Mittelalte Risikogruppe, Schnelltests in Ulm, Schweden im Sozialdarwinismus – COVID-19 update

In Ulm sorgt der Apotheker Ried für Stimmung im Lockdown: Bei ihm gibt es ab sofort, also ab Montag, einen Antikörper-Schnelltest. Wer den Test besteht, kann nachweisen, dass er COVID-19 überstanden hat. 29 Euro kostet der Spaß, 1.300 Schnelltests hat Apotheker Ried bestellt. Ob sich mit dem Schnelltest mehr als 37.700 Euro Umsatz verbinden, ist eine derzeit offene Frage.

In der letzten Zeit werden die Rufe nach einem repräsentativen Sample immer lauter. Ein solches, sagen wir die übliche 1%-Stichprobe der Bevölkerung, das wären 800.000 Testpersonen, acht Tage Testkapazität voll ausgenutzt, soll Einblick in die tatsächliche Verbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland geben. Die Österreicher nehmen es bereits in Angriff, 2000 Österreicher sollen getestet werden. Bei 8,8 Millionen Einwohner ist das etwas wenig, um sinnvolle Aussagen darauf gründen zu können. Sofern man der Idee der Repräsentativität anhängt, wären 88.000 Österreicher die Zielgröße, ab der die Bauchschmerzen ob der Fehler bei Stichprobenziehung und Sicherstellung einer Zufallsauswahl etwas geringer werden. Beraten haben vielleicht Kriminologen, Experten zum Thema “Dunkelfeld”. Sie versuchen schon seit Jahren erfolglos, Licht in das dunkele Feld der Straftaten zu bringen…



Die aktuellen Zahlen, Stand heute 4. April 0.00 Uhr, sehen wie folgt aus:

China ist weiterhin dabei auszutesten, wie lange es möglich ist, alle anderen mit chinesischen Zahlen, böhmische Dörfer wäre wohl die bessere Charakterisierung, zu belügen. Aktuelle Schätzungen zum Ausmaß des COVID-19 Sterbens in Wuhan kommen mittlerweile auf 55.000 Tote.

In Deutschland werden die Zügel straffer. Bis gestern gab es die Möglichkeit, bei DIVI – Der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, eine reiche Auswahl von Daten zu COVID-19 Patienten und den Behandlungsmöglichkeiten auf Intensivstationen in den Bundesländern zu nutzen. Nun ist DIVI “umgezogen”. Mitten in der Krise und mit dem Ergebnis, dass “in den nächsten Wochen” der Stand wiederhergestellt werden soll (vielleicht auch nicht), der einst vorhanden war. Anstatt eine alte Ansicht zu sichern und fortzuführen, wird ein weiterer Zugangskanal zu Daten geschlossen bzw. der direkten Kontrolle des obersten GateKeepers, Robert-Koch-Institut, unterworfen. Erstes Ergebnis dieser neuen Kontrollinstanz: Die Daten, die man bislang für den Vortag abrufen konnte, sind nicht mehr zu haben. Der Tagesreport, der bislang den Stand um 0.00 Uhr des beginnenden Tages, die Anzahl der vorhandenen Betten auf Intensivstationen, die Belegung mit COVID-19 Patienten, die Anzahl der Verstorbenen usw. angegeben hat, ist nunmehr veraltet und hinkt einen Tag hinterher. Das Robert-Koch-Institut sollte in Flaschenhals Institut umbenannt werden, denn so richtig professionell scheint man in Berlin nur im Hinblick auf die Verzögerung der Veröffentlichung von Daten zu sein.

Schon seltsam, dass in einer akuten Situation der Zugang zu aktuellen Daten erschwert wird.

Auf unsere Abbildung, in der wir den Stand der COVID-19 Belegung von Betten berichten, hat dies bislang keinen Einfluss, denn wir haben uns sowieso angewöhnt, der lahmarschigen Lieferung von Daten aus Deutschland, die allen internationalen Standards um einen Tag hinterher hinkt, dadurch zu begegnen, dass wir in unserem Update die Datensituation berichten, wie sie sich um 0.00 Uhr des laufenden Tages dargestellt hat.


Am 3. April (das sind die neuesten Daten, die das RKI zu veröffentlichen beliebt) wurden auf Intensivstationen deutscher Krankenhäuser 2.424 COVID-19 Patienten behandelt, 2.021 davon (83%) werden beatmet. Die Daten stammen aus dem Tagesbericht, der von heute an vom RKI zusammengeschrieben wird, um nicht mehr als rudimentäre Information zwischen nichtssagenden Abbildungen wie der rechts zu vergraben.

Wenn man die Art und Weise betrachtet, in der Datenzugänge verengt werden, Datenveröffentlichungen verzögert und Datenquellen in Frage gestellt werden, wie dies unlängst die ARD Tagesschau mit Bezug auf die Daten der Stanford University versucht hat, dann fragt man sich zunehmend, also wir fragen uns das, wie viele Leichen im Keller derer, die Informationen zum seltenen Gut machen wollen, eigentlich vergraben sind. Falls jemand eine Schätzung abgeben will: Bitte!



Die Schweden machen derzeit ein Experiment: Wie viele Menschen sterben, wenn man SARS-CoV-2 ungehindert durch die eigene Bevölkerung gehen lässt. Zwar gibt es lauwarme Empfehlungen der Regierung, zuhause zu bleiben, das ändert aber nichts daran, dass das öffentliche Leben in Schweden ohne Einschränkungen weitergeht. Man sitzt in Cafés, im Kino, stopft sich in öffentliche Verkehrsmittel (fast wie in Berlin) und trifft sich mit anderen. Lediglich Personen über 60 Jahren rät die schwedische Regierung, zuhause zu bleiben. Das Experiment, das bis zum 24. März in der Außendarstellung gut gegangen zu sein scheint, wird in den letzten Tagen durch sprunghaft steigende Zahlen an COVID-19 Verstorbener im Frage gestellt. Eine Reaktion der schwedischen Regierung ist bislang nicht erfolgt.

Übrigens berichtet die South China Morning Post von einer neuen Studie, die zeigt, dass das Risiko, an COVID-19 zu sterben nicht nur für ältere, sondern bereits für mittelalte, ab 50 Jahren erhöht ist.

Abschließend haben wir noch eine sehr gute Darstellung der Effekte, die ein Lockdown auf die exponentielle Verbreitung eines Virus hat, präsentieren.

Quelle

Bleiben Sie gesund!




Fakten zu SARS-CoV-2/COVID-19:




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