Wenn Sie noch zu denen gehören, die ab und an bei der Tagesschau online vorbeischauen, dann sind Sie dort heute vielleicht über den folgenden Beitrag gestolpert:
Bei der ARD läuft so etwas unter „Wissen“, um dem Beitrag quasi eine höhere Weihe zu verleihen, den Eindruck zu erwecken, der Beitrag sei besonders genau und informiert recherchiert.
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Beitrag ist eine Verballhornung wissenschaftlicher Forschung, bei der man sich fragt, ob die Autorin die Leser absichtlich in die Irre führen will oder zu blöd ist, es besser zu können…
Elli ist von der schwersten Form der Langzeitbeschwerden betroffen. Hinter ihren Erschöpfungszuständen verbirgt sich eine neuroimmunologische Krankheit: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom, abgekürzt auch ME/CFS.
Erschöpfung, Tagesmüdigkeit und fehlende Energie sind auch mit 80 Prozent bei Jugendlichen die häufigsten Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Das ergab eine im August veröffentlichte US-amerikanische Kohorten-Studie. 5.367 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil.“
Nutzen Sie den Link zu der Kohortenstudie, aus der Kolb zitiert. Sie werden darin KEINERLEI Hinweis auf Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom finden, einfach deshalb nicht, weil die Diskussion darüber, ob ME/CFSvon einer Infektion mit SARS-CoV-2 verursacht wird, unter der Bezeichnung „Long COVID“ eingeordnet werden kann, eigentlich zuende ist, wie die im ARD-Beitrag verlinkten:
Gross, Rachel S., Tanayott Thaweethai, Lawrence C. Kleinman, Jessica N. Snowden, Erika B. Rosenzweig, Joshua D. Milner, Kelan G. Tantisira et al. (2024). Characterizing Long COVID in Children and Adolescents. Journal of the American Medical Association.
sicher wissen, warum sonst sollte der Begriff der Myaligischen Encephalomyelitis in ihrem Beitrag an KEINER STELLE vorkommen. Seltsam, dass Kolb ihre Ansicht, der Fall von ME/CFS, den sie ausschlachten will, sei eine der Erkrankungen, die unter LONG COVID gezählt werden, mit einem Beitrag belegen will, in dem der Begriff nur zweimal in den Fussnoten und damit in Arbeiten Dritter, die von den Autoren aus anderen Gründen verlinkt werden, nämlich hier unter 43-45, überhaupt nicht vorkommt:
„Future analyses will examine PASC symptoms in early childhood (birth to 5 years) and the effects of SARS-CoV-2 on worsening underlying conditions and increasing new conditions,43-45 such as diabetes,46 autoimmune diseases,47 neurocognitive disorders, and postinfectious syndromes.“
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Man hat das dumpfe Gefühl, Kolb sei beauftragt worden, eine besonders schlimme Geschichte zu schreiben, um Eltern die Folgen einer SARS-CoV-2 Infektion vor Augen zu führen, eine Infektion deren Folgen, so behaupten die Hersteller immer noch wider besseres Wissen, von COVID-19 Shots abgeschwächt werden können.
Der Verdacht wird genährt, wenn man im Beitrag weiterliest, über die großen Schwierigkeiten, die es gibt, Long COVID [und
– wie der Beitrag suggerieren will, ME/CFS als Long COVID Erkrankung] überhaupt als solches zu bestimmen, Schwierigkeiten, um deren Lösung sich Leute bemühen, die den Verein „NichtGenesenKids“ gegründet haben, der Licht in das Dunkel, das nicht nur Long COVID, sondern auch Post VAC und seltene Erkrankungen wie ME/CFS umgibt, bringen will:
Welchen Zweck verfolgen wir?
Der Vereinszweck fokussiert sich darauf, ein deutschlandweites Netzwerk für Familien mit Kindern und Jugendlichen zu schaffen, die von Long Covid, Post Covid, Post Vac, ME/CFS und anderen chronischen sowie seltenen Krankheiten betroffen sind.
Im Gegensatz zu Kolb ist man bei NichtGenesenKids also durchaus in der Lage, Long COVID und ME/CFS voneinander zu trennen, da beide, wie nun wirklich sattsam bekannt ist, nichts miteinander zu tun haben, zuletzt gezeigt von Unger et al. (2024):
Die Autoren finden keinerlei Zusammenhang zwischen einer Erkrankung an COVID-19 und ME/CFS und schreiben abschließend:
Our findings suggest that COVID-19 is no more likely than other acute infections to be associated with ME/CFS and that acute illnesses more broadly may be associated with chronic symptom burden from ME/CFS. The odds of meeting ME/CFS criteria at quarterly follow-up time points through 12 months did not differ between the COVID-19–positive and COVID-19–negative groups, and prevalence was relatively stable over this time in both groups (range, 2.8%-4.5%). Additionally, symptom severity scores for participants meeting ME/CFS criteria were similar in both COVID-19 groups and were significantly greater than for those not meeting ME/CFS criteria.
[…]
In this prospective, multicenter cohort study of participants with acute infection–like symptoms prompting SARS-CoV-2 testing, the prevalence of ME/CFS symptoms was similar between COVID-19–positive and COVID-19–negative individuals.
Kurz: Es ist nicht ausgeschlossen, dass man nach einer Erkrankung an COVID-19 mit ME/CFS geschlagen ist, die entsprechende Wahrscheinlichkeit ist jedoch für eine Vielzahl anderer Erkrankungen und Infektionen ebenfalls gegeben, so dass man zu dem Schluss muss, dass es Belege dafür, dass es sich bei ME/CFS um eine Form von Long COVID handelt, nicht gibt.
Warum Kolb und die ARD-tagesschau unbedingt einen Zusammenhang herstellen wollen, entgegen aller wissenschaftlichen Evidenz herstellen wollen, ist nicht nachvollziehbar… Indes, am Ende des Beitrags findet sich ein seltsamer Satz:
„NichtGenesenKids“ will helfen und unterstützt Familien mit Kindern, die sich nach einer Corona-Infektion oder Corona-Impfung nicht erholt haben.
Wie, Kinder können sich von einer COVID-„Impfung“ „nicht erholen“… Erstaunlich.
Schaun wir mal.
Das sich eine eine Vielzahl neurologischer Leiden nach einer COVID-19 Impfung einstellen können, ist lange bekannt. Die Studien, die davon berichten, sind Legion und sie berichten von veränderten Bewusstseinszuständen, von Autoimmuner Enzephalitis, von ADEM, Acute disseminated encephalomyelitis, von Benommenheit, Müdigkeit, Mattigkeit, Erschlaffung, kognitiven Störungen, Gangunsicherheit, Gesichtslähmung, vom Guillain-Barré Syndrome, Hirnschlägen, Transverser Myelitis, dem Chronic Fatigue Syndrome und akuter Encephalopathie. Enzephalitis in all ihren Ausprägungen ist ein häufig zu findender Befund, der sich infolge eines COVID-19 Shots einstellt.
Wer nachlesen will, der kann das in der folgenden kleinen Auswahl tun oder er kann es bei uns tun: Wir haben 160 Studien, in denen 53 schwere Erkrankungen, die sich nach COVID-19 Shot eingestellt haben, hier zusammengestellt.
Abdelhady, Mariam, Muhammad Ashraf Husain, Yousef Hawas, Mahmoud Abdelsalam Elazb, Lena Said Mansour, Mohamed Mohamed, Maya Magdy Abdelwahab, Ahmed Aljabali, and Ahmed Negida (2023). Encephalitis following COVID-19 vaccination: a systematic review.Vaccines 11(3): 576.
Schon erstaunlich, mit welcher Unverfrorenheit Autoren bei der ARD nach wie vor falsche oder unbelegte Behauptungen aufstellen, den Eindruck erwecken, die Frage von Long COVID sei geklärt und die Frage nach Post Vac müsse überhaupt nicht gestellt werden.
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„Long Covid“, so so…https://fassadenkratzer.de/2023/02/20/mit-dem-pcr-test-wurden-simpelste-medizinische-grundsatze-der-diagnostik-schlagartig-obsolet/