Gesundheitsgefahr durch öffentlich-rechtliche Desinformation? Beim ARD-Fakten[er]finder immer

Die Bilder aus China, die zeigen, wie Desinfektionsmittel in großer Menge auf Plätzen, Wegen und Straßen versprüht werden, sind bei manchen vielleicht in Vergessenheit geraten.

Kleine Erinnerung:

Auch die Bilder aus Hongkong und Südkorea, die Arbeiter zeigen, die Handläufe, Geländer und Ablagen penibel säubern, scheinen nicht mehr so ganz gegenwärtig zu sein. Macht nichts, wir haben ein paar Bilder gesammelt, um das Gedächtnis aufzufrischen und die Sammlung gleich noch mit den USA und dem Vereinigten Königreich erweitert:

Südkorea:

New York City

Los Angeles

Gatwick Airport, Vereinigtes Königreich

Bei all denen, die hier so penibel für Desinfektion sorgen, muss sich die Idee verbreitet haben, das neue Coronavirus, SARS-CoV-2 könne sich auf Flächen, Handläufen, Ablagen, Haltegriffen, Türklinken uvm. einnisten, um dort auf einen neuen Wirt zu warten.



Tatsächlich ist diese Idee ein recht gut bestätigtes Ergebnis, denn die aerosole Verbreitung von SARS-CoV-2 gilt mittlerweile als gesichert. Es gibt, so könnte man sagen, einen Konsens unter Wissenschaftlern, aber Konsens ist natürlich kein wissenschaftliches Konzept, weshalb wir die Lage so zusammenfassen: In allen Ländern, in denen sich Wissenschaftler mit der Verbreitung von SARS-CoV-2 befassen, gibt es nicht nur Wissenschaftler, die davon ausgehen, dass SARS-CoV-2 nicht nur im direkten Kontakt zwischen Menschen, sondern auch “fomite”, wie es so unverständlich in der Sprache der Wissenschaft, die englisch ist, heißt, übertragen werden kann. All die Angestellten und Arbeiter vor Ort, die unter anderem in den Bildern oben dargestellt sind, teilen diese Überzeugung und handeln entsprechend.

Die Welt ist sich einig.

Die ganze Welt?

Quelle

Nein, in einem verschrobenen Hinterzimmer in einem noch verschrobeneren Sender gibt es eine Redaktion, die sich Faktenfinder nennt. Die Mitglieder dieser Redaktion sind angetreten, zu zerstören, was die Welt glaubt und zu zeigen, dass deutsche Fakten, wie sie im Hinterzimmer des verschrobenen Senders von den noch verschrobeneren Kautzen gefunden werden, übertrump(f)en.

Gerade erst haben Neeltje van Diremalen, James O. Llyod-Smith und Vincent Munster et al. gezeigt, dass SARS-CoV-2 auf den unterschiedlichsten Oberflächen mehrere Tage überleben kann, da kommen die Faktenfinder aus ihrem Hinterzimmer, um ihre verschrobene Sicht der Wirklichkeit dagegen zu stellen und die der Vorgabe des RKI widersprechenden Forschungsergebnisse mit einem Armstreich vom Tisch zu wischen.

Mit von der Partie: Christian Drosten, Feld-, Wald-, Wiesen-, Haus- und Hof-Virologe zur besonderen Verwendung, der von öffentlich Rechtlichen immer gern als Experte aus dem Ärmel gezaubert wird, mit dem gerade noch die Fakten vom Tisch gewischt wurden.

Frage [Faktenfinder]: Kann man die Ergebnisse, dass SARS-CoV-2 mehrere Tage auf verschiedenen Oberflächen überleben kann, auf den Alltag übertragen?
Antwort Christian Drosten: “Nein”.
Denn es sei nicht klar wie viel Virus … in welcher Form auf die Testoberflächen aufgetragen wurde”.
Es mache einen Unterschied, ob das Auftragen in einem kleinen Flüssigkeitstropfen oder in einem Tropfen, “der fast kein Volumen hat”, erfolgt sei.

“Drosten vermutet, dass für den Test größere Mengen Viruslösung verwendet wurden.”

“All diese vielen Faktoren [es sind genau zwei] sorgten dafür, dass eine Gefahr im Alltag geringer ist als im Test. “Das kann man in so einfachen Experimenten nicht simulieren”, betont Drosten. Die Menge macht es also: Im Test ist die, so nimmt Drosten an, größer als im Alltag”

Also ihr Chinesen, US-Amerikaner, Südkoreaner, Briten, die ihr desinfiziert, was nicht desinfiziert werden muss, hört auf damit. Herr Drosten aus Berlin hat gesagt, das ist nicht nötigt. Und Herr Drosten muss das wissen – oder?
Oder nicht?

Nimmt man die wenigen Seiten der Studie von Doremalen, Lloyd-Smith und Munster et al. zur Hand, dann befallen einem Zweifel, heftige Zweifel, so heftig, dass man Schüttelfrost vor Zweifel hat.
Wir zitieren aus der Studie:

HCoV-19 remained viable in aerosols throughout the duration of our experiment (3 hours) with a reduction in infectious titer from 103.5 to 102.7 TCID50/L, similar to the reduction observed for SARS-CoV-31, from 104.3 to 103.5 TCID50/mL (Figure 1A). HCoV-19 was most stable on plastic and stainless steel and viable virus could be detected up to 72 hours post application (Figure 1A), though the virus titer was greatly reduced (plastic from 103.7 to 100.6 TCID50/mL after 72 hours, stainless steel from 103.7 to 100.6 TCID50/mL after 48 hours). SARS-CoV-1 had similar stability kinetics (polypropylene from 103.4 to 100.7 TCID50/mL after 72 hours, stainless steel from 103.6 to 100.6 TCID50/mL after 48 hours). No viable virus could be measured after 4 hours on copper for HCoV-19 and 8 hours for SARS-CoV-1, or after 24 hours on cardboard for HCoV-19 and 8 hours for SARS-CoV-1 (Figure 1A).



Es sei nicht klar, wie “viel Virus” auf die Oberfläche gegeben wurde, sagt Drosten.
Doch, das ist klar: 103.7 TCID50/mL – Das ist die Menge der Zellkulturen, in denen 50% der Zellen mit dem Virus infiziert waren, die Angabe erfolgt in mL, also pro Milli-Liter Luft.

Es sei nicht klar, ob das Virus in einem kleinen oder einem großen Flüssigkeitstropfen aufgetragen wurde, sagt Drosten.
Doch. “HCoV-19 remained viable in aerosols”, heißt es gleich zu beginn des Textes: Aerosol sind Teilchen, die von 10−4μm to 10 μm reichen. Das ist klein. Sehr klein.

“Drosten vermutet, dass für den Test größere Mengen Viruslösung verwendet wurde”.
Drosten vermutet falsch. Die Mengenangaben stehen oben.

Es sei nicht klar, in welcher Form das Virus auf die Testoberflächen aufgetragen wurde.
Doch. In Form von Zellkulturen, die in Aerosolen aufgetragen wurden.

Wir empfehlen daher deutschen Lesern, den Autoren, es sind deren 13, die an den Universitäten von Princeton, von California, im National Institute of Allergy and Infectious Diseases, im National Center for Immunization and Respiratory Diseases und bei den National Institutes of Health der USA arbeiten, zu folgen und davon auszugehen, dass SARS-CoV-2 auf Oberflächen aus Stahl (48 Stunden) und Plastik (72 Stunden) erschreckend langlebig und damit auch potentiell ansteckend ist.

Aber darum ging es in der Studie von van Doremalen, Llyod-Smith und Munster et al. nur vordergründig. Es ging vor allem darum, zu prüfen, ob sich SARS-CoV-2, für das entsprechende Ergebnisse bislang nicht vorlagen, bezüglich seiner Überlebensfähigkeit auf verschiedenen Oberflächen ähnlich verhält wie SARS-CoV-1. Ergebnis: Das tut es. Die Stabilität beider Viren ist nahezu identisch, was die Frage aufwirft, wieso SARS-CoV-2 so viel aggressiver ist als SARS-CoV-1, sich so viel schneller und leichter verbreitet. Die Antwort, die die Autoren andenken, und bis zu der Drosten, von dem wir den Verdacht haben, dass er das Paper gar nicht gelesen hat, wohl nicht vorgedrungen ist, lautet: Wenn ein Infizierter hustet, dann muss der Anteil von Viren bei SARS-CoV-2 deutlich höher sein, als dies bei SARS-CoV-1 der Fall war, eine Antwort, die zu den Forschungsergebnissen passt, die gezeigt haben, dass SARS-CoV-2 wahre Virenfabriken im oberen Rachenbereich seiner Träger aus dem Schleim stampft, die schnell und intensiv die Rachenaußenwelt mit einer hohen Zahl von Viren inkubieren können. Die hohe Anzahl von Viren, die mit jedem Husten den Rachenraum verlassen im Zusammenhang mit einer aerosolen Verbreitung von SARS-CoV-2 und einer dadurch ermöglichten Infektion über Oberflächen wäre eine Erklärung für die Fähigkeit, sich durch eine Population zu fressen, die bei SARS-CoV-2 im Gegensatz zu SARS-CoV-1 so viel größer ist.

Aber soweit kommen manche Deutsche in ihrem Bemühen, alles zu diskreditieren, was nicht ihren vorgefassten Meinungen entspricht, nicht.

Warum der ARD-Faktenfinder die Gesundheit derjenigen, die den Mist lesen und glauben, auf’s Spiel setzt, sie ins offene Virusmesser laufen lässt, ist eine Frage, deren Antwort brennend wichtig ist.



Fakten zu SARS-CoV-2/COVID-19:




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