Schule 2016: Kaderschmiede – Überwachungsstätte – totale Institution

Bildung, das war einmal. Seitdem in Regierungen und Ministerien Personen Einzug gehalten haben, die immer genau wissen, was richtig und vor allem, was falsch ist, wird Bildung abgeschafft.

Das ist kein Wunder, denn die ministerialen und politischen Verantwortlichen, sie wissen nicht, was man mit dem Hinweis will, dass der Zweck von Schulen darin besteht, Kindern und Jugendlichen das Instrumentarium beizubringen, das sie benötigen, um ein selbständiges Leben zu führen, also in erster Linie Lesen, Rechnen, Schreiben, Grundkenntnisse in Naturwissenschaften und Sprachen und Kenntnisse über die Funktionsweise der Gesellschaft, in der sie leben.

Lehrer und Schule in der DDREs ist auch kein Wunder, weil die ministerialen und politischen Verantwortlichen irritiert sind, wenn sie darauf hingewiesen werden, dass Wissen sich aus einem Korpus von Aussagen über die Realität zusammensetzt, die derzeit als bestätigt gelten.

Denn: Die ministerialen und politischen Verantwortlichen, sie wissen ganz genau, was richtige Bildung und richtiges Wissen ist, das in Schulen vermittelt werden muss. Sie kennen keinen Zweifel und keine Falsifikation, sind vielmehr im Besitz der einzig richtigen und wahren Kenntnisse. Und diese Kenntnisse, sie müssen Schülern eingetrichtert werden.

Entsprechend werden Bildungspläne geschrieben, in denen Schülern die richtige Form von Akzeptanz und Toleranz vermittelt werden soll. Abweichung nicht vorgesehen, denn wer abweicht, wer die Bildungspläne kritisiert, anmerkt, dass Schulen z.B. nicht der Ort sind, um politische Agitation zu betreiben oder sexuelle Präferenzen zu vermitteln, der ist ein Rechter oder ein Homophober oder beides.

Überhaupt gelten manchen bereits Grundschulen als homophobe Orte, weshalb es notwendig ist, bereits Grundschüler an den Gedanken zu gewöhnen, dass es Schwule und Lesben gibt, die sich einreden, sie hätten einen Kinderwunsch. Nicht, dass bereits Grundschülern Kenntnisse in Psychiatrie und Verhaltensstörung vermittelt werden sollen. Nein, sie sollen auf das eingenordet werden, was die politischen Verantwortlichen gerne als Normalität durchsetzen würden.

Dass schon Grundschülern die richtige ideologische Orientierung antrainiert werden soll, zeigt, wo der Feind steht: Eltern ist nicht zu trauen. Besser man entfremdet ihnen ihre Kinder so früh wie möglich, noch besser, man macht die Kinder zu Spionen des Staates im eigenen Elternhaus, eine Vision, die eine Reihe von Gutmenschen, die dafür sorgen wollen, dass Kinder Zugang zu Dritten haben, um von diesen Dritten gegen ihre Eltern unterstützt zu werden, bereits ausformuliert haben und in Bundestagsausschüssen vortragen.

Für George Orwell war der Gedanke, Kinder als Spione der Partei im Elternhaus einzusetzen, noch Dystopie. Heute soll der Gedanke zur Normalität erhoben werden und das Netz der Kontrolle darüber, dass Kinder auch der Norm entsprechen, der politisch-korrekten Norm, es wird immer enger. Schulpsychologen wachen darüber, dass Kinder und Jugendliche, die abweichen, nicht toleriert und schon gar nicht akzeptiert werden. Dauerhaft abwegige Ideen, wie z.B. der Hinweis von Schülern im Fach Ethik, dass die AfD eine demokratisch legitimierte Partei ist, werden entsprechend sanktioniert – negativ versteht sich.

Und natürlich weckt ein solches Schülerverhalten Verdacht, rückt die Eltern in den Fokus, die offensichtlich nicht ausreichend darauf hinwirken, Jugendlichen ihre verqueren Flausen über Meinungsfreiheit und demokratische Parteien auszutreiben. Vermutlich sind diese Eltern selbst Rechte, schlimmer: Rechtsextremisten aus der Mitte, die AfD wählen oder NPD oder sie gehören zum bewaffneten Untergrund … In jedem Fall müssen entsprechende Kinder überwacht und am besten, dem elterlichen Zugriff entzogen werden.

Wie gut, dass es mit dem Schulsozialarbeiter einen verlängerten Arm des Jugendamts in der Schule gibt, der schnellen Zugriff und Inobhutnahme des Schülers veranlassen und durchsetzen kann, denn auch Toleranz hat ihre Grenzen, Grenzen, die dann erreicht sind, wenn jemand sagt, die AfD habe demokratische Rechte und Meinungsfreiheit gebiete es, auch Mitglieder der AfD am öffentlichen Diskurs zu beteiligen und nicht wie Aussätzige zu behandeln.

Solcher Art Gedankengut ist in deutschen Schulen verpönt, denn in deutschen Schulen herrscht Toleranz und Akzeptanz, und wer denkt, die Darstellung der Entwicklung von Schulen zur totalen Institution, sie sei übertrieben, Schulen seien keine Überwachungsanstalt, die von staatlichen Stellen zum direkten Zugriff auf Schüler und als Mittel der Indoktrination und Sanktion nicht tolerierter und nicht akzeptierter Meinungen genutzt wird, dem sei ein Beitrag auf der Achse des Guten ans Herz gelegt.

Geschrieben hat den Beitrag ein Schüler mit Namen Christoph Schrön. Christoph Schrön erzählt vom Alltag an seinem Gymnasium in Württemberg, und zwar in einer sehr eloquenten Weise, die vermutlich auf eine Lektorierung durch Dritte zurückgeführt werden kann. Diese Lektorierung, dieser Schliff an Sprache und Ausdruck, ändert jedoch nichts an den Aussagen, die Christoph Schrön macht.

Wir haben uns eine Reihe von Aussagen herausgegriffen, die sehr deutlich machen, was aus manchen deutschen Schulen geworden ist und wollen die nun folgenden Passagen aus dem Text von Christoph Schrön mit der Empfehlung an den Schüler der neunten Klasse beginnen, die Schule zu wechseln, denn er ist offensichtlich bereits intelligenter als seine Ethiklehrerin (wozu es augenscheinlich nicht viel braucht), aber auch intelligenter als sein Chemielehrer und sein Gemeinschaftskundelehrer.

Jamula Indoktrination„[…] Ich bin Neuntklässler an einem württembergischen Gymnasium. Dort erlebe ich tagtäglich, wie Indoktrination von ideologisierten Lehrkräften an Schulen in großem Stile betrieben wird. Es fängt schon damit an, dass ein Chemielehrer, wenn er anstatt gelb, braun an die Tafel schreibt, sagt, er denke wohl schon wieder zu sehr an die AfD.

Aber es sind eben nicht nur solche kurzen Randkommentare. Im Gemeinschaftskunde-Unterricht wird beispielsweise zu Beginn der Stunde eine Folie auf den Tageslichtprojektor gelegt, auf der oben Wahlplakate der AfD und unten welche der NPD zu sehen sind. Dazwischen steht fett gedruckt: “Wo ist der Unterschied?”. Das vorhersehbare Ergebnis der Stunde lautet natürlich: Es gibt keinen.

Generell wird hier gelehrt, der böse amerikanische Kapitalist sei Schuld an allem Übel der Menschheit. Außerdem, daß Waffenexporte aus Deutschland die Kriege auslösen und ‘wir’ selbst schuld an ‘den Fluchtursachen’ seien, was Deutschland moralisch zur Aufnahme aller Flüchtlinge verpflichte.

In einer Ethikstunde wurde von einer Lehrerin erzählt, sie habe wirklich Angst davor, dass rechtsradikale Parteien wie die AfD, die ja Flüchtlingskinder erschießen wollten, durch Angst und Verblendung deutscher Bürger an die Macht kämen. Auf die Frage, was sie, wenn die deutsche Grenze illegal übertreten werde, tun würde, sagte sie lapidar, die Grenze werde nicht illegal überschritten und Waffen seien nie eine Lösung.

[…]

Vor einigen Tagen wurden an unserer Schule, anlässlich des deutsch-französischen Tages, Stellwände aufgestellt mit Schriftzügen wie ‚Terror kennt keine Religion‘ und in der großen Pause ein Rap in der Schulaula von den sechsten Klassen vorgetragen, dessen Aussage so viel bedeutet wie: ‚Keine Chance dem Fremdenhass und lasst die Grenzen weiter offen!‘ […].“

Vor allem Politikwissenschaftler und Bildungsforscher sollte diese Form der Indoktrination an den Alltag in sozialistischen Regimen, in China, der DDR, im Rumänien Ceaușescus erinnern, an Regime also, in denen Schulen dazu missbraucht wurden, politische Propaganda zu betreiben, den Nachwuchs auf Linie zu bringen und Elternhäuser zu identifizieren, die von der vorgegebenen Linie abweichen.

Für Goerge Orwell waren die Kinder, die ihre Eltern im Auftrag der Partei und in voller Überzeugung ausspionieren, die Eltern, die Angst vor ihren Kindern haben, ein krasses Bild, mit dem er seine Dystopie beschreiben wollte, in der Überwachung und Kontrolle jede Form von Freiheit vernichtet hat. Manche Schulen in Deutschland 2016 scheinen der Dystopie Orwells, die von den politischen Verantwortlichen als Normalität ausgegeben wird, schon sehr nahe gekommen zu sein.

Dass die Überwachung von Kindern und Eltern nicht erst in der Schule beginnt, kann in diesem Beitrag nachgelesen werden.

Wir haben es weit gebracht: Eigentlich ist die Vermittlung von Bildung durch staatliche Agenten eine Serviceleistung, die im Auftrag der Eltern, in derem Sinne und gegen Steuerentrichtung erbracht wird. Irgendwie hat sich unter politisch Verantwortlichen die Überzeugung festsetzen können, Bildung sie keine Serviceleistung des Staates, sondern die Gelegenheit, Eltern Erziehungskompetenzen zu entziehen und Kinder zu Agenten des Staates zu erziehen.

 
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26 Responses to Schule 2016: Kaderschmiede – Überwachungsstätte – totale Institution

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  2. Heiner sagt:

    Ich höre noch Steffi Spira auf der Demonstration am 4. November 1989, zum einen mit den Zitaten aus Brechts „Lob der Dialektik“ und den Wünschen für ihre Urenkel



    Nach knapp 25 Jahren haben wir den Staatsbürgerkundeunterricht wieder!

    Und das im tiefsten Westen!

    Es würde mich nicht wundern, wenn bald wieder Fahnenapelle und ähnliches eingeführt werden. Und als erstes wohl im grün geführten Spätzleland.

  3. corvusalbusberlin sagt:

    @ Heiner – Für Fahnenappelle sind Merkel und Gauck der Gauckler zuständig.
    Die haben‘ doch von der Pike auf gelernt.

    Warten Sie’s ab! Kommt alles! Nicht so ungeduldig!

    • Heiner sagt:

      @corvusalbus

      Ich sortiere gerade meine Bibliothek. Dank Ihrer Prophezeiung heb ich das Statut und Programm der SED mal lieber auf, wer weiß wozu es später nützt!:-)

    • Marcel Elsener sagt:

      Allerdings wird dann der Fahnenappell nicht mit der deutschen Fahne sondern mit der Europafahne der EU durchgezogen. Alternativ vielleicht auch noch mit der Regenbogenfahne; die ist nämlich so schön bunt. Und eine bunte Gesellschaft wollen wir doch alle haben, oder nicht?

  4. mmaus sagt:

    Ich hätte hier eine Lösung, wie man die Politik recht schnell, erfolgreich und nachhaltig aus der Bildung raustreiben könnte. Leider kommt die Idee irgendwie nicht so gut an bei Leuten, die es umsetzen könnten…

    http://www.directupload.net/file/d/4255/7mnexwqx_pdf.htm

  5. Wer die DDR mit ihrer ständigen Gängelei erlebt/erlitten hat,kann nur mit Sorge die derzeitige Entwicklung sehen,die schon wieder Meinungen zensiert und Verdächtigungen gegen kritische Geister offeriert.Man kann dieses Land zwar jederzeit ohne Probleme verlassen, aber die Menschen wollen mehrheitlich faire Chancen und das Recht auf freie Meinung und Lebensgestaltung im Heimatland.Ideologen hatten die Deutschen in ihrer Geschichte bereits viel zu Viele.

  6. Malandro sagt:

    Als Geschichte und Gemeinschaftskundelehrer (GGk) an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg weiß ich nicht, was genau meine Kollegen zu den genannten Themen sagen. Ich weiß nur, dass ich mich dazu nicht äußere, weil ich im Kollegium nicht isoliert oder zu einem Gespräch mit der Schulleitung zitiert werden möchte, wenn ich mich kritisch zur illegalen Einwanderung oder der höchstproblematischen Religion Islam äußere. Dabei unterrichte ich nur die Prinzipien unserer Demokratie auf Basis der Aufklärung. Dann gilt man bei vielen schon als rechtsextrem.

  7. walter sagt:

    Naja, dads Deutschland tatsächlich an den Kriegen und Flüchtlingen Schuld ist, und zwar direkt, das ist schon korrekt. Das hat der Schüler eben nicht verstanden. Selber denken ist eben schwer

    • Neurotoxic sagt:

      Ja ja… Deutschland ist an allen Kriegen der letzten 100 Jahre alleinschludig…
      Können sie die Schuld, für die derzeitigen Kriege und Flüchtlinge auch beweisen?

    • Ich weiß nicht, ob er das verstanden hat oder nicht.

      Ich denke, dass das auch völlig egal ist. Der Punkt ist doch, dass aus der Verantwortung für bestimmte Kriege, die Deutschland (und andere Länder auch) tatsächlich hat, keineswegs logisch notwendig impliziert, dass sich daraus eine Verpflichtung zu einem bestimmten Ausmaß an Hilfe oder zur Illusion der unbeschränkt leistbaren Hilfe ergibt. Es ist ein klassisches non sequitur.

      Offensichtlich hat die Lehrerin des Jungen die Verantwortung Deutschlands für (bestimmte) Kriege als ein Totschlag-Argument benutzen wollen. Es war für sie offensichtlich nicht Anlass, es als EIN Argument unter anderen in einer Diskussion zu würdigen, die sich um das Ausmaß des Wünschbaren und des Machbaren dreht.

      Und das allein genügt mir persönlich, um es sehr fraglich zu finden, ob diese Lehrerin für den Schuldienst geeignet ist!

      • Marcel Elsener sagt:

        Und selbst wenn die deutsche Regierung durch eine Kriegsbeteiligung eine gewisse Mitverantwortung dafür hat, heisst das ja noch lange nicht, dass auch der deutsche Souverän diesen Krieg wollte. Durch die Bündnisverpflichtungen gibt es hier vielmehr einen gewissen Mitmach-Automatismus, der keineswegs dem demokratischen Willen der Deutschen entsprechen muss. Das Dilemma der Repräsentativ-Demokratie: Wie repräsentativ für den (deutschen) Souverän sind die Parlamentarier tatsächlich, wenn sie solche Entscheidungen treffen? Ist die Repräsentativ-Demokratie überhaupt eine Demokratie? Wie kann sichergestellt werden, dass die Repräsentanten im Sinne des Souveräns entscheiden?

        Aber es ist wohl zuviel verlangt von den Lehrfunktionären an den öffentlichen Schulen, solche Fragen zu diskutieren. Dazu bedarf es nämlich der Fähigkeit des eigenen Denkens.

        Bundeskanzler Schröder hat seinerzeit Deutschland zumindest aus dem Irakkrieg weitestgehend rausgehalten. Wenn der feste politische Wille der Regierung da ist, geht das also durchaus.

        • Ja, ich stimme Ihrem Kommentar fast gänzlich zu, „fast“, weil es jenseits der direkten Kriegsbeteiligung viele subtilere Aktivitäten gibt, anhand derer Aufstände vorbereitet und ggf. systematisch unterstützt, manchmal auch regelrecht provoziert werden. Dabei spielt insbesondere die Kooperation von sogenannten Dissidenten im Exil eine Rolle.

          Sie ist nicht immer und grundsätzlich eine humane Unterstützung Andersdenkender (klar, man muss sich ja nur ansehen, wie z.B. in Deutschland mit deutschen Andersdenkenden umgegangen wird), sondern ein Element von Außenpolitik, das sich trefflich eignet, um Unfrieden in den Herkunftsländern der im Exil Befindlichen zu schüren bis hin zur Anzettelung von Revolutionen im Ausland.

          Z.B. ist m.W. noch keine Geschichte der Rolle verschiedener westlicher Staaten, auch Deutschlands, im Eritrea-Äthiopien-Krieg geschrieben worden. Ich hatte seinerzeit viele Bekannte und Freunde aus Eritrea, weniger, aber auch aus Äthiopien, und ich konnte die vom Bund geförderten Aktivitäten der Eriträer im deutschen Exil ganz gut verfolgen, inklusive der Zerwürfnisse zwischen ihnen und des schlichten Leides am eigenen Gewissen, das manche von ihnen, jedenfalls mehr als andere, hatten. Aufgrund all meiner Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, fand ich es sehr schwierig, in dieser Sache unter Erhalt eines einigermaßen reinen Gewissens Stellung zu beziehen.

          Ich füchte, dass es in manchen Fragen keine Reaktionsweisen gibt, die sozusagen immer richtig sind, weder die, sich NIEMALS an einem Aufstand oder Krieg zu beteiligen oder ihn zu unterstützen, noch die, Aufstand oder Krieg zu treiben, wann immer es einem wegen seiner Ideologie oder sonst einem persönlichen Vorteil in den Kram passt.

          Deshalb ist es ja auch so schwierig zu entscheiden, dass und wie viel Verantwortung man selbst für das Leid anderer Menschen in anderen Ländern trägt. Und überhaupt stellt sich diese Frage ja nicht nur mit Bezug auf gewaltsame Auseinandersetzungen.

          Also, das ist wirklich schwierig.

          Ich sehe immer lieber Frieden als Krieg, aber für mich gibt es eine Schwelle, ab der ein Frieden nichts mehr wert ist oder nicht mehr das kleinere Übel. Auch insofern stimme ich der Lehrerin des Schülers nicht zu, die einfach mitgeteilt hat, Waffen seien nie eine Lösung.

          Ich fürchte, dass das falsch ist. Sie bleiben so lange in einigen, bedauerlichen Situationen eine Lösung, wie sich Leute weigern, andere Lösungen zu ermöglichen, oder alles tun, um andere Lösungen zu verhindern, wie das gerade Politiker in Deutschland tun, die Andersdenkende beschimpfen, beleidigen, provozieren, ausgrenzen.

          So etwas kann auf die Dauer nicht gutgehen; man spricht besser beizeiten, aber wer nicht reden und den anderen akzeptieren will, wie geht man mit ihm um???

          Das alles könnte sinnvoll im Schulunterricht diskutiert werden, wenn man schon Sozialkunde und Politik in Schulen unterrichten will, oder für mich gehört es in den Ethik-Unterricht.

          Statt dessen Kinder und Jugendliche mit Pauschal-Aussagen inhaltlicher Art und Platitüden zu belästigen, ist nicht nur Kindesmissbrauch im eigentlichen Sinn, sondern eine Pervertierung der Anliegen, die man im Ethik-Unterricht oder angeblich im Sozialkunde- oder Politikunterricht hat.

  8. hwludwig sagt:

    Kommt denn keiner auf die Lösung dieses Problems, das hier sehr schön dargelegt wird?

    Der eigentliche Skandal in einer sogenannten „freiheitlichen Ordnung“ ist doch, dass das Bildungssystem in den Händen des Staates ist, so dass die jeweils herrschenden Cliquen bestimmen können, was und wie in den Schulen unterrichtet, wozu also die Jugend ausgerichtet werden soll.

    Wie das mit Freiheit und Selbstbestimmung der Lehrer und Eltern in Einklang zu bringen ist, muss mir einer mal erklären. Ein obrigkeitsstaatliches, hierarchisch strukturiertes, also auf Anordnung und Gehorsam aufgebautes Bildungssystem hat mit freiheitlicher Demokratie nichts zu tun. Es bleibt eine Fremdbestimmung der Eltern und Lehrer durch staatliche Vormünder, auch wenn diese nach einem scheindemokratischen Ritual unter mehreren Vormündern gewählt werden können.

    Die staatliche Schule ist in obrigkeitsstaatlichen Zeiten entstanden. Und der demokratische“ Staat hat das System übernommen und führt es im Interesse der herrschenden politischen Kaste fort.
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/12/20/das-staatliche-schulsystem-als-relikt-des-obrigkeitsstaates/

  9. FDominicus sagt:

    Es gibt drei Sachen da sollte ein Staat die Finger von lassen
    – von der Bildung
    – vom Geld (oder Zahlungsmittel …)
    – von der Religion

    Das dürfte reichen um 95 % aller aktuellen „politischen“ Probleme zu lösen.

  10. giovanni gruen sagt:

    …das war doch auch schon in der Vergagenheit nicht anders. Ich ( Bj. 61) denke da an meine Schulzeit – diese manipulativen Tendenzen waren auch damals durchaus schon erkennbar.

    • … ich glaube nicht, dass es in der Vergangenheit, auf die Sie sich beziehen, in einem vergleichbaren Ausmaß der Fall war wie heute.

      Mein Eindruck beruht zum einen auf der zunehmenden Offenheit, mit der „Erziehung zur Demokratie“ o.ä. oder jedenfalls zu dem, was irgendeine Kaste von Gutmenschen gerade anderen Menschen als Wahrheit mitteilen will, in den Bildungsplänen verankert wurde und überhaupt Fächer sehr gestärkt wurden, die großen Raum für derlei (Um-/)Erziehung bieten wie Sozialkunde, Politik etc. in relativem Gegensatz zu Mathematik, Biologie, Englisch etc. Aber selbst der Deutschunterricht ist nach allem, was ich beobachte, in weiten Teilen zweckentfremdet worden hin zu „Erziehung an und mit Texten“ und weg von Sinn und Unsinn von Sprachgebrauch und der Aufklärung über Semantik, Syntax und Grammatik (wie z.B. die Flut von logisch unmöglichen und daher unverständlichen Formulierungen wie „oder auch“ zeigt, mit denen wir heute konfrontiert sind.

      Zum anderen habe ich meine eigenen Erfahrungen, und wenn ich (Bj. 64) meinerseits an meine Schul- und Studienzeit zurückdenke, dann gab es mehr oder weniger gut versteckten Standesdünkel einiger Mitschüler und später an der Uni auch von zwei Professoren (von vielen Professoren in den vier Fächern, die ich studiert habe), den ich als Kind mit Arbeiterhintergrund erfahren habe, aber Manipulation mit Bezug auf politische Gesinnung oder darauf, was wir zu denken hätten, gab es während meiner Schul- und Studienzeit, wenn überhaupt, dann in so geringem Ausmaß, dass es unterhalb meiner Wahrnehmungsschwelle geblieben ist.

      Bewusst erfahren habe ich eher das Gegenteil, nämlich ein betont liberales Klima, in dem inhaltliches Denken in aller Regel (und völlig zu Recht) gegenüber formalem Denken in den Hintergrund getreten ist. Und inhaltliches Denken in Form von „das ist gut und hat für dich auch gut zu sein“ wäre als sehr schlechter Stil angesehen worden, und ihm wäre eher mit peinlicher Berührtheit begegnet worden.

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  14. Firestarter sagt:

    Sehr selten kommentiere ich Artikel, aber hier fühle ich mich doch genötigt dazu.
    Ich bin 41 Jahre und der Kapitalismus zog bei mir in der 8. Klasse einer Polytechnischen Oberschule ein.
    Damals haßte ich die Schule, ich hatte ständig Probleme mit meiner Einstellung zum realen „Sozialismus“ und der Probaganda Geschichten der damaligen Lehrer.
    Ich war weder bei den Pionieren, noch in der FDJ.
    Selbst in der eigenen Klasse war es schwierig den Mitschülern gerecht zu werden.
    Meine Eltern sind in die Kirche gegangen und ich wurde konformiert und blieb der Jugendweihe fern.
    Ich denke, damals gab es schon Akten über mich.
    Nun nach der Wende plötzlich wurde ich von der Lehrerschaft fast „geheiligt“ und bekam gute Abschlußnoten zugeschanzt.
    Am Anfang war ich froh als endlich die Grenzen sich öffneten und ich Verwande besuchen konnte. Zuallererst reiste ich nach Amerika, dann nach Asien.
    Ich war wirklich glücklich darüber „frei“ zu sein.
    Jetzt bin ich Mutter einer 6 jährigem Tochter die im September in die Schule geht.
    Wir haben uns für die Waldorfschule entschieden, daß ist noch einigermaßen vertretbar.
    Dort wird es keine Flüchtlingskinder geben, die Schule ist recht teuer.
    Man könnte sagen ich halte mein Kind von der Realität fern. Dem ist nicht so, ich möchte sie nur beschützen.
    Wir leben im Westen Deutschlands in einer mittelgroßen Stadt. Ich traue mich nicht mehr aus der Stadt allein nach Haus zu laufen.
    Meine Tochter und ich haben lange Haare, wir wollten Döner kaufen. Ich bin rückwärts aus dem Laden raus, drinnen stand eine Horte Männer die uns lüstern begafften.
    In was für einer Welt leben wir denn?
    Das kann man nicht mehr gut heißen.

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  17. BeFree sagt:

    Das III. Reich hatte es im ganzen Reichsgebiet auf lediglich 38 NAPOLAs und 11 Adolf Hitler Schulen plus 1 in Iglau (Böhmen und Mähren) gebracht – besondere Schulen zur seinerzeit polcor nationalopolitischen Bildung.
    Die NapolasNEO des linksgrün versifften Meinungsterrors sind heute die Regelschulen. In Deutschland gab es davon im Jahre 2006 z.B. 36.888 öffentliche Schulen, in denen wie damals nur eben andersherum nach links verbogen, verkleistert und bis zur sexuellen Triebhaftigkeit durch Vervielfaltung der Geschlechter – an jeglicher Biologie vorbei – einseitig gesteuert wird. Und da meinen Zeitgenossen, einem stets noch immer belehren zu müssen wie schrecklich damals die Nazidiktatur war.
    Ich empfinde die linksGRÜNE und polcor Schule moderner Zeitrechnung sowie die allgemeine Bürgerentmündigung unter der Führerin Angela Merkel mit ihrer staatsfinanzierten SchutzStaffel, der sich nun Antifa nennt, als die viel perfidere Diktaturbesch(w)ulung der Nation, die sich derselben, wenn auch stark optimierten Meinungsmanipulations- und Meinungsgleichschaltmedien – die nun ÖRR oder auch Zwangsrundfunk und Lügenpresse genannt werden – bedient.

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