Nach ScienceFiles-Bericht: ARD zu Richtigstellung gezwungen

Vor einigen Tagen haben wir über eine Falschmeldung in der ARD berichtet. Im Zusammenhang mit einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ein Redakteur der ARD, der namentlich nicht genannt wurde, behauptet, die Studie zeige, dass 50% der Väter zahlungsunwillig seien und alleinerziehenden Müttern den Kindesunterhalt vorenthalten würden.

Diese Behauptung ist falsch, wie wir gezeigt haben, denn in der Bertelsmann-Studie wird eindeutig festgestellt:

“Leider gibt es keinerlei Ursachenforschung, warum der Kindesunterhalt bei so vielen Alleinerziehenden nicht ankommt. … Es besteht daher dringender Forschungsbedarf, warum in so vielen Fällen Unterhaltszahlungen nicht oder nicht vollständig geleistet werden (können) (21).“

ARD Schmierenjournalismus VaeterDie Ursachen dafür, dass bei manchen alleinerziehenden Müttern kein Unterhalt für das Kind/die Kinder ankommt, sie sind also unbekannt. Der Autor einer weiteren Studie, die in der Bertelsmann-Studie zitiert wird, geht davon aus, dass die Väter nicht zahlungsunwillig, sondern schlicht zahlungsunfähig sind, d.h.: Sie verdienen nicht genug, um Unterhaltszahlungen zu leisten.

Offensichtlich fand man es bei der ARD opportun, diese Tatsachen zu verheimlichen und statt dessen die alte Laier der bösen Männer anzustimmen, die nicht für ihre Kindlein bezahlen wollen. Die Gründe der Falschdarstellung sind entweder in mangelnder Qualifikation des entsprechenden Redakteurs zu suchen oder in seiner ideologischen Borniertheit, die ihn in allen deskriptiven Daten, die ihm nicht gefallen, eine Benachteiligung von Frauen wittern bzw. hinter allen deskriptiven Daten, die ihm nicht behagen, das Wirken böser weißer Männer sehen lässt.

Wie dem auch sei, ein Stammleser von ScienceFiles wollte sich die Falschdarstellung nicht gefallen lassen und hat Folgendes an die Zuständigen bei der ARD geschrieben und unseren Beitrag als Anhang beigefügt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich gegen die Veröffentlichung der ARD vom 06.07.2016 Beschwerde ein. Die Schlagzeile in der ARD lautet: „Jeder zweite Vater zahlt nach Trennung nicht“
Die beiliegenden Ausführungen belegen, daß die in dieser Veröffentlichung gemachte Aussage „..Eine der wichtigsten Ursachen ist die Zahlungsunwilligkeit der ehemaligen Partner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung…“
nicht das Ergebnis dieser erwähnten Studie ist. Damit ist die Aussage als falsch anzusehen. Weshalb eine gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Einrichtung falsche Aussagen veröffentlicht, sei dahingestellt.

Da ich als Beitragszahler nicht als Unterstützer von Falschmeldungen oder ungenügender Arbeitsleistungen missbraucht werden möchte, bitte ich Sie, eine Rüge gegen die ARD auszusprechen und eine wahrheitsgemäße Gegendarstellung zu verlangen.

Über den Fortgang der Beschwerde bitte ich um Nachricht.
Mit freundlichen Grüssen”

Und siehe da, stillschweigend und ohne einen entsprechenden Hinweis auf den zwischenzeitlich alten und somit aus dem aktuellen Online-Angebot verschwundenen Beitrag, den man also nurmehr über die Suchfunktion findet, hat man bei der ARD den Beitrag richtig gestellt.

Damit die Richtigstellung, zu der sich die ARD aufgrund unseres Beitrages gezwungen gesehen hat, nicht in den unendlichen Weiten des Webs übersehen wird, geben wir sie an dieser Stelle wider:

ARD Richtigstellung VaeterAnmerkung der Red.: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es unter der Überschrift “Jeder zweite Vater zahlt nach Trennung nicht”, dass eine der wichtigsten Ursachen für die Armutsgefahr von Alleinerziehenden die Zahlungsunwilligkeit der ehemaligen Partner sei. Zu diesem Ergebnis sei eine Studie der Bertelsmann-Stiftung gekommen. Tatsächlich hält die Studie fest, dass bei der Hälfte der Alleinerziehenden der Unterhalt gar nicht ankommt, bei weiteren 25 Prozent nicht regelmäßig oder nicht in der Höhe des Mindestunterhalts. Gründe hierfür gibt die Studie allerdings nicht an. Dies[e] sei[en] nicht bekannt. Insofern ist die Schlussfolgerung, dass der Nicht-Erhalt des Unterhalts auf Zahlungsunwilligkeit zurückgehe, unzulässig. Wir bedauern diese Verkürzung und danken unseren Lesern für entsprechende Hinweise.


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8 Responses to Nach ScienceFiles-Bericht: ARD zu Richtigstellung gezwungen

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  2. Jürgen says:

    Gratulation !

    Im übrigen braucht absolut niemand die Haushaltsabgabe zahlen. Das steht im GG Art 5.
    Dort steht in diesem Zusammenhang das praktisch immer von den Mainstreammedien unterschlagene Wort ungehindert. Und das dort Zugesicherte darf in seinem Wesensgehalt nicht angetastet werden! Wieso zahlen eigentlich fast alle diese Meinungslenker?

    • Carlos says:

      Ergänzend füge ich noch den § 58 Verwaltungsverfahrensgesetz hinzu:

      Ҥ 58 VwVfG
      Zustimmung von Dritten und Behörden
      (1) Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, der in Rechte eines Dritten eingreift, wird erst
      wirksam, wenn der Dritte schriftlich zustimmt.”

      ICH ZAHLE NICHT!

      • Karl Laschnikoff says:

        Richtig so! Auch ich riskiere lieber einen Knastaufenthalt, als dass ich unwidersprochen für diese Propaganda zahle.

  3. raid Controller says:

    Es gehört schon viel brunsdumme Blödheit dazu, wenn man trotz § 850d ZPO (verschärfte Pfändbarkeit bei Unterhaltsansprüchen) und § 170 StGB (Verletzung der Unterhaltspflicht) und § 1603 Abs. 2 BGB (in etwa: alle verfügbaren Mittel sind verschärft und übersteigert für den Unterhalt der Kinder einzusetzen) sowie der ständigen Rechtsprechung sämtlicher OLGs in Deutschland über verschärfte und übersteigerte Unterhaltspflicht für Väter so einen Drecksartikel über angeblich zahlungsunwillige Väter herausbringt. Demnach wäre es doch viel naheliegender einfach anzunehmen, dass die überwiegende Mehrheit der nicht Kindesunterhalt zahlenden Väter schlichtweg zahlungsunfähig ist – insbesondere auch in Anbetracht des Lohndumpings in diesem Land, anstatt hinter jedem nicht gezahlten Unterhalt gleich einen Unterhaltspreller und Zahlungsunwilligen zu vermuten. Und noch blöder ist es, wenn dann so eine Familienministerin Scheisig ankommt und dafür plädiert, dass Vätern, die keinen Unterhalt bezahlen **können!!**, Führerscheinentzug drohen sollte. Dreckspack in diesem Land! Genau wie diese scheiß Nahles, die im SGBII rumpfuscht, als hätte diese ungebildete Trampelkuh Ahnung davon.

    • Jürgen says:

      Es ist leider so:

      Die Regierung nennt sich “demokratisch gewählt”. Allerdings nach einem Wahlgesetz das die Willensäußerung von Nichtwählern ummünzt in Listenplätze. Also in stramme Parteisoldaten und Lobbyisten welche niemand gewählt hat. Wobei von den Parteien ohnehin deren Macht missbraucht wird (Fraktionszwang, Parteienfinanzierung, Nichtverfolgung krimineller Aktivitäten $129 StGB der Parteien …) In Wirklichkeit handelt es sich um eine Diktatur in der das Volk (von den ja -nach GG – alle politische Gewalt ausgehen soll) nach den Wahlgesetz aber herzlich wenig zu sagen hat. Schon deshalb dürfte das Wahlgesetz GG-widrig sein. Derzeit haben wir bestenfalls eine Narrendiktatur in der das Volk alles was es hat, für angeblich gute Zwecke an den Staat abliefern muss. siehe http://www.polpro.de/sklaven.html . Am Lebensende greift sogar eine Todessteuer (beschönigend Erbschaftssteuer, als ob der Staat am Tod einen Verdienst hat!).

      Was tun?

      – Volksabstimmungen sind unter Merkel verboten.
      – Petitionen (also Bettelbriefe) erfahrungsgemäß sinnlose Energieverschwendung.
      – Demos werden maximal mit goldenen Worten bedacht, aber keinerlei Taten.
      – Lesebriefe sind meist nicht zugelassen (siehe http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/48/48727/1.html ) und werden ggf wegmoderiert (= Neudeutsch für Zensur). Weshalb ich Artikel, die nicht kommentiert werden können, erst gar nicht lese. Denn diese dienen nur und ausschließlich der Meinungslenkung. Da gibt es bessere Info-Quellen im Internet.

      – Es bleibt nur: alle 4 Jahre “richtig” zu wählen. Aber was ist “richtig”?

      Ich neige zu den Wahlempfehlungen (eines guten Bekannten) auf http://www.polpro.de/taktik.html . Es ist leider so, dass jeder nur ein geringes Stimmgewicht hat. Man kann sein Stimmgewicht aber vervielfachen, wenn man Andere und bisherige Nichtwähler von seiner Meinung überzeugt.

      Argumente gibt es genug. HIer, zum Bleistift.

      • Karl Laschnikoff says:

        Sie haben noch den Klageweg vergessen, der nutzlos ist, da die Richter klare Gesetzesvorgaben einfach ignorieren.

        Fangen Sie bloß nicht an, andere von Ihrer Meinung “überzeugen” zu wollen! Das wäre genau die gleiche plumpe Agitation, wie sie die Grün-Linken betreiben.
        Die meisten erwachsenen Menschen haben aber eine Allergie gegen Agitation entwickelt (wer kann es ihnen verübeln?). Sie werden erfahrungsgemäß keinen Linksgrün-Sympathisanten mit Argumenten überzeugen können – schon gar nicht mit Logik.

        Nein, Sie müssen anders vorgehen. Bekräftigen Sie die politischen Ansichten der Person und ermutigen Sie ihn z.B. zum häufigen Kontakt mit “Flüchtlingen” oder lassen Sie ihn andere Aspekte linksgrüner Politik persönlich(!) erleben.

        Dann kommen die kognitiven Dissonanzen und Denkprozesse von ganz allein.
        Solche selbstentwickelten Überzeugungen sind dann auch wesentlich gefestigter und nicht durch Gegenagitation umkehrbar.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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