Stimmungsmacher: Die taz verbreitet FAKE NEWS

Eine Ironie unserer Zeit besteht darin, dass angebliche Faktenchecker vor allem Texte prüfen, die sich gegen die politische Korrektheit versündigt haben, während in den Gospels der politischen Korrektheit, die in Mainstream-Medien gepredigt werden, die Fake News zu finden ist, die Faktenchecker doch eigentlich finden und beseitigen wollen. Sie sind halt keine Faktenchecker, sie sind Informationsverhinderer, angetreten, um das Echozimmer linksextremer Spinner gegen jede Art von Realität abzuschotten.

Mit etwas Abstand betrachtet ist das, was uns täglich aus Mainstream-Medien zugemutet wird, ein hervorragender Beleg dafür, dass Igor Pawlow mit seiner klassischen Konditionierung nicht nur einen Mechanismus entdeckt hat, mit dem man Speichelfluss bei Hunden auslösen kann. Der einfache Mechanismus beschreibt auch, wie Journalisten-Darsteller in Deutschland funktionieren. Sie nehmen einen Reiz auf und spulen alles ab, was in ihrem Hirn mit diesem Reiz in Verbindung gebracht werden kann. Das ist natürlich eine Methode, sich selbst graduell aber stetig um den Verstand zu assoziieren, und es mag in Teilen die Texte erklären, die derzeit von Leuten, die man anhand von normalen Kriterien eben nicht mehr als normal bezeichnen kann, geschrieben werden, Texte, in denen angebliche Journalisten ihrem Hass und ihren Assoziationen freien Lauf lassen.



Das bringt uns wieder zur taz, bei der man gestern einen Text finden konnte, der entstanden ist, nachdem sein Autor, Andreas Rüttenauer, einen Reiz aufgenommen hat, einen Reiz, einen Stimulus, den er wie folgt beschreibt:

“Bubba Wallace ist Rennfahrer. In der US-amerikanischen Rennserie Nascar fährt er den Boliden mit der Nummer 43. Das hat er auch am Montag beim 500-Meilen-Rennen in Talladega im Bundesstaat Alabama getan. Kurz vor Ende des Rennens lag er auf Platz drei.

[…]

Am Tag vor dem Rennen wurde in der Box des Rennstalls, für den Wallace fährt, ein Galgenstrick gefunden.”

Eigentlich sind es zwei Stimuli, die Rüttenauer zum Laufen bringen: Hautfarbe: schwarz und Galgenstrick.

Nun lautet die erste Regel des Journalismus natürlich, dass man Informationen, die präsentiert werden, prüft. Indes erfordert die Prüfung von Informationen entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die den meisten heutigen Journalismus-Darstellern weitgehend bis vollständig fehlen, weshalb sie die Recherche durch Assoziation, die Information durch Bewertung und den einst vorhandenen Berufsethos durch Missionarstum ersetzt haben.

Dabei kommt dann heraus, was Rüttenauer wie folgt zusammenphantasiert:

“Es war eine unverhohlene Drohung gegen den Fahrer, eine Drohung, die an die Machenschaften des Ku-Klux-Klans denken ließ und an Lynchmorde erinnerte. Da Fans keinen Zutritt zum Boxenbereich haben, liegt der Verdacht nahe, dass derjenige, der den Galgenstrick bei Wallace’ Auto platziert hat, eine Nascar-Akkreditierung besaß. Die Rennserie könnte vor einem schwierigen Selbstreinigungsprozess stehen.”

Psychiater versuchen mit dem Rorschach Test, Assoziationen bei ihren Patienten zu erkunden und vor allem versuchen sie festzustellen, ob die Assoziationen, die ein Patient beim Anblick eines Tintenkleckses hat, noch in den Rahmen des Normalen eingeordnet werden können oder jenseits davon zu finden sind. Die Idee hinter dem Rorschachtest entspricht in etwa der klassischen Konditionierung. Es soll herausgefunden werden, welche erlernten Assoziationen Leute mit sich herumschleppen.



Die erlernten Assoziationen, die Rüttenauer mit sich herumschleppt sind zum einen geprägt von seinem Bemühen, sich als Gutmensch zu outen, als moralischer Herrenmensch, der gegen rassistische Untermenschen vorgeht (dazu gleich), zum anderen sind sie erschreckend: In welchen Kreisen bewegt sich jemand, dem bei einem vermeintlichen Galgenstrick, der in einer Garage gefunden wird, in der außer Bubba Wallace mindestens 40 andere Menschen unterwegs sind, die meisten davon weiß, nichts anderes einfällt als “unverhohlene Drohung gegen den Fahrer”, natürlich den Schwarzen, die aus dem Dunstkreis des Ku-Klux-Klan stammt, denn dass der Galgenstrick platziert wurde, von einem Mitarbeiter von NASCAR platziert worden sein muss, daran gibt es für Rüttenauer in seiner ideologischen Travestie auf Wirklichkeit keinen Zweifel, so wie man fürchten muss, die Hoffnung auf Lynchmord hegt er tatsächlich.

Nein, es gibt keine Zweifel, denn in der NASCAR Serie ist die Flagge der Südstaaten ein beliebtes Symbol. In der Welt, in der Rüttenauer lebt, ist die Flagge der Südstaaten ein Symbol für Rassismus, denn in den Südstaaten, da gab es Sklaven, vor rund 150 Jahren. Bei Rüttenauer entsteht aus all dem der folgende Brei:

“Seit ein paar Monaten bittet die Nascar ihre Fans, die Flagge nicht mehr zu zeigen. Nach den Protesten, die auf die Ermordung [Rüttenauer verbreitet ein Urteil lange, bevor es überhaupt gefällt ist. Man nennt das eine Vorverurteilung, prejudice im Englischen.] von George Floyd durch einen Polizisten folgten, und nach Interventionen von Bubba Wallace, der sich laut und vernehmlich in der Black-Lives-Matter-Bewegung engagiert, hat die Rennorganisation am 10. Juni entschieden, das Zeigen der Flagge bei Rennen zu verbieten.

Dass dies auch in Coronazeiten schwer durchzusetzen sein wird, wenn statt über 130.000 Zuschauern nur 5.000 Rennfans Einlass finden, war in Talladega zu sehen. Am Wochenende kreiste ein Flugzeug über der Rennstrecke, das eine ­Konföderiertenflagge hinter sich herzog sowie ein Banner mit dem Schriftzug „Defund Nascar“, „Streicht der Nascar die Kohle“ [Eine interessante Übersetzungs-Phantasie]. Die Anspielung auf den Slogan vieler Black-Lives-Matter-Demonstrationen, auf denen „Defund the Police“ ­gerufen wird, war nicht zu übersehen. Zudem posierten rund um die Rennstrecke Fans mit der Konföderiertenflagge. Der Nascar wird klar sein, dass ihr neu entdeckter Antiras­sismus bei vielen ihrer Fans ganz und gar nicht gut ankommt.

Auch andernorts wollen sich Sportfans nicht damit abfinden, dass sich in den Ligen ein antirassistischer Konsens breitmacht.”

Es ist für uns faszinierend, jemanden dabei zu beobachten, wie er sich vom Hölzchen aufs Stöckchen schreibt, sich dabei immer tiefer in den Irrungen und Wirrungen seiner Ideologie verliert und schließlich nicht einmal mehr bemerkt, dass man sich dann, wenn der “antirassistische Konsens”, von dem er bezeichnender Weise sagt, er mache sich in den Ligen (und bei Nascar) BREIT, den er also selbst für einen Eindringling hält, sich zwar in den Ligen “breitmacht”, aber die Sportfans nicht umfasst, dass man sich dann fragt, wer eigentlich Träger dieses angeblichen Konsenses, der auf so viel Dissens zu stoßen scheint, ist.



Die Antwort ist klar: Diejenigen, die mit Rüttenauer das einfache Weltbild teilen, in dem sie für sich die Rolle des Guten reserviert haben, während alle, die eine andere Meinung haben, die Bösen sind, die Bösen, die nicht verstehen wollen, nicht wie Bubba Wallace, dass Black Lives Matter – eine Feststellung, die trivialer nicht sein kann, unumstrittener nicht sein kann und es dennoch in der seltsamen Welt von Rüttenauer und anderen geschafft hat, zum Slogan zu werden, an dem man seine moralische Überlegenheit inszenieren zu können glaubt. Das Problem, auf das die Bewohner dieser höchst eigenartigen Surrogat-Welt, in der man leistungslosen Erfolg versprochen bekommt, haben, ist leicht benannt: Es ist eine Surrogatwelt, eine Welt, die nicht der Realität entspricht, eine erfundene, erlogene, irre Welt. Mehr und mehr setzt sich bei uns die Überzeugung durch, dass Linkssein ein Syndrom, eine Krankheit beschreibt, eine geistige Krankheit, die das Ergebnis gescheiterter Persönlichkeitsbildung ist.

Dummerweise hat die Wirklichkeit die Angewohnheit, sich wieder und wieder zu melden und sich wieder und wieder in der Surrogat-Welt der Linksextremen breitzumachen, sie als Travestie auf die Wirklichkeit zu entlarven. Und so kommt es auch in diesem Fall.

Der Galgenstrick hat sich als normale Schlaufe, die z.B. dazu dient, das Garagentor zu öffnen, erwiesen.
Die normale Schlaufe blickt auf ein Dasein in der Garage von mehreren Monaten zurück, in denen sie Wallace offenkundig nicht aufgefallen ist.

Es gibt keinen Rassismus, dem Bubba Wallace zum Opfer gefallen ist.
Es gibt keine Drohung gegen Bubba Wallace.
Es gibt einen Rennfahrer, der sich für Black Lives Matter engagiert hat und darüber entweder hysterisch geworden ist oder die Gelegenheit genutzt hat, um die Stimmung ein wenig im Sinne von BLM anzuheizen. Wie auch immer, er hat sich lächerlich gemacht, denn ein Rennfahrer, der nicht in der Lage ist, eine Schlinge, die zum Öffnen eines Tores dient, von einem Galgenstrick zu unterscheiden … nun ja, was soll man dazu sagen.

Als Konsequenz erweist sich der ganze Text von Andreas Rüttenauer als Phantasieprodukt, das auf einer Lüge aufbaut, als freie Assoziationskette eines Geistes, der offenkundig nur sehr selektiv und verzerrt zur Aufnahme von Informationen in der Lage ist, die indes nicht als Informationen aufgenommen werden, sondern ausschließlich als Stimulus (und somit losgelöst von ihrem Wahrheitsgehalt), als Stimulus, mit dem positive oder negative Assoziationsketten verbunden sind, die dann ausgebreitet werden.

Man fragt sich unwillkürlich, wie es Leute vom Schlage Rüttenauer schaffen, bei einem real existierenden Menschen ein Brötchen zu erwerben.
Und man fragt sich einmal mehr, was die vielen Faktenchecker/-finder in Deutschland eigentlich machen.



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