Baby on Board: Welche Motivation steckt dahinter?

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

Auf unserem Weg nach Basingstoke wurden wir gestern auf ein Auto mit “Baby on Board”-Aufkleber baby-on-boardaufmerksam. Dass wir darauf aufmerksam wurden, hatte zum einen etwas mit dem Fahrstil zu tun, zum anderen damit, dass die entsprechenden Aufkleber im Vereinigten Königreich eher selten zu finden sind. Was passiert, wenn zwei Sozialwissenschaftler auf einen “Baby on Board”-Aufkleber aufmerksam werden? Sie fragen sich: Was will mir der Fahrer vor mir zu verstehen geben, was will er mir sagen?

Wir haben diese Frage zum Ausgangspunkt genommen, um eine Reihe sozialpsychologischer Theorien nach Erklärungen der zugrunde liegenden Motivation zu durchforsten. Und das Folgende ist dabei herausgekommen:

Gelernte Hilflosigkeit – Locus of Control

Die von Julian Rotter (1954) eingeführte Theorie des “locus of control” beschreibt eine Kontroll-Orientierung, die entweder auf dem Glauben beruht, dass die Ergebnisse unserer Handlungen durch externe Ereignisse determiniert werden (externer locus of control) oder dass die Ergebnisse eigener Handlungen in der Macht des Handelnden liegen (interner locus of control). Kurz: Menschliche Handlungen sind nach Rotter entweder durch den Glauben an eine Außenkontrolle motiviert oder sie basieren auf dem Glauben, Herr seiner Handlungen zu sein. Die Verbindung zwischen einem externen locus of control und der gelernten Hilflosigkeit ist offenkundig. Bei gelernter Hilflosigkeit lernt ein Organismus, dass er Belohnungen erhält, wenn er sich als unfähig, bestimmte Handlungen auszuführen, darstellt. Er lernt, von der Rücksicht oder dem Mitleid anderer zu leben (Seligman & Maier, 1967).

Was folgt aus beiden Theorien für die Erklärung des “Baby on Board” – Aufklebers?

Zweierlei: Entweder der Fahrer im entsprechend beklebten Auto will anderen Autofahrern zu verstehen geben, dass er eigentlich nicht in der Lage ist, ein Auto zu fahren und dass, ob er einen Unfall produziert, davon abhängt, ob andere seine Unfähigkeit in Rechnung stellen oder nicht. Oder er will anderen Autofahrern zu verstehen geben, dass er nicht in der Lage ist, für die Sicherheit seines “Baby on Board” zu sorgen, womit die Hoffnung verbunden ist, dass andere es können. Bedeutung in Kurz: Ich bin behindert, oder ich kann nicht aufpassen, aber alle anderen müssen aufpassen.

Soziale Identitätsbildung

TajfelDie von Henri Tajfel (1982) und Jonathan Turner (1987) entwickelte Social Identity Theory geht davon aus, dass Menschen danach streben, Selbstwert zu schaffen und zu erhöhen. Selbstwert hat zwei Komponenten: eine personale Identität und eine soziale Identität. Individuen, bei denen der Selbstwert nicht über eine personale Identität geschaffen werden kann, versuchen, sich eine soziale Identität zuzulegen, von der sie erwarten, dass sie sozial anerkannt ist und deshalb mit sozialem Wert, der in Selbstwert transformiert werden kann, verbunden ist. Je schwächer die personale Identität, desto wichtiger ist es, eine soziale Identität zu bilden, was regelmäßig durch die Betonung einer Gruppenzugehörigkeit und den Ausschluss aller, die ein bestimmtes Merkmal, das die Gruppenzugehörigkeit begründet, nicht teilen, erfolgt.

Was folgt aus dieser Theorie für den “Baby on Board”-Aufkleber?

Der “Baby on Board”-Aufkleber hat einen Signalwert. Er signalisiert  die Gruppenzugehörigkeit des Fahrers des entsprechenden Autos: “Ey, ich bin fertil. Ich gehöre zu Eltern.” Aus seiner Selbstzuordnung zu Eltern und aus seiner Selbstreduzierung auf seine Fertilität versucht der Fahrer soziale Identität und letztlich Selbstwert zu gewinnen, was nur den Schluss zulässt, dass er keine eigene, keine personale Identität ausgebildet hat, die es ihm erlaubt, ohne soziale Gruppenzugehörigkeit einen Selbstwert zu empfinden. Entsprechend wird die Selbstwertfrage auf “das Soziale” verschoben und die Ausbildung einer personalen Identität an die nächste Generation weitergegeben, nach dem Motto: ich habe nichts erreicht, vielleicht erreicht mein Nachwuchs etwas.

Frustrations-Aggressions-Hypothese

Die Frustrations-Aggressions-Hypothese ist eine von fünf Hypothesen, mit denen George C. Homans menschliches Handeln erklären will. Sie besagt: “Wenn die Handlung einer Person nicht die Belohnung erfährt, die die Person erwartet, oder wenn eine unerwartete Bestrafung eintritt, dann wird die Person ärgerlich, es wird wahrscheinlicher, dass sie aggressiv reagiert, und die Resultate solchen Verhaltens werden für die Person wertvoller” (Opp & Wippler, 2002, S.134-135).

Was bedeutet Frustration und Aggression für die Motive hinter dem “Baby on Board”-Aufkleber

FestingerDas schöne an dieser Hypothese ist, dass sie mehrere Verhaltensweisen erklären kann. Sie erklärt die frustrierte Fahrerin des Kleinwagens, die alle hinter ihr durch ihren Fahrstil zur Verzweiflung treiben will, als Rache dafür, dass ihr die soziale Anerkennung versagt bliebt, die nach ihrer Ansicht die monumentale und bewiesene Fähigkeit zur Fortpflanzung hätte mit sich bringen müssen. Die These erklärt auch den Raser im BMW oder im Audi, der die dritte Spur auf der Autobahn besetzt, um jedem zu zeigen, dass ihn Vaterschaft nicht unattraktiv, impotent und in seiner Männlichkeit beschädigt zurückgelassen hat. In beiden Fällen dient der Aufkleber dazu, anderen Fahrern deutlich zu machen, warum die Fahrerin im Kleinwagen, der Fahrer im BMW oder Audi einen Fahrstil pflegen, den man nicht als normal bezeichnen kann oder der zumindest statistisch nicht normal ist.

Die Frustrations-Aggressions-Hypothese lässt sich mit der Theorie kognitiver Dissonanz von Festinger (1957) verbinden, die besagt, dass Individuen dann, wenn Ergebnisse von Handlungen nicht ihren Erwartungen entsprechen, die dabei entstehende kognitive Dissonanz verarbeiten müssen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, andere für die enttäuschten Erwartungen bezahlen zu lassen.

Persönlichkeitstheorien – Big Five

Persönlichkeitstheorien gehen im Anschluss an Gordon Allport (1960) davon aus, dass Individuen höchst individuelle Kombinationen von insgesamt fünf verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften darstellen. Je nach individueller Lebensgeschichte unterscheiden sich die individuellen Mischung der Persönlichkeitseigenschaften. Die “Big Five” der Persönlichkeitseigenschaften sind: Neurotizismus (ängstlich, empfindlich), Extraversion (gesprächig, gesellig), Offenheit für Erfahrungen (schätzt intellektuelle Angelegenheiten, rebellisch, nicht konformistisch), Liebenswürdigkeit (einfühlsam, warm) und Gewissenhaftigkeit (ethisch, zuverlässig). (McCrae & Costa, 1987).

Welche Persönlichkeitsmerkmale stecken hinter dem “Baby on Board”-Aufkleber?

Five FactorEs scheint am besten zu sein, ein Ausschlussverfahren vorzunehmen und damit zu beginnen, dass Offenheit ausgeschlossen werden kann, denn der Aufkleber hat absolut nichts mit Rebellion oder nicht konformem Verhalten zu tun, sondern mit dem Gegenteil. Gewissenhaftigkeit passt auch nicht, denn Gewissenhaftigkeit ist etwas, was die Personen, die sie haben, als normale Charaktereigenschaft mit sich herumtragen, fast unbewusst, in jedem Fall, werden sie es anderen nicht auf die Nase binden, dass sie gewissenhaft sind, und schließlich weist der Aufkleber auch nicht auf Liebenswürdigkeit hin, denn der Aufkleber ist als Marker gegen andere gerichtet und der Fahrer, der unter dem “Baby on Board”-Label unterwegs ist, hat sich mit Sicherheit keinerlei Gedanken darüber gemacht, was andere von seinem Aufkleber halten (sonst hätte er ihn nicht aufgeklebt). Das lässt Extraversion und Neurotizismus übrig. Neurotizismus schließt am Locus of Control und an der gelernten Hilflosigkeit an und erscheint als Grundlage der Hoffnung, dass andere in der Lage sind, das zu erreichen, was man selbst für sich zu erreichen ausgeschlossen hat: Für die Sicherheit des eigenen Nachwuchses zu sorgen. Insofern kann man davon ausgehen, dass Personen, die gelernt hilflos sind und sich von außen gesteuert begreifen, in höchsten Maße neurotizistisch sind.

Extraversion verbindet sich mit der Frustrations-Aggression-Hypothese und der kognitiven Dissonanz in der Raser-Variante, die wir eher bei männlichen Frustrierten erwarten. Entsprechend geht es ihnen darum, sich vom Aufkleber durch Rasen zu distanzieren. Einserseits haben die entsprechenden Personen nicht den Mut, den Aufkleber, den ihr Partner angebracht hat, zu entfernen, andererseits haben sie das Bedürfnis, ihre Dissonanz (z.B.: ich bin zwar Vater, aber immer noch Mann) zu beseitigen und dies auch anderen gegenüber deutlich zu machen. Das entsprechende Verhalten ist im Einklang mit den Erwartungen an einen frustriert-aggressiven Extrovertierten, und es bestätigt sich auch hier, dass Persönlichkeitscharakteristika wie Offenheit, Liebenswürdigkeit und Gewissenhaftigkeit bei denjenigen, die mit einem “Baby on Board”-Aufkleber unterwegs sind, nicht zu erwarten sind.

Soweit unsere Bestandsaufnahme der Motivation, einen “Baby on Board”-Aufkleber anzubringen. Wir haben sicher nicht alle Motive, die man aus sozialpsychologischen Theorien ableiten kann, abgedeckt. Wer noch ein paar Motive ableiten will, ist dazu herzlich eingeladen.

Literatur
Allport, Gordon W. (1960). Personality and Social Encounter. Berkeley: Beacon Press.

McCrae, Robert R., Costa, Paul T. & Busch, Catherine M. (1987). Evaluating Comprehensiveness in Personality Systems: The Californian Q-Set and the Five Factor Model. Journal of Personality 54(2): 430-446.

Festinger, Leon  (1957). A Theory of Cognitive Dissonance. Stanford: Stanford University Press.

Opp, Karl-Dieter & Wippler, Reinhard (2002). George Caspar Homans. In: Käsler, Dirk (Hrsg.). Klassiker der Soziologie. Von Talcott Parsons bis Pierre Bourdieu. München: Beck, S.130-151.

Rotter, Julian B. (1954). Social Learning and Clinical Psychology. Englewood-Cliffs: Prentice-Hall.

Seligman, Martin E. P. & Maier, Steven F.  (1967). Failure to Escape Traumatic Shock. Journal of Experimental Psychology 74)1=: 1-9.

Tajfel, Henri (1982)(ed.). Social Identity and Intergroup Relations. London: Cambrigde University Press.

Turner, Jonathan (1987). Rediscovering the Social Group: A Self-Categorization Theory. Oxford: Basil Blackwell.

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28 Responses to Baby on Board: Welche Motivation steckt dahinter?

  1. bberlin says:

    Was mich zunächst an so einem Aufkleber gestört hat, war die Umdeutung des Autos zu einem Schiff – von wegen “an Bord”. Das hat auch die Bahn getan, die aus dem “Speisewagen” ein “Bordrestaurant” werden ließ. Was steckt dahinter? Sehnsucht nach dem Meer? Nach dem Ozeanischen Gefühl?

    Doch da ist noch etwas (das vermutlich tief blicken lässt und kein gutes Licht auf mich wirft): Der mögliche (ja, sogar wahrscheinliche) Fehlalarm hat mich stets genervt. Wer sagt denn, dass tatsächlich ein Baby “an Bord” ist? Können wir uns etwa auf die modernen, gestressten Eltern verlassen und davon ausgehen, dass sie zuverlässig den Aufkleber wieder entfernen, wenn das Baby beispielsweise wegen Krankheit ausfällt und gar nicht mit im Auto sitzt? Nein, das können wir nicht. Wir müssen davon ausgehen, dass es diesen Leuten inzwischen völlig egal ist, ob das, was sie anzeigen, auch tatsächlich den Tatsachen entspricht. Wer auf ein Baby im Auto hinweist, das gar nicht da ist, verhält sich nicht besser als jemand der eine Schwangerschaft vortäuscht.

    Man sollte es ernst nehmen. Da helfen nur regelmäßige Verkehrskontrollen. Sollte sich dabei herausstellen, dass das einzige Baby an Bord der Fahrer oder die Fahrerin selber ist, dann droht Führerscheinentzug.

    • Exphilosoph says:

      Im Falle der Locus of Control Theorie bezieht sich der Aufkleber unbewußt wohl tatsächlich auf den Fahrer und darf demgemäß auch angebracht bleiben, wenn die Kleinen flügge sind.
      Zu dem Thema passen natürlich auch die chantalistischen Namensaufkleber.

  2. martin says:

    ich finde es abwertend zu behaupten, dass eine person, die sich über etwas “soziales” definiert keine “personale” identität gebildet hat…als ob eine identität, die sich über ein miteinander definiert weniger wert wäre als eine “personale” identität – hier zeigt sich eine schizoide tendez beim autor, die er vielleicht nicht auf andere übertragen sollte – ansonsten no hate, ist immer sehr unterhaltsam und interessant, was hier zu lesen ist

    • Zunächst empfehle ich Ihnen, die Wortbedeutung von “schizoid” nachzuschlagen (hat mich tatsächlich geärgert, aber ich habe mich entschlossen, es nicht ernst zu nehmen und als Empfindlichkeit ob offengelegter kognitiver Dissonanz zu betrachten). Nun zur Identität. Wir haben hier die Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner verarbeitet, und da ist die soziale Identität nun einmal als “Außenidentität” und die personale Identität als “Innenidentität” definiert. Und das macht ja auch Sinn, denn man kann keine Gegensätze vereinigen, wenn man nicht darüber wahnsinnig (oder schizoid?) werden will. Stellen Sie sich einfach vor, Sie beziehen ihre Identität über etwas “Soziales”, also z.B. darüber, dass Sie Elter sind. Warum wird daraus keine personale Identität? Weil es nicht nur Sie als Elter gibt, sondern noch etliche andere und ob sie nun ihre soziale Identität als Elternteil zu einer personalen Identität umdeuten wollen oder nicht, für ihre soziale Umwelt wird es immer dabei bleiben, dass Sie Ihre Identität über ihre Elternschaft und eben nicht aus sich heraus gewinnen, somit wird ihnen niemand, weil sie Elter sind, eine personale Identität zuschreiben.

      • Martin says:

        entschuldigung, es lag mir fern sie in irgend einer weise zu patologisieren, ich schrieb ja von tendenzen, da ist mein grundgedanke, dass jeder menschen diesen grundängsten unterliegt, mal mehr mal weniger…
        schiziod meine ich im sinne der alten psychoanalytischen schule (z.B. sehr gut dargestellt bei fritz riemann) als “angst vor nähe” und nicht im klinischen sinn

        eltern, deren stolz auf grund ihrer elternschaft sich in derartigen aufklebern manifestiert als -so habe ich es verstanden – unfertig, weil unselbstständig in ihrer identitätsbildung zu bezeichnen, finde ich schon ein bisschen hart – deshalb habe ich über ihre motivation spekuliert, aber angreifen wollte ich sie nicht, da bin übers ziel hinaus geschossen…

        tja und diese unterscheidung von innen und aussen bei der identitätsbildung und der zusammenhang zur entstehung von selbstwert…ist so stark vereinfacht (allein bei der entwicklung von selbstwert spielen doch so viele faktoren eine rolle), da weiß ich gar nicht in welchem zusammenhang diese theorie nutzbringend angewandt wird…würde mich aber interessieren!
        gehen sie doch bitte nochmal darauf ein, ob sie nicht doch im text ein wertung bezüglich dieser identitäten vornehmen…und ob das zulässig ist.

        ihre artikel geben mir immer interessante denkanstöße und die arbeit, die dahinter steckt, beeindruckt mich ungemein!

        • Kein Problem, ich wollte nur eine Rückmeldung geben, wie die “schizoiden Tendenzen” ankommen… Anonsten denke ich, hat Dr. habil. Heike Diefenbach in Ihrer Antwort alles beantwortet, was Sie hier fragen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @martin

      Die Komponenten der personalen und der sozialen Identität machen gemeinsam das Selbstkonzept einer Person aus, das häufig auch schlicht “Identität” (ohne weitere Spezifikation) genannt wird. Tajfel definiert soziale Identität als „the individual’s knowledge that he belongs to certain social groups together with some emotional and value significance to him of the group membership” (Tajfel 1972: 31, zitiert nach Turner 2010: 18), wobei hier die Betonung auf der BEDEUTSAMKEIT liegt, die jemand dieser Zugehörigkeit beimisst. Wenn sich eine Person mit einer Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe identifiziert, dann ist sie internalisiert und in das eigene Selbstkonzept aufgenommen. Das ist gerade der Witz an der Unterscheidung der beiden Komponenten: wenn jemand die soziale Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe internalisiert hat, dann mag er das als personale Identität EMPFINDEN, aber weil sich sein Selbstkonzept vorrangig oder am Ende fast nur aus sozialer Identität speist, würde sein Selbstkonzept als vorrangig oder nur auf soziale Identität gegründet beschrieben, während seine personale Identität als schwach ausgeprägt beschrieben würde:

      “… sometimes we seem to perceive ourselves primarily or solely in terms of our relevant group memberships rather than as differentiated, unique persons: social identity is sometimes able to function to the relative exclusion of personal identity” (Turner 1984: 527).

      Auf die Gefahren, die damit einhergehen, brauche ich, glaube ich, nicht extra einzugehen.

      Man muss soziale Zugehörigkeiten aber keineswegs in das eigene Selbstkonzept aufnehmen, Man kann sein Selbstkonzept vorrangig aufgrund eine personale Identität gründen, also auf eine Identität, die sich auf Persönlichkeitseigenschaften oder individuelle Charakteristika, individuelle Wünsche und Bedürfnisse, Überzeugungen, Einstellungen und Interessen, individuelle Erfahrungen und die individuelle Biographie beziehen (Turner 1984: 526/527).

      Es ist also durchaus möglich, dass jemand, der sich über “Soziales” definiert, eine personale Identität gebildet hat, aber die Frage ist die nach den relativen Anteilen.

      “Der Autor” des Beitrags, womit Sie wahrscheinlich Michael Klein meinen, ist also ebenso wenig wie seine Koautorin, also ich, “schizoid”. Wenn jemand die Unterscheidung von personaler und sozialer Identität “schizoid” findet, dann ist aus sozialpszchologischer Sicht das einzige, was er damit sagt, dass für ihn Zugehörigkeit(en) zu sozialen Gruppen so bedeutsam für sein Selbstkonzept ist(sind), dass er (so gut wie?) keinen Unterschied zwischen sich und anderen, dem Individuum und Gruppen sieht, und das finde ich in der Tat faktisch schlicht falsch und außerdem moralisch höchst bedenklich.

      Wenn jemand durch einen Aufkleber nicht z.B. eine eigene Anschauung in einer kontroversen Frage zum Ausdruck bringt, sondern einfach darauf hinweist, dass er einer bestimmten sozialen Gruppe zugehört, dann muss man davon ausgehen, dass er dieser Zugehörigkeit zur Konstitution seines Selbstbildes eine statistisch unnormal hohe Bedeutung zumisst und außerdem meint, diese Gruppenzugehörigkeit müssten auch andere Menschen bedeutsam finden,so bedeutsam, dass sie denjenigen, der den Aufkleber trägt, als Angehörigen dieser Gruppe auf eine bestimmte, vermutlich positiv vorgestellte Art, betrachten oder behandeln. Spätestens dieser zweite Aspekt zeigt deutlich, dass eine solche Person die Relevanz ihrer sozialer Identität verabsolutiert hat.

      Lit.:
      Turner, John C. (2010). Towards a Cognitive Redefinition of the Social Group. S. 15-40 in: Tajfel, Henri (ed.): Social Identity and Intergroup Relations. Cambridge: Cambridge University Press.

      Turner, John C. (1985). Social Categorization and the Self-concept: A Social Cognitive Theory of Group Behavior. S. 77-122 In: Lawler, Edward J. (ed.): Advances in Group Processes: Theory and research, Vol. 2. Greenwich: JAI.

  3. Akasha Avalon says:

    Ihr, die hier pseudoklug daherdefinieren, habt an eurem Auto mit Sicherheit den Europa-Aufkleber. Ihr definiert hier also (logischer Schluss) auch eine bestimmte “soziale Gruppenzugehörigkeit”! Mein Gott, wenn ihr euch nur selbst hören könntet! Wie lächerlich ihr doch klingt! Nur wegen einem Baby on Board- Statement! Stellt euch mal vor, dass das vielleicht manchen Eltern einfach nur machen, weil sie stolz darauf sind ein Baby zu haben???? Ohne jegliche, von euch angedichtete, psychotische Krise. Oder wolltet ihr sogar damit andeuten, dass solche Leute zum gewöhnlichen “Pöbel” gehören? Ich habe kein Auto (aus Überzeugung), aber auf meinem Fahrrad klebt ein Aufkleber: Fahrräder stinken nicht! Also dann mal los, gibts dazu irgendwelche fachlich kundigen, klugen Meinungen über meine Gruppenzugehörigkeit?

    • Stellt euch mal vor, dass das vielleicht manchen Eltern einfach nur machen, weil sie stolz darauf sind ein Baby zu haben????

      Das genau ist die psychotische Krise, oder ist es bei Ihnen so, dass Sie für alles, worauf Sie stolz sind, einen Aufkleber auf das Auto, pardon, das Fahrrad kleben?
      Im übrigen, nein, wir haben keinen Euroaufkleber auf dem Auto.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Akasha Avalon

      oh oh, da haben wir Dich wohl mit irgendetwas in Deiner sozialen Identität getroffen 🙂

      Du, der Du hier nicht einmal pseudoklug, sondern einfach nur völlig unklug, absalbaderst, dass “wir” an “unserem” Auto einen Europa-Aufkleber haben müssten, weil das in Dein absolut unkluges Weltbild passen würde, (aber dennoch falsch ist, wie vermutlich Dein gesamtes Weltbild), solltest Dich wirklich einmal mit etwas Abstand selbst zu lesen und zu sehen versuchen, damit Du einen Eindruck davon bekommst, wie psychotisch Du wirkst, wenn Du nicht ertragen kannst, dass für einige Leute da draussen die Dinge anders aussehen als Du sie gerne hättest. Das würde dafür sprechen, dass Du Dir mit personaler Identität schwer tust (schon, weil Du sie bei anderen anscheinend nicht ertragen kannst). Ja, Du bist wohl wirklich ein echter Fahrradfahrer 😉

      Wenn jemand ernsthaft “stolz” darauf ist, seine Fortpflanzungsorgane benutzt haben zu können, dann IST das psychotisch. Und wenn jemand es psychotisch findet, dass das als psychotisch gelten muss, dann ist er anscheinend selbst als psychotisch einzustufen. Natürlich ließe sich Dein Zustand anhand einer Persönlichkeitsskala abbilden, aber vermutlich würdest Du dann unklugerweise herausposaunen, dass Du so unklug bist zu finden, dass wir “pseudoklug daherdefinieren”, und deswegen können wir “Pseudoklugen” Dir auch leider keine Nachhilfe in Sachen “Fahrrad-Aufkleber-Anbringen als Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit” geben. Du weißt doch sowieso schon alles, oder jedenfalls das, was man in der sozialen Welt des gemeinen Fahrradfahrers meint zu wissen, wenn man unklug ist, oder?

      Die Frage ist: Warum liest Du dann aber in den blogs von “Pseudoklugen” herum?
      Da Du offensichtlich lesen kannst (und vielleicht sogar das ein oder andere verstehen), sei Dir die Lektüre unseres Grundsatzprogramms ans Herz gelegt, denn dann erschließt sich Dir vielleicht, warum wir “daherdefinieren”, während Du hier nur “daherproletest”.

      Denk’ daran – es ist nie zu spät, irgendetwas zu lernen, und manchmal lernt man sogar etwas, obwohl man sich mit Händen und Füßen dagegen sträubt ….

      • Sanne says:

        @Dr. habil. Heike Diefenbach: Es ist ein Vergüngen, Sie zu lesen, ehrlich! Mir ist es auch vollkommen schleierhaft, wie jemand auf einen völlig natürlichen Prozess, der seit Tausenden von Jahren paktiziert wird, besonders “stolz” ist. Wir sind ein Haufen von sich selbst beweihräuchernden Träumern. Danke, dass ihr so klare Worte findet!

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          @Sanne

          Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre netten Worte! Obwohl ich gewöhnlich nicht nur kein Problem damit habe, genau das zu sagen oder zu schreiben, was ich denke, sondern ich normalerweise gar nicht anders kann, freuen sie mich natürlich, denn es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man mit dem, was man tut oder sagt, auch im Interesse anderer Menschen oder schlicht zu ihrer Freude oder Befriedigung handelt – sogar für Individualisten wie mich ist das ein sehr schönes Gefühl, und sei es nur, weil es mir das Gefühl von Selbstwirksamkeit gibt 😉

          Und besonders freut mich, dass Sie öffentlich loben, denn wir beobachten ein gewisses Missverhältnis zwischen Ärger und Lob bezüglich unseres blogs: Ärger wird gewöhnlich öffentlich auf dem blog formuliert, Lob aber eher privat, also eher mündlich oder per privater email….

          Wie Sie sehen beschäftigt uns unser eigener blog ziemlich stark, aber bei Gelegenheit schaue ich mich auf jedem Fall einmal auf Ihrem um. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit! Und falls Sie sich hier bei uns mehr oder weniger regelmäßig engagieren würden, würde mich das wirklich sehr freuen. In meiner sozialen Identität als Frau fühle ich mich hier manchmal nämlich doch etwas einsam…..

  4. Fiete says:

    @ Akasha Avalon:
    “Ich habe kein Auto (aus Überzeugung), aber auf meinem Fahrrad klebt ein Aufkleber: Fahrräder stinken nicht! Also dann mal los, gibts dazu irgendwelche fachlich kundigen, klugen Meinungen über meine Gruppenzugehörigkeit?”
    Na ja, fachlich, klug? Aber naheliegend: Du definierst Dich stolz als Angehöriger der Gruppe “die nicht auf den Sattel kacken”. Immerhin 😉
    Den metaphorischen Aspekt blende ich hier mal kurzerhand aus, das würde sonst komplizierter werden, was anhand der ohnehin schon recht ausführlichen Eingangsabhandlung m.E. etwas überladen wäre.

    Gruß……..Fiete

  5. Henning says:

    Ihr wollt hier nicht etwa das Ergebnis Eurer spekulativen Hirnakrobatik als seriöse Herangehensweise verkaufen, oder? Habt Ihr die kognitive Wende in den 60ern verpasst und glaubt noch immer fest daran, dass man menschliches Handeln analysieren könne ohne die Menschen nach ihren Motiven zu fragen? Euer Artikel hat jedenfalls weniger mit Wissenschaft zu tun, als mit blasierter Selbstüberschätzung und akademisch bemäntelter Faulheit.

    • Heute ist scheinbar der Tag des Shitstorms.
      Zunächst: Eigentlich lassen wir hier nur Kommentare zu, die argumentieren.
      Dazu: Grundsatzprogramm
      Aber aus Lehrzwecken lassen wir heute auch Kommentare von Leuten zu, bei denen die Not so groß ist, dass sie sich öffentlich erleichtern müssen.

      Die kognitive Wende, von der “Du” da faselst, meint wohl Konstruktivismus, alles ist subjektiv und nichts mehr intersubjektiv. Wenn es nur so wäre, dann wäre ich froh, denn dann wäre die Welt nicht so furchtbar vorhersagbar und es nicht so offenkundig, dass hier ein getroffener Hund bellt. Aber gut, ich bin ja konstruktiv: Welche Motive fallen “Dir” denn ein, warum man seine Fertilität per Aufkleber in die Welt posaunt, die nicht mit einer der hier dargestellten Theorien erklärt werden können. Ich bin schon gespannt und sicherlich wirst “Du” jetzt nicht kneifen oder nachdem “Du” “Dich” so weit aus dem Fenster gelehnt hast.

      Was den letzten Satz angeht, so denke ich, es erübrigt sich, darauf einzugehen, denn warum sollte ich mich mit versuchten Beleidigungen aufhalten. In Jena scheinst “Du” mit diesem Stil scheinbar durchzukommen, bei uns führt sowas nur dazu, dass wir “Dir” ankündigen, dass der nächste Kommentar, in dem “Du” “Dich” als unfähig erweist, normalen und anständigen Umgang zu pflegen und darüber hinaus sinnvolle Sätze zu produzieren, im Orkus des Webs verschwinden wird, denn wir sind hier nicht dafür da, die Sensibilitäten in ihrem Leben gescheiterter Existenzen zu tolerieren.

      • Henning says:

        Troll Dich!

        Wie angekündigt, schalten wir nur noch Kommentare mit argumentativem Inhalt frei. Als Hinweis: Einfach zu widersprechen und weiter zu beleidigen, ist kein Argument. Ein Argument besteht zumeist aus zwei Sätzen, die z.B. ein “Weil” dazwischen haben und von denen mindestens einer prüfbar ist. Wir verweisen auf das kleine Büchlein von Wesley Salmon : Logik. Das sollte nicht zu schwierig sein.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Henning,

      Du willst nicht Deine beleidigenden und dummen, weil unlogischen (weil widersprüchlichen), schriftlichen Emissionen als ernstzunehmenden Kommentar verkaufen, oder?! Wenn Du Dich getroffen gefühlt hast, dann ist das Dein Problem, und höflicherweise hätten wir uns darüber ausgeschwiegen, aber da Du offensichtlich auf Höflichkeit oder auch nur einen anständigen Ton wenig Wert legst und gleichzeitig einforderst, dass wir nach persönlichen “Motiven” (damit meinst Du anscheinend diejenigen Begründungen für das eigene Handeln, die man sich selbst konstruiert) für das Tun anderer Menschen fahnden – bitte, wenn Du das unbedingt so willst:

      Dein Motiv, Deinen nun ja, sagen wir: obskuren “Kommentar” unter die Öffentlichkeit zu bringen, war Frustration darüber, dass Du Entscheidungen in Deinem Leben getroffen hast, hinter denen Du nicht wirklich stehst und von denen Du Dich jetzt durch symbolische Überhöhung, öffentliche Inszenierung und die Hoffnung, dass diese Entscheidungen zumindest von der Öffentlichkeit positiv sanktioniert sind, selbst zu überzeugen versuchst. Dieser Versuch erzeugt einen bestenfalls fragilen “Ruhe”zustand, so dass Du regelrecht verstört darauf reagierst, wenn irgendein Ereignis in Deinem stark vorhersagbaren Leben eintritt, das Dich daran erinnert, dass “die Öffentlichkeit” Deine Inszenierung als solche durchschauen könnte und Dir ganz und gar keine Anerkennung dafür zeigt, dass Du Dich dem unterzogen hast, was Du Dir mit Deiner Entscheidung eingebrockt hast. Daher musst Du Dich gegen jede alternative Einschätzung Deiner Verhaltensweisen mit allen Mitteln wehren, sogar wenn Du Dich unter Deinen Bekannten in Jena aufgrund Deines schlechten Stils und Deiner Überempfindlichkeit in einem öffentlich zugänglichen blog “outest”.

      Dein “Kommentar” hat jedenfalls nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin Kritik nennt, als vielmehr mit den Selbstzweifeln einer gebrochenen Persönlichkeit, die mit dem Gefühl durch das Leben geht, zu kurz gekommen zu sein, das Leben (schon seit den 60ern) verpasst zu haben und ihre Frustration und die hieraus resultierende Aggression allen gegenüber, die in ihren Augen klügere Entscheidungen getroffen haben und ein besseres Leben mit einem Quentchen Freiheit leben, zwanghaft zum Ausdruck bringen muss.

      So viel zur Analyse von persönlichen Motiven – zufrieden!?

      Übrigens üben sich faule Menschen gewöhnlich nicht in Hirnakrobatik. Da ist wohl Dein Trieb, zu beleidigen, mit Dir durchgegangen, oder vielleicht beherrschst Du die Grundbegriffe der Logik einfach nicht – ich weiß es nicht.

      Kurz, und alles in allem: PLEASE DO NOT SEND US MORE SPAM!

  6. jck5000 says:

    Ich finde das eine sehr schöne Analyse, weil ich Menschen mit Autoaufklebern schon immer etwas seltsam fand, außer natürlich “Getränkelieferdienst Müller” oder “Ambulante Altenpflege Meier” oder so. Wobei ich neulich einen schwarzen BMW mit silbergrauer Schrift “der-beschatter.de” gefunden habe, was sich im Nachhinein aber nicht als totale Idiotie, sondern als interessante Marketingidee herausgestellt hat.

    Zweitens habe ich den Eindruck, dass sich (private) Aufkleber deutlich mehr auf billigen Autos finden (außer dem in München sattsam bekannten Lamborghini mit “Hauptschule 1983” auf der Stoßstange). Derweil gibt es auch für den privaten Bereich interessante Autoaufkleber, zum Beispiel den hier: http://bit.ly/11rHo9N

  7. Martin says:

    also die unterscheidung zwischen sozialer und individueller identität ist natürlich einleuchtend – das phänomen ist offensichtlich – wenn sie meinen ersten kommentar nochmals aufmerksam lesen, werden sie feststellen, dass ich nicht die unterscheidung als solche kritisiere, sondern die bewertung, die sich implizit und explizit im text ergab…

    ich kann nur nochmals betonen, dass ich die abwertung von sozialen identitätskomponenten gegenüber individuellen identitätskomponenten (ich greife mal die logik dieser theorie auf) aus meiner sicht unzulässig ist. mir scheint, dass von dem grundgedanken ausgegangen wird, dass individualität und unabhängigkeit in der identitätsbildung höherwertiger als soziales aufeinanderbezogen sein zu betrachten sind – das würde ich durchaus als eine tendenziell schiziode idee bezeichnen – entspricht zwar dem zeitgeist, muss deshalb aber nicht wahr sein.

    ich versuche mir gerade frisch gebackene eltern vorzustellen (ich gehe davon aus, dass vor allem diese den baby on board aufkleber verwenden) – die sich nicht für eine längere zeitspanne primär als eltern definieren…gruselig

    identität entsteht doch ständig neu, jeden tag – das gehirn erzeugt die illusion von stabilität – sodass ich davon ausgehe, dass ein mensch in seinem leben mehrmals zwischen verschiedenen gewichtungen der sozialen (ich bin ein elternteil) und individuellen (ich bin kompetent) identitätskomponenten hin und her wechselt – also sich mal mehr oder weniger über das eine oder andere zu definiert und beide zustände grundsätzlich normal sind…

    tja ich hoffe nach der arbeit die sie bisher in die argumentation reingesteckt haben, werden sie mich nochmal mit einer antwort belohnen, bei der meine tatsächlichen worte berücksichtigung finden. danke im voraus!

    • Hallo Martin,

      die Bewertung ist Ihre. Offensichtlich sind Sie der Ansicht, eine personale Identität sei einer sozialen Identität vorzuziehen. Und hierin stimme ich mit Ihnen überein, ich sehe das auch so. Zudem halte ich den heute herrschenden Wahn “der Mensch ist ein soziales Wesen” für einen Weg in die falsche Richtung, denn Menschen sind zunächst und in erster Linie einmal Individuen und insofern nur sie selbst. Sie sind kein Mitglied einer Gesellschaft und sie sind kein Mitglied einer Gruppe. Gesellschaft und Gruppe sind nachgeordnet. Individuen können sich entscheiden, sich einer Gesellschaft anzuschließen oder eine Gruppe zu gründen, aber sie werden nicht zum Individuum WEIL sie Teil einer Gruppe oder einer Gesellschaft sind. Damit ist die Pathologie beschrieben, die auch Turner oder Tajfel beschreiben wollten (if I am not mistaken): Man muss erst jemand sein (personale Identität), bevor man sich zuordnet. Man kann nicht über eine Zuordnung (soziale Identität) jemand werden, anders formuliert: Es gibt keine personale Identität als Ableitung aus einer sozialen Identität. Entsprechend ergibt sich das Problem mit dem Aufkleber aus Sicht der social identity theory daraus, dass jemand anderen eine soziale Identität als das mitteilen will, was es über ihn zu sagen gibt und Menschen, die es für sich als normal und erträglich finden, anderen mitzuteilen, sie seien in erster Linie oder vor allem Eltern, haben offensichtlich ihre personale Identität, so sie je eine hatten, aufgegeben. Gerade wenn Identität jeden Tag aufs Neue entsteht, ist es so verheerend, wenn man anderen zeigt, dass man sich nur durch Gruppenzugehörigkeit definieren kann. Aber ensteht Identität jeden Tag aufs Neue? Theoretisch haben Sie die Gelegenheit, ihr Leben von heute auf morgen zu verändern, den Aufkleber abzuziehen, in die Türkei zu verschwinden und ein neues Leben zu leben. Aber ist diese theoretische auch eine praktische Möglichkeit? Gibt es nicht Lebensentscheidungen, die Sie in der Vergangenheit getroffen haben, die ihren Entscheidungsraum einengen, weil sie Erwartungen begründet haben, die nunmehr an Sie herangetragen werden? Ist es nicht vielmehr so, dass Sie bei Ihren Entscheidungen eine ganze Menge von Variablen berücksichtigen, z.B. wie Sie sich in der Vergangenheit inszeniert haben, welche sozialen Erwartungen an Sie gestellt werden, was die Konsequenzen ihres Handelns für Sie und andere sind, die Sie davor zurückschrecken lassen, eine Wahl zu treffen, die Sie vielleicht treffen wollen? (oder warum viele Ehen stabil sind…). Eben! Zudem zeigen nahezu alle sozialpsychologischen Experimente, die sich mit dem Treffen von Entscheidungen befassen, die ich kenne, dass Entscheidungen, wenn überhaupt rational durchdacht, immer in einem Rahmen getroffen werden, den man als “traditionalen Rahmen” oder “Schatten der Vergangenheit” bezeichnen könnte, ein Rahmen aus Erwartungen und Erfahrungen konstituiert. Und in diesem Rahmen ist die Frage, welche Entscheidungsfreiheit überhaupt vorhanden ist, eine Frage der Selbstdefinition. Definieren Sie sich als eigenständig oder als abhängig, ist ihr Locus of control extern oder intern. Was bedeutet dies wohl für Menschen, die mit einem Aufkleber signalisieren, dass sie nicht nur denken, Sie seien über eine soziale Gruppenzugehörigkeit definiert, ihr Wert stamme aus dieser Zugehörigkeit, sondern die zudem ihre Entscheidungen entlang von sozialen Erwartungen treffen, von denen sie (richtig oder falsch) denken, dass sie an sie herangetragen werden?
      Traurig – oder?

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Martin

      Wenn Sie schreiben:
      “also die unterscheidung zwischen sozialer und individueller identität ist natürlich einleuchtend – das phänomen ist offensichtlich – wenn sie meinen ersten kommentar nochmals aufmerksam lesen, werden sie feststellen, dass ich nicht die unterscheidung als solche kritisiere, sondern die bewertung, die sich implizit und explizit im text ergab…”,

      und Sie persönlich eine Bewertung vornehmen, nach der “soziales Aufeinanderbezogensein” wertvoll sei oder wertvoller als geistige Unabhängigkeit, Phantasie, persönliches Urteilsvermögen, Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit, dann tun Sie dies eben. Gerade deshalb werden Sie sicherlich leicht akzeptieren können, dass andere Menschern eben andere Bewertungen vornehmen, d.h. geistige Unabängigkeit etc. höher schätzen als “Miteinanderauskommen” (egal, zu welchem Preis?). Ich persönlich gehöre zu diesen Menschen, und ich glaube, dass es wenig bringt, mehrfach zu wiederholen, dass man eine andere Bewertung vornimmt.

      Ich denke nicht, dass ich deswegen “schizoid” bin, wenn das definiert ist als Einzelgängertum, da Unabhängigkeit, Phantasie, persönliches Urteilsvermögen, Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit keineswegs notwendigerweise in Einzelgängertum führen. Vor allem aber ist es äußerst ungeschickt, gegen Wertungen, die in Theorien zum Ausdruck kommen (hier: in der von Tajfel und Turner), dadurch argumentieren zu wollen, dass man selbst ein noch viel stärker wertendes Konzept wie eine schizoide Persönlichkeitsstörung dagegensetzen möchte. Es wäre für mich doch ein Leichtes zu sagen, dass es eine solche halt einfach nicht gibt, sondern das Einzelgängertum von Kollektivisten zur Persönlichkleitsstörung stilisiert wird, damit sie in der Masse mitschwimmen und an ihr nutznießen können, ohne dass sie jemals eine eigene Einschätzung vornehmen und nach ihrem eigenen Gewissen leben müssen. Eine solche Vorstellung fände ich absolut gruselig – ebenso wie ich es absolut gruselig finde, dass Menschen sich dauerhaft nur oder hauptsächlich als Eltern definieren sollten und das eigene Leben sozusagen einstellen, um die Frage nach dem Lebenssinn an den Nachwuchs zu delegieren, der es dann am Ende genauso macht. Ich finde, dass das eine Karikatur auf das Geschenk des Lebens in der menschlichen Form ist. Aber da sind wir dann eben unterschiedlicher Auffassung.

      Wichtig ist doch, dass man unterschiedliche Auffassungen als existent und legitim akzeptiert, und wenn Leute ihre höchstpersönliche Lebenspraxis der Allgemeinheit als besonders toll, interessant oder berücksichtigenswert zur Kenntnisnahme aufzwingen, dann zeugt das nicht gerade von einem Bewusstsein dafür, dass es Menschen mit ganz anderen Lebenspraxen gibt, die auf gänzlich anderen Überzeugungen und Bewertungen basieren. Es ist einfach aufdringlich und kleingeistig und appelliert an Gruppenzugehörigkeitsgefühle, die immer die Basis für Nutznießerei, für Diskriminierung und (historisch leider oft genug belegt) Hierarchisierung und Verfolgung bestimmter Überzeugungen und Lebensstile abgeben, statt an individuelle Werte und Eigenschaften, die unsere Realität AUCH UND GERADE IM BEZUG AUF ANDERE Menschen ausmachen. Menschen gibt es nun mal nur im PLURAL, der zusammengesetzt ist aus einer Summe von EINZELNEN Menschen, also Individuen. “Der Mensch” hat keine Realität außer im Individuum. Es gibt kein Kollektiv, das man “Menschen” nennen könnte, nur den Plural, und selbst der ist konstruiert, indem er reale einzelne Menschen zusammenfasst. Insofern würde ich sagen, dass es einfach der Realität entspricht, personale Identität als viel wichtiger und grundlegend für jede verantwortbare Form sozialer Identität einzuschätzen.

      All dessen ungeachtet, hat die Theorie von Tajfel und Turner – wie jede andere Theorie auch – ihre Prämissen. Sie mögen diese Prämissen nicht, ich würde andere Prämissen nicht mögen, aber das ist alles egal, den es geht ja gerade darum, aus Theorien Vorhersagen abzuleiten, die man dann an der Realität überprüfen kann. Was Michael Klein und ich in unserem Text getan haben, war, Ableitungen aus verschiedenen Theorien vorzunehmen die in dieselbe Grobrichtung weisen, aber das ist nicht unser Fehler, sondern das sind Vorhersagen, die sich aus den Theorien ergeben. Empirisch prüfen konnten wir sie nicht, aber das ist ebenfalls kein Einwand, denn es passiert eher selten, dass dieselben Leute Theorien aufstellen, Vorhersagen aus ihnen ableiten und sie dann auch gleich noch prüfen. Meistens geschieht das in Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Individuen. Wenn Sie also noch weitere Ableitungen aus den vorgestellten Theorien treffen können, dann tun sie dies, aber Sie werden nicht im Ernst erwarten können, dass Leute aufhören, bestimmte Theorien als Erklärungsgrundlage probeweise zu verwenden, nur weil Sie diese Leute dann als “schizoid” einordnen werden. Wir erwarten auch nicht, dass Leute aufhören, alles in ihrem Leben der Fertilität unterzuordnen, nur, weil wir denken, dass das aus Sicht verschiedener sozialpychologischer Theorien auf bestimmte Persönlichkeitsstrukturen und -probleme verweist.

      Unsere Konkurrenz der Ideen ist es, die die Diskussion ermöglicht, am Leben hält und Reflexionsprozesse auslösen kann. Wenn es sie nicht gäbe – da kann ich nur sagen: Welcome to the brave new world!

  8. Björn says:

    Wie immer trägt auch dieser Beitrag wieder zu meiner Erheiterung bei. Ich bin ebenfalls stolzer Bewahrer der menschlichen Rasse und habe die Funktionsfähigkeit meiner Reproduktionsorgane unter Beweis gestellt. Nichtsdestotrotz haben wir auf unseren fahrbaren Untersätzen keinen Aufkleber mit dem Namen des Filius oder ähnlichen Hinweisen angebracht. Ich persönlich finde ja, dass die “Tigerenten-Verdunkelungsmatten” an den hinteren Seitenscheiben Hinweis genug geben. Ich habe hier leider den ehelichen Kampf verloren – wenn es nach mir ginge, würden die verdunkelten Seiten durchaus ausreichen.

    Dennoch würde ich mit den Eltern, die ihre Fahrzeuge neben den Corsica-Ferries-, Europapark- und Fantasialandaufklebern verzierten Autos nicht gar so hart ins Gericht gehen. Ich selbst stelle bei mir fest, dass ich tatsächlich mit Autofahrern im alltäglichen Straßenverkehr mehr Geduld habe, wenn ich tatsächlich einen Grund zur Annahme des Transports quengelnder Kindergartenkinder habe. Wer regelmäßig vom Quäken des eigenen Nachwuchses beim Fahren genervt ist, wird verstehen, wovon ich spreche. Insofern kann man einen gewissen Sicherheitsaspekt bei der Motivation zur Aufbringung eines solchen Aufklebers postulieren wenn die übrige Gesellschaft mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr walten lässt. 😉

  9. kogojbrunner says:

    Also ich muss sagen, als dies ganz neu war, sich mit so einem Aukleber zu outen, fand ich das noch ganz originell. Hatte damals selbst einen Aufkleber drauf. Allerdings hieß es früher nicht “an Bord”. Mittlerweile finde ich es ziemlich oberflächlich, somit Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ich denke auch nicht, dass diese Autofahrer so bedacht auf ihre Kinder sind, und somit Rücksichtnahme von den Autofahrern erwarten. Wie auch? Es hat ja wohl keiner vor, das Auto zu rammen oder zu beschädigen. Ich muss diese Aufkleber schon fast mit den gestrickten Clopapierhüten aus den 60er und 70er Jahren vergleichen. Für mich nicht mehr zeitgemäß. Aber was solls, es tut auch keinem weh, wenn er liest “Lisa an Bord”. Lassen wir ihnen doch die Freude.

  10. Martin says:

    wow, wieso blenden sie meine antworten nicht ein? wenn das ihr umgang mit kritik und anderen sichtweisen ist, dann sollten sie ihren blog aber umbenennen…

    • Ah, da ist jemand in seinem Selbstwert so von Veröffentlichung abhängig, dass er nicht auf der Rechnung hat, dass seine “Antworten” gar nicht angekommen sind .. vermutlich hat Akismet die Antworten als “spam” klassifiziert und ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich nicht dasselbe getan hätte, aber mit Sicherheit hätte ich Ihnen zumindest ein Troll-Schild spendiert. Übrigens: Es gibt hier kein Recht auf Veröffentlichung. Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie hier veröffentlicht werden, dann liefern Sie Argumente und Begründungen und wenn Sie beides nicht wollen oder können, dann gründen Sie ein eigenes blog.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Martin

      Michael Klein hat Ihnen bereits geantwortet und mitgeteilt, dass Ihr Kommentar nicht aufgetaucht ist. Ich vermute, er ist im SPAM gelandet und automatisch gelöscht worden, wie das mit Kommentaren, die von temporären, “fingierten” email-Adressen aus gesendet werden, recht häufig passiert (wobei ich nicht weiß, wie es sich mit Ihrer Adresse verhält).

      In jedem Fall besteht kein Anlass zu Ihrer pampigen Antwort und pauschalen blog-Kritik, nur aufgrund der Tatsache, dass Ihr grandioser vierter oder fünfter Kommentar hier nicht der Mit- und Nachwelt präsentiert wird. Ihre kindische Reaktion zeigt nur, wie sehr Ihnen unser Text weltanschaulich im Magen liegt (und das ist natürlich auch eine Form der Anerkennung – vielen Dank!).

      Allgemein möchte ich Ihnen aber noch Folgendes auf den Weg geben, um die Irrtümer, die auf auf Ihrer Seite hinsichtlich Ihrer Ansprüche anscheinend bestehen, zu korrigieren:

      Gerade WEIL wir ein Wissenschaftsblog sind und WEIL wir “kritisch” nicht im simplen Sinn von “Einfach-Dagegen-Sein-Weil-Ich’s-Abwertend-Finde” verstehen, können und wollen wir keine Kommentare veröffentlichen, die sich hierin erschöpfen. Wir wollen in jedem Fall ein gewisses Argumentationsniveau nicht unterschreiten. Und während es Ihr Anliegen sein mag, Ihre Weltanschauung möglichst oft mitzuteilen, so haben wir neben und in Verbindung mit der oben genannten Selbstverpflichtung als kritischer und wissenschaftlicher blog auch noch eine Verpflichtung unseren Lesern gegenüber, denen die Lektüre von Texten sowie von Kommentaren und Kommentaren zu Kommentaren irgendetwas bringen soll.

      Wenn wir der Auffassung sind, dass das nicht (mehr) so ist, dann veröffentlichen wir Kommentare nicht (mehr), und ob ein Schreiber dann ggf. meint, dass die Wiederholung seiner im übrigen argumentativ weitgehend unfundierten Meinung so überzeugend wirke, dass wir völlig vernichtet wären angesichts seiner grandiosen Mitteilung und den Kommentar unterschlagen müssten, dann ist das sein Problem, und wir können damit leben. Er muss damit leben.

      Unser blog ist ein Produkt unbezahlter Privatinitiative, von der anscheinend auch Sie einen Nutzen haben (welcher Art auch immer). Freuen Sie sich also, dass sie diesen Nutzen haben und dass es dieses Angebot gibt, aber machen Sie sich klar, dass Sie überhaupt keinen Anspruch darauf haben, vier-, fünf-, ich weiß nicht wie viel -mal kommentieren zu können, um immer wieder den weltanschaulichen Punkt zu wiederholen, der Sie bewegt. Die Leser haben denselben, glaube ich, inzwischen durchaus antizipiert.

      Wie gesagt – Ihre “Antwort” ist bei uns nicht aufgetaucht, und ich weiß nicht, was ihr qualitatives Niveau gewesen ist, aber wenn ich Ihre Reaktion so lese, dann stimmt mich das nicht hoffnungsvoll, und in diesem Fall hätten wir Ihre “Antwort” aus den oben genannten Gründen nicht veröffentlicht, auch, wenn sie uns erreicht hätte. Aber das hätten Sie dann auf dem blog (anhand des Troll-Schilds) gesehen.

      Noch einmal: Sie sind hier nicht beim Öffentlich-Rechtlichen, sondern bei einem privat finanzierten und betriebenen blog: le blog, c’est moi.

      Es steht Ihnen völlig frei, Ihren eigenen blog zu unterhalten, auf dem Sie dann die Regeln setzen, wenn Ihnen unsere nicht “passen”.

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        @Martin

        Nachtrag: Gibt es Ihnen übrigens nicht ein wenig zu denken, dass es “schizoide” Persönlichkeiten wie die Betreiber dieses blogs sind, die öffentliche Güter bereitstellen und ohne Not in soziale Kontake (z.B. mit Ihnen) treten, während Sie als jemand, der “das Soziale” hoch halt, sich – zumindest uns “Schizoiden” gegenüber – sozial wenig intelligent verhalten? Das sollte Anlass genug sein, über Sinn und Unsinn bestimmter Persönlichkeits”störungen” noch einmal nachzudenken….

  11. Martin says:

    liebe blog – autoren,
    junge junge, mein selbstwert ist ganz ok, denke ich…ich wär nur enttäuscht, habe ich ihnen doch beiden eine recht lange antwort zukommen lassen, die dann nicht auftauchten (ich benutze meine reguläre email adresse, ich hab nur eine)…und in die ich viel zeit und mühe habe einfließen lassen, für sie scheint das ja alltäglich zu sein, seitenlange argumentationen zu verfassen, ich schreibe nicht ständig

    mir ist es mittlerweile peinlich, wie unfähig ich anscheinend bin, mich verständlich zu machen bei der reaktion von ihnen beiden…ich versuche es trotzdem nochmal:

    ich denke gelernt zu haben, dass wissenschaftliche theorien keine wertung vornehmen sollten

    ich vermute, dass turners aufwertung der personalen identität gegenüber sozialer identität eher kulturell geprägt ist…
    ich würde da keine grundsätzliche wertung vornehmen welches verhältnis von sozialen/personalen identitätskomponenten stabiler ausfällt – ich denke mal bei dingen wie kontrollüberzeugung, selbstwert etc. haben bindungstheoretische ansätze ja auch ein wörtchen mitzureden – spätere gruppenzugehörigkeit fällt da nicht so stark ins gewicht…auch verstehe ich nicht recht (aber dazu sollte ich die studie wohl einfach mal selber lesen), warum es einen widerspruch zwischen personaler (sie assozieren damit ja quasi das bedürfnis nach individueller selbstentfaltung) und sozialer identität (aspekte des aufeinanderbezogen seins) geben soll – kann sich das nicht einfach “addieren” also erweitern…weiterhin habe ich mich gefragt, wie der hr. turner an seine daten gekommen ist – also wie er verschiedene ausprägungen gemessen hat, (ich weiß, selber lesen)

    so und jetzt zu meiner spitze:
    ich fand es offenkundig übertrieben, sozialpsychologische theorien auf eltern mit aufklebern anzuwenden, mit dem ziel diese zu pathologisieren…weshalb ich mal über ihre motivation spekuliert habe, schiziode tendenzen bei bewertungen sind nicht pathologisch, sondern menschlich, da (laut des denkmodels) dem konflikt unterliegt, die eigene identität gegenüber dem umfeld zu bewahren…sie haben sich ja nun als fans der personalen identität geoutet und das würde ich auch machen, wenn ich mir sicher sein könnte, das ich das bewußt einschätzen kann…

    ihr blog ist toll, machen sie weiter so und bitte, beleidigen sie mich nicht wieder

    p.s. den kahneman hatte ich auch an einer stelle erwähnt, weshalb ich heute dazu ne bemerkung zu einem anderen artikel geschrieben hab….

    Schönen abend!!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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