Endgame in Michigan: Sub-terraner FAZ-Journalismus und geisteskranke Wähler

Die Wahlkommission von Michigan, vier Mitglieder, je zwei von US-Democrats und Republikanern, trifft sich heute, um das Wahlergebnis aus Michigan entweder zu zertifizieren oder nicht. Zuvor haben zwei Mitglieder der Wahlkommission für Wayne County, Michigan, eidesstattlich erklärt, dass sie wegen der vielen Unzulänglichkeiten (71% der Briefwahlbezirke haben mehr Stimmen ausgezählt als abgegeben wurden) die Ergebnisse für Wayne County (inklusive Detroit) nicht zertifizieren zu können. Ihre unter Druck erzwungene Zustimmung zur Zertifizierung haben die beiden Mitglieder der Wahlkommission wieder zurückgezogen. Wir haben davon berichtet.

Heute nun, wird auf Ebene des Bundesstaates über die Zertifizierung entschieden. Anlass für Majid Sattar, Qualifikation: Washington, für die FAZ einen Text zu fabrizieren, in dem der Anspruch einer ausgewogenen Berichterstattung nicht einmal erhoben wird:

Hat Trumps Strategie in Michigan Erfolg?

“Eigentlich ist es eine Formsache: Noch am Montag soll die Wahlkommission das Wahlergebnis bestätigen. Doch Donald Trump will verhindern, dass Joe Bidens Sieg amtlich wird. Schafft er das?”



Die Gründe, warum es dieses Mal keine Formsache ist, sind keine Gründe, nicht etwa, dass jemand denkt, in Michigan habe es Wahlbetrug gegeben, die Gründe sind nur einer: Donald Trump, der Anti-Christ aller Haltungsjournalisten. Majid Sattar in freier Erfindung:

  • Donald Trump habe die Republikaner in Michigan unter Druck gesetzt, das Ergebnis nicht anzuerkennen.
  • “Nachdem die beiden Republikaner in dem Kreisgremium aber einen Anruf Trumps erhielten, widerriefen sie ihre Zertifizierung – ein Schritt, der nach Auffassung der demokratischen Regierung in der Hauptstadt Lansing indes nicht möglich ist. Damit war die Wahlkommission von Michigan am Zug.”
    Wer sich für die Gründe interessiert, warum die beiden Republikaner in Wayne County ihre Zustimmung widerrufen haben, der kann sie hier nachlesen. Sattar unterschlägt hier wesentliche Teile der Geschichte, um seine Phantasie in US-D, nach der Donald Trump der Böse und die US-Democrats keines Wahlbetrugs schuldig sind, durchsetzen zu können.
  • Aber der böse Donald “lässt nicht locker”.
  • Und er habe einen Verbündeten in der Wahlkommission in Michigan: Norm Shinkler – ein “vehementer Unterstützer Trumps”, der – stellen Sie sich das nur vor: “auf einer Kundgebung des Präsidenten in Michigan die Nationalhymne”, ja ehrlich: “die Nationalhymne”, unglaublich nicht, “gesungen hat”. Und die Frau von Shinkler hat doch tatsächlich den Anwälten des bösen Donald, um den ebenso bösen Rudy eidesstattlich versichert, dass bei der Auszählung in Detroit nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Stellen Sie sich das vor, eine eidesstattliche Versicherung, die, wenn sie falsch ist, wie ein Meineid mit Gefängnis bestraft wird. Wie weit manche dieser Republikaner doch gehen, um eine “Verfassungskrise”, wie Sattar schreibt, heraufzubeschwören, denn wenn die Ergebnisse nicht zertifiziert würden, dann – ja, was dann ist, das weiß Sattar auch nicht, dann ist eben “Verfassungskrise” – oder so. Das ist natürlich vollkommener Unfug: Wenn bis zum 8. Dezember nicht alle Bundesstaaten ihre Stimmen zertifiziert haben, dann entscheiden die State Legislatures der Staaten darüber, wem die Stimmen zukommen und es erfolgt eine Abstimmung im Repräsentantenhaus darüber, wer der nächste Präsident der USA werden wird. Dabei hat jeder Staat, von Delaware über South Dakota bis Kalifornien genau eine Stimme. Derzeit könnte Donald Trump wohl auf 31 Stimmen im Repräsentantenhaus zählen, während Sleepy Joe mit 19 Stimmen unterliegen würde. Aber das weiß “Verfassungskrise Sattar, Qualifikation: Washington”, wohl nicht.

    Man nennt das auch 12. Amendment:

    “Twelfth Amendment
    The Electors shall meet in their respective states, and vote by ballot for President and Vice-President, one of whom, at least, shall not be an inhabitant of the same state with themselves; they shall name in their ballots the person voted for as President, and in distinct ballots the person voted for as Vice-President, and they shall make distinct lists of all persons voted for as President, and of all persons voted for as Vice-President, and of the number of votes for each, which lists they shall sign and certify, and transmit sealed to the seat of the government of the United States, directed to the President of the Senate;–The President of the Senate shall, in the presence of the Senate and House of Representatives, open all the certificates and the votes shall then be counted;–The person having the greatest number of votes for President, shall be the President, if such number be a majority of the whole number of Electors appointed; and if no person have such majority, then from the persons having the highest numbers not exceeding three on the list of those voted for as President, the House of Representatives shall choose immediately, by ballot, the President. But in choosing the President, the votes shall be taken by states, the representation from each state having one vote; a quorum for this purpose shall consist of a member or members from two-thirds of the states, and a majority of all the states shall be necessary to a choice. [And if the House of Representatives shall not choose a President whenever the right of choice shall devolve upon them, before the fourth day of March next following, then the Vice-President shall act as President, as in the case of the death or other constitutional disability of the President.–]The person having the greatest number of votes as Vice-President, shall be the Vice-President, if such number be a majority of the whole number of Electors appointed, and if no person have a majority, then from the two highest numbers on the list, the Senate shall choose the Vice-President; a quorum for the purpose shall consist of two-thirds of the whole number of Senators, and a majority of the whole number shall be necessary to a choice. But no person constitutionally ineligible to the office of President shall be eligible to that of Vice-President of the United States.”

Der gesamte Beitrag von Majid Sattar enthält nicht eine Information, die für die Entscheidung, die heute in Michigan gefällt wird, von Bedeutung ist. Das, was Sattar liefert, ist Journalismus zum Abgewöhnen. Wenn Sie die FAZ noch lesen, jetzt ist der Zeitpunkt, damit aufzuhören. Lesen Sie stattdessen etwas Gescheites: ScienceFiles.



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Um die Kluft, die Berichterstattung und Information von dem, was Sattar für die FAZ abliefert, trennt, deutlich zu machen, haben wir eine Arbeit von Sarah Eaglesfield besorgt, eine statistische Arbeit, deren Ziel darin besteht, Anhaltspunkte dafür zu finden, ob es in Michigan zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, die einer Zertifizierung der Wahlergebnisse entgegen stehen. Wir stellen diese Arbeit, die zu lesen sich allemal mehr lohnt als den Stuss von Sattar, am Ende dieses Textes vollständig bereit.

  • Daten: Wählerstichprobe aus dem Wayne County Dataset: 613.091 Wähler, inklusive Namen, Adresse, Geburtsjahr;
  • Entspricht die Rate, mit der Briefwahlen zurückgewiesen wurden, weil z.B. eine Unterschrift fehlt oder eine Doppelwahl vorliegt, den Raten der Vorjahre? Die Rate im Datensatz beträgt 1,256% (7.700 zurückgewiesene Briefwahlen). In den Vorjahren hat die Rate bei 2,02% gelegen. Da es deutlich mehr Briefwahlen gegeben hat als im Vorjahr wäre damit zu rechnen gewesen, dass die Rate der Zurückweisungen höher ausfällt als in Vorjahren. Dass sie das nicht ist, ist ein Indiz, kein Beleg, für Unregelmäßigkeiten.
  • Gibt es Mehrfachwähler?
    1.104 Wähler-IDs finden sich mehrfach im Datensatz, davon eine ID vier Mal. Die Mehrzahl der doppelten Wahlen wurde korrekt prozessiert, in 21 Fällen (1,9%) wurden Stimmen desselben Wählers mehrfach gezählt oder keine der doppelten Stimmen wurde gezählt.
  • Gibt es Probleme mit der Nachvollziehbarkeit der Daten?
    Es gibt erhebliche Probleme, weil es keinen Eingabestandard zu geben scheint, d.h. zuweilen finden sich Abkürzungen für Counties, zuweilen der ganze Begriff, zuweilen steht die Adresse in einem, zuweilen in mehreren Feldern. Dadurch wird das System fehleranfällig, es ist schwieriger, Doppelwähler oder ungültige Stimmabgaben zu identifizieren oder – umgekehrt – leichter, Doppelwähler und ungültige Stimmen zu verstecken. Ein Beispiel aus dem Datensatz: PIO BOX 32910 FORT ST POST OFFICE DETROIT, MI 48323 and PO BOX 32910, DETROIT, MI 48323-0910 – eine Doppelerfassung aufgrund fehlenden Standards der Eingabe.
  • Gibt es ungewöhnliche Muster in den Daten, die für Unregelmäßigkeiten stehen?
    Ja:

    • 97 Patienten des Walter P. Reuther Psychiatric Hospital haben Briefwahlunterlagen angefordert, 78 haben gewählt. Dazu schreibt Eaglesfield:

      Given that the psychiatric facility in question specifically states that it caters for those with severe mental illness it should be investigated what mental capacity these voters had, and whether these ballots were potentially abused. It is my understanding that there is no capacity test for voting in Michigan, although state law allows for one to be applied.”

      Die Tatsache, dass selbst schwerst geistig Behinderte in Michigan gewählt haben, ist ein weiteres Indiz für Wahlbetrug.

    • Eine Reihe von Stimmen für Personen, die sich in Altenheimen befinden, wurden abgegeben, obwohl die entsprechenden Personen lange vor der Wahl verstorben sind.
  • Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Verstorbene in großer Zahl gewählt haben? Es finden sich vereinzelte Hinweise darauf, dass Stimmen Verstorbener gezählt wurden. 
  • Hat jeder Wähler, der eine Briefwahl beantragt hat, auch die entsprechenden Unterlagen erhalten?
    Für 6.245 Wähler im Datensatz, die Briefwahlunterlagen beantragt haben, findet sich kein Wahleintrag. 3.512 davon haben zerstörte oder anderweitig kompromittierte Wahlunterlagen zurückgeschickt, an 2.733 Wähler wurden keine Briefwahlunterlagen verschickt, obwohl sie sie angefordert haben. Das verletzt den Grundsatz der Gleichbehandlung von Wählern.

Aus ihren Analysen zieht Eaglesfield den folgenden Schluss:

“The partial dataset as provided points to both processing and clerical errors being made in the Wayne County count, and indicates the integrity of the count is compromised. I would conclude that the vote cannot be reconciled as given”.

Während Herr Sattar mit viel Bewertung und unter Auslassung aller relevanten Informationen, seine Erzählung durchsetzen will, dass nur der böse Donald Trump die Wahlen in Michigan durch juristische Manöver stören will, haben ganz unterschiedliche Bürger von Michigan nicht nur ihre Bedenken über die Integrität der Wahlen zum Ausdruck gebracht, sondern diese Integrität geprüft, wie Eaglesfield, die seit 2012 jede Wahl analysiert hat. Ergebnis: Die Wahlen können nicht regulär abgelaufen sein. Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache, Majid Sattar spricht eine andere Sprache, eine, die mit der Realität nicht in Einklang gebracht werden kann und deshalb wohl frei erfunden sein muss.

Die Realität in Michigan sieht so aus:



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