Universitäten heute: Horte der ideologischen Kleingeister – Gotteskrieger und Terroristen

Einst waren Universitäten Horte des freien Denkens. Heute sind sie Horte der kleingeistigsten aller Ideologen.

Rainer Wendt ist an der Goethe Universität in Frankfurt unerwünscht. Der Chef der Polizeigewerkschaft habe sich „wiederholt fernab eines aufgeklärten Diskurses positioniert“, habe sich „offensiv“ für die „rassistische Polizeipraxis“ Racial Profiling eingesetzt, habe selbst, „rassistische Denkstrukturen“. Das zitiert die Welt aus einen Offenen Brief, den „rund 60 Wissenschaftler“ an das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) geschrieben haben. Mit dem Brief hätten die „rund 60 Wissenschaftler“ die Absage eines Vortrages von Wendt zum Thema „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“ gefordert.

Hier irrt die Welt gleich mehrfach.

Zunächst ist der offene Brief nicht offen, denn im Internet ist er nicht zu finden, jedenfalls nicht mit einer normalen Anstrengung.

Dann sind die 60 Unterzeichner mit Sicherheit keine Wissenschaftler, denn Wissenschaftler suchen den Austausch, suchen den Streit, wollen sich und ihre Argumente mit anderen messen. Deshalb machen Wissenschaftler auch keine unbegründeten, aber diskreditierenden Aussagen über angebliche Denkstrukturen anderer. Das machen nur Ideologen, Ideologen, die schon alles wissen und nichts mehr wissen wollen. Ideologen, die Polizeipraxen unter Verweigerung von Vorträgen über die „Polizeipraxis“ als rassistisch festschreiben wollen und es bedenklich finden, wenn sich jemand „fernab eines aufgeklärten Diskurses“, also dessen, was sie für einen aufgeklärten Diskurs halten, positioniert.

Hätte die intellektuelle Evolution Rücksicht auf derart kleine im Geiste genommen, wir wären noch der Ansicht, die Erde sei im Zentrum des Universums und Gott habe sie in sechs Tagen geschaffen. Denn wer sich einst jenseits dieses aufgeklärten Diskurses positioniert hat, galt als Ketzer und wurde am Marterpfahl verbrannt. Leute, die derartigen Unsinn in einem offenen Brief, der nur der WELT und der Frankfurter Rundschau vorzuliegen scheint, behaupten, sind keine Wissenschaftler. Sie sind Reaktionäre, Ewiggestrige und haben an einer Universität nichts zu suchen.

Der Vortrag wurde zwischenzeitlich abgesagt. Angeblich nicht wegen des Offenen Briefes, auch nicht wegen der Angst der Universitätsverwaltung, dass linksradikale Spinner den Vortrag zum Anlass nehmen würden, um Mobiliar der Allgemeinheit zu zerstören oder sonstige Formen des emotionalen Widerstands zu zeigen, sondern weil die “inhaltliche Ausrichtung“ der Vortragsreihe kurzfristig geändert werden musste, wie ein Sprecher des Forschungszentrum für Globalen Islam behauptet, so kurzfristig, dass es dieses Zusammentreffen mit dem offenen Brief gegeben hat.

Nicht einmal intelligente Lügen bekommt man von denen mehr serviert, die vor dem anti-intellektualistischen Mob kapitulieren, der deutsche Universitäten im Griff zu haben scheint. Der Mob derer, die nichts dabei finden, wenn ausrangierte Bundestagsabgeordnete mit Primärkenntnissen in Drogenbesitz Seminare zu ausgerechnet Religion und Moral an Universitäten halten.

Deutschlands Universitäten scheinen immer mehr zu Brutstätten geistig verwirrter Überzeugungstäter zu werden, die schon alle Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben glauben und deshalb jeden Diskurs und jede Debatte mit anderen, die noch wissen, dass Wissenschaft keine Frage des Glaubens, sondern eine Frage des Zweifels ist, verweigern.

Es sind Gotteskrieger, die sich an Universitäten eingenistet haben, Gotteskrieger, die genau wissen, wo der Feind steht, welche Positionen die aufgeklärten und welche die nicht-aufgeklärten sind. Für diese Gotteskrieger kann es keinen intellektuellen Fortschritt geben, denn sie sind bereits erleuchtet. Alle Kritik ist ihnen verhasst, stellt sie doch in Frage, was sie als heiligste Wahrheit zum Kern ihrer fragilen und autoritären Persönlichkeit gemacht zu haben scheinen.

Die Frankfurter Goethe Universität gehört zu den deutschen Universitäten mit den meisten Lehrstühlen für Gender Studies. Insgesamt vier Lehrstühle mit dieser wissenschaftsfeindlichen Denomination gibt es in Frankfurt. Ob es ein Zufall ist, dass sich diese Hochburg des Genderismus auch zur Hochburg der Anti-Wissenschaft und Intoleranz entwickelt?

Unsere Einschätzung: Nein.

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