Intensivbettenbedarf Herbst 2021: Politikdienliche Lockdown Vorbereitung in Form von Junk Science

Kennen Sie das Gefühl, wenn sie sich einen Rasierapparat kaufen, den Rasierapparat einpacken, sich schenken, das Geschenk auspacken, um sich dann zu freuen, dass Sie, völlig unerwartet, einen Rasierapparat geschenkt bekommen haben?

Nein?

Wir auch nicht.

Ehrlich gesagt hätte dieses Gefühl, wenn man es denn hätte, Anklänge an Verzweiflung und Wahnsinn.

Dessen ungeachtet ist das Beispiel eine 1:1 Analogie zu einem Beitrag, der uns heute auf den Schreibtisch gekommen ist: “Intensivbettenbedarf für COVID-19 im Herbst/Winter 2021“, so lautet der Titel des Beitrags, für den Andreas Schuppert (RWTH Aachen), Steffen Weber-Carstens (Charité Berlin) und Christian Karagiannidis (Universität Witten-Herdecke) verantwortlich zeichnen. Der Beitrag ist ein sehr nützlicher Beitrag für all die Polit-Darsteller, deren wichtigstes Anliegen darin besteht, Sie, ja: Sie dazu zu bringen, das Sie sich impfen lassen.

Wenig verwunderlich, hat einer der Zeugen Coronas, die mit ihrem Impfturm an Türen klingeln, um auf harmlose Bewohner einzureden, den Ball der drei (vermutlich:) Nachwuchswissenschaftler bereits aufgenommen. Niemand schafft es so gut wie Karl Lauterbach, genau die Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, die seiner Agenda entsprechen und alle anderen zu ignorieren.

Wir teilen die Begeisterung von Karl Lauterbach nicht. Im Gegenteil, wir halten die Modellierung für Teil einer Junk Studie, die ganze Arbeit für himmelschreienden Unsinn und warum das so ist, das begründen wir jetzt.

Vorwegschicken müssen wir zwei Irritation, die uns am Verstand an der Sachkenntnis der Autoren zweifeln lassen.

Zum einen schreiben sie gleich mehrfach von “Mutante”, von der Delta-Mutante und von der Alpha-Mutante. Begriffe wie “Mutante”, die von Autoren genutzt werden, die ernstgenommen werden wollen, sind mit diesem Anspruch nicht vereinbar. Wer sich mit SARS-CoV-2 befasst, dem sollte klar sein, dass so genannte Varianten des Ur-Virus (CCP1) aus mehreren Mutationen bestehen, in der Regel aus mindestens 2 bis 10 Mutationen, die für relevant gehalten werden, neben einer Vielzahl von Mutationen, die für irrelevant gehalten werden. Wer vor diesem Hintergrund von Mutante spricht, der disqualifiziert sich ganz von selbst.

Was uns aber noch viel mehr verstört hat, das ist der folgende Satz:

“Besonders auffällig ist die weiterhin bestehende lineare Beziehung zwischen der Inzidenz der SARSCoV-2-Infektion in der Bevölkerung und der möglichen Intensivbettenbelegung, auch wenn insbesondere die vulnerablen Patientengruppen geimpft sind.”

Die Autoren wundern sich, über die lineare Beziehung zwischen Inzidenz und der Bettenbelegung. Das ist, als würde man sich als Maurer über den Zusammenhang zwischen dem eigenen Einsatz einer Wasserwaage und einer geraden Wand wundern. Denn, das “Modell”, das die Autoren für ihre Berechnungen nutzen, es hat folgendes Aussehen:

Irisk,k = rkIk(AGk,ni/(AGk,ni + λAGk,i))

Das beschreibt eine lineare Funktion und das ist den Autoren zudem bekannt, zumindest vor der Berechnung war  es ihnen bekannt:

“Das altersgruppenspezifische Risikoprofil für einen intensivpflichtigen Krankheitsverlauf wird anhand von Einweisungsdaten auf Intensivstationen in Sentinel Kliniken, den lokalen DIVI-Belegungsdaten sowie den entsprechenden lokalen Inzidenzen durch lineare Regression mit Zeitversatz berechnet.”

Wer eine Rechnung durchführt, die auf der Annahme beruht, dass es in seinen Daten einen linearen Zusammenhang gibt und sich dann freut oder wundert, dass am Ende ein linearer Zusammenhang herausgekommen ist, nun ja, was soll man über den sagen?

Aber damit nicht genug.
Wie so oft, ist die Modellrechnung eine Analogie des Rasierapparat-Geschenks.

Die drei Helden von der COVID-Propaganda-Front, sie nehmen an:

  • Dass die Anfälligkeit für COVID-19 und schwere Verläufe mit dem Alter steigt. Linear!!
  • Sie nehmen an, dass die Inzidenz mit der Anzahl schwerer Verläufe und mit der Anzahl der Einweisungen auf eine Intensivstation zusammenhängt [linear!]: Je mehr Leute positiv getestet werden, desto mehr finden sich in Krankenhäusern ein und desto mehr müssen auf Intensivstationen verbracht werden.
  • Sie nehmen zudem an, dass in unterschiedlichen Altersgruppen unterschiedliche Impfquoten vorhanden sind. Bei 60+jährigen z.B. 85% bis 95%, in der Gruppe der 35-59jährigen 75% bis 85%, je nach Modell.
  • Sie nehmen weiter an, dass Impfung vor Hospitalisierung und vor Einweisung auf eine Intensivstation schützt, und zwar in einer sehr optimistischen Weise, was verständlich ist, denn das Ergebnis, das am Ende herauskommen soll, muss zeigen, dass mit höherer Impfquote mit weniger Intensivpatienten einhergehen [nochmal linera]. Zitieren wir im O-Ton:

    “Die Simulationen berücksichtigen, dass eine Impfung für einen Anteil λ der Geimpften keinen Schutz vor Infektion bietet (simuliert werden λ = 15 % oder λ = 30 % entsprechend einem Infektionsschutz von 85 % oder 70 %), jedoch zu 100 % vor einem intensivpflichtigen Krankheitsverlauf schützt.”

Der Glaube versetzt offenkundig Berge, denn eine Impfung bietet natürlich KEINERLEI 100%igen Schutz vor einer Einweisung auf eine Intensivstation, nicht einmal vor Tod, wie die Daten von Public Health England sehr eindrücklich belegen:

Aber derartige Einbrüche der Realität stören das gewollte Ergebnis und bringen die eindeutigen und linearen Zusammenhänge, die man als Annahme formuliert hat, durcheinander.

Auf Basis ihrer Annahmen erhalten die Autoren, Überraschung: Einen Rasierapparat!

Wenden wir uns einigen ausgewählten, vollkommen überraschenden Ergebnisse zu:

Quelle

Wir meinen, wer kann wissen, dass dann, wenn man annimmt, dass Impfung dazu führt, dass niemand mehr auf eine Intensivstation eingewiesen wird, zumindest nicht wegen COVID-19, vielleicht wegen Nebenwirkungen der Impfung, aber das kommt in der Modellwelt der drei “Mutanten”-Schreiber nicht vor, dann, wenn man die Impfquote erhöht, eine entsprechende Reduktion der Anzahl von Leuten auf einer Intensivstation in den Ergebnissen zu sehen ist? Das ist nicht offenkundig. So wie es nicht offenkundig ist, dass dann, wenn man wenig von viel abzieht, dennoch weniger viel ist als zu vor. Es ist eben alles eine Frage der sprachlichen Verpackung bzw. der “Formulierung”.

Dieses völlig unerwartete Ergebnis, dass eine Erhöhung der Impfquote bei gleichzeitiger Annahme, dass kein Geimpfter auf einer Intensivstation landet, die Anzahl derjenigen, die auf einer Intensivstation zu finden sind (Anlass immer: COVID-19) verringert, es wird nur noch durch das folgende Ergebnis gesteigert, das zeigt, dass dann, wenn man eine Impfquote um 5% erhöht, die nominale Erhöhung in Gruppen mit höherer Impfquote geringer ausfällt als in Gruppen mit geringerer Impfquote.

Quelle

Phänomenal.

Ein Beleg dafür, dass man Grundrechenarten in Modellrechnungen so gut verpacken kann, dass selbst die Modellautoren davon überrascht werden, dass durch Subtraktion Mengen reduziert werden können.

Wir verneigen uns vor dieser Arbeit, mit der man selbst … Gemüter wie Karl Lauterbach, oder nur … Gemüter wie Karl Lauterbach, beeindrucken kann. Derartige Arbeiten sind wegen ihres ideologischen Gehalts, einen anderen haben sie nicht, sehr wichtig für die Aufrechterhaltung der Hysterie. Sie stellen wichtige Versatzstücke für die nachfolgende Propaganda bereit, die, man kann sie schon hören, schalmeien wird, dass – wenn nicht alle geimpft werden, Lockdowns unverzichtbar sein werden, weil Modellrechnungen zeigen, dass Intensivstationen, die im Jahr 2020 durchschnittlich mit 5% COVID-19 Patienten belegt waren, dieses Mal ganz sicher und in großem Ausmaß überrannt werden.

Die Simulation zeigt es.
Es ist in der Tat eine Simulation.
Hier wird Wissenschaft simuliert, Trash als Wissenschaft kostümiert.



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