Eine halbe Million Infizierte – Sterbe-Kriterien (Triage) – Und nein, es ist immer noch nicht die Grippe – COVID-19 update

Heute wurde die Grenze von 500.000 positiv auf COVID-19 Getesteten weltweit offiziell überschritten. Vermutlich gibt es schon lange weit mehr als eine halbe Million Infizierte, aber sie werden eben nicht getestet oder einheitlich gezählt oder erfasst. Das triste Bild, das sich derzeit ergibt, sieht wie folgt aus:

  • Der 1000er-Club ist zu zahlreich, als dass er noch in einen Screenshot passen würden;
  • Die Zahl der positiv auf COVID-19 Getesteten ist in Italien fast so hoch wie in China;
  • Die USA schicken sich an, der Hotspot für COVID-19 zu werden;
  • Spanien ist auf dem Weg, Italien einzuholen;
  • Die Fallzahlen in Deutschland steigen deutlich an, das Mysterium deutscher Widerstandskraft, die deutsche COVID-19-Patienten nicht sterben lässt, während in allen Ländern rundum, die Patienten dahingerafft werden, setzt sich fort;
  • Ausgehend vom 15. Februar hat es fünf Tage gedauert, ehe aus 100 positiv Getesteten in Deutschland 1000 wurden, es hat dann 2 Tage gedauert, ehe als 1000 positiv Getesteten 2000 wurden, neun Tage waren notwendig, um aus 1000 positiv Getesteten 10.000 werden zu lassen. Aus 10.000 positiv Getesteten wurden in knapp drei Tagen 20.000 positiv Getestete, in weiteren drei Tagen wurden daraus 30.000 und zwei Tage waren notwendig, um daraus mehr als 40.000 positiv Getestete werden zu lassen. Das ist exponentielles Wachstum.
  • Belgien und die Niederlande befinden sich nunmehr auch im Bereich exponentiellen Wachstums.



In unserer Abbildung, die zeigt, in welcher Phase der Pandemie sich ein Land gerade befindet, schlägt sich die neue Entwicklung wie folgt nieder:

 

Die Statistik von RKI und DIVI enthält seit heute nicht nur eine Aufstellung über COVID-19 Patienten auf Intensivstationen, sondern auch dazu, wie viele von diesen Patienten beatmet werden müssen. Derzeit befinden sich 855 COVID-19-Patienten auf einer Intensivstation, davon werden 525 beatmet. Verstorben sind laut der Statistik von RKI und DIVI seit gestern 52 COVID-19 Patienten, in der Statistik oben werden 33 Verstorbene seit gestern geführt, was zeigt, dass nicht einmal bei Toten eine Übereinstimmung zwischen unterschiedlichen Datenquellen zu finden ist.

Da die blödsinnige Diskussion darüber, ob SARS-CoV-2 mit der Grippe vergleichbar ist oder nicht, einfach nicht verstummen will, ein paar aktuelle Zahlen: Vom 4. Oktober 2019 bis zum 6. März 2020 sind in Deutschland 247 Menschen an den Folgen einer Influenza verstorben. Seit dem 9. März 2020 sind offiziell 239 Menschen an COVID-19 verstorben (da es in Deutschland keine post mortem Untersuchungen selbst bei konkretem COVID-19 Verdacht gibt, kann man getrost davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl der an COVID-19 Verstorbenen deutlich höher liegt). In nicht einmal 17 Tagen fordert COVID-19 selbst nach offizieller (und falscher) Zählung fast ebenso viele Opfer wie die Influenza in 164 Tagen. 

Weitere Informationen zur aktuellen Grippesaison haben wir hier zusammengestellt.

Derweil bereiten sich deutsche Kliniken auf die Situation vor, in der sie – aufgrund beschränkter Ressourcen – eine Entscheidung zwischen mehreren Patienten treffen müssen, die zwar alle Behandlung auf einer Intensivstation benötigen, die aber aufgrund nicht vorhandener Ressourcen nicht alle auf einer Intensivstation behandelt werden können. Die Auswahl der Patienten, die Vorrang im Hinblick auf eine intensive Behandlung erhalten sollen, nennt sich Triage. Die Kriterien für eine Triage hat DIVI, die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V., gerade wie folgt in einem Arbeitspapier benannt:



Kriterium ist die klinische Erfolgsaussicht – nicht das Alter!

Es gelte der Gleichheitsgrundsatz. Janssens erklärt: „So ist es nicht zulässig, nach dem kalendarischen Alter oder nach sozialen Kriterien zu entscheiden!“ In Deutschland werde nicht dem 80-Jährigen von vornherein die Behandlungsmöglichkeit verweigert. „Wir haben uns ganz klar gegen das Kriterium „Alter“ entschieden und wollen sehr viel differenzierter vorgehen.“ Dabei spielen der Schweregrad der aktuellen Erkrankung sowie relevante Begleiterkrankungen (z.B. schwere vorbestehende Organdysfunktion mit prognostisch eingeschränkter Lebenserwartung) eine wesentliche Rolle. Der Patientenwille (aktueller, vorausverfügter, zuvor mündlich geäußerter oder mutmaßlicher Patientenwille) ist naturgemäß fester und mandatorischer Bestandteil bei allen Entscheidungen.

Aus Gründen der Gleichberechtigung sieht das Paper zudem vor, dass eine Auswahl unter allen Patienten erfolgen sollte, die eine Intensivbehandlung benötigen, unabhängig davon, wo sie gerade versorgt werden (Notaufnahme, Allgemeinstation, Intensivstation) und ganz gleich, ob COVID-19-Infizierter, Schlaganfall-Patient oder Unfallopfer. „Aus ethischer Sicht sind solche Priorisierungen immer ein Dilemma und damit für das Personal sehr belastend“, mahnt Professor Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin, der die Empfehlungen federführend mit Gerald Neitzke (Hannover) und Jan Schildmann (Halle) erarbeitet hat.”


Bleiben Sie gesund!



Fakten zu SARS-CoV-2/COVID-19:




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