Corona-Rätsel: Die Pandemie ist vorbei – oder? [LockIdioten]

Ist Ihnen auch aufgefallen, wie frenetisch die Lockdown-Maniacs, man könnte sie auch, um ihre Sprache zu nutzen: als LockIdioten bezeichnen, derzeit eine dritte Welle herbeischreiben, herbeireden, herbeisehnen: Dieses morbide Verlangen danach, dass die Fallzahlen, die das RKI täglich in die begierige Meute wirft, endlich wieder steigen, endlich wieder die Grundlage für mehr, noch mehr, noch rigideren Lockdown bieten, weil, wie bei jedem Maniac, die Befriedigung, die er aus seiner Manie gewinnt, mit jedem Mal geringer wird und deshalb fortwährend noch extremere Formen der Befriedigung gesucht werden müssen, um das gewohnte Maß der Befriedigung halten zu können?

Wir haben in diesem Post eine Vielzahl von Daten und Informationen zusammengetragen, die nicht nur dafür sprechen, dass die zweite Welle SARS-CoV-2 vorbei ist, sondern auch dafür, dass die Pandemie zuende ist (sofern es jemals eine Pandemie war), dass der Verlauf der SARS-CoV-2-Epidemie in den einzelnen Ländern grundsätzlich demselben Muster folgt, einem Muster, das unabhängig von der Stärke der Lockdown-Maßnahmen ist, was letztlich bedeutet, dass man mit einem Lockdown temporär die Höhe der Fallzahl, nicht aber den Verlauf der Epidemie beeinflussen kann, diesen zeitlich befristeten Minimalgewinn aber mit hohen Kollateralschäden, die eine direkte Folge der Lockdowns sind, bezahlen muss.



Beginnen wir mit zwei Abbildungen, die die Entwicklung der SARS-CoV-2 Fallzahlen, also der (vermeintlich) positiven Tests auf SARS-CoV-2 zeigen, links für Indien und rechts für Florida.

Indien ist wohl der erstaunlichste Fall, obwohl Florida nur knapp dahiner rangiert.

Noch im November 2020 war Indien auf dem Weg, der absolute Hotspot für SARS-CoV-2 und COVID-19 zu werden. Die Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren zu 90% ausgelastet und die täglichen Fallzahlen lagen jenseits der 100.000. Alle “Experten” waren sich einig, dass Indien beste Bedingungen für eine Verbreitung von SARS-CoV-2 bietet. Schon 1918/1919 hat Indien zu den Ländern gezählt, die die meisten Opfer der Spanischen Grippe zu beklagen hatten, 2020 würde das nicht anders sein. Das exponentielle Wachstum, das durch die beengten Verhältnisse, die Slums, in denen viele Inder leben, befördert werde, es werde in Indien dafür sorgen, dass die Fallzahlen und die Sterberaten alle Rekorde brechen. Ungeachtet der Expertenmeinung brechen die Fallzahlen in Indien ein und die Krankenhäuser leeren sich. Anfang Februar sind die Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser noch zu rund 20% ausgelastet. Ein indisches Wunder, und obwohl es in Indien im Frühjahr 2020 einen Lockdown des Landes gab, blieben die Maßnahmen stets hinter denen zurück, die in Deutschland oder dem Vereinigten Königreich getroffen wurden. Der Coronavirus Government Response Tracker der Blavatnik School of Government der University of Oxford weist für Indien einen derzeitigen Wert von 68,98 (0 – keine Restriktion, 100 volle Restriktion) aus, von März bis Ende April 2020 befand sich Indien in einem totalen Lockdown (Wert 100), seither sind die Maßnahmen kontinuierlich reduziert worden. Wie die Abbildung oben zeigt, ist eine zweite Welle in Indien trotz aller Expertenvorhersagen (dieselben Experten, die nun eine dritte Welle für Europa vorhersagen) ausgeblieben.

Dagegen hat es in Florida zwei Wellen gegeben, wie die Abbildung oben zeigt. Florida weist einen ähnlichen Verlauf der Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 aus, wie die folgende Abbildung zeigt:

Hallas et al. (2020).

Ein kurzer, rigider Lockdown wird seither von einer stetigen Verringerung der Restriktionen gefolgt. Die derzeitige Situation in Florida sieht so aus:

Die Maßnahmen, die in Florida seit dem 25. September 2020 in Kraft sind, lesen sich wie folgt:

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  • Personen über 65 Jahre und Personen mit Vorerkrankungen können vollständig am öffentlichen Leben teilnehmen, sollen aber Masken tragen und soziale Distanz einhalten.
  • Personen unter 65 Jahren sollen darüber nachdenken, ob sie Maske tragen und soziale Distanz einhalten wollen.
  • Arbeitgeber: Business as usual – kleinerlei Einschränkungen, Empfehlung von Telearbeit für Angestellte, die zu einer Risikogruppe gehören.
  • Es gibt keinerlei Mobilitätsbeschränkungen für Arbeitnehmer. Beim Reisen sollen die Richtlinien der CDC eingehalten werden.
  • Gaststätten und Restaurants können ihre Kapazität auf Außenflächen zu 100% auslasten, im Restaurant gilt eine Beschränkung auf 50% der Kapazität.
  • Bars, Pubs und Nightclubs, die mehr als 50% ihrer Umsätze aus dem Verkauf von Alkohol generieren, können ohne Beschränkungen und mit voller Kapazität betrieben werden.
  • Fitness-Studios sind geöffnet. Inhaber sollen adäquate Möglichkeiten zur Hygiene bereithalten. Die selbe Regelung gilt für Frisöre und andere persönliche Dienstleister.
  • Parks und Strände sind vollständig geöffnet.
  • Kinos, Theater, Spielhallen usw. sind voll geöffnet, es gelten keine Kapazitätsbegrenzungen.
  • Hotels, Motels und Ferienwohnungen/-häuser unterliegen keinen Beschränkungen.

In Florida herrscht das Gegenteil des Regimes, das z.B. in Deutschland oder dem Vereinigten Königreich herrscht. Vergleich man jedoch den Verlauf der SARS-CoV-2 Fallzahlentwicklung, dann ergeben sich keine Differenzen zwischen Florida, dem UK oder Deutschland:

Das dargestellte Verlaufsmuster scheint vollständig unabhängig von der Art der Gegenmaßnahmen zu sein, die Regierungen treffen. Deutschland und das Vereinigte Königreich erreichen auf dem “Stringency Index” der Blavatnik School of Government derzeit die Werte von 83.33 bzw. 86.11. Im Vereinigten Königreich sind seit Mitte Oktober strikte Regelungen, die in den einzelnen Nationen zu unterschiedlichen Zeiten in den Lockdown gemündet sind, der bis heute anhält, in Kraft. In Deutschland sind seit Anfang Dezember die Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 verschärft worden, die schließlich in den heutigen Lockdown gemündet sind. Dessen ungeachtet gleicht der Verlauf der Infektionskurve dem von Florida, obwohl in Florida seit Monaten keinerlei Lockdown mehr vorhanden ist.

Der Schluss, dass die rigiden Maßnahmen der Regierungen keinen Einfluss auf den VERLAUF von SARS-CoV-2 Epidemien haben, liegt nahe. Die folgenden Abbildungen zeigen den Verlauf in Taiwan, im Sudan und in Guatemala. Taiwan erreicht auf dem Stringency Index einen Wert von 19.44, der Sudan rangiert bei 25.93, Guatemala bei 43.06. In Guatemala waren von Mitte März bis Ende September strikte Regelungen in Kraft, die auf dem Stringency Index durch einen Wert von 96.03 erfasst werden. Seit Oktober sind nahezu alle Maßnahmen aufgehoben. In Taiwan gab es für kurze Zeit im März 2020 einige Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von SARS-CoV-2, dokumentiert in einem Wert für den Stringency Index von 35.19. Seit März 2020 gibt es nahezu keine Einschränkungen in Taiwan. Im Sudan gab es von April bis Anfang Juli Maßnahmen, die den in Deutschland getroffenen vergleichbar sind. Seither sind die meisten Einschränkungen aufgehoben worden.




Daraus, dass die Verteilung von Infektionen mit SARS-CoV-2 in allen dargestellten Ländern auf unterschiedlichem Niveau dem selben Verlauf folgt, kann man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass das Virus sich nicht exponentiell und nicht so leicht verbreiten kann, wie angenommen und behauptet. Offenkundig gelangt SARS-CoV-2 unabhängig von getroffenen Maßnahmen früher oder später an das Ende der Infektionskette. Das legt den Schluss nahe, dass es mit zunehmender Zeit für SARS-CoV-2 immer schwieriger wird, neue Wirte zu finden. Das kann am Verhältnis der bereits Infizierten, die, weil sie Antikörper gebildet haben oder verstorben sind, für SARS-CoV-2 nicht mehr zugänglich sind, zu den noch nicht Infizierten liegen, es kann auch daran liegen, dass die Verbreitung von SARS-CoV-2 nicht nur durch Antikörper, die als Folge einer Infektion gebildet werden, behindert wird, sondern durch t-Zellen Immunität oder andere, noch nicht entdeckte Hindernisse für die Verbreitung von SARS-CoV-2. 


Hallas, Laura, Habtibie, Ariq, Majumdar, Saptarshi, Pyarali, Monika & Hale, Thomas (2020). Variations in US states’ responses to COVID-19. Oxford: BSG Working Paper Series, BSP-WP-2020/034.


Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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