Boshafte Manipulateure: (ARD-)Kontrast(e) zu anständigem Journalismus könnte nicht größer sein

Versetzen Sie sich einmal in den Kopf eines Redakteurs der ARD-Kontraste.

Okay, das ist zuviel verlangt, schließlich fühlen wir uns für die geistige Gesundheit unserer Leser verantwortlich.

Also stellen Sie sich vor, Sie seien ein Redakteur von ARD-Kontraste, einem Politikmagazin nach Auskunft des Senders. Stellen Sie sich weiter vor, Sie hätten den Auftrag bekommen, einmal mehr den Auftrag bekommen, etwas Negatives über die AfD zusammenzuklauben.

Etwas, das die spätere Schlagzeile: „Abstimmungen im Bundestag: AfD-Abgeordnete fehlen am häufigsten“ legitimieren kann.

Wie gehen Sie vor?

Rekonstruieren wir die optimale Vorgehensweise an der tatsächlichen Vorgehensweise von ARD-Kontraste, die viel manipulieren mussten, um die Schlagzeile, die dann durch die Blätter-Monokultur ging, zu fabrizieren.

„Beim Einzug in den Bundestag 2017 schimpfte die AfD über das häufig leere Plenum und rühmte sich mit einer hohen Anwesenheit der eigenen Abgeordneten. Zwei Jahre später ist ausgerechnet die AfD die Fraktion mit der höchsten Fehlquote (13,57 Prozent) bei namentlichen Abstimmungen. Dies geht aus einer Analyse des ARD-Politikmagazins Kontraste hervor, bei der alle von der Verwaltung des Deutschen Bundestags veröffentlichten namentlichen Abstimmungen seit Mitte Oktober 2018 ausgewertet wurden.“

Und weiter:

„Bei namentlichen Abstimmungen handelt es sich in der Regel um besonders wichtige oder gesellschaftlich umstrittene Themen. Inhaltlich geht es häufig um Außen- oder Sicherheitspolitik oder haushaltsrelevante Fragen. Neben Abgeordneten der AfD fehlen die Bundestagsabgeordneten der FDP (12,95 Prozent im Vergleich zu 6,64 Prozent im ersten Jahr der Legislaturperiode) und der Linken (12,74 Prozent) am häufigsten. Durchschnittlich fehlten Abgeordnete seit letztem Oktober bei namentlichen Abstimmungen in 10,73 Prozent der Fälle. Die Fehlzeiten der anderen Fraktionen liegen unterhalb des Durchschnittswerts (SPD 10,39 Prozent, Grüne 9,16 Prozent, CDU/CSU 8,64 Prozent).“

In dem Text über die Abstimmungsschwänzer, die den „in der Regel … besonders“ wichtigen Abstimmungen fernbleiben, gibt es ein paar Seltsamkeiten, die sofort ins Auge springen. Zwei Jahre werden explizit als Zeitraum angegeben, betrachtet hat ARD-Kontraste aber nur namentliche Abstimmungen ab Mitte Oktober 2018. Dass ein Datensatz, der Daten für den Zeitraum von Dezember 2017 bis September 2019 umfasst, erst ab Mitte Oktober 2018 ausgewertet wird, ist eine Eigentümlichkeit, die sich über die Manipulationsabsicht von ARD-Kontraste erklären lässt. Dazu kommen wir gleich. Die Formulierung “ab Oktober” legt zudem nahe, dass alle namentlichen Abstimmungen nach Oktober 2018 betrachtet wurden.

Tatsächlich ist alles, was im ARD-Text nahegelegt werden soll, falsch.





Tatsächlich hat ARD-Kontraste einen alten Manipulationstrick angewendet, den auch die Klima-Hysteriker anwenden: Sie berücksichtigen immer nur die Zeiträume, die das zeigen, was sie zeigen wollen. Deshalb fangen Klimadaten meist 1979 an, im kältesten Jahr des 20. Jahrhunderts, von dem aus alles wie ein Anstieg aussieht, vor allem wenn man die Hitzewellen der 1940er Jahre unterschlägt.

In gleicher Weise hat ARD-Kontraste die Zuschauer der ARD verschaukelt, so dass man schon jetzt feststellen kann, dass bei ARD-Kontraste in boshafter Intention Nachrichten geschaffen werden, um der AfD zu schaden: Bei ARD-Kontraste hat man so lange mit den Daten herumgespielt, bis ein Zeitraum gefunden wurde, in dem die AfD bei namentlichen Abstimmungen am häufigsten gefehlt hat. Dazu war es notwendig, die Daten im Oktober beginnen zu lassen, und alle namentlichen Abstimmungen davor zu unterschlagen, und es war notwendig, die Datenreihe im Juni zu beendet, obwohl im Datensatz noch Daten für sechs weitere namentliche Abstimmungen vorhanden sind.

Woher wir das wissen?

Von einem unserer Leser.

Es freut uns sehr, dass immer mehr unserer Leser zur Selbsthilfe greifen und prüfen, was ihnen die Medien als Wahrheit servieren wollen. Und wir bedanken uns besonders bei unserem Leser für seine hervorragende Arbeit.

Unser Leser, der in den Reihen des Fraunhofer Instituts arbeitet, hat sich dieselben Daten besorgt, die ARD-Kontraste benutzt hat, namentliche Abstimmungen, die penibel auflisten, welcher Abgeordnete, bei welcher Abstimmung wie abgestimmt hat.

Wie heißt es im Text der ARD:

„Dies geht aus einer Analyse des ARD-Politikmagazins Kontraste hervor, bei der alle von der Verwaltung des Deutschen Bundestags veröffentlichten namentlichen Abstimmungen seit Mitte Oktober 2018 ausgewertet wurden.“

Nun umfasst der Datensatz, den die Verwaltung des Deutschen Bundestages veröffentlicht hat, aber nicht nur Daten ab Mitte Oktober, sondern Daten von der ersten namentlichen Abstimmung in der 19. Legislaturperiode, die am 12. Dezember 2017 stattgefunden hat, bis zur 112. namentlichen Abstimmung, die am 26. September 2019 stattgefunden hat.

Die angebliche Analyse der ARD, die plötzlich Mitte Oktober beginnt, basiert auf genau 66 der 112 namentlichen Abstimmungen, was die Frage aufwirft, warum die ARD-Kontraste Analyse ausgerechnet Mitte Oktober beginnt und nicht alle namentlichen Abstimmungen umfasst, nicht einmal alle namentlichen Abstimmungen, die nach Mitte Oktober 2018 stattgefunden haben.

Die Antwort findet sich in der folgenden Tabelle, die unser Leser erstellt hat.

Wie man sieht, ist der von ARD-Kontraste ausgewählte Zeitraum (Kasten) der einzige Zeitraum, der es ermöglicht, die Überschrift: „AfD-Abgeordnete fehlen am häufigsten“ zu veröffentlichen. Und darum geht es bei der angeblichen Analyse der ARD-Kontraste doch ausschließlich, darum, eine Überschrift und einen Beitrag zu fabrizieren, der negativ für die AfD ausfällt und, und das nehmen wir besonders übel, statistische Methoden missbraucht, um die eigene Fabrikation als authentisch erscheinen zu lassen.



Tatsächlich fehlen über den gesamten Zeitraum der 19. Legislaturperiode und bei den 112 namentlichen Abstimmungen, die in diesem Zeitraum stattgefunden haben, also vom 12. Dezember 2017 bis zum 26. September 2019, die Abgeordneten der LINKE am häufigsten. Im Einklang mit dem Text der ARD muss man also feststellen, dass die Abgeordneten der LINKE auf „besonders wichtige und gesellschaftlich umstrittene Themen“, über die in namentlicher Abstimmung befunden werden soll, besonders häufig zu pfeifen scheinen und Besseres zu tun haben.

Ein solches Ergebnis passt natürlich nicht zur ideologischen Haltung der Redaktion von ARD-Kontraste, weshalb die Verantwortlichen so lange mit den Daten gespielt haben, bis sie einen Zeitraum gefunden haben, mit dem man die Schlagzeile „AfD-Abgeordnete fehlen am häufigsten“ begründen kann. Dies erklärt, warum 40 namentliche Abstimmungen vor dem 16. Oktober 2018 und 6 namentliche Abstimmungen, die nach dem 28. Juni stattgefunden haben, von ARD-Kontraste nicht berücksichtigt wurden. Die willkürlich erscheinende Datenauswahl ist, wie die Analyse unseres Leser belegt, nicht willkürlich. Die Daten wurden explizit so zusammengeschustert, dass die AfD-Abgeordneten den höchsten Anteil an Fehlzeiten aufweisen.

Dies stellt eine intendierte Falschdarstellung, eine bewusste Täuschung der Konsumenten von ARD-Kontraste und ARD-Nachrichten dar.

Journalisten, die Daten manipulieren, um ein zuvor festgelegtes Ergebnis zu fabrizieren, sind nicht nur eine Schande für ihre Zunft, sie sind auch für Forscher und Wissenschaftler die akkurat, anständig und korrekt mit Daten umgehen, eine offene Kriegserklärung. Es ist an sich schon eine ärgerlich, dass jeder Hempel, der sich an einer Hochschule herum- und den Hintern plattgedrückt hat, meint, er könne nun, da er sich Journalist nennt, in jedem Feld seiner Wahl dilettieren. Es ist mehr als ärgerlich, wenn dieses Dilettieren zu einem bewussten Täuschen wird, wenn Methoden, die geschaffen wurden, um Erkenntnis zu gewinnen, in manipulativer Absicht missbraucht werden, um dem Haltungsschaden, den Haltungs-Journalisten haben, zu dienen.

Gut, dass es Leser wie unseren gibt, die diesen Pfuschern und Möchtegern-Manipulateuren auf die Finger schauen und zeigen, wie diese Haltungsjournalisten versuchen, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen.

Früher wäre ein Journalist, der seine Konsumenten absichtlich falsch informiert, entlassen worden. Heute hat die Falschdarstellung in öffentlich-rechtlichen und anderen Medien bereits ein solches Ausmaß angenommen, dass derartige Lügen gar nicht mehr ins Gewicht zu fallen scheinen und von Intendanten auch nicht mehr zum Anlass genommen werden, um die entsprechenden Lügner zu entlassen.

Journalismus ist zu einer ideologischen Kloake verkommen, in der sich die besonders gerne suhlen, die es sich zum Lebensinhalt gemacht haben, im Schmutz zu wühlen, Schmutz zu verbreiten und andere mit Schmutz zu bewerfen.

Warum sich die wenigen Journalisten, die noch einen entsprechenden Ethos vertreten, nicht gegen die Kloaken-Brüder und Haltungs-Journalisten, wie sie sich selbst nennen, wehren, ist eine der Fragen, die künftige Historiker, die sich mit dem Niedergang der west-europäischen Kontinentaldemokratien befassen, interessieren wird. Vielleicht finden die entsprechenden Historiker eine andere Antwort als Feigheit?

P.S.

Die Nichtteilnahme an namentlichen Abstimmungen ist natürlich nicht identisch mit Anwesenheit. Aber das nur am Rande.

Weiteres zu dieser Anmerkung findet sich im Zweiten Akt der Kontraste-Manipulation, die hier offengelegt wird.



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