Berliner Görenaufstand: Wie Feministen Wissenschaft missbrauchen

HU-BerlinEin ziemlich missglückter Versuch, das Kommunistische Manifest zu plagiieren, ist gerade in Berlin gestartet worden. Für eine “soziale, geschlechtergerechte und offene Gesellschaft!” geben Mitglieder der Initiative “feministischer Wissenschaftlerinnen” vor, zu streiten. Herausgekommen ist das “[W]ollen, die feministische Debatte neu zu entfachen” (Man beachte den Anklang an Brandstiftung!), eine Perversion von Wissenschaft, ein Missbrauch öffentlicher Positionen und ein EInblick in die Psyche und vor allem ökonomischen Unkenntnisse “feministischer Wissenschaftlerinnen”, der einem das Gruseln lehrt. Doch der Reihe nach.

Beginnen wir zunächst mit dem offensichtlichen WIderspruch bereits in der Unter-Überschrift: “Initiative feministischer Wissenschaftlerinnen”. Man kann nicht zwei Herren dienen: Entweder man ist Wissenschaftler und der wissenschaftlichen Methode verpflichtet, dann hat die Empirie die letzte Entscheidung, was bedeutet dass dann, wenn die Empirie den eigenen Annahmen nicht entspricht, die Annahmen modifiziert werden müssen oder man ist feministisch und somit ein Ideologe, bei dem die Annahmen über der Empirie stehen und in keiner Weise aufgrund von Unverträglichkeit mit empirischen Beobachtungen, veränderlich sind. Sie sind gesetzt und dürfen nicht hinterfragt werden.

Während Wissenschaftler also auf der Suche nach Erkenntnis ihre eigenen Annahmen ständig hinterfragen und bereit sind, falsifizierende Erkenntnisse zur Kenntnis zu nehmen, sind Ideologen in keiner Weise bereit ihre Annahmen, die bei ihnen zu fixen Vorstellungen geworden sind, zu prüfen oder gar mit wissenschaftlichen Methoden wie dem Mittel der Kritik zu hinterfragen. Ideologen verkünden das Heil, und sie verkünden ihre Wahrheit auch gegen alle empirische Evidenz.

Offenkundig wird dies bereits auf der ersten Seite der “Initiativ-Schrift”, auf der behauptet wird, einschlägige Forschung und die alltägliche Erfahrung zeigten:

  • Frauen verdienen weniger als Männer
  • Mütter bringen deutlich mehr Zeit für die Familie auf als Väter
  • Rentnerinnen haben im Schnitt 60% geringeres Einkommen als Rentner

Logik f dummiesWie man in täglicher Erfahrung Aussagen über alle Frauen und alle Männer begründen kann, ist uns nicht nachvollziehbar und eine solche All-Aussage käme auch einem Wissenschaftler nie über die Lippen, hätte er doch Angst, sich lächerlich zu machen. Diese Angst haben Ideologen bekanntermaßen nicht, denn in ihrer hermetischen Welt kommen andere nur als Statisten, derer man sich bedienen kann, vor. Und so wird behauptet, dass alle Frauen weniger verdienen als alle Männer, wohlwissend, dass es Frauen gibt, die mehr verdienen als Männer und dass die Höhe des durchschnittlichen Verdienst von der Anzahl der durchschnittlich geleisteten Arbeit abhängt, was dann, wenn die Daten des Statistischen Bundesamts hinzugezogen werden, die zeigen, dass Frauen durchschnittlich weniger arbeiten als Männer kein Wunder ist. Wenn Frauen durchschnittlich weniger arbeiten als Männer haben sie zwangsläufig mehr Zeit, sich um die Familie zu kümmern und da Rentnerinnen im Durchschnitt weniger in die Rentenkasse eingezahlt haben als Rentner erhalten sie auch weniger aus der Rentenkasse als Männer.

Wer auf Basis von Aussagen, wie den oben zitierten, seine Form der Geschlechtsgleichheit fordert, wer also fordert, dass Männer nicht nur mehr arbeiten, sondern sich mit geringerem Verdienst pro Stunde begnügen als Frauen oder sich trotz mehr Arbeitsstunden mehr um die Familie kümmern oder trotz höherer eingezahlter Rentenbeiträge nur soviel entnehmen wie Frauen im Durchschnitt entnehmen, der outet sich als krasse Form eines sozialistischen Ideologen, der seinen eigenen Spleen in die Welt der Statisten, die er sieht, übertragen will.

Menschen sind für diese feministischen Ideologen nur eine Verfügungsmasse, der man vorgeben muss, was gut für sie ist. Anders ist die Normalität, mit der feministische Ideologen in Paarbeziehungen intervenieren, nicht zu erklären. Mit welcher Legitimation wollen Feministen wie Diana Auth, Brigitte Aulenbacher oder Brigitte Bargetz eigentlich anderen vorschreiben, wie sie ihr Leben, ihre Arbeitsteilung im Leben zu organisieren haben? Woher nehmen sie sich das Recht in die Beziehungen Dritter zu intervenieren? Hier wird ganz deutlich, dass die feministische Ideologie, die Christine Bauhardt oder Ortrun Brand mittragen, eine totalitäre Ideologie ist, die keinerlei Abweichung von der eigenen Heilslehre duldet.

beleidigte Leberwurst

Beleidigte Leberwurst

Nun haben die Verkünder des Heils, also die Mitglieder der “Initiative feministischer” Ideologen festgestellt, dass “[i]m Wahlkampf 2013 … Geschlechtergerechtigkeit [also das, was sie darunter verstehen und was Gleichstellung und eben nicht Gerechtigkeit ist] kein Thema” war. Sowas auch. Wo kommen wir hin, wenn die Mehrheit die Heilslehre, die Sabine Berghahn, Angelika Diezinger oder Magdalena Freudenschuss verkünden, einfach ignoriert? Entsprechend emotional tangiert sind Tatjana Fuchs, Anja Gregor, Jana Günther und Jette Hausotter, dass sie nicht gehört werden, und deshalb stampfen sie gemeinsam mit Annette Henninger, Bettina Jörgens und Karin Jurzcyk mit dem Fuss auf und:

  • “sehen, wie soziale Fragen immer mehr von ökonomischen Interessen an den Rand gedrängt werden …
  • erleben einen neoliberalen Umbruch der Gesellschaften …,
  • halten es für falsch…
  • sind entsetzt…
  • sind besorgt …
  • plädieren für eine Neubelebung einer feministischen Bewegung…

Das einzig Positive, das es hier festzustellen gibt, ist, dass die “Initiative feministischer” Ideologen, also die Berliner Gören, die feministische Bewegung für tot halten, ansonsten wäre eine Neubelebung kaum notwendig. Das macht Mut und gibt die Hoffnung, dass der die Wissenschaft veralbernde, die Wissenschaft schädigende sozialistische Unsinn, den die “Initiative feministischer” Ideologen verkündet, tatsächlich kurz vor dem Absterben ist. Und es zeigt einmal mehr, dass Feminismus in Deutschland und Staatsfeminismus im Besondern ein zutiefst sozialistisches Unterfangen ist, das bei den Berliner Gören auf der Vorstellung aufbaut, man lebe im Paradies und die gebratenen Maiskolben kämen zu allen, die sie bestellten.

economics for dummiesUm den ökonomischen Sachverstand der feministischen Ideologen einschätzen zu können, also den von z.B. Helma Lutz, Gisela Notz, Jasmin Fouati, Barbara Thiessen oder Alexandra Manske muss man sich nur vergegenwärtigen, dass Gelder, die verteilt werden sollen, irgendwoher kommen müssen. In einer Geldwirtschaft ist es nach wie vor so, dass Steuereinnahmen aus dem kommen, was erwirtschaftet und umgesetzt wird. Erwirtschaften und Umsetzen von Gütern, der Transfer von Ressourcen in Kapital setzt, das hat schon Karl Marx gewusst, Arbeit voraus. Arbeit ist die Grundlage aller Ökonomie, denn ohne Arbeit gibt es schlicht nichts, was man verteilen könnte. Diese einfache Annahme, die sich auch dem Alltagsverstand von feministischen Ideologen erschließen sollte, ist bei denselben dennoch völlig unbekannt oder Irene Messinger, Hildegard Maria Nickel, Melanie Plößer und Ute Klammer, haben ihre Welt in die Klasse der Arbeiter und die Klasse der Nutznießer der Arbeiter eingeteilt, also eine moderne Form von Sklaverei, die u.a. Christina Klenner, Sigrid Leitner und Yvonne Loft hier entwerfen.

Nur mit einer solchen Aufteilung in diejenigen, die die Geldmittel erwirtschaften und diejenigen, die sie verbrauchen, ist es zu erklären, wenn Heike Pantelmann, Katharina Pühl, Clarissa Rudolph und Karin Scherschel fordern, Kündigungen zu verunmöglichen, eine “menschenwürdige Grundsicherung” einzuführen, die “Stigmatisierung von Hartz-IV Empfängern” zu beenden, ein sinnvolles, sozial orientiertes Leben jenseits der Erwerbsarbeit einzuführen und öffentlich anzuerkennen, will heißen, zu finanzieren, wenn sie fordern, “Sorgearbeit” [vor allem für sich selbst versteht sich], der Begriff, mit dem der Rohrkrepierer Hausarbeit ersetzt wurde, finanziell aufzuwerten und die “Zentralität von Erwerbsarbeit zurückzudrängen” um Zeit für “private und gesellschaftliche Belange” zu eröffnen [Wir wünschen den Berliner Gören, dass Sie den Mut finden, diesem Lebensentwurf zu folgen und kündigen. Da sie keinen Wert auf materielle Dinge zu legen scheinen, ist der Bezug von Hartz IV für sie doch ausreichend, um eine perfekte Work-Life Balance herzustellen.]

Der US-amerikanische Ökonom Michael E. Porter hat die Typologie der Wealth-driven Society geschaffen und meint damit eine Gesellschaft, die degeneriert ist und und in der aktuelle Generation den Reichtum verleben, den ihre Eltern und Großeltern erwirtschaftet haben. Er meint damit eine Gesellschaft, die vergessen hat, dass die Mittel, die umverteilt werden sollen, eine funktionierende Ökonomie voraussetzen und von Arbeitern und Unternehmern erwirtschaftet werden müssen. Die Berliner Gören sind ein gutes Beispiel für das, was Wealth-driven Societies produzieren: Personen wie Alexandra Scheele, Tanja Schmidt, Karen Schierhorn oder Frauke Schwarting, die in ihrem Leben noch nie genötigt waren, hart zu arbeiten und deshalb keinerlei Wertschätzung für die Arbeit anderer haben.

layz assDiese arbeitenden Anderen werden zu den Sklaven, die man benötigt, um die Gelder zu erwirtschaften, die man umverteilen will. Gerechtigkeitsfragen, an denen die feministischen Ideologen, an denen Brigitte Stolz-Willig, Maria Wersig oder Brigitte Young doch vorgeben, so herausragend interessiert zu sein, kommen ihnen nicht in den Sinn, wenn sie das Geld, das andere erwirtschaftet haben, für ihre ideologischen Spleens aus dem Fenster werfen. Sie haben eben keinerlei Moral und keinerlei Empathie für arbeitende Andere. Sie wissen nicht, was es bedeutet, zu arbeiten und entsprechend wirkt es wie Hohn, wenn ausgerechnet sie sich über die “Prekarisierung von Erwerbsarbeit” mokieren, sie, die gar nicht wissen, wie Arbeit aussieht, sie, die davon ausgehen, dass ihr warmer Arbeitsplatz an der Universität über Nacht von Unbekannten gesäubert wird, dass der Müll, den sie täglich produzieren, von Unbekannten abtransportiert wird, dass die öffentlichen Verkehrsmittel, die sie selbstverständlich benutzen, von Unbekannten bewegt werden. Das alles sind Selbstverständlichkeiten, auf die feministische Ideologen ein Anrecht zu haben glauben. Mehr noch, dieses Anrecht auf die Tätigkeit von Erwerbssklaven geht soweit, dass sie für sich in Anspruch nehmen, nicht nur vom Mehrwert, den Müllfahrer, Zugschaffner oder Putzkolonnen täglich produzieren, dafür finanziert zu werden, dass sie ihre öffentliche Position an Universitäten missbrauchen, um eine “Initiative feministischer” Ideologen vermutlich mit den Ressourcen ihrer Universität und in ihrer Arbeitszeit zu starten, nein, sie nehmen gar in Anspruch, den von Dritten erwirtschafteten Mehrwert nach eigenem Gutdünken umverteilen zu können.

Man muss schon sehr in seiner ideologischen Welt befangen sein, wenn man derartig großkotzig auftritt und sich keinerlei Gedanken über diejenigen macht, deren Leben man mit der eigenen Selbstgerechtigkeit beeinträchtigt. Aber Empathie, das Mitgefühl mit anderen, war nie die Stärke von Ideologen, wenn es darum geht, das eigene Heil zu verkünden, sind Ideologen immer über Leichen gegangen.

Zur Erinnerung

Zur Erinnerung

Das Vernichtendste, das mit diesem Pamphlet einhergeht, ist die Tatsache, dass es auf dem Server einer öffentlich finanzierten Bildungsinstitution, nämlich der Humboldt-Universität in Berlin zu finden ist, dass Personen, die durch welche Form der Protegierung auch immer, in Positionen an wissenschaftlichen Organisationen gelangt sind, diese Position ungehindert dazu missbrauchen können, Wissenschaft zu pervertieren und ihre ideologischen Spleens zu verbreiten. Vermutlich wird sich kein Rektor, schon gar nicht der der Humboldt-Universität fragen, wie sich die politische Agitation der “Initiative” , die Mitarbeiter von Universitäten unterschrieben haben, darunter bislang zwölf Besetzer eines Lehrstuhls und somit verbeamtete öffentliche Angestellte z.B. mit dem Beamtenrecht vereinbaren lässt, das den Missbrauch öffentlicher Ämter zum Zwecke politischer Agitation untersagt, und natürlich wird der Rektor nicht fragen, wie viel von Steuerzahlern finanzierte Arbeitszeit aufgewendet wurde, um den 10seitigen Unsinn zu formulieren.

Deshalb fragen wir das an dieser Stelle in der Hoffnung, dass so mancher Rektor vielleicht doch entdeckt, dass eine Universität der Vermittlung von Wissen dient und entsprechend nicht als Plattform für politische Propaganda missbraucht werden, pervertiert werden kann und – in Ausnahmefällen – auf etwas aufmerksam wird, von dem er dachte, er habe es längst abgegeben: Rückgrat, Rückgrat, sich gegen den Ausverkauf seiner Universität, deren Missbrauch zu stellen.

Und abschließend sind noch zwei Positiva zu benennen:

Erstens, mit diesem Pamplet aus Berlin ist der unsägliche und dumme Streit darüber, ob Feminismus links oder rechts ist, beendet. Feminismus ist mindestens Sozialismus in neuer Umhüllung, ist der Versuch, Menschen die eigene Armut bzw. besser: Verarmung nunmehr als Gleichstellung schmackhaft zu machen.

Zweitens kann jeder Student, jeder Arbeitgeber anhand der Liste der Unterzeichner gleich eine Vorauswahl darüber treffen, wo er besser nicht studiert, sofern er an Wissenschaft und nicht an Ideologie interessiert ist bzw. darüber von wo man besser keine Absolventen einstellt, wenn man daran interessiert ist, leistungsfähige und leistungswillige Mitarbeiter einzustellen.

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20 Responses to Berliner Görenaufstand: Wie Feministen Wissenschaft missbrauchen

  1. jck5000 says:

    Nach Lektüre des Pamphlets fordere ich – ach, ich zitiere lieber:

    Hard as it may appear in individual instances, dependent poverty ought to be held disgraceful. Such a stimulus seems to be absolutely necessary to promote the happiness of the great mass of mankind, and every general attempt to weaken this stimulus, however benevolent its apparent intention, will always defeat its own purpose. If men are induced to marry from a prospect of parish provision, with little or no chance of maintaining their families in independence, they are not only unjustly tempted to bring unhappiness and dependence upon themselves and children, but they are tempted, without knowing it, to injure all in the same class with themselves. A labourer who marries without being able to support a family may in some respects be considered as an enemy to all his fellow-labourers.

    (Thomas Malthus, An Essay on the Principle of Population, 1798)

    Aber das war schon vor 200 Jahren wohl politisch nicht korrekt.

    Ich biete dafür aber mal pragmatische Lösungen für die Forderungen der Autorinnen an, die sich selbst finanzieren (ich zumindest habe keine Lust, das, was die fordern, zu finanzieren. Wenn die Autorinnen es finanzieren wollen, sollen sie das doch selbst machen):

    a.
    Ich plädiere für die Einführung von Arbeitslagern nach dem Vorbild russischer Gulags für alle, die mit dem existenten Arbeitsmarkt unzufrieden sind. In den Gulags werden kostenfreie Bildungsinstitutionen eingerichtet.

    b.
    Ich fordere die Einstellung aller Sozialleistungen zugunsten der o.g. Gulags.

    Das würde übrigens auch die “Einwanderungsprobleme” (nicht, dass wir die hätten) und die mit schlecht versorgtem Nachwuchs lösen (Geschlechtertrennung in den Lagern).

    Leider ließen meine Vorschläge die Geburtenrate einbrechen, so dass das Rentensystem zusammenbricht. Insofern müssten in den o.g. Lagern Plätze mit Grundsicherung (Bett, Essen, Hygienebedarfe) zur Verfügung gestellt werden, die Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht arbeitsfähig oder qualifizierbar sind, zur Verfügung stehen.

  2. Flo says:

    Wenn Sozialismus eine Wirtschaftsform ist, bei der die Ausbeutung der Arbeitskraft überwunden wird – dann ist mir nicht ganz klar, warum Sie die von ihnen beschriebene Ausbeutung der Arbeitskraft, wie Sie Ihrer Ansicht nach von den Feministinnen angestrebt wird, ausgerechnet als Sozialismus charakterisieren.

    • Die Antwort liegt im “wenn”, denn Sozialismus hat mit nichten das Ziel, die Ausbeutung der Arbeitskraft zu überwinden, hatte es nie und wird es vermutlich auch nie haben. Sozialismus ist eine Ideologie gelangweilter Mittelschichtler, die sich selbst ein Auskommen durch die vermeintliche “Befreiung” anderer schaffen wollen, und zwar in dem Sie die Funktionärsposten einnehmen und anderen sagen, was sie tun (!sic) sollen …

      • Meier, Hans (Kempten) says:

        lol! Schöne Beschreibung – nicht der Idee, aber der Realität.

        Und es ist nicht schwer, von der Idee zu dieser Realität zu kommen: Alle sozialistischen Systeme, ob theoretischer oder praktischer Art, denken an die Planung der Arbeit, die als wichtigster Teil des menschlichen Lebens erscheint (bis hin zur Abschaffung der Familie schon bei Engels zugunsten der Kasernierung in Gemeinschaftsräumen). Diejenigen, die das denken und planen bestimmen über die Produktion und damit das völlig verplante Leben der anderen, sitzen aber in ihren vergleichsweise luxuriösen Planungsghettos – ich sage “vergleichsweise luxuriös” weul den MEISTEN Linken jeder Sinn für Luxus abgeht, für das Schöne und Edle – entsprechend spießif sind die Vergnügungen, die sie sich trotz ihrer Privilegien können – nicht aus Bescheidenheit, sondern aus Phantasielosigkeit.

      • Werner Sombart III says:

        Genau richtig, Herr Klein. Aber wozu eine Blödheit wie den feminismus als Sozialismus in neuer Umhüllung aufwerten, wenn’s einfach nur Idiotie ist, wie Sie es in Ihrem trefflichen Aufsatz klargestellt haben? Hat Spaß gemacht, das zu lesen. Besten Dank.

        • Um die Identität zweier Idiotien zu zeigen.

          • Werner Sombart III says:

            Super-Antwort, Sie bleiben sich treu. Ich meinte nach meinem kurzen Statement oben, daß ich es besser hätte schreiben müssen, denn es ging nicht um sowas Plattes wie “Spaß”; sondern Es hat mir “großes intellektuelles Vergnügen” bereitet. Und das ist ne andere Kategorie. Sowas ist heute so schrecklich (oder erschreckend) rar geworden…
            Andererseits verstehe ich manche Leute auch wieder, weil … Wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen. Ich wünsche ein angenehmes WE – trotz aller Tatsachen.

      • Holger Oeft says:

        Was Michels Ehernes Gesetz der Oligarchie gut verdeutlicht hat.

    • A. Behrens says:

      In der DDR hieß es immer: “Im Kapitalismus wird der Mensch durch den Menschen ausgebeutet. Im Sozialismus ist es umgekehrt”.

      Das Grundproblem ist schon der Begriff Ausbeutung: Aneignung fremder Arbeit.

      Ayn Rand argumentiert sinngemäß so (in Virtue of Selfishness, erstes Kapitel): Es gibt keine Gesellschaft, da Gesellschaft nur eine Anzahl von Individuen ist. Das bedeutet das einige Menschen (die Regierung oder irgend eine Gang die für sich beansprucht für die Gesellschaft zu sprechen) für sich das ethische Recht herausnehmen das jede ihrer Marotten erfüllt wird, wird die die anderen Mitglieder der Gesellschaft für die Erfüllung der Marotten arbeiten müssen.

      Mit anderen Worten: Sobald es über einen Menschen einen anderen Menschen gibt, der irgendwie für sich in Anspruch nimmt zu ‘herrschen’ entsteht zwangsläufig Ausbeutung. Völlig egal wie gut, edel und weise der Herrscher sein mag. Er ist ein Ausbeuter. Im Sozialismus gibt es diese Herrscher (auch wenn sie weise, edel und gut sein mögen oder zumindest so von sich denken). Somit existiert Ausbeutung.

      Sozialismus hat weitere Probleme. Etwa der Begriff Gerechtigkeit. Es gibt keine universelle, prüf- und berechenbare Definition des Begriffes. Somit ist Gerechtigkeit immer eine diskutierbare und veränderliche Größe. Was für einen Gerechtigkeit ist, ist für einen anderen ungerecht. Es wird daher im Sozialismus immer Menschen geben, die sich ungerecht behandelt fühlen und damit kann Sozialismus sein Grundanliegen prinzipbedingt nicht erfüllen.

      Auch Freiheit kann Sozialismus nicht bieten. Freiheit selbst kann nicht gegeben und genommen werden, da Freiheit ein inneres Erleben ist. Was man aber geben und nehmen kann, sind Freiräume. Kapitalismus gibt eine großen Freiraum. Zum Beispiel den Freiraum das alle Sozialisten sich zusammentun und eine große Kommune gründen und innerhalb dieser Kommune ihre Ideale leben. Sozialismus kann diesen Freiraum nicht geben, da Sozialismus darauf angewiesen ist das die Mehrheit der Gesellschaft freiwillig und ohne Gegenleistung mehr arbeiten als sie an Gegenleistung bekommen um eine Minderheit durchzufüttern. Sobald die Mehrheit einer Gesellschaft gleich oder weniger arbeitet als sie an Leistungen beansprucht, geht die Gesellschaft zugrunde. Sozialismus ist daher immer ein Zwangssystem.

      Sozialismus ist daher zwingend und ausausweichlich immer ein unfreies System, welches Menschen ausbeutet.

      Weil dem so ist, braucht es auch die sozialistische Ideologie, wer der Wissen durch Glauben ersetzt wird.

      • Flo says:

        “Sozialismus” und “Herrschaft” ist natülich schon ein Widerspruch in sich und die Arbeiterklasse ist schlecht beraten, wenn sie ihre Angelegenheiten nicht in die eigenen Hände nimmt, sondern Partei- oder Gewerkschaftsfunktionären überlässt. Wobei natürlich seit Lenin dieser Ansatz sich zunehmend in der sozialistischen Bewegung durchgesetzt hat.

        Wo ist Gerechtigkeit ein sozialistischer Begriff? Wenn geht es doch um Gleichheit. Die sozialistische Bewegung entwickelte ihren Höhepunkt, als die bürgerliche Gesellschaft sich von ihrer eigenen Losung “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” verabschiedete. Und sie befindet sich selbst im Niedergang, seit sie nurnoch von vermeintlicher Gleichheit faselt und selbst den Freiheitsbegriff aufgegeben hat. Bis hin zu der berühmt-berüchtigten Umkehrung des Marx-Zitats von der Freiheit des Einzelnen als Bedingung der Freiheit Aller.

        Die genannte Kritik trifft natürlich auf die Sowjetunion und die von ihr abhängige DDR vollkommen zu. Doch gerade die Stellung der Arbeiterklasse ist zumindest nach Marx und Engels das Kriterium für Sozialismus. Wo also die Arbeiterklasse entrechtet und an ihrer Stelle eine Partei (oder Bürokratie) herrscht, ist per Definition kein Sozialismus.

        Wie soll das auch funktionieren, wenn die Arbeiterklasse (und ihre individuellen Vertreter) gar keine Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse zu äußern? Es ist nicht damit getan, dass eine Clique durch eine andere ersetzt wird (also etwa Unternehmer durch Parteibürokraten oder Feministinnen) – die eigene Befreiung muss man schon selbst in die Hand nehmen.

        Um den Kreis zum Lieblingsthema auf diesem Blog zu schließen: linke Männerrechtler sehen eben dass sich gar nichts änderte, wenn man den Chef jetzt durch eine Feministin ersetzt. Eine solche Chefin wird nämlich weder an der Situation der Arbeiterklasse und noch nicht einmal an der Situation der meisten Frauen auch nur das geringste ändern. Und je mehr sich dabei rechter (also undemokratischer) Methoden bedient wird, desto schlechter wird die Situation für alle, Männer wie Frauen, werden. Feminismus in seiner heutigen Ausprägung ist demnach ein weiteres Mittel, dass die Selbstorganisation der Arbeiterklasse behindert (während der Feminismus vergangener Tage, bei dem es tatsächlich noch um Gleichberechtigung und um Frauen der Arbeiterklasse ging, eher links anzusiedeln war).

        • A. Behrens says:

          Eine Arbeiterklasse kann keine Entscheidungen treffen, da es dabei nur um (Any Rand) eine Anzahl von Leuten handelt. Entscheidungen können immer nur Individuen treffen. Somit ist bereits die These Sozialismus und ArbeiterKLASSE ein Widerspruch in sich. Dies insbesondere, weil ja per Definition Alle Nicht-Arbeiter (also Angestellten, Freiberufler, Rentner, Kinder, …) ausgenommen werden.

          Ein Widerspruch entsteht außerdem dadurch, dass irgendwelche Vertreter bestimmt werden oder sich selbst bestimmen. Denn dann gibt es automatisch wieder eine Herrscherkaste.

          Theoretisch könnte man “Alle Mitglieder der Gesellschaft” (also das Volk) gemeinsam entscheiden lassen, also vollständige direkte Demorkatie als Grund. Aber statt Diktatur der Minderheit gibt es dann eine Diktatur der Mehrheit. Und was wenn die Mehrheit nun beschließt, dass die Minderheit Zwangsarbeit machen muss?

          Bezüglich Gleichheit: Ich habe von Gerechtigkeit gesprochen, mein Fehler. Ändert aber nichts am Thema. Völlige Gleichheit gibt es nicht mal auf der Ebene von Amöben. Es gibt halt Menschen die schneller laufen können, oder schneller denken können, oder besser Klavier spielen oder … Wenn unabhängig vom Arbeitseinsatz Ergebnisgleichheit garantiert wird, dann entsteht ein Race to the Bottom. Einfach deshalb weil die Biologie des Lebens optimierend ist. Selbst Nagetiere werden faul und fett wenn sie im Schlaraffenland leben. Eine Gesellschaft mit völliger Gleichheit muss zwangsläufig scheitern oder eine Diktatur errichten, bei der einige gleicher sind als die anderen.

          • Flo says:

            Gerade auf diesem Blog wird “Gleichheit” betreffend doch sehr genau zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung unterschieden.

            Und ich finde es immer merkwürdig, wenn behauptet wird, dass ein Mensch um so produktiver und leistungsbereiter sein soll, je weniger er über die von ihm geschaffenen Werte verfügen kann und je mehr von diesen Werten von anderen als ihm selbst angeeignet werden.

            Aber danke für Ihr Argument für die nächste Lohnverhandlung mit meinem Chef. Er sollte mir wirklich mehr zahlen, weil ja schließlich schon die Nagetiere zeigen, dass er sonst nur faul und fett wird…

      • Werner Sombart III says:

        Man rührt hier an die Condition humaine. Soll heißen, Gerechtigkeit ist mit menschlichen Konstrukten, Mitteln, politischen Systemen gar nicht herstellbar. Nichtsdestoweniger sehnt sich die Menschheit danach, und das ist die Grundlage für jeden neuen Betrug. Jeder hat sein individuelles Maß von “Betrogen werden” hinter sich zu bringen, bis er das erkennt. Wenn sich die Menschheit danach sehnt, Gerechtigkeit zu erfahren, jagt sie keiner Illusion hinterher. Das wäre ein Kurzschluß. Sie weiß, daß es sie geben muß. Und es gibt sie. Aber nicht unter den gegenwärtigen Bedingungen.
        Ja, wo denn dann?
        Lesen Sie die Bibel, AT und NT. Das ist kein Traum, um den es da geht, sondern Prophetie auf das, was kommen wird. Ich sagte nicht: Lesen Sie den Theologen Küng. Nein, sondern die Bibel. Wenn Sie selbst Sehnsucht nach der dort beschriebenen Gerechtigkeit (auch für Sie persönlich (also Befreiung von der Sünde) haben, dann beten Sie zum Gott der Bibel. Sein Name ist Jesus Christus. Beten Sie nicht zu katholischen Heiligen, denn das ist Spiritismus. Verehren & bewundern Sie nie den Papst, sondern nur den Schöpfer. Denn Rom ist die falsche Religion.

  3. qed says:

    Ich bin so unendlich müde

    mir auch immer wieder die gleichen Märchen der sog. ‘linken Männerrechtler’ von Arne Hoffmann bis zu wem auch immer anzuhören oder gar so abstruse Argumentationen wie des Herrn Prof. Buchholz, der riesige, vernutzbare Pfründe bei den ‘Kapitalisten’ lagern sieht, wer auch immer dies sein mag und auch noch den Feminismus ‘rechts’ verortet.
    Nehmen wir an, es handelt sich um leibhaftige Personen von den Quandts über die Albrechts bis hin zu Klein’kapitalisten’ mit 100k auf dem Konto und die wären so blöde, ihre weiß nicht wie viele Milliarden brav auf Sparkonten zu lagern, die zu plündern uns der IWF schon vorbereitet,

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/17/die-grosse-enteignung-zehn-prozent-schulden-steuer-auf-alle-spar-guthaben/comment-page-6/

    so erinnert mich derlei wie die Ejakulationen unserer gelehrten girlies stets an den Genossen Stalin, der das Übel der Welt in den Adeligen und Kulaken erkannte, sie umbrachte und mit deren Reichtümern nichts als eine grandiose Hungersnot zustande brachte, die viele Millionen das Leben kostete. Was ist, wenn das Geld der ‘Reichen’ verbraten ist für Gender, die Beratungsindustrie von Soziopolito- Gesellschaftsingenieuren, Energiewenden, Umerziehung, Verköstigung unbegrenzter Scharen von Lampedusanegern und den anderen analphabetischen Kostgängern der Dritten Welt, denen ungehemmten Zutritt zu verschaffen unseren Linken ein Herzensanliegen ist?

    Daß die Rechnung womöglich nicht aufgeht, hören wir verklausuliert verschiedentlich von grünfrommen Figuren wie der Göring- Eckardt und ihren Komplizen in den evangelischen Bischofs- Talaren, die zur ‘Bescheidenheit’ aufrufen- ganz ähnlich dem Politbüro der jungen Sowjetunion und damit nur zynisch das freudige Krepieren für den Sozialismus- neuerdings ‘soziale Gerechtigkeit’ genannt- meinen.
    Wir müssen in diesem Zusammenhang die ‘Toleranzstatuten’ der EU- Kleptokratie sehen, die uns verbieten wird, uns darüber zu echauffieren und schon recht unverblümt den Duktus vom ‘eliminieren’ benutzt:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=295553

    Es steht uns progessiven, aufgeklärten ‘Modernen’ nicht im Geringsten zu, verächtlich auf die Altvorderen herabzublicken und ihnen die Pest an den Hals zu wünschen für ihre Verrücktheit, einem irren Rattenfänger wie Adolphe hinterhergelaufen zu ein: unsere progressiven, feministosozialistischen ‘Wissenschaftlerinnen’ beweisen es gerade aufs Neue, daß selbst sog. ‘Akademiker’ aus vollendeter Blödheit und ideologischer Niedertracht heraus zu Schandtaten in derselben Größenordnung in der Lage sind- es fehlt ihnen nur noch der Rattenfänger, Demagogen vom Schlage eines Dutschke, dem sie jubelnd hinterherlaufen können, wenngleich die namenlosen Apparatschiks der EUSSR es mit Sicherheit auch können.

    Im Angesicht einer derartig grotesken Verkennung der Realität, einer derartigen Borniertheit, solch hemmungsloser Bereitschaft, die anderen, die wirklich arbeiten auszunehmen für die eigenen Wolkenkuckucksheime, zweifelt man nicht nur am menschlichen Verstand, sondern es überkommt einen eine tiefe, rabenschwarze Depression ob der Zukunft der einst fortschrittlichsten Kultur der Welt.

    Ich kann nur jedem Verständigen raten, so schnell wie möglich die Flucht zu ergreifen!

    • qed says:

      Ich bitte, einen Sinnfehler oben zu entschuldigen: Ich sprach von den “Ejakulationen unserer gelehrten girlies”.
      Das ist natürlich unangebracht verniedlichend, den gerade die eher schon überreifen girlies jener Universität, die die Überzeugungen ihres Namensgebers auf Übelste in den Straßenkot ziehen, können nichts Kraftvolles ausstoßen und gelehrt” sind sie sie als Agitpropler mit Sicherheit schon gar nicht.

      Korrekt ist es, von “Inkontinenz” zu sprechen, da sie derlei Unfug anscheinend auch unter Aufbietung aller Kräfte nicht bei sich halten konnten und ein Süddeutscher ob des Elaborats erzürnt ausriefe: ‘Was isch des denn für ein Seich…?’

    • Werner Sombart III says:

      Und wohin…? Was wäre Ihre Empfehlung? Kanada, zu Andreas Popp?

  4. Pingback: Feministische Netzwerke an Universitäten – Uboote der Grünen aus Steuermitteln finanziert? | Kritische Wissenschaft - critical science

  5. Michel Houellebecq says:

    Hört diese Gören eigentlich überhaupt jemand..? Nur weil man seinen DSL-Anschluss zu nutzen weiss, heisst das noch lange nicht, das man auch gehört wird. Und was das hochakademische Gutverdiener-Geschwafel von paritätischen Beziehungen und so anbelangt, da habe ich neulich eine zur Abwechslung einmal ausgesprochen, um nicht zu sagen: geradezu bestürzend ehrliche Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und der sozialen Wirklichkeit gelesen:

    Ich verdiene genug, um gut zu leben. Mein Mann hat ebenfalls einen Teilzeitjob mit 20 Stunden. Das ist ein Luxus, den nicht jeder hat. Ich bin mir bewusst, dass ich gesellschaftlich in einer privilegierten Position bin. Das ist nicht für jeden möglich.

    Sagt immerhin eine Frau Dr. Ruth Mächler, Führungskraft in der Personalentwicklung der Stadt München. Bei der Stadt München arbeiten 18,1 Prozent aller Führungskräfte Teilzeit, die Mehrheit natürlich Frauen. Soviel sozialen Sachverstand hätte ich jetzt an dieser Stelle nicht vermutet!

    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40124/1.html

  6. Pingback: Empirie & ideologische Annahmen | emannzer

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