Endlich: Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist mit Gerhard Amendt solidarisch

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist solidarisch. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gerade in einer Erklärung des Vorstands verlautbart. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hat also entschieden, dass die Deutsche Gesellschaft für Soziologie solidarisch ist, und zwar mit Soziologen, was schon einmal sehr erfreulich ist, denn in der Vergangenheit hat sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie und ihr Vorstand nicht unbedingt dadurch ausgezeichnet, solidarisch mit Soziologen zu sein.

Amendt1Solidarisch ist der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der für alle Soziologen spricht, mit Soziologen, die sich mit Themen der „Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen“ und die sich „immer öfter mit sogenannten Hasskampagnen konfrontiert sehen“. Derzeit, so heißt es weiter, „werden einzelne Kollegen und Kolleginnen in sozialen Medien wie Facebook, in Blogs und mit E-Mails persönlich attackiert, verunglimpft und z.T. sogar bedroht“.

Was der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der für alle Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hier seine Empörung und Solidarität zum Ausdruck bringen will, leider verschweigt, sind die Namen der Angegriffenen, was schade ist, denn die Solidarisierung hätte mehr Nutzen gebracht, wenn sie offen und nicht hinter einem Mantel aus Angst und Misstrauen erfolgt wäre. Also ist es wieder an uns, über Ross und Reiter zu spekulieren.

Aber lange spekulieren muss man nicht, denn: kein anderer Soziologe wird seit Jahren derart angefeindet, wie Gerhard Amendt. Die Solidarität des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie kann daher eigentlich gar keinem anderen als Gerhard Amendt gelten. Fast dass man sagen könnte, es wird langsam Zeit, denn kaum ein Soziologe hat sich im Verlauf der letzten Jahre mit giftigeren Hasstiraden, Verunglimpfungen oder Versuchen, ihn zu diskreditieren, konfrontiert gesehen, wie Gerhard Amendt, der von Feministen mit wüsten sexistischen Beschimpfungen und Hasskommentaren überzogen worden ist.

An der Technischen Universität Berlin hat man Gerhard Amendt zur unerwünschten Person erklärt, weil er es wagt, den Feminismus zu kritisieren. Gerhard Amendt ist Ziel einer Diffamierungskampagne, die ihn regelmäßig zum Hassobjekt in so genannten Studien macht, die von politischen Vereinen wie der Heinrich-Böll-Stiftung oder der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert werden und deren Inhalte regelmäßig und postwendend, von überraschend schnell informierten Mitarbeitern bei Wikipedia in die entsprechenden Hassbeiträge eingepflegt werden. Die Hasskampagne gegen Gerhard Amendt geht soweit, dass man ihn mit Anders Breivik und Akif Pirincci vermengt, um ihn zu diskreditieren. Die Liste derer, die sich Gerhard Amendt zur Zielscheibe auserkohren haben, ist zu lang für diesen post, weshalb wir es hier bei aus Steuergeldern bezahlte Reputations-Killer wie dem Bundesforum für Männer und die Friedrich-Ebert-Stiftung, die sich z.B. mit diffamierenden Behauptungen wie der folgenden hervortut, belassen wollen:

„Zumindest ein Teil der Beiträge treibt im Fahrwasser der Männerrechtler, die von der „Machtergreifung der Frau“ und einem „neuen Tugendstaat“ fabulieren. Autoren wie Arne Hoffmann, der in seinem Blog Genderama gegen alles Feministische hetzt, oder auch Gerhard Amendt, der Opfererfahrung von Frauen als „fantasiertes Leid“ denunziert und eine (weibliche!) „Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit“ ausmacht – was die kirchliche Männerstudie von Rainer Volz und Paul Zulehner gerade empirisch widerlegt hat – sind alles andere als geschlechterdialogisch orientiert“ (17).

Es freut uns, dass der Vorstand der DGS sich dazu entschlossen hat, nach Jahren der Tatenlosigkeit, Gerhard Amendt solidarisch zur Seite zu stehen, und wir können uns der Feststellung des Vorstandes der DGS, wonach „einzelne Wissenschaftler … in einer Weise attackiert werden, die völlig unsachgemäß ist und in ihrem mehr als fragwürdigen Stil letztlich auf die Urheber selbst zurückfällt“nur anschließen.

Wie gesagt, wir hätten uns gewünscht, dass der Vorstand der DGS den Mut hat, Gerhard Amendt beim Namen zu nennen, aber wir sind uns natürlich im Klaren darüber, dass sich der nämliche Vorstand damit zur Zielscheibe feministischer Hasstiraden gemacht hätte, am Ende in die nächste aus Steuergeldern finanzierte Studie über „den Maskulismus“ oder „den Antifeminismus“ aus, turnusmäßig dieses Mal wieder der Heinrich Böll Stiftung aufgenommen worden wäre und vielleicht sogar seine finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung verloren hätte.

Dies muss man gewichten, wenn man den Schlusssatz der Solidaritätsadresse liest, der darauf verweist, dass „eine zivilisierte öffentliche Debatte über gesellschaftlich relevante Themen“ nicht möglich ist, wenn man die Debatte nicht zivilisiert führt. Man sieht, auch Solidarität ist in sich tautologisch und vielleicht sogar selbstreferentiell, denn, und damit kommen wir zu einer eigenen Sache, manche im Vorstand der DGS haben sich  selbst schon dadurch hervorgetan, dass sie „Hetze“ in die öffentliche Diskussion eingebracht und damit die zivilisierte Auseinandersetzung über gesellschaftliche relevante Themen wie die Frage, ob man Studenten die Möglichkeit geben sollte, ihren Studienort, an dem sie Soziologie studieren wollen, auf Grundlage einer bundesweiten Bewertung der enstprechenden Institute zu wählen, unmöglich gemacht hat.

Man kann sich daher fragen, ob wir es bei der Solidaritätsadresse des Vorstands der DGS in Teilen mit einer Form „Selbstkritik“ zu tun haben, auf einer Transformation vom Saulus zum Paulus und ob der Aufruf, eine zivilisierte öffentliche Debatte zu führen, sich auch auf Wissenschaftler erstreckt, die sich in der Vergangenheit dadurch hervorgetan haben, dass sie die Arbeiten anderer für ihre eigenen Zwecke entstellt und missbraucht haben.

Solidarität-der-UneinsichtigenBislang hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ja beide Augen gegenüber Mitgliedern zugedrückt, die die Grundlage wissenschaftlicher Lauterkeit, nämlich das Zitieren(überhaupt) und das korrekte Zitieren nicht beherrschen oder nicht beherrschen wollen, so dass man hier eine Offensive nicht nur zur zivilisierten Debatte, sondern auch zur Rettung wissenschaftlicher Standards unter Soziologen sehen kann, vielleicht sogar ein sich entwickelndes Unwohlsein gegenüber öffentlichen Institutionen, die sich in der Vergangenheit allzu oft auf Soziologen verlassen konnten, wenn es darum ging, die eigene ideologische Suppe nicht nur anzurühren, sondern auch unter Studenten zu verteilen. Sehen wir also so etwas wie den Advent eines selbstreflexiven Kantschen Instrumentalisierungsverbots, das lautet: Du sollst Dich als Soziologe nicht vor den Karren ideologischer Indoktrinierer, wie Heinrich-Böll-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Attac oder BMBF spannen lassen?

Was abschließend die Frage aufwirft, was diese Veränderung im Denken des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie bewirkt hat. Hier können wir nur spekulieren und auf Beispiele verweisen, in der die Veränderung in einem Bereich mit personellen Veränderungen oder mit Veränderungen in den Umständen bestimmter Personen einhergehen, wie sie z.B. ein Umzug von einer roten an eine weiß-blaue Universität darstellt oder in den Worten von Stephan Lessenich, dem derzeitigen Vorsitzenden der DGS:

Mein Jenaer Jahrzehnt war wunderbar und ich danke allen, die dies ermöglicht und dazu beigetragen haben; die kommenden Jahre werden hoffentlich ähnlich schön – die Zeichen dafür stehen eindeutig gut. (Und um allfälligen Nachfragen vorzubeugen, darf ich hier einmal zustimmend zitieren: „Das will ich nur mal klarstelln, damit man mich richtig versteht: ich habe nichts gegen München, ich würde nur nie zu den Bayern gehn.“ Der Alarm ist also doch eher, wie einst bei Falco, rot.)

Wie heißt es doch: Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören und sich verändern, zum zivilisierten Debattierer, zum nicht-Hetzer, ja vielleicht sogar zum Wissenschaftler.

Nachtrag:

Arne Hoffmann weist darauf hin, „dass Professor Amendt, vermutlich als Folge der Hetze gegen ihn, auf Anraten der Kriminalpolizeit auf mehreren Veranstaltungen nur noch mit Leibwächtern erscheinen konnte“. Das darf an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Über Michael Klein
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26 Responses to Endlich: Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist mit Gerhard Amendt solidarisch

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  2. B. Oelemann sagt:

    Grandios… Danke!

  3. Hugh sagt:

    Ich denke, Sie haben die Satiretags vergessen.

    • Wie kommen Sie darauf. Das hat mit Satire überhaupt nichts zu tun.

      • Hugh sagt:

        weil ich glaube, dass die Soziologen sich nicht mit Professor Amendt solidarisieren, sondern mit denen, die ihn beschimpfen. Die armen Kerle werden doch vom den bösen rechten Männerrechtlern so gemein in Blogs und sozialen Medien angegriffen. Die reden ja nicht von einem, sondern vom mehreren Angegriffenen. Aber als Satire passt ihr Artikel wie die Faust aufs Auge.

        • Es geht aber nicht darum, was Sie glauben, sondern darum, dass sich der Vorstand der DGS pauschal mit „Soziologen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen“ solidarisiert hat, die Hasskampagnen ausgesetzt sind und das trifft auf Gerhard Amendt zweifllos zu.

        • Es ist durchaus plausibel zu vermuten, dass der DGS-Vorstand bei seiner Klage über Anfeindungen bestimmte Leute mit bestimmten politischen Einstellungen im Auge hatten (und andere eben nicht).

          Und selbstverständlich ist es lächerlich, sich darüber zu beklagen, dass es „Anfeindungen“ gibt, nur, weil sich viele Soziologen erst daran gewöhnen müssen, dass sie, wenn sie den Mund sehr voll nehmen, andere Leute sich ebenfalls ermächtigt fühlen, den Mund aufzumachen und sie ab und zu nach ihren Qualifikationen und den Begründungen für ihre persönlichen Aufassungen, die sie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verwechseln (wollen), gefragt werden.

          Das sollte doch eigentlich ganz normal sein, dass Leute in der Funktion von Wissenschaftsvertretern dem „Rest“ der Bürger erklären können, wie sie zu ihren Kenntnissen und Einschätzungen kommen, oder!?! Sie sind es ihnen schließlich schuldig; wer bezahlt sie denn?!

          Es ist schon sehr, sehr seltsam, wie manche Leute meinen, sie seien eine Art Propheten, die dem einfachen Volk verkünden können, was das Richtige und Gute sei – anscheinend kraft nicht zu hinterfragender Autorität und doch bitte ohne Widerrede. Und vor allem ist es erschreckend undemokratisch. Das passt wohl kaum in eine Zivilgesellschaft.

          Aber soweit ich sehe, wollen sie ja auch keine Zivilgesellschaft; die passt nicht zum links-faschistischen Avantgarde-Gedanken, und vielleicht haben sie ihn so stark verinnerlicht, dass er Ideen davon, was Wissenschaft ist, vollständig verdrängt hat.

          Vielleicht ist die Klage aber auch nur als eine Art Appell zu verstehen, sie doch bitte nicht nach empirischen oder theoretischen Begründungen zu fragen, wo bislang die bloße Behauptung genügt hat. Das ist sehr lästig, oder!? Am Ende muss man noch kritisches Denken und richtiges Argumentieren lernen, wo bislang die Rhetorik gereicht hat.

          Aber egal – lassen Sie uns den DGS-Vorstand beim Wort nehmen!

          Wir werden ja sehen, ob er es schafft, den eigenen Aussagen im Handeln zu entsprechen. Für Wissenschaftler sollte es ja vollkommen normal sein, dass sie Sorge dafür tragen, dass sie nicht mit zweierlei Maß messen. Wenn sie es tun, leidet das Vertrauen ihrer Kollegen sowie der Öffentlichkeit in ihre Urteilskraft erheblich. Und dies dürfte dann – völlig zurecht – zu weiteren unbequemen Fragen und „Anfeindungen“ führen. Dann sieht es zunehmend düster aus für die Avantgarde und die Sozialklempnerei….

          • Paule Panzer sagt:

            Sehr geehrte Dame Dr. habil. Heike Diefenbach,

            ich schließe mich Ihrem Wunsche/Hoffnung vollständig an.

            Ein Spruch aus den Weiten des Netzes:
            „Wenn man sie nicht zwingen kann die Wahrheit zu sagen, dann sollte man sie zwingen so sehr zu Lügen, das die Wahrheit offensichtlich wird.“

            Hochachtungsvoll
            Paule Panzer

  4. Hugh sagt:

    völlig richtig, für Sie und für mich auch. Für die Soziologenzunft auch? Diese Erklärung, ohne Namensnennung von Ross und Reiter passt in die anti Männerrechtler-Kampagne von HBS und FES. Aber Sie haben Recht, es fehlen nicht Satiretags, sondern Ironietags. Und dass wir uns hier darum streiten, verdient die auch. Ich denke das sind Rosenbrock&CO nicht wert.

  5. Br. sagt:

    Zufall oder nicht?
    Auf der gleichen Seite finde ich unter „Weitere Nachrichten in dieser Rubrik:“ die freudige Nachricht „Drei neue SozBloggerinnen“ 01.07.2014, verlinkt auf:
    http://www.soziologie.de/de/nc/aktuell/meldungen-archiv/aktuelles-singleview/archive/2014/07/01/article/drei-neue-sozbloggerinnen.html

    Konkret: Prof. Dr. Christine Wimbauer, Dr. Mona Motakef und Julia Teschlade, M.A.,
    werden ab heute gemeinsam für die DGS bloggen.
    Christine Wimbauer ist Professorin für Mikrosoziologie mit Schwerpunkt Geschlechterverhältnisse an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
    Mona Motakef ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Mikrosoziologie mit dem Schwerpunkt Geschlechterverhältnisse, ebenfalls an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
    Julia Teschlade arbeitet derzeit an ihrem Dissertationsprojekt und ist ab Oktober 2014 Doktorandin im Ph.D.-Programm Human Rights under Pressure an der Freien Universität Berlin.

    Alle drei kommen von der Duisburg-Essen, einer feministischen Hochburg, wo man auf der Webseite ständig Augenschmerzen von den Gender-Strichen bekommt:

    Prof. Dr. Christine Wimbauer, bisher „Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheit und Genderforschung“
    https://www.uni-due.de/de/presse/meldung.php?id=2588

    Dr. Mona Motakef, bis 1.4.14 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für Soziale Ungleichheit und Geschlecht
    https://www.uni-due.de/soziologie/motakef.php

    Julia Teschlade, M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für Soziale Ungleichheit und Geschlecht
    https://www.uni-due.de/soziologie/teschlade_zurperson.php

    Das ist jetzt natürlich nur eine Zufallsstichprobe, wer im Namen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie seine Ideologie verbreiten darf, aber über die Kräfteverhältnisse in der Standesgesellschaft (100+ Genderprofessorinnen gegen 1 Amendt) scheint mir das symptomatisch.

    Also ich glaube nicht, daß Amendt gemeint war.

    • Warum finden Sie es notwendig, darüber zu spekulieren, wer gemeint war und wer nicht? Fakt ist, dass sich der Vorstand der DGS pauschal mit “Soziologen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen” solidarisiert hat, die Hasskampagnen ausgesetzt sind und das trifft auf Gerhard Amendt zweifllos zu. Ob die Vorständler Amendt auf oder nicht auf der Rechnung hatten, spielt keinerlei Rolle.

      • Br. sagt:

        „Warum finden Sie es notwendig, darüber zu spekulieren, wer gemeint war und wer nicht?“

        Weil mir die Überschrift und dieser Satz spekulativ erschien: „Die Solidarität des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie kann daher eigentlich gar keinem anderen als Gerhard Amendt gelten.“

        Wir können uns aber gerne darauf einigen, daß niemand aus der Erklärung erkennen kann, wen der Vorstand gemeint hat und mit wem er sich in welchem Konflikt solidarisiert.

        Für Außenstehende, an die sich die Notiz des Vereins letztlich richtet, ist die Aussage des Vorstands wörtlich genommen irgendwie selbstverständlich und ohne konkrete Nennung der gemeinten Personen inhaltsleer. Es ist mir noch nicht einmal klar, ob eine der Parteien im Geschlechterkrieg gemeint ist, ich sammle keine Informationen über alle Beschimpfungen aller Soziologen in Deutschland.

        Wenn ich mir Seiten wie http://soziologie.de/blog/?p=3408 ansehe, wo die oben erwähnen feministischen Missionarinnen ihre Genderstriche als Symbole bzw. Propaganda für ihre Ideologie verbreiten dürfen, dann kann ich mir kaum vorstellen, daß dieser Verband zu irgendeiner Form von Feminismuskritik fähig bzw. willens ist.

        • @Br.

          das ist nicht „spekulativ“ , sondern eine schlichte logische Implikationsbeziehung:

          PRÄMISSE 1:
          WENN der DGS-Vorstand sich mit Soziologen solidarisch erklärt, die sich mit der Variable Geschlecht oder Sexualität beschäftigen und im Zuge dieser Beschäftigung Anfeindungen ausgesetzt sind,

          und

          PRÄMISSE 2:
          WENN empirisch zutrifft, dass Herr Amendt sich mit diesen Themen beschäftigt und im Zuge dieser Beschäftigung Anfreindungen ausgesetzt ist,

          DANN ergibt sich als logische Schlussfolgerung:

          KONKLUSION:
          Der DGS-Vorstand hat sich mit Herrn Amendt solidarisch erklärt.

          Das ist logisch NOTWENDIGERWEISE so, ob der DGS-Vorstand das nun gewollt hat oder nicht, ob er es mag oder nicht – alles völlig egal. Es ergibt sich nun einmal LOGISCH und NOTWENDIGERWEISE aus den oben genannten Prämissen.

          Welche Möglichkeiten gibt es nun also für den DGS-Vorstand, wenn er sagen wollte, dass er sich mit Herrn Amendt NICHT solidarisch erklärt habe?

          Die folgenden:

          1. Er lässt Prämisse 1 fallen bzw. formuliert sie um und zeigt damit, dass das ein PR-Gag war oder schlichte Bigotterie und gemeint war:
          der DGS-Vorstand erklärt sich mit Soziologen solidarisch, die sich mit der Variable Geschlecht oder Sexualität beschäftigen und im Zuge dieser Beschäftigung Anfeindungen ausgesetzt sind UND die dem DGS-Vorstand ideologisch in den Kram passen,

          2. Er bestreitet die empirische Geltung von Prämisse 2.
          Er könnte behaupten, Herr Amendt würde sich gar nicht mit Geschlecht oder Sexualität beschäftigen, oder er könnte behaupten, dass Herr Amendt gar keinen Anfeindungen ausgesetzt war. Von beidem lässt sich leicht zeigen, dass es empirisch falsch ist.

          Hieraus wiederum ergibt sich, dass der DGS-Vorstand nur die 1. Möglichkeit wählen könnte, also die 1. Prämisse verändern, und damit wäre er als bigott identifiziert.

          That’s it – q.e.d.

          Das sind die Vorteile der Logik!

          • Andreas H. sagt:

            Jetzt ist nur noch die Frage, ob Herr Amendt, der nun ein DGS-Solidaritätswürdiger ist, auch ein Recht auf pekuniäre Zwangssolidarität der Mitglieder der DGS hat. Solidarität ist heute in der Politik und Teilen der Sozialwissenschaften als Zwangsabgabe des Steuerzahlers vorgeblich zu Gunsten des Solidaritätsempfänger definiert. Herr Amendt hat erhöhte Aufwendungen um seiner Profession als Soziologe unbeschadet nachgehen zu können. Vielleicht ist die DGS-Solidarität so groß, dass die Übernahme der Kosten ein Zeichen für die soziologische Verpflichtung einer wissenschaftlich offene Geschlechterforschung sein könnte.

      • Hugh sagt:

        Weil ich gerne lache. Und über Heuchler, und das ist der Soziologen-Verband für mich, besonders gern. Ich bin gerade erst aus dem Ausland zurück. Ich muss mich erst wieder dran gewöhnen, dass man als Wissenschaftler in Deutschland zum Lachen in den Keller geht. Nichts für ungut.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

          Wir haben auch gelacht – aus Freude über die Selbstverplichtung der DGS und keineswegs im Keller! Gerade das hat uns dazu bewegt, einen Artikel über diese Selbstverpflichtung des DGS-Vorstandes zu schreiben, auf dass er öffentlich werde und viele weitere Lacher finde.

  6. Omti sagt:

    Sind sie sicher, dass die Amendt meinten und nicht vielleicht Kemper? Wenn ich mich richtig entsinne war der auch Soziologe und versteht sich auch als Geschlechterforscher. Wenig überraschend wurde er für seine „Forschung“ von männerrechtlicher Seite recht hart angegangen.

    Es würde mich nicht überraschen wenn in einigen Tagen der Hinweis kommt, dass Amendt nicht gemeint war.
    Andererseits, vielleicht meinen sie es ja ernst. Mal sehen.

    • Ist das so schwer zu verstehen: Der DFG Vorstand hat sich hinter ALLE Wissenschaftler gestellt, die die folgenden beiden Bedingungen erfüllen:

      (1) Sie müssen sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen

      >

      und (2) einer Hasskampagnen ausgesetzt sein

      Beides trifft auf Gerhard Amendt mit Sicherheit zu, also hat sich der DFG-Vorstand mit Gerhard Amendt solidarisiert.

  7. Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

    Ich hatte dies schon als Antwort auf Br. gepostet, aber mir scheint, dass es nicht schadet, wenn ich das hier noch einmal poste – für den Fall, dass Leser nicht die Antworten lesen, die Kommentatoren auf ihre Kommentare erhalten.

    Also:
    Es ist vollkommen egal, wen der DGS-Vorstand meinte oder nicht meinte, denn er hat sich mit seiner Aussage zur Solidarität auch mit Herrn Amendt verpflichtet. Und zwar deshalb:

    PRÄMISSE 1:
    WENN der DGS-Vorstand sich mit Soziologen solidarisch erklärt, die sich mit der Variable Geschlecht oder Sexualität beschäftigen und im Zuge dieser Beschäftigung Anfeindungen ausgesetzt sind,

    und

    PRÄMISSE 2:
    WENN empirisch zutrifft, dass Herr Amendt sich mit diesen Themen beschäftigt und im Zuge dieser Beschäftigung Anfreindungen ausgesetzt ist,

    DANN ergibt sich als logische Schlussfolgerung:

    KONKLUSION:
    Der DGS-Vorstand hat sich mit Herrn Amendt solidarisch erklärt.

    Das ist logisch NOTWENDIGERWEISE so, ob der DGS-Vorstand das nun gewollt hat oder nicht, ob er es mag oder nicht – alles völlig egal. Es ergibt sich nun einmal LOGISCH und NOTWENDIGERWEISE aus den oben genannten Prämissen.

    Welche Möglichkeiten gibt es nun also für den DGS-Vorstand, wenn er sagen wollte, dass er sich mit Herrn Amendt NICHT solidarisch erklärt habe?

    Die folgenden:

    1. Er lässt Prämisse 1 fallen bzw. formuliert sie um und zeigt damit, dass das ein PR-Gag war oder schlichte Bigotterie und gemeint war:
    der DGS-Vorstand erklärt sich mit Soziologen solidarisch, die sich mit der Variable Geschlecht oder Sexualität beschäftigen und im Zuge dieser Beschäftigung Anfeindungen ausgesetzt sind UND die dem DGS-Vorstand ideologisch in den Kram passen,

    2. Er bestreitet die empirische Geltung von Prämisse 2.
    Er könnte behaupten, Herr Amendt würde sich gar nicht mit Geschlecht oder Sexualität beschäftigen, oder er könnte behaupten, dass Herr Amendt gar keinen Anfeindungen ausgesetzt war. Von beidem lässt sich leicht zeigen, dass es empirisch falsch ist.

    Hieraus wiederum ergibt sich, dass der DGS-Vorstand nur die 1. Möglichkeit wählen könnte, also die 1. Prämisse verändern, und damit wäre er als bigott identifiziert.

    That’s it – q.e.d.

    Das sind die Vorteile der Logik!

    Sie erlaubt es uns in diesem Fall, den DGS-Vorstand nicht so einfach aus der Verpflichtung herauskommen zu lassen.

    Und genau das würden wir doch tun, wenn wir von vornherein annehmen würden, dass der DGS-Vorstand seine Solidarität bestimmten Leuten vorbehält. Wenn der das tun will, muss er es öffentlich erklären oder in seinen Handlungen zeigen, und dann können wir ihn öffentlich als bigott identifizieren. Wenn wir uns diese Gelegenheit nehmen lassen würden, würden wir uns einfach strategisch dumm verhalten, und das wäre in der Auseinandersetzung um „hearts and minds“ wie man so schön sagt, kontraproduktiv.

    Und deshalb ist es wichtig, den DGS-Vorstand in die Pflicht zu nehmen und uns nicht ohne Not in das hineindenken, was im Vorstand vielleicht gedacht wurde oder nicht, und auch nicht von vornherein das Feld zu räumen, indem wir sagen: ach, das ist es nicht wert, dass wir uns damit beschäftigen.

    Warum sollten wir uns nicht mit etwas beschäftigen, das uns einen so schönen Argumentationsvorteil verschafft? Das wäre auch wieder strategisch dumm!

    Und wer weiß: Vielleicht geschehen Zeichen und Wunder, und der DGS-Vorstand meint seine Solidaritätserklärung ernst – vielleicht hat dort jemand ja persönliche Integrität, und ich sehe keinen Grund, dieselbe zu diesem Zeitpunkt ALLEN im DGS-Vorstand absprechen zu müssen.

    • Karl V. sagt:

      PRÄMISSE 3: Gerhard Amendt ist Soziologe.

      Diese Zuschreibung könnte auf drei naheliegenden Mermalen beruhen: (a) Amendt besitzt eine Professur, die der Soziologie gewidmet ist, (b) er ist Mitglied in einer soziologischen Fachgesellschaft (vornehmlich der DGS) oder (c) er hat einen soziologischen Hochschulabschluss.

      Die DGS könnte bestreiten, dass c) ausreicht, um als Soziologe betrachtet zu werden. Falls a) nicht zutrifft könnte b) die Mitgliedschaft recht einfach von der DGS entzogen werden und Amendt somit zum Nicht-Soziologen erklärt werden.

  8. S.P. sagt:

    Wie erfrischend ist es, nach dem Lesen all dieser Antworten, zu erkennen, dass es noch mehr im Leben gibt, als eine Genderdebatte. Fast einschüchternd empfand ich viele Kommentare, die so klar in ihren Argumentationen schlüssig erscheinen und die Gefühle in den Hintergrund drängen, bei mir als Leser, Leserin, Leser_in. Und doch weckten sie lange verschollene wissenschaftliche Fähigkeiten, die so ad hoc nicht an die Oberfläche kommen in einer Ausgereiftheit die ihres Gleichen suchen könnte. Doch was mich stört…? es ist in meinen Augen, keine Errungenschaft, dass sich die DGS solidarisch erklärt. Es ist ein Rückschritt. Die sich solidarisch erklärende DGS vermittelt das Bild vom schutzlos ausgelieferten Wissenschaftler, dem geholfen werden muss. So wie der überspitzt formuliert „ritterliche“ Mann, der Frau zur Quote verhilft, ohne die eigene Intentionen bewusst zu erkennen, verhilft hier die DGS Genderforschern zu einem Schulterklopfen. Die DGS als väterlicher Freund, hilft dem der sich in der Welt behaupten möchte, weil er es alleine nicht kann? weil er bedroht wird. Auch wenn die Bedrohung sicher real ist und ernstzunehmend, kann ich nicht umhin aufsteigende Bilder zu ignorieren, die mir fast satirische Parallelen aufweisen. Die DGS als Sozialarbeiter im Frauenhaus – der Genderforscher als Geschlagener. „Wir erklären uns solidarisch.“ Wenn sich mir solche inneren Bilder aufzeigen, wird es auch andern so ergehen können und hiermit gibt man denen die sich in feministischen Hasstiraden ereifern, eine Genugtuung, sie verhelfen dieser eventuell zu einem psychisch genüsslichen Hochgefühl.
    Nun denn. Es hätte dem DGS gut gestanden, Position zu beziehen, Namen hin oder her, Position zu den „Taten“ die begangen wurden. Hasstiraden, Verunglimpfungen, Diskreditierungen gegen schreibende Soziologen, ausgeführt von Wissenschaftlern? Feministen? Studenten etc.?, im Schutze von Organisationen und Hochschulen, so wie von Universitäten. DieseAnfeidnungen müssen benannt werden und ihr Gewicht und Wirkung, Auswirkung muss Beachtung finden.
    Wenn Hasstiraden, Angriffe sogar auf Personen die über Verbales hinausgehen oder Ausgrenzung (Ausladungen) erfolgen, sind es diese Fakten, die nicht an Macht verlieren, nur weil man ihnen ein Gegenüber setzt, welches sich DGS nennt.
    Es zeigt sich auf, das Menschen die Hass empfinden einen Grund verspüren so zu empfinden und es zeigt sich deutlich die Grenze der Wissenschaft auf, die hier mit wissenschaftlichen Belegen, Zitaten, Diskussionen und immer wieder Belegen um Hypothesen zu untermauern kein Verständnis ernten und aber auch keines geben. Hier sind andere Worte angebracht und nur diese können wenn überhaupt eine Annäherung, oder wenigstens doch eine Akzeptanz ebnen. Doch Religion, Psychologie und menschliches Mitfühlen haben keinen Raum in der wissenschaftlichen Erhebung und so bleiben Kränkungen ohne „Entschuldigungen“ oder einem Anerkennen, dass sich ein Mensch gekränkt fühlt, bestehen.
    Wenn es hier also im Blog eingangs begrüßt wird, das der DGS sich solidarisch erklärt, bedauert wird, das keine Namen wie der von Amendt genannt wird, begrüße ich es, dass überhaupt ein Hinschauen endlich möglich wird, ein Hinschauen, wie die Öffentlichkeit sich anderer Meinungen, als der eigenen entledigt.

  9. JeanP sagt:

    Genderama verlinkte heute dies
    Wikipedia: Unterdrücken und Blockieren
    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13001
    Es würde wohl nicht viel Sinn machen, eine Verlinkung des Sciencefiles-Beitrags in der Wikipedia zu versuchen …

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