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Dystopischer Blick in die Windkraft-Zukunft: Paderborner Perspektiven (Ziehen sie sich warm an!)

Gerade hat Christian Stöcker, der sich nicht beklagt, neben einer Ampel nebst vierspuriger Straße zu leben und dem auch die Starts und Landungen am Hamburger Flughafen nichts ausmachen, im Spiegel den Landeiern den Krieg erklärt: Es gibt nach Stöcker kein Recht auf ländliches Idyll. Nicht, wenn es um die Zukunft geht. Die Zukunft, das ist immer die Zeit, in der es zukünftigen Generationen angeblich gutgehen soll. Mit der nicht prüfbaren Behauptung, dass es ihnen gutgehen wird, soll denen, die heute leben, versüßt werden, dass ihnen Lebensqualität gestohlen wird.

Aber damit ist jetzt Schluss, Stöcker hat es im Spiegel beschlossen:

“Es gibt bei uns eine Zweiklassengesellschaft: Die einen müssen mit den Zumutungen der modernen Welt leben, die anderen nehmen zwar deren Vorteile für sich in Anspruch, möchten aber von Belästigungen bitte schön ausgenommen werden. Und zwar buchstäblich flächendeckend.

An dieser Stelle ein Hinweis für alle Fans des ländlichen Idylls: Die verheerenden Folgen der Klimakrise werden sich nicht auf urbane Gebiete beschränken. Sie werden mehr Arten vernichten als alle Windräder der Welt zusammen [Interessant, dass Stöcker nicht nur einräumt, dass Windkraft zum Artensterben beiträgt, er sagt auch, dass ihm das vollkommen egal ist.].”

Ja, die gute alte Zweiklassengesellschaft, in der diejenigen, die sich die Stadt zum Leben ausgesucht haben, denen, denen das städtische Treiben zuwider ist, ihr ländliches Idyll neiden und versauen wollen. Man muss sich die Aussagen von Stöcker wirklich auf der Zunge vergehen lassen. Weil er seinen Arsch nicht aus der Stadt heben will und in der Stadt mit Verkehrs- und Fluglärm konfrontiert ist, deshalb will er denen, die auf derartige Errungenschaften der Moderne auf dem Land verzichten, das, was er ländliches Idyll nennt, vermiesen, mit Windrädern zubauen.





Es ist wohl eine typisch deutsche, eine typisch linke Eigenschaft, den eigenen Ärger über die Lebensumstände, die man nicht ändern will oder kann, auf andere zu projizieren und zu versuchen, Gleichheit dadurch herzustellen, dass man auch anderen das Leben vermiest. Wenn wir das, was Linke gemeinsam haben, auf einen Punkt bringen müssten, auf zwei Worte, dann wären dies Boshaftigkeit und Missgunst.

Doch zurück zu Stöcker. Er entpuppt sich als Lobbyist der Industrie, beklagt die Tatsache, dass in einer Industrie, deren Angebot darin besteht, hochsubventionierte, nicht wettbewerbsfähige und unzuverlässige Energieproduktionsmittel bereitzustellen, Stellenabbau betrieben wird, weil die Nachfrage ins Stocken geraten ist, weil der Bau von Windrädern nur noch gelegentlich genehmigt wird, weil sich Anwohner dagegen wehren, mit dem ineffizienten Schrott konfrontiert zu werden, dessen Entsorgung ungeklärt ist und der keinerlei Beitrag zum Hysterie-Objekt leistet, das inszeniert wird, um den Widerstand gegen die Drehflügel-Armada zu ersticken: dem angeblich von Menschen gemachten Klimawandel.

Stöcker kann das gar nicht leiden.

“Die organisierten Freunde des Landlebens ohne ästhetische Störungen sind Deutschlands Gelbwesten. Statt auf Demonstrationen setzen sie auf Verordnungen, Genehmigungsverfahren, Klagen. Der Ausbau der Windkraft ist hierzulande bekanntlich fast vollständig zum Erliegen gekommen.”

Der Rechtsstaat, er ist wie immer ein Hindernis bei der Durchsetzung sozialistischer Verhältnisse. Nichtzuletzt deshalb hat ihn bereits Lenin zum bürgerlichen Relikt erklärt und abgeschafft. Stöcker würde den Rechtsstaat auch gerne abschaffen, damit Windräder nach Lust und Laune gebaut werden können. Aber, grauselige Realität:

“Politisch besonders wirkmächtig sind aber offenbar die vielen deutschen Windkraft-Gelbwesten. Künftig soll ein Weiler mit fünf Häusern reichen, um einen Kreis mit einem Radius von tausend Metern und damit eine Fläche von über drei Quadratkilometern zur windradfreien Zone zu machen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig von Deutschland. Am morgigen Montag soll das Bundeskabinett das beschließen.”

Das ist geradezu programmatisch für den Sozialisten, für den Kollektivisten, der Individuen nur als Masse gelten lässt, der den Einzelnen ignoriert und übergeht, weil ein Einzelner im Sozialismus kein Lebensrecht genießt, nur als Gruppenmitglied überhaupt einen Anspruch auf Vorkommen erheben kann. Stöcker ereifert sich darüber, dass wenige Individuen Schutz genießen sollen und nicht Kollektive. Und der Grund, weshalb er sich darüber ereifert, ist, wenn man ihm glauben kann und nicht annimmt, dass er von Windkraftunternehmen finanziert wird, der Grund, den Sozialisten immer haben, wenn sie Individuen opfern: Das große Ganze, die bessere Zukunft, die Utopie, das was nicht ist, aber sein soll, bzw. neuerdings, das, was nicht ist und auch nicht sein soll: Die phantasierte Klimakatastrophe.

Schreiber wie Stöcker benutzen den Hoax vom menschengemachten Klimawandel, um den Frust über die eigenen Lebensumstände zu instrumentalisieren und die Lebensumstände anderer zu verschlechtern. Sie finden offensichtlich Freude daran, das “ländliche Idyll” zu zerstören, sind Meister des fehlerhaften Analogieschlusses, denn die Tatsache, dass es selbst in Deutschland noch Flächen geben soll, die nicht verschandelt sind, wird nicht dadurch zum Übel, das man beseitigen muss, dass es Flächen gibt, die bereits verschandelt sind, wie Stöcker allen Ernstes behauptet. Gleichheit im Dreck, scheint seine Maxime zu sein. Schreiber wie Stöcker kommen nicht einmal auf die Idee, die Erzählung vom menschengemachten Klimawandel, die mehr als eine Anomalie zu bieten hat, zu hinterfragen. Sie wollen, dürfen die Erzählung nicht hinterfragen, denn die Erzählung liefert ihnen den Hebel, den sie ansetzen wollen, um das “Idyll”, um das sie andere beneiden, zu zerstören.

Vermutlich schwebt Stöcker eine flächendeckende Lösung wie die folgende aus Paderborn vor, die derzeit durch die ausländische Presse geht.
Wenn Sie auf dem Land leben und Ihr Blick noch nicht durch ineffiziente, hochsubventionierte Energieproduktionsmittel verstellt ist: Das ist, was Leute wie Stöcker aus ihrem Land machen wollen!


Der letzte Beitrag, den wir geschrieben haben und in dem Christian Stöcker die Hauptrolle spielt, finden sich hier: Spiegel versucht sich in Logik und scheitert grandios.


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