Antirepression: Linksextreme, Terroristen, Al-Kaida, IS – alles dasselbe

Wenn Sie nicht wollen, wie wir wollen, und wir sagen, dass Sie nur deshalb nicht wollen, wie wir wollen, weil Sie ein kapitalistischer privilegierter Geldsack sind, der brutal seine Machtposition ausübt und sich an sozialer Ungleichheit weidet, und wenn wir ihnen deshalb androhen, Ihr Eigentum wegzunehmen und, um die Drohung nachdrücklicher zu machen, schon einmal das Auto von Peter W. anzünden, weil es gerade da steht, wo wir laufen, und wenn Sie dann die Polizei rufen und die „Bullenschweine“ uns daran hindern wollen, Autos anzuzünden und Sie zu vertreiben, am besten in eine ihrer Steueroasen, dann ist das Repression. Wenn wir nun Steine, Molotowcocktails und Schlagwergzeuge aller Art nehmen, um uns gegen die Bullenschweine zur Wehr zu setzen, dann ist das Antirepression, dann setzen wir uns nur gegen die Aggression des Systems zur Wehr, das seine Klassenstruktur schützen, die Ungleichheit ausweiten, die Armen unterdrücken und die Reichen noch reicher machen will.

Das ist die kürzeste Erklärung von Antirepression, zu der wir fähig sind. Antirepression ist ein linksextremes Konzept, das auf einem Zirkelschluss basiert und dazu gedacht ist, eigene Gewalt zur Notwehr gegen das System umzudeuten.

g20-hasta-siempre-fidelWie in den Schulungsmaterialien von al-Kaida, so findet man auch in den Schulungsmaterialien der Linksextremisten ein paranoides Muster, das die eigene Wehrhaftigkeit als Ergebnis der namenlosen Unterdrückung durch ein System ausgibt, das für alles, was man sich an Schlechtigkeit und Nachteil so vorstellen kann, verantwortlich ist. Als Ergebnis dieser Paranoia sehen sich linksextreme Gewalttäter nicht als Gewalttäter, sondern als eine Art Freiheitskämpfer, die denen, die sie nicht darum gebeten haben, das bringen wollen, was sie wiederum nicht haben wollen: Den Sozialismus, die damit verbundenen Parteiherrschaft, den entsprechenden Totalitarismus und die zwangsläufige Armut.

Polizisten gelten in diesen linksextremen Paranoia-Zirkeln als Vertreter des Regimes, als Bullenschweine, denen jeder menschliche Aspekt abgesprochen wird. Vielmehr behindern Polizisten das Recht der linken Paranoiden, antirepressiv zu sein, also Autos anzustecken, Scheiben einzuwerfen und Kapitalisten durch die Stadt zu jagen. Entsprechend heißt es im neuesten Verfassungsschutzbericht:

„Angriffe auf Polizisten im Einsatz und Polizeireviere werden in der gewaltorientierten Szene überwiegend akzeptiert und begrüßt („Kriminell ist das System und nicht der Widerstand!“). Die Täter nehmen bei solchen Attacken mittlerweile auch schwere und sogar lebensbedrohliche Verletzungen [bei Polizeibematen] in Kauf.“ (100).

Die linksextreme Gewalt, die zur Antirepression also Notwehr gegen ein System umdefiniert wird, hat keinerlei menschlichen Zug, denn die Menschlichkeit derer, die in Uniform stecken und sich einem Mob aus linksextremen Paranoikern gegenübersehen, wird schlicht ignoriert. Polizisten werden zu Bullenschweinen, die man im antirepressiven Kampf auch an ihrer Gesundheit und körperlichen Integrität beschädigen kann. Einen deutlicheren Beleg dafür, dass es sich bei vielen Linksextremisten um gestörte Individuen handelt, die es nicht geschafft haben, einen normalen Modus im Umgang mit anderen Menschen zu finden, kann man sich als Psychiater eigentlich kaum wünschen.

Aber es gibt einen noch deutlicheren Beleg dafür, dass wir es bei vielen Linksextremen mit paranoiden Spinnern zu tun haben, die ein Sendungsbewusstsein antreibt, das ihnen einredet, sie wären die Auserwählten im Kampf gegen den globalen Kapitalismus.

rote-hilfe-brenntDer Beleg stammt von der Roten Hilfe, einer Vereinigung mit nach eigenen Angaben rund 7.100 Mitgliedern bundesweit, die „Straf- und Gewalttätern aus dem linksextremen Spektrum politische und finanzielle Unterstützung“ leistet (Verfassungsschutzbericht 2016: 137). Das Zitat stammt aus dem neuesten Verfassungsschutzbericht, in dem die 1975 gegründete Rote Hilfe seit mehreren Jahrzehnten ein fester Bestandteil ist.

Im Rahmen dieser Unterstützung vertreibt die Rote Hilfe eine Broschüre, die „Was tun wenn’s brennt?!“ überschrieben ist. Die Broschüre ist ein hervorragendes Dokument einer Paranoia, die zu einer Reihe von Ko-Morbiditäten geführt hat. „Was tun wenn’s brennt“ ist in eine Reihe von Kapiteln unterteilt, in denen dem aufrechten Kämpfer für das sozialistische Gute, der in seinem Kampf auch nicht davor zurücksckreckt, anderen Menschen Steine an den Kopf zu werfen, dargelegt wird, wie er seinen Marsch durch die Instanzen der Strafjustiz zu vollziehen hat. Es beginnt auf der Demonstration, die daran krankt, dass „die staatlichen Stellen mit wenig organisierter Gegenwehr rechnen (müssen)“ (2). Im Klartext: Weil die gewaltbereiten Demonstranten aus Sicht der Roten Hilfe noch zu selten sind und vermutlich auch deshalb, weil noch zu wenige Demonstranten auf Polizisten schießen, deshalb haben „staatliche Stellen mit wenig organisierter Gegenwehr“ zu rechnen und können entsprechend gewalttätige Demonstranten und ihre Unterstützer festnehmen.

Die Festnahme eines Demonstranten durch die Polizei ist in der Broschüre der Roten Hilfe generell als „Übergriff“ bezeichnet, d.h. die Bullenschweine hindern die klassenkämpfenden Linksextremen an der Ausübung ihrer antirepressiven Rechte, die darin bestehen, Autos in Brand zu stecken und generell fremdes Eigentum zu zerstören. In welcher geistigen Einzelhaft sich die Aktivisten der Roten Hilfe befinden müssen, man kann es sich kaum vorstellen.

Übergriffe führen zu Verhaftung, Verhaftung zum Abtransport, der „auf der Wache“ endet, wo die Verhafteten verhört werden, um anschließend dem Haftrichter oder einem Richter im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens vorgeführt zu werden. Manchmal werden die Verhafteten auch nach einiger Zeit freigelassen und das juristische Nachspiel findet in Form eines Strafbefehls statt oder als Hauptverhandlung vor einem Amts- oder Landrichter. Es gibt keine Eventualität im Strafprozess, den die Rote Hilfe in ihrer Broschüre nicht berücksichtigt hat und für die sie nicht das oberste Gesetz der Roten Hilfe darlegt:

„Keinen Ton mehr zu sagen“ (6), mit „keinem Wort über das, was ihr oder Du gemacht habt/hast“ zu sprechen (7), „total und umfassend gar nix zu sagen“ (9), „[a]uf jede Frage, eintönig wie eine kaputte Schallplatte: ‚Ich verweigere die Aussage‘ (10) zu sagen, „in dieser Situation … Zähne zusammen[zu]beißen und keine Aussagen zu machen (13): „Keine Aussage, keine Kooperation“ (13), kein Wort von Dir dazu (15) usw.

Allein die Broschüre wirkt schon wie eine „kaputte Schallplatte“, die Aufforderung, keine Aussage, egal, in welchem Zusammenhang zu machen, sie ist allgegenwärtig. Und mit gutem Grund, denn die Rote Hilfe hat sich Strafvereitelung auf ihre Fahnen geschrieben:

“Auch wenn Du meinst, Dir werden Sachen vorgeworfen, mit denen Du gar nix zu tun hast, möglicherweise auch Sachen, die Du nie tun würdest – halte bitte trotzdem die Klappe. Was Dich entlastet, kann jemand anderen belasten, hat von zwei Verdächtigen eine/r ein Alibi, bleibt eine/r übrig. Auch Informationen darüber, was Du nicht getan hast, helfen dem Staatsschutz, ein Gesamtbild gegen Dich und andere zu konstruieren.“

Als Belohnung dafür, dass sich ein Unschuldiger in den Dienst der sozialistischen Solidarität mit Straftätern stellt, gibt es finanzielle und rechtliche Unterstützung durch die Rote Hilfe, aber nur wer schweigt, kann mit der entsprechenden Hilfe rechnen. Man muss schon sehr paranoid sein, um das eigene beste Interesse, wegen einer Sache, von der andere behaupten, sie sei wichtig und eine große Sache, zu ignorieren und sich zum Mittäter zu machen.

Aber offensichtlich ist die entsprechende Paranoia das, was die Linksextremen zusammenhält: Sie glauben wirklich, sie seien eine Art Gotteskrieger, die gegen den kapitalistischen Unterdrückungsstaat und seine Polizistenhelfer einen heiligen Krieg führen, so wie es Al-Kaida oder der IS tun, die sich in ihrem wahnhaften Glauben von Linksextremen in keiner Weise unterscheiden. Und wie der Irre, den Harold Garfinkel in seiner Anstalt analysiert hat, so sind auch die Linksextremen sicher, dass ihre Paranoia realen Umständen geschuldet ist, denn die heiligen Krieger, sie werden nach eigener Vorstellung überall bespitzelt, um an den geheimen Weltplan des linksextremen Wahnsinns zu gelangen: Im Transport zur Wache, im Krankenhaus, in der Zelle, überall lauern die subversiven Elemente, die ausspionieren und die gute Sache der Linken verraten wollen.

Tatsächlich ist es so, dass Polizisten und Staatsanwälte das durchsetzen wollen, was es in Deutschland nach wie vor gibt: ein Strafgesetz, das es unter anderem vorsieht, Kriminelle, die andere an Leib und Leben gefährden, verletzen oder Eigentum zerstören, zur Rechenschaft zu ziehen. Außerhalb der Denkblasen, denen in der Glaubenskongregation der linksextremen Gotteskrieger gehuldigt wird, ist die Welt reichlich profan und vor allem so normal.

Die Rote Hilfe ist übrigens ein gemeinnütziger Verein. In Deutschland werden Organisationen, deren Ziel u.a. darin besteht, das bestehende demokratische System zu beseitigen, die dazu auch Gewalt als legitimes Mittel ansehen und Strafvereitelung gegen Gewalttäter aktiv betreiben, steuerlich begünstigt.

Wer wissen will, wieso eine linksextreme Organisation, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, vom Finanzamt steuerlich besser gestellt wird als andere Organisationen, der kann eine entsprechende Anfrage an das Amtsgericht Göttingen stellen, dort ist die Rote Hilfe in das Vereinsregister eingetragen.


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13 Responses to Antirepression: Linksextreme, Terroristen, Al-Kaida, IS – alles dasselbe

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  3. Hosenmatz says:

    Hierzu verweigere ich die Aussage! 🙂

  4. rote_pille says:

    Staatliche Macht wird nur durch zwei Dinge begrenzt: das Eigeninteresse der Gruppen, die den Staat kontrollieren und die Bereitschaft der Bevölkerung, gegen Staatsangestellte Gewalt anzuwenden. Die Linken sind zu beneiden, weil es auf ihrer Seite noch Leute gibt, die keine Angst vor der staatlichen Repression haben, auch wenn sie für die falschen Prinzipien kämpfen. Von mir aus kann der Abschaum, der sich auf dem Gipfel versammelt, um zum Beispiel mit Hilfe der Klimaspinnerei weiter unsere Freiheit einzuschränken, geschlossen zur Hölle fahren, mitsamt deren Beschützern. Schade nur, dass ich keinen Knopf habe mit dem ich einen Meteoriten dort hinlenken kann.

  5. Gereon says:

    Das lustige ist, das die ach so guten und edlen Glaubenskrieger gegen den Kapitalismus vehement die erklärten Ziele der kapitalistischen Eliten wie Globalisierung, Rassenvermischung, Klimawandelbasierende Einschränkungen und vieles mehr unterstützen. Paranoid bis in die Knochen.

    (Meiner Information nach ist die Definition von Paranioa, logisch anmutende Gedangengebäude zu errichten, die auf falschen, nicht von der Realität gedeckten Grundlagen aufbauen. Also ist Paranoid hier die richtige Diagnose)

    Jetzt wird klar, wieso unsere Jugend grade im Westen so systematisch verblödet wird. Ohne Verblödung wäre es nicht möglich ein halbwegs funktionierendes Menschenhirn soweit in die Verwirrtheit zu treiben, dass sie DAS ALLES wirklich glauben.

  6. Autor says:

    Ich frage mich, was „wird vom Verfassungsschutz beobachtet“ eigentlich heißen soll, denn offenbar finden selbst bei offensichtlich verfassungsfeindlichen Organisiationen wie der eben beschriebenen keine richtigen Ermittlungen oder Razzien statt. Der Rechtsstaat kommt mir dieser Tage reichlich zahnlos vor.

    • Gereon says:

      Naja, kommt drauf an.
      Wenn Sie einen Verein gründen, der unter dem Motto steht, wir lieben unsere deutsche Heimat und einer der Mitglieder hat einen besonders kurzen Haarschnitt, dann dürfen Sie sich der ganzen Aufmerksamkeit eines solchen Organs sicher sein.

      Für Deutschland = Repression, Ermittlungen , Razzia, schlechte Presse
      Gegen Deutschland = wohlwollende Alibibeobachtung ohne Folgen und wohlwollende Presse

      Sollte darin ein Muster zu erkennen sein, war das keine Absicht und die Beobachtung eines solchen reine Verschwörungstheorie

  7. Daniel Frey says:

    Gleiches gab es bis zum Verbot 2011 auch auf der extrem rechten Seite. „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige“ (HNG) – gleiches Strickmuster aber anderer Umgang damit. Die Farbe der Wolle machts.

  8. merxdunix says:

    Sinn und Zweck der „Roten Hilfe“ lassen sich durchaus auch in ein anderes Licht rücken.
    Die mit ihrer Broschüre suggerierte Anleitung und Unterstützung im Umgang mit Polizei und Strafverfolgungsbehörden soll die Linksextremen enthemmen und in (falscher) Sicherheit wähnen. Ziel der „Roten Hilfe“ ist es, Frust und Unvermögen der Linksextremisten so zu lenken, dass sie sich dem Rechtsstaat gegenüber verschulden, um sie dann mit staatlicher Milde an die Leine legen zu können. Die Broschüre ist vor allem das berühmte Zuckerbrot, dem später die Peitsche folgt.
    Damit erklärt sich dann auch die Gemeinnützigkeit der „Roten Hilfe“ und man kann jedem Heimatlosen und Unterforderten nur davor warnen, solchen scheinsozialen Machenschaften auf den Leim zu gehen, wenn er sich eine Chance auf Selbstverwirklichung bewahren will.

  9. dentix07 says:

    Selbst wenn es Schallplattensprungartig wirkt, die Aufforderung bei der Polizei zu schweigen kann man der „Roten Hilfe“ (auch wenn ich sie für Chlorhirne halte!) gerade nicht vorwerfen und hat auch nichts mit Strafvereitelung zu tun! Dasselbe wiederholen auch Strafverteidiger ständig und für andere Straftaten! Niemand muß (in D!) als Beschuldigter bei der Polizei (!) aussagen! (Als Zeuge sieht’s anders aus und beim Staatsanwalt muß man aussagen!)
    Strafverteidiger begründen ihre Warnung damit, daß es nicht gar so selten wäre, daß die dabei entstehenden Vernehmungsprotokolle Formulierungen enthielten deren Mißverständlichkeit dem Unterschreibenden zu dem Zeitpunkt, unter den Umständen, nicht klar ist, damit aber Fakten geschaffen würden die dann leicht dem (falls es zur Anklage kommt) Angeklagten zum Nachteil gereichen, bzw. nachteilig ausgelegt würden.
    Ein Beschuldigter der bei der Polizei zu den Vorwürfen schweigt, nimmt lediglich sein ihm zustehendes Recht wahr!
    (Ich rede da auch aus eigener Erfahrung. [Nein, bin kein Linker und hatte auch nichts mit Demos oder Gewalt zu tun!] Ich habe den Fehler gemacht der „Vorladung“ der Polizei Folge zu leisten und war, als ich Zuhause über das Protokoll noch einmal nachdachte, erstaunt, daß mir auf dem Revier nicht aufgefallen war das einige der vom Polizisten gewählten Formulierungen nicht genau das aussagten was ich eigentlich gesagt und gemeint hatte! Kam glücklicherweise nichts weiter!)

    • Stravereitelung ist nicht die Aufforderung zum Schweigen, sondern das da:

      „“Auch wenn Du meinst, Dir werden Sachen vorgeworfen, mit denen Du gar nix zu tun hast, möglicherweise auch Sachen, die Du nie tun würdest – halte bitte trotzdem die Klappe. Was Dich entlastet, kann jemand anderen belasten, hat von zwei Verdächtigen eine/r ein Alibi, bleibt eine/r übrig. Auch Informationen darüber, was Du nicht getan hast, helfen dem Staatsschutz, ein Gesamtbild gegen Dich und andere zu konstruieren.“

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