebote machen und man muss auch nicht für alle Verständnis haben“.

Lühmann lehnt also AfD-Wähler ab, hat für sie kein Verständnis, will nicht einmal mit ihnen reden (immer vorausgesetzt, ein AfD- Wähler wollte mit „Parteienforscher Lühmann“ reden), er deklariert sie zu Rassisten, und zwar aufgrund der Tatsache, dass sie AfD gewählt haben. Dieses eine Merkmal reicht ihm, um mit der Rassistenkeule zu kommen. Und deshalb ist Lühmann auch ein Rassist: Er klassifiziert eine Gruppe von Menschen auf Grundlage von einem einzigen Merkmal und wertet die entsprechende Gruppe ab. Vielleicht sollte Lühmann zum Rassismusforscher umsatteln und sich selbst zum ersten Gegenstand seiner Forschung machen – schlechter als seine Parteiforscher-Kompetenten können seine Rassismusforscher- Kompetenzen auch nicht sein (das war ein Werturteil von uns und die letzten Absätze sind die Begründung dafür).

Und natürlich lässt der „Parteienforscher Lühmann“ kein Klischee über die Wähler der AfD aus. Sie sind nicht nur fremdenfeindliche rechte Rassisten, sie sind Neidhammel, Modernisierungsverlieren, die nach dem „jahrelangen Frust … meinen, frohlocken zu können“. Wie der angebliche Parteienforscher Lühmann dieses Werturteil begründet, ist sein Geheimnis, denn die Quelle seiner Erkenntnis gibt er nicht an. Vermutlich weil man Hirngespinste in der Realität so schlecht belegen kann. Wäre Lühmann ein Parteienforscher, wie er von sich behaupten lässt, er wüsste, dass die AfD-Wähler sich durch überdurchschnittliche Bildung auszeichnen, dass sie häufig selbständig, wirtschaftlich erfolgreich und das sind, was man wohl Besserverdiener nennt. Wir treffen diese Aussage auf Basis von Daten über mehr als 7.500 AfD-Wähler. Das macht unser Werturteil, dass Lühmann keine Ahnung hat, worüber er doziert, zu einem begründeten Urteil.

Es ist eine alte Weisheit, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Man könnte die Weisheit dahingehend modifizieren, dass man sagt: wer seiner sich selbst zugeschriebenen kognitiven Überlegenheit zu selbstsicher frönt, ist dann, wenn die tatsächlich vorhandenen kognitiven Fähigkeiten eher eine Unter- denn eine Überlegenheit, gemessen an der Normalverteilung kognitiver Fähigkeiten, nahelegen, schlecht beraten, denn er wird nicht nur Unsinn erzählen, er wird sich auch als das outen, was er ist:

“Lühmann: ‚… denn die SPD hat die Wahl gewonnen. Über das Ergebnis spricht in drei Tagen niemand mehr.‘“

Folgt man der Lex Lühmann, dann sind Wahlen die Vergnügung für das Volk, die von den Herrschenden, zu denen sich Lühmann wohl gerne zählen würde, bei denen er sich in jedem Fall anschleimt, also bei denen, die er für die Herrschenden hält, veranstaltet werden, um dem Volk die Illusion zu vermitteln, was es zu sagen habe, sei relevant. Tatsächlich ist es irrelevant, denn alles was zählt, ist nicht das Wahlergebnis, sondern die Symbolik der Wahl und die durchgesetzte Interpretation der Wahl und ihres Ergebnisses. Die Interpretation, die Lühmann durchsetzen will, nämlich dass die SPD die Wahl gewonnen hat, was bei Verlusten von 6,7% eine gewagte Interpretation ist, ist, wie so oft, das Ergebnis reiner ideologischer Deutung, lediglich auf den Anteil der Stimmen gestützt

Wir erinnern uns an die Wahl in Baden-Württemberg, vielleicht erinnert sich auch Michael Lühmann, immerhin hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung eine Auftragsarbeit erstellt, in der untersucht wurde, ob der „Wahlsieg der Grünen“ in Baden-Württemberg bei der Landtageswahl 2011, ein einmaliges oder dauerhaftes Phänomen darstellt. Damals war ein Gewinn von etwas mehr als 12 Prozent ein Wahlsieg für Michael Lühmann und ein Anteil von 39%, den die CDU bei der Landtagswahl als stärkste Partei erzielt hat, nicht.

Wie sich die Zeiten doch ändern. Fünf Jahre später und dieses Mal mit dem Ergebnis von Berlin konfrontiert, macht Lühmann die SPD mit ihren 21.7 Popelprozent zum Wahlsieger und die AfD, die aus dem Stand auf 14,7% gekommen ist, läuft unter ferner liefen. Das Problem mit Ideologen besteht darin, dass sie regelmäßig die Realität ihren ideologischen Vorstellungen entsprechend zurechtbiegen. Das Problem mit angeblichen Parteienforschern wie Michael Lühmann besteht darin, dass sie die Sozialwissenschaften in Misskredit bringen und zu einer Veranstaltung degradieren, in der armselige Ideologen versuchen, ihre Werturteile als Wissenschaft zu verkaufen.


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13 Responses to Angeblicher Parteienforscher: Nur Rassisten wählen AfD!

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Angeblicher Parteienforscher: Nur Rassisten wählen AfD!

  2. saratoga777 says:

    Die systematische Dämonisierung des politischen Widerstandes in Deutschland bringt eine zutiefst totalitäre und faschistische Geisteshaltung zum Ausdruck, und eine solche Dämonisierung geschieht dann eben über den Nazibegriff. Wenn man keine Argumente mehr hat gegen den politischen Gegner, dann geht man zum Rufmord über.

    Wer den politischen Gegner rufmässig mordet, anstatt mit ihm inhaltlich zu debattieren, zeigt doch nur, dass er das Wesen der Demokratie überhaupt nicht verstanden hat, dass er den demokratischen Prozess nicht als eine Synthese unterschiedlicher Sichtweisen begreift, als einen Kompromiss, damit die Kirche im Dorf bleibt, sondern als den Versuch Andersdenkende zu unterdrücken und sie quasi politisch zu vergewaltigen.

    Das Wesen der Demokratie soll eben gerade keine Diktatur einer Mehrheit über die Minderheit sein. Minderheiten zu achten bedeutet eben nicht nur Minderheiten von Ausländern oder Juden zu respektieren, sondern auch politische Minderheiten unter den eiheimischen Deutschen. Man bedenke, dass die Minderheiten von heute die Mehrheiten von Morgen sein können.

    Andersdenkende unter den Deutschen als Nazis zu bezeichnen, bringt den Wunsch dieser Leute zum Ausdruck staatliche Gewalt gegen Andersdenkende einzusetzen, den Wunsch sich eben gerade nicht an die demokratischen Spielregeln zu halten, sondern durch die Stigmatisierung des politischen Gegners Formen der staatlichen Repression akzeptabel erscheinen zu lassen.

    „Es ist in Ordnung dem politischen Gegner den Schädel einzuschlagen, seine Rechte mit Füssen zu treten, schliesslich sind das alles Nazis, und bei Nazis ist das in Ordnung, denn Nazis sind gar keine richtigen Menschen, da gelten die Menschenrechte nicht.“

    Als Nazi wird jemand nicht bezeichnet, weil man ihn nun charakterlich untersucht und als solchen erkannt hätte, alleine schon die Tatsache eine andere Meinung zu haben, ist der Grund für eine solche Bezeichnung. Der politische Gegner interessiert sich nicht einmal dafür, ob eine solche Bezeichnung denn auch tatsächlich zuträfe.

    Diese Form der totalitären Repression ist eine Form der Einschüchterung, die nicht nur nach aussen gegen Minderheiten, gegen den politischen Gegner eingesetzt wird, sondern auch nach innen, gegen jeden Linken, der es wagt von der vorgeschriebenen Denknorm abzuweichen, der es wagt etwas Gutes über den politischen Gegner zu äussern. Auf diese Weise soll jede politische Annäherung, jeder Versuch eines politischen Kompromisses im Keim erstickt werden. Diese Repression nach innen führt zu einer extremen Parteidisziplin und zu einer extremen politischen Radikalisierung.

    Gerade in kommunistischen Staaten war es üblich zur Zeit des Kalten Krieges den politischen Gegner systematisch als Faschisten und Konterrevolutionäre zu bezeichnen, das heisst in totalitären und diktatorischen Gesellschaften war es üblich mit dem politischen Gegner derart verächtlich und respektlos umzugehen, seine Ehre bei jeder Gelegenheit zu verletzen, sein Ansehen zu beschädigen.

    Man bedenke, dass man den wahren Nazi immer daran erkennt, dass er Nazi-Methoden anwendet. An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen. Und die Früchte, das heisst die Methoden des politischen Gegners entlarven diesen sehr deutlich als das, was er tatsächlich ist – ein Feind der Demokratie.

  3. Marcus Junge says:

    „Lühmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung“

    Das ist so wie „Adolf Hitler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Judaismusforschung“, der Typ kann gar keine Ahnung von „seinem“ Fachgebiet haben, so wie er sich betätigt. Aber das ist ja der Normalfall an rot-grün-gender BRD-Dummiversitäten. Und das er eigentlich hauptberuflicher Lügenjournalist ist, paßt dann wie die Faust auf das bekannte Auge.

    —-

    Zu den AfD-Wählern äußerte sich der Lügenfunk natürlich in „umfassender“ Weise, auch jenseits der Göttinger Granate. So hätten 2/3 der AfD-Wähler die Partei nur aus Protest gegen die Systemparteien gewählt, nicht aus Überzeugung und würde sofort wieder wechseln, wenn die Systemparteien bei der Invasionsfrage was tun würden. Klar doch, glaub ich sofort, so wie nach der Meck-Pom Wahl, „fast alle AfD-Wähler wollen Koalition AfD mit Union“, verkündete der Lügenfunk damals, wegen der „Alternative“.

  4. Andreas Kriesmer says:

    Michael Lühmann ist eben auf der Seite der Guten. Daher zählen alle, die nicht auf seiner Seite sind, zu den Schlechten, mindestens aber zu schlechteren Wählern, Menschen, etc. Demzufolge unterstelle ich Herrn Lühmann, dass er die Gesellschaft in ein „Ihr“ und „Wir“ einteilt. Dies wiederum ist laut einer vom BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) mitfinanzierten Broschüre „Rechtspopulismus, Das neue Themenheft“ (Art. 109 im Schule-ohne-Rassismus-Shop) sehr bedenklich, zusätzlich agitiert Herrn Lühmann ganz offen gegen eine Minderheit, nämlich die AfD-Wähler und wertet diese ab, denn er „kauft nicht bei“…tschuldigung…redet nicht mit AfD-Wählern.

    Nachdem auch die Amadeu-Antonio-Stiftung in ihrer Anti-Rassismus-Broschüre eine ähnliche Indizienkette für Gesinnungsgenossen des rechten Randes aufstellt wie das hochoffizielle BMFSFJ, könnte man auf die Idee kommen, Herrn Lühmann zumindest als Rechtspopulist verorten zu können.

    Faschismus ist eben nicht zwangsläufig „rechts“, sondern einfach nur Faschismus. Wer sich auf der Seite der Guten wähnt, alle anderen verteufelt und von oben herab betrachtet, sich selbst gar für „immun“ gegenüber faschistischem Gedankengut hält, weil man ja vermeintlich auf der ganz anderen Seite steht und wer mit dieser Einstellung die umgebende Gesellschaft auch noch zwangsbeglücken möchte, der ist in der Realität dem Faschismus schon mehr als den halben Weg mit offenen Armen entgegen gerannt. Oft sogar mit wehender Fahne, egal was da drauf steht.

    Spieglein, Spieglein an der Wand, zeig‘ ihnen, was sie tun, nicht was sie sagen!

  5. Werner Fütterer says:

    Alle aufgezeigten logischen und systematischen Fehler sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass nicht Dummheit, sondern (politisches,wirtschaftliches,ideologisches) Kalkül dahinter steht.
    Nicht Unverständnis, sondern erhoffte Teilhabe an einer überlegenen Gesellschaft und Machtanspruch dürften Motive derartiger Ergüsse sein.
    Ohne Qualifikation ganz oben dabei sein, der Traum, der heute für jeden möglich ist.

  6. Jürg Rückert says:

    Die Schwäbische Zeitung (SZ) mit Sitz in Leutkirch war bis Ende der 80iger Jahre unabhängig und riskierte gelegentlich eine freche „rechte Lippe“.
    Dann erfuhr sie eine veritable Geschlechtsumwandlung nach einem Angriff des Südkuriers über Friedrichshafen. Dieser hatte schon den Farbdruck und war offenkundig weit besser kapitalisiert.
    Die SZ überlebte durch vollendete darwinistische Anpassung. Die Haupthemen danach waren etwa wie: 30 % der Deutschen sind Antisemiten wie Umfragen bestätigen!
    Die Bürgerbefragung hierzu lautete nach meiner Erinnerung in etwa so: Kennen Sie jemanden, der jemanden kennt, der Israel schlecht findet? Es gab 2 Umfragen (mal vor und mal nach einer Intifada?). Dabei äußerten etwas über 30% die Meinung, dass sie jetzt jemanden kennten, der so denke …
    Durch dieses grandiose psychologische Filter habe man die Antisemiten überführt, denn es wäre doch klar, dass der andere, den die Befragten kennten, sie selber wären!

    Ich bin überzeugt, dass die Konzentration der Massenmedien in der westlichen Welt inzwischen weiter fortgeschritten ist und in ganz wenigen, gut kapitaliserten Händen liegt.
    So wie auf der Zigarettenschachtel „Krebs tötet“ steht, so sollte auf jeder Zeitung und in jedem Informationsmedium im Impressum der tatsächliche Eigentümer des Besitzers der Zeitung genannt werden und dessen Verflechtungen bekannt sein. Bei wissenschaftlichen Arbeiten kennt man die Verpflichtung des Autors zu bestätigen, dass keine Interessenkonflikte (z.B. als besoldeter Mitarbeiter einer Pharmafirma) bestehen. Davon kann man bezüglich der Medien nur träumen! Es wird nie eintreten.

  7. Frank Möller says:

    Max Weber hat nicht gesagt, dass Werturteile in der Wissenschaft nichts verloren haben. Er hat sogar festgestellt, dass „Wertinteressen […] auch der rein empirisch-wissenschaftlichen Arbeit die Richtung weisen“. Er wendet sich nur gegen die Behauptung, dass Werte wissenschaftlich bewiesen werden können.
    Also: Weil ich gegen Rechtsradikale bin, darf ich durchaus wissenschaftlich Rechtsradikale untersuchen. Aber mein Ergebnis darf nicht dadurch beeinflusst sein, dass ich gegen Rechtsradikale bin. Und das erfüllt die Politikwissenschaft zu großen Teilen nicht mehr.

  8. PROMETHEUS says:

    An alle Studenten der University of Göttingen

    * Wenn Ihr mehr vom Leben erwartet als 2 Hunde und 1 Garten, Euch also von einem kleinkarrierten Durchschnitts-Deutschen abheben wollt,
    * wenn Euer Horizont über eine angebliche „deutsche Freiheits- und Demokratiegeschichte“ hinausreicht,
    * wenn Euere Betrachtung „alles Heroische, historisch Gehaltvolle“ der Generationen hintersich lassen will,

    dann verlasst umgehend diese „Unsiversität“.

    In der Welt von Morgen ist kein Platz für Leute
    * die nicht dialog-fähig sind,
    * die zu tief ins Glas schauen.
    * die bloß Titel der University of Göttingen vorweisen.

  9. Bernhard says:

    Die Berichterstattung der FAZ vom 16.09. bezüglich der Vorfälle in Bautzen.
    Überschrift:In Bautzen brodelt es weiter
    Ergo: Herr Lühmann ist nicht alleine auf der Welt und schon gar nicht in Deutschland.
    Mein heutiger E-Mail-Verkehr mit diesem Herrn lässt den Schluß zu,dass er das, was er
    von sich gibt, für bare Münze hält.
    Seine Antwort auf die erste Mail von mir
    Zitat
    1. unterlassen Sie es bitte mich zu kontaktieren.

    2. Bewertungen überlasse ich schon seit geraumer Zeit, so auch in diesem Fall, meinem Rechtsbeistand,

    Hochachtungsvoll
    Zitat Ende

    Liebe Schmierenjournalisten des Schmierenblattes FAZ,

    kann mir einer von Euch Flachpfeifen mitteilen was diese Hirnrissige Aussage soll ????

    „viele optisch der rechten Szene zuzuordnen“

  10. Der Stefan says:

    Naja, einmal in der Eisdiele am Sorbet geluscht und schon ist man Experte für Polarforschung. Einmal Krach mit der Partnerin und schon Experte für Terror. Die Expertendichte wird immer grösser, nur wirkliche Experten werden immer weniger.

    • Volker says:

      Spruch: „Ein Experte ist jemand, der immer mehr von immer weniger versteht, bis er schließlich alles von nichts versteht.“

      Von Medien zitierte Experten haben diese Perfektion bereits erreicht, alles von nichts zu verstehen… wobei … eigentlich ist es bei denen andersrum, sie verstehen von allem nichts…

  11. Livia says:

    Vor dem 3.Reich gab es noch die Weimarer Republik und sogar die Kaiserzeit, in der übrigens auch schon Parlamente gewählt wurden. Mit der ersten Zeit der Bundesrepublik hat deren damalige Bevölkerung gemeinsam, daß sie sehr viel nach den Regeln des gesunden Menschenverstandes gedacht und gehandelt hat, was „moderne Strömungen“, wie Genderismus, Parteieenforscher, lachhafte Hinweise in Gebrauchsanweisungen und Ähnliches zu existieren ausschließt! Offensichtlich ist nun jeder, der sich noch etwas des gesunden Menschenverstandes erhalten hat ein Modernisierungsverlierer und Ewiggestriger.

    Als Rasse bezeichnet man die Unterart einer biologischen Gattung, also gehört weder die Unterschicht einer Bevölkerung, noch eine Religionsgemeinschaft oder die herrschende Kaste der USA dazu.
    Wenn also jemanden die Ablehnung des massenhaften Imports fremder Unterschichtler, die wegen mangelnder Fähigkeiten und Integrationsbereitschaft ein sehr hohes Risiko des dauerhaften Verbleibens in der Alimentierung durch die Mehrheitsbevölkerung erwartet, umtreibt, oder dieser ganz einfach nicht davon überzeugt ist, daß wir der Politik der USA nachkriechen und uns von denen alles vorschreiben lassen sollen, sowie bei bestimmten Religionen einen sehr ausgeprägten Missionseifer erkennt und nicht bekehrt werden möchte – hat das aber auch garnichts mit Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun!!!
    Eher mit Selbsterhaltung!
    Ein bekannter Journalist hat ganz richtig festgestellt, daß heute vor allem der als „Rechtsradikaler“ bezeichnet wird, der die Westbindung an die USA, die NATO, etc. ablehnt, wer also die „Freunde“ für keine Freunde hält.
    Ein schwarzafrikanischer Regierungschef hat gesagt daß er sich als Afrikaner für die (Schicht der) Leute schämt, die es aus Afrika nach Europa zieht.

    Die Wähler der AfD rekrutieren sich wohl in 1.Linie aus vorhergehenden Nichtwählern, also Leuten, die sich früher gesagt haben, daß es sich nicht lohnt, wählen zu gehen, da CDUSPDFDPGRÜNELINKE alles im Grunde das Selbe ist, deren Funktionäre brav nach Washinton fliegen und sich da Anweisungen geben lassen. (J.Fischer: „Auch wenn sich die Regierungsparteien/ – koalitionen ändern, die Politik bleibt immer die selbe.“)
    Und sich die Pfründe teilen! (Als die FDP unter 5% rutschte, wurde ersnthaft darüber geredet die Hürde auf 3% zu senken, damit sie wieder rein kommt!)

    Steigt die Wahlbeteiligung, müssen auch die absoluten Zahlen hinter gleichen %-Anteilen steigen. Die ehemaligen Wähler der Piraten haben sich wohl auf Linke und Grüne verteilt. CDU-Wähler auf FDP und AfD, SPD- Wähler sind gestorben (sehr altes Stammwählerklientel) oder haben zu Grün oder Links gewechselt, während einige Linkenwähler, denen der ProUSA-Kurs nicht gepaßt hat, zur AfD sind. (Billiglöhner aus ausländischen Unterschichten, die den (Konzern-) Herren der USA größere Gewinne versprechen, sind auch nicht gerade Freunde des einfachen Arbeiters!)

    Da durch die AfD sowohl die Pfründe der etablierten Politiker, als auch der Machtanspruch des „Westens“ gefährdet wird, wird zu unsachlichen Argumenten, Schlägen unter die Gürtellinie und Pseudowissenschaft gegriffen. Da diese Leute die „Qualitätsjournalisten“ bezahlen …. – Wer die Musik bezahlt, bestimmt bekanntlich, was gespielt wird!

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