Miserable Bilanz für Distanzunterricht: Wie Politik-Darsteller willkürlich die Zukunft von Schülern zerstören [Meta-Studie]

Wenn es darum geht, die Bevölkerung vor SARS-CoV-2 zu retten, dann muss man bereit sein, über Leichen zu gehen und Leid zu verbreiten.
Über die Leichen derer, die als Folge der Impfung versterben werden.
Über die Leiden derer, die aufgrund einer Impfung schwer erkranken und die vermutlich nie schwer an COVID-19 erkrankt wären.

Mehr dazu kann man hier lesen.

Aber damit nicht genug:

Man muss ignorant sein gegenüber all denen, denen die Maßnahmen zur Rettung der Volksgesundheit vor SARS-CoV-2 die Einkommensmöglichkeit, die sie sich aufgebaut hatten, zerstört hat, die nun im sozialen Netz zappeln, statt im eigenen Betrieb Gewinn zu machen.

Man muss ignorant gegenüber all denen sein, die vor Angst, sich im Krankenhaus anzustecken, notwendige Behandlungen aussetzen, deren Behandlung gestoppt wird, weil alle Ressourcen dem Warten auf die COVID-19 Erkrankten geopfert werden, deren Erkrankung nicht erkannt wird, weil die Vorsorgeuntersuchungen ausgesetzt wurden.

Und man muss schließlich einen feuchten Kehricht auf diejenigen geben, deren Zukunft von ihrer Schulbildung abhängt, davon, dass sie im Arbeitsmarkt eine vorzeigbare, schulische Qualifikation aufweisen können, die ihnen Anstellung ermöglicht, diejenigen, die schon heute durch extra-curriculare Dinge wie LSBTIQuatsch am sinnvollen Wissenserwerb gehindert werden: Schüler.

Bereits am 20 Mai haben wir eine Studie aus Tübingen besprochen, die zu dem Ergebnis gelangt ist, dass Regierungen, Schulverwaltungen und Schulen die Schüler, die im ersten und im zweiten Lockdown aus den Schulen ausgesperrt wurden, unnötiger Weise ausgesperrt wurden, die der Eitelkeit von Polit-Darstellern, die sich gerne als “große Entscheider” und “kompetente Führer” inzenieren wollen, geopfert wurden, quasi im Regen stehen gelassen haben, weil der angebliche Distanzunterricht, der die Schüler up to date halten sollte, in vielen Fällen überhaupt nicht stattgefunden hat.

Das Ausmaß des Desasters wird in der folgenden Abbildung dargestellt. sie zeigt, welche Möglichkeiten der Kommunikation genutzt wurden, um wenigsten einmal pro Woche oder noch seltener Kontakt zu Schülern aufzunehmen. Wie man sieht, Deutschlands Schulbildung befindet sich im Stadium eines digitalen Entwicklungslands, internetbasierte Angebote oder gar internetbasierter Unterricht kommt in 41% bzw. 33% der Schulen vor, wobei man feststellen muss, dass entsprechende Angebote auf dem Land mehr oder weniger nicht existent sind. Dass durch solche schiefen Verteilungen ein altes Cleavage, eine alte Konfliktlinie zwischen Stadt und Land, die in den letzten Wahlen sowieso schon offen zutage getreten ist, weiter vertieft wird, das dürfte klar sein.

Von einem digitalen Entwicklungslang mit Bezug auf Deutschland zu sprechen, das tut Entwicklungsländern eigentlich Gewalt an.

Das ganze Ausmaß des staatlichen Bildungsversagens ist nun im Rahmen einer Meta-Studi, die Svenja Hammerstein, Christoph König, Thomas Dreisörner und Andreas Frey von der Goethe Universität in Frankfurt durchgeführt haben, ans Tageslicht gekommen. Die Autoren haben 11 Studien zusammengesammelt, die zwei Kriterien gerecht werden: a) sie berichten Ergebnisse, die auf Daten, Leistungsdaten von Schülern basieren, die vor, während und nach Schulschließungen erhoben wurden und b) die Ergebnisse wurden mit statistische Methoden gewonnen, die es erlauben, den Effekt von Schulschließungen als statistische Kennzahl abzubilden.

Insgesamt 11 Studien aus unterschiedlichen Ländern haben die Autoren zusammengetragen. Die folgende Tabelle stellt die Studien im Hinblick auf die entscheidenden Kriterien zusammen:

Quelle: Hammerstein et al. (2021).
Quelle: Hammerstein et al. (2021).

Drei der elf berücksichtigten Studien haben Schüler in Deutschland untersucht. Alle finden sie einen negativen Effekt der Schulschließungen auf das Wissen der Schüler. Die beiden Studien von Depping et al. (2021) und Schult et al. (2021) untersuchen die Effekte für Mathematik-Kompetenz und Lese-Kompetenz getrennt und zeigen für beide einen Verschlechterung des Leistungsstands der Schüler als Folge der Schulschließungen.

Aus der Analyse aller berücksichtigten Studien folgt ein Ergebnis, das niederschmetternder nicht ausfallen könnte:

“In sum, there is clear evidence for a negative effect of COVID-19-related school closures on student achievement. The reported effects are comparable in size to findings of research on summer losses (d = -0.005 SD to -0.05 SD per week; see also Kuhfeld et al., 2021) and are slightly larger than Woessmann’s initial estimate. Hence, even though remote learning was implemented during COVID-19-related school closures, the effects achieved by remote learning were similar to those achieved when no teaching was implemented at all during summer vacation”

Mit anderen Worten: Der Leistungsstand von Schülern nach Distanzunterricht ist schlechter als zuvor, hätte kein Distanzunterricht stattgefunden, der Leistungsstand wäre nicht anders ausgefallen. Die Kompetenz-Verluste der Schüler gleichen denen, die nach den Sommerferien messbar sind. Man hätte sich den ganzen Zinnober um den Distanzunterricht schlicht sparen und Schüler sich selbst überlassen können. Der Effekt wäre derselbe gewesen.

Aber das geht natürlich nicht in einer Welt, die einzig auf die Aufrechterhaltung eines Anscheins und einer Inszenierung ausgelegt ist. Die Inszenierung verlangt von Polit-Darstellern zum einen, Panik zu verbreiten und Schulen mit viel Tamtam und trara zu schließen, obwohl es keinerlei Belege dafür gibt, dass Schulen überhaupt etwas zum Infektionsgeschehen beigetragen haben, aber viele Studien, die zeigen, dass Schulen mit Blick auf den Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 der sicherste Ort sind, und dieselbe Inszenierung verlangt von Polit-Darstellern, dass sie Sorge um die Ausbildung der nächsten Generation heucheln. Wären Sie besorgt, sie hätten Schulen nicht geschlossen. Dass sie nicht besorgt sind, das zeigt sich zudem daran, dass die Ersatmaßnahmen, die getroffen wurden, um die Schulschließung zu kompensieren, wirkungsloser nicht sein könnten und daran, dass das niemanden interessiert. Polit-Darsteller könnten gegenüber der Tatsache, dass sie eine Generation von Schülern die Zukunft verbaut haben, kaum gleichgültiger sein.

Es ist eben alles Inszenierung und schöner Schein, und wer hinter die Kulissen schaut, dem wird schlecht.


Hammerstein, Svenja, König, Christoph, Dresörner, Thomas & Frey, Andreas (2021). Effects of COVID-19-Related School Closures on Student Achievements – A Systematic Review.


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