Vertrauen durch Verschweigen? Der Humbug der Risikoreduktion durch COVID-19-Impfstoffe

Nicht nur die deutsche Bundesregierung betreibt derzeit eine öffentliche Desinformationskampagne sondersgleichen, und zwar mit Blick auf die angeblich so unglaublich effektiven Impfstoffe. Die Erfolgsquoten rangieren zwischen 90% und 100%, absoluter Schutz vor etwas, an dem man nie in Gefahr war, überhaupt zu erkranken, wird in gezielten Kampagnen, in einem wahren Trommelfeuer an Impf-Propaganda versprochen:

In diesen Kampagnen machen sich Regierungen nicht nur die Tatsache zunutze, dass nicht einmal eine Mehrheit der Ärzte versteht, was eine Effektivität von 95% tatsächlich aussagt, sie machen sich vor allem zunutze, dass die meisten Impfwilligen nur auf die hohen Zahlen von 95% und mehr reagieren und daraus ableiten, dass sie hervorragend vor etwas geschützt seien. Und dem ist nicht so.

Nehmen wir z.B. die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna, die beiden Wunder moderner Impfstoff-Erschaffung, für die wir gerade beschrieben haben, für wie unwahrscheinlich es Wissenschaftler, die sich seit Jahren mit der Entwicklung von Impfstoffen beschäftigen, es noch vor nur drei Jahren gehalten haben, dass es gelingt, einen “unprecedented” Impfstoff wie BNT162b2 oder mRNA-1273 herzustellen:

mRNA-Impfstoffe zählen als “unprecedented vaccines”, denn es gibt keine Erfahrungswerte für entsprechende Impfstoffe. mRNA-Impfstoffe stellen eine neue Technologie dar, eine, die in der Trialphase mindestens 244 unterschiedliche Kandidaten voraussetzt, um einen erfolgreichen Impfstoff zu entwickeln, der frühestens nach 13 Jahren Marktreife erlangt hat und in der Entwicklungsphase 5,5 Milliarden Euro verschlingen wird. So steht es in der Arbeit von Young et al. (2018) zu lesen, die u.a. die Wahrscheinlichkeiten der Entwicklung einzelner Impfstoffe zum Gegenstand hat. Dass dem so ist, das liegt daran, wie Young et al. (2018) schreiben, dass von den Kandidaten für ein “unprecedented vaccine” nur rund 5% ein Phase-II-Trial überleben und von diesen 5% nur rund 40% ein Phase-III-Trial. Es bleiben somit nach 13 Jahren 2% der ursprünglichen Kandidaten übrig.  Wie anders doch die Entwicklung der beiden mRNA-Impfstoffe von Moderna und Pfizer/Biontech verlaufen ist. Bereits nach einem Jahr haben sie Marktreife erlangt und beide Kandidaten sind ohne Probleme und ohne Hindernis durch sowohl Phase-II als auch Phase-III-Trials gekommen. Ein solches Wunder, das es gleich doppelt gibt, ist in der Tat “unprecedented”.

Dieses Wunder ist umso größer, wie Brown (2021) schreibt, als mRNA-Impfstoffe in der Vergangenheit aufgrund der hohen Instabilität, die sie auszeichnet, nicht funktioniert haben, und es für die Lösung, mRNA in lipiden Nanopartikeln einzuschließen, bislang keinen vorzeigbaren Erfolg gegeben hat. Nun gibt es gleich zwei. Und nicht nur das, die berichteten Effektivitäten der mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna sind so weit über dem, was nicht nur vorhergesagt, sondern in vergangenen Tests mit mRNA-Impfstoffen erreicht werden konnte, dass sich die Frage, wie dieses weitere Wunder so schnell und so ausgiebig erreicht werden konnte, geradezu aufdrängt. Indes: Die Frage bleibt offen. Daten, die notwendig wären, um diese Frage zu beantworten, wurden bislang nicht veröffentlicht.

Folglich schreibt Brown:

“There may be much more complexity to the ‘95% effective’ announcement than meets the eye – or perhaps not. Only full transparency and rigorous scrutiny of the data will allow for informed decision making. The data must be made public.”

Interessant am so heftig gefeierten Erfolgt, der die vermeintlich hohe Effektivität der mRNA-Impfstoffe begleitet, ist, dass diese Erfolgsfeiern nur unter Verstoß gegen Richtlinien möglich sind, die z.B. die US-amerikanische FDA veröffentlich hat. Demnach ist es, um Impfwilligen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen, nicht nur notwendig, Informationen über die Reduktion des relativen Risikos bereitzustellen, sondern zudem Informationen über die Reduktion des absoluten Risikos, z.B. an COVID-19 zu erkranken, die durch einen Impfstoff geleistet wird, bereitzustellen.

Der eigenen Richtlinien ungeachtet, haben weder die US-amerikanische FDA, noch das US-amerikanische CDC, noch die europäische Medicines Agency noch die britische Medicines and Health Care Products Regulatory Agency Zahlen für die Reduktion des absoluten Risikos durch einen Impfstoff veröffentlicht.

Der Unterschied zwischen dem relativen Risiko und dem absoluten Risiko ist schnell erklärt.
Ausgangspunkt sind zwei Gruppen: Eine Impf- und eine Kontrollgruppe.
In beiden Gruppen finden sich je 100 Personen.
In einem bestimmten Zeitraum erkranken in Gruppe A, der Impfgruppe, 3 Menschen an COVID-19, in der Kontrollgruppe sind es 9.
Die Ereignisrate in der Impfgruppe beträgt somit 3/100 = 0,03, die in der Kontrollgruppe beträgt 0,09.
Daraus ergibt sich für die Impfgruppe ein um [[0,03/0,09 = 0,33 [1-0,33)*100]] = 67% geringeres RELATIVES Risikos an COVID-19 zu erkranken als in der Kontrollgruppe.

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Diese 67% im Beispiel stellen die Berechnungsweise dar, die genutzt wird, um die Effektivität von mRNA-Impfstoffen zu berechnen. Die Effektivität entspricht dem relativen Risiko an COVID-19 zu erkranken.

Nun sind in beiden Gruppen, Kontroll- wie Impfgruppe, weitere Personen vorhanden, so dass sich ihre Zahl jeweils auf 100 addiert, weitere Personen, die NICHT an COVID-19 erkranken, die durch eine Impfung entsprechend keinen Gewinn haben. In einer normalen Welt, in der Institutionen nicht aus unnachvollziehbaren Gründen dafür sorgen wollen, dass Bürger sich impfen lassen, würde dieser Tatsache Rechnung getragen, und zwar dadurch, dass das ABSOLUTE Risiko bzw. die Reduktion des absoluten Risikos an COVID-19 zu erkranken, das ein Impfstoff bereitstellt, beziffert werden würde.

Im Beispiel oben beträgt die Reduktion des absoluten Erkrankungsrisikos 0,09 – 0,03 = 0,06, also 6%.

In unserem Beispiel kann ein Impfwilliger nun sein Risiko, überhaupt an COVID-19 zu erkranken, von 6% mit den 66% gewichten, die ihm als relative Sicherheit durch den Impfstoff gewährt werden.

Ronald B. Brown hat die öffentlich verfügbaren Daten von Moderna und Pfizer/Biontech genutzt, um die Reduktion des absoluten Risikos, die sich in den jeweiligen klinischen Trials ergibt, für eine Erkrankung an COVID-19 zu berechnen. Sein Ergebnis ist in der nächsten Abbildung dargestellt.

Ihr absolutes Risiko, an COVID-19 zu erkranken, wird durch den Impfstoff von Moderna um 1,1% reduziert, durch den Impfstoff von Pfizer/Biontech um 0,7%. Wird mit Pfizer/Biontech geimpft, dann müssen 142 Menschen geimpft werden, bevor eine Erkrankung an COVID-19 verhindert werden kann. Wird mit Moderna geimpft, dann sind 88 Geimpfte notwendig, um einen Erkrankten zu verhindern. Das ist viel Aufwand für sehr wenig Ergebnis. Warum dieser Aufwand von Regierungen betrieben wird, darüber kann man nur spekulieren. Die Palette der Spekulation reicht von Polit-Darstellern, die zu dumm sind, um zu verstehen, was sie tun, über ideologische Eiferer, die sich in einen COVID-Kult verrannt haben bis zu bösartigen Akteuren, die wer weiß was im Schilde führen.

In jedem Fall kann man feststellen, dass eine Impfung mit mRNA-Impfstoffen nicht wirklich viel dazu beiträgt, das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, zu reduzieren.

Was erschwerend hinzu kommt, ist die Tatsache, dass die Illusion der hervorragenden Effektivität der Impfstoffe dadurch aufgebaut wurde, dass nicht nur gegen die Richtlinien verstoßen wurde, die von den Organisationen erlassen wurden, die nun dagegen verstoßen, es wird auch ganz offen ein Bruch mit ethischen Prinzipien betrieben, die es vorsehen, Menschen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen, eine informierte Entscheidung ist mit Bezug auf mRNA-Impfstoffe nicht möglich, weil Informationen verschwiegen werden.

Brown schreibt dazu:

“Reporting relative measures may be sufficient to summarize evidence of a study for comparisons with other studies, but absolute measures are also necessary for applying study findings to specific clinical or public health circumstances. Omitting absolute risk reduction findings in public health and clinical reports of vaccine efficacy is an example of outcome reporting bias, which ignores unfavorable outcomes and misleads the public’s impression and scientific understanding of a treatment’s efficacy and benefits. Furthermore, the ethical and legal obligation of informed consent requires that Patients are educated about the risks and benefits of a healthcare procedure or intervention.”

Ein weiteres kommt hinzu: Keiner der klinischen Trials ist dazu geeignet, die Fähigkeit der Impfstoffe, asymptomatisch Infizierter zu verhindern, zu bewerten, In allen Trials sind Symptome und ein positiver PCR-Test notwendig, um einen Endpunkt zu formulieren. Dass notwendige Informationen zur Reduktion des Erkrankungsrisikos verschwiegen werden, wird somit durch eine weitere Unterschlagung ergänzt, die nämlich, dass auf Grundlage der klinischen Trials für alle Imfpstoffe KEINERLEI Aussage darüber getroffen werden kann, ob die Impfstoffe in irgend einer Lage sind, eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu verhindern.

Die Impfpropaganda basiert somit auf einer Effektivitäts-Inszenierung, die in normalen Zeiten den guten Geschmack derjenigen verletzen würde, die noch einen Rest an Anstand und Moral haben. In Zeiten gelebter Hysterie scheint das anders zu sein.


Brown, Ronald B. (2021). Outcome Reporting Bias in COVID-19 mRNA Vaccine Clinical Trials.

Young, R., Bekele, T., Gunn, A., Chapman, N., Chowdhary, V., Corrigan, K., … Yamey, G. (2018). Developing New Health Technologies for Neglected Diseases: A Pipeline Portfolio Review and Cost Model. Gates Open Research 2:23.


Quelle: Featured Image


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