Nonsense gegen Hatespeech: Anleitung zur Verblödung

Kontern, so kann man auf der Seite des deutschen Ablegerns von „NoHateSpeech“ lesen, sei wichtig. Man dürfe HateSpeakern nicht die Bühne überlassen, müsse sie in die Ecke argumentieren, Counterspeech heißt das Wundermittel, mit dem gegen HateSpeech vorgegangen werden soll. Counterspeech wird als hoch-intellektuelles Unterfangen verkauft, was gut ankommt, kann man sich als Counterspeaker doch für intelligent halten, ganz ohne eigenes Zutun.

So listet die Amadeu-Antonio-Stiftung, die auch federführend hinter dem deutschen Auftritt von no-hate-speech.de steht, folgende Strategien der Counterspeech gegen HateSpeech:

  • Nachfragen nach Fakten;
  • Diskriminierung benennen;
  • Gegenargumentieren und auf Fehler in der Argumentation hinweisen;

Offensichtlich geht mit dem Counterspeech ein gewisser kognitiver Anspruch einher. So sind das Argumentieren und das Aufdecken von Fehlern anspruchsvolle Tätigkeiten, die eine gewisse Kenntnis von Fakten und logischen Fehlern voraussetzen, eine Kenntnis, auf die hin, wir uns die „Konter“, die man auf der Seite von no-hate-speech.de finden kann und die dazu dienen sollen, Hatespeech zu bekämpfen, angesehen haben.

Und in der Tat, wird sind fündig geworden:

Logische Fehler, aber kein Argument:

NoHate 1

Eine reductio ad absurdum, denn: wer Leute, die andere nicht leiden können, nicht leiden kann, kann sich nicht leiden, weil er jemand ist, der andere nicht leiden kann. An diesem logischen Fehler ändert auch die Einschränkung „nicht sonderlich“ nichts.

Beleidigung, aber kein Argument:

NoHate3

Für alle, die es nicht verstehen: Du bringst den Arsch in den Hass, damit soll, da „ass“ im Englischen auch als Kurzform für Asshole gilt, gesagt werden, dass derjenige, gegen den sich diese Form der Nicht-Argumentation richtet, ein Arschloch ist.

Biologismus als genetischer Fehlschluss, aber kein Argument:

NoHate4

Hass wird hier zum Essentialismus erklärt, zur angeborenen Disposition, an der nichts geändert werden kann. Wer einmal hast, der hast immer. Die entsprechende Argumentation, die eine Beobachtung oder ein Merkmal in unzulässiger Weise verallgemeinert, gilt in der Wissenschaft als Totalitarismus, hinter dem in der Regel eine autoritäre Persönlichkeit steht.

Rassismus und Sexismus, aber kein Argument

NoHate5

Unter den Bekämpfern von Hatespeech ist der Irrtum verbreitet, dass es nicht möglich ist, weiße Männer zu beleidigen oder gar mit Hate Speech zu überziehen. Entsprechend muss man konstatieren, dass die Szene von Rassismus durchtränkt ist, denn Rassismus macht nicht an der Hautfarbe halt, er liegt dann vor, wenn ein Merkmal (weiße Haut), manchmal auch zwei (weiße Haut und männlich) zur Grundlage von Vorurteilen (sind nicht nicht beleidigungsfähig und somit generell Täter) gemacht werden.

Die Gegenrede, wie wir sie bislang zusammengetragen haben, besteht somit aus logischen Fehlern, aus Beleidigungen, aus Essentialismus und aus Rassismus. Es findet sich nicht einmal die Spur eines Arguments, nicht einmal der Versuch, ein Argument zu machen. Insgesamt vermittelt die Kampagne den Eindruck eines kognitiven Regresses, den man unter Kindern als „Ätsch“ kennt oder als Versuch, das Gegenüber mit Grimassen zu traktieren, weil das Maß an kognitiver Entwicklung, das allein Argumentation möglich macht, nicht vorhanden ist.

Wenn das Ziel von no-hate-speech.de darin besteht, die Diskussion in den vorschulischen Bereich zu verlagern und auf Kita-Niveau zu führen, dann ist dieses Ziel hiermit erreicht und es bleibt anzufügen, dass die Infantilisierung des öffentlichen Diskurses und der Feldzug gegen Vernunft und Argumentation aus einer bestimmten ideologischen Ecke kommt, in der ausgeschlossen ist, dass HateSpeech aus der eigenen Ecke kommen kann. Noch ein Beispiel dafür, dass hier Dummheit am Werk ist, wie man sie bei Kindern erwarten muss, die noch keinerlei Erziehung, geschweige denn Bildung genossen haben.

NoHateGroups

Wenn der Kampf gegen HateSpeech einen kognitiven Regress in der beschriebenen Art voraussetzt, dann scheint uns HateSpeech das geringere Übel zu sein. Wenn das Ziel der NoHateSpeech Kampagne in Deutschland darin besteht, die Aktivisten gegen HateSpeech lächerlich zu machen, dann ist dieses Ziel hiermit erreicht. Dass es dadurch zunehmend unmöglich wird, ernste Probleme ernsthaft zu diskutieren, ist quasi der Kollateralschaden, der daraus resultiert, dass kognitiv Defizitäre sich in der Öffentlichkeit ausleben dürfen.

Da es sich bei der Kampagne um eine Youth Campaign handelt, sollten sich Eltern gegen diese Art der Verdummung ihrer Kinder zur Wehr setzen.


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18 Responses to Nonsense gegen Hatespeech: Anleitung zur Verblödung

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  2. Sven Kuchary says:

    Dem hier gefundenen Paradoxon des Selbsthasses sollten Psychologen mal nachgehen. Da lassen sich bestimmt Zusammenhänge finden, nicht „repräsentative Umfragen“, sondern belegbare wissenschaftliche Zusammenhänge zwischen Selbsthass und Aktionismus gegen Meinungen anderer.

  3. Bin mir sicher, die würden schon gerne mit „echten“ Argumenten kontern – wenn sie denn welche hätten…

  4. Roland says:

    Drollig. Der Spruch auf dem Grumpy-Cat Image ist eine Übersetzung aus einer South Park Folge aus dem Jahr 1999 (Sexual Harassment Panda). Die Figuren bemerkten allerdings die Absurdität dahinter.

    Sollte man jetzt lachen oder weinen, wenn eine der anstößigsten und niveaulosesten Fernsehserien dieser Welt mehr Common Sense zeigt als die Realität?

    Das dritte Bild haben Sie meiner Ansicht nach nicht ganz erfasst. Das ist keine Eigenkreation von dieser seltsamen Counter-Speech-Seite. Die haben das lediglich aufgrund mangelnder Kreativität oder Unfähigkeit (oder beides) aus irgendeinem Forum kopiert. Der Spruch Haters Gonna Hate ist ein extrem altes Meme. Sicherlich genauso alt, wie der Captain Picard-Facepalm. Und wie der Facepalm gibt es auch hiervon zig unterschiedliche Variationen, die in der Regel eines gemeinsam haben: Im Mittelpunkt der Bilder sieht man eine stolzierende Figur.

    In Netz-Communitys verwendet man dieses Meme um zu signalisieren, dass Anfeindungen (welcher Art auch immer) an einem abperlen. Über das Wesen derjenigen, die anfeinden, sagt man, mit der Verwendung dieses Memes, normalerweise nichts aus.

    Zugestanden es kann durchaus sein, dass die Betreiber dieser Counter-Speech-Seite mit den Hater-Gonna-Hate Memes tatsächlich irgendwelche Essenzen der Hater zum Ausdruck bringen wollen. Aber unsereins sollte immer vom besten in einem Menschen ausgehen. Auch wenn dies von Tag zu Tag schwerer wird … 😀

    • „Das dritte Bild haben Sie meiner Ansicht nach nicht ganz erfasst. Das ist keine Eigenkreation von dieser seltsamen Counter-Speech-Seite …“

      Ein Fehlschluss wird nicht dadurch richtig, dass er von vielen und dauerhaft gemacht wird.

      • Heike Diefenbach says:

        „Das dritte Bild haben Sie meiner Ansicht nach nicht ganz erfasst. Das ist keine Eigenkreation von dieser seltsamen Counter-Speech-Seite. Die haben das lediglich aufgrund mangelnder Kreativität oder Unfähigkeit (oder beides) aus irgendeinem Forum kopiert. “

        Stimmt, Fehlschluss bleibt Fehlschluss, aber der Eindruck, den Roland hier formuliert hat, ist ja dennoch (oder gerade deshalb) richtig:

        Wenn man glaubt, dass „haters gonna hate“, dann erklärt man logischerweise jeden eigenen Versuch, durch lustige Bildchen und irgendwelche Sprüche Einfluss nehmen zu wollen, von vornherein zum Scheitern, eben WEIL man ja selbst glaubt, dass „haters gonna hate“ ( – und wer nicht hasst, der hasst eben nicht). Oder man glaubt es nicht und versucht, Einfluss durch Bildchen und Sprüche-Klopfen zu nehmen, aber dann ist man offensichtlich ein Lügner, was einen vom Ernst-Genommen-Werden disqualifiziert.

        Ich glaube, dass die Auswahl dieses Bildes/Spruches zeigt, wie unfähig die Gutmenschen sind (sie verstehen anscheinend kein Englisch), oder sie zeigt, wie lieblos und gedankenlos das Umerziehungsmaterial zusammengeklaubt wurde, um halt einen Arbeitsnachweis zu haben, den man ja erbringen muss, wenn man öffentliche Gelder einstreicht, um damit das Netzwerk der Multiplikatoren zu unterhalten.

        • Roland says:

          Damit dürften Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben.

          Es ist zum schreien komisch, dass auf einer Seite, die sich damit brüstet aufzuklären, was Counter-Speech ist und tatsächlich schreibt, dass es sich bei Counter-Speech um Argumente handelt Memes akkumuliert, die entweder gar nicht als Argumente betrachtet werden können oder wenn man es tatsächlich auf den Versuch ankommt, diese Memes als Argumente zu verwenden sich sofort in Absurditäten verheddert.

          no-hate-speech.de ist der unmittelbare Beweis dafür, dass die Betreiber der Seite nicht wissen, was Argumente sind. Ferner sieht man an der Seite bereits an, dass sie mit rudimentären HTML und CSS Kenntnissen erstellt wurde, was ein Einarbeitungsaufwand von ca. ein oder zwei Stunden entspricht. Das „Konter-Material“ ist mit einer 10minütigen Suche auf Googlebilder zusammengestellt worden. Nochmal 20 Minuten für die eigenen Kreationen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Webtool Canva erstellt wurde.

          Sollte diese Seite tatsächlich finanziert werden, dann veruntreuen diese Betreiber Gelder.

          In anderer Sache. Ich kenne haters gonna hate seit 2009. Es ist mir seitdem hunderte Male untergekommen. Ich habe es seit jeher immer für eine Redewendung oder ein Sprichwort gehalten. Nicht für eine Aussage. Was ich mich nun Frage: Sind Redewendungen wahrheitsfähig? Nein oder?

          • Heike Diefenbach says:

            „Sind Redewendungen wahrheitsfähig? Nein oder?“

            Naja, als Soziologin und Ethnologin neige ich dazu, jede Aussage ueber menschliches Verhalten oder menschliche Eigenschaften als Hypothese aufzufasen, solange sie geprueft werden kann.

            Im Prinzip ist es moeglich, die Aussage „haters gonna hate“ (ebenso wie andere Slogans oder Sprichwoerter) empirisch zu ueberpruefen, und wenn man Wahrheit als Uebereinstimmung mit den beobachtbaren Tatsachen betrachtet (wie ich es tue), dann ist die Aussage „haters gonna hate“ wahrheitsFAEHIG. Ob sie wahr ist oder nicht, muss man eben empirisch pruefen (wie man das genau machen koennte, ist eine andere Frage; das muesste man in Ruhe ueberlegen.

          • @ineitzke says:

            Und die politisch korrekt anglisierenden Betreiber von nhs können weder Deutsch noch die Bedienung eines Korrekturprogrammes. Oder sie dürfen es nicht können, weil sie den Auftrag haben mit scheinbar grob fahrlässiger Geldveruntreuung Verärgerung, Hass und Eskalationsvorwände zu steigern.

            Keine-Hass-Srache oder Ähnliches in der derzeit noch offiziellen Amts- und Landessprache Deutsch, würde gemäß dem Namen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Bürgernähe und das Ziel der Ärger- und Hassreduzierung verbraucherfreundlich glaubhafter machen; wäre also menschenfreundlicher oder sogar menschenlieb, wie leider nur wenige Tierliebende manchmal zu formulieren pflegen.

        • Theo Kruse says:

          Ich würde gerne noch eine andere Deutung anfügen:

          Durch die verbale Gleichsetzung von strafbarer Handlung (Beleidigung, Bedrohung, Aufforderung zu Straftaten, „Volksverhetzung“) mit „hatespeech“ (z.B. durch Maas) und der gleichzeitigen weitreichenden Definition von „hatespeech“, die sogar Sarkasmus und Satire umfassen soll (zumindest lt. AAS), wird Kritik ja schon in die Nähe krimineller Handlungen gerückt.

          Durch „haters gonna hate“ wird eine weitere Assoziation geschaffen. Denn das Meme sagt ja letztlich aus, daß „hater“ eben hassen, weil sie nicht anders können.

          Damit stellt man Kritiker (s.o.) als verbitterte, nicht lernfähige, im Grunde schlechte Menschen dar.
          Außerdem wird impliziert, daß sie quasi GRUNDLOS hassen, folglich politische HYPOCHONDER sind, welche sie sich politische und gesellschaftliche Fehlentwickliungen als Ursache für Kritik eben nur einbilden.
          Kritiker werden somit in mehrfacher Hinsicht subtil herabgewürdigt.

          Widerspruch wird pathologisiert und kritische Menschen in die Nähe geistiger Abnormität gerückt.

          Während freie Gesellschaften Kritik als Widerstreit von Meinungen begreifen und als Chance zum Finden besserer Lösungen, ist die Diffamierung und -in verschärter Form die Psychatrierung- Andersdenkender Mechanismus ideologischer, totalitärer Gesellschaften.

          Teilen Sie meine Sicht?

          • @ineitzke says:

            Vollstens!
            Ich sehe mich selbst intellektuell nur durchschnittlich im oberen Drittel Mitteleuropas, meine aber, dass man geistig stark behindert sein müsste, um der seit Herbst 2015 unter Heiko Maas laufenden, plump-dreisten Hassjägerei und den nicht mehr überschaubaren Stammtisch-Kampftruppen-Gründungen das Ziel zugestehen zu können, mit dem sie verkauft werden: Deeskalation.

            Dass das Gegenteil angestrebt oder zumindest grob fahrlässig erreicht wird, erkennt man u. a. daran, dass gemäß Bestimmtheitsgrundsatz/Bestimmtheitsgebot für Rechtssicherheit nicht genug von denen stammende Aktivität auffindbar ist, welche dafür von uns zwangsfinanziert werden, die aber die Zeit haben im Reichstag die Beinchen zwischen den Quotenweibern baumeln zu lassen und immer wieder auf Twitter Freue mich auf … zu zwitschern.

            Definitions- und Aufklärungsbemühungen für Prävention findet man eher bei Zivilcouragierten, welche verzweifeln und immer noch glauben, sie würden in einem volldemokratischen Rechtsstaat leben.

            Hier ein Beispiel.

  5. A.S. says:

    Ich habe es mir inzwischen zum Hobby gemacht die ganzen „Entlarver“ in meinem Freundeskreis mit ihren logischen Fehlern zu konfrontieren. Was immer wieder auffällt ist, dass die völlige Argumentunfähigkeit.
    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dieses ganze „Hate Speech“ Gefasel soll lediglich die völlige Argumentslosigkeit der Gutmenschen verschleiern.
    Schon bei Sarrazin haben sich Massen von Feingeistern aufgemacht um ihn „zu widerlegen“. Gelungen ist es keinem. Ähnliches beobachtet man bei der AFD. Auch da hört man alle Nase lang die Forderung „die Rechtspopulisten mit Fakten zu entlarven“. Warum macht das kann keiner?

    • Heike Diefenbach says:

      „Warum macht das kann keiner?“

      Weil (auch) dies ein wohlklingender Spruch ist, der anscheinend in der Auffassung seiner Gebraucher ganz furchtbar aufgeklärt und intellektuell klingt, aber dieselben Gebraucher leider ein stark gestörtes Verhältnis zu Fakten haben.

      Bedienen möchte man sich ja gerne aller möglichen Instrumentarien aufgeklärten Argumentierens, aber sich Faktenwissen aneignen, Logik und korrektes Arugmentatieren lernen, das ist alles Arbeit, und die Auseinandersetzung damit kostet Zeit, commitment, vielleicht sogar Geld, und während der Auseinandersetzung damit merkt man, dass so einiges an liebgewonnenen vorgefassten Meinungen und Feindbildern und was weiß ich noch alles schlichtweg Unsinn ist, von dem man sich verabschieden muss.

      Um dies zu leisten, muss man psychologisch einigermaßen stabil sein und über einen gewissen IQ verfügen und ein gerütteltes Maß an Entschlossenheit, Konsequenz und Aufrichtigkeit mitbringen. Nun erzieht unsere derzeitige westliche Gesellschaft zu allem Möglichne, aber nicht zu Entschlossenheit, Konsequenz und Aufrichtigkeit (sondern vor allem zu satter Selbstzufriedenheit, Anspruchsdenken ohne Leistung und unkritischer Übernahme von nett klingenden Sprüchen und vorgegebenen Definitionen, z.B. davon, was „Rassismus“ sei). Das soll nicht heißen, dass es nicht – nach wie vor – viele Leute im Westen gibt, die einigermaßen psychologisch stabil sind, aufrichtig sind, intelligent sind, aber diese Leute haben keinerlei Anreiz, sich von Ideologen instrumentalisieren zu lassen. Sie stehen daher nicht als Multiplikatoren in Stiftungen, Projekten oder Redaktionen der mainstream-Medien zur Verfügung. Hierfür steht nur die Negativ-Selektion der psychologisch nicht Stabilen, wenig Intelligenten oder (vor allem mit sich selbst) Unaufrichtigen zur Verfügung.

      In Abwandlung von „haters gonna hate“ könnte man vielleicht sagen:

      „psychologisch und geistig Schwache werden von anderen Menschen annehmen, dass sie psychologisch und geistig schwach sind und sich deshalb denen anschließen, die Fakten fordern, aber unfähig sind, selbst solche vorzubringen – oder sich überhaupt erst einmal klar zu machen, dass nicht alles, was man selbst gut oder richtig findet, ein Faktum ist oder mit Fakten vereinbar ist.

    • Goofos says:

      Es reicht doch einfach nur zu behaupten da gäbe es etwas „zu widerlegen“ oder „zu entlarven“. Damit hat man dann schon genügend gebrandmarkt.

      Erst gestern habe ich im Radio einen kurzen Beitrag in den Nachrichten gehört, bei dem es um den Maas’schen Kampf gegen Hate-Speech bei Facebook ging. Der Beitrag war natürlich völlig unkritisch, undifferenziert und hat wohl jede weitere Recherche vermissen lassen, die über das Lesen von Pressemitteilungen aus dem Mass’schen Ministerium hinaus ging. Übrig blieb eigentlich nur, dass Maas sich gegen Hate-Speech engagiert, Facebook ein großes Problem mit Hate-Speech hätte, Facebook nichts gegen Hate-Speech macht, Facebook aber versprochen hat etwas dagegen zu tun und Maas stattdessen etwas dagegen unternehmen „muss“ wenn Facebook nicht endlich etwas gegen Hate-Speech macht.

      Mit Logik oder Argumentation hat das eigentlich nichts zu tun, eher mit Brandmarken und Manipulieren. Wer kommt da schon auf die Idee zu fragen was mit „Hate-Speech“ bei Facebook gemeint ist, ob es überhaupt ein Problem mit „Hate-Speech“ bei Facebook gibt, warum Facebook nichts gegen „Hate-Speech“ macht oder woher Maas eigentlich die Erkenntnis hat etwas dagegen unternehmen zu müssen?
      Hier dürften dann wieder Wissenschaftler übernehmen und überlegen wie man Hate-Speech objektiv misst und was Hate-Speech ist. Das dürfte eine Weile dauern…

      Auf der anderen Seite hat man sich schon seit ein paar Jahren damit beschäftigt wie man die logischen Argumente der Gegenseite zerredet ohne Logik oder Argumentation anwenden zu müssen. Ich erinnere z.B. an Rosenbrock, der eigentlich auch nur einen solchen Leitfaden erstellt hat.
      Ist halt bloß die Frage, was man dagegen macht?

      • Heike Diefenbach says:

        Ich bin in dieser Sache nicht ganz so hoffnungslos. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass inzwischen sehr viele Leute dieselbe Beobachtung machen wie Sie oder wir, dass nämlich statt begründet und argumentiert gebrandmarkt wird und manipuliert werden soll, wenn es um so genannte Berichterstattung in den mainstream-Medien geht oder um Verlautbarungen aus Ministerien und sonstigen politiknahen Verwaltungseinrichtungen.

        Gegen Leute, die brandmarken, beschimpfen und dadurch manipulieren wollen, kann man nichts machen – die gibt es immer, und von ihren Praktiken emanzipieren können sie sich nicht, weil es dazu IQ-mässig nicht reicht oder ihre Position, an der sie festkleben, eine solche, sagen wir: Fortentwicklung nicht erlaubt.

        Aber das ist kein Problem, denn sie sind für weite Teile ihrer Mitmenschen und anscheinend für immer weniger Menschen – nicht ernstzunehmem und schon gar nicht glaubhaft.

        Weil die „Verlautbarer“ die Anzahl dieser Menschen kleinzureden oder zu ignorieren versuchen (aus praktischen und psychologischen Gründen), werden sie mit ihrer Verlautbarungspolitik fortfahren, was mit der Zeit weitere Leute dazu bringen wird, das, was ihnen vorgesetzt wird zu hinterfragen, denn es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis einmal etwas verlautbart wird, was bislang unkritische Zuhörer nicht mögen, was ihnen vielleicht aus eigener Erfahrung seltsam vorkommt, was auch immer. Und außerdem nehmen die unkritischen Zuhörer zunehmend wahr, dass sie in die Minderheit geraten, und das verändert Normalitätsmaßstäbe. In der Zeit, in der Medien und Politik-Darsteller meinen, dem durch Ignoranz, Überheblichkeit oder Frechheit begegnen zu können, beschleunigen sie den Prozess ihrer Demontierung.

        Das heißt, Ignoranz führt zu Stagnation im Handeln der Ignoranten bzw. Ignorierenden, aber eben nicht zum (von den Ignoranten bzw. Ignorierenden) gewünschten Erhalt des status quo, sondern statt dessen zu einem Wachstum und einer schleichenden Radikalisierung derer, gegenüber denen sie ignorant sind – mit relativ leicht vorhersehbarem Ergebnis. Das ganze ist m.E. ein klassisches Schwellenwert-Modell, aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenige Leute wirklich begreifen, was ein Schwellenwert-Modell ist/bedeutet oder anders gesagt: dass Stagnation nicht mit dem Erhalt des Status quo identisch ist, es also – sehr einfach auf den Punkt gebracht – nicht so ist, dass sich nichts ändern würde, nur, weil nichts VERändert wird.

  6. 8t0f says:

    Vorab: Ich sympathisiere mit keiner terroristischen Vereinigung. Mich interessiert aber doch, wie eigentlich hate speech gegen terroristische Organisationen, bzw. deren Mitglieder (z. b. den IS, bzw. IS Mitglieder als „wertlos“ bezeichnen) gewertet wird, da im Zuge von Gräueltaten auch der Hass auf diese Organisationen geäußert wird. Juristisch dürfte das m. E. straflos bleiben, da kein Teil der Bevölkerung und wohl auch keine schützendswerte Gruppe betroffen ist.

    • Goofos says:

      Die Frage sollte eher sein, welchen Nutzen man aus dem Hate-Speech gegen den IS ziehen könnte. Z.B. um gegen Andersdenkende vorzugehen, um Konkurrenten zu schaden, um die europäische Bevölkerung zu kontrollieren, um sich damit politisch zu profilieren oder um einfach gegen den IS mit Bomben vorzugehen. Da wird man dann schon etwas passendes finden.
      Und ansonsten interessiert das wahrscheinlich keinen wie das gewertet wird.

  7. Jürg Rückert says:

    Die Zeter-Mordio-Stiftung im permaneten Kampf gegen das Rechte!

    „Oh Gretel, stoß diese Hexen in den Ofen!“
    In Hate
    Dein Bruder Hänsel.

    P.S. Für diesen Zeilen habe ich keine Schwesigschen Handgelder erhalten.

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