Noch so ein Phrasendrescher: UN-Generalsekretär Guterres

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat vor zunehmendem Populismus und Extremismus gewarnt. Beides seien “perverse Phänomene”, die sich durch “Rassismus, Fremdenhass, Hass gegen Juden und Muslime sowie andere Formen der Intoleranz” gegenseitig verstärkten, sagte er zum Auftakt der jährlichen Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf.“

Warum halten Politiker nicht einfach den Mund und schweigen zu Dingen, von denen Sie keinerlei Ahnung haben?

„Perverse Effekte“ ist ein feststehender Begriff der Sozialwissenschaften. Da die Sozialwissenschaften mit sozialen Phänomenen beschäftigt sind, kann man „perverse Effekte“ als Ursache mancher sozialer Phänomene ansehen. Phänomene an sich sind Phänomene, weder pervers noch etwas anderes, einfach nur: Phänomene. Ein Haus ist ein Haus ist ein Haus. Und Populismus ist Populismus ist Populismus. Nichts anderes.

boudon-widersprueche-sozialen-handelns„Rassismus, Fremdenhass, Hass gegen Juden und Muslime und andere Formen der Intoleranz“, so behauptet Guterres würden sich gegenseitig verstärken und zu „perversen Phänomenen“ führen, nämlich Populismus und Extremismus. Guterres legt offensichtlich keinen Wert darauf, dass seine Aussichten weithin Unterstützung erfahren, von vielen geteilt werden, populär sind, denn das wäre Populismus, und er wäre somit nach eigener Aussage ein perverses Phänomen. Nur so ist es erklärlich, dass er einen derartigen unpopulären Unsinn erzählt, wie er ihn erzählt.

Wenn Rassismus, Fremdenhass, Hass gegen Juden und Muslime und andere Formen der Intoleranz zu perversen Phänomenen wie Populismus und Extremismus führen, dann ist dies schon deshalb Unsinn, weil Guterres Populismus und Extremismus ja als auf „Rassismus, Fremdenhass, Hass gegen Juden und Muslime und anderen Formen der Intoleranz“ basierend definiert hat. Insofern wäre Extremismus gerade kein „perverser Effekt“ von Rassismus, Fremdenhass und was Guterres sonst noch einfällt, sondern die logische Konsequenz der Tatsache, dass etwas mit sich selbst identisch ist, wie das bei Tautologien nun einmal so üblich ist.

Perverse Effekte zeichnen sich dadurch aus, dass das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war, erreicht wird. Wenn also ein perverser Effekt vorläge, dann würden Rassismus; Fremdenhass und all die andere Hasse, die Guterres kennt, zu ihrem Gegenteil führen, sagen wir zur großen Verbrüderung, was dann, weil Guterres behauptet, Extremismus und Populismus seien die perversen Phänomene, die auf Rassismus usw. basieren, notwendig zur Folge hat, dass Populismus und Extremismus etwas Gutes sein müssen, jedenfalls dann, wenn man annimmt, dass Guterres der Ansicht ist, Rassismus und Hass auf Juden und Muslime sei etwas Schlechtes.

Wie man es dreht und wendet, was Guterres von sich gegeben hat, ist Blödsinn und gerade an Montagen wünschte man sich, von derartigen sprachlichem Müll verschont zu bleiben.

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6 Responses to Noch so ein Phrasendrescher: UN-Generalsekretär Guterres

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  3. Erich says:

    Was heißt hier “gerade an Montagen”? Heute ist schließlich Rosenmontag! 🙂

  4. rote_pille says:

    Unsere Politik ist pervers bis zum Geht-nicht-mehr.

  5. merxdunix says:

    “Warum halten Politiker nicht einfach den Mund und schweigen zu Dingen, von denen Sie keinerlei Ahnung haben?”
    Weil sie keine Ahnung haben wovon sie keine Ahnung haben.

    Guterres wollte doch einfach nur mal so das Wort “pervers” zusammen mit “Populismus” benutzen, so wie auch andere Laienpolitdarsteller heutzutage mit Beschimpfungen und Diffamierungen ihr Bäuerchen machen dürfen. Es ist eben modern. Wofür soll er denn sonst als neuer Generalsekretär der Vereinigten Völker endlich zur Kenntnis genommen werden, wo die UN doch angesichts der von den Eurokraten angeordneten Flüchtlingskrise gegenüber den Europäern bis zur Unkenntlichkeit verkommen ist?!

  6. Ralf Pöhling says:

    Da ist der gute Herr Guterres seinem eigenen, völlig unrealistischen Weltbild auf den Leim gegangen. Was sich zur Zeit an Radikalisierung in der Gesellschaft abzeichnet, ist kein unerwarteter Nebeneffekt einer an sich guten Multikulti-Idee, sondern ihre direkte und zu erwartende Folge. Die totale Ignoranz darüber, dass viele Kulturen im Kern schlicht inkompatibel sind und deren Zwangsvermischung zu Mord und Totschlag führen muss, lässt einen sprachlos zurück. Man muss es klar sagen: Die Menschen, die zur Zeit die politische Richtung vorgeben, haben keine praktische Lebenserfahrung und das Weltbild stammt aus der Theorie. Einer Theorie, die in der Praxis vollkommen versagt.

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