Dialektik: Freie Unfreiheit, unethische Ethik, geplante Ansteckung und vieles mehr: Wahl zum Denkbehinderten der Woche [KW4]

Formen des magischen Glaubens haben uns letzte Woche bei der Wahl zum Denkbehinderten der Woche beschäftigt. Karl Nehammer hängt magischem Glauben an. Er glaubt, wenn man eine Impfspritze mit Comirnaty füllt und ins Fenster hängt, dann verschont das Virus Haus und Bewohner. Und wenn dem nicht so ist, dann ist Anke Richter-Scheer zur Stelle und empfiehlt, nicht eine, sondern zwei, drei, vielleicht auch zwanzig Spritzen ins Fenster zu hängen.

Beider Anstrengungen wurden von unseren Lesern indes nur eingeschränkt honoriert. Obschon beide Potentaten eine Denkbehinderung ausweisen, die sie zu würdigen Mitgliedern der Haute Stupidité macht, landeten beide auf den Plätzen: Karl Nehammer konnte 355 Leser (10%) von seinen Qualitäten überzeugen, Anke Richter-Scheer brachte es immerhin auf 498 Leser (14,0%).

Beide mussten sich dem Übermächtigen, dem – wenn es um Denkbehinderung geht – alle überragenden und in den Schattens stellenden, dem König der Denkbehinderten, Minister Karl geschlagen geben. Sein Beitrag, nachdem Pflicht kein Zwang sei, weil die Verpflichteten, sich letztlich dazu gezwungen sähen, sich freiwillig impfen zu lassen, wird auf ewig im Neuronalen Notstandsgebiet nachbeben und eine hohe Messlatte für neue Bewerber darstellen. Denn 906 (25,6%) kritische Leser von ScienceFiles, die sich in den letzten Wochen zu Experten entwickelt haben, wenn es um die Diagnose einer Denkbehinderung geht, muss man erst einmal von sich überzeugen.

Boris Palmer, der schon seit Wochen seine Hingabe zum Gott der Impfpflicht mit unterschiedlichen Phantasien aus dem Bereich der Bestrafung im Kontext des Sadismus verknüpft, hat es letzte Woche auf Platz 2 geschafft: 565 Leser (15,9%) fanden seinen Beitrag titelwürdig, Titel: Denkbehinderter der Woche. Auf den Plätzen landeten Christian Drosten, dessen Auto immer noch auf Matschwegen steckenbleibt, trotz breiter Reifen und Impfung. 405 Leser (11,4%) hatten Vertrauen, dass diese Denkbehinderung, die Denkbehinderung ist. Es folgen Barbara Jakopp, die für die Schweiz ins Rennen gegangen ist, und immerhin 336 Leser (5,1%) für ihre Denkbehinderung begeistern konnte. Startnummer zwei für Österreich trug Wolfgang Mückstein: 306 Leser (8,6%) waren von seinem Beitrag zu Denkbehinderung überzeugt. Nur ein letzter Platz ist Armin Willingmann geblieben: 174 Leser (4,9%) votierten für ihn. Das ist immerhin ein Anfang. Wer weiß, vielleicht lässt Willingmann ja Großes folgen?

Im einzelnen können die Beiträge hier nachgelesen werden.

Auch in der aktuellen Woche haben wir acht Aspiranten auf den Titel des Denkbehinderten der Woche [KW4]. Wenn man bedenkt, dass wir ursprünglich wöchentlich maximal drei Aspiranten zu unserer Wahl zulassen wollten, muss man feststellen, dass uns die Realität der Denkbehinderung im politisch-medialen Zirkus “Deutschland” sehr schnell eingeholt hat.

Gehen wir in medias res.

Startnummer 1: Katrin Göring-Eckardt
Wir zitieren nach Tichy.

“Es gebe nämlich eine Gruppe von Menschen, „das sagen auch viele Sozialpsychologen inzwischen“, bei denen ist es so: „Wenn es eine Impfpflicht gibt, dann können die sich viel leichter entscheiden.“ […] Im Thüringer Wald, da sei das nun mal alles anders als in Bremen, sagt Göring-Eckardt. Es ginge auch darum, den Druck aus den Familien zu nehmen. […] „Wo man immer inzwischen davon ausgehen muss: Ich guck die Nachbarin an und frag mich: Ist sie geimpft, ist sie nicht geimpft?“ […] Es gehe nicht um eine moralische Pflicht oder um Solidarität. Es gehe stattdessen um Klarheit: „Es geht nicht mehr darum, für die eine oder andere Richtung zu kämpfen. Sondern es ist dann so. Wie bei der Gurtpflicht, wo sich vorher viele Leute gewehrt haben“, so Göring-Eckardt.”

Göring-Eckardt hat unverkennbar Qualitäten, wenn es darum geht, sich als Aspirant zum Denkbehinderten der Woche zu empfehlen. Wo soll man anfangen? Da, wo sie behauptet, dass einige Sozialpsychologen mittlerweile genau so schlau seien, wie sie, und nun behaupteten, dass eine Pflicht eine “Entscheidungshilfe” sei? Das hat schon etwas. Die Nürnberger Rassegesetze oder die Selbstschussanlagen an der DDR-Grenze zum Klassenfeind, die waren auch eine Entscheidungshilfe. Erstere haben den Ariern dabei geholfen, den richtigen Heiratspartner zu finden. Letztere den potentiellen Republikflüchtigen dabei, die eigene Entscheidung noch einmal, vielleicht final, zu überdenken. Göring-Eckardt befindet sich in der Tat in der Gesellschaft so großer Sozialpsychologen wie Heinrich Himmler und Erich Mielke. Es ist eben alles, wie bei der Gurtpflicht. Erst haben sich viele geweigert, ins KZ zu gehen und mit ein bischen Nachhilfe wurden es schnell Millionen, und Millionen waren es auch, die nach dem Bau des antikapitalistischen Schutzwalls entlang der Grenze zur BRD von einer Republikflucht in das bessere Leben abgesehen haben. Sozialpsychologen wie Göring-Eckardt wissen zu überzeugen. Milgram, einer, der tatsächlich Sozialpsychologe war, wird blass. In seinen Experimenten, die wir hier beschrieben haben, wäre Göring-Eckardt ein permaneneter Highscorer gewesen.

Ist sie es auch bei uns?
Katrin Göring-Eckardt geht mit Startnummer 1 ins Rennen.

Und nun singen wie eine Loboshymne, denn Sascha Lobo ist Startnummer 2.

Lobo hat das Potential, ein wöchentlicher Aspirant zu sein, er teilt es mit Minister Karl. Aber wir wollen hier keine Lobo oder Lauterbach Festspiele. Deshalb geht nur ein entweder oder. Entweder Lobo nimmt an der Wahl teil oder Minister Karl. Alle Fans von Minister Karl müssen wir daher auf die nächste Woche vertrösten, denn diese Woche ist Sascha Lobo am Zug, und zwar mit einem nur sehr schwerverdaulichen Beitrag im Spiegel, dem die folgende Passage entnommen ist:

“Laut Drosten ist der Weg in die Endemie (auch Grippalisierung heißt nichts anderes) also von flächendeckender Ansteckung geprägt, was er übrigens schon seit längerer Zeit andeutet. […]
Irgendwann werden die Durchgeimpften fragen, wann eigentlich für sie der beste Zeitpunkt für eine Infektion ist. Vier Wochen nach dem Boostern? Acht? Solange mit Omikron noch eine halbwegs milde Virusvariante grassiert? Nach der vierten Impfung? Drei Wochen vor dem Jahresurlaub? In jedem Fall aber dürfte der Zeitpunkt vor dem nächsten Herbst liegen, in dem – womöglich mit einer neuen Variante – Fachleute eine neue Welle erwarten, weil noch immer zu viele Menschen ungeimpft sind. Zur gleichen Zeit krank zu sein wie viele andere, ist keine besonders verlockende Aussicht.

Wir hätten noch andere Passagen aus seinem Text, der hier in voller Länge genossen werden kann, auswählen können, aber diese Passage ist besonders schön. Sie dokumentiert den Wahn, der sich in Deutschland in unterschiedlichen Vorstellungswelten entlangschlängelt, um eine dauerhafte Inkommensurabilität mit Vernunft zu etablieren, in besonderer Weise. Die Impfung, so muss man rekonstruieren, was Lobo da von sich gibt, ist so hervorragend, dass man sich mit SARS-CoV-2 anstecken muss, um sicher vor SARS-CoV-2 durch Impfung zu sein. Schon diese Leistung ist eigentlich einen Sonderpreis für besondere Denkbehinderung würdig. Aber es kommt noch besser. Es wird preussisch. Antreten zu Infektion. Natürlich kann man den Zeitpunkt der Infektion des geboosterten deutschen Menschen weder dem deutschen Menschen noch dem Virus überlassen. Nicht, dass alle Lehrer auf einmal fehlen oder alle Parlamentarier, obwohl man beides wohl kaum bemerken würde. Wie auch immer, es muss eine Infektionsordnung geschaffen werden, Impfzentren zu Infektionszentren, so heißt der neue Schrei der Irren Linken, die einen neuen Klassenkampf gegen diejenigen führen, denen in ihrem ungeimpften Zustand eine Infektion vorenthalten werden muss.

Lobo ist Denkbehinderung in virtuosen Zirkeln der gelebten Selbstreferentialität, man hat nicht umsonst das Gefühl, wenn er über Querdenker schreibt, dann denkt er eigentlich an sich. Lobo ist unsere Startnummer 2.

Mit Startnummer 3 schicken wir eine Aspirantin ins Rennen, die das Potential hat, ein wahres Schwergewicht in Sachen Denkbehinderung zu werden: Ricarda Lang hat nichts gelernt, keine Ausbildung, ein abgebrochenes Studium und somit keine Qualifikation, um Bundestagsabgeordneter zu sein, und eben das ist die Qualifikation, die man heute haben muss, um über die Liste von Grünen oder SPD in den Bundestag zu kommen: Qualifikation: keine Qualifikation. Dem Dadaismus wird spät Rechnung getragen, aber es wird ihm Rechnung getragen. Vielleicht finden wir hier auch nur eine konsequente Anwendung der Hegelschen Dialektik, erst wahre Nicht-Qualifikation qualifiziert als Qualifikation. Wie auch immer, Lang hat sich mit der folgenden Rede im Bundestag empfohlen:

“Ja, das ist eine Frage der Freiheit, aber nicht nur eine abstrakte Abwägung zwischen Freiheit und Solidarität. Sondern es geht um die ganz konkrete Frage, welche Maßnahmen wir brauchen, um die größtmögliche Freiheit zu erreichen.

Denn auf der einen Seite steht der Eingriff durch die Impfpflicht, doch auf der anderen Seite stehen die massiven Freiheitseinschränkungen durch die Maßnahmen, die immer wieder notwendig sind, von der Absage von Kulturveranstaltungen bis zur Schließung von Geschäften. Und diese Einschränkungen treffen uns alle, egal ob geimpft oder ungeimpft. Die allgemeine Impfpflicht hat damit eine positive Freiheitsbilanz. Die allgemeine Impfpflicht schützt unsere Freiheit.

Doch dafür muss sie das langfristige Ziel haben, dass aus der Coronapandemie eine Endemie [!sic] wird. Das heißt, wir müssen dafür sorgen, dass weniger Maßnahmen notwendig sind. Dafür reicht aus meiner Sicht eine altersgestaffelte Impfpflicht nicht; dafür braucht es eine allgemeine Impfpflicht. Und ich finde, wenn wir eine Impfpflicht einführen, dann muss sie auch wirken.”

Die allgemeine Impfpflicht, sie schützt “UNSERE” Freiheit, denn – so fügen wir kurz ein: Impfung schützt zwar weder vor Ansteckung noch vor Weitergabe von SARS-Cov-2, sie verhindert auch keine Erkrankung nicht einmal den Tod an COVID-19, aber, Impfung schützt Freiheit, denn Impfung sorgt dafür, “dass weniger Maßnahmen notwendig sind”, dass “die massiven Freiheitseinschränkungen durch die Maßnahmen…” nicht mehr notwendig sind.

Ja. Freiheit durch Zwang. Kollektive Freiheit, erfordert individuelles Leid, denn nur, wenn Individuen gegen ihren Willen mit einem nichtsnutzenden Impfstoffe geschädigt werden, dann ist es möglich, “notwendige Maßnahmen” zu streichen. Notwendige Maßnahmen, das sind Maßnahmen, die Polit-Kasper für notwendig halten. Warum sie die Maßnahmen für notwendig halten, obschon die Anzahl der Studien, die zeigt, dass eben diese Maßnahmen, die Polit-Kasper für notwendig halten, um die “Pandemie” zu bekämpfen, alles tun, aber nicht die Pandemie bekämpfen, sie sind, ob Lockdown oder soziale Distanz, ob Maske oder Schulschließung, genau so wirkungs- und nutzlos wie die COVID-19 Impfstoffe / Gentherapien, warum sie also diese Maßnahmen für notwendig halten, das erklären sie nicht. Die Maßnahmen sind eben das: notwendig.. Und natürlich sind die notwendigen Maßnahmen nicht in einer Art Automatismus eingebunden, über den DIE Pandemie DIE Freiheitseinschränkungen verfügt. Vielmehr sind es Polit-Kasper, die Freiheitseinschränkungen vornehmen und als “notwendige Maßnahmen” bezeichnen, ohne einen Beleg dafür vorweisen zu können, dass diese Maßnahmen tatsächlich notwendig, im Sinne von “die Pandemie eindämmend” sind.

Lang kolportiert hier dieselbe Verballhornung von Freiheit, der wir schon bei früheren Wahlen zum Denkbehinderten der Woche begegnet sind. Das ist kein Wunder, denn ohne Ausbildung und Kompetenz bleibt meist nur das Kopieren des Unfugs, den schon andere erzählt haben. Dabei kommen dann eben Dinge wie “die allgemeine Impfpflicht schützt unsere Freiheit” heraus. Das ist, wie bei den Nürnberger Rassegesetzen, die die Freiheit der Juden dadurch geschützt haben, dass sie Deutschen verboten haben, Juden in Abhängigkeitsbeziehungen von Arbeit und Ehe zu bringen. Der Schutz der individuellen Freiheit, lag Sozialisten schon immer am Herzen. Selbst die Selbstschussanlagen der DDR sind eine Beitrag zur Freiheit aller, die dadurch gefährdet wird, dass DDR-Bürger in die Unfreiheit des kapitalistischen Unterdrückungsgebietes gelockt werden und – dumm wie sie nun einmal sind – dieser Lockung erliegen. Ergo bedurfte es einer Dableibenspflicht mit selbstschießendem Nachdruck. Lang ist unsere Startnummer 3.

Paul Ziemiak ist Startnummer 4.
Paul Ziemiak ist Generalsekretär der CDU.
Paul Ziemiak hat ein Problem.
Max Otte ist das Problem von Paul Ziemiak.
Max Otte wurde von der AfD nominiert. Als Gegenkandidat zu SPD-Steinmeier in der Wahl zum Bundespräsidenten.
Paul Ziemiak hat nicht das Problem, dass die CDU keinen eigenen Kandidaten nominiert hat.
Er hat auch nicht das Problem, dass CDU-Delegierte für SPD-Steinmeier stimmen, einen Kandidaten einer anderen Partei, der man eigentlich in Opposition gegenübersteht.
Paul Ziemiak hat das Problem, dass Max Otte erwägt, darüber nachdenkt, abwägen will, ob er sich für die AfD ins Rennen um den Posten des Bundespräsidenten schicken lassen will, der – nicht erst aber besonders mit Steinmeier – zu einem Posten geworden ist, dem die Würde des Amtes abhanden gekommen ist. Vielleicht will Otte darüber sinnieren, ob er Lust hat, sich auf das Amt zu bewerben, das offenkundig niemand bei der CDU will, das so in seiner Reputation beschädigt ist, dass es die CDU keinem eigenen Kandidaten zumuten will, darum zu kandidieren.
Sinnieren und Erwägen, das – so hat Ziemiak verkündet – das geht nicht. Politik ist kein rationales Unterfangen, wie er im Video begründet, sondern ein emotionales. Ziemiak spricht von Grundwerten der CDU, aber da man die Grundwerte der CDU nicht rational erwägen kann, müssen sie emotionale Hülsen sein, die zur klassischen Konditionierung von Mitgliedern genutzt werden. Eine dieser Hülsen verlangt von CDU-Mitgliedern, dass sie sich dann, wenn die AfD an sie herantritt, angewidert und ohne Rücksicht auf Höflichkeit, Rationalität und Vernunft, abwenden. Wer das, wie Otte, nicht tut. Wer denkt, statt speichelt. Wer überlegt, statt abzulehnen, der hat in der CDU nichts zu suchen. Die CDU, wie sie Ziemiak sieht, ist ein irrationaler Haufen, klassisch Konditionierter. Und Ziemiak ist unsere Startnummer 4.

 

Jetzt wird es wüst, Hendrik wüst.
Hendrik Wüst, der in NRW den Ministerpräsidenten geben darf, ist unsere Startnummer 5.

Wüst hat in einer Talkshow ausgeplaudert, was alle wissen, nämlich, dass es bei der Impfpflicht gar nicht um Gesundheit und den Schutz vor SARS-CoV-2 geht. Wie könnte es um Schutz gehen, mit Impfstoffen, die keinen bieten? Nein, es geht darum, die Ungeimpften zu drangsalieren. Wüst spricht das ganz offen aus: “Die Impfpflicht ist das Zeichen an die Geimpften, dass jetzt die dran sind, die sich bislang geweigert haben…”. Wir bringen das Wüste, das Wüst hier ausplaudert, einmal auf den Punkt: Den Geimpften soll signalisiert werden, dass ihre Unterwürfigkeit, ihre Gefügigkeit, die sie mit ein, zwei, drei Impfungen, mit Maske und Einschränkungen unter Beweis gestellt haben, nicht umsonst gewesen ist, denn nun, nachdem man mit den Geimpften, deren Drangsalierung durch sinnlose Maßnahmen und Impfung zuende sei, nun seien die Ungeimpften dran, die sich bislang geweigert haben… Hier bricht er ab, der Wüst. Wir beenden: geweigert haben, gefügig zu sein. Der Mann aus NRW, dessen Phantasien ihn offenkundig nicht zum Landesvater, eher zum Landeszuhälter qualifizieren, ist unsere Startnummer 5.

Im Gegensatz zu Bundes-Steinmeier reden wir nicht nur über diejenigen, die wir nicht mögen, wir zitieren diejenigen, die wir nicht mögen. Frank Walter Steinmeier, der dem Amt des Bundespräsidenten den Rest gegeben hat, er ist unsere Startnummer 6.

Bundesteinmeier ist der “zwar aber” Bundespräsident. Sie kennen dieses “zwar aber”. In schlechten Rhetorikbüchern wird das “zwar aber” als die Methode gepriesen, mit der man jede Sauerrei an den Mann bringen, für jede Schweinerei Zustimmung erreichen könne. Man muss es nur kunstvoll verpacken: Ich habe nichts gegen Schwarze, aber in Bussen müssen sie zu ihrem eigenen Schutz hinten in einem abgetrennten Bereich sitzen. Ich habe auch nichts gegen Ungeimpfte, ich respektiere sogar ihre Entscheidung, aber das Volkswohl erfordert es, sie einer Impfpflicht zu unterziehen und bei Impfweigerung zu bestrafen. Oder, nähern wir uns dem “zwar aber” des Bundespräsidenten: Ich bin ganz arg für Meinungsfreiheit, aber das, was Du gerade sagst, das halte ich für Hate Speech und deshalb gibt es dafür keine Meinungsfreiheit. Ich verfüge das. Ich setze das durch. Ich hindere Dich daran, etwas zu sagen, was mir nicht passt. Aber ich bin für Meinungsfreiheit. Ich bin auch für Versammlungsfreiheit, dann, wenn die Versammlung von mir genehmigt ist, mit meinen Ansichten übereinstimmt. Gerade in einer Demokratie ist Versammlungsfreiheit ganz wichtig. Deshalb bin ich für Versammlungsfreiheit, solange ich keinen Vorwand finde, um sie einzuschränken, einen wie: das Virus verlangt es von uns, dass wir die Versammlunsgfreiheit außer Kraft setzen. Verstehen Sie das nicht falsch. Nicht wir sind gegen Versammlungsfreiheit. Versammlungsfreiheit ist wichtig, in einer demokratischen Gesellschaft. Das Virus … oder war es der Klassenfeind? Nein, das war in der DDR und die Juden waren im Dritten Reich der Vorwand, Virus, es muss das Virus sein, ja, das Virus, es zwingt uns leider dazu, ihre Versammlungsfreiheit auszusetzen, ihr Grundrecht zu streichen, bis auf weiteres…. so lange es uns genehm ist.

Oder im Bundesteinmeier-O-Ton, nachzulesen bei Reitschuster

“In diesen Wochen ist oft von Mehrheit und Minderheit die Rede. Die Zahlen dazu sind eindeutig: An jedem einzelnen Tag lassen sich bundesweit zigfach mehr Bürgerinnen und Bürger impfen als die Zahl derer, die provozierend gegen Corona-Regeln verstoßen. Es gibt sie, die große Mehrheit der Vernünftigen, der Menschen, die Verantwortung für andere zeigen. Millionen halten sich an die Auflagen. Aber es gibt eben auch all das andere. Jede gewaltsame Eskalation ist eine zu viel. Denn es geht dabei nicht nur um die Missachtung von Versammlungsrecht oder Hygieneregeln. Es geht um die Missachtung des sozialen Friedens in unserem Land. Hass und Gewalt zerstören das Fundament unseres Miteinanders.

Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut unseres Grundgesetzes. Unsere Demokratie braucht die lebendige Debatte. Sie braucht den öffentlichen Raum, in dem Widerspruch geäußert werden kann. Dieses Gut zu beschneiden, muss, wie alle Grundrechtseinschränkungen während der Pandemie, wohlbegründet sein. Doch die rote Linie ist eindeutig. Sie verläuft nicht da, wo jemand das Versammlungsrecht für Forderungen nutzt, die den Regierenden missfallen. Die rote Linie verläuft genau da, wo Gewalt ins Spiel kommt.

Das Gleiche gilt für die Meinungsfreiheit. Wir brauchen sie, und wir schützen sie. Ich selbst habe hier in Schloss Bellevue nicht nur Befürworter, sondern auch Skeptiker und Gegner der Impfung zu Wort kommen lassen. Meinungsfreiheit ist nie bequem. Das macht ihren Wert aus. Sie fordert uns heraus. Aber ein Gewaltaufruf, ein Mordaufruf ist keine Meinungsäußerung.”

Der Mann hat erhebliche Mühe, seine Menschenverachtung unter Kontrolle und aus seinen Reden zu halten. Haben Sie es bemerkt? Wir zitieren noch einmal:

“Es gibt sie, die große Mehrheit der Vernünftigen, der Menschen, die Verantwortung für andere zeigen. Millionen halten sich an die Auflagen. Aber es gibt eben auch all das andere.”

Wer sich nicht an die Auflagen hält, der gilt dem Bundessteinmeier als nicht vernünftig und wird zur Sache degradiert. Er hat nicht einmal mehr den Status eines Menschen. Er wird zu “all das andere”. Ein würdiger Bundespräsident für ein Amt ohne Würde [wir haben es heute mit Dialektik], der Herr Steinmeier und unsere Startnummer 6.

Startnummer 7 trägt Alena Buyx, die immer noch der Ansicht ist, sie sei Vorsitzende eines Ethikrates, obschon der deutsche Ethikrat wohl die Organisation ist, deren Ethik die Abwesenheit von Ethik voraussetzt. Dialektik, wo man hinschaut. Dass der Ethikrat nichts mit Ethik am Hut hat, das hat Buyx in einem Interview, das beim ZDF unter der Rubrik “volle Kanne” läuft – wir konnten nicht klären, ob es sich dabei um eine direkte Beleidigung oder um eine Zustandsbeschreibung handelt – wie dem auch sei: gegeben hat.

Darin spricht die Ethikratvorsitzende den folgenden denkwürdigen Mist, um das Umfallertum des Rats der Ethik der Nichtethik zu erläutern: Man habe damals, als man sich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen habe, noch gedacht, dass sich “mehr Menschen impfen lassen” und nichts von Varianten gewusst, die hohe Impfquoten erfordern.

Ethik als solche beschreibt Handlungsprinzipien. Die Ethik des Ethikrats basiert nicht auf Prinzipien, sondern auf Gefügigkeitsschätzungen und einer Travestie auf Wissenschaft, die man erst einmal verdauen muss, denn es geht schon ins Absurde, wenn Buyx kraft Ahnungslosigkeit über die “Impfquote” fabuliert, gemeint ist die Grenze zur Herdenimmunität, über die Wissenschaftler seit Jahren diskutieren, mit dem Ergebnis, dass manche schon bei 20% Geimpfter, manche erst bei 75% Geimpfter die Grenze ziehen. Aber das Absurde wird noch dadurch getoppt, dass hier eine politische Unterwürfigkeit als “Ethik” verkauft werden soll. Gegen die Impfpflicht sei man gewesen, weil man dachte, es lassen sich ausreichend Menschen impfen. Es ist zum Haare ausraufen: Ethik ist für Buyx eine Frage der Mehrheitsverhältnisse, Opportunismus ist Ethik für Buyx. Der Fokus auf dem Rektum dessen, dem man dienstbar sein will, wird zum Ersatz für das Prinzip, das allein eine Ethik auszeichnen kann, denn Ethik ist praktische Moral, die Anwendung des Grundsatzes, dass die Maxime des eigenen Handelns allgemeines Gesetz werden könne. Aber das sind Böhmische Dörfer für Buyx, deren Ethik der UnNethik nicht über das politisch Opportune hinausreicht. Sie ist unsere Startnummer 7.

Nach all dem, benötigt man noch etwas besser Verdauliches, etwas, das den Rahmen der Denkbehinderung nicht zu sprengen droht: Harald Lesch. Harald Lesch fordert höhere Energiepreise, um den Klimawandel aufzuhalten.

Bringen wir die Forderung in Perspektive:

Machen wir es uns einfach. Die Beulen in der Abbildung, die von 2400 vor Christus bis in die Jetztzeit reicht, markieren Klimawandel. Jeder dieser Klimawandel wäre aufzuhalten gewesen, wenn die Energiepreise, die zum jeweiligen Zeitpunkt für Holz oder Kohle oder was auch immer, gezahlt werden mussten, nicht zu gering gewesen wären. Leute wie Harald Lesch, die in ihrem Eifer apodiktische Aussagen machen, die geradezu danach rufen, vorgeführt zu werden, sind leichte Beute für den Jäger der Denkbehinderung:

Harals Lesch ist unsere Startnummer 8.

Damit sind wir am Ende der Aspirantenliste, wollen, bevor wir zur Wahl schreiten, aber noch der Polizei Berlin einen Sonderpreis zugestehen, denn bei der Polizei Berlin freut man sich, dass endlich Kabel für das WLAN verlegt werden. Wenn das wireless trotz Kabel immer noch nicht funktioniert, bei der Polizei in Berlin, dann wissen wir auch nicht, woran es liegen könnte.

Sie haben auch diese Woche die Qual der Wahl.
Wem geben Sie ihre EINE Stimme?

  • Katrin Göring-Eckardt, die im Thüringer Wald Selbstschussanlagen als Entscheidungshilfen installieren will – oder nicht,
  • Sascha Lobo, der Ihnen einen Termin zur Infektion mit SARS-CoV-2 geben will,
  • Ricarda Lang, deren Inkompetenz dazu reicht, eine allgemeine Impfpflicht zum Freiheitsschutz zu erklären;
  • Paul Ziemiak, dem ein nachdenkender Max Otte ein Problem bereitet, weil Konditionierung versagt;
  • Hendrik Wüst, der Wüstes von sich gibt und Ungeimpften an den Kragen will, weil die nun eben dran sind;
  • FW Steinmeier, der zwar aber Präsident, der zwar für Meinungsfreiheit ist, aber nur für die richtige Meinung;
  • Alena Buyx, der Ethik so fremd ist, wie Vernunft;
  • oder Harald Lesch, der nur an ihr Geld will;

Keine leichte Wahl. Wie immer:

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