Junk Science: Enthemmte Mitte oder enthemmte Akademiker?

Alle zwei Jahre wieder, kommt sie auf uns nieder: die Mitte-Studie, in der sich Medizin- und Patchworksoziologen der Universität Leipzig, um Elmar Brähler an empirischer Sozialforschung versuchen. Die Mitte-Studie des Jahres 2012 haben wir bereits unter der Überschrift “Die Konstruktion des Rechtsextremismus” analysiert. Die 2014-Auflage der Mitte-Studie haben wir uns erspart. Die 2016-Auflage müssen wir wieder zur Kenntnis nehmen, als Reaktion auf sozialen Druck, der über unsere Mailbox ausgeübt wird. Ok. Wir analysieren die Mitte-Studie!

junk_scienceEine Veränderung vorweg: Nicht mehr die Friedrich-Ebert-Stiftung, sondern ein Konglomerat aus Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne), Otto-Brenner-Stiftung (Gewerkschaft) und Rosa-Luxemburg-Stiftung (LINKE) hat sich dieses Jahr bereiterklärt, die Kosten der Mitte-Studie zu übernehmen. Die Kosten allein für die Durchführung der Befragung, die zu 2.420 verwertbaren Interviews geführt hat, dürften bereits mehrere 100.000 Euro betragen. Es ist also auch 2016 wieder sichergestellt, dass Steuermittel in großem Umfang für die Mitte-Studie verbrannt werden, verbrannt deshalb, weil mit der Studie keinerlei wissenschaftlicher, sondern ausschließlich ideologischer Nutzen verbunden ist (Sofern man im Zusammenhang mit Ideologien überhaupt von Nutzen sprechen kann). Ideologischer Nutzen muss damit verbunden sein, sonst würden ihn nicht die drei linken Vereine von Parteien und Gewerkschaft mit den Steuergeldern bezahlen, die ihnen zugeschustert werden – oder handelt es sich hier nur um eine schlechte Angewohnheit?

Erhebungsmethoden

Die Mitte-Studie ist eine der Studien, die von sich behaupten, sie seien repräsentativ. Das an sich, ist bereits Unsinn, wie wir an anderer Stelle gezeigt haben. Im vorliegenden Fall kommen noch einige Irrtümer hinzu, die die Autoren wie folgt darlegen:

“Je größer die Stichprobe, desto geringer ist die Fehlerwahrscheinlichkeit. Das wichtigste Merkmal einer repräsentativen Erhebung ist allerdings, dass jedes relevante Merkmal in der Bevölkerung die gleiche Chance hat, in die Stichprobe einzugehen.“ (Decker et al., 2016: 25).

Enthemmte AkademikerZwei Sätze, zwei Fehler. Mit zunehmender Größe einer Stichprobe sinkt die Fehlerwahrscheinlichkeit nicht, denn die Fehlerwahrscheinlichkeit hat zunächst einmal nichts mit dem Umfang der Stichprobe, sondern mit der Qualität der Stichprobe zu tun: Wenn es gelingt, drei Deutsche zu finden, die so mittelmäßig sind, dass sie regelmäßig genau die Angaben zu Fragen machen, die die Mehrheit der Bevölkerung macht, dann ist die Fehlerwahrscheinlichkeit, also die Wahrscheinlichkeit, dass die Stichprobe die zugrundeliegende Population nicht abbildet, sehr gering. Wenn ich dagegen 5000 Mitglieder der Antifa zu Fragen des Anstands und der Moral befrage, werden am Ende der Befragung Ergebnisse stehen, die sehr weit von dem abweichen, was in der Mehrheit der Bevölkerung mit Anstand und Moral verbunden wird. Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist also hoch. Kurz: Die Leipziger Mediziner haben nicht viel Ahnung von empirischer Sozialforschung.

Das macht auch der Folgesatz deutlich, der von „relevanten soziodemographischen Merkmalen“ spricht. Dummerweise weiß man immer erst hinterher, welche Merkmale relevant für eine bestimmte Fragestellung sind. Wüsste man es bereits vorher, man müsste gar keine Befragungen durchführen. Abermals erzählen die Autoren Unsinn. Die Mär der Repräsentativität, sie behauptet, dass jedes Element der Grundgesamtheit, also im vorliegenden Fall, jeder, der in Deutschland lebt, die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in die Mitte-Befragung zu gelangen.

Auch hinter dem eigenen Anspruch, eine repräsentative Stichprobe der Gesamtbevölkerung gezogen zu haben, bleiben die Autoren und USUMA, ihr Umfrageinstitut aus alter Verbundenheit, zurück: Ihre Stichprobe hat verhältnismäßig zu viele junge (unter 45 Jahre) und alte (über 65 Jahre) Befragte, zu viele Frauen (55,3%), zu viele Geschiedene und zu wenige Befragte ohne einen Schulabschluss, gemessen an der Verteilung der entsprechenden Gruppen in der Gesamtbevölkerung. Und dies ist nur das Ergebnis einer kursorischen Prüfung.

Fazit zu den Erhebungsmethoden: Dilettantismus.

Befragungsmethoden

Die Mitte-Studie will vornehmlich „Rechtsextremismus“ messen. Rechtsextremismus ist der Verkaufsanker, der Köder, an dem sich die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten mit Sicherheit festbeißen, und der Köder, der öffentlich-rechtliche Medienanstalten wie die ARD, die Ergebnisse der Mitte-Studie nur zu gerne und ohne Prüfung übernehmen sieht (immer vorausgesetzt, Journalisten bei öffentlich-rechtlichen Medien stellen keine Negativauswahl dar, die zur Prüfung der entsprechenden Ergebnisse gar nicht in der Lage sind.).

Rechtsextremismus wird in der Mitte-Studie völlig ungewöhnlich und wie folgt definiert:

“Der Rechtsextremismus ist ein Einstellungsmuster, dessen verbindendes Kennzeichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen darstellen. Diese äußern sich im politischen Bereich in der Affinität zu diktatorischen Regierungsformen, chauvinistischen Einstellungen und einer Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Im sozialen Bereich sind sie gekennzeichnet durch antisemitische, fremdenfeindliche und sozialdarwinistische
Einstellungen. (Decker & Brähler, 2006)“(Decker et al., 2016: 29)

Die angeblichen Wissenschaftler sind nicht einmal in der Lage, sich selbst korrekt zu zitieren. Da es sich um ein wörtliches Zitat handelt, ist eine Seitenangabe aus Decker und Brähler zwingend notwendig. In jedem Einführungskurs in die Quellenkunde wären die Autoren durchgefallen, und Friedrich Kahlenberg würde in seinem Bundesarchiv rotieren, wenn er noch in seinem Bundesarchiv wäre.

Abgesehen davon wird Rechtsextremismus also als Oberismus einer Reihe von Unterismen definiert. Jeder der Unterismen wird sodann gemessen, und zwar anhand von je drei Items.

Die hohe Kunst der Befragung, sie hat eine Reihe von No-Goes definiert, d.h. von Arten und Weisen des Vorgehens und der Formulierung von Fragen, die ein lauterer Wissenschaftler vermeidet. Decker et al. meiden die entsprechenden Vorgehensweisen nicht. Man findet sie fast alle versammelt.

Holm_Alle Aussagen, denen die Befragten zustimmen können oder nicht, werden mit fünf Antwortoptionen präsentiert: „lehne völlig ab“, „lehne überwiegend ab“, „stimme teils zu teils nicht zu“, „stimme überwiegend zu“, „stimme voll und ganz zu“. Sobald es an die Auswertung geht, sind drei der fünf Antwortoptionen verschwunden, die Ergebnisdarstellung beschränkt sich weitgehend auf die Optionen „stimme überwiegend zu“ und „stimme voll und ganz zu“ und beide Optionen werden der Einfachheit halber zusammengefasst. Das ist eine der Unsitten der empirischen Sozialforschung, die häufig durch zu geringe Fallzahlen bedingt ist. Warum, so muss man fragen, wird mit „Likert-Skalen“ erhoben, wenn das erste, was bei der Auswertung verschwindet, eben jene Likert-Skala ist? Zur Erinnerung: Likert-Skalen sind mit Blick auf die Auswertung der Daten entwickelt worden, nicht mit Blick auf die Erhebung der Daten. Aber das wissen die Mannen um Brählert offensichtlich nicht.

Grundsätzlich ist das Zusammenfassen von Antwortkategorien ein zulässiges Verfahren, jedenfalls dann, wenn die Aussagen, denen Befragte zustimmen oder die sie ablehnen sollen, entsprechend eindeutig formuliert sind. Das sind sie im vorliegenden Fall aber nicht.

  • „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“
    „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet.“

Beide Aussagen sollen Ausländerfeindlichkeit messen. Wenn ein Befragter nun „stimme überwiegend zu“ zur ersten Aussagen als seine Antwortoption angibt, dann kann hinter dieser Angabe die Überlegung stehen, dass nicht alle Ausländer nach Deutschland kommen, um „unseren Sozialstaat auszunutzen“. Der entsprechende Befragte hätte sich somit an dem Wörtchen „nur“ gestört und mit Recht so, denn das Wörtchen „nur“ macht aus der Frage eine eine unzulässige Suggestivfrage, die darauf abzielt, entsprechende „affektuelle Reaktionen hervorzurufen“, wie Kurt Holm (1986: 64) das nennt. Man muss also annehmen, dass Befragte, die „überwiegend zustimmen“, die suggestive Ladung der Frage erkannt haben und ablehnen. Sie mit Befragten, die affektuell im vollen Umfang und damit so, wie suggeriert reagieren und „voll und ganz zustimmen“ zusammenzuwerfen, ist eine Manipulation der Ergebnisse, die den Ethikkrat der Profession beschäftigen müsste, wenn der entsprechende Ethikrat ein Ethikrat und kein Feigenblatt wäre.

Die selbe Argumentation kann im Hinblick auf die zweite Aussage anhand der Qualifikation „gefährlich“ vorgenommen werden. Wieder kommt man zu dem Ergebnis, dass die Daten von Decker et al. mit ihrer Zusammenfassung in einem nicht zulässigen Maß manipuliert wurden.

Noch ein paar Beispiele aus dem Schattenreich der suggestiven Fragen:

  • “Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“:
    Setzt voraus, dass der Einfluss der Juden einst zu groß war.
  • “Es gibt wertvolles und unwertes Leben.“Formuliert eine Bigotterie, wie sich nicht zuletzt daran zeigt, dass viele Menschen kein Problem damit haben, Tiere zu fressen und damit tierisches Leben zu vernichten, das sie wohl als unwert zu weiterem Leben angesehen haben.
  • “Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen sich nicht an“: Aus der Trickkiste der mehrfachen Stimuli, aus denen sich der Forscher aussuchen kann, was er gerne hätte. Sind die Befragten, die hier zustimmen, nun der Ansicht, Juden hätten etwas Besonderes an sich oder etwas Eigentümliches oder etwas Besonderes und etwas Eigentümliches? Sind die Befragten der Ansicht, sie würden sich wegen diesem Besonderen oder wegen diesem Eigentümlichen oder wegen beiden nicht anpassen oder der Ansicht, dass sich Juden unabhängig von Besonderem und Eigentümlichem nicht anpassen?

Jedem Methodenlehrer an einer Universität, der sich mit Frageformulierungen befasst, müssen angesichts dieser kategorialen Fehler bzw. dieser angewendeten Manipulationstechniken die Haare zu Berge stehen. Bei Decker et al. stehen die Haare sicher nicht zu Berge, nicht einmal die Schamesröte wird sie ereilen – das ist eine Prognose mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von weniger als 5% (auf eine F-Verteilung bezogen).

Der größte Hammer, der letztlich ganz deutlich zeigt, dass es bei der sogenannten Mitte-Studie einzig darum geht, Daten zur ideologischen Verwendung zusammenzustellen und damit die Befragten, die bereitwillig an der Befragung teilgenommen haben, zu missbrauchen, findet sich in den Tabellen 3 bis 8. Sie alle stellen Ergebnisse für Ost und West, für Abitur oder kein Abitur, für Altersgruppen oder letzte Partiwahl etc. dar, und zwar für „Befürwortung Diktatur“, „Chauvinismus“, „Ausländerfeindlichkeit“, „Antisemitismus“, „Sozialdarwinismus“, „Verharmlosung Nationalsozialismus“.

Wie sich vielleicht der ein oder andere Leser noch erinnert, definieren Decker und Brähler Rechtsextremismus als Oberismus über den hier genannten Unterismen. Rechtsextremismus setzt sich also nach ihrer eigenen Definition aus den sechs Unterismen zusammen, ist eine Kombination aus ihnen.

Ihre eigene Definition haben sie offensichtlich vergessen, wenn es darum geht, die Ergebnisse mit dem, was man wissenschaftliche Lauterkeit nennt, darzustellen. Statt Rechtsextremismus als Kombination der sechs Unterismen darzustellen, erwecken die Autoren den Eindruck, Rechtsextremismus ergebe sich schlicht durch Addition der sechs Ismen. Sie suggerieren ihren Lesern, es seien im Kern immer die gleichen Befragten, die den Unterismen von Rechtsextremismus zustimmen (oder schlimmer noch, man könne die Unterismen addieren, um zum Ausmaß an Rechtsextremismu zu gelangen). In Tabelle 3 wird z.B. von 2.1% der Befragten behauptet, dass sie den Nationalsozialismus verharmlosen würden. Die Darstellung suggeriert, dass sich diese 2.1% auch unter denen finden, die Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Chauvinismus und Diktatur befürworten. Und das ist falsch. Würden die Autoren ihren eigenen Anspruch einlösen und die sechs Unterismen zu Rechtsextremismus zusammenfassen, es gingen Ihnen reihenweise Befragte verloren, d.h., sie stünden am Ende mit vielleicht 2% Rechtsextremen nach ihrer eigenen Definition da und mit vielleicht 5%, die man mit viel gutem Willen als dem, was Decker et al. als Rechtsextremismus gemessen zu haben glauben, nahe stehend ansehen könnte. Immer vorausgesetzt, man kann die Zusammenfassung der Antwortkategorien und die Art und Weise der Formulierung der Aussagen rechtfertigen. Das kann man aber nicht, wie wir bereits dargelegt haben.

Ganz nebenbei ist es in der empirischen Sozialforschung ein Muss, für die Skalen, von denen man behauptet, man habe sie gemessen, auch zu prüfen, ob man sie tatsächlich gemessen hat. Entsprechende Methoden finden sich unter dem Stichwort “Reliabilität”. Wenig verwunderlich finden sich in der Mitte-Studie, der anscheinend völlig enthemmten Leipziger Akademiker, keinerlei Hinweise darauf, dass ein Reliabilitätstest durchgeführt worden wäre, so dass man davon ausgehen muss, dass die Autoren zwar behaupten, z.B. Chauvinismus gemessen zu haben, ihre Operationalisierung der latenten Variable “Chauvinismus” aber nicht reliabel ist, d.h. sie haben irgend etwas gemessen.

Schnell hill esserDie neue Mitte-Studie ist somit ein weiteres Beispiel dafür, dass angebliche Wissenschaftler gerne bereit sind, die ideologische Schmutzarbeit für ihre Auftraggeber zu erledigen bzw. dass sie so mit Ideologie angefüllt sind, dass sie gar nicht merken, wem sie freudig zu Willen sind. Es finden sich so ziemlich alle Techniken der suggestiven und manipulativen Befragung, die lautere Wissenschaftler meiden wie die Pest, es findet sich eine unlautere Zusammenfassung der Antworten, die Befragte gegeben haben und somit ein Missbrauch der Befragten und es finden sich suggestive Darstellungsweisen, die das Phänomen, das man angeblich gemessen haben will, aufblasen wie einen Luftballon auf dem Jahrmarkt. Nur eines findet sich in der gesamten „Mitte-Studie“ nicht: Eine Operationalisierung von Mitte und eine enthemmte Mitte findet sich auch nicht. Der Begriff, ist wohl dazu gedacht, die Naiven in den Redaktionen der Medien zu ködern. Mit Erfolg wie sich zeigt. Auf den gesamten mehr als 200 Seiten des Machwerks findet sich der Begriff der „enthemmten Mitte“ nicht ein einziges Mal. Er findet sich ausschließlich in der Überschrift des Machwerks und in den Medien.

In der DDR war es üblich, Wissenschaft daran zu identifizieren, dass sie im ideologischen Einklang mit dem herrschenden Marxismus-Leninismus steht. Da einige der Autoren der Mitte Studie eine DDR-Sozialisation erfahren haben, hat sich bei Ihnen offensichtilch noch nicht der mit dem Ende der DDR verbundene soziale Wandel in der Wissenschaft herumgesprochen, der es unnötig macht, die eigenen Ergebnisse anhand von ideologischen Vorgaben aufzubügeln, um dann ein Fleißkärtchen von seinen Auftraggebern zu erhalten.

Der Alte Mann hat sich in seinem Blog auch zum Thema geäußert.

 


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29 Responses to Junk Science: Enthemmte Mitte oder enthemmte Akademiker?

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Junk Science: Enthemmte Mitte oder enthemmte Akademiker?

  2. altermann says:

    Schlimm ist, dass sich ard und zdf, wie von Ihnen prognostiziert, gleich in den Köder festgebissen haben. Lang und breit wurde der Unsinn gestern ausgewalzt.

  3. Welehamm says:

    Wir sollten uns erfreuen, dass es in Deutschland noch Leute gibt, die noch nicht dem “Betreuten Denken” unterliegen:

    http://www.rolandtichy.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/studie/

  4. Heike Diefenbach says:

    Und dann bliebe noch zu klären, wie die Mitte etwas anders sein kann als die Mitte, denn wenn die Mitte rechtsextrem wäre, wäre sie notwendigerweise nicht die Mitte, sondern die Rechte.

    Vermutlich sind die Autoren nicht im Stande, einfache logische Schlüsse zu ziehen, und mir scheint, ihr Weltbild ist sowohl essentialistisch als auch dichotom:

    Von links außen besehen ist ALLES rechts, also auch die Mitte! So einfach ist das.

    Fragt sich nur, warum die Autoren nicht gleich von der deutschen Bevölkerung als in weiten Teilen Rechten sprechen, da sie sich ja aus Sicht der Autoren rechts (von ihnen) befindet.

    Und zu klären wäre dann noch, wie eine Regierung, die sich zumindest in gefährlicher Nähe zum Sozialismus befindet, sowohl den Staat Deutschland als auch verschiedene Bundesländer regieren kann, denn wenn soooooo viele Leute in Deutschland sooooo rechts sind, muss man sich fragen, wer diese Regierungen gewählt hat. Oder treffen wir hier auf die Folgen massenhafter Wahlfälschung???

    Wenn in den Medien getitelt wird, “Der hässliche Deutsche wohnt nicht nur in Ostdeutschland”, dann sollte auch getitelt werden, dass es den hässlichen Deutschen sowohl in rechter als auch in linker Ausprägung gibt:

    Der hässliche Deutsche ist der Deutsche, der es einfach nicht ertragen kann, wenn Leute anders sind als er selbst, auch dann, wenn das für ihn selbst bzw. sein eigenes Leben überhaupt keine realen negativen Folgen hat.

    Das kann sich darin niederschlagen, dass jemand bestimmte Badekleidung, die Musliminnen gerne tragen würden, verboten sehen möchte, oder darin, dass jemand bestimmte Einstellungen, wie z.B. eine Ablehnung des Islam, als Gegenstand einer staatlichen Umerziehung betrachten.

    Der hässliche Deutsche kann nicht leben und leben lassen.

    Er schreit nach dem Staat, der die Dinge nach seinem eigenen gusto richten soll. Wenn er es tut, ist der Staat gut, wenn er es nicht tut, ist der Staat schlecht.

    Zwischen- und Mitmenschlichkeit haben beim hässlichen Deutschen wenig bis keinen Platz: Andersdenkende und Anderslebende sind in jedem Fall zu maßregeln, sei es durch Beschimpfung, durch Umerziehung, durch Ausschluss aus der Gemeinschaft der Guten, durch Ausweisung, was auch immer.

    Nach den genannten Kriterien haben sich sowohl die Autoren der vermeintlich wissenschaftlichen Studie als auch die Medienvertreter, die sich auf den Unsinn stürzen, um ihre Mitbürger anzuprangern und sich selbst auf der Seite der Guten zu verorten, als hässliche Deutsche geoutet.

  5. Interessant IST für mich hier INSBESONDERE, dass es gar Mediziner aus Leipzig sind, DIE Autoren DIESER “Studie” sind ?! Hätte ich bis anhin nicht für möglich gehalten.
    Dass die Fachgruppe der Soziologen und andere “geisteswissenschaftlIche” Disziplinen derart arbeitet, lässt sich regelmässig insbes. in der Gesundheitswissenschaft beobachten, die ich seit 2005 beobachte.
    Geteilt für den Leserkreis.
    Merci, MfG,

    • Welehamm says:

      Nur eine Mutmaßung: Vielleicht haben die mit der gleichen Qualität vorher am “fließenden Blut” gearbeitet und da hat man sie diskret in diesen Bereich entsorgt?

  6. Kori aus Lagos says:

    Ein Politwissenschaftler der TU Dresden hats jetzt rausgefunden:”Mancher Radikalismus bei Pegida könnte mit den beruflichen Neigungen der Anhänger zusammenhängen. Die nämlich sind meist Handwerker, Ingenieure, Naturwissenschaftler. Hierbei haben sie, so der Dresdner Politologe Werner J. Patzelt, zwar eine überdurchschnittliche Bildung. Doch oft mangele es ihnen am “gesellschaftlich-politischen Zusammenhangwissen”, das man für die “Durchdringung” der Pegida-Themen Einwanderung oder Demokratie eigentlich brauche. Daher hätte Pegida bei diesen Themen “Beschreibungs- und Diskursprobleme”.
    Das Ding heißt Patzelt und sein Sprachrohr WELT.
    Ist klar, man muß Politiker mit Halbbildung sein um keine “Beschreibungs-und Diskurs-
    problem zu haben. Je mehr Latten am Zaun fehlen desto besser der Durchblick

  7. Heiner says:

    Ich weiß ja nicht, woher da so mancher nimmt, daß es sich bei den Herausgebern Decker und Brähler um Mediziner handele.
    Die Herren sind keine Humanmediziner sondern lediglich über Nebenwege in die Medizinische Psychologie gekommen. Das qualifiziert sie nicht als Ärzte!

    • Wenn Sie unseren Text gelesen haben, dann wissen Sie, dass Elmar Brähler ein Medizinsoziologe ist und Decker ist wissenschaftlicher Angestellter an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

      • Heiner says:

        Herr Klein, ich habe den Text gelesen und ebendarum weise ich auf diesen Fehler hin.

        Als Mediziner bezeichnet man laut Duden jemanden, der Medizin studiert hat.
        Also eine Approbation als Arzt hat.

        Herr Brähler ist gelernter Mathematiker und Physiker und über den Weg eines wissenschaftlichen Mitarbeiters in die Medizinische Psychologie und Medizinsoziologie gelangt.

        Herr Decker ist gelernter Psychologe und als psychologischer Psychotherapeut in die Medizinische Psychologie und später Medizinische Soziologie gelangt.

        Damit haben beide weder Medizin studiert noch eine Approbation als Arzt.

        Es gibt in der Medizin eine ganze Reihe “Seiteneinsteiger” und sehr wichtige Helfer, wie zum Beispiel Medizinphysiker (ganz wichtig bei der Planung von Bestrahlungstherapien), deshalb sind das noch keine Mediziner sondern Physiker!
        Als Medizinischer Mikrobiologe sind sie auch weiterhin Biologe und nicht Mediziner, wenn sie Biologie und nicht Medizin studiert haben.

        Insofern lasse ich als Mediziner mir diese beiden soziologischen Scharlatane nicht als Mediziner und Kollegen verkaufen.

        Ich habe Verständnis dafür, Herr Klein, daß Sie als seriöser Sozialwissenschaftler diese wissenschaftlichen Tiefflieger auch nicht in Ihren Reihen haben möchten, aber deshalb kann man sie doch nicht anderen unterschieben. 🙂

        • So ist das, keiner will die haben … Aber liegt es nicht näher, Mediziner verantwortlich zu machen, wenn die Herrschaften aus deren Kasse bezahlt werden?

          • St. Elmo says:

            Vielleicht sollte man sie den BWLern unterschieben, die nehmen jeden.

          • Heiner says:

            Trifft einen als Mediziner jetzt die von Ihnen jüngst diskutierte “Umgangsschuldvermutung” nur weil solche Scharlatane in von (meist) durch Psychologen geführten medizinsoziologischen Instituten rumlungern, die den Medizinischen Fakultäten, aus welchen Gründen (ich vermute vordergründig Fantasielosigkeit der Universitätsleitung) auch immer, zugeschlagen wurden?

            Dann haben Sie als Soziologen aber auch die volle Verantwortung für alle in anderweitigen soziologischen Instituten untergekrochenen und dort bezahlten Genderisten.

            Nein! Die gegenseitige Fairness gebietet es, sich die Verantwortung für diese wissenschaftlichen Blindschleichen nicht wechselseitig zuzuweisen.

            Betrachten wir sie besser nach Peter-Prinzip als frei schwebende Gipfel der Unfähigkeit! 😉

  8. Shitlord says:

    Wieso kritisierten Sie nur die Rentabilität, wenn das viel schlimmere Problem offensichtlich die Validität ist? Ich meine, selbst wenn die Skalen reliabel wären, wären sie doch immer noch nur reliabler Unsinn?

    • Weil man Reliabilität im Gegensatz zu Validität ganz einfach prüfen kann, so einfach, dass es selbst Leipziger Medizinsoziologen können könnten. Wir wollen schließlich niemanden überfordern.

  9. Andreas Damm says:

    Danke mal wieder für Ihre gute Arbeit.

    Nicht nur, daß solche “Studien” verfaßt werden, die einfach als blanker Unsinn angesehen werden müssen, sondern noch viel schlimmer, daß unsere Idioten-Sender ARD und ZDF wieder voll in´s Zeug geworfen hatten und diesen ganzen Schwachsinn fröhlich weiter verbreiteten.

    Für mich wurde das System der Zensur aber diesmal am deutlichsten duch “Die Welt” abgebildet!

    Denn auch dieses Pamphlet brachte einen Artikel darüber (http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article156252794/Die-enthemmte-Mitte-Deutschland-auf-rechten-Abwegen.html), den ich wie folgt kommentierte:

    Erster Versuch – Zitatanfang:

    Schon wieder frage ich mich, wo “Die Welt” in diesem Spiel steht.
    So, wie der Artikel geschrieben ist, haben Sie die Positionen der Studien-Autoren nicht nur kritiklos übernommen, sondern am Schluß auch gleich wieder einen kleinen fiesen Seitenhieb auf die AfD ausgeteilt.
    Für die Studie sind also etwas über 2000 Menschen befragt worden – von ca. 80 Millionen!!! Toll! Sehr aussagekräftig, weil garantiert NICHT repräsentativ!
    Weiterhin ist völlig unklar, was als rechtsextrem zu bewerten ist:
    Reicht es etwa schon aus, wenn man der Politik unserer Zeit Regierung gegenüber eine kritische Haltung einnimmt und die Kritik auch noch wagt sachlich deutlich zu artikulieren?
    Ist, wer sich gegen eine Islamisierung unseres Rechts- und Werte-Systems ausspricht, gleich ein “Rechtsextremer”?
    Ist der überwiegende Teil der Deutschen Bevölkerung verbal oder physisch gewalttätig, nur weil es leider tatsächlich einige primitive Idioten unter uns gibt, die uns alle mit ihren Verbal-Injurien belästigen, sowie leider immer wieder auf Demonstrationen Gewalt anwenden (sog. Linke auch!) und dann leider von unserem Staat fast gar nichts in Form von Bestrafung zu befürchten haben?
    Sind die Mehrheit der AfD-Mitglieder und der potentiellen AfD-Wähler automatisch “rechtsextrem”, nur weil sie eben für die AfD sind, einer politischen Partei, welche aus gutem Grund von KEINER Verfassungsschutz-Behörde in Deutschland unter Beobachtung gestellt wurde?
    Daß unser sogenannter Justizminister seine unwesentliche Meinung darüber, was rechtsextrem und was gut sei, immer wieder hinausbläht, macht noch lange keinen Menschen zu einem “Rechtsextremen” oder zu einem “guten Menschen”. Und “Gutmenschen” haben wir schon genug, mit dem lieben Maas als Chef…
    Insgesamt empfinde ich Ihren Artikel als einen Teil einer Treibjagd, welche auf Menschen, welche Ziele und Ideen unserer Berliner Polit-Kaste nicht teilen, ausgerufen wurde.
    :Zitatende.

    Dieser Kommentar wurde abgelehnt.

    Da ich ein Mensch mit Bereitschaft zum Kompromiss bin, versuchte ich es noch einmal Mal mit einer etwas entschärften Version:

    Zweiter Versuch – Zitatanfang:

    Schon wieder frage ich mich, wo “Die Welt” in diesem Spiel steht.
    So, wie der Artikel geschrieben ist, haben Sie die Positionen der Studien-Autoren nicht nur kritiklos übernommen, sondern am Schluß auch gleich wieder einen kleinen Seitenhieb auf die AdD ausgeteilt.
    Für die Studie sind also etwas über 2000 Menschen befragt worden – von ca. 80 Millionen!!! Toll! Sehr aussagekräftig, weil garantiert NICHT repräsentativ!
    Weiterhin ist völlig unklar, was als rechtsextrem zu bewerten ist:
    Reicht es etwa schon aus, wenn man der Politik unserer Zeit Regierung gegenüber eine kritische Haltung einnimmt und die Kritik auch noch wagt sachlich deutlich zu artikulieren?
    Ist, wer sich gegen eine Islamisierung unseres Rechts- und Werte-Systems ausspricht, gleich ein “Rechtsextremer”?
    Ist der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung verbal oder physisch gewalttätig, nur weil es leider tatsächlich einige primitive Idioten unter uns gibt, die uns alle mit ihren Verbal-Injurien belästigen, sowie leider immer wieder auf Demonstrationen Gewalt anwenden (sog. Linke auch!) und dann leider von unserem Staat fast gar nichts in Form von Bestrafung zu befürchten haben?
    Sind die Mehrheit der AfD-Mitglieder und der potentiellen AfD-Wähler automatisch “rechtsextrem”, nur weil sie eben für die AfD sind, einer politischen Partei, welche aus gutem Grund von KEINER Verfassungsschutz-Behörde in Deutschland unter Beobachtung gestellt wurde?
    Daß unser, von mir allerdings nicht geschätzter, Justizminister seine Meinung darüber, was rechtsextrem und was gut sei, immer wieder verkündet, macht noch lange keinen Menschen zu einem “Rechtsextremen” oder zu einem “guten Menschen”. Und “Gutmenschen” haben wir schon genug…
    Insgesamt empfinde ich Ihren Artikel als einen Teil einer Treibjagd, welche auf Menschen, welche Ziele und Ideen unserer Berliner Polit-Kaste nicht teilen, ausgerufen wurde.
    :Zitatende.

    Auch dieser entschärfte Kommentar wurde abgelehnt.

    Da aber alle guten Dinge drei sein sollen, unternahm ich noch einen letzten Versuch:

    Dritter Versuch – Zitatanfang:

    So, wie der Artikel geschrieben ist, haben Sie die Positionen der Studien-Autoren kritiklos übernommen.
    Für die Studie sind also etwas über 2000 Menschen befragt worden – von ca. 80 Millionen!!! Toll! Sehr aussagekräftig, weil garantiert NICHT repräsentativ!
    Weiterhin ist völlig unklar, was als rechtsextrem zu bewerten ist:
    Reicht es etwa schon aus, wenn man der Politik unserer Zeit Regierung gegenüber eine kritische Haltung einnimmt und die Kritik auch noch wagt sachlich deutlich zu artikulieren?
    Ist, wer sich gegen eine Islamisierung unseres Rechts- und Werte-Systems ausspricht, gleich ein “Rechtsextremer”?
    Ist der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung verbal oder physisch gewalttätig, nur weil es leider tatsächlich einige primitive Idioten unter uns gibt, die uns alle mit ihren Verbal-Injurien belästigen, sowie leider immer wieder auf Demonstrationen Gewalt anwenden (sog. Linke auch!) und dann leider von unserem Staat fast gar nichts in Form von Bestrafung zu befürchten haben?
    Sind die Mehrheit der AfD-Mitglieder und der potentiellen AfD-Wähler automatisch “rechtsextrem”, nur weil sie eben für die AfD sind, einer politischen Partei, welche aus gutem Grund von KEINER Verfassungsschutz-Behörde in Deutschland unter Beobachtung gestellt wurde?
    Daß unser Justizminister seine Meinung darüber, was rechtsextrem und was gut sei, immer wieder verkündet, macht noch lange keinen Menschen zu einem “Rechtsextremen” oder zu einem “guten Menschen”. Und “Gutmenschen” haben wir schon genug…
    Insgesamt empfinde ich Ihren Artikel als unfair gegenüber Menschen, welche Ziele und Ideen unserer Berliner Polit-Kaste nicht teilen.
    :Zitatende.

    Aber, auch hier hat der nette Zensor bei “Die Welt” zugeschlagen und meinen Kommentar abgelehnt.
    Eine Nachfrage an die Die Welt-Redaktion, warum der Text abgelehnt wurde, ist bis jetzt noch nicht beantwortet worden.

    So geht Zensur.

    Nach dem “Die Welt” in der jüngeren Vergangenheit scheinbar einige Facetten der Regierungsarbeit in Frage zu stellen schien, scheint sie jetzt wieder auf Merkel eingeschwenkt zu haben. Da wird dann eben auch der größte Blödsinn für bare Münze verkauft…

    Mit bestem Gruß an Redaktion und Leser,

    Andreas Damm

  10. Gernot Meyer says:

    Typisches Merkmal linker Ideologiearbeit ist die falsche Verwendung von Begriffen, Begriffen die zudem bereits politisch negativ aufgeladen sind. Beispiel in diesem Fall ist ‘Ausländerfeindlichkeit’ (alternativ auch ‘Fremdenfeindlichkeit’). Eigentlich müßte man hier eher schon von einer ideologischen Worthülse sprechen statt von einem Begriff.

    Ausländer als solche gibt es nämlich gar nicht. Das ist eine Abstraktion. Es gibt Franzosen, Engländer, Spanier, Norweger, Schweden usw. Also mußte man in solchen
    Untersuchungen, wenn man seriös sein wollte oben genannte Fragen anders stellen, z.B.

    „Die Norweger kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“
    „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Norweger in einem gefährlichen Maß überfremdet.“

    und so weiter und sofort für alle über 200 Nationalitäten. Und dann könnte man anfangen zu untersuchen, ob sich Aggregate zusammenstellen lassen, über die man gemeinsame Aussagen treffen kann.
    Aber allein schon, wenn das Beispiel mit den Norwegern von einer massiven Mehrheit
    der Befragten verneint würde, dann wäre damit logisch gesehen der Begriff der Ausländer- bzw Fremdenfeindlichkeit nicht mehr haltbar.

    Und ich bin ziemlich sicher, daß meine Hypothese bestätigt würde.

    D.h wir haben es einmal mehr mit einem ideologischen Machwerk zu tun, das Gegenteil von seriöser Wissenschaft.

    • St. Elmo says:

      Das Problem ist doch schon die Nutzung des Wortes “Feindlichkeit”
      Ab wann wird aus Vorsicht gegenüber Fremden oder Ablehnung von Fremden die genannte Fremdenfeindlichkeit?

      Bin ich Fremdenfeindlich, wenn ich meinem Kind beibringe nicht zu Unbekannten ins Auto zu steigen?

      Es ist ein großer Unterschied ob ich jemandem Feindlich, Ablehnend oder Vorsichtig gegenüber stehe.

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  12. Ich darf die Überlegungen der Autoren hier mit folgenden weiteren Hintergrundinformationen ergänzen, da es sich m.E. im Kern um einen ideologischen Machtkampf zwischen zwei großen gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland handelt, was oft in der Tagespolitik übersehen wird.
    Insbes. für das Verständnis der politischen Sozialisierung von sozialpolitisch aktiven Wissenschaftlern zeigen viele personalen Verbindungslinien auf, wie Sozial-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaftler zu einer gravierenden Einflussgröße in der dt. Gesundheitspolitik wurden. Der Lehrstuhl für So-Wi. in Bremen zB ist neben dem WZB in Berlin und einigen anderen Denkrichtungen (Nürnberg, Fulda von Anfang an, Hannover u.a.), mit ihren Absolventen das wiss. Pendant zu parteinahen Think Tanks wie insbes. der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.
    Es werden zB immer wieder Argumente vorgebracht, in welcher Weise deutschen Staatsbürgern auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung von der akademischen Sozialpolitik Verantwortung abgesprochen wird, indem man sie für unmündig zu eigener Gesundheitsversorgung erklärt – aufgrund ihrer Betroffenheit, Unkenntnis, Armut o.a. – v.a. aber der asymmetrischen Informationsverteilung – so dass der Staat als planwirtschaftlicher Fürsorge-Garant seiner Wähler auftreten müsse.
    Der in So-Wi und Gesu-Wi angeführte Vorwurf des asymmetrischen Informationsverhältnis zwischen Arzt und Patient ist ein kardinales Totschlag-Argument der Sozialwissenschaften und gesundheitspolitik in D per se – neben anderen-, mit dem die Ärzteschaft in der Gesundheitspolitik am Boden gehalten wird. Aufgrund der akademischen Entwicklung der universitären Fächer über die Zeitläufte, die sich mit Sozialpolitik beschäftigen, hat diese soziologische These zu einer Dominanz der Sowi´s und Oeconomic´s gegenüber der Medizin geführt. Damit wird u.a. die „sozialstaatliche“ Ausrichtung des Bundesstaates u.a. von Legislative und Exekutive zementiert, wodurch Zivilrecht mittels Sozialrecht in vielen Bereichen praktisch ausgehebelt ist, die Ärzteschaft völliger Kontrolle unterworfen ist.
    Der akademische Habitus in der Sozialwissenschaft kann nicht über die Dominanz linker Ideologien in den geisteswiss. Fächern hinwegtäuschen, den sich Akteure wie Kassen und Medien andauernd zunutze machen. International spricht man von einem Kassen-dominierten dt. Gesundheitswesen. Man braucht nur publizierende Soziologen betrachten, wer wann wie wozu was veröffentlichte, um zu erkennen, welches (linke) Meinungskartell deutsche Gesundheitspolitik prägt. Dieses war der 70´er Jahren entstanden.
    Die Reihe „Kritische Medizin“ (http://www.argument.de/wissenschaft/medizin_frame.html ) bspw sollte in den Anfängen als Forum für “Diskussion über den gesellschaftlichen Umgang mit Gesundheit und Krankheit” dienen. Sie verstand sich als “Plattform” der um theoretische Fundierung bemühten “Reformkräfte im Gesundheitswesen”. Im Argument-Verlag, Berlin (http://argument.de/wissen_index.html) sammelten sich diese links orientierten Akademiker – denen andere, bürgerliche Milieus, intellektuell wenig liberal-konservatives argumentativ begründet entgegenzusetzen vermochten:
    “Die Orientierung auf eine soziale und humane Medizin führe zur Kritik am biomedizinischen Reduktionismus und zu Konzepten von Gesundheitsförderung und Prävention. Die wissenschaftliche Aufarbeitung solle der Beurteilung und Kritik von Gesundheitspolitik und Praxis im Gesundheitswesen dienen. Die Reihe begann 1970 unter dem Namen „Kritik der bürgerlichen Medizin“ und erschien mit zwei Bänden pro Jahr als „Jahrbuch für Kritische Medizin“. Insgesamt wurden bislang ca. sechzig Bände mit über 680 Aufsätzen veröffentlicht.” Es finden sich unter den Autoren der 80er und 90er Jahre ff. sehr viele wieder, die heute mit Rang und Namen in gesellschaftspolitisch strategischen Positionen sitzen: Jahrbuch für Kritische Medizin und Gesundheitswissenschaften (http://www.med.uni-magdeburg.de/jkmg/)
    Viele Ideen zur Überwindung von “Health Inequialities” wurden seitdem mithilfe der Dauer-Arbeitshypothese dieser Denkschule, “soziale Ungleichheit überwinden” über die 80er bis in die 90er Jahre im linken Argument-Verlag (http://www.argument.de/) in der Rubrik Jahrbücher der “Kritischen Medizin” weiter entwickelt.
    Die dem gegenüber eher überwiegend bürgerlich sozialisierte Ärzteschaft hat jedoch bis anhin nur insuffiziente Konsequenzen gezogen und ihrerseits nur wenige konservativ-liberale (Arzt-nahe) “Geisteswissenschaftler” sowie fachfremde Experten für den Machtkampf gegen das linke Meinungskartell herangezogen, die es mit dem Umverteilungs-Mainstream der dt. Sozialwissenschaften und – politik aufnehmen können. Das Terrain der “bürgerlichen” Medizin ist gegenüber der dt. “Armuts-Debatte” v.a. in den Medien verloren gegangen. … Es ist der Ärzteschaft bis anhin nicht ausreichend bewusst, dass es sich eigentlich um einen fortwährend ideologischen Machtkampf zwischen „kritisch (ideologisch besetzt linker) Medizin und bürgerlichem Verständnis von Medizin handelt. In my own opinion, MfG, CH

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